Interessant ist dabei, dass Piraten, CCC und Co. gar nicht soweit weg sind von Aigner, Friedrich und Uhl. Auch dort liegt bei all den Aktionen die Angst zu Grunde, dass man das Internet und die dadurch entstehenden Freiheiten irgendwann nicht mehr beherrschen kann. Also müssen sie gebändigt werden, Regulierung ist das Mittel. Bei Friedrich und Uhl sind dies die innere Sicherheit betreffende Dinge, denn schliesslich ist man da auch noch in der Verantwortung, wenn doch mal was passiert. Bei Aigner ist es der Verbraucherschutz, der lieber überreguliert und nicht aufklärt oder aber die Aufklärung überreguliert. Die Unterschiede zwischen den Akteuren sind wohl eher im Themenbereich zu sehen, der sich aus der eigenen Sicht der Dinge speist, sowie dem Wissensstand, das man über dieses Thema hat (und nicht immer optimal ist).
wenn man die fragen wer oder was „und co.“ sein soll oder was „überregulierte aufklärung“ sein soll mal beiseite lässt, könnte man für einen moment denken: ja, wollen die uns denn alle bemuttern und für doof erklären? können wir als aufgeklärte, kompetente bürger nicht selbst für unser wohl sorgen, ohne ständige staatliche eingriffe und regulierung?
ich habe beim thema internet auch lange geglaubt, dass sich das internet vorzüglich selbst reguliert. abgesehen davon, dass selbstregulierung natürlich auch eine form der regulierung ist, geraten selbstregulierungsmechanismen bei macht- oder markkonzentrationen auch schnell aus dem gleichgewicht (es folgen gleich noch mehr binsenweisheiten). es geht nicht darum ob reguliert werden soll oder nicht, sondern um das wie. um die frage wie weit reguliert werden soll und wo überregulierung anfängt oder wo die regeln freiräume lassen müssen. regeln wollen wir alle, die frage ist, wo wir jeweils die grenzen ziehen und wie wir diese grenzen verhandeln.
niemand, selbst christian scholz, ist dafür, dass, zum beispiel, sein emailprovider mit seinen emails machen kann was er will und in seinen freiheiten nicht eingeschränkt wird. spätestens dann, wenn sein emailprovider anfängt seine emails zu veröffentlichen, wird auch er nach regeln rufen. nach regeln, die ihm privatshäre und einklagbare rechte zugestehen.
anders gefragt: geht es wirklich, wie christian scholz suggeriert, um freiheit? ungezügelte freiheit gibt es meines wissens in keinem lebensbereich, ausser vielleicht in einer diktatur, für den diktator. freiheit, bzw. freiräume sind stets eingeschränkt. freiheit funktioniert im prinzip wie eine skibindung: ist sie zu locker eingestellt fliegt man ständig auf die fresse, ist sie zu fest eingestellt, bricht man sich die beine. freiheit funktioniert nur mit regeln, gesetzen, etiquetten, selbsteinschränkungen oder selbstregulierung.
ein beispiel zeigt, dass christian scholz im prinzip recht hat und lediglich mit seinen schlussfolgerungen daneben liegt. zum beispiel die frage der regulierung des erwerbs von schusswaffen. in christian scholz’ worten: der regulierung des erwerbs von schusswaffen liegt die angst zu grunde, dass man unkontrolliert bewaffnete und die dadurch für die bewaffneten entstehenden freiheiten irgendwann nicht mehr beherrschen kann.
das beispiel zeigt aber auch, dass es bei der einschränkung von freiheiten nicht unbedingt immer um die einschränkung von freiheit geht, sondern oft um die wahrung von freiheit. hört sich paradox an, ist es aber nicht.
es geht nicht um das ob, sondern um das wie.
man muss das auch gar nicht so weit oben, mit dem grossen wort freiheit aufhängen, man erkennt auch ganz weit unten im verbraucherschutzregulierungsdschugel, wie absurd christian scholz’ argumente eigentlich sind. scholz:
Die durch German Angst verursachten Schutzreflexe sieht man natürlich nicht nur im Bereich Internet, auch im restlichen Leben sind sie zu finden, z.B. beim Verbraucherschutz. Wieso sonst sollte man eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel brauchen, wenn nicht, weil deutsche Bürger zu dumm sind, die Kalorienzahl zu lesen und zu interpretieren?
regulierungen wie die lebensmittelampel sind ein anzeichen dafür, dass verbraucherschützer die „deutschen Bürger“ für zu dumm halten die kalorienangabe auf einer verpackung zu lesen? nur ist ja genau diese kalorienangabe auf der verpackung bereits ein ergebnis von regulierung und verbraucherschutz. hätten lebensmittelhersteller uneingeschränkte freiheit beim verpackungsdesign, würde es auch dem aufgeklärtesten bürger schwerfallen die gesundheitlichen auswirkungen einzuschätzen. ohne regulierung von lebensmittelverpackungen fänden sich mit grosser sicherheit weder kalorienanzahl noch inhaltsstoffe auf einer lebensmittelverpackung.
es geht nicht darum ob die „deutschen Bürger“ zu dumm sind, sondern darum, ob man täuschung, taschenspielertricks, übervorteilung oder betrug zulässt oder nicht. dass man lügen oder etikettenschwindel theoretisch aufdecken oder erkennen kann, heisst doch nicht, dass sie legitim oder hinzunehmen sind.
anders gesagt: ich bin für eine lebensmittelampel (und kalorienangaben und inhalsstoffauflistung) auf industriell hergestellten lebensmitteln, weil es dadurch schwerer wird mich zu täuschen. nicht weil ich dumm bin, sondern weil ich bequem und nachlässig bin. weil ich besseres zu tun habe, als mich zum ökotrophologen ausbilden zu lassen, nur um gesund einkaufen zu können.
christian scholz meint die angebliche „german angst“ führe zu regulierungswut. ich glaube „german angst“ ist regulierungsparanoia, die einer konstruktiven diskussion um sinnvolle regulierung im wege steht. „german angst“ ist es, am einen tag mitarbeiter des ordnungsamtes mit „heil hitler“ zu begrüssen und als blockwarte zu beschimpfen und am nächsten tag, wenn der nachbar auf dem balkon grillt, die polizei anzurufen.
blog.franziskript.de: (5) peter turi erklärt franziska bluhm die herkunft der bescheuerten turi2-umschreibung für „kein bock auf recherche“. /via stefan niggemeier sein chatprogramm
faz.net: Youtube-Star Teclebrhan: „Was labersch du?“ der artikel wird ein bisschen hoch aufgehängt, wenn in der einleitung behauptet wird, dass tedros teclebrhan mit seinem youtube-video der „deutschen Integrationspolitik den Spiegel“ vorhalte. trotzdem lesenswert was michael ohnewald über tedros teclebrhan sein leben schreibt.
What happened when the Indianapolis Museum of Art moved to a free-admission policy? Its paid membership increased by 3%. When the Minneapolis Institute of Arts did the same thing, paid membership increased by 33%.
das ist wie bei den kostenlosen zeitungen in cafés: der kostenlose zugang zu zeitungen oder zeitschriften bedeutet keinen finanziellen verlust für die verlage, sondern letztendlich einen gewinn an zahlenden lesern — wenn das blatt was taugt.
oder anders gesagt: wenn die verlage aufhören würden sich gegenüber ihren lesern wie arschlöcher zu verhalten, wird das mit den gewinnen vielleicht auch wieder was (wenn das blatt was taugt).
Wir haben so wenig Bedarf an blinder Zustimmung, wie unser Volk Bedarf hat an gespreizter Würde und hoheitsvoller Distanz. Wir suchen keine Bewunderer; wir brauchen Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten. Das Selbstbewußtsein dieser Regierung wird sich als Toleranz zu erkennen geben. Sie wird daher auch jene Solidarität zu schätzen wissen, die sich in Kritik äußert. Wir sind keine Erwählten; wir sind Gewählte.
Die Obdachlosen sind zu 70 Prozent Männer, die Drogenabhängigen zu 80 Prozent, von den Kindern mit Lernbehinderungen sind 70 Prozent Jungen. Wenn man solche Zahlen liest, wundert man sich, dass überhaupt genügend Männer für die Besetzung der Aufsichtsratsposten übrig bleiben. Wahrscheinlich gibt es einige Drogenabhängige und auch ein paar Lernbehinderte in den Aufsichtsräten.
notizen.steingrau.de: Was ist real? Was ist virtuell? markus breuer fragt sich, was real und was weniger real ist. und nachdem man seinen text gelesen hat, könnte nan pathetisch sagen, dass das was das herz berührt real ist. in der realität ist das aber viel komplizierter. real ist, was wir für real halten.
People don't copy because of a price tag somewhere else, entirely regardless of what that price tag says. People copy because they can, because it is associated with freedom and because it is in human nature to share.
was mich freut: dass die einnahmen konstant so um die 30 euro liegen, dass manche einzel-flattrs über einen euro wert sind und dass nach wie vor geflattrt wird, obwohl das thema auf der hypekurve doch sehr abgeflacht ist. und danke.
Als ich noch sehr unerfahren war, bin ich nicht auf Knien in die Amtszimmer reingerutscht oder habe die Sachbearbeiter mit ihren offiziellen Titeln (Hochwohlgeboren, Eure Eminenz, Eure Exzellenz, Eure Majestät, Eure Durchlaucht...) angesprochen. Ich habe zudem meistens die maximal zulässige Rückfrageanzahl von n=3 überschritten.
NewThinking und die Berliner Grünen verstossen gegen die Transparenzgebote, die sie selber bei anderen einfordern! Das ist lupenreines Astroturfing und kein Anfängerfehler.
Wozu der Journalist eines öffentlich-rechtlichen Senders während der Arbeitszeit auf einer Webseite für Pornovideos surfte - unklar.
warum meedia-autoren sich genauso bescheuert ausdrücken wie turi2-autoren — unklar. [nachtrag 12.08.2011] stefan niggemeier weist mich darauf hin, dass es in dem sr-bericht unter anderem darum ging, dass die adressen, die bei rewe gehackt wurden, teilweise porno-spam für genau die abgebildete pornoseite bekamen. der pornotab in dem abgebildeten browser war also keinesfalls privatvergnügen, sondern gegenstand, bzw. sollte gegenstand sein, die pornoseite wurde dann nämlich doch nicht im film gezeigt.
[nachtrag 15.08.2011] stefan niggemeier macht sich über die medienfuzzis lustig, die wie ein hysterischer hühnerhaufen „porno“ und „sauerei“ schrien und muss sich im gegenzug von einem medienfuzzi in den kommentaren als humorloser „nörgel-nigge“ bezeichnen lassen (warum nicht gleich nörgelmeier?).
auf zeit online habe ich einen text ablassen dürfen, den ich über das blackberry-playbook geschrieben habe. so richtig begeistern konnte mich das gerät nicht. was mich aber begeistert, sind die kommentare unter dem artikel. da wird apple-werbung gerochen, mangelnde objektivität, fehlende vergleiche mit android tablets von htc und samsung moniert (komischerweise wird aber nicht moniert, dass ich nichts über das wetab, HP touchpad oder windows7 gesagt habe), es wird geklagt, dass ich die von webOS geklaute gestensteuerung des playbooks nicht erwähnt hätte (was ich aber getan habe) und das ich keine ahnung hätte, was „symmetrischen Multi Processing“ sei, bzw. auf die werbesprüche von RIM hereingefallen sei, weil ich mich darüber lustig machte, dass RIM ebendieses „symmetrische Multi Processing“ und das „ein-Gigahertz-Dual-Core-Gedöns mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher“ mit einem drei jahre alten, relativ anspruchlosen spiel zu illustrieren sucht.
nächstes mal wähle ich für einen technik-test als autoren-pseudonym aneliese schmidt, mal sehen was dann in den kommentaren los ist.
Entscheidend ist, dass Infrastrukturplattformen wie Facebook oder Google+ faktisch längst den Charakter privater Unternehmensideen verlassen haben; sie werden mehr und mehr zu Strukturen, die für ein öffentliches Lebens notwendig sind.
Damit aber fällt ihr Erhalt, ihre Pflege wie auch ihre Fehlerbeseitigung und Klientenbetreuung zunehmend in den Bereich öffentlich-staatlicher Aufgaben.
Es mag für manchen vulgärmarxistisch klingen, wäre aber nur sachdienlich: Infrastrukturplattformen sollten unter eine Rechtssicherheit verbriefende öffentliche und kommunale Aufsicht gestellt werden (ähnlich wie Autobahnen, Stromnetze, Wasserversorgung etc.pp.).
Und ich bin sicher, dass dies bald ernsthaft diskutiert wird. Auch im Zuge der beginnenden Rekommunalisierung aller im neoliberalistischen Wahn privatisierten Versorgungsunternehmen.
Google und Facebook müssen ganz dringend aufhören, dem User gegenüber anonym aufzutreten. Facebook und Google als Internet-Staaten. Ob sich ihr Business-Modell noch rechnet, wenn sie "Ämter" einrichten, damit "Bürger" vorsprechen können?
ich so vor ner weile:
alle drei zitate zeigen: da steht ein pferd aufm flur ein elefant im raum über den wir mal reden und nachdenken müssen.
eigentlich sind es drei elefanten:
kann es sein, dass journalisten bei facebook und google die einzigen sind, die nachvollziehbare und verbindliche antworten bekommen und alle anderen sich in kafkaesquen situationen wiederfinden?
wie vertragen sich bürgerrechte und die AGBs grosser unternehmen? wie lässt sich rechtssicherheit für kommunikationsstrukturen wie google+, twitter oder facebook sicherstellen?
wieviel regulierung verträgt das internet, wieviel regulierung ist überhaupt möglich ohne die ebenfalls nötigen freiräume und marktkräfte zu zerstören?
[nachtrag 10.08.2011] interessante folgebeiträge, unter anderem von christoph kappes, der auf googleplus weitere fragen aufwirft, bzw. ein bisschen ordnet. auch auf googleplus ein beitrag von silvan rehberger, der dafür plädiert errungenschaften unserer „Rechtskultur“ wie fairness, anhörung der gegenseite und eine unschuldsvermutung auch beim umgang grosser unternehmen mit ihren kunden zu nutzen.
eins der probleme ist natürlich auch, dass unternehmen wie google, facebook oder twitter ihre benutzer gar nicht als kunden ansehen, sondern ihre werbekunden. dafür gibt es übrigens bei google auch plötzlich personelle resourcen. google bietet adsense-kunden an, mit einem berater einen kostenlosen telefon-termin auszumachen um über keyword- und kampagnen-optimierung zu sprechen. am telefon! mit einer echten person!
ich habe übrigens kürzlich mit der 1und1 hotline gesprochen. das grosse ärgerniss der 01805er-nummer ist ja schon seit ner weile verschwunden. j sei dank. ich hatte auch schnell jemandem am telefon, die mir erstaunlich kompetent helfen konnte. die dame war definitiv keine technikerin, aber offensichtlich hat 1und1 es geschafft die telefonisten mit schritt-für-schritt anleitungen am bildschirm durch jedes mögliche szenario zu manövrieren. bei meiner störungsmeldung wurde definitiv ein skript abgearbeitet, viele fragen las die dame ab — aber das gespräch war pragmatisch und effektiv und führte rasch zu einer lösung. auch wenn die versprochene benachrichtigung per SMS sobald die störung ausgeräumt sei ausblieb: die störung verschwand innerhalb von 2 stunden.
was ich fragen wollte: wie bekommen wir unternehmen wie google, facebook und twitter dazu uns als kunden anzusehen und entsprechend anständig zu behandeln, auch im krisenfall?
lawblog.de: Google siegt gegen Sick find ich gut. wir müssen mit den automatisch generierten snippets leben. das heisst aber auch, dass wir mit den snippets von minderwertig programmierten suchmaschinen wie yasni leben müssen. snippet ist snippet.
larsreineke.de: Der Fehler der Julia Schramm lars reineke: »Der Fehler, den Julia Schramm gemacht hat: Sie hat diesen Artikel geschrieben, wie ihn eine Politikwissenschaftlerin schreiben würde, nicht wie jemand, dem man gerne zuhört.«
das gilt im übrigen für viele, die sich der „spackeria“ zuordnen. die geschwurbelte ausdrucksweise, oder wie lars reineke es ausdrückt, das „Soziologengeseiher“ ist teilweise unerträglich. ja, ich meine auch dich, michael seemann.
ich liebe meine fritzbox. sie bringt mir das internet nach hause, sie leitet meine anrufe genau dahin, wo ich sie haben will, leitet die anrufe von callcentern auf den anrufbenatworter, ich kann weiterleitungen aus der ferne verstellen und auf das netzwerk zuhause zuhause zugreifen, auch wenn ich woanders bin. und auch wenn ich noch nicht so weit bin, die die klingelanlage der haustür auf ein telefon umzuleiten um am handy zu fragen wer klingelt, macht sie fast immer genau das was ich will und das auch noch zuverlässig, mit, wenns sein muss, 200 tagen uptime.
seit dem letzten firmwareupdate funktioniert der weckruf nicht mehr. seit einem oder zwei jahren klingelte montags um eine minute vor fünf zuverlässig das telefon neben meinem bett um mich zu wecken. jeden montag um 4:59 stand ich auf, putzte meine zähne, fuhr zum hauptbahnhof hamburg und dann nach berlin. seit vier wochen klingelte das telefon am montag morgen nicht mehr. ich habe alles versucht. die klingelsperre die uns vor spacken-anrufen in der nacht beschützt aufgehoben, statt des weckrufs 1 habe ich den weckruf 2 eingestellt, ich habe sie um 19 uhr getestet, alles funktionierte, nur der 4:59 uhr weckruf blieb aus.
aber seit 2 wochen habe ich der technik ein schnippchen geschlagen. ich wache monatgs von allein auf. mal um 4:51h, mal um 4:49h. zuverlässig. fuck you, technik.
boingboing.net: Interview: Yoko Ono das interview habe ich nicht gelesen. hübsch und bemerkenswert ist aber das format des artikels. einerseits taucht er ganz regulär und im volltext im feed-reader auf, wird auf de boinboing-startseite angeteasert, aber die eigentliche artikelseite ist komplett umgestaltet. keine werbung, kein boinboing-logo, keine navigation -- nur das interview, kommentare und ein grosses hintergrundbild, das sich der browsergrösse anpasst. toll. und obwohl ich das interview nicht gelesen habe, kann ich einen bemerkenswerten absatz zitieren, den ein kommentator freundlicherweise aus dem text gezogen hat:
Creativity is part of the growth of human beings, just like creativity is part of the growth of nature. And whenever something stops your growth, that's when you really have to fight. It's very important that we keep creating things.
Der Multikulturalismus ist eine Realität, keine Ideologie - eine Ideologie ist dagegen das Reden darüber, dass der Multikulturalismus eine Ideologie sei.
taz.de: Musikmarkt im Netz: Alles Populäre ist falsch demokratisierung ist irgendwie scheisse höre ich aus stefan goldmanns artikel raus. andererseits: was ist denn dann die alternative zur demokratisierung?
While very different movies, Rise of the Planet of the Apes and Project Nim both put us eyeball to eyeball with extraordinary chimps in a bid to teach us something about ourselves.
also wieder zwei meiner überzeugungen bestätigt: es sind die augen und wir gehen ins kino um über uns zu lernen.
saschalobo.com: Addendum zu „Der neue Terrorismus kommt aus dem Netz“ sascha rudert ein kitzekleines stückchen von seiner letzten kolumne zurück und sagt richtigerweise, dass er in seiner kolumne die eigentliche quinessenz nicht ausreichend betonte (ich zitiere unten die quintessenz aus einem anderen absatz als sascha eigentlich meinte):
Deshalb müssen sich die Verfechter des freien und offenen Netzes wappnen und ihre Argumentation nicht auf Brotmessern aufbauen.
ich weiss nicht warum, aber malte welding schreibt unglaublich gutes zeug in die berliner zeitung (via). wenn das so weitergeht, löst malte demnächst sascha lobo in den ganzen talkshows ab. er braucht dafür nur noch eine frisur. der text ist irre lang, aber ein paar zitate machen bestimmt appetit:
Wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft mit allem aufhört, was sie rücksichtslos, fordernd, laut und unappetitlich sein lässt, kann man bei den alten Römern studieren.Die hörten auf mit ihren Orgien, mit ihrer Sklavenhalterei, mit ihren Straßenstrichen und ihren Bordellen, in denen man sich vom Blutrausch der Arena erholen konnte, sie hörten auf, die größten Arschlöcher der damals bekannten Welt zu sein – und wurden Christen. Eine neue Welt erblühte, eine Welt der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, eine Welt der guten Werke, in der man den Armen die Füße wusch und in der Sklaven Päpste wurden, eine Welt, in der man ganz nah bei Gott war. Und weit davon entfernt, fließend Wasser zu haben.
[…]
Ja, seltsamerweise ging mit dem ganzen Schindluder, den die alten Römer getrieben hatten, auch die komplette Zivilisation den Bach runter. Die christlichen Glaubenskrieger waren zwar gut in Fundamentalismus, aber schlecht in Straßenbau, Architektur, Kunst, Schifffahrt, Hygiene, Geburtenkontrolle (na: da erst recht), sie konnten nicht dichten, nicht denken und eine Ars Amandi hat auch keiner von ihnen geschrieben. Sie hatten aufgehört. Mit allem. Die Christen waren im Grunde das, was man heute den Grünen vorwirft.
[…]
Der Mensch mag ein wenig Exzess, nur wenn er langsam ältlich wird und finanziell ausgesorgt hat, dann wird er wie Harald Schmidt und interessiert sich bloß noch für seine Verdauung.
das heisst also, standardmässig bekommt man bei opel alten scheiss?
[nachtrag 06.08.2011] zur info: das foto zeigt die untere linke ecke einer opel-werbung. die ganze „innovation ist optional erhältlich“-kampagne kann man sich in diesem PDF ansehen.
menschenrechte bedeuten für mich einerseits den schutz von schwachen und andererseits, die schwachen zu stärken. menschenrechte machen (im besten falle) schwache und rechtlose menschen zu starken und beschützten menschen.
ehrlichgesagt sind mir die logos zu sehr mit friedens- (nummern 1, 3 und 4) und handschlagssymbolik (nummer 6 und 8) durchtränkt. die verbindung von menschenrechten und liebe (nummer 9) ist ja vielleicht ganz hübsch, aber erschliesst sich mir nicht.
ich habe mir nicht alle 2500 einreichungen angesehen, aber die seiten zu blättern, bereitet einem ganz hübsche heiss-/kalt-designbäder. man kann sich auch die „top 300“ oder eine „expertenauswahl“ ansehen.
mir gefiel — glaube ich — dieses logo am besten. es drückt dieses schutzdings ganz gut aus, ist ziemlich abstrakt und nah genug am ausschaltknopf um einem einerseits bekannt vorzukommen und doch ein bisschen ungewohnt.
dieses logo ist glaube ich ausversehen in den wettbewerb reingerutscht. ursprünglich ist es für das ausdruckstanzstudio melanie ücker gestaltet worden.
an diesem entwurf gefällt mir, neben der etwas platten netz-@nlehnung, auch die schutzsymbolik des kreises. und: das logo ist stark und einfach genug um auch ohne die @tung zu funktionieren, wie man in diesem alternativenturf sieht.
beim ersten durchsehen mochte ich die minimalistische symbolik dieses entwurfs. ich bin mir allerdings nicht ganz sicher ob das gleichheitszeichen als symbol für menschenrechte funktioniert. und für was steht das plus nochmal? equality+? +1equality?
auch ein gleichheitszeichen als zentrales symbol, auch eine zeichenkombination die jeder mit seiner tastatur nachstellen kann, aber erstaunlicherweise gleichzeitig zu kompliziert und zu primitiv.
das wiederrum ist ein kunststück. aus einem paragrafen ein herz bauen. wer hätte gedacht, dass gesetze und liebe je zusammenfinden?
pushthebutton.de: Zeitungsstreik: Solidarität? Wieso, weshalb, warum? hardy prothmanns rant gegen festangestellte redakteure, die seiner meinung nach unsolidarisch gegenüber freien journalisten sind und jetzt aber ihrerseits solidarität für ihre streikanliegen fordern. irgendwo habe ich heute gelesen, dass journalisten statistisch eine beschissene lebenserwartung haben: »Chemiker, Künstler, Psychologen und Journalisten dagegen sind die kurzlebigsten Studierten.«
rrrick.tumblr.com: Does this look infected? sehr witzige bildunterschrift unter einem animierten gif von william shatner (captain kirk): »I’m not really a Battlestar Galactica fan, but this is pretty great«
spiegel.de: Studieren mit Tourette-Syndrom: Mit allen Tics chris tomas über olaf blumberg der am tourette syndrom leidet und sport und germanistik auf lehramt studiert: »Die Tics sind bei jedem Betroffenen unterschiedlich, längst nicht jeder ruft ständig "Fotze" oder "Arschloch", wie es bei Olaf vorkommt. Manche husten und blinzeln auch einfach nur häufiger.«