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was frau klug­sch­eis­ser hier über das ok­to­ber­fest schreibt, er­in­nert mich an die rhei­ni­sche tra­di­ti­on des kar­ne­vals. ich bin im rhein­land auf­ge­wach­sen und habe das un­ge­fähr 20 jah­re mit­er­lebt und be­ob­ach­tet. im un­ter­schied zum ok­to­ber­fest, hat kar­ne­val auch ei­nen po­li­ti­schen hin­ter­grund, von dem man in der neu­zeit­li­chen aus­prä­gung zwar nicht mehr all­zu viel mit­be­kommt. die idee, im schutz von ver­klei­dung und hu­mor die ob­rig­keit zu ver­spot­ten und ge­sell­schaft­li­che zu­stän­de zu kri­ti­sie­ren, ist aber hier und da noch sicht­bar.

prak­tisch dient der kar­ne­val, wie das ok­to­ber­fest, aber vor al­lem als aus­re­de, sich mass­los zu be­sau­fen, sich ge­hen zu las­sen und ge­wis­se ge­sell­schaft­li­che kon­ven­tio­nen für eine wei­le aus­zu­set­zen. als ju­gend­li­cher im rhein­land fand ich das gut und habe die ge­le­gen­heit ger­ne ge­nutzt. ich habe er­fah­run­gen sam­meln kön­nen, zu de­nen ich im nor­ma­len le­ben kei­ne ge­le­gen­heit hat­te, wie zum bei­spiel ei­nen faust­schlag ins ge­sicht zu be­kom­men und die ge­le­gen­heit auf ei­ner abend­ver­an­stal­tung zu knut­schen.

bis zu mei­nem acht­zehn­ten le­bens­jahr fand ich kar­ne­val gut. ich habe die ta­ge­lan­ge ver­an­stal­tung ra­tio­na­li­si­ert und mir ge­dacht, dass es gut sei, wenn men­schen ein­mal pro jahr nar­ren­frei­heit be­kom­men und die­se zeit als ab­lass­ven­til nut­zen kön­nen und für eine ge­wis­se zeit ihre sor­gen, zwän­ge und hem­mun­gen ver­ges­sen könn­ten. dann fuhr ich mit 17 jah­ren für ein jahr als aus­tausch­schü­ler nach ame­ri­ka. dort bil­de­te ich mir kurz ein, den kar­ne­val zu ver­mis­sen, aber als ich als acht­zehn­jäh­ri­ger zu­rück­kam, war ich dem kar­ne­vals­trei­ben völ­lig ent­frem­det.

in mei­ner nach-aus­tausch­schü­ler-zeit fand ich kar­ne­val nur noch stö­rend, laut, über­grif­fig und al­bern. je­des jahr zur kar­ne­vals­zeit flüch­te­te ich aus dem rhein­land. das ist auch ei­ner der un­ter­schie­de zum ok­to­ber­fest, das ok­to­ber­fest, die the­re­si­en­wie­se, kann man viel­leicht um­fah­ren, auch wenn die aus­wir­kun­gen in der gan­zen stadt mün­chen spür­bar sind, ist der ei­gent­lich wahn­sinn ört­lich be­grenzt. dem kar­ne­val ent­kommt man in rhei­ni­schen städ­ten nicht. es wird über­all ge­sof­fen, froh­sinn in die welt ge­ru­fen und krach ge­macht. die gan­ze stadt steht im wahrs­ten sin­ne des wor­tes kopf, von don­ners­tag bis diens­tag. um dem wahn­sinn zu ent­kom­men, muss man das rhein­land ver­las­sen. 


18.09.2026

felix schwenzel in notiert

ab heu­te 2 wo­chen ur­laub. in mee­tings habe ich heu­te mehr­fach auf die fra­ge, was ich denn ma­chen wür­de, ge­scherzt: von der ur­laubs­über­ga­be er­ho­len. ich konn­te zwar er­staun­lich vie­le lose en­den letz­ten bei­den ta­gen ver­kno­ten, aber lan­ge nicht alle. ur­laubs­über­ga­ben sind wahr­schein­lich auch der grund, war­um ich so un­ger­ne ur­laub neh­me. was ich sehr ger­ne ma­che, wenn ich am ende des jah­res zu­viel ur­laubs­ta­ge üb­rig habe, ist mir ei­ni­ge mitt­wo­che frei­zu­neh­men und mir so jede wo­che ein zwei­tes, kur­zes wo­chen­en­de zu be­sche­ren. ein frei­er mitt­woch struk­tu­riert die wo­che auf eine sehr an­ge­neh­me art.

seit mei­ner kind­heit bin ich un­fä­hig wo­chen­en­den wirk­lich zu ge­nies­sen, weil mir ir­gend­wann auf­fiel, wie schnell so ein wo­chen­en­de rum ist. ei­gent­lich ist nur der sams­tag rich­ti­ges wo­chen­en­de. am sams­tag kann ich mich noch ein biss­chen freu­en, weil ich weiss, am nächs­ten tag noch frei zu ha­ben. am sonn­tag sehe ich den mon­tag stän­dig am ho­ri­zont win­ken. an­de­rer­seits, und das ma­che ich erst seit ich über 50 bin, freue ich mich mon­tags dar­über, dass die wo­che bald wie­der vor­bei ist. weil im al­ter rennt die zeit nur so an ei­nem vor­bei. das il­lus­triert die­ser xkcd co­mic sehr schön, der ers­te den ich seit mo­na­ten auf an­hieb ver­stan­den habe.

foto vom möwensee im volkspark rehberge, im wasser reflektiert sich der wolkige himmel, der se ist dicht mit saftigen, grünen bäumen zugewachsen.
him­mel im mö­wen­see vor ein paar ta­gen

kon­stan­tins hüf­te er­laubt ihm skate­board zu fah­ren:

Bin erst ganz vor­sich­tig drauf­ge­stie­gen und lang­sam los­ge­fah­ren. Ging gut. Dann ge­dreht, mit der Hüf­te Schwung ge­ge­ben. Ging rich­tig gut. Da nahm ich Fahrt auf.

und hier schreibt er:

Was ich nach wie vor nicht kann, und kei­ner­leih Am­bi­tio­nen da­für habe, ist das Tricks ma­chen auf ei­nem Skate­board. Aber was ich in­zwi­schen ohne grös­se­re An­stren­gung be­herr­sche, ist das die-Stras­se-ent­lang-Glei­ten auf mei­nem kur­zen Long­board, Shor­ty.

kon­stan­tin hat mit 44 an­ge­fan­gen skate­board zu fah­ren. ich so mit 12 oder 13. aus­ser zu fah­ren hab ich auch nie was ge­lernt und hat­te kei­ne am­bi­tio­nen ir­gend­wel­che tricks zu ler­nen. im ge­gen­teil. ich hielt das skate­board für das idea­le fort­be­we­gungs­mit­tel. man kann es un­ter den arm klem­men, in den öf­fent­li­chen oder pri­va­ten nah­ver­kehr mit­neh­men, in ge­schäf­te mit­neh­men oder sich eben ein­fach drauf stel­len und schnel­ler als zu fuss vor­an­kom­men.

ir­gend­wann bin ich so viel skate­board ge­fah­ren, dass sich mei­ne achil­les­seh­ne ent­zün­det hat und ich ein paar wo­chen pau­sie­ren muss­te.

wäh­rend des stu­di­ums in stutt­gart bin ich über­all mit dem skate­boad hin­ge­fah­ren. da ich mich wäh­rend des stu­di­ums schon ziem­lich alt ge­fühlt habe und nicht mehr ju­gend­lich schlank war, dach­te ich mir, dass ich mein skate­board-fah­ren iro­nisch bre­chen müss­te und trug beim ska­ten aus­schliess­lich an­zug und pas­sen­de le­der­schu­he. vor 22 jah­ren hab ich da mal was zu ge­schrie­ben:

dass skate­board­fah­ren viel an­stren­gen­der, lau­ter, und zum teil auch un­prak­ti­scher [als fahr­rad fah­ren] war nahm ich in kauf. […] aus­ser fah­ren und brem­sen kann ich mit dem skate­board nicht viel, vor al­lem kann ich kei­ne trep­pen­ge­län­der run­ter­fah­ren oder in der hal­ben pfei­fe fah­ren.

videostill aus einem kurzen video in dem ich mit einem anzug und lederschuhen kurz auf einem skateboard rumtolle
ix vor > 22 jah­ren im an­zug auf ei­nem skate­board

ja­son kott­ke liest ge­ra­de ein buch über den ge­ruchs­sinn. ab­ge­se­hen da­von dass ich es sehr ger­ne mag, wenn ja­son kott­ke mal mehr als kur­ze kom­men­ta­re un­ter links oder vi­deo pos­tet, ist das eine gute er­in­ne­rung dar­an, sich noch­mal in­ten­si­ver mit ge­rü­chen aus­ein­an­der zu set­zen.

Smell is the most di­rect of all our sen­ses. When I hold a vio­let to my nose and inha­le, odor mole­cu­les float back into the na­sal ca­vi­ty be­hind the bridge of the nose, whe­re they are ab­sor­bed by the mu­co­sa con­tai­ning re­cep­tor cells bea­ring mi­cro­sco­pic hairs cal­led ci­lia. Five mil­li­on of the­se cells fire im­pul­ses to the brain’s ol­fac­to­ry bulb or smell cen­ter. Such cells are uni­que to the nose. If you de­s­troy a neu­ron in the brain, it’s fi­nis­hed fo­re­ver; it won’t re­grow. If you da­ma­ge neu­rons in your eyes or ears, both or­gans will be ir­repa­ra­b­ly da­ma­ged. But the neu­rons in the nose are re­pla­ced about every thir­ty days and, un­li­ke any other neu­rons in the body, they stick right out and wave in the air cur­rent like ane­mo­nes on a co­ral reef.

noch­mal zur er­in­ne­rung: wir ha­ben 5-6 mil­lio­nen die­ser zel­len, hun­de 200–300 mil­lio­nen. mei­ne ver­mu­tung ist ja, dass so wie wir in bil­dern den­ken, hun­de in ge­rü­chen den­ken. so wie wir uns ge­schich­ten er­zäh­len um in­ne­re bil­der zu kon­stru­ie­ren, kon­stru­ei­ren sich hun­de ihr welt­bild aus ge­rü­chen, den­ken in ge­ruchs­ka­te­go­rien — und: kein wun­der das hun­de so emo­tio­nal sind.


 

aus­ser­dem ge­le­sen:

These whist­le­b­lo­wers aren't really sur­pri­sing anybody with the re­ve­la­ti­on that our biggest tech companies are wildly unethical, don't develop their products re­spon­si­bly, and utterly loathe trans­pa­ren­cy. The fact that they're just now ap­par­ent­ly realizing this raises more than a few questions.

Amusingly, Sam Altman (a few months out from a feature story framing him as an abject sociopath) and Elon Musk (a white su­pre­macist fascist with a head full of con­spi­ra­cy theories and re­crea­tio­nal ketamine) leveraged all the fear to claim the tech industry needs to slow the rate of AI de­ve­lo­p­ment over safety concerns.

via pxlnv.com


mir fiel auf, dass ich matt groe­ning noch nie ge­se­hen habe, also schau­te ich mir die­se fol­ge von co­nan o’bri­an needs a fri­end mit matt groe­ning an. matt groe­ning ist ein be­sch­ei­de­ner, sym­pa­thi­scher typ der wie home simpson aus­sieht aber sehr viel in­tel­li­gen­ter als ho­mer ist. aus­ser­dem ge­lernt, dass man matt groe­ning nicht deutsch mit ö (grö­ning) aus­spricht, son­dern wie grey­ning.

matt groe­ning in­spi­riert co­nan o’bri­en dazu selbt die gan­ze zeit über sei­ne zeit als au­tor bei den simpsons zu er­zäh­len, wäh­rend matt groe­ning ge­le­gent­lich klei­ne er­gän­zun­gen hin­zu­fügt. sehr in­ter­es­sant und un­ter­halt­sam fand ich das und co­nan o’bri­en schafft es fast die gan­ze sen­dung über sei­nen sar­kas­ti­schen hu­mor zu zü­geln — ganz of­fen­sicht­lich ist er sehr be­wegt von matt groe­nings an­we­sen­heit und weist mehr­fach daraif hin wie dank­bar er für sei­ne zeit bei den simpsons war.

zwi­schen­durch re­den die bei­den über ei­nen der simpsons-au­toren mit dem na­men john swartzwel­der, der mitt­ler­wei­el de­tek­tiv­ge­schich­ten schreibt, die bei­de sehr wit­zig fin­den.

die le­se­pro­be von The Time Ma­chi­ne Did It auf ama­zon.de hat mich dazu ge­bracht das gleich zu kau­fen und auf mei­nen vir­tu­el­len sta­pel von un­ge­le­se­nen bü­chern ganz oben zu le­gen.

wie im­mer sehr wit­zig, auch wenn (oder ge­ra­de weil) je­mand mit den ge­füh­len vom nuf spie­len woll­te.

Was ich ei­gent­lich schrei­ben woll­te: ich bin schon et­was de­pri­miert we­der Agen­tur noch Ver­trag zu ha­ben. Mein Diva-Ego ist an­ge­kratzt und ge­nau in die­ser Ver­fas­sung er­hielt ich nach­fol­gen­de Mail:
[…]
Ja und was soll ich sa­gen. Da war ich schon ein biss­chen: Oha!

lu­kas hein­ser macht es ei­nem wirk­lich ein­fach ei­nen le­sen­wer­ten text von ihm an­zu­teasern. ein­fach den ers­ten ab­satz zi­tie­ren soll­te rei­chen den gan­zen text zu emp­feh­len, oder?

Kei­ne Bron­ze­pla­ket­te, kein Pod­cast und kei­ne Net­flix-Doku kün­den da­von, aber: Heu­te vor 25 Jah­ren sind wir – der Erd­kun­de-LK und wei­te­re Leis­tungs­kur­se des Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­ums Dins­la­ken – von un­se­rer Stu­fen­fahrt nach Ber­lin zu­rück­ge­kom­men.

… Leute wählen die AFD, nicht weil es Ihnen danach besser geht, sondern weil es anderen danach schlech­ter geht.”

Dies wiederum erinnert mich an eine Aussage, die ich Anfang des Jahres in einem Podcast hörte, sofort notierte und welche in die gleiche Kerbe schlägt.

And sometimes power can be, I can knock you down. And it’s much easier to knock somebody down than it is to build something.

Den eigenen Selbst­wert virtuell zu steigern, indem man andere nach unten drückt, ist nicht nur ein sehr modernes Ver­hal­tens­mus­ter vieler, sondern auch etwas, was ich per­sön­lich relativ früh im Leben selbst erlebt habe, und Freund­schaft oder Sympathie im All­ge­mei­nen hat sich für mich immer explizit mit dem Gegenteil definiert.

Ich kannte Menschen, die von Che Guevara ver­blen­det waren, von Osho, dem Guru, sogar von Andreas Baader. Alles schlimm genug. Aber warum agieren Personen, die ihr Leben lang drei Mahl­zei­ten am Tag hatten, in Frieden und Si­cher­heit leben dürfen und durch die freien Medien und po­li­ti­schen Systeme des Westens sogar reich und berühmt wurden – ich denke an Oskar La­fon­taine, Sahra Wa­gen­knecht, Gerhard Schröder, Alice Schwarzer, Ulrike Guérot, Marine Le Pen und viele, viele andere –, nun objektiv in Putins Interesse? Putin, der sein Volk bestiehlt, täglich morden lässt – so gierig und so brutal. So grausam. Muss man sich mal vor­stel­len.

im wed­ding sind wir wirk­lich gut ver­sorgt mit chi­ne­si­schen re­stau­rants. trotz­dem ge­hen wir eher sel­ten über­haupt es­sen, aber der letz­te be­such im szechu­an an der sze­es­tra­se war sehr in­spi­rie­rend. nach dem wirk­lich gu­ten es­sen dort, woll­te ich al­les was wir dort ge­ges­sen ha­ben nach­ko­chen. bin ich zwar noch nicht dazu ge­kom­men, werd ich aber noch. und in reis­nu­deln mizu wer­den wir be­stimmt auch bald mal ge­hen. 


Die Zeit, die ich im Layover verbringe, wie der 24 – 48 stündige Auf­ent­halt am Zielort genannt wird, hat sehr wenig mit dem allgemein bekannten Reisen oder Ge­schäfts­rei­sen zu tun. Natürlich kann ich im Gegensatz zu anderen Menschen mit be­ruf­li­chem Auftrag über meine Zeit während des Auf­ent­halts frei verfügen, und für nicht wenige sind die Auf­ent­hal­te in fremden Städten eine Ent­loh­nung, die die Strapazen er­träg­lich machen. So bedeutet der Traumjob Fliegen in vielen Augen einen Vorzug: Reisen für schmales Geld.

das habe ich sehr gerne gelesen.

xy ist punk hört sich immer so ab­ge­grif­fen an, so selbst­ver­herr­li­chend an. aber das passt hier schon, indieweb, bloggen, ins internet schreiben bedeutet eben punk in dem sinne, zu machen wonach es einem selbst ist und nicht wonach es anderen ist. und das ist in mehreren kurzen, knappen kapiteln gut be­schrie­ben.

via ligneclaire.de

If I learn today that my neighbors have political views that my “side” considers un­ac­cep­ta­ble and unf­or­giva­ble, should I be able to have dinner at their house, shovel their snow, or even greet them outside?

Should I be condemned for sup­port­ing or as­so­cia­ting with them in non-political contexts?

Should I be condemned for not publicly con­dem­ning them myself?

While privilege and power dynamics play a complex and un­avo­ida­ble role in this, I don’t want to associate with any community that would insist on either of those.

And I can’t help but feel that maybe we were better off before we knew everyone’s hot takes on ever­y­thing.

in meinem #rp24 vortrag habe ich in völlig anderem zu­sam­men­hang gesagt, dass un­wis­sen­heit kein segen sein muss (nicht „ignorance is bliss“), sondern dass es darum geht gelassen zu bleiben. und in nochmal einen anderen zu­sam­men­hang hab ich gelesen, dass es manchmal besser sein kann andere nicht nach ihren ein­stel­lun­gen, sondern nach ihrem handeln zu be­ur­tei­len.

abgesehen davon mag ich es, wie marco arment seien fussnoten darstellt.

roman jasiek über seinen zweiten ge­burts­tag.

Der 29. August ist [mein] zweiter Ge­burts­tag quasi, denn an diesem Tag wurde mir geschenkt, wei­ter­zu­le­ben. Und das, merke ich gerade, wird mich ver­mut­lich noch lange be­schäf­ti­gen. Meine Liebsten gewiss auch. Und auch, wenn ich selbst im Vorfeld keine Warn­si­gna­le meines Körpers wahr­ge­nom­men habe […], kann ich nur ab­schlie­ßend sagen: Achtet auf Euch.


aus­ser­dem ge­fal­len hat mir die drit­te staf­fel silo die ges­tern zu­en­de ging. das fi­na­le war su­per, hat vie­le ge­heim­nis­se ge­lüf­tet und gleich wie­der 18 nach­ge­füllt. die ak­tu­el­le, noch lau­fen­de staf­fel re­a­cher ge­fällt mir auch gut, aber eher im sin­ne ei­ner sehr gu­ten mit­tel­gu­ten fern­seh­se­rie. silo da­ge­gen ist eine sehr gute sehr gute fern­seh­se­rie.


 

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was wäre wenn wir win­ter­schla­fen könnten?


mei­ne au­to­bio­gra­fie wür­de ich „dö­ner zum früh­stück“ nen­nen. ich glau­be def­ti­ges früh­stück habe ich lie­ben ge­lernt, als ich zum ers­ten mal nacht­schicht ge­ar­bei­tet habe. das war in heins­berg, wäh­rend ei­nes fe­ri­en­jobs in ei­ner fa­brik, in der dräh­te ge­zo­gen und ver­edelt wur­den. dort wur­den aus di­cken dräh­ten fei­nes me­tall­ge­we­be für den man­tel von au­to­rei­fen her­ge­stellt. die dräh­te lie­fen durch öfen und zum ab­küh­len durch blei­bä­der und wur­den spä­ter mit mes­sing gal­va­ni­sie­srt. die ar­beit war irre un­ge­sund und an­stren­gend, aber seit­dem lie­be ich def­ti­ges früh­stück.

aber ei­gent­lich woll­te ich nur jour­nal.le-bas­ti­on.de emp­feh­len und auf mei­ner pri­mä­re blogrol­le hin­zu­fü­gen.

und wo ich ge­ra­de da­bei bin: fort­lau­fend habe ich an dem tag ent­deckt, an dem es ge­schlos­sen wur­de in fa­vor of the eng­lish ver­si­on fur­ther­mo­re.

→ blogroll

  • journal.le-bastion.de

    das ist so ziemlich das mi­ni­ma­lis­tischs­te blog das mir je un­ter­ge­kom­men ist. so mi­ni­ma­lis­tisch, dass noch nicht mal der rss feed dis­co­vera­ble ist, aber immerhin unter der standard-wordpress-adresse liegt. das journal besteht aus über­schrif­ten, text und einem zeit­stem­pel. sonst nix. aber mi­ni­mal­si­mus reicht natürlich nicht allein um meine neugier zu wecken. es sind die texte die ich sehr gerne lese. gefunden in kon­stan­tins blogrolle.

  • furthermore

    fast so mi­ni­ma­lis­tisch wie journal.le-bastion.de, nach­fol­ger von fort­lau­fend auf englisch, so angenehm zu lesen, dass ich es nicht in die eng­lisch­spra­chi­ge blogroll ein­sor­tie­re, sondern auf meine primäre blogrolle, in der sonst nur deutsch­spra­chi­ge blogs sind.

 


der soft­ware­ent­wick­ler ni­ki­ta pro­ko­pov war (2024) frus­triert von web­sei­ten mit ki­no­pro­gram­men und pro­gram­mier­te sich und al­len men­schen in deut­schen städ­ten schnell eine schlan­ke web­sei­te mit al­len ki­nos in deutsch­land und al­len fi­lem und al­len spiel­zei­ten. kei­ne wer­bung, kei­ne coo­kies, kein logo, kein fir­le­fanz, nur das pro­gramm in fil­ter­ba­ren ta­bel­len. hier das pro­gramm des city-ki­nos im wed­ding, für das ich noch ei­nen gut­schein habe, hier das pro­gramm des ci­ne­ma­xx am pots­da­mer platz.

ob­wohl sol­che spon­ta­nen ex­pe­ri­men­te ja oft bei schwin­den­dem in­ter­es­se der ent­wick­ler ver­wai­sen, al­le­ki­nos.de läuft auch nach 2 jah­ren noch.

ni­ki­ta pro­ko­pov:

In the be­gin­ning, I wan­ted a simp­le web­site that sol­ved my pro­blem. I wan­ted a web­site that I’d en­joy using.

Ma­gic things hap­pen when you trust your users and just show them ever­y­thing you’ve got.

 

screenshot von allekinos.de mit einer klickbaren liste von städtenamen und links auf „demnächst im kino“ und „alle filme“
screen­shot von al­le­ki­nos.de mit ei­ner klick­ba­ren lis­te von städ­te­na­men und links auf „dem­nächst im kino“ und „alle fil­me“


auf oh no hab ich schon mal vor ei­nem jahr hin­ge­wie­sen. heu­te beim durch­kli­cken mei­ner blogroll ge­se­hen, dass die sei­te wohl aus mei­nem RSS-rea­der ge­fal­len ist und wie­der hin­zu­ge­fügt. ich fin­de das sehr, sehr wit­zig. 


mir ist auf­ge­fal­len, dass noch ei­ni­ge blogs die ich ger­ne lese in mei­nen blogrol­len feh­len. mei­ne blogrol­len auf­fül­len oder um­sor­tie­ren wer­de ich jetzt re­gl­mäs­sig ma­chen weil ich sie mitt­ler­wei­le selbst mit gros­sem ver­gnü­gen selbst nut­ze, der­zeit vor al­lem in mei­nem rea­der, aber auch mit­tels ei­nes neu­en riv­va-fea­ture, dass ge­ge­be­nen­falls bald öf­fent­lich zu­gäng­lich ist.

was mir im rea­der auf­fiel. ich mag netz­po­li­tik, aber die ver­öf­fent­li­chungs­fre­quenz von ar­ti­keln die ich nicht un­be­dingt so­fort le­sen möch­te ist mir ein biss­chen zu hoch. des­halb wan­dert netz­po­li­tik von mein­ner „start­pack-blogrol­le“ in „auch in mei­nem feed­rea­der“ — und da­mit aus dem rea­der.

ich füh­re künf­tig also drei blogrol­len, eine (das „star­ter­pack“) mit deutsch­spra­chi­gen blogs die ich so ger­ne lese, dass ich sie ger­ne vor al­lem an­de­ren in mei­nem feed­rea­der le­sen wür­de. dann eben jene blogs die ich auch in mei­nem feed rea­der habe und von de­nen ich fast al­les lese, aber eben auch ge­le­gent­lich was über­sprin­ge oder auch spä­ter le­sen kann. und dann die eng­lisch­spra­chi­gen blogs. da wer­de ich in zu­kunft viel­leicht noch eine vier­te blogrol­le draus ex­tra­hie­ren, mit eng­lisch­spra­chi­gen blogs die ich für es­sen­zi­ell hal­te, wie dar­ing fire­ball oder waxy.org oder this is­n't hap­pi­ness.

Blogroll

  • Ole Reissmann

    ole reissmann lese ich auch furchtbar gerne, auch wenn er sich the­ma­tisch derzeit fast aus­schliess­lich auf KI und jour­na­lis­mus kon­zen­triert. ich finde dort ge­le­gent­lich echte perlen. → eng­lisch­spra­chi­ge blogs

  • REAL VIRTUALITY

    alexander matzkeit über film und medien und dies und das. er schreibt selten, aber immer mit substanz und lei­den­schaft. → star­ter­pack

  • horax schreibt hier

    in der un­ter­zei­le steht unter anderem: „ab­sichts­lo­ses her­um­lie­gen“. das gefällt mir, aber auch das, was horax ge­le­gent­lich schreibt. → star­ter­pack

  • Stefan Niggemeier

    das war lange zeit mein lieb­lings­blog von meinem lieb­lings­jour­na­lis­ten. dann kam über­me­di­en und stefan-nig­ge­mei­er.de schlief ein. jetzt (2026) ver­öf­fent­lich stefan dort wieder artikel, die er anderswo ver­öf­fent­licht hat. ich bin sicher, dasss stefan-nig­ge­mei­er.de ir­gend­wann wieder mein lieb­lings­blog wird. → auch in meinem feed­rea­der

beim letz­ten fol­low-mon­tag lan­de­te jo­han­nes kuhn noch in ei­ner ei­ge­nen blogrol­le und OPML-da­tei. die habe ich jetzt ent­fernt und jo­han­nes ins star­ter­pack auf­ge­nom­men. 


wäh­rend fri­da und ich zwei wo­chen al­lei­ne zu­hau­se wa­ren, war die bei­fah­re­rin in ham­burg und hat bei der pen­ti­ment som­mer­aka­de­mie ei­nen ma­le­rei-kurs ge­lei­tet. die do­zen­ten der som­mer­aka­de­mie hal­ten auch im­mer ei­nen vor­trag. das ist ihr vor­trag, den sie noch­mal ein­ge­spro­chen hat.

er han­delt von mei­nen vier letz­ten ar­beits­grup­pen und wie sie ent­stan­den sind.

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nach­dem ich hier um die 20 deutsch­spra­chi­ge blogs ma­schi­nen- (und men­schen-) les­bar ver­öf­fent­lich habe, fol­gen hier um die 20 eng­lisch­spra­chi­ge blogs. in der block­rol­le kann man auch be­zie­hun­ge nach XFN de­fi­nie­ren kann, konn­te ich hier auch mehr­fach be­zie­hun­gen als muse („So­meone who brings you in­spi­ra­ti­on“) de­fi­nie­ren. das ist zwar grund­sätz­lich bei al­len blogs die ich lese so, aber hier ist das noch ein biss­chen stär­ker. ich glau­be mei­ne gros­sen vor­bil­der wa­ren zwi­schen­zeit­lich im­mer wie­der john gru­ber, ja­son kott­ke und aa­ron pare­cki.

an­sons­ten ist die blogrol­le ge­spickt mit ei­ni­gen ap­ple spe­zi­fi­schen blogs, aber so bin ich nun mal. 

→ blogrolle ansehen …

über das denk­fa­brik-blog und frank west­phals blog auf mat­thi­as pfef­fer­les word­press-plug­in word­press-block­roll ge­stos­sen. mit word­press-block­roll kann man (mit word­press) ma­schi­nen­les­ba­re blogrolls ver­öf­fent­li­chen. frank er­klärt war­um das gut ist:

[Wir ha­ben] hier die Mög­lich­keit, ein rich­tig tol­les Öko­sys­tem zum Fol­gen, Ent­de­cken und Ver­net­zen von Blogs auf­zu­bau­en. Wir müs­sen da­für nicht ein­mal ein neu­es Netz­werk star­ten. Das Netz­werk exis­tiert be­reits. Und dar­auf könn­ten so vie­le un­ter­schied­li­che Diens­te auf­sat­teln.

[…] Ich baue als Nächs­tes ein Plätz­chen, an dem Blogrolls als Gan­zes oder in Tei­len abon­niert wer­den kön­nen. Wo man se­hen kann, wer wen ger­ne liest. Wer von wem ger­ne ge­le­sen wird. Und wo man sich von Blogroll zu Blogroll wei­ter­han­geln kann.

also hab ich mei­nen pro­gram­mier­as­sis­ten­ten ge­fragt, ob wir das zu­sam­men bau­en kön­nen. die aus­ga­be des ers­ten pro­to­typ ist hier zu se­hen, der pro­to­typ des kir­by plug­ins den ich da­für nut­ze ist auf git­hub.

die alte blogrol­le auf der rück­sei­te ist noch et­was um­fang­rei­cher, ich er­gän­ze hier im lau­fe der zeit die ein­trä­ge und be­we­ge noch das eine oder an­de­re teil falls nö­tig oder sinn­voll.

[nach­trag 18.08.2026]
die block­rol­le auf git­hub habe ich um­be­nannt zu kir­by blogroll block. den ti­tel die­ses bei­trags habe ich auch um­be­nannt, von block­roll zu blogroll. das wort­spiel war su­per, aber miss­ver­ständ­lich. hier soll nie­mand ge­blockt wer­den, le­dig­lich die tech­ni­sche ba­sis sind (CMS) blö­cke.

[nach­trag 19.08.2026]
die ak­tu­el­len bei­trä­ge aus die­ser blogrol­le kann man in mei­nem „rea­der“ le­sen. 

→ blogroll ansehen …

Blogs sind ein wenig aus der Mode gekommen und damit auch die Lesungen, die noch vor zwanzig Jahren zahlreich in ver­schie­de­nen Städten statt­ge­fun­den haben. Aber es gibt sie noch, die Menschen, die seit über zwanzig Jahren ins Internet schreiben, weshalb es Zeit wird, dass die Blog­gen­den wieder live vorlesen und zwar in München.

re­tro find ich (in die­sem fall) gut. die lo­ca­ti­on hört sich sen­sa­tio­nell an. im box-ring le­sen. und vor­le­sen find ich auch gut und wo heut­zu­ta­ge ja an­geb­lich nei­mand mehr selbst liest passt das ja auch wie die faust aufs auge. ich wür­de ger­ne hin, wenn mün­chen nicht so weit weg wäre. 


bris­tol stuhl­for­men­ska­la

felix schwenzel in notiert

fri­da hat ei­nen emp­find­li­chen darm. bei je­der fut­ter­um­stel­lung kriegt sie dünn­schiss — bis sich ir­gend­wann ihre ver­dau­ung sta­bi­li­si­ert. es gibt auch vie­le ge­mü­se und fleisch­sor­ten an die sie sich nicht ge­wöhnt. we­gen fri­das fra­gi­ler ver­dau­ung ist die qua­li­tät von fri­das stuhl­gang ein stän­di­ges the­ma zwi­schen mir und der bei­fah­re­rin.

nor­ma­le men­schen wür­den nach dem mor­gen­spa­zier­gang be­rich­ten: „ka­cki war su­per“ (oder die kon­sis­tenz be­schrei­ben, wenns nicht so su­per war). ich kann mir na­ür­lich nicht ver­knei­fen je­den tag den glei­chen gag zu ma­chen: „ka­cki war su­per! [kur­ze pau­se] das von fri­da auch!“

na­tür­lich ist der ei­gent­li­che gag die wie­der­ho­lung und die kon­sis­tenz der dar­bie­tung.

je­den­fallls ist das ka­cki von fri­da seit mo­na­ten bom­big gut. mor­gens kom­men zu­erst fes­te köt­tel raus (ich nen­ne sie „den pfrop­fen“) und danch wei­te­re würs­te mit im­mer wei­cher wer­den­der kon­sis­tenz. sie kackt sich so­zu­sa­gen je­den mor­gen auf der bris­tol-stuhl­for­men­ska­la1 von typ 1 bis typ 4.

bristol stuhlformenskala in wissen macht ah!

auf das the­ma bin ich heu­te ge­kom­men, weil john gru­ber hims­elf heu­te (oder ges­tern) auch über ka­cke ge­schrie­ben hat:

My first thought upon re­a­ding this was, What a load of shit. Then I rea­li­zed, well, yes, li­te­ral­ly.

der load of shit sind äus­se­run­gen zu er­näh­rung und stuhl­gang von sean o’mara die in ei­nem NYT-ar­ti­kel zi­tiert wer­den.

At one point in our con­ver­sa­ti­on he pul­led up the Bris­tol Stool Chart, which ran­ges from Type 1 (“se­pa­ra­te, hard pel­lets”) to Type 7 (“wa­tery, no so­lid pie­ces”). O’Mara is con­sis­t­ent­ly de­li­ve­ring Type 4 (“smooth, soft, like a sna­ke”), with poin­ted ends, in­di­ca­ti­ve of he­alt­hy rec­tal func­tion, he told me. “When you start ea­ting he­alt­hy, you don’t need toi­let pa­per,” he clai­med. “Ani­mals in the wild have no re­si­du­al stool on their anus.

seit ich mei­ne er­näh­rung auf zu­cker­frei, viel ge­mü­se, TK-obst, sehr we­nig fleisch, viel öl, hül­sen­früch­te, röst­aro­men und um­a­mi um­ge­stellt habe, kann ich o'­ma­ras be­ob­ach­tung teil­wei­se be­stä­ti­gen, muss ihr aber zu­gleich hef­tig wi­der­spre­chen: die stuhl­gän­ge ei­ni­ger wild­tie­re in den reh­ber­gen ha­ben hun­dert­pro­zen­tig spu­ren an de­ren anus­sen hin­ter­las­sen!


glei­ches, aber an­de­res the­ma: ganz stimmt „kein zu­cker“ na­tür­lich nicht. seit dem se­maglut­id ist mein ap­pe­tit auf süs­ses meis­tens non­e­xis­tenz, bzw. lässt sich (ab­sur­der­wei­se) mit ein paar ge­sal­ze­nen nüs­sen wirk­sam stil­len, soll­te er mal kurz auf­flam­men. und der milch­zu­cker in mei­ner mor­gen­lat­te mei­nem mor­gen­kaf­fee mit milch ist na­tür­lich auch zu­cker, ganau­so wie der zu­cker in man­chen asia­ti­schen sau­cen die ich ge­le­gent­lich noch be­nut­ze. aber ich schei­ne mich vom zu­cker ex­trem ent­wöhnt zu ha­ben, wie ich kürz­lich merk­te als das kind, das ge­ra­de zu be­such war, uns und sei­ner freun­din ein paar mac­a­rons back­te. na­tür­lich muss­te ich ei­nen pro­bie­ren. er war sehr le­cker, aber da­nach habe ich zum ersten­mal seit mo­na­ten ma­gen­schmer­zen be­kom­men. 


  1. den link auf die „wis­sen macht ah!“ pdf hab ich aus ei­nem ar­ti­kel von 2016 ge­prö­kelt. die way­back-ma­chi­ne-ver­si­on hält so­gar noch das ein­ge­bet­te­te mp4 der sen­dung über ex­kre­men­te ab­spiel­be­reit vor. ↑︎


pho­to­chro­me

felix schwenzel in notiert

über die­sen re-toot auf die­sen bei­trag …

… auf der web­site der pho­to­chrom-dru­cke-samm­lung der konhgress-bi­blio­thek ge­lan­det und in ein rab­bit hole ge­fal­len. ei­ner­seits kam mir das ir­gend­wie be­kannt vor und tat­säch­lich, vor 10 jah­ren war ich schon­mal in die­sem rab­bit hole.

da­mals hab ich die pho­to­chrom-dru­cke in der wi­ki­me­dia durch­stö­bert und ein paar paa bil­der raus­ge­an­gelt.

in der kon­gress bi­blio­thek kann man die pho­to­chrom-samm­lung durch­su­chen, zum bei­spiel nach aa­chen oder ber­lin. die samm­lung um­fasst so um die 6500 di­gi­ta­li­sier­te dru­cke.


un­ter den lin­den, zwi­chen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

an dem bild oben fin­de ich fas­zi­nie­rend, dass un­ter den lin­den wie in ei­nem al­ten wes­tern aus­sieht. was ja auch nicht völ­lig ab­we­gig ist, weil es die glei­che epo­che ist, so um die vor­letz­te jahr­hun­dert­wen­de. und wenn man sich den goog­le street­view aus der glei­chen per­spek­ti­ve an­schaut, fällt ei­ner­seits auf, dass die ver­meint­lich his­to­ri­schen stras­sen­la­ter­nen zu­min­dest nicht die ver­si­on aus den 1890ern imi­tie­ren und dass heu­te deut­lich we­ni­ger pfer­de­ge­span­ne un­ter­wegs sind als da­mals.

vik­to­ria­park ber­lin zwi­schen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

die­ses bild vom was­ser­fall im vik­to­ria­park set­ze ich mir hier als re­min­der ir­gend­wann ein foto aus der glei­chen per­spek­ti­ve zu ma­chen. ob­wohl die­ses bild schon ziem­lich nah dran kommt. 


aus dem ma­schei­nen­raum von waxy.org; andy baio hat sein supercut.org renoviert, bzw. wie­der­be­lebt.

auf su­per­cut.org ver­liert man sich schnell. ich hate schon fast vet­ges­sen, wie ger­ne ich so­was mag.

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Wie erfüllend so Nichts sein kann
Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine in­di­vi­du­el­le An­ge­le­gen­heit)
Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Sau­na­be­such – einfach ohne die Hitze

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[Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Tech­no­lo­gie gegenüber ei­gent­lich neutral ein­ge­stellt sind. Es ist für sie zweit­ran­gig, worum es sich bei einer neuen Tech­no­lo­gie handelt oder wie sie funk­tio­niert; ent­schei­dend ist für sie, welche Aus­wir­kun­gen ihre Ein­füh­rung auf die Ge­mein­schaft hätte.“

kaf­fee­rin­ge denkt darüber nach was wir über tech­no­lo­gie-nutzung von den amish lernen könnten. le­sens­wert auch der artikel von lindsay ems mit dem titel How the Amish Let Tech­no­lo­gy in Without Letting It Take Over:

I became less intrigued by Amish rest­ric­tions on tech­no­lo­gy than by the social world they sought to preserve and protect with those rest­ric­tions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, tech­no­lo­gy-agnostic. They do not care much about what a new tech­no­lo­gy is or how it works; they care about what its adoption would mean for the sur­roun­ding community.

lind­say ems buch über die amisch ist schon et­was äl­ter (2022), auch wenn der ar­ti­kel auf mit­press.mit neu ist. lei­der schei­nen die in­hal­te des buchs be­reits ein biss­chen ver­al­tet zu sein. so schreibt ems über den ser­vice pc­f­ree­mail, mit dem ei­ni­ge amish per fax emails schrei­ben und emp­fan­gen wür­den. den ser­vice gibts al­ler­dings nicht mehr — nur noch auf ar­chi­ve.org.

aber dar­um gehts ja nicht, son­dern eben dar­um, dass man sich fra­gen soll­te/könn­te, wel­che aus­wir­kun­gen tech­no­lo­gie auf die ge­mein­schaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man den­ke nur an die dis­kus­sio­nen um das so­cial me­dia ver­bit für ju­gend­li­che oder neil post­mans buch von anno da­zu­mal über die aus­wir­kun­gen von fern­se­hen auf die ge­sell­schaft. wo­bei wir als nicht amisch uns schon län­ger dazu ent­schie­den ha­ben, dass es ok ist, wenn tech­no­lo­gie un­se­re ge­sell­schaft ver­än­dert.

ab­ge­se­hen da­von, das ist ein schö­nes bei­spiel, dass re­li­gö­se ge­bo­te durch­aus auch et­was für un­re­li­gö­se men­schen be­reit­hal­ten kön­nen. die drei C’s fin­de ich gut: da­nach stre­ben ein vor­bild zu sein, kri­tik an­neh­men und für ei­ge­ne feh­ler ein­ste­hen.

One of my clo­sest Amish cont­acts was Noah, a 57-year-old en­tre­pre­neur and self-de­scri­bed “tech­no­lo­gy buff.” Noah hims­elf was a mi­nis­ter yet used a smart­pho­ne, email, and text mes­sa­ges, and even had a Face­book ac­count. His usa­ge was ani­ma­ted by the th­ree C’s: con­vic­tion (mo­de­ling the right be­ha­vi­or), con­fes­si­on (as­king others to hold you ac­coun­ta­ble), and con­tri­ti­on (be­ing wil­ling to own up to your mista­kes). “Whe­ther or not you use a tech­no­lo­gy is less im­portant than how you use it,” he told me.

 

jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:

Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.

trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier be­schreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.

„wir“ wundern uns ja immer über im­mi­gran­ten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“

wenn politiker hingegen ver­schär­fun­gen des straf- oder zi­vil­rechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. po­pu­lis­mus funk­tio­niert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mit­ge­meint sind, dass ver­schär­fun­gen und frei­heits­ein­schrä­kun­gen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wie­der­keh­ren­den for­de­run­gen scharf zu dif­fe­ren­zie­ren von thomas fischer teilweise auch sehr an­stren­gend und ge­le­gent­lich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.

Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurz­ge­schich­ten gefunden. Habe mal durch­ge­blät­tert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Her­an­wach­sens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bür­ger­lich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu ge­brau­chen.

da stimme ich zu und das erinnert mich an das was ma­xi­mil­li­an bud­den­bohm gerade neulich schrob:

Kurz kam mir auch wieder die Er­in­ne­rung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen ver­meint­lich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder ge­schla­gen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Fa­mi­li­en­es­sen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Er­klä­rungs­be­darf, wir haben den Film dann nicht wei­ter­ge­se­hen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funk­tio­nier­te.

Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.

ver­gan­ge­ne zeiten indeed.


frag­men­te bloggt wie­der. min­des­tens dreis­sig tage lang will sie das ma­chen. ich bin si­cher, sie wird da­nach wei­ter­ma­chen. ich habe nie auf­ge­hört und doch vier jah­re kaum bis nichts ins in­ter­net ge­schrie­ben. zu­min­dest kei­ne längreen tex­te. ich war be­schäf­tigt mit hun­de­er­zie­hung und brot ba­cken und heim­au­to­ma­ti­sie­rung — und doch: ge­le­gent­lich muss­te ich die ein­drü­cke aus mei­nem le­ben tei­len. das hab ich dann vier jah­re lang haupt­säch­lich auf in­sta­gram ge­macht.

was ich sa­gen will: das le­ben ist auch schön ohne blog­gen. aber mit blog­gen ist es in­ter­es­san­ter. ich habe das ge­fühl blog­gen zwingt mich auf mehr, auf an­de­ren ebe­nen zu den­ken. das den­ken struk­tu­riert sich an­ders, mein in­ne­rer mo­no­log be­kommt eine zu­sätz­li­che stim­me die ver­sucht er­leb­tes an­ders auf­zu­ar­bei­ten, als wenn ich es nur für mei­nen in­ne­ren mo­no­log auf­ar­bei­ten wür­de.

nor­ma­ler­wei­se, beim ein­schla­fen, wenn mein be­wusst­sein lang­sam in den hin­ter­grund tritt und mein un­ter- oder ne­ben- oder au­to­nom-be­wusst­sein lang­sam die bil­der und ge­dan­ken in mei­nem kopf über­nimmt, sehe ich luft­bil­der. im wahrs­ten sin­ne des wor­tes. ich sehe schwarz mit leucht­punk­ten, so als ob man nachts mit dem flug­zeug in ei­ner gros­sen stadt lan­det (und da­bei aus dem fens­ter schaut). eine wei­te dunk­le ebe­ne, die mit licht­punk­ten ge­spickt ist. das flie­gen ist nicht das the­ma, es geht auch nichts um licht oder die dun­kel­heit. es ist of­fen­bar ein­fach ein bild das be­ru­hi­gend auf mich wirkt.

ges­tern sah ich beim ein­schla­fen ei­nen klee­tep­pich auf ei­ner wie­se. in den letz­ten ta­gen be­trach­te­te ich auch im wach­zu­stand sehr vie­le klee­tep­pi­che auf wie­sen und ver­such­te — im lang­sa­men ge­hen — vier­blätt­ri­ge klee­blät­ter zu se­hen. seit meh­re­ren ta­gen ver­geb­lich — aber nicht um­sonst. auch die­se klee­tep­pi­che die ich im über­gangs­zu­stand zwi­schen wach und un­wach sah hat­ten auch eine be­ru­hi­gen­de und be­frie­di­gen­de wir­kung. aber ob­wohl ich ei­gent­lich beim ein­schla­fen war, dach­te ich im glei­chen mo­ment, kurz vor dem weg­däm­mern, dar­über nach ob und wie ich das wohl ins in­ter­net schrei­ben könn­te.

ich mag es, wie mein vor­satz re­gel­mäs­sig ins in­ter­net zu schrei­ben mei­ne wahr­neh­mung ver­än­dert. ge­nau des­halb mag ich es auch, wie mein vor­satz wei­te­re vier­blätt­ri­ge klee­blät­ter zu fin­den, auch mei­nen blick auf die welt ver­än­dert.

je­den­falls lese ich das was frag­men­te ins in­ter­net schreibt sehr ger­ne. ges­tern zum bei­spiel über ur­laub.

Vor fünf­zehn Jah­ren habe ich an­ge­fan­gen zu ar­bei­ten, also au­ßer­halb der aka­de­mi­schen Welt, in ei­nem An­ge­stell­ten­ver­hält­nis, und ich habe seit­her nicht mehr auf­ge­hört. Erst hat­te ich 26, dann 28 und mitt­ler­wei­le 30 Ta­gen Jah­res­ur­laub. Aber mehr als drei Wo­chen am Stück hat­te ich nie frei.

Es fehlt mir. Die­se lan­gen, stau­bi­gen, hei­ßen Tage. Plä­ne im­mer nur bis über­mor­gen. Ein Ba­de­an­zug, ir­gend­was drü­ber, San­da­len und seit Wo­chen kei­ne So­cken. Schwimm­bad­pom­mes und Cor­net­to-Eis und Gum­mi­tie­re. Mit dem Fahr­rad un­ter­wegs. Gril­len­zir­pen und Ra­sen­spren­ger.

Es war so nie, au­ßer in mei­ner Er­in­ne­rung. Trotz­dem.

mir ist ur­laub egal. un­se­ren letz­ten cam­ping­ur­laub vor 10 jah­ren ha­ben wir ir­gend­wann ab­ge­bro­chen und ha­ben zu­hau­se ge­merkt, dass es viel er­hol­sa­mer und schö­ner ist, zu­hau­se ur­laub zu ma­chen. ge­le­gent­lich ma­chen wir noch (kur­ze) städ­te­rei­sen, be­su­chen freun­de oder ver­wan­de­te an­ders­wo oder ver­brin­gen ei­nen tag am strand. aber drei wo­chen am stück weg von den anehm­lich­kei­ten und rou­ti­nen zu­hau­se? fin­den wir mitt­ler­wei­le bei­de schreck­lich. auch der hund sperrt sich da­ge­gen an­ders­wo als zu­hau­se zu ent­span­nen.

mei­ne ar­beits­kol­le­gin­nen müs­sen mich je­des jahr dazu drän­gen mei­nen ur­laub auf­zu­brau­chen. ei­ner­seits fin­den sie es prak­tisch, dass ich mir über weih­nach­ten und zwi­schen den jah­ren kei­nen ur­laub neh­me, an­de­rer­seits ist es ner­vig wenn ich im no­vem­ber noch mit mehr als 20 ta­gen ur­laub da sit­ze. um mei­nen ur­laub auf­zu­brau­chen nehm ich mir dann wo­chen­lang ei­nen tag pro wo­che frei. das struk­tu­riert die wo­che ganz in­ter­es­sant. so kann man aus ei­ner wo­che zwei wo­chen mit zwei wo­chen­en­den (ei­nem lan­gen und ei­nem kur­zen) ma­chen:

mo | di | - | do | fr | -- | mo | di | etc.

ich ar­bei­te ger­ne. aber ich stel­le mir si­sy­phos auch als glück­li­chen men­schen vor. kürz­lich dach­te ich ei­nen ge­dan­ken wie­der, den ich als kind schon öf­ter dach­te; mit et­was ab­stand be­trach­tet ist es ei­gent­lich schon ein biss­chen ab­surd dass wir uns 20 bis 30 jah­re aus­bil­den las­sen um dann 5 × 8 stun­den pro wo­che die fä­hig­kei­ten un­se­res aus­ge­bil­de­ten ge­hirns an ei­nen ar­beit­ge­ber zu ver­mie­ten. an­de­rer­seits ist es ge­nau so ab­surd den gan­zen tag durch die sa­van­ne zu lat­schen und nüs­se und wur­zeln zu su­chen, um die dann zu ver­spei­sen, zu schla­fen und dann, nach dem auf­ste­hen, wie­der nach nüs­sen und wur­zeln oder nach we­ni­ger gut aus­ge­bil­de­ten tie­ren zu su­chen.

aber mit et­was ab­stand be­trach­tet ist ja wohl al­les ein biss­chen ab­surd. drei­ein­halb mil­li­ar­den jah­re evo­lu­ti­on, drei­hun­dert­tau­send jah­re mensch­heits­ge­schich­te da­mit ich hier auf dem sofa sit­zen kann und über die ab­sur­di­tät der welt laut nach­den­ken kann. 


john­ny ist im­mer noch auf sub­stack (statt auf spree­blick), war auf der CSD trau­er­ver­an­stal­tung, hat ein bild-fern­seh­team ge­se­hen, still ge­gen die bild pro­tes­tiert und ist vi­ral ge­gan­gen. 


wir sa­gen ja ger­ne: „ver­ar­schein kann ich mich selbst“. ich be­zweif­le das schon län­ger und mei­ne über­zeu­gung, dass wir gar nicht mal so gut da­drin sind uns selbst ge­zielt was vor­zu­ma­chen, wur­de heu­te si­gni­fi­kant ge­stärkt. aus­ser­dem bin ich jetzt der mei­nung, dass die­se fä­hig­keit in der tat wün­schens­wert ist.

be­reits ges­tern bin ich we­gen ja­son kott­ke über ein se­hens­wer­tes vi­deo von da­vid epstein ge­stol­pert. kott­ke schrieb:

BTW, Epstein just star­ted his You­Tube chan­nel a few months ago, but it’s al­re­a­dy fil­led with gre­at stuff like Why The Fas­test Way To Im­pro­ve Is To Sub­tract, Why The Smar­test Peo­p­le I Know Set Cons­traints, Not Goals, and Why The Best Kids Are Ra­re­ly The Best Adults. I’ve got some cat­ching up to do.

ich habe heu­te auch „some cat­ching up“ ge­tan und bin sehr an­ge­tan von epsteins vi­de­os. „Why The Fas­test Way To Im­pro­ve Is To Sub­tract“ an­zu­se­hen hat sich al­lein schon we­gen die­ses zi­tats gel­lohnt:

I don’t need time.
What i need is a dead­line.
— Duke El­ling­ton

im vi­deo spricht da­vid epstein vor al­lem über ei­nen ko­gni­ti­ven bias den psy­cho­lo­gen „ad­di­ti­ve bias“ oder „sub­trac­ti­ve ne­gle­ct“ nen­nen. wir ten­die­ren dazu pro­ble­me durch hin­zu­fü­gen von et­was zu lö­sen und tun uns oft schwer da­mit pro­blem­lö­sun­gen in be­tracht zu zie­hen, die et­was ent­fer­nen.

zum bei­spiel: bes­ser fer­tig wer­den mit we­ni­ger zeit, statt mehr. die bei­spie­le die er im vi­deo auf­zählt und il­lus­triert sind ein­gän­gig und über­zeu­gend. und das was er er­zählt und wie er es rü­ber­bringt macht ei­nen gros­sen bo­gen um die üb­li­chen selbst­op­ti­mie­rungs tipps & tricks und geht eher in die rich­tung: guck mal wie an­de­re sich ef­fi­zi­ent und er­folg­reich selbst ma­ni­pu­lie­ren („selbst ver­ar­schen“).

als ich dann wei­ter im ka­nal rum­schau­te und mir „I Stu­di­ed Eli­te Per­for­mers For 20 Ye­ars So You Don't Have To“ an­sah (was sich vom ti­tel her schon ein biss­chen „tsch­ak­ka!“ an­hört), merk­te ich, dass ich vie­le der me­tho­den die da­vid epstein auf­zähl­te und mit bei­spie­len il­lus­trier­te, schon seit ewig­kei­ten prak­ti­zie­re. ich bin zwar weit da­von ent­fernt „eli­te per­for­mer“ in ir­gend­was zu sein, aber ich kann mitt­ler­wei­le be­quem auf kom­man­do ein­schla­fen, habe mein le­ben du­trchri­tu­li­si­ert und ver­su­che mir durch ri­tua­le und ge­wohn­hei­ten so viel men­ta­le mi­cro-las­ten zu er­spa­ren wie mög­lich.

aus­ser­dem er­zäh­le ich al­len im­mer wie­der, dass ich der fes­ten über­zeu­gung bin, dass man in der aus­bil­dung oder bes­ser auf dem weg zum be­ruf, den man ir­gend­wann mal aus­übt, kei­ne zeit ver­schwen­den kann. um­we­ge, er­fah­run­gen in mög­lichst vie­len be­rei­chen — auch zum bei­spiel gas­tro­no­mie — kom­men ei­nem in je­dem be­ruf zu gute. epstein be­stärkt so vie­le mei­ner über­zeu­gun­gen, dass ich schon fast fürch­te hier op­fer ei­nes har­ten falls von con­fir­ma­ti­on bias zu sein.

sei­ne schluss­wor­te il­lus­trie­ren ganz gut wie un­dog­ma­tisch und frisch er an sei­ne the­men geht:

None of that re­al­ly sounds like con­ven­tio­nal pro­duc­ti­vi­ty ad­vice. Some of it sounds like quite the op­po­si­te. And that, I think, is the point. The peo­p­le who per­form at the hig­hest le­vel across all the fields that I've stu­di­ed or been in­vol­ved with have fi­gu­red out so­me­thing that the rest of us, I think, of­ten re­sist, at least for a while. Peak per­for­mance does­n't come from grin­ding har­der. It co­mes from un­der­stan­ding how you and your mind and your rhyth­ms ac­tual­ly work and de­sig­ning ha­bits and en­vi­ron­ments that work with ra­ther than against them. The weir­dest sound­ing ha­bit on this list, it may ac­tual­ly turn out to be the one that ch­an­ges how you work.

oder an­ders ge­sagt: statt selbst­dis­zi­plin und schuff­te­rei muss man nur gute wege fin­den sich ge­schickt selbst zu ver­ar­schen um krea­ti­vi­tät und neu­gier und spass am tun aus sich her­aus zu lo­cken.


schön fand ich auch die klei­nen de­tails; in ei­nem vi­deo spricht er von vin­cent van gogh (und sei­nen „long win­ding path“) zu dem be­ruf, der ihn be­rühmt mach­te, und il­lus­triert das eben nicht mit ei­nem der be­kann­ten selbst­por­traits die wir sonst im­mer se­hen, wenn von van gogh ge­spro­chen wird.

auch schön: im vi­deo von da­vid epstein fie­len zum teil die glei­chen be­grif­fe, wie in die­sem vi­deo von ralph cas­pers (de­fault mode net­work). das hat­te ich kurz vor­her ge­se­hen und mich ge­freut, wie das zu­sam­men­spiel von you­tube-al­go­rith­mus, blog­emp­feh­lun­gen und zu­fall ei­nen ge­le­gent­lich — mit wechs­len­den per­spek­ti­ven — zu den glei­chen the­men führt. 


nor­ma­ler­wei­se bin ich kein fan von schlecht­ge­laun­ten blogs. bei un­sto­ry bin ich ir­gend­wie hän­gen­ge­blie­ben. die­se sei­te hat­te ich jetzt ein paar tage als of­fe­nen brow­ser-tab:

Few months ago Cloud­fla­re in­tro­du­ced Mark­down for ma­chi­nes:

You get HTML, tra­ckers, coo­kie ban­ners, po­pups, and Ja­va­Script. This needs a brow­ser built by thou­sands of en­gi­neers just to show you a pa­ra­graph.

Ma­chi­nes get the clean ver­si­on.

fair point, auch weil es mei­nem con­fir­ma­ti­on bias dient. heu­te hab ich mal ein biss­chen wei­ter auf un­sto­ry ge­le­sen. das ist al­les sehr schlecht ge­launt aber auch nicht falsch.

ich wür­de die fra­ge war­um web­brow­ser mark­down nicht na­tiv un­ter­stüt­zen (bzw. ren­dern)  …

Web brow­sers are not do­cu­ment view­ers. They are cus­to­mer ac­qui­si­ti­on chan­nels for mas­si­ve tech eco­sys­tems. They don't ser­ve users, but cor­po­ra­ti­ons. AI fea­tures, VPNs, cryp­to wal­lets, and count­less of other non­sen­se.

… zum be­si­pi­el an­ders be­ant­wor­ten: weil es noch kei­nen be­darf da­für gab und „wir“ erst jetzt drauf ge­kom­men sind beim nach­den­ken dar­über wie wir es ma­schi­nen leich­ter ma­chen kön­nen. das sagt der mensch hin­ter un­sto­ry an an­de­rer stel­le auch (ir­gend­wie):

The peo­p­le buil­ding the hu­man web cho­se the ma­chi­ne for­mat. The ma­chi­nes mo­ved to the hu­man for­mat.

das ei­gent­li­che pro­blem scheint zu sein, dass wir kom­ple­xen pro­ble­me ger­ne mit kom­ple­xen lö­sun­gen be­geg­nen und den blick fürs ein­fa­che ver­lie­ren. manch­mal ist ein per­spek­tiv­wech­sel hilf­reich um ein­fa­che lö­sun­gen zu er­ken­nen. die per­spek­ti­ve von men­schen oder ma­schi­nen ein­zu­neh­men, die be­stimm­te kom­ple­xe din­ge nicht kön­nen, ist auf je­den fall im­mer hilf­reich.

je­den­falls neh­me ich den rat von un­sto­ry.eu an und fol­ge ihm nicht, hof­fe aber alle paar wo­chen dar­an zu den­ken mal dort vor­bei zu schau­en.

(ge­fun­den auf bubbles)

nach­trag:

Posts ap­pear and di­s­ap­pear. ASCII text, Eng­lish. No ar­chi­ve, no nost­al­gia. I don't pre­ser­ve things out of cour­te­sy.

tat­säch­lich ver­schwin­den die sei­ten dort ge­le­gent­lich …