kunst loggen (kloggen?)
dieses wochenende waren wir kurz in hamburg um die abschlussausstellung vom kind anzusehen. also eigentlich war das die abschlussausstellung der bachelor und master absolvierenden dieses jahres an der hfbk. die arbeiten vom kind haben mir sehr gut gefallen und auch wenn ich das nicht so gut ausdrücken kann wie die beifahrerin, haben die arbeiten in mir resoniert. ich fand dieses bild auf den ersten blick interessant, wegen der tiefe und weil es möglicherweise ein paar architekten-saiten in mir anzupfte. ich mag es, wenn man mit minimalen mitteln etwas räumliches schafft das offen genug ist, um es mit eigenen assoziationen zu füllen.

der witz war, dass sich auf dem bild auch crutons befinden. die hatte ich aus der entfernung zwar gesehen, aber als gemalte, konstruktive elemente angesehen. solche mehrschichtigkeiten mag ich. auch zu den anderen arbeiten des kindes fand ich zugang.
mein zugang zu kunst war und ist eigentlich immer: resoniert da was in mir oder sehe ich etwas, das ich so toll finde, dass ich mir wünsche da selbst draufgekommen zu sein? manche leute sagen ja beim betrachten von eher minimalistischer kunst: „das hätte ich auch machen können!“ das ist natürlich aus mehreren gründen lahm: erstens haben leute die sowas sagen es eben nicht gemacht und zweitens übersieht eine solche aussage das wichtigste: den kontext.
ein werk, eine arbeit, ein objekt (und alles andere) hat immer kontext. es gab einen prozess (der sichtbar oder verborgen sein kann) der zu eben diesem ergebnis führt. der kontext, wie das ein ding präsentiert wird, ist auch entscheidend.
ich bin sicher: das k in kunst kommt nicht von können, sondern von kontext.
das ist im produktdesign oder auch bei jeder anderen kreativen arbeit nicht anders. die idee ist weniger wichtig als der prozess, als die umsetzung, die umstände, die finanzierung, der zeitgeist — eben der kontext.
mindestens genauso interessant wie die rezeption der arbeiten auf einer ausstellung ist die rezeption der ausstellungsbesucher. wir hatten sehr viel zeit zur ausstellung an der hfbk mitgebracht und verbrachten dann auch nicht wenig zeit im ausstellungsraum des kindes. dort standen dankenswerter weise ein paar sofas auf denen wir sitzen konnten um die besucher der ausstellung zu beobachten.
ganz wie zuhause war das natürlich nicht, sowohl frida als auch ich sind auf dem sofa zuhause sehr viel entspannter. ausserdem schmeckt das bier zuhause besser.
da wir am samstag sehr früh losfuhren und ich meinen laptop erst nach 22 uhr in die hand bekam, konnte ich natürlich nichts bloggen. meine „streak“ regel, also wie ich zähle ob ich an einem tag gebloggt habe um dann (auf der rückseite) zu behaupten …
tägliche beiträge seit: 443 tagen
lautet so: bookmarks, favoriten, kommentare oder antworten oder dinge die ich gesehen habe zählen nicht (ausser ich hebe sie auf die vorderseite), wohl aber etwas das auf der vorderseite erscheint oder eine kurze (oder lange) notiz, ein gepostetes bild oder ein checkin. sprich: mit einem checkin habe ich meine logging-pflicht für den tag im prinzip erfüllt. checkins poste ich ausschliesslich mit bildern, ohne bilder werden sie auf wirres.net gar nicht erst von swarm importiert.
jedenfalls fiel mir bei dieser reise wieder auf, wie glücklich ich mit meinem akltuellen „blog“-setup bin. ich kann klassisches bloggedöns machen, schreiben, bilder posten, kurze und lange notizen festhalten und für alle die es interessieren mag auf der vorderseite und im rss-feed vorhalten und zugänglich machen. aber ich kann auch loggen, logbuch führen, buch über alle youtube-videos führen, denen ich einen 👍 gegeben habe, bookmarks setzen und später verwenden (oder nicht), bookmarks kommentieren und wenn es sich lohnt oder ich lust habe in beiträgen aggregieren oder einzeln auf die vorderseite holen.
kurz, die aufteilung in eine vorderseite auf der alles auftaucht was ich gerne mit einem breiteren publikum zeilen möchte, eine rückseite die beim navigieren der vorderseite helfen kann und ein paar teile des hintergrundrauschens zeigt. und dann das hintergrundrauschen, dass nicht unsichtbar, aber eben auch nicht im vordergrund passiert. alles ist in verschiedenen stufen abonnierbar und niemand muss von meinen manchmal manischen aktivitäten im hintergrund genervt sein.
nochmal zurück zur hfbk. ich habe oben ja davon gesprochen, dass ich beim betrachten von fremden arbeiten gelegentlich denke: „schade dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin.“ gestern dachte ich zumindest einmal: so eine idee hatte ich schonmal. leider habe ich mir weder den raum noch den namen der künstlerin notiert, aber sie hat einen traurigen mechanischen vogel aus kabeln, motoren und mechanischen kuckuckspfeifen gebaut.
weit weniger elegant, durchdacht und wohlklingend, hab ich das vor drei jahren auch mal gemacht (am ende sah es so aus).
über pfingsten eine kuckucksuhr gebaut. fast fertig, bevor das zifferblatt der funkuhr dran kommt, muss die beifahrerin das ding noch bemalen (statt beschnitzen, wie im schwarzwald).
zu dieser potenziell kontroversen kuckucksuhr von michael sans hab ich vor 19 jahren mal was geschrieben.

@ix Was gab's den für (schlechtes) Bier, das dich so bedröppelt gucken lässt?
@reklame in der situation war jever fun schon OK, aber so richtig fun kam damit nicht auf und ich trinke zuhause lieber weizen, also hopfenlos.