eigenartig in der vollen u-bahn neben einer nicht unattraktiven, grossen, blonden frau zu stehen, die in der zeitung die seite aufschlägt auf der man selbst, in nicht ganz vorteilhafter pose, abgebildet ist.
ok. ich gebe zu, es ist schon eigenartig, wenn drei mild adipöse blogger 5 euro eintritt für eine veranstaltung im nbi in der kulturbrauerei bezahlen um sich dann nach draussen, auf die terrasse zu setzen und dort nach und nach, von 9 bis 12 uhr insgesamt 12 bier trinken. dass diese bier jeweils mit 50 cent pfand belegt sind ist ja ok, wenn aber dann die spackige bedienung sich um 24 uhr weigert das pfand wieder herauszugeben, weil das bier seit 30 minuten ohne pfand ausgegeben wird, dann ist mir das ehrlichgesagt zu blöd mich mit einem blonden vollpfosten auf eine diskussion einzulassen, warum sie mir nicht „alles“ zurückgeben „kann“. da sie sich mit ihrer vorgesetzen absprach, gehe ich davon aus dass es nicht nur an der dummheit der bedienung lag, sondern dass das nbi ein veritabler saftladen ist.
erfreulich fand ich es hingegen, beim gehen von einem faz redakteur meine wäscheklammer auf die nase gesteckt bekommen zu haben und ausserdem frau passig vorgestellt geworden zu sein.
so. gerade angekommen, leicht feucht unter den achsel, blogge ich jetzt gleich auf dem wahlblogg.de vom spd-parteitag. aber erst mal emails lesen und blogstats angucken.
die taz schreibt über mich, ich sei „respektlos“. das stimmt natürlich nicht. sonst stimmt alles, ausser meiner url. [die taz redet davon, dass man mich auf meiner webseite „nach allen Seiten drehen“ könne. das geht übrigens hier.] [bild vom taz artikel bei frau frank und hier]
herr majica hat in der berliner zeitung auch über mich geschrieben. bei ihm stimmt ausnahmslos alles (sogar die url) ausser dass er „der“ blog schreibt. besonders gefällt mir, dass er mein substanzlosen parteitagsgeblogge ein „orthografisch mutiges Protokoll“ nennt.
neu beim parteitagsgeblogge ist eine quasi einladung nach nürnberg um von dort vom csu parteitag zu bloggen. wenn die mich (als „blogger“, nicht als „journalist“) akkreditieren, werde ich am freitag auch dorthin fahren und überprüfen ob es bei der csu, wie behauptet, auch cristsoziales wlan gibt.
auch wenn das wahlblog, bzw. nico mir zugesagt haben ein paar meiner spesen zu übernehmen, würde ich mich über (weitere) spenden freuen. bis jetzt ist das ganze mehr oder weniger ein privatvergnügen meinerseits. mit betonung auf vergnügen.
heute hat blogg.de/der haltungsturner ja eine pressemeldung veröffentlicht, in der ich um ein haar als „laienjournalist“ bezeichnet wurde. selbstverständlich erzeugte diese „PM“ ein riesiges echo: und zwar genau ein anruf von marin majica von der politik-redaktion der berliner zeitung.
er wollte mich interviewen, wir trafen uns um 18 uhr im starbucks am hackeschen markt. er kam fünf minuten zu spät, aber ich schleimbeutel lobte ihn für seine pünktlichkeit. ich wurde, parteitagsgestählt, gleich investigativ: „lesen sie blogs? welche?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kannte er, aber von jamba und spreeblick hatte er noch nix gehört. ich trug ihm mit meiner unverbesserlichen arroganz auf das zu googlen und drückte ihm den besten artikel über blogs (ever) in die hand, den ich zufällig (wirklich), ausgedruckt, dabei hatte. kurz darauf flickerte ich ihn noch.
natürlich ging es ums wahlblog und mein parteitagsbloggen, aber auch ums bloggen allgemein. auf seine frage warum ich blogge hatte ich keine gute antwort parat, aber ich erzählte ihm wahrheitsgemäss, dass das blogdings keine konkurenz zum journalismus sei, sondern, frei nach sixtus, etwas ganz anderes, eine art kommunikationsraum. auch wiederholte ich das kurz vorher gesagte, dass ich den klassischen medien nichteinmal ansatzweise konkurenz machen wolle — und auch überhaupt nicht könne. ein unterschied könne aber eventuell darin bestehen, dass ich das was ich auf den parteitagen bishersah, nicht so ernst nähme wie die etablierten und hoffe, eine leicht verschobene perspektive auf einen parteitag geben zu können. ich schwärmte ihm wie ein irrer vom blogdings vor, was ich gerne lese, wie sehr ich mario sixtus (und christof wolff) seine blogtour verehre und ausserdem die riesenmaschine. da! da war es, der funken sprang über. die kannte er. er kenne kathrin passig und holm friebe. puh, wenn er die göttliche passig und den genialen friebe kennt, kann der artikel ja eigentlich nicht scheisse werden.
überprüfen kann man das am mittwoch in der berliner zeitung.
keiner fragt sich das, ich auch nicht wirklich, trotzdem, anbei, eine antwort darauf. am samstag fuhr ich ins neuköllner estrel hotel, hörte und guckte mir an was man mir und der presse dort vormachte — und schrieb darüber was ich sah und hörte. am sonntag fuhr ich nach dortmund und machte dort das selbe. hören, sehen, drüber schreiben. dasselbe werde ich am mittwoch bei der spd und nächsten monat bei der fdp machen. dass der eine oder andere darüber enttäuscht sein mag, das was ich schreibe „substanzlos“ ist, juckt mich nicht. es stimmt nämlich. ich schreibe oberflächlich, ohne tiefere recherchere, ohne grosse vorbereitung und vor allem subjektiv und unausgewogen. vor allem schreibe ich ausschliesslich das auf was meine aufmerksamkeit oder mein interesse weckt.
sollte sich jemand für objektivere berichterstattung interessieren, die damen und herren von den etablierten medien machen das ganz hervorragend — und zwar aus allen möglichen blickwinkeln. das kann man dann morgens in verschiedensten geschmacksrichtungen am kiosk kaufen oder im fernsehen sehen.
was ich mache, ist das genaue gegenteil von professionell, aber es macht mir spass, sonst würde ich keine zeit und kein geld dafür investieren. die einzigen beide dinge auf die ich wert lege sind, dass ich nicht in peinliche jubelarien abgleite und die vorgedruckten phrasen wegblogge und dass ich nicht langweile. sollte ich das doch tun: basht mich, heftig.
heute früh geht eine pressemeldung (so, oder leicht modifiziert) raus (vom haltungsturner geschrieben), die das oben gesagte etwas formeller und für merkbefreite formuliert:
Erstmals Live-Blogging von den Parteitagen
Hamburg (ots) - Mit dem Blogger Felix Schwenzel (http://wirres.net) hat das Wahlblog (http://wahlblog.de) erstmals einen unabhängigen Blogger auf Parteitage geschickt. Dieses Wochenende berichtete Schwenzel unter dem Pseudonym "ix" von den Parteitag der Linkspartei (27.8.) und der CDU (28.8.). Es folgen am Mittwoch (31.8.) der Parteitag der SPD. Am 9.9.ist Schwenzel live beim FDP-Parteitag dabei.
Mit den Berichten im Wahlblog betritt die Plattform Neuland. Erstmals in Deutschland ist ein unabhängiger Blogger als Laienjounalist bei allen großen Parteitagen akkreditiert und schreibt live und subjektiv im Blog.
Felix Schwenzel (http://wirres.net) gehört zu den bekanntesten Bloggern in Deutschland und bloggt seit sechs Jahren. Sein Blog gehört zu den Top 10 der meistverlinkten Blogs und zu den Top 50 in der Besucherstatistik. Der Berliner Informationsarchitekt und Entwickler ist von Anfang an Co-Autor im Wahlblog.
Das Wahlblog (http://wahlblog.de) ist am 1. Juni von den langjährigen Bloggern Nico Lumma ("Lummaland", http://lumma.de), Nico Brünjes ("Webpropaganda", http://webpropaganda.de/) und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach ("Haltungsturnen", http://haltungsturnen.de) gegründet worden und hat zurzeit 20 Autoren aus allen politischen Richtungen. Die Technik stellt der Blogservice BLOGG.DE (http://blogg.de) zur Verfügung.
Was ist ein Weblog?
Ein Weblog oder "Blog" ist ein persönliches Online-Journal, das ähnlich einem Tagebuch chronologische Einträge aufweist und in der Regel frei zugänglich ist. Die Autoren der Weblogs werden "Blogger" genannt. In Deutschland gibt es ungefähr 70.000 aktive Weblogs.
Über BLOGG.DE
BLOGG.DE ist das deutsche Weblog-Portal und bietet seit 2003 zahlreiche Dienste rund um das Bloggen an. Unter anderem können Nutzer bei Blogg.de ein eigenes Weblog führen. Mit Blogstats.de (http://blogstats.de) hat BLOGG.DE die führende deutsche Suchmaschine für Weblogs geschaffen, die u.a. aktuelle Themen in Weblogs anschaulich aufbereitet und Verlinkungen darstellt.
es fing schon am hauptbahnhof an. vorwiegende kleidungsart war hemd, jacket und jeans. die junge union prägte die strassenbahn zur westfalenhalle mit ihrer auffassung von „leger“. den cdu-parteitag in dortmund genoss ich offline, schrob die beiträge im wahlblogg nach der veranstaltung in einem wlan-fähigen hotel und im zug. deshalb ist das zeug heute im wahlblogg nicht besonders live. auch nicht live on tape. einfach nur nachträglich.
was in so einer katze drin ist interessiert natürlich keinen. wohl aber offensichtlich die katze an sich als „content“. die papiernen medien und wir arrogant-blogger halten katzen-bilder ja für ein verachtenswertes phänomen des blogdings. stimmt aber gar nicht. zur zeit ist ganz berlin voll mit rosa und lila katzen(futter) werbung und wenn man genau hinguckt sind auch die proleten-magazine.
als ich kürzlich bei der sushi-happy-hour beim japaner an der ecke adalbert-/oraniienstrasse sass (sehr zu empfehlen übrigens, auch wenn die kein katzenfleisch zubereiten) und meinen 4 euro sushi teller im mich reindrückte, blätteret ich in den anerkannten proleten-fachmagazinen „bz“ und „freizeit revue“: alles voll mit katzen und anderen haustieren. wer ist bloss daruf gekommen das als blogphänomen zu bezeichnen?
dielinkspartei erweitert nun auch die deutsche sprache. bisher gab es nur tiefe, hohe, laute oder belegte stimmen, ab jetzt auch gibt es auch beratende stimmen:
ich sitze gerade im estrel in berlin-neukölln. nein, noch nicht an der hotelbar, sondern beim parteitag der linkspartei.pds. solange mein akkusaft reicht und mein wlan account, blogge ix im wahlblog.de was es dort so zu sehen gibt.
[nachtrag] es sind 9 beiträge geworden und ich frage mich ob ich das morgen aus dortmund, von der cdu auch so machen soll, oder alles in einen beitrag reinschreiben soll. die bilder habe ich geflickert und in dieses set gelegt.
morgen, wie gesagt, fahre ich nach dortmund und blogge von dort fürs wahlblog.de. heir nochmal dei beiträge von heute:
Ich wollt noch Tschüss sagen. War schön hier. Danke Herr ix für die Gastfreundlichkeit! Ich schätze, Sie und Ihre Leser werden die Herzchen vermissen... Ich gehe jetzt wieder auf die rosa Seite. Wer gerne las, was ich schrieb, der verlinke mich, auf dass ich so bekannt werde wie Herr ix, ins Fernsehen komme, Bücher veröffentliche und reich werde.
so, jetzt schreib ix hier wieder. demnächst. der frau nuf lass ich den zugang, vielleicht schreibt sie ja nochmal nen gasteintrag, falls sich jemand über ein katzenbild oder einen witzigen eintrag wundern sollte mal nen blick in die autoren-zeile werfen. ansonsten sind sämtliche beiträge von frau nuf in dieser kategorie zu finden.
Mail Person 2: Was ist daran neu? Wir Italiener haben alles erfunden. Das Auto, die Dampfmaschine, die Sprache überhaupt, das Feuer... die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Sogar die ersten Menschen im Weltall waren eigentlich Italiener! Man hat ihnen, damit sie nach der Mondbegehung ein paparazzifreies Leben führen können, andere Namen gegeben. Um genau zu sein, es waren keine Italiener, nein Sizilianer. Es wird Dich erstaunen, aber Jesus war ebenfalls Sizilianer, sowie alle Apostel Fischer und somit Sizilianer waren. Da die Sizilianer nichts mit den Stiefelitalienern zu tun haben wollten, haben sie schon sehr früh den Bagger erfunden, um die damals sizilianische Halbinsel vom Festland zu trennen. Glücklicherweise sind die Norditaliener nicht so klug wie die Süditaliener und es ist ihnen deswegen bis heute nicht gelungen eine Brücke nach Sizilien zu bauen.
Der erste Hubschrauber wurde von da Vinci, der selbstverständlich auch Sizilianer war, entwickelt. Du musst wissen, da Vinci war schwul, was Sizilianer nicht so gerne mögen. Da Vinci wurde folglich des Landes verwiesen (Um ihn unauffälig aus Sizilien zu entfernen, wurde die U-bahn erdacht). Darüber hinaus haben die Sizilianer erfunden : Wasser, Erde, Luft, Nudeln, Seefahrt, Sandbänke.
Mail Person 1: Schatz, was hattest Du zu Mittag?
Wie im Artikel davor bereits erläutert, sucht die Modeindustrie verzweifelt nach Wegen uns Frauen trotz der jahreszeitunabhängigen Kälte deutlich als Weibchen erkennbar zu machen. (Achtung Einsatz Quellpolizei!) Die modebewusste Französin sagt über deutsche Frauen, man könne sie lediglich an der Schrimfarbe erkennen. Schwarz für die Männchen, bunt für die Weibchen - ansonsten keine optisch unterscheidbaren Details. Ein weiterer Ausrutscher in den Modeempfehlungen war letztes Jahr der Moonboot:
Klassische Moonboots - der letzte Schrei!
Jetzt ist es tatsächlich so, dass die Disziplin zu Röckchen und Pumps bei minus 20 Grad lediglich bis zum 20. Lebensjahr reicht. Irgendwann hat man es einfach satt permanent zu frieren und trägt sogar Wollunterwäsche. Allen Frauen geht das so. Allen? Nein, nicht allen. Nordwestlich von Deutschland gibt es diese kleine Insel und dort haben die Frauen etwas gefunden, was sie gegen Minusgrade immun macht. Jedes Mal, wenn ich dort bin, ziehe ich respektvoll innerlich den Hut vor den Damen, die trotz des Eisregens in Miniröcken auf Stilettos durch die Gegend staksen. Kenn jemand das Geheimnis? Ich habe mal gelesen, dass sog. Wolfskinder temperaturunempfindlich sind. Dadurch dass sie in der Wildnis oder im Keller eingesperrt aufwachsen, entwickeln sich ihre Wärme- und Kälterezeptoren nicht ordnungsgemäß. Ist das das Geheimnis? Müssen wir unsere Töchter, damit sie, wenn durch die Klimaverschiebung in Deutschland zunehmend das Kontinentalklima vorherrscht, noch verheiratet werden können, in der Tundra aussetzen, um sie 16 Jahre später wieder abzuholen? Oder gibt es Alternativen?
Der IKEA-Katalog. Auch dieses Jahr wieder eine Enttäuschung. Wenn ich nur daran denke, mit welchem Aufwand ich ihn mir "besorgt" habe! Ich lauerte traditionell tage- und nächtelang in unserem Treppenhaus, schupste eine Mitbewohnerin, die mir gleichtat, die Stufen herab, damit ich schneller am Postkasten bin und habe dem Postboten schon den ganzen Juli Bestechungsgelder zugesteckt und dann diese Enttäuschung! Es fehlt dem IKEA-Katalog jeder Esprit. Nicht ein Produkt, welches das kaufbereite Weibchen reizen würde. Nicht mal Bettwäsche. Nur dieser dreckshässliche Landhausstilscheiß. Wer will den so etwas? Und warum gibt es keine hellen Möbel mehr? Wer will Mahagoniimitat und Eiche rustikal? WEEEER??? Ich nehme an, die haben bei IKEA die Kompetenzdimension Kreativität und Risikobereitschaft komplett aus dem Anforderungsprofil der Designer gestrichen. Oder einer der Vorstandmitglieder hat seine straffbusige Affäre aus der Abteilung Design und neue Produkte zum Chefdesigner befördert obwohl die einen Bildungs- und Anreizhintergrund wie Victoria Hinterschinken hat. Ich spucke geistig aus vor so viel Einfallslosigkeit.
Ästhetikverstöße gibt es viele. Manche werden sogar Mode. So las ich gestern in einem Frauenmagazin, dass es diesen Herbst in ist, offene Sandalen mit Strümpfen zu tragen. Vermutlich ist dies ein Phänomen des verpatzten Sommers, in dem Frauen ihre hübschen Sandalen nicht zur Schau tragen konnten. Neben den vergänglichen Entgleisungen einer einzelnen Saison, gibt es dauerhafte Verstöße gegen jede Anschaulichkeit. Bei Männern fiel mir heute früh wieder das Kuriosum des Geldbeuteldellengesäßes unangenehm auf. Abgesehen von jedem Geschmacksempfinden empfiehlt es sich ohnehin nicht das Portemonnaie in der Gesäßtasche zu transportieren, da dies den gemeinen als solches Taschendieb geradezu einlädt. Ich will nicht leugnen, dass das Geldgeklautbekommen tatsächlich Privatsache ist. Das Scheiße-Aussehen hingegen nicht. Viele Männer haben Flachpopos und meinen deswegen an genau dieser Stelle Platz für Ledertäschchen zu haben. Doch ob Flachpopo oder nicht, das Einstecken des Geldbeutels in die hintere Hosentasche verursacht ein optisches Ungleichgewicht, welches ich nicht sehen möchte. Es macht mich nervös. In mir regt sich ein Impuls, ganz ähnlich dem, der mich überkommt, wenn ich Blisterfolien* sehe. Die will ich zerdrücken. Plop! Plop! So möchte ich das mit den geldbeutelgefüllten Hosentaschen auch machen. Durch die U-Bahnstation laufen und Männern auf die Hinterteile hauen und dabei den Kopf hin und herwerfen und dabei rufen: „Nein! Nein! Nein!“. Wenn die Beule nicht platzt, so hämmere ich immer heftiger auf den Po ein und werfe mich zu guter letzt zuckend auf den Boden. Weil das natürlich nicht geht, habe ich stets ein Bilderbuch dabei, das ich aufschlage und hineinstarre, wenn ich wieder einen dieser Frevler sehe und dabei mantraartig murmele: Nicht hinschauen, nicht hinschauen, nichthinschauen, nichhinschauen [...] .
*Blisterfolie ist das falsche Wort für das was ich meine, was aber schnöde „Luftpolsterfolie“ genannt wird.
Ich erzähle nun die erfundene Geschichte einer jungen Frau, nennen wir sie Sabine S., die in einem Büro arbeitet, in dem alle anderen Frauen (nicht namentlich genannt) weit über 50 sind. Sabine S. hat einen eigenen Haushalt. Da sie eine Putzfrau beschäftigt, ist dieser meistens in einem hygienischen Zustand. Dennoch sieht ihre Wohnung nie dauerhaft aus, als sei sie fotografierbereit für "schöner wohnen". Kleidung liegt herum, es wird nicht täglich gespült und manchmal türmt sich im Flur das Altpapier. Sabine S. wundert sich, wie Frauen der Generation ihrer Mutter es schaffen, ihre Wohnungen immer in topform zu halten. Wenn sie sich an die Wohnung der eigenen Mutter erinnert, kommt ihr nie ein Bild von Unaufgeräumtheit in den Sinn. Menschen, wie Sabine S. Bürokolleginnen ticken ähnlich. Sie bügeln sogar Handtücher, Socken und Unterwäsche. Sabine S. hat aus diesem sozialen Druck heraus auch schon mal versucht ihre Tangas zu bügeln. Die Tangas sahen danach aus wie davor, nur die Hände von Sabine S., die waren an verschiedenen Stellen verbrannt. Sabine S. ist ein nachdenklicher Mensch und so fragt sie sich, wenn sie im Büro die sanitären Anlagen benutzt, wie es sein kann, dass sie dort immer wieder sogenannte "Bremsspuren" entdeckt. Sabine S. ist entsetzt. In der Abteilung gibt es keinen Kundenbesuch, SIE hinterlässt diese Spuren nicht. Wer dann? Die junge Frau hat die Hypothese das Frauen über 50, die 80% ihrer Freizeit mit waschen, kochen und bügeln verbringen, ihre Dusche nach jedem Gebrauch abledern, alle zwei Tage staubsaugen, Lichtschalter polieren und Steckdosen reinigen, während ihrer Arbeitszeit all ihren zwanghaften Sauberkeitswahn loslassen und einfach mal gediegen in die Porzellanschüsseln kacken - alles raus lassen sozusagen - sich dann nicht umdrehen und befriedigt an ihren Computer zurückkehren.
Angie, Angie Wann werden all diese Wolken verschwinden? Angie, Angie Wohin werden wir von hier aus geleitet werden? (Frage ich mich auch!)
Ohne Liebe in unseren Seelen und ohne Geld in unseren Mänteln Oh, du kannst nicht sagen, wir wären zufrieden... (Kannste auch nich, mit dem bösen Hartz IV und wo früher bei Helmut alles besser war!)
Angie, Angie Oh, du kannst nicht sagen, wir hätten es nie versucht Oh, Angie. Du bist wunderschön,ja... (Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters)
aber ist es nicht Zeit, dass wir uns jetzt verabschieden? (Isses in jedem Fall, also schüss Angie)
All diese Träume, die wir so nahe bei uns hielten, scheinen sich in Rauch aufgelöst zu haben (Blühende Landschaften, keine Steuererhöhung für die Wiedervereinigung, etc. pp.)
[...] Oh Angie, weinst du? Deine Küsse schmecken immer noch süß... Ich hasse diese Trauer in deinen Augen... aber Angie, Angie ist es nicht Zeit, uns verabschieden?...Ja... (Doch, doooch! Tut weh, muss aber sein, echt ma)
[...] Es gibt keine Frau, die an dich heran kommt. (Gerhard würde sagen: und das ist auch gut so)
[...] Angie, Angie Wäre es nicht schön zu leben? Angie, Angie Sie können nicht behaupten, wir hätten es nicht versucht...
Den Marketingheini von Angela würde ich feuern. Aber hey, vielleicht hat sie einfach nur Humor?
Liebe weibliche Leserinnen, ich garantiere Ihnen, dass Sie sich nach Lektüre dieses Beitrags nie mehr arglos nach dem Duschen trocken rubbeln können:
Als ich heute morgen aus der Dusche stieg und mich abtrocknete, entdeckte ich an meinem Bauch zwei ausgerissene Spinnenbeine. Verwundert schaute ich an meinem Körper herab und fand ein drittes an meinem Knie kleben. Darauf hin kam mir der geniale Einfall mal das Handtuch zu inspizieren. Da war sie, die zerriebene Spinne, die in meinem Handtuch nächtigte und ihr jähes Ende erlebte als ich mich entschloss, sie an meinem nackten Körper tot zu quetschen.
Als ich heute Nacht zum wiederholten Male um 3.00 Uhr aufwachte, meine Wohnung aufgeräumt, meine Steuererklärung 2004 fertig gestellt und einen weiteren teuflischen Plan zum Ergattern einer 4-Zimmer-Wohung geschmiedet hatte, fiel mir in den folgenden schlaflosen Stunden auf, dass ich mehr Sport treiben sollte. Allerdings haben sich alle Versuche, egal wie enthusiastisch sie starteten, nach einiger Zeit als langweilig erwiesen. Da fiel mir ein, dass ein Kuss den Körper so anregt, wie 100 Meter joggen. Er bringt das Herz auf 150 Schläge pro Minute und lässt den Blutdruck auf 170 steigen. Es ist also nur logisch mehr zu küssen, statt würdelos schwitzend durch Parks zu rennen. In meinem Leben putze ich 2.737 Stunden Zähne, bügle 1.300 Stunden und koche sogar 750 Stunden Kaffee – verbringe aber nur 730 Stunden mit Küssen. Die absolute Küsshäufigkeit korreliert sogar negativ mit dem Vorhandensein einer festen Beziehung. Mehr Küssen alleine stellt natürlich keine befriedigende Lösung dar. Wichtig ist es, den Anteil des qualitativ hochwertigen Küssens im Verlaufe eines Lebens sukzessive zu erhöhen. Die meisten beherrschen das angenehme Küssen mit zunehmendem Alter immer besser (wieder ein toller Vorteil des Alters). Das Exemplar grauenerweckender Küsser scheint mir in der Bevölkerung ohnehin relativ selten vorzukommen. Von meinen Erfahrungen als Teenager abgesehen, musste ich 28 werden, bis ich einen Herren küsste, der so unfassbar schlecht küsste, dass ich es Mal um Mal nicht glauben konnte. Er spitzte bei jedem Kuss seine Lippen wie ein Vögelchen und gab mir kleine Schmatzerchen, die sich anfühlten wie zusammengeknüllte Alufolie. Wenn er seine Zunge einsetzte, legte er sie mir wie ein totes Tier in den Mund. Das erinnerte mich an eine weitere Weisheit meiner sehr viel jüngeren Schwester: Zungenküsse bereiten das gleiche Gefühl wie Nacktschnecken ablecken. Glücklicherweise habe ich nun schon seit längerem einen sehr angenehmen, ja geradezu profihaften Küsser an der sprichwörtlichen Hand. Wenn ich aber an alle Fehlversuche der Jugendzeit zurückdenke, so kommt mir vor allem eine Art von Mangelküsser in Erinnerung. Der sogenannte "Propellerküsser". Das sind Menschen, die von sich selbst glauben besonders aufregend und gekonnt zu küssen. Leider ist dies ein Irrtum, denn das einzige was sie tun, ist ihre Zunge versteifen um dann propellerimitierend im fremden Mundraum rumzurühren. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an diese Küsse denke. Pfui!