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re­pa­rie­ren, re­stau­rie­ren und ma­chen

felix schwenzel in notiert

in den letz­ten mo­na­ten er­wi­sche ich mich im­mer wie­der da­bei wie ich mir stun­den­lang re­pa­ra­tur- und re­stau­rie­rungs­vi­de­os an­se­he. vor al­lem be­ob­ach­te ich, wie sehr mich das be­frie­digt. das ist nicht neu, vor zehn mo­na­ten hab ich das schon­mal an­ge­merkt.

aber heu­te fra­ge ich mich, ob die­se be­frie­di­gung nicht auch ei­nen po­li­ti­schen aspekt hat. in ei­ner welt der en­tro­pie, in der nicht im­mer al­les zu­sam­men­passt oder so funk­tio­niert, wie man sich es vor­stellt oder wünscht, kann re­pa­ra­tur, hei­lung, auf hoch­glanz brin­gen eine ka­thar­ti­sche wir­kung ha­ben.

zu se­hen, dass man ka­put­tes, zer­stör­tes, hoff­nungs­los ver­schmutz­tes auch wie­der schön und funk­ti­ons­fä­hig ma­chen kann zeigt, dass ver­fall nicht zwangs­läu­fig ist, dass es bes­ser wer­den kann, dass wir et­was aus­rich­ten kön­nen, dass ver­än­de­rung mög­lich ist.

viel­leicht ist schrei­ben, ins in­ter­net schrei­ben, krea­ti­ve wer­ke schaf­fen und re­pa­rie­ren auch ge­nau des­halb so ein tie­fes be­dürf­nis von uns al­len. ich kann mich noch sehr gut dar­an er­in­nern, dass ma­len in mei­enr kin­der­gar­ten­zeit eine bei­na­he ma­gi­sche und tief be­frie­di­gen­de wir­kung hat­te. et­was ein­fan­gen und fest­hal­ten und gleich­zei­tig ge­stal­ten. an die­sem blog rum­schrau­ben und da rein zu schrei­ben und zu pos­ten ist auch ein auf­stand ge­gen die en­tro­pie, den ver­fall, das ver­ges­sen.

und auch hier fällt mir wie­der si­sy­phos ein. re­pa­rie­ren, fest­hal­ten, kre­ieren ist der fels­bro­ken von si­sy­phos. jede re­pa­ra­tur geht ir­gend­wann wie­der ka­putt, nach der spül­ma­schi­nen-re­pa­ra­tur ist vor der spül­ma­schi­nen-re­pa­ra­tur. aber, man muss sich den re­pa­rie­ren­den als glück­li­chen men­schen vor­stel­len. das wah­re schla­raf­fen­land ist nicht der ort wo ei­nem die ge­bra­te­nen tau­ben in den mund oder die hand flie­gen, son­dern der ort und die zeit an dem man sich tau­ben bra­ten kann — und es dann auch tut — für sich oder an­de­re.

in ge­nau die­sem zu­sam­men­hang fiel mir heu­te auf, dass bil­der von fein säu­ber­lich ge­ord­ne­ten sa­chen (things neat­ly or­ga­ni­zed) die glei­che wir­kung ha­ben kön­nen wie re­pa­ra­tu­ren. aber vor al­lem fiel mir auf, dass things­or­ga­ni­zed­neat­ly.tumb­lr.com ir­gend­wann aus mei­nem RSS-rea­der ge­fal­len sein müs­sen. war es aber gar nicht, es gibt nur of­fen­sicht­lich nicht mehr so vie­le fein säu­ber­lich ge­ord­ne­ten sa­chen. 

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klaas heufer-umlauf ist ein ziemlich guter schau­spie­ler. und das video ist durch­ge­hend witzig, obwohl der witz nach 3 minuten ei­gent­lich durch ist.

via bielinski.de

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37 minuten einem töpfer dabei zuschauen, wie er >1000 eckige sei­fen­schäl­chen dreht und pro­du­ziert. sehr be­frie­di­gend.

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die aktuelle vi­de­orei­he von tom scott gefällt mir gut. er reist durch england, besucht in­ter­es­san­te orte und schneidet daraus ein video. hier: das einzig ver­blie­be­ne gemauerte zir­kus­zelt mit dem extra eines pools in der manege.

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die schnitte und il­lus­tra­tio­nen in diesem video nerven, aber für mein ar­chi­tek­ten­herz gab es hier viel futter. das video hat dami lee sehr geschickt mehr oder weniger um dieses wilian gibson zitat gebaut:

Cy­ber­space is a con­sen­su­al hal­lu­ci­n­a­ti­on.


I love all of these little people. The Warsaw one reminds me somewhat of Rocky from Project Hail Mary. Some of the ones from smaller places have more per­so­na­li­ty, but I feel like the New York and Boston ones are my favorites aes­the­ti­cal­ly. Weirdly, the iconic German Am­pel­männ­chen isn’t among the crowd here.

im wikipedia-artikel sieht man, dass der designer des ost-am­pel­männ­chens (karl peglau) auch einen (auto) ampel-entwurf gemacht hat, der sich aber of­fen­sicht­lich nicht durch­setz­te.

in­ter­es­sant. ein hashtag-ag­gre­ga­tor den man per web­men­ti­on anpingt und der dann die mentions listet. finde ich gut, muss mal drüber nach­den­ken ob und wie ich das in­te­grie­re.

via culdesac.site

das ist wirklich toll. sand unter dem mikroskop. besser als schnee­flo­cken. auch schön das via: auf culdesac.site kann man sich zu zu­fäl­li­gen seiten schicken lassen. ich habs erstmal bei einer gelassen, weil ich auf ma­gni­fied­sand.com dann so lange festhing.

via culdesac.siteculdesac.site

thomas weist auf die zdf-mediathek hin, um dort die inside CDU-doku zu sehen. guck ich aber nicht. ich hab auch schon the office oder stromberg nicht ertragen. und an­de­rer­seits denk ich auch immer: kann man alles peinlich finden und wie ein politiker fordern es besser zu machen. aber besser wäre viel­leicht auch zu sagen: wie. oder zeigen wie.

oder wie arno frank auf spon sagt:

Wer [beim Po­li­tik­ma­chen] keine peinliche Figur macht, wenn ihm fort­wäh­rend ein Mikro vor die Nase gehalten wird, ist herzlich dazu ein­ge­la­den, den Job selbst zu über­neh­men. So geht De­mo­kra­tie. Viel­leicht kann es das ge­gen­wär­ti­ge Personal wirklich nicht. Das kommende Personal, so viel ist sicher, wird es nicht einmal wollen.

 


27.09.2026

felix schwenzel in notiert

chris­toph hat sein 13 jah­re al­tes ta­ge­buch von ei­nem 22 tage lan­gen USA road­trip in sein blog über­tra­gen. ich habe das sehr ger­ne ge­le­sen und die fo­tos sind gran­di­os.


die bei­fah­re­rin brauch­te heu­te com­fort food, des­halb hab ich heu­te wie­der frit­tiert und kraut­sa­lat ge­macht.

beim mor­gen­spa­zier­gang mein han­dy ver­ges­sen, war trotz­dem gut.

es ist sonn­tag abend und ich bin im ge­gen­teil zu nor­ma­len sonn­tag aben­den ex­trem gut ge­launt. ob­wohl mor­gen mon­tag ist, habe ich noch 6 sonn­ta­ge und ei­nen sams­tag vor mir. ur­laub ist toll.

ich sit­ze hier und den­ke nach was ich heu­te ge­macht habe und mir fällt nichts ein. ok, sen­dung mit der maus ge­guckt, mor­gen­spa­zier­gang, mit­tags­schlaf, in der kü­che das si­li­kon zwi­schen ar­beits­plat­te und ka­cheln er­neu­ert. aber sonst? nix. toll. kann ich auch nix schrei­ben. 


ich bin gros­ser fan staat­li­cher re­gu­lie­rung. die gros­sen kri­sen, die uns ge­gen­über­ste­hen oder auf uns zu­kom­men, lö­sen wir nicht al­lein durch in­di­vi­du­el­le um­stel­lung un­se­rer le­bens­wei­se. es ist lo­bens­wert, das auto ste­hen zu las­sen (am bes­ten gleich beim au­to­händ­ler, vor dem kauf) und das fahr­rad zu be­nut­zen. aber der aus­bau von fahr­rad­we­gen, der um­bau un­se­rer städ­te zu men­schen­freund­li­chen statt au­to­freund­li­chen le­bens­räu­men ist eine po­li­ti­sche und ge­sell­schaft­li­che auf­ga­be. ge­nau wie die um­stel­lung der en­er­gie­ver­sor­gung auf er­neu­er­ba­re en­er­gie­quel­len, um un­se­re ab­hän­gig­keit von fos­si­len en­er­gie­quel­len und schur­ken­staa­ten zu re­du­zie­ren, oder die re­du­zie­rung zum bei­spiel von ver­pa­ckungs­müll. fast 60 jah­re jute statt plas­tik ha­ben den ver­pa­ckungs­müll kaum re­du­ziert, ge­nau­so wie schau­fens­ter­po­li­ti­sche stunts wie der grü­ne punkt oder trittins pfand­ge­döns.

es gibt un­men­gen bren­nen­der fra­gen (im wahrs­ten sinn des wor­tes) und kri­sen, die wir po­li­tisch lö­sen müs­sen. das ist kom­pli­ziert und funk­tio­niert nicht im­mer im ers­ten wurf, aber an­ders als mit staat­li­cher, ge­sell­schaft­li­cher re­gu­lie­rung, also ge­set­zen und re­geln für alle, kom­men wir da nicht wei­ter.

an­de­rer­seits gibt es re­gu­lie­run­gen, die von an­fang an zum schei­tern ver­ur­teilt sind, also nach­ge­wie­se­ner­mas­sen nicht funk­tio­nie­ren. das sind vor al­lem ju­gend­schutz­re­geln und be­täu­bungs­mit­tel­ver­bo­te. al­les, was sol­che re­gu­lie­run­gen be­wir­ken, sind ge­wis­se rei­bungs­ver­lus­te bzw. leich­te schwie­rig­kei­ten bei der be­schaf­fung. wer trin­ken, kif­fen oder rau­chen will, egal wie alt er ist, egal wie le­gal, il­le­gal oder teu­er die be­schaf­fung ist, fin­det wege. auch das so­cial-me­dia-ver­bot in aus­tra­li­en wirkt so gut wie gar nicht:

Die bis­he­ri­gen Da­ten zei­gen, dass das aus­tra­li­sche So­cial-Me­dia-Min­dest­al­ter die Nut­zung durch Un­ter-16-Jäh­ri­ge bis­lang nur be­grenzt re­du­ziert hat und die Al­ters­be­schrän­kun­gen in gro­ßem Um­fang um­gan­gen wer­den.

-- quel­le

na­tür­lich bin ich der mei­nung, dass wir staat­li­che re­gu­lie­rung von so­cial me­dia und tech-platt­for­men brau­chen, aber eben für alle. dark pat­terns, sucht­för­dern­de de­sign­mus­ter oder mo­de­ra­ti­ons­de­fi­zi­te auf öf­fent­lich zu­gäng­li­chen platt­for­men müs­sen ge­nau wie schäd­li­che sub­stan­zen oder ge­sund­heits­ge­fähr­den­de pro­duk­te re­gu­liert oder mit re­gu­la­to­ri­schen mit­teln so ver­teu­ert wer­den, dass sie sich für die be­trei­ber we­ni­ger loh­nen.

aber das mit dem ju­gend­schutz al­lein durch ver­bo­te kön­nen wir uns ab­schmin­ken. oder we­ni­ger po­le­misch for­mu­liert: re­gu­lie­rung soll­te nicht bei den nut­zen­den an­set­zen, son­dern bei den an­ge­bo­ten und an­bie­tern. und die bes­te ju­gend­schutz­grund­la­ge ist im­mer noch, ju­gend­li­che da­bei zu un­ter­stüt­zen, stark, au­to­nom und selbst­stän­dig wer­den zu kön­nen. nicht vor­nehm­lich die ju­gend vor po­ten­zi­el­len ge­fah­ren und ri­si­ken schüt­zen, son­dern ih­nen das rüst­zeug an die hand ge­ben, um mit den ri­si­ken um­zu­ge­hen oder sie zu ver­mei­den.

ich habe gros­ses ver­trau­en in die ju­gend. nicht weil ich zu ei­nem mil­den on­kel ge­wor­den bin, son­dern weil ich selbst mal ju­gend­li­cher war und mich dar­an er­in­ne­re, dass ich mei­nen el­tern dank­bar bin, dass sie mich dum­me feh­ler ha­ben ma­chen las­sen und ich mir selbst aus­su­chen konn­te, wel­che ri­si­ken ich ein­ge­hen woll­te. ich hat­te zum bei­spiel kei­ne zeit, zu der ich am wo­chen­en­de spä­tes­tens zu hau­se sein muss­te, so­lan­ge ich mon­tag­mor­gens in ei­nem ak­zep­ta­blen zu­stand zur schu­le ging.

re­gu­lie­rung, die ver­ant­wor­tung von der ge­sell­schaft auf den ein­zel­nen ver­schiebt und das dann ju­gend­schutz nennt, nervt mich. ge­nau­so wie leu­te, die jun­gen men­schen kein ver­trau­en schen­ken und un­ter dem deck­man­tel des ju­gend­schut­zes ent­sch­ei­dun­gen für sie tref­fen wol­len. leu­te, die ju­gend­li­che für nar­ziss­tisch, fast-food-, ni­ko­tin-, spiel-, por­no-, gad­get-, auf­merk­sam­keits- oder kon­for­mi­täts­süch­tig hal­ten, ha­ben mich schon als ju­gend­li­cher ge­nervt. und sie ner­ven mich im­mer noch. ins­be­son­de­re wenn ich aus­ge­rech­net auf netz­po­li­tik ko­lum­nen wie die­se von ih­nen le­sen muss.

Statt die eigene Per­sön­lich­keit aus­zu­drü­cken, eti­ket­tie­ren Nutzer:innen alles, was sie tun und was sie sind, mit einem der zahllosen Labels, die über ihre Bild­schir­me fliegen. Dabei passen sie sich allzu ge­schmei­dig wö­chent­lich wech­seln­den Trends an. Sie schreiben über sich selbst, ohne etwas über sich aus­zu­sa­gen.

Social-Media-Trends bestimmen, was Menschen über sich selbst sagen, wie sie sich kleiden und welche Musik sie hören, nicht aber das eigene Interesse oder der eigene Geschmack. So ver­schwin­den sie im Gleich­strom der Clean-Girl-Ästhetik oder in Cow­boy­stie­feln und Mi­ni­rö­cken in ir­gend­ei­ner Bar. Chic.

was für ein quatsch. diese kolumne hätte genauso gut vor 20, 30, 40 oder 60 jahren er­schei­nen können. dann hätte man statt von social-media-platt­for­men von mas­sen­me­di­en oder me­di­en­kon­glo­me­ra­ten geredet. oder statt tech-bros hätte man zei­tungs­ba­ro­ne, rechts­kon­ser­va­ti­ve me­di­en­mo­gu­le, medien- oder stu­dio­bos­se gesagt. die „gleich­schal­tung“ von geschmack, trends und moden wäre dann statt von „grossen tech­platt­for­men“ aus zeitungen, zeit­schrif­ten, film und fernsehen „diktiert“ worden. davor waren es weltliche und kir­chen­fürs­ten, die uns in die „kon­for­mi­tät“ drängen wollten.

alles, was carla siepmann hier über trends, mode, kon­for­mi­tät, in­di­vi­dua­li­tät und darüber, wie „die jugend“ damit umgeht, schreibt, wird seit jahr­hun­der­ten genauso über „die jugend“ ge­schrie­ben. in der regel sind das al­ler­dings alte, weisse männer, die der jugend fehlende stärke, schwache per­sön­lich­kei­ten oder einen mangel an autonomie, willen und in­di­vi­dua­li­tät vorwerfen.


nach­trag 28.09.2026:

jan­nis scha­ka­ri­an hält fest, was der psy­cho­lo­ge pe­ter gray über die „Dis­kus­si­on um So­cial Me­dia und mög­li­che Aus­wir­kung auf Teen­ager und Kin­der [die zum Groß­teil durch] den Best­sel­ler „The Anxious Ge­ne­ra­ti­on“ von Jo­na­than Haidt be­stimmt [wur­de]“ zu sa­gen hat.

Pe­ter Gray sagt, dass sich der An­stieg von An­xie­ty und Sui­zid­zah­len eher durch ge­stie­ge­nem schu­li­schen Druck in den USA er­klä­ren lie­ße. Ins­be­son­de­re führt er an, dass seit den 1980er-Jah­ren die Selbst­stän­dig­keit von Kin­dern im­mer wei­ter ein­ge­schränkt wur­de und das feh­len von frei­em, un­struk­tu­rier­tem Spiel de­ren Re­si­li­enz scha­det. Wäh­rend frü­her Kin­der un­be­auf­sich­tigt mit­ein­an­der spiel­ten, ist das heu­te sel­te­ner ge­wor­den. Dar­in sind sich Haidt und Gray so­gar ei­nig.

der ar­ti­kel ist schon neun tage alt, ich hab ihn aber erst jetzt in mei­nem feed­rea­der ge­se­hen. 


was frau klug­sch­eis­ser hier über das ok­to­ber­fest schreibt, er­in­nert mich an die rhei­ni­sche tra­di­ti­on des kar­ne­vals. ich bin im rhein­land auf­ge­wach­sen und habe das un­ge­fähr 20 jah­re mit­er­lebt und be­ob­ach­tet. im un­ter­schied zum ok­to­ber­fest, hat kar­ne­val auch ei­nen po­li­ti­schen hin­ter­grund, von dem man in der neu­zeit­li­chen aus­prä­gung zwar nicht mehr all­zu viel mit­be­kommt. die idee, im schutz von ver­klei­dung und hu­mor die ob­rig­keit zu ver­spot­ten und ge­sell­schaft­li­che zu­stän­de zu kri­ti­sie­ren, ist aber hier und da noch sicht­bar.

prak­tisch dient der kar­ne­val, wie das ok­to­ber­fest, aber vor al­lem als aus­re­de, sich mass­los zu be­sau­fen, sich ge­hen zu las­sen und ge­wis­se ge­sell­schaft­li­che kon­ven­tio­nen für eine wei­le aus­zu­set­zen. als ju­gend­li­cher im rhein­land fand ich das gut und habe die ge­le­gen­heit ger­ne ge­nutzt. ich habe er­fah­run­gen sam­meln kön­nen, zu de­nen ich im nor­ma­len le­ben kei­ne ge­le­gen­heit hat­te, wie zum bei­spiel ei­nen faust­schlag ins ge­sicht zu be­kom­men und die ge­le­gen­heit auf ei­ner abend­ver­an­stal­tung zu knut­schen.

bis zu mei­nem acht­zehn­ten le­bens­jahr fand ich kar­ne­val gut. ich habe die ta­ge­lan­ge ver­an­stal­tung ra­tio­na­li­si­ert und mir ge­dacht, dass es gut sei, wenn men­schen ein­mal pro jahr nar­ren­frei­heit be­kom­men und die­se zeit als ab­lass­ven­til nut­zen kön­nen und für eine ge­wis­se zeit ihre sor­gen, zwän­ge und hem­mun­gen ver­ges­sen könn­ten. dann fuhr ich mit 17 jah­ren für ein jahr als aus­tausch­schü­ler nach ame­ri­ka. dort bil­de­te ich mir kurz ein, den kar­ne­val zu ver­mis­sen, aber als ich als acht­zehn­jäh­ri­ger zu­rück­kam, war ich dem kar­ne­vals­trei­ben völ­lig ent­frem­det.

in mei­ner nach-aus­tausch­schü­ler-zeit fand ich kar­ne­val nur noch stö­rend, laut, über­grif­fig und al­bern. je­des jahr zur kar­ne­vals­zeit flüch­te­te ich aus dem rhein­land. das ist auch ei­ner der un­ter­schie­de zum ok­to­ber­fest, das ok­to­ber­fest, die the­re­si­en­wie­se, kann man viel­leicht um­fah­ren, auch wenn die aus­wir­kun­gen in der gan­zen stadt mün­chen spür­bar sind, ist der ei­gent­lich wahn­sinn ört­lich be­grenzt. dem kar­ne­val ent­kommt man in rhei­ni­schen städ­ten nicht. es wird über­all ge­sof­fen, froh­sinn in die welt ge­ru­fen und krach ge­macht. die gan­ze stadt steht im wahrs­ten sin­ne des wor­tes kopf, von don­ners­tag bis diens­tag. um dem wahn­sinn zu ent­kom­men, muss man das rhein­land ver­las­sen. 


18.09.2026

felix schwenzel in notiert

ab heu­te 2 wo­chen ur­laub. in mee­tings habe ich heu­te mehr­fach auf die fra­ge, was ich denn ma­chen wür­de, ge­scherzt: von der ur­laubs­über­ga­be er­ho­len. ich konn­te zwar er­staun­lich vie­le lose en­den letz­ten bei­den ta­gen ver­kno­ten, aber lan­ge nicht alle. ur­laubs­über­ga­ben sind wahr­schein­lich auch der grund, war­um ich so un­ger­ne ur­laub neh­me. was ich sehr ger­ne ma­che, wenn ich am ende des jah­res zu­viel ur­laubs­ta­ge üb­rig habe, ist mir ei­ni­ge mitt­wo­che frei­zu­neh­men und mir so jede wo­che ein zwei­tes, kur­zes wo­chen­en­de zu be­sche­ren. ein frei­er mitt­woch struk­tu­riert die wo­che auf eine sehr an­ge­neh­me art.

seit mei­ner kind­heit bin ich un­fä­hig wo­chen­en­den wirk­lich zu ge­nies­sen, weil mir ir­gend­wann auf­fiel, wie schnell so ein wo­chen­en­de rum ist. ei­gent­lich ist nur der sams­tag rich­ti­ges wo­chen­en­de. am sams­tag kann ich mich noch ein biss­chen freu­en, weil ich weiss, am nächs­ten tag noch frei zu ha­ben. am sonn­tag sehe ich den mon­tag stän­dig am ho­ri­zont win­ken. an­de­rer­seits, und das ma­che ich erst seit ich über 50 bin, freue ich mich mon­tags dar­über, dass die wo­che bald wie­der vor­bei ist. weil im al­ter rennt die zeit nur so an ei­nem vor­bei. das il­lus­triert die­ser xkcd co­mic sehr schön, der ers­te den ich seit mo­na­ten auf an­hieb ver­stan­den habe.

foto vom möwensee im volkspark rehberge, im wasser reflektiert sich der wolkige himmel, der se ist dicht mit saftigen, grünen bäumen zugewachsen.
him­mel im mö­wen­see vor ein paar ta­gen

kon­stan­tins hüf­te er­laubt ihm skate­board zu fah­ren:

Bin erst ganz vor­sich­tig drauf­ge­stie­gen und lang­sam los­ge­fah­ren. Ging gut. Dann ge­dreht, mit der Hüf­te Schwung ge­ge­ben. Ging rich­tig gut. Da nahm ich Fahrt auf.

und hier schreibt er:

Was ich nach wie vor nicht kann, und kei­ner­leih Am­bi­tio­nen da­für habe, ist das Tricks ma­chen auf ei­nem Skate­board. Aber was ich in­zwi­schen ohne grös­se­re An­stren­gung be­herr­sche, ist das die-Stras­se-ent­lang-Glei­ten auf mei­nem kur­zen Long­board, Shor­ty.

kon­stan­tin hat mit 44 an­ge­fan­gen skate­board zu fah­ren. ich so mit 12 oder 13. aus­ser zu fah­ren hab ich auch nie was ge­lernt und hat­te kei­ne am­bi­tio­nen ir­gend­wel­che tricks zu ler­nen. im ge­gen­teil. ich hielt das skate­board für das idea­le fort­be­we­gungs­mit­tel. man kann es un­ter den arm klem­men, in den öf­fent­li­chen oder pri­va­ten nah­ver­kehr mit­neh­men, in ge­schäf­te mit­neh­men oder sich eben ein­fach drauf stel­len und schnel­ler als zu fuss vor­an­kom­men.

ir­gend­wann bin ich so viel skate­board ge­fah­ren, dass sich mei­ne achil­les­seh­ne ent­zün­det hat und ich ein paar wo­chen pau­sie­ren muss­te.

wäh­rend des stu­di­ums in stutt­gart bin ich über­all mit dem skate­boad hin­ge­fah­ren. da ich mich wäh­rend des stu­di­ums schon ziem­lich alt ge­fühlt habe und nicht mehr ju­gend­lich schlank war, dach­te ich mir, dass ich mein skate­board-fah­ren iro­nisch bre­chen müss­te und trug beim ska­ten aus­schliess­lich an­zug und pas­sen­de le­der­schu­he. vor 22 jah­ren hab ich da mal was zu ge­schrie­ben:

dass skate­board­fah­ren viel an­stren­gen­der, lau­ter, und zum teil auch un­prak­ti­scher [als fahr­rad fah­ren] war nahm ich in kauf. […] aus­ser fah­ren und brem­sen kann ich mit dem skate­board nicht viel, vor al­lem kann ich kei­ne trep­pen­ge­län­der run­ter­fah­ren oder in der hal­ben pfei­fe fah­ren.

videostill aus einem kurzen video in dem ich mit einem anzug und lederschuhen kurz auf einem skateboard rumtolle
ix vor > 22 jah­ren im an­zug auf ei­nem skate­board

ja­son kott­ke liest ge­ra­de ein buch über den ge­ruchs­sinn. ab­ge­se­hen da­von dass ich es sehr ger­ne mag, wenn ja­son kott­ke mal mehr als kur­ze kom­men­ta­re un­ter links oder vi­deo pos­tet, ist das eine gute er­in­ne­rung dar­an, sich noch­mal in­ten­si­ver mit ge­rü­chen aus­ein­an­der zu set­zen.

Smell is the most di­rect of all our sen­ses. When I hold a vio­let to my nose and inha­le, odor mole­cu­les float back into the na­sal ca­vi­ty be­hind the bridge of the nose, whe­re they are ab­sor­bed by the mu­co­sa con­tai­ning re­cep­tor cells bea­ring mi­cro­sco­pic hairs cal­led ci­lia. Five mil­li­on of the­se cells fire im­pul­ses to the brain’s ol­fac­to­ry bulb or smell cen­ter. Such cells are uni­que to the nose. If you de­s­troy a neu­ron in the brain, it’s fi­nis­hed fo­re­ver; it won’t re­grow. If you da­ma­ge neu­rons in your eyes or ears, both or­gans will be ir­repa­ra­b­ly da­ma­ged. But the neu­rons in the nose are re­pla­ced about every thir­ty days and, un­li­ke any other neu­rons in the body, they stick right out and wave in the air cur­rent like ane­mo­nes on a co­ral reef.

noch­mal zur er­in­ne­rung: wir ha­ben 5-6 mil­lio­nen die­ser zel­len, hun­de 200–300 mil­lio­nen. mei­ne ver­mu­tung ist ja, dass so wie wir in bil­dern den­ken, hun­de in ge­rü­chen den­ken. so wie wir uns ge­schich­ten er­zäh­len um in­ne­re bil­der zu kon­stru­ie­ren, kon­stru­ei­ren sich hun­de ihr welt­bild aus ge­rü­chen, den­ken in ge­ruchs­ka­te­go­rien — und: kein wun­der das hun­de so emo­tio­nal sind.


 

aus­ser­dem ge­le­sen:

These whist­le­b­lo­wers aren't really sur­pri­sing anybody with the re­ve­la­ti­on that our biggest tech companies are wildly unethical, don't develop their products re­spon­si­bly, and utterly loathe trans­pa­ren­cy. The fact that they're just now ap­par­ent­ly realizing this raises more than a few questions.

Amusingly, Sam Altman (a few months out from a feature story framing him as an abject sociopath) and Elon Musk (a white su­pre­macist fascist with a head full of con­spi­ra­cy theories and re­crea­tio­nal ketamine) leveraged all the fear to claim the tech industry needs to slow the rate of AI de­ve­lo­p­ment over safety concerns.

via pxlnv.com


mir fiel auf, dass ich matt groe­ning noch nie ge­se­hen habe, also schau­te ich mir die­se fol­ge von co­nan o’bri­an needs a fri­end mit matt groe­ning an. matt groe­ning ist ein be­sch­ei­de­ner, sym­pa­thi­scher typ der wie home simpson aus­sieht aber sehr viel in­tel­li­gen­ter als ho­mer ist. aus­ser­dem ge­lernt, dass man matt groe­ning nicht deutsch mit ö (grö­ning) aus­spricht, son­dern wie grey­ning.

matt groe­ning in­spi­riert co­nan o’bri­en dazu selbt die gan­ze zeit über sei­ne zeit als au­tor bei den simpsons zu er­zäh­len, wäh­rend matt groe­ning ge­le­gent­lich klei­ne er­gän­zun­gen hin­zu­fügt. sehr in­ter­es­sant und un­ter­halt­sam fand ich das und co­nan o’bri­en schafft es fast die gan­ze sen­dung über sei­nen sar­kas­ti­schen hu­mor zu zü­geln — ganz of­fen­sicht­lich ist er sehr be­wegt von matt groe­nings an­we­sen­heit und weist mehr­fach daraif hin wie dank­bar er für sei­ne zeit bei den simpsons war.

zwi­schen­durch re­den die bei­den über ei­nen der simpsons-au­toren mit dem na­men john swartzwel­der, der mitt­ler­wei­el de­tek­tiv­ge­schich­ten schreibt, die bei­de sehr wit­zig fin­den.

die le­se­pro­be von The Time Ma­chi­ne Did It auf ama­zon.de hat mich dazu ge­bracht das gleich zu kau­fen und auf mei­nen vir­tu­el­len sta­pel von un­ge­le­se­nen bü­chern ganz oben zu le­gen.

wie im­mer sehr wit­zig, auch wenn (oder ge­ra­de weil) je­mand mit den ge­füh­len vom nuf spie­len woll­te.

Was ich ei­gent­lich schrei­ben woll­te: ich bin schon et­was de­pri­miert we­der Agen­tur noch Ver­trag zu ha­ben. Mein Diva-Ego ist an­ge­kratzt und ge­nau in die­ser Ver­fas­sung er­hielt ich nach­fol­gen­de Mail:
[…]
Ja und was soll ich sa­gen. Da war ich schon ein biss­chen: Oha!

lu­kas hein­ser macht es ei­nem wirk­lich ein­fach ei­nen le­sen­wer­ten text von ihm an­zu­teasern. ein­fach den ers­ten ab­satz zi­tie­ren soll­te rei­chen den gan­zen text zu emp­feh­len, oder?

Kei­ne Bron­ze­pla­ket­te, kein Pod­cast und kei­ne Net­flix-Doku kün­den da­von, aber: Heu­te vor 25 Jah­ren sind wir – der Erd­kun­de-LK und wei­te­re Leis­tungs­kur­se des Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­ums Dins­la­ken – von un­se­rer Stu­fen­fahrt nach Ber­lin zu­rück­ge­kom­men.

… Leute wählen die AFD, nicht weil es Ihnen danach besser geht, sondern weil es anderen danach schlech­ter geht.”

Dies wiederum erinnert mich an eine Aussage, die ich Anfang des Jahres in einem Podcast hörte, sofort notierte und welche in die gleiche Kerbe schlägt.

And sometimes power can be, I can knock you down. And it’s much easier to knock somebody down than it is to build something.

Den eigenen Selbst­wert virtuell zu steigern, indem man andere nach unten drückt, ist nicht nur ein sehr modernes Ver­hal­tens­mus­ter vieler, sondern auch etwas, was ich per­sön­lich relativ früh im Leben selbst erlebt habe, und Freund­schaft oder Sympathie im All­ge­mei­nen hat sich für mich immer explizit mit dem Gegenteil definiert.

Ich kannte Menschen, die von Che Guevara ver­blen­det waren, von Osho, dem Guru, sogar von Andreas Baader. Alles schlimm genug. Aber warum agieren Personen, die ihr Leben lang drei Mahl­zei­ten am Tag hatten, in Frieden und Si­cher­heit leben dürfen und durch die freien Medien und po­li­ti­schen Systeme des Westens sogar reich und berühmt wurden – ich denke an Oskar La­fon­taine, Sahra Wa­gen­knecht, Gerhard Schröder, Alice Schwarzer, Ulrike Guérot, Marine Le Pen und viele, viele andere –, nun objektiv in Putins Interesse? Putin, der sein Volk bestiehlt, täglich morden lässt – so gierig und so brutal. So grausam. Muss man sich mal vor­stel­len.

im wed­ding sind wir wirk­lich gut ver­sorgt mit chi­ne­si­schen re­stau­rants. trotz­dem ge­hen wir eher sel­ten über­haupt es­sen, aber der letz­te be­such im szechu­an an der sze­es­tra­se war sehr in­spi­rie­rend. nach dem wirk­lich gu­ten es­sen dort, woll­te ich al­les was wir dort ge­ges­sen ha­ben nach­ko­chen. bin ich zwar noch nicht dazu ge­kom­men, werd ich aber noch. und in reis­nu­deln mizu wer­den wir be­stimmt auch bald mal ge­hen. 


Die Zeit, die ich im Layover verbringe, wie der 24 – 48 stündige Auf­ent­halt am Zielort genannt wird, hat sehr wenig mit dem allgemein bekannten Reisen oder Ge­schäfts­rei­sen zu tun. Natürlich kann ich im Gegensatz zu anderen Menschen mit be­ruf­li­chem Auftrag über meine Zeit während des Auf­ent­halts frei verfügen, und für nicht wenige sind die Auf­ent­hal­te in fremden Städten eine Ent­loh­nung, die die Strapazen er­träg­lich machen. So bedeutet der Traumjob Fliegen in vielen Augen einen Vorzug: Reisen für schmales Geld.

das habe ich sehr gerne gelesen.

xy ist punk hört sich immer so ab­ge­grif­fen an, so selbst­ver­herr­li­chend an. aber das passt hier schon, indieweb, bloggen, ins internet schreiben bedeutet eben punk in dem sinne, zu machen wonach es einem selbst ist und nicht wonach es anderen ist. und das ist in mehreren kurzen, knappen kapiteln gut be­schrie­ben.

via ligneclaire.de

If I learn today that my neighbors have political views that my “side” considers un­ac­cep­ta­ble and unf­or­giva­ble, should I be able to have dinner at their house, shovel their snow, or even greet them outside?

Should I be condemned for sup­port­ing or as­so­cia­ting with them in non-political contexts?

Should I be condemned for not publicly con­dem­ning them myself?

While privilege and power dynamics play a complex and un­avo­ida­ble role in this, I don’t want to associate with any community that would insist on either of those.

And I can’t help but feel that maybe we were better off before we knew everyone’s hot takes on ever­y­thing.

in meinem #rp24 vortrag habe ich in völlig anderem zu­sam­men­hang gesagt, dass un­wis­sen­heit kein segen sein muss (nicht „ignorance is bliss“), sondern dass es darum geht gelassen zu bleiben. und in nochmal einen anderen zu­sam­men­hang hab ich gelesen, dass es manchmal besser sein kann andere nicht nach ihren ein­stel­lun­gen, sondern nach ihrem handeln zu be­ur­tei­len.

abgesehen davon mag ich es, wie marco arment seien fussnoten darstellt.

roman jasiek über seinen zweiten ge­burts­tag.

Der 29. August ist [mein] zweiter Ge­burts­tag quasi, denn an diesem Tag wurde mir geschenkt, wei­ter­zu­le­ben. Und das, merke ich gerade, wird mich ver­mut­lich noch lange be­schäf­ti­gen. Meine Liebsten gewiss auch. Und auch, wenn ich selbst im Vorfeld keine Warn­si­gna­le meines Körpers wahr­ge­nom­men habe […], kann ich nur ab­schlie­ßend sagen: Achtet auf Euch.


aus­ser­dem ge­fal­len hat mir die drit­te staf­fel silo die ges­tern zu­en­de ging. das fi­na­le war su­per, hat vie­le ge­heim­nis­se ge­lüf­tet und gleich wie­der 18 nach­ge­füllt. die ak­tu­el­le, noch lau­fen­de staf­fel re­a­cher ge­fällt mir auch gut, aber eher im sin­ne ei­ner sehr gu­ten mit­tel­gu­ten fern­seh­se­rie. silo da­ge­gen ist eine sehr gute sehr gute fern­seh­se­rie.


 

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was wäre wenn wir win­ter­schla­fen könnten?


mei­ne au­to­bio­gra­fie wür­de ich „dö­ner zum früh­stück“ nen­nen. ich glau­be def­ti­ges früh­stück habe ich lie­ben ge­lernt, als ich zum ers­ten mal nacht­schicht ge­ar­bei­tet habe. das war in heins­berg, wäh­rend ei­nes fe­ri­en­jobs in ei­ner fa­brik, in der dräh­te ge­zo­gen und ver­edelt wur­den. dort wur­den aus di­cken dräh­ten fei­nes me­tall­ge­we­be für den man­tel von au­to­rei­fen her­ge­stellt. die dräh­te lie­fen durch öfen und zum ab­küh­len durch blei­bä­der und wur­den spä­ter mit mes­sing gal­va­ni­sie­srt. die ar­beit war irre un­ge­sund und an­stren­gend, aber seit­dem lie­be ich def­ti­ges früh­stück.

aber ei­gent­lich woll­te ich nur jour­nal.le-bas­ti­on.de emp­feh­len und auf mei­ner pri­mä­re blogrol­le hin­zu­fü­gen.

und wo ich ge­ra­de da­bei bin: fort­lau­fend habe ich an dem tag ent­deckt, an dem es ge­schlos­sen wur­de in fa­vor of the eng­lish ver­si­on fur­ther­mo­re.

→ blogroll

  • journal.le-bastion.de

    das ist so ziemlich das mi­ni­ma­lis­tischs­te blog das mir je un­ter­ge­kom­men ist. so mi­ni­ma­lis­tisch, dass noch nicht mal der rss feed dis­co­vera­ble ist, aber immerhin unter der standard-wordpress-adresse liegt. das journal besteht aus über­schrif­ten, text und einem zeit­stem­pel. sonst nix. aber mi­ni­mal­si­mus reicht natürlich nicht allein um meine neugier zu wecken. es sind die texte die ich sehr gerne lese. gefunden in kon­stan­tins blogrolle.

  • furthermore

    fast so mi­ni­ma­lis­tisch wie journal.le-bastion.de, nach­fol­ger von fort­lau­fend auf englisch, so angenehm zu lesen, dass ich es nicht in die eng­lisch­spra­chi­ge blogroll ein­sor­tie­re, sondern auf meine primäre blogrolle, in der sonst nur deutsch­spra­chi­ge blogs sind.

 


der soft­ware­ent­wick­ler ni­ki­ta pro­ko­pov war (2024) frus­triert von web­sei­ten mit ki­no­pro­gram­men und pro­gram­mier­te sich und al­len men­schen in deut­schen städ­ten schnell eine schlan­ke web­sei­te mit al­len ki­nos in deutsch­land und al­len fi­lem und al­len spiel­zei­ten. kei­ne wer­bung, kei­ne coo­kies, kein logo, kein fir­le­fanz, nur das pro­gramm in fil­ter­ba­ren ta­bel­len. hier das pro­gramm des city-ki­nos im wed­ding, für das ich noch ei­nen gut­schein habe, hier das pro­gramm des ci­ne­ma­xx am pots­da­mer platz.

ob­wohl sol­che spon­ta­nen ex­pe­ri­men­te ja oft bei schwin­den­dem in­ter­es­se der ent­wick­ler ver­wai­sen, al­le­ki­nos.de läuft auch nach 2 jah­ren noch.

ni­ki­ta pro­ko­pov:

In the be­gin­ning, I wan­ted a simp­le web­site that sol­ved my pro­blem. I wan­ted a web­site that I’d en­joy using.

Ma­gic things hap­pen when you trust your users and just show them ever­y­thing you’ve got.

 

screenshot von allekinos.de mit einer klickbaren liste von städtenamen und links auf „demnächst im kino“ und „alle filme“
screen­shot von al­le­ki­nos.de mit ei­ner klick­ba­ren lis­te von städ­te­na­men und links auf „dem­nächst im kino“ und „alle fil­me“



mir ist auf­ge­fal­len, dass noch ei­ni­ge blogs die ich ger­ne lese in mei­nen blogrol­len feh­len. mei­ne blogrol­len auf­fül­len oder um­sor­tie­ren wer­de ich jetzt re­gl­mäs­sig ma­chen weil ich sie mitt­ler­wei­le selbst mit gros­sem ver­gnü­gen selbst nut­ze, der­zeit vor al­lem in mei­nem rea­der, aber auch mit­tels ei­nes neu­en riv­va-fea­ture, dass ge­ge­be­nen­falls bald öf­fent­lich zu­gäng­lich ist.

was mir im rea­der auf­fiel. ich mag netz­po­li­tik, aber die ver­öf­fent­li­chungs­fre­quenz von ar­ti­keln die ich nicht un­be­dingt so­fort le­sen möch­te ist mir ein biss­chen zu hoch. des­halb wan­dert netz­po­li­tik von mein­ner „start­pack-blogrol­le“ in „auch in mei­nem feed­rea­der“ — und da­mit aus dem rea­der.

ich füh­re künf­tig also drei blogrol­len, eine (das „star­ter­pack“) mit deutsch­spra­chi­gen blogs die ich so ger­ne lese, dass ich sie ger­ne vor al­lem an­de­ren in mei­nem feed­rea­der le­sen wür­de. dann eben jene blogs die ich auch in mei­nem feed rea­der habe und von de­nen ich fast al­les lese, aber eben auch ge­le­gent­lich was über­sprin­ge oder auch spä­ter le­sen kann. und dann die eng­lisch­spra­chi­gen blogs. da wer­de ich in zu­kunft viel­leicht noch eine vier­te blogrol­le draus ex­tra­hie­ren, mit eng­lisch­spra­chi­gen blogs die ich für es­sen­zi­ell hal­te, wie dar­ing fire­ball oder waxy.org oder this is­n't hap­pi­ness.

Blogroll

  • Ole Reissmann

    ole reissmann lese ich auch furchtbar gerne, auch wenn er sich the­ma­tisch derzeit fast aus­schliess­lich auf KI und jour­na­lis­mus kon­zen­triert. ich finde dort ge­le­gent­lich echte perlen. → eng­lisch­spra­chi­ge blogs

  • REAL VIRTUALITY

    alexander matzkeit über film und medien und dies und das. er schreibt selten, aber immer mit substanz und lei­den­schaft. → star­ter­pack

  • horax schreibt hier

    in der un­ter­zei­le steht unter anderem: „ab­sichts­lo­ses her­um­lie­gen“. das gefällt mir, aber auch das, was horax ge­le­gent­lich schreibt. → star­ter­pack

  • Stefan Niggemeier

    das war lange zeit mein lieb­lings­blog von meinem lieb­lings­jour­na­lis­ten. dann kam über­me­di­en und stefan-nig­ge­mei­er.de schlief ein. jetzt (2026) ver­öf­fent­lich stefan dort wieder artikel, die er anderswo ver­öf­fent­licht hat. ich bin sicher, dasss stefan-nig­ge­mei­er.de ir­gend­wann wieder mein lieb­lings­blog wird. → auch in meinem feed­rea­der

beim letz­ten fol­low-mon­tag lan­de­te jo­han­nes kuhn noch in ei­ner ei­ge­nen blogrol­le und OPML-da­tei. die habe ich jetzt ent­fernt und jo­han­nes ins star­ter­pack auf­ge­nom­men. 


wäh­rend fri­da und ich zwei wo­chen al­lei­ne zu­hau­se wa­ren, war die bei­fah­re­rin in ham­burg und hat bei der pen­ti­ment som­mer­aka­de­mie ei­nen ma­le­rei-kurs ge­lei­tet. die do­zen­ten der som­mer­aka­de­mie hal­ten auch im­mer ei­nen vor­trag. das ist ihr vor­trag, den sie noch­mal ein­ge­spro­chen hat.

er han­delt von mei­nen vier letz­ten ar­beits­grup­pen und wie sie ent­stan­den sind.

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nach­dem ich hier um die 20 deutsch­spra­chi­ge blogs ma­schi­nen- (und men­schen-) les­bar ver­öf­fent­lich habe, fol­gen hier um die 20 eng­lisch­spra­chi­ge blogs. in der block­rol­le kann man auch be­zie­hun­ge nach XFN de­fi­nie­ren kann, konn­te ich hier auch mehr­fach be­zie­hun­gen als muse („So­meone who brings you in­spi­ra­ti­on“) de­fi­nie­ren. das ist zwar grund­sätz­lich bei al­len blogs die ich lese so, aber hier ist das noch ein biss­chen stär­ker. ich glau­be mei­ne gros­sen vor­bil­der wa­ren zwi­schen­zeit­lich im­mer wie­der john gru­ber, ja­son kott­ke und aa­ron pare­cki.

an­sons­ten ist die blogrol­le ge­spickt mit ei­ni­gen ap­ple spe­zi­fi­schen blogs, aber so bin ich nun mal. 

→ blogrolle ansehen …

über das denk­fa­brik-blog und frank west­phals blog auf mat­thi­as pfef­fer­les word­press-plug­in word­press-block­roll ge­stos­sen. mit word­press-block­roll kann man (mit word­press) ma­schi­nen­les­ba­re blogrolls ver­öf­fent­li­chen. frank er­klärt war­um das gut ist:

[Wir ha­ben] hier die Mög­lich­keit, ein rich­tig tol­les Öko­sys­tem zum Fol­gen, Ent­de­cken und Ver­net­zen von Blogs auf­zu­bau­en. Wir müs­sen da­für nicht ein­mal ein neu­es Netz­werk star­ten. Das Netz­werk exis­tiert be­reits. Und dar­auf könn­ten so vie­le un­ter­schied­li­che Diens­te auf­sat­teln.

[…] Ich baue als Nächs­tes ein Plätz­chen, an dem Blogrolls als Gan­zes oder in Tei­len abon­niert wer­den kön­nen. Wo man se­hen kann, wer wen ger­ne liest. Wer von wem ger­ne ge­le­sen wird. Und wo man sich von Blogroll zu Blogroll wei­ter­han­geln kann.

also hab ich mei­nen pro­gram­mier­as­sis­ten­ten ge­fragt, ob wir das zu­sam­men bau­en kön­nen. die aus­ga­be des ers­ten pro­to­typ ist hier zu se­hen, der pro­to­typ des kir­by plug­ins den ich da­für nut­ze ist auf git­hub.

die alte blogrol­le auf der rück­sei­te ist noch et­was um­fang­rei­cher, ich er­gän­ze hier im lau­fe der zeit die ein­trä­ge und be­we­ge noch das eine oder an­de­re teil falls nö­tig oder sinn­voll.

[nach­trag 18.08.2026]
die block­rol­le auf git­hub habe ich um­be­nannt zu kir­by blogroll block. den ti­tel die­ses bei­trags habe ich auch um­be­nannt, von block­roll zu blogroll. das wort­spiel war su­per, aber miss­ver­ständ­lich. hier soll nie­mand ge­blockt wer­den, le­dig­lich die tech­ni­sche ba­sis sind (CMS) blö­cke.

[nach­trag 19.08.2026]
die ak­tu­el­len bei­trä­ge aus die­ser blogrol­le kann man in mei­nem „rea­der“ le­sen. 

→ blogroll ansehen …

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Blogs sind ein wenig aus der Mode gekommen und damit auch die Lesungen, die noch vor zwanzig Jahren zahlreich in ver­schie­de­nen Städten statt­ge­fun­den haben. Aber es gibt sie noch, die Menschen, die seit über zwanzig Jahren ins Internet schreiben, weshalb es Zeit wird, dass die Blog­gen­den wieder live vorlesen und zwar in München.

re­tro find ich (in die­sem fall) gut. die lo­ca­ti­on hört sich sen­sa­tio­nell an. im box-ring le­sen. und vor­le­sen find ich auch gut und wo heut­zu­ta­ge ja an­geb­lich nei­mand mehr selbst liest passt das ja auch wie die faust aufs auge. ich wür­de ger­ne hin, wenn mün­chen nicht so weit weg wäre. 


bris­tol stuhl­for­men­ska­la

felix schwenzel in notiert

fri­da hat ei­nen emp­find­li­chen darm. bei je­der fut­ter­um­stel­lung kriegt sie dünn­schiss — bis sich ir­gend­wann ihre ver­dau­ung sta­bi­li­si­ert. es gibt auch vie­le ge­mü­se und fleisch­sor­ten an die sie sich nicht ge­wöhnt. we­gen fri­das fra­gi­ler ver­dau­ung ist die qua­li­tät von fri­das stuhl­gang ein stän­di­ges the­ma zwi­schen mir und der bei­fah­re­rin.

nor­ma­le men­schen wür­den nach dem mor­gen­spa­zier­gang be­rich­ten: „ka­cki war su­per“ (oder die kon­sis­tenz be­schrei­ben, wenns nicht so su­per war). ich kann mir na­ür­lich nicht ver­knei­fen je­den tag den glei­chen gag zu ma­chen: „ka­cki war su­per! [kur­ze pau­se] das von fri­da auch!“

na­tür­lich ist der ei­gent­li­che gag die wie­der­ho­lung und die kon­sis­tenz der dar­bie­tung.

je­den­fallls ist das ka­cki von fri­da seit mo­na­ten bom­big gut. mor­gens kom­men zu­erst fes­te köt­tel raus (ich nen­ne sie „den pfrop­fen“) und danch wei­te­re würs­te mit im­mer wei­cher wer­den­der kon­sis­tenz. sie kackt sich so­zu­sa­gen je­den mor­gen auf der bris­tol-stuhl­for­men­ska­la1 von typ 1 bis typ 4.

bristol stuhlformenskala in wissen macht ah!

auf das the­ma bin ich heu­te ge­kom­men, weil john gru­ber hims­elf heu­te (oder ges­tern) auch über ka­cke ge­schrie­ben hat:

My first thought upon re­a­ding this was, What a load of shit. Then I rea­li­zed, well, yes, li­te­ral­ly.

der load of shit sind äus­se­run­gen zu er­näh­rung und stuhl­gang von sean o’mara die in ei­nem NYT-ar­ti­kel zi­tiert wer­den.

At one point in our con­ver­sa­ti­on he pul­led up the Bris­tol Stool Chart, which ran­ges from Type 1 (“se­pa­ra­te, hard pel­lets”) to Type 7 (“wa­tery, no so­lid pie­ces”). O’Mara is con­sis­t­ent­ly de­li­ve­ring Type 4 (“smooth, soft, like a sna­ke”), with poin­ted ends, in­di­ca­ti­ve of he­alt­hy rec­tal func­tion, he told me. “When you start ea­ting he­alt­hy, you don’t need toi­let pa­per,” he clai­med. “Ani­mals in the wild have no re­si­du­al stool on their anus.

seit ich mei­ne er­näh­rung auf zu­cker­frei, viel ge­mü­se, TK-obst, sehr we­nig fleisch, viel öl, hül­sen­früch­te, röst­aro­men und um­a­mi um­ge­stellt habe, kann ich o'­ma­ras be­ob­ach­tung teil­wei­se be­stä­ti­gen, muss ihr aber zu­gleich hef­tig wi­der­spre­chen: die stuhl­gän­ge ei­ni­ger wild­tie­re in den reh­ber­gen ha­ben hun­dert­pro­zen­tig spu­ren an de­ren anus­sen hin­ter­las­sen!


glei­ches, aber an­de­res the­ma: ganz stimmt „kein zu­cker“ na­tür­lich nicht. seit dem se­maglut­id ist mein ap­pe­tit auf süs­ses meis­tens non­e­xis­tenz, bzw. lässt sich (ab­sur­der­wei­se) mit ein paar ge­sal­ze­nen nüs­sen wirk­sam stil­len, soll­te er mal kurz auf­flam­men. und der milch­zu­cker in mei­ner mor­gen­lat­te mei­nem mor­gen­kaf­fee mit milch ist na­tür­lich auch zu­cker, ganau­so wie der zu­cker in man­chen asia­ti­schen sau­cen die ich ge­le­gent­lich noch be­nut­ze. aber ich schei­ne mich vom zu­cker ex­trem ent­wöhnt zu ha­ben, wie ich kürz­lich merk­te als das kind, das ge­ra­de zu be­such war, uns und sei­ner freun­din ein paar mac­a­rons back­te. na­tür­lich muss­te ich ei­nen pro­bie­ren. er war sehr le­cker, aber da­nach habe ich zum ersten­mal seit mo­na­ten ma­gen­schmer­zen be­kom­men. 


  1. den link auf die „wis­sen macht ah!“ pdf hab ich aus ei­nem ar­ti­kel von 2016 ge­prö­kelt. die way­back-ma­chi­ne-ver­si­on hält so­gar noch das ein­ge­bet­te­te mp4 der sen­dung über ex­kre­men­te ab­spiel­be­reit vor. ↑︎


pho­to­chro­me

felix schwenzel in notiert

über die­sen re-toot auf die­sen bei­trag …

… auf der web­site der pho­to­chrom-dru­cke-samm­lung der konhgress-bi­blio­thek ge­lan­det und in ein rab­bit hole ge­fal­len. ei­ner­seits kam mir das ir­gend­wie be­kannt vor und tat­säch­lich, vor 10 jah­ren war ich schon­mal in die­sem rab­bit hole.

da­mals hab ich die pho­to­chrom-dru­cke in der wi­ki­me­dia durch­stö­bert und ein paar paa bil­der raus­ge­an­gelt.

in der kon­gress bi­blio­thek kann man die pho­to­chrom-samm­lung durch­su­chen, zum bei­spiel nach aa­chen oder ber­lin. die samm­lung um­fasst so um die 6500 di­gi­ta­li­sier­te dru­cke.


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un­ter den lin­den, zwi­chen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

an dem bild oben fin­de ich fas­zi­nie­rend, dass un­ter den lin­den wie in ei­nem al­ten wes­tern aus­sieht. was ja auch nicht völ­lig ab­we­gig ist, weil es die glei­che epo­che ist, so um die vor­letz­te jahr­hun­dert­wen­de. und wenn man sich den goog­le street­view aus der glei­chen per­spek­ti­ve an­schaut, fällt ei­ner­seits auf, dass die ver­meint­lich his­to­ri­schen stras­sen­la­ter­nen zu­min­dest nicht die ver­si­on aus den 1890ern imi­tie­ren und dass heu­te deut­lich we­ni­ger pfer­de­ge­span­ne un­ter­wegs sind als da­mals.

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vik­to­ria­park ber­lin zwi­schen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

die­ses bild vom was­ser­fall im vik­to­ria­park set­ze ich mir hier als re­min­der ir­gend­wann ein foto aus der glei­chen per­spek­ti­ve zu ma­chen. ob­wohl die­ses bild schon ziem­lich nah dran kommt. 


aus dem ma­schei­nen­raum von waxy.org; andy baio hat sein supercut.org renoviert, bzw. wie­der­be­lebt.

auf su­per­cut.org ver­liert man sich schnell. ich hate schon fast vet­ges­sen, wie ger­ne ich so­was mag.

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Wie erfüllend so Nichts sein kann
Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine in­di­vi­du­el­le An­ge­le­gen­heit)
Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Sau­na­be­such – einfach ohne die Hitze

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[Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Tech­no­lo­gie gegenüber ei­gent­lich neutral ein­ge­stellt sind. Es ist für sie zweit­ran­gig, worum es sich bei einer neuen Tech­no­lo­gie handelt oder wie sie funk­tio­niert; ent­schei­dend ist für sie, welche Aus­wir­kun­gen ihre Ein­füh­rung auf die Ge­mein­schaft hätte.“

kaf­fee­rin­ge denkt darüber nach was wir über tech­no­lo­gie-nutzung von den amish lernen könnten. le­sens­wert auch der artikel von lindsay ems mit dem titel How the Amish Let Tech­no­lo­gy in Without Letting It Take Over:

I became less intrigued by Amish rest­ric­tions on tech­no­lo­gy than by the social world they sought to preserve and protect with those rest­ric­tions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, tech­no­lo­gy-agnostic. They do not care much about what a new tech­no­lo­gy is or how it works; they care about what its adoption would mean for the sur­roun­ding community.

lind­say ems buch über die amisch ist schon et­was äl­ter (2022), auch wenn der ar­ti­kel auf mit­press.mit neu ist. lei­der schei­nen die in­hal­te des buchs be­reits ein biss­chen ver­al­tet zu sein. so schreibt ems über den ser­vice pc­f­ree­mail, mit dem ei­ni­ge amish per fax emails schrei­ben und emp­fan­gen wür­den. den ser­vice gibts al­ler­dings nicht mehr — nur noch auf ar­chi­ve.org.

aber dar­um gehts ja nicht, son­dern eben dar­um, dass man sich fra­gen soll­te/könn­te, wel­che aus­wir­kun­gen tech­no­lo­gie auf die ge­mein­schaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man den­ke nur an die dis­kus­sio­nen um das so­cial me­dia ver­bit für ju­gend­li­che oder neil post­mans buch von anno da­zu­mal über die aus­wir­kun­gen von fern­se­hen auf die ge­sell­schaft. wo­bei wir als nicht amisch uns schon län­ger dazu ent­schie­den ha­ben, dass es ok ist, wenn tech­no­lo­gie un­se­re ge­sell­schaft ver­än­dert.

ab­ge­se­hen da­von, das ist ein schö­nes bei­spiel, dass re­li­gö­se ge­bo­te durch­aus auch et­was für un­re­li­gö­se men­schen be­reit­hal­ten kön­nen. die drei C’s fin­de ich gut: da­nach stre­ben ein vor­bild zu sein, kri­tik an­neh­men und für ei­ge­ne feh­ler ein­ste­hen.

One of my clo­sest Amish cont­acts was Noah, a 57-year-old en­tre­pre­neur and self-de­scri­bed “tech­no­lo­gy buff.” Noah hims­elf was a mi­nis­ter yet used a smart­pho­ne, email, and text mes­sa­ges, and even had a Face­book ac­count. His usa­ge was ani­ma­ted by the th­ree C’s: con­vic­tion (mo­de­ling the right be­ha­vi­or), con­fes­si­on (as­king others to hold you ac­coun­ta­ble), and con­tri­ti­on (be­ing wil­ling to own up to your mista­kes). “Whe­ther or not you use a tech­no­lo­gy is less im­portant than how you use it,” he told me.

 

jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:

Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.

trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier be­schreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.

„wir“ wundern uns ja immer über im­mi­gran­ten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“

wenn politiker hingegen ver­schär­fun­gen des straf- oder zi­vil­rechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. po­pu­lis­mus funk­tio­niert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mit­ge­meint sind, dass ver­schär­fun­gen und frei­heits­ein­schrä­kun­gen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wie­der­keh­ren­den for­de­run­gen scharf zu dif­fe­ren­zie­ren von thomas fischer teilweise auch sehr an­stren­gend und ge­le­gent­lich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.

Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurz­ge­schich­ten gefunden. Habe mal durch­ge­blät­tert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Her­an­wach­sens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bür­ger­lich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu ge­brau­chen.

da stimme ich zu und das erinnert mich an das was ma­xi­mil­li­an bud­den­bohm gerade neulich schrob:

Kurz kam mir auch wieder die Er­in­ne­rung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen ver­meint­lich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder ge­schla­gen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Fa­mi­li­en­es­sen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Er­klä­rungs­be­darf, wir haben den Film dann nicht wei­ter­ge­se­hen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funk­tio­nier­te.

Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.

ver­gan­ge­ne zeiten indeed.