kunst log­gen (klog­gen?)

felix schwenzel

die­ses wo­chen­en­de wa­ren wir kurz in ham­burg um die ab­schluss­aus­stel­lung vom kind an­zu­se­hen. also ei­gent­lich war das die ab­schluss­aus­stel­lung der ba­che­lor und mas­ter ab­sol­vie­ren­den die­ses jah­res an der hfbk. die ar­bei­ten vom kind ha­ben mir sehr gut ge­fal­len und auch wenn ich das nicht so gut aus­drü­cken kann wie die bei­fah­re­rin, ha­ben die ar­bei­ten in mir re­so­niert. ich fand die­ses bild auf den ers­ten blick in­ter­es­sant, we­gen der tie­fe und weil es mög­li­cher­wei­se ein paar ar­chi­tek­ten-sai­ten in mir an­zupf­te. ich mag es, wenn man mit mi­ni­ma­len mit­teln et­was räum­li­ches schafft das of­fen ge­nug ist, um es mit ei­ge­nen as­so­zia­tio­nen zu fül­len.

der witz war, dass sich auf dem bild auch crut­ons be­fin­den. die hat­te ich aus der ent­fer­nung zwar ge­se­hen, aber als ge­mal­te, kon­struk­ti­ve ele­men­te an­ge­se­hen. sol­che mehr­schich­tig­kei­ten mag ich. auch zu den an­de­ren ar­bei­ten des kin­des fand ich zu­gang.

mein zu­gang zu kunst war und ist ei­gent­lich im­mer: re­so­niert da was in mir oder sehe ich et­was, das ich so toll fin­de, dass ich mir wün­sche da selbst drauf­ge­kom­men zu sein? man­che leu­te sa­gen ja beim be­trach­ten von eher mi­ni­ma­lis­ti­scher kunst: „das hät­te ich auch ma­chen kön­nen!“ das ist na­tür­lich aus meh­re­ren grün­den lahm: ers­tens ha­ben leu­te die so­was sa­gen es eben nicht ge­macht und zwei­tens über­sieht eine sol­che aus­sa­ge das wich­tigs­te: den kon­text.

ein werk, eine ar­beit, ein ob­jekt (und al­les an­de­re) hat im­mer kon­text. es gab ei­nen pro­zess (der sicht­bar oder ver­bor­gen sein kann) der zu eben die­sem er­geb­nis führt. der kon­text, wie das ein ding prä­sen­tiert wird, ist auch ent­sch­ei­dend.

ich bin si­cher: das k in kunst kommt nicht von kön­nen, son­dern von kon­text.

das ist im pro­dukt­de­sign oder auch bei je­der an­de­ren krea­ti­ven ar­beit nicht an­ders. die idee ist we­ni­ger wich­tig als der pro­zess, als die um­set­zung, die um­stän­de, die fi­nan­zie­rung, der zeit­geist — eben der kon­text.


min­des­tens ge­nau­so in­ter­es­sant wie die re­zep­ti­on der ar­bei­ten auf ei­ner aus­stel­lung ist die re­zep­ti­on der aus­stel­lungs­be­su­cher. wir hat­ten sehr viel zeit zur aus­stel­lung an der hfbk mit­ge­bracht und ver­brach­ten dann auch nicht we­nig zeit im aus­stel­lungs­raum des kin­des. dort stan­den dan­kens­wer­ter wei­se ein paar so­fas auf de­nen wir sit­zen konn­ten um die be­su­cher der aus­stel­lung zu be­ob­ach­ten.

ganz wie zu­hau­se war das na­tür­lich nicht, so­wohl fri­da als auch ich sind auf dem sofa zu­hau­se sehr viel ent­spann­ter. aus­ser­dem schmeckt das bier zu­hau­se bes­ser.


da wir am sams­tag sehr früh los­fuh­ren und ich mei­nen lap­top erst nach 22 uhr in die hand be­kam, konn­te ich na­tür­lich nichts blog­gen. mei­ne „streak“ re­gel, also wie ich zäh­le ob ich an ei­nem tag ge­bloggt habe um dann (auf der rück­sei­te) zu be­haup­ten …

täg­li­che bei­trä­ge seit: 443 ta­gen

lau­tet so: book­marks, fa­vo­ri­ten, kom­men­ta­re oder ant­wor­ten oder din­ge die ich ge­se­hen habe zäh­len nicht (aus­ser ich hebe sie auf die vor­der­sei­te), wohl aber et­was das auf der vor­der­sei­te er­scheint oder eine kur­ze (oder lan­ge) no­tiz, ein ge­pos­te­tes bild oder ein che­ckin. sprich: mit ei­nem che­ckin habe ich mei­ne log­ging-pflicht für den tag im prin­zip er­füllt. check­ins pos­te ich aus­schliess­lich mit bil­dern, ohne bil­der wer­den sie auf wir­res.net gar nicht erst von swarm im­por­tiert.

je­den­falls fiel mir bei die­ser rei­se wie­der auf, wie glück­lich ich mit mei­nem akltuel­len „blog“-set­up bin. ich kann klas­si­sches blog­ge­döns ma­chen, schrei­ben, bil­der pos­ten, kur­ze und lan­ge no­ti­zen fest­hal­ten und für alle die es in­ter­es­sie­ren mag auf der vor­der­sei­te und im rss-feed vor­hal­ten und zu­gäng­lich ma­chen. aber ich kann auch log­gen, log­buch füh­ren, buch über alle you­tube-vi­de­os füh­ren, de­nen ich ei­nen 👍 ge­ge­ben habe, book­marks set­zen und spä­ter ver­wen­den (oder nicht), book­marks kom­men­tie­ren und wenn es sich lohnt oder ich lust habe in bei­trä­gen agg­re­gie­ren oder ein­zeln auf die vor­der­sei­te ho­len.

kurz, die auf­tei­lung in eine vor­der­sei­te auf der al­les auf­taucht was ich ger­ne mit ei­nem brei­te­ren pu­bli­kum zei­len möch­te, eine rück­sei­te die beim na­vi­gie­ren der vor­der­sei­te hel­fen kann und ein paar tei­le des hin­ter­grund­rau­schens zeigt. und dann das hin­ter­grund­rau­schen, dass nicht un­sicht­bar, aber eben auch nicht im vor­der­grund pas­siert. al­les ist in ver­schie­de­nen stu­fen abon­nier­bar und nie­mand muss von mei­nen manch­mal ma­ni­schen ak­ti­vi­tä­ten im hin­ter­grund ge­nervt sein.


noch­mal zu­rück zur hfbk. ich habe oben ja da­von ge­spro­chen, dass ich beim be­trach­ten von frem­den ar­bei­ten ge­le­gent­lich den­ke: „scha­de dass ich da nicht selbst drauf ge­kom­men bin.“ ges­tern dach­te ich zu­min­dest ein­mal: so eine idee hat­te ich schon­mal. lei­der habe ich mir we­der den raum noch den na­men der künst­le­rin no­tiert, aber sie hat ei­nen trau­ri­gen me­cha­ni­schen vo­gel aus ka­beln, mo­to­ren und me­cha­ni­schen ku­ckucks­pfei­fen ge­baut.

weit we­ni­ger ele­gant, durch­dacht und wohl­klin­gend, hab ich das vor drei jah­ren auch mal ge­macht (am ende sah es so aus).

über pfings­ten eine ku­ckucks­uhr ge­baut. fast fer­tig, be­vor das zif­fer­blatt der funk­uhr dran kommt, muss die bei­fah­re­rin das ding noch be­ma­len (statt be­schnit­zen, wie im schwarz­wald).

ursprünglich veröffentlicht am 30.05.2023

zu die­ser po­ten­zi­ell kon­tro­ver­sen ku­ckucks­uhr von mi­cha­el sans hab ich vor 19 jah­ren mal was ge­schrie­ben.

2 kommentare
Thomas 🐢

@ix Was gab's den für (schlechtes) Bier, das dich so bedröppelt gucken lässt?

ix

@reklame in der situation war jever fun schon OK, aber so richtig fun kam damit nicht auf und ich trinke zuhause lieber weizen, also hopfenlos.