in den letzten monaten erwische ich mich immer wieder dabei wie ich mir stundenlang reparatur- und restaurierungsvideos ansehe. vor allem beobachte ich, wie sehr mich das befriedigt. das ist nicht neu, vor zehn monaten hab ich das schonmal angemerkt.
aber heute frage ich mich, ob diese befriedigung nicht auch einen politischen aspekt hat. in einer welt der entropie, in der nicht immer alles zusammenpasst oder so funktioniert, wie man sich es vorstellt oder wünscht, kann reparatur, heilung, auf hochglanz bringen eine kathartische wirkung haben.
zu sehen, dass man kaputtes, zerstörtes, hoffnungslos verschmutztes auch wieder schön und funktionsfähig machen kann zeigt, dass verfall nicht zwangsläufig ist, dass es besser werden kann, dass wir etwas ausrichten können, dass veränderung möglich ist.
vielleicht ist schreiben, ins internet schreiben, kreative werke schaffen und reparieren auch genau deshalb so ein tiefes bedürfnis von uns allen. ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass malen in meienr kindergartenzeit eine beinahe magische und tief befriedigende wirkung hatte. etwas einfangen und festhalten und gleichzeitig gestalten. an diesem blog rumschrauben und da rein zu schreiben und zu posten ist auch ein aufstand gegen die entropie, den verfall, das vergessen.
und auch hier fällt mir wiedersisyphos ein. reparieren, festhalten, kreieren ist der felsbroken von sisyphos. jede reparatur geht irgendwann wieder kaputt, nach der spülmaschinen-reparatur ist vor der spülmaschinen-reparatur. aber, man muss sich den reparierenden als glücklichen menschen vorstellen. das wahre schlaraffenland ist nicht der ort wo einem die gebratenen tauben in den mund oder die hand fliegen, sondern der ort und die zeit an dem man sich tauben braten kann — und es dann auch tut — für sich oder andere.
in genau diesem zusammenhang fiel mir heute auf, dass bilder von fein säuberlich geordneten sachen (things neatly organized) die gleiche wirkung haben können wie reparaturen. aber vor allem fiel mir auf, dass thingsorganizedneatly.tumblr.com irgendwann aus meinem RSS-reader gefallen sein müssen. war es aber gar nicht, es gibt nur offensichtlich nicht mehr so viele fein säuberlich geordneten sachen.
klaas heufer-umlauf ist ein ziemlich guter schauspieler. und das video ist durchgehend witzig, obwohl der witz nach 3 minuten eigentlich durch ist.
die aktuelle videoreihe von tom scott gefällt mir gut. er reist durch england, besucht interessante orte und schneidet daraus ein video. hier: das einzig verbliebene gemauerte zirkuszelt mit dem extra eines pools in der manege.
die schnitte und illustrationen in diesem video nerven, aber für mein architektenherz gab es hier viel futter. das video hat dami lee sehr geschickt mehr oder weniger um dieses wilian gibson zitat gebaut:
Cyberspace is a consensual hallucination.
I love all of these little people. The Warsaw one reminds me somewhat of Rocky from Project Hail Mary. Some of the ones from smaller places have more personality, but I feel like the New York and Boston ones are my favorites aesthetically. Weirdly, the iconic German Ampelmännchen isn’t among the crowd here.
im wikipedia-artikel sieht man, dass der designer des ost-ampelmännchens (karl peglau) auch einen (auto) ampel-entwurf gemacht hat, der sich aber offensichtlich nicht durchsetzte.
interessant. ein hashtag-aggregator den man per webmention anpingt und der dann die mentions listet. finde ich gut, muss mal drüber nachdenken ob und wie ich das integriere.
das ist wirklich toll. sand unter dem mikroskop. besser als schneeflocken. auch schön das via: auf culdesac.site kann man sich zu zufälligen seiten schicken lassen. ich habs erstmal bei einer gelassen, weil ich auf magnifiedsand.com dann so lange festhing.
thomas weist auf die zdf-mediathek hin, um dort die inside CDU-doku zu sehen. guck ich aber nicht. ich hab auch schon the office oder stromberg nicht ertragen. und andererseits denk ich auch immer: kann man alles peinlich finden und wie ein politiker fordern es besser zu machen. aber besser wäre vielleicht auch zu sagen: wie. oder zeigen wie.
Wer [beim Politikmachen] keine peinliche Figur macht, wenn ihm fortwährend ein Mikro vor die Nase gehalten wird, ist herzlich dazu eingeladen, den Job selbst zu übernehmen. So geht Demokratie. Vielleicht kann es das gegenwärtige Personal wirklich nicht. Das kommende Personal, so viel ist sicher, wird es nicht einmal wollen.
christoph hat sein 13 jahre altes tagebuch von einem 22 tage langen USA roadtrip in sein blog übertragen. ich habe das sehr gerne gelesen und die fotos sind grandios.
die beifahrerin brauchte heute comfort food, deshalb hab ich heute wieder frittiert und krautsalat gemacht.
beim morgenspaziergang mein handy vergessen, war trotzdem gut.
es ist sonntag abend und ich bin im gegenteil zu normalen sonntag abenden extrem gut gelaunt. obwohl morgen montag ist, habe ich noch 6 sonntage und einen samstag vor mir. urlaub ist toll.
ich sitze hier und denke nach was ich heute gemacht habe und mir fällt nichts ein. ok, sendung mit der maus geguckt, morgenspaziergang, mittagsschlaf, in der küche das silikon zwischen arbeitsplatte und kacheln erneuert. aber sonst? nix. toll. kann ich auch nix schreiben.
ich bin grosser fan staatlicher regulierung. die grossen krisen, die uns gegenüberstehen oder auf uns zukommen, lösen wir nicht allein durch individuelle umstellung unserer lebensweise. es ist lobenswert, das auto stehen zu lassen (am besten gleich beim autohändler, vor dem kauf) und das fahrrad zu benutzen. aber der ausbau von fahrradwegen, der umbau unserer städte zu menschenfreundlichen statt autofreundlichen lebensräumen ist eine politische und gesellschaftliche aufgabe. genau wie die umstellung der energieversorgung auf erneuerbare energiequellen, um unsere abhängigkeit von fossilen energiequellen und schurkenstaaten zu reduzieren, oder die reduzierung zum beispiel von verpackungsmüll. fast 60 jahre jute statt plastik haben den verpackungsmüll kaum reduziert, genauso wie schaufensterpolitische stunts wie der grüne punkt oder trittins pfandgedöns.
es gibt unmengen brennender fragen (im wahrsten sinn des wortes) und krisen, die wir politisch lösen müssen. das ist kompliziert und funktioniert nicht immer im ersten wurf, aber anders als mit staatlicher, gesellschaftlicher regulierung, also gesetzen und regeln für alle, kommen wir da nicht weiter.
andererseits gibt es regulierungen, die von anfang an zum scheitern verurteilt sind, also nachgewiesenermassen nicht funktionieren. das sind vor allem jugendschutzregeln und betäubungsmittelverbote. alles, was solche regulierungen bewirken, sind gewisse reibungsverluste bzw. leichte schwierigkeiten bei der beschaffung. wer trinken, kiffen oder rauchen will, egal wie alt er ist, egal wie legal, illegal oder teuer die beschaffung ist, findet wege. auch das social-media-verbot in australien wirkt so gut wie gar nicht:
Die bisherigen Daten zeigen, dass das australische Social-Media-Mindestalter die Nutzung durch Unter-16-Jährige bislang nur begrenzt reduziert hat und die Altersbeschränkungen in großem Umfang umgangen werden.
natürlich bin ich der meinung, dass wir staatliche regulierung von social media und tech-plattformen brauchen, aber eben für alle. dark patterns, suchtfördernde designmuster oder moderationsdefizite auf öffentlich zugänglichen plattformen müssen genau wie schädliche substanzen oder gesundheitsgefährdende produkte reguliert oder mit regulatorischen mitteln so verteuert werden, dass sie sich für die betreiber weniger lohnen.
aber das mit dem jugendschutz allein durch verbote können wir uns abschminken. oder weniger polemisch formuliert: regulierung sollte nicht bei den nutzenden ansetzen, sondern bei den angeboten und anbietern. und die beste jugendschutzgrundlage ist immer noch, jugendliche dabei zu unterstützen, stark, autonom und selbstständig werden zu können. nicht vornehmlich die jugend vor potenziellen gefahren und risiken schützen, sondern ihnen das rüstzeug an die hand geben, um mit den risiken umzugehen oder sie zu vermeiden.
ich habe grosses vertrauen in die jugend. nicht weil ich zu einem milden onkel geworden bin, sondern weil ich selbst mal jugendlicher war und mich daran erinnere, dass ich meinen eltern dankbar bin, dass sie mich dumme fehler haben machen lassen und ich mir selbst aussuchen konnte, welche risiken ich eingehen wollte. ich hatte zum beispiel keine zeit, zu der ich am wochenende spätestens zu hause sein musste, solange ich montagmorgens in einem akzeptablen zustand zur schule ging.
regulierung, die verantwortung von der gesellschaft auf den einzelnen verschiebt und das dann jugendschutz nennt, nervt mich. genauso wie leute, die jungen menschen kein vertrauen schenken und unter dem deckmantel des jugendschutzes entscheidungen für sie treffen wollen. leute, die jugendliche für narzisstisch, fast-food-, nikotin-, spiel-, porno-, gadget-, aufmerksamkeits- oder konformitätssüchtig halten, haben mich schon als jugendlicher genervt. und sie nerven mich immer noch. insbesondere wenn ich ausgerechnet auf netzpolitik kolumnen wie diese von ihnen lesen muss.
Statt die eigene Persönlichkeit auszudrücken, etikettieren Nutzer:innen alles, was sie tun und was sie sind, mit einem der zahllosen Labels, die über ihre Bildschirme fliegen. Dabei passen sie sich allzu geschmeidig wöchentlich wechselnden Trends an. Sie schreiben über sich selbst, ohne etwas über sich auszusagen.
Social-Media-Trends bestimmen, was Menschen über sich selbst sagen, wie sie sich kleiden und welche Musik sie hören, nicht aber das eigene Interesse oder der eigene Geschmack. So verschwinden sie im Gleichstrom der Clean-Girl-Ästhetik oder in Cowboystiefeln und Miniröcken in irgendeiner Bar. Chic.
was für ein quatsch. diese kolumne hätte genauso gut vor 20, 30, 40 oder 60 jahren erscheinen können. dann hätte man statt von social-media-plattformen von massenmedien oder medienkonglomeraten geredet. oder statt tech-bros hätte man zeitungsbarone, rechtskonservative medienmogule, medien- oder studiobosse gesagt. die „gleichschaltung“ von geschmack, trends und moden wäre dann statt von „grossen techplattformen“ aus zeitungen, zeitschriften, film und fernsehen „diktiert“ worden. davor waren es weltliche und kirchenfürsten, die uns in die „konformität“ drängen wollten.
alles, was carla siepmann hier über trends, mode, konformität, individualität und darüber, wie „die jugend“ damit umgeht, schreibt, wird seit jahrhunderten genauso über „die jugend“ geschrieben. in der regel sind das allerdings alte, weisse männer, die der jugend fehlende stärke, schwache persönlichkeiten oder einen mangel an autonomie, willen und individualität vorwerfen.
jannis schakarian hält fest, was der psychologe peter gray über die „Diskussion um Social Media und mögliche Auswirkung auf Teenager und Kinder [die zum Großteil durch] den Bestseller „The Anxious Generation“ von Jonathan Haidt bestimmt [wurde]“ zu sagen hat.
Peter Gray sagt, dass sich der Anstieg von Anxiety und Suizidzahlen eher durch gestiegenem schulischen Druck in den USA erklären ließe. Insbesondere führt er an, dass seit den 1980er-Jahren die Selbstständigkeit von Kindern immer weiter eingeschränkt wurde und das fehlen von freiem, unstrukturiertem Spiel deren Resilienz schadet. Während früher Kinder unbeaufsichtigt miteinander spielten, ist das heute seltener geworden. Darin sind sich Haidt und Gray sogar einig.
der artikel ist schon neun tage alt, ich hab ihn aber erst jetzt in meinem feedreader gesehen.
Wie bereits erwähnt, ist das Oktoberfest die weltweit größte Freiluftswingerveranstaltung.
Auf einem meiner Flüge von L.A. nach München saß eine Gruppe australischer Passagiere im geschätzten Alter zwischen 18 und 25. Sie wollten auf’s Oktoberfest. Mitte Oktober. Als ich sie darauf hinwies, dass das Oktoberfest immer im September stattfindet und bereits beendet sei, war die Stimmung im Keller. Möglicherweise ist die Namensgebung absichtlich widersprüchlich, um nach den Briten wenigstens die Australier fernzuhalten.
was frau klugscheisser hier über das oktoberfest schreibt, erinnert mich an die rheinische tradition des karnevals. ich bin im rheinland aufgewachsen und habe das ungefähr 20 jahre miterlebt und beobachtet. im unterschied zum oktoberfest, hat karneval auch einen politischen hintergrund, von dem man in der neuzeitlichen ausprägung zwar nicht mehr allzu viel mitbekommt. die idee, im schutz von verkleidung und humor die obrigkeit zu verspotten und gesellschaftliche zustände zu kritisieren, ist aber hier und da noch sichtbar.
praktisch dient der karneval, wie das oktoberfest, aber vor allem als ausrede, sich masslos zu besaufen, sich gehen zu lassen und gewisse gesellschaftliche konventionen für eine weile auszusetzen. als jugendlicher im rheinland fand ich das gut und habe die gelegenheit gerne genutzt. ich habe erfahrungen sammeln können, zu denen ich im normalen leben keine gelegenheit hatte, wie zum beispiel einen faustschlag ins gesicht zu bekommen und die gelegenheit auf einer abendveranstaltung zu knutschen.
bis zu meinem achtzehnten lebensjahr fand ich karneval gut. ich habe die tagelange veranstaltung rationalisiert und mir gedacht, dass es gut sei, wenn menschen einmal pro jahr narrenfreiheit bekommen und diese zeit als ablassventil nutzen können und für eine gewisse zeit ihre sorgen, zwänge und hemmungen vergessen könnten. dann fuhr ich mit 17 jahren für ein jahr als austauschschüler nach amerika. dort bildete ich mir kurz ein, den karneval zu vermissen, aber als ich als achtzehnjähriger zurückkam, war ich dem karnevalstreiben völlig entfremdet.
in meiner nach-austauschschüler-zeit fand ich karneval nur noch störend, laut, übergriffig und albern. jedes jahr zur karnevalszeit flüchtete ich aus dem rheinland. das ist auch einer der unterschiede zum oktoberfest, das oktoberfest, die theresienwiese, kann man vielleicht umfahren, auch wenn die auswirkungen in der ganzen stadt münchen spürbar sind, ist der eigentlich wahnsinn örtlich begrenzt. dem karneval entkommt man in rheinischen städten nicht. es wird überall gesoffen, frohsinn in die welt gerufen und krach gemacht. die ganze stadt steht im wahrsten sinne des wortes kopf, von donnerstag bis dienstag. um dem wahnsinn zu entkommen, muss man das rheinland verlassen.
ab heute 2 wochen urlaub. in meetings habe ich heute mehrfach auf die frage, was ich denn machen würde, gescherzt: von der urlaubsübergabe erholen. ich konnte zwar erstaunlich viele lose enden letzten beiden tagen verknoten, aber lange nicht alle. urlaubsübergaben sind wahrscheinlich auch der grund, warum ich so ungerne urlaub nehme. was ich sehr gerne mache, wenn ich am ende des jahres zuviel urlaubstage übrig habe, ist mir einige mittwoche freizunehmen und mir so jede woche ein zweites, kurzes wochenende zu bescheren. ein freier mittwoch strukturiert die woche auf eine sehr angenehme art.
seit meiner kindheit bin ich unfähig wochenenden wirklich zu geniessen, weil mir irgendwann auffiel, wie schnell so ein wochenende rum ist. eigentlich ist nur der samstag richtiges wochenende. am samstag kann ich mich noch ein bisschen freuen, weil ich weiss, am nächsten tag noch frei zu haben. am sonntag sehe ich den montag ständig am horizont winken. andererseits, und das mache ich erst seit ich über 50 bin, freue ich mich montags darüber, dass die woche bald wieder vorbei ist. weil im alter rennt die zeit nur so an einem vorbei. das illustriert dieser xkcd comic sehr schön, der erste den ich seit monaten auf anhieb verstanden habe.
konstantins hüfte erlaubt ihm skateboard zu fahren:
Bin erst ganz vorsichtig draufgestiegen und langsam losgefahren. Ging gut. Dann gedreht, mit der Hüfte Schwung gegeben. Ging richtig gut. Da nahm ich Fahrt auf.
Was ich nach wie vor nicht kann, und keinerleih Ambitionen dafür habe, ist das Tricks machen auf einem Skateboard. Aber was ich inzwischen ohne grössere Anstrengung beherrsche, ist das die-Strasse-entlang-Gleiten auf meinem kurzen Longboard, Shorty.
konstantin hat mit 44 angefangen skateboard zu fahren. ich so mit 12 oder 13. ausser zu fahren hab ich auch nie was gelernt und hatte keine ambitionen irgendwelche tricks zu lernen. im gegenteil. ich hielt das skateboard für das ideale fortbewegungsmittel. man kann es unter den arm klemmen, in den öffentlichen oder privaten nahverkehr mitnehmen, in geschäfte mitnehmen oder sich eben einfach drauf stellen und schneller als zu fuss vorankommen.
irgendwann bin ich so viel skateboard gefahren, dass sich meine achillessehne entzündet hat und ich ein paar wochen pausieren musste.
während des studiums in stuttgart bin ich überall mit dem skateboad hingefahren. da ich mich während des studiums schon ziemlich alt gefühlt habe und nicht mehr jugendlich schlank war, dachte ich mir, dass ich mein skateboard-fahren ironisch brechen müsste und trug beim skaten ausschliesslich anzug und passende lederschuhe. vor 22 jahren hab ich da mal was zu geschrieben:
dass skateboardfahren viel anstrengender, lauter, und zum teil auch unpraktischer [als fahrrad fahren] war nahm ich in kauf. […] ausser fahren und bremsen kann ich mit dem skateboard nicht viel, vor allem kann ich keine treppengeländer runterfahren oder in der halben pfeife fahren.
ix vor > 22 jahren im anzug auf einem skateboard
jason kottke liest gerade ein buch über den geruchssinn. abgesehen davon dass ich es sehr gerne mag, wenn jason kottke mal mehr als kurze kommentare unter links oder video postet, ist das eine gute erinnerung daran, sich nochmal intensiver mit gerüchen auseinander zu setzen.
Smell is the most direct of all our senses. When I hold a violet to my nose and inhale, odor molecules float back into the nasal cavity behind the bridge of the nose, where they are absorbed by the mucosa containing receptor cells bearing microscopic hairs called cilia. Five million of these cells fire impulses to the brain’s olfactory bulb or smell center. Such cells are unique to the nose. If you destroy a neuron in the brain, it’s finished forever; it won’t regrow. If you damage neurons in your eyes or ears, both organs will be irreparably damaged. But the neurons in the nose are replaced about every thirty days and, unlike any other neurons in the body, they stick right out and wave in the air current like anemones on a coral reef.
nochmal zur erinnerung: wir haben 5-6 millionen dieser zellen, hunde 200–300 millionen. meine vermutung ist ja, dass so wie wir in bildern denken, hunde in gerüchen denken. so wie wir uns geschichten erzählen um innere bilder zu konstruieren, konstrueiren sich hunde ihr weltbild aus gerüchen, denken in geruchskategorien — und: kein wunder das hunde so emotional sind.
These whistleblowers aren't really surprising anybody with the revelation that our biggest tech companies are wildly unethical, don't develop their products responsibly, and utterly loathe transparency. The fact that they're just now apparently realizing this raises more than a few questions.
mir fiel auf, dass ich matt groening noch nie gesehen habe, also schaute ich mir diese folge von conan o’brian needs a friend mit matt groening an. matt groening ist ein bescheidener, sympathischer typ der wie home simpson aussieht aber sehr viel intelligenter als homer ist. ausserdem gelernt, dass man matt groening nicht deutsch mit ö (gröning) ausspricht, sondern wie greyning.
matt groening inspiriert conan o’brien dazu selbt die ganze zeit über seine zeit als autor bei den simpsons zu erzählen, während matt groening gelegentlich kleine ergänzungen hinzufügt. sehr interessant und unterhaltsam fand ich das und conan o’brien schafft es fast die ganze sendung über seinen sarkastischen humor zu zügeln — ganz offensichtlich ist er sehr bewegt von matt groenings anwesenheit und weist mehrfach daraif hin wie dankbar er für seine zeit bei den simpsons war.
zwischendurch reden die beiden über einen der simpsons-autoren mit dem namen john swartzwelder, der mittlerweiel detektivgeschichten schreibt, die beide sehr witzig finden.
die leseprobe von The Time Machine Did It auf amazon.de hat mich dazu gebracht das gleich zu kaufen und auf meinen virtuellen stapel von ungelesenen büchern ganz oben zu legen.
wie immer sehr witzig, auch wenn (oder gerade weil) jemand mit den gefühlen vom nuf spielen wollte.
Was ich eigentlich schreiben wollte: ich bin schon etwas deprimiert weder Agentur noch Vertrag zu haben. Mein Diva-Ego ist angekratzt und genau in dieser Verfassung erhielt ich nachfolgende Mail: […] Ja und was soll ich sagen. Da war ich schon ein bisschen: Oha!
lukas heinser macht es einem wirklich einfach einen lesenwerten text von ihm anzuteasern. einfach den ersten absatz zitieren sollte reichen den ganzen text zu empfehlen, oder?
Keine Bronzeplakette, kein Podcast und keine Netflix-Doku künden davon, aber: Heute vor 25 Jahren sind wir – der Erdkunde-LK und weitere Leistungskurse des Theodor-Heuss-Gymnasiums Dinslaken – von unserer Stufenfahrt nach Berlin zurückgekommen.
… Leute wählen die AFD, nicht weil es Ihnen danach besser geht, sondern weil es anderen danach schlechter geht.”
Dies wiederum erinnert mich an eine Aussage, die ich Anfang des Jahres in einem Podcast hörte, sofort notierte und welche in die gleiche Kerbe schlägt.
And sometimes power can be, I can knock you down. And it’s much easier to knock somebody down than it is to build something.
Den eigenen Selbstwert virtuell zu steigern, indem man andere nach unten drückt, ist nicht nur ein sehr modernes Verhaltensmuster vieler, sondern auch etwas, was ich persönlich relativ früh im Leben selbst erlebt habe, und Freundschaft oder Sympathie im Allgemeinen hat sich für mich immer explizit mit dem Gegenteil definiert.
Ich kannte Menschen, die von Che Guevara verblendet waren, von Osho, dem Guru, sogar von Andreas Baader. Alles schlimm genug. Aber warum agieren Personen, die ihr Leben lang drei Mahlzeiten am Tag hatten, in Frieden und Sicherheit leben dürfen und durch die freien Medien und politischen Systeme des Westens sogar reich und berühmt wurden – ich denke an Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, Gerhard Schröder, Alice Schwarzer, Ulrike Guérot, Marine Le Pen und viele, viele andere –, nun objektiv in Putins Interesse? Putin, der sein Volk bestiehlt, täglich morden lässt – so gierig und so brutal. So grausam. Muss man sich mal vorstellen.
im wedding sind wir wirklich gut versorgt mit chinesischen restaurants. trotzdem gehen wir eher selten überhaupt essen, aber der letzte besuch im szechuan an der szeestrase war sehr inspirierend. nach dem wirklich guten essen dort, wollte ich alles was wir dort gegessen haben nachkochen. bin ich zwar noch nicht dazu gekommen, werd ich aber noch. und in reisnudeln mizu werden wir bestimmt auch bald mal gehen.
Die Zeit, die ich im Layover verbringe, wie der 24 – 48 stündige Aufenthalt am Zielort genannt wird, hat sehr wenig mit dem allgemein bekannten Reisen oder Geschäftsreisen zu tun. Natürlich kann ich im Gegensatz zu anderen Menschen mit beruflichem Auftrag über meine Zeit während des Aufenthalts frei verfügen, und für nicht wenige sind die Aufenthalte in fremden Städten eine Entlohnung, die die Strapazen erträglich machen. So bedeutet der Traumjob Fliegen in vielen Augen einen Vorzug: Reisen für schmales Geld.
xy ist punk hört sich immer so abgegriffen an, so selbstverherrlichend an. aber das passt hier schon, indieweb, bloggen, ins internet schreiben bedeutet eben punk in dem sinne, zu machen wonach es einem selbst ist und nicht wonach es anderen ist. und das ist in mehreren kurzen, knappen kapiteln gut beschrieben.
If I learn today that my neighbors have political views that my “side” considers unacceptable and unforgivable, should I be able to have dinner at their house, shovel their snow, or even greet them outside?
Should I be condemned for supporting or associating with them in non-political contexts?
Should I be condemned for not publicly condemning them myself?
While privilege and power dynamics play a complex and unavoidable role in this, I don’t want to associate with any community that would insist on either of those.
And I can’t help but feel that maybe we were better off before we knew everyone’s hot takes on everything.
in meinem #rp24 vortrag habe ich in völlig anderem zusammenhang gesagt, dass unwissenheit kein segen sein muss (nicht „ignorance is bliss“), sondern dass es darum geht gelassen zu bleiben. und in nochmal einen anderen zusammenhang hab ich gelesen, dass es manchmal besser sein kann andere nicht nach ihren einstellungen, sondern nach ihrem handeln zu beurteilen.
abgesehen davon mag ich es, wie marco arment seien fussnoten darstellt.
Der 29. August ist [mein] zweiter Geburtstag quasi, denn an diesem Tag wurde mir geschenkt, weiterzuleben. Und das, merke ich gerade, wird mich vermutlich noch lange beschäftigen. Meine Liebsten gewiss auch. Und auch, wenn ich selbst im Vorfeld keine Warnsignale meines Körpers wahrgenommen habe […], kann ich nur abschließend sagen: Achtet auf Euch.
ausserdem gefallen hat mir die dritte staffel silo die gestern zuende ging. das finale war super, hat viele geheimnisse gelüftet und gleich wieder 18 nachgefüllt. die aktuelle, noch laufende staffel reacher gefällt mir auch gut, aber eher im sinne einer sehr guten mittelguten fernsehserie. silo dagegen ist eine sehr gute sehr gute fernsehserie.
Merk dir das als den Titel deiner Autobiographie, schreibt mir Christian. Ich sprach den Satz gestern vor dem Hautpeingang des Friedhofs, als ich auf meine Mitfahrgelegenheit wartete.
meine autobiografie würde ich „döner zum frühstück“ nennen. ich glaube deftiges frühstück habe ich lieben gelernt, als ich zum ersten mal nachtschicht gearbeitet habe. das war in heinsberg, während eines ferienjobs in einer fabrik, in der drähte gezogen und veredelt wurden. dort wurden aus dicken drähten feines metallgewebe für den mantel von autoreifen hergestellt. die drähte liefen durch öfen und zum abkühlen durch bleibäder und wurden später mit messing galvanisiesrt. die arbeit war irre ungesund und anstrengend, aber seitdem liebe ich deftiges frühstück.
aber eigentlich wollte ich nur journal.le-bastion.de empfehlen und auf meiner primäre blogrolle hinzufügen.
und wo ich gerade dabei bin: fortlaufend habe ich an dem tag entdeckt, an dem es geschlossen wurde in favor of the english version furthermore.
das ist so ziemlich das minimalistischste blog das mir je untergekommen ist. so minimalistisch, dass noch nicht mal der rss feed discoverable ist, aber immerhin unter der standard-wordpress-adresse liegt. das journal besteht aus überschriften, text und einem zeitstempel. sonst nix. aber minimalsimus reicht natürlich nicht allein um meine neugier zu wecken. es sind die texte die ich sehr gerne lese. gefunden in konstantins blogrolle.
fast so minimalistisch wie journal.le-bastion.de, nachfolger von fortlaufend auf englisch, so angenehm zu lesen, dass ich es nicht in die englischsprachige blogroll einsortiere, sondern auf meine primäre blogrolle, in der sonst nur deutschsprachige blogs sind.
der softwareentwickler nikita prokopov war (2024) frustriert von webseiten mit kinoprogrammen und programmierte sich und allen menschen in deutschen städten schnell eine schlanke webseite mit allen kinos in deutschland und allen filem und allen spielzeiten. keine werbung, keine cookies, kein logo, kein firlefanz, nur das programm in filterbaren tabellen. hier das programm des city-kinos im wedding, für das ich noch einen gutschein habe, hier das programm des cinemaxx am potsdamer platz.
obwohl solche spontanen experimente ja oft bei schwindendem interesse der entwickler verwaisen, allekinos.de läuft auch nach 2 jahren noch.
auf oh no hab ich schon mal vor einem jahr hingewiesen. heute beim durchklicken meiner blogroll gesehen, dass die seite wohl aus meinem RSS-reader gefallen ist und wieder hinzugefügt. ich finde das sehr, sehr witzig.
mir ist aufgefallen, dass noch einige blogs die ich gerne lese in meinen blogrollen fehlen. meine blogrollen auffüllen oder umsortieren werde ich jetzt reglmässig machen weil ich sie mittlerweile selbst mit grossem vergnügen selbst nutze, derzeit vor allem in meinem reader, aber auch mittels eines neuen rivva-feature, dass gegebenenfalls bald öffentlich zugänglich ist.
was mir im reader auffiel. ich mag netzpolitik, aber die veröffentlichungsfrequenz von artikeln die ich nicht unbedingt sofort lesen möchte ist mir ein bisschen zu hoch. deshalb wandert netzpolitik von meinner „startpack-blogrolle“ in „auch in meinem feedreader“ — und damit aus dem reader.
ich führe künftig also drei blogrollen, eine (das „starterpack“) mit deutschsprachigen blogs die ich so gerne lese, dass ich sie gerne vor allem anderen in meinem feedreader lesen würde. dann eben jene blogs die ich auch in meinem feed reader habe und von denen ich fast alles lese, aber eben auch gelegentlich was überspringe oder auch später lesen kann. und dann die englischsprachigen blogs. da werde ich in zukunft vielleicht noch eine vierte blogrolle draus extrahieren, mit englischsprachigen blogs die ich für essenziell halte, wie daring fireball oder waxy.org oder this isn't happiness.
ole reissmann lese ich auch furchtbar gerne, auch wenn er sich thematisch derzeit fast ausschliesslich auf KI und journalismus konzentriert. ich finde dort gelegentlich echte perlen. → englischsprachige blogs
in der unterzeile steht unter anderem: „absichtsloses herumliegen“. das gefällt mir, aber auch das, was horax gelegentlich schreibt. → starterpack
das war lange zeit mein lieblingsblog von meinem lieblingsjournalisten. dann kam übermedien und stefan-niggemeier.de schlief ein. jetzt (2026) veröffentlich stefan dort wieder artikel, die er anderswo veröffentlicht hat. ich bin sicher, dasss stefan-niggemeier.de irgendwann wieder mein lieblingsblog wird. → auch in meinem feedreader
beim letzten follow-montag landete johannes kuhn noch in einer eigenen blogrolle und OPML-datei. die habe ich jetzt entfernt und johannes ins starterpack aufgenommen.
während frida und ich zwei wochen alleine zuhause waren, war die beifahrerin in hamburg und hat bei der pentiment sommerakademieeinen malerei-kurs geleitet. die dozenten der sommerakademie halten auch immer einen vortrag. das ist ihr vortrag, den sie nochmal eingesprochen hat.
er handelt von meinen vier letzten arbeitsgruppen und wie sie entstanden sind.
nachdem ich hier um die 20 deutschsprachige blogs maschinen- (und menschen-) lesbar veröffentlich habe, und hier englischsprachige, folgen hier weitere deutsche blogs die ich gerne lese. alles zusammen auf der /blogrolle.
nachdem ich hier um die 20 deutschsprachige blogs maschinen- (und menschen-) lesbar veröffentlich habe, folgen hier um die 20 englischsprachige blogs. in der blockrolle kann man auch beziehunge nach XFN definieren kann, konnte ich hier auch mehrfach beziehungen als muse („Someone who brings you inspiration“) definieren. das ist zwar grundsätzlich bei allen blogs die ich lese so, aber hier ist das noch ein bisschen stärker. ich glaube meine grossen vorbilder waren zwischenzeitlich immer wieder john gruber, jason kottke und aaron parecki.
ansonsten ist die blogrolle gespickt mit einigen apple spezifischen blogs, aber so bin ich nun mal.
[Wir haben] hier die Möglichkeit, ein richtig tolles Ökosystem zum Folgen, Entdecken und Vernetzen von Blogs aufzubauen. Wir müssen dafür nicht einmal ein neues Netzwerk starten. Das Netzwerk existiert bereits. Und darauf könnten so viele unterschiedliche Dienste aufsatteln.
[…] Ich baue als Nächstes ein Plätzchen, an dem Blogrolls als Ganzes oder in Teilen abonniert werden können. Wo man sehen kann, wer wen gerne liest. Wer von wem gerne gelesen wird. Und wo man sich von Blogroll zu Blogroll weiterhangeln kann.
also hab ich meinen programmierassistenten gefragt, ob wir das zusammen bauen können. die ausgabe des ersten prototyp ist hier zu sehen, der prototyp des kirby plugins den ich dafür nutze ist auf github.
die alte blogrolle auf der rückseite ist noch etwas umfangreicher, ich ergänze hier im laufe der zeit die einträge und bewege noch das eine oder andere teil falls nötig oder sinnvoll.
[nachtrag 18.08.2026] die blockrolle auf github habe ich umbenannt zu kirby blogroll block. den titel dieses beitrags habe ich auch umbenannt, von blockroll zu blogroll. das wortspiel war super, aber missverständlich. hier soll niemand geblockt werden, lediglich die technische basis sind (CMS) blöcke.
[nachtrag 19.08.2026] die aktuellen beiträge aus dieser blogrolle kann man in meinem „reader“ lesen.
Blogs sind ein wenig aus der Mode gekommen und damit auch die Lesungen, die noch vor zwanzig Jahren zahlreich in verschiedenen Städten stattgefunden haben. Aber es gibt sie noch, die Menschen, die seit über zwanzig Jahren ins Internet schreiben, weshalb es Zeit wird, dass die Bloggenden wieder live vorlesen und zwar in München.
retro find ich (in diesem fall) gut. die location hört sich sensationell an. im box-ring lesen. und vorlesen find ich auch gut und wo heutzutage ja angeblich neimand mehr selbst liest passt das ja auch wie die faust aufs auge. ich würde gerne hin, wenn münchen nicht so weit weg wäre.
frida hat einen empfindlichen darm. bei jeder futterumstellung kriegt sie dünnschiss — bis sich irgendwann ihre verdauung stabilisiert. es gibt auch viele gemüse und fleischsorten an die sie sich nicht gewöhnt. wegen fridas fragiler verdauung ist die qualität von fridas stuhlgang ein ständiges thema zwischen mir und der beifahrerin.
normale menschen würden nach dem morgenspaziergang berichten: „kacki war super“ (oder die konsistenz beschreiben, wenns nicht so super war). ich kann mir naürlich nicht verkneifen jeden tag den gleichen gag zu machen: „kacki war super! [kurze pause] das von frida auch!“
natürlich ist der eigentliche gag die wiederholung und die konsistenz der darbietung.
jedenfallls ist das kacki von frida seit monaten bombig gut. morgens kommen zuerst feste köttel raus (ich nenne sie „den pfropfen“) und danch weitere würste mit immer weicher werdender konsistenz. sie kackt sich sozusagen jeden morgen auf der bristol-stuhlformenskala1 von typ 1 bis typ 4.
My first thought upon reading this was, What a load of shit. Then I realized, well, yes, literally.
der load of shit sind äusserungen zu ernährung und stuhlgang von sean o’mara die in einem NYT-artikel zitiert werden.
At one point in our conversation he pulled up the Bristol Stool Chart, which ranges from Type 1 (“separate, hard pellets”) to Type 7 (“watery, no solid pieces”). O’Mara is consistently delivering Type 4 (“smooth, soft, like a snake”), with pointed ends, indicative of healthy rectal function, he told me. “When you start eating healthy, you don’t need toilet paper,” he claimed. “Animals in the wild have no residual stool on their anus.
seit ich meine ernährung auf zuckerfrei, viel gemüse, TK-obst, sehr wenig fleisch, viel öl, hülsenfrüchte, röstaromen und umami umgestellt habe, kann ich o'maras beobachtung teilweise bestätigen, muss ihr aber zugleich heftig widersprechen: die stuhlgänge einiger wildtiere in den rehbergen haben hundertprozentig spuren an deren anussen hinterlassen!
gleiches, aber anderes thema: ganz stimmt „kein zucker“ natürlich nicht. seit dem semaglutid ist mein appetit auf süsses meistens nonexistenz, bzw. lässt sich (absurderweise) mit ein paar gesalzenen nüssen wirksam stillen, sollte er mal kurz aufflammen. und der milchzucker in meiner morgenlatte meinem morgenkaffee mit milch ist natürlich auch zucker, ganauso wie der zucker in manchen asiatischen saucen die ich gelegentlich noch benutze. aber ich scheine mich vom zucker extrem entwöhnt zu haben, wie ich kürzlich merkte als das kind, das gerade zu besuch war, uns und seiner freundin ein paar macarons backte. natürlich musste ich einen probieren. er war sehr lecker, aber danach habe ich zum erstenmal seit monaten magenschmerzen bekommen.
unter den linden, zwichen ca. 1890 und 1900 (quelle)
an dem bild oben finde ich faszinierend, dass unter den linden wie in einem alten western aussieht. was ja auch nicht völlig abwegig ist, weil es die gleiche epoche ist, so um die vorletzte jahrhundertwende. und wenn man sich den google streetview aus der gleichen perspektive anschaut, fällt einerseits auf, dass die vermeintlich historischen strassenlaternen zumindest nicht die version aus den 1890ern imitieren und dass heute deutlich weniger pferdegespanne unterwegs sind als damals.
viktoriapark berlin zwischen ca. 1890 und 1900 (quelle)
dieses bild vom wasserfall im viktoriapark setze ich mir hier als reminder irgendwann ein foto aus der gleichen perspektive zu machen. obwohl dieses bild schon ziemlich nah dran kommt.
Wie erfüllend so Nichts sein kann Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine individuelle Angelegenheit) Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Saunabesuch – einfach ohne die Hitze
[Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Technologie gegenüber eigentlich neutral eingestellt sind. Es ist für sie zweitrangig, worum es sich bei einer neuen Technologie handelt oder wie sie funktioniert; entscheidend ist für sie, welche Auswirkungen ihre Einführung auf die Gemeinschaft hätte.“
I became less intrigued by Amish restrictions on technology than by the social world they sought to preserve and protect with those restrictions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, technology-agnostic. They do not care much about what a new technology is or how it works; they care about what its adoption would mean for the surrounding community.
lindsay ems buch über die amisch ist schon etwas älter (2022), auch wenn der artikel auf mitpress.mit neu ist. leider scheinen die inhalte des buchs bereits ein bisschen veraltet zu sein. so schreibt ems über den service pcfreemail, mit dem einige amish per fax emails schreiben und empfangen würden. den service gibts allerdings nicht mehr — nur noch auf archive.org.
aber darum gehts ja nicht, sondern eben darum, dass man sich fragen sollte/könnte, welche auswirkungen technologie auf die gemeinschaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man denke nur an die diskussionen um das social media verbit für jugendliche oder neil postmans buch von anno dazumal über die auswirkungen von fernsehen auf die gesellschaft. wobei wir als nicht amisch uns schon länger dazu entschieden haben, dass es ok ist, wenn technologie unsere gesellschaft verändert.
abgesehen davon, das ist ein schönes beispiel, dass religöse gebote durchaus auch etwas für unreligöse menschen bereithalten können. die drei C’s finde ich gut: danach streben ein vorbild zu sein, kritik annehmen und für eigene fehler einstehen.
One of my closest Amish contacts was Noah, a 57-year-old entrepreneur and self-described “technology buff.” Noah himself was a minister yet used a smartphone, email, and text messages, and even had a Facebook account. His usage was animated by the three C’s: conviction (modeling the right behavior), confession (asking others to hold you accountable), and contrition (being willing to own up to your mistakes). “Whether or not you use a technology is less important than how you use it,” he told me.
jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:
Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.
trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier beschreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.
„wir“ wundern uns ja immer über immigranten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“
wenn politiker hingegen verschärfungen des straf- oder zivilrechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. populismus funktioniert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mitgemeint sind, dass verschärfungen und freiheitseinschräkungen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wiederkehrenden forderungen scharf zu differenzieren von thomas fischer teilweise auch sehr anstrengend und gelegentlich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.
Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurzgeschichten gefunden. Habe mal durchgeblättert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Heranwachsens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bürgerlich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu gebrauchen.
Kurz kam mir auch wieder die Erinnerung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen vermeintlich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder geschlagen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Familienessen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Erklärungsbedarf, wir haben den Film dann nicht weitergesehen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funktionierte.
Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.
klaas heufer-umlauf ist ein ziemlich guter schauspieler. und das video ist durchgehend witzig, obwohl der witz nach 3 minuten eigentlich durch ist.