orangen-mandel-kuchen

felix schwenzel,    

ich nerve seit geraumer zeit (oder zwei wochen) meine facebooktimeline mit fotos von essen das ich nach diesen zwei kochbüchern von yotam ottolenghi gekocht habe. die beiden bücher hab ich mir kürzlich gekauft und ich kann sie wirklich jedem ans herz legen (bücherlinks sind amazon-werbelinks):

„das kochbuch“ von yotam ottolenghi
„vegetarische köstlichkeiten“ von yotam ottolenghi

in „das kochbuch“ ist das rezept für einen orangen-mandel-kuchen das ich heute nachgekocht habe (und verfacebooked habe).

weil der kuchen so extrem lecker war, schreib ich mal auf wie ich ihn gemacht habe.

  • 50 gramm weizenmehl
  • 1 teelöffel Backpulver (ich hab mehr genommen)
  • ½ teelöffel salz
  • 200 gramm butter
  • 200 gramm zucker
  • 3 eier
  • 2 teelöffel orangenblütenwasser
  • 240 gramm gemahlene mandeln
  • 120 gramm instantpolenta
  • 4 esslöffel orangenmarmelade

für den karamellüberzug

  • 90 gramm zucker
  • 20 gramm butter
  • 2-3 bio-orangen
orangen-mandel-kuchen

orangen-mandel-kuchen

karamellisieren geht bei mir zu 50 prozent schief. auch diesmal. erst beim zweiten mal hat es bei mir geklappt. deshalb beschreibe ich es mal schritt für schritt: ich habe 2-3 esslöffel wasser zusammen mit den 90 gramm zucker in eine heisse pfanne gekippt und so lange gerührt, bis das wasser verdampft war. auch danach habe ich weitergerührt. man soll die zuckermasse dann vom herd nehmen, wenn sie „eine schöne goldene farbe“ angenommen habe. bei mir ist der schritt von ganz leicht golden zu pechschwarz immer sehr kurz. deshalb habe ich die zuckermasse, glaube ich, kurz bevor sie schön golden war vom herd genommen und die butter (sehr schnell) untergerührt.

sobald die butter gut verrührt ist, sofort die zuckermasse in die backform giessen. dort wird sie sehr schnell zähflüssig und dann steinhart. das ist, soweit ich das verstanden habe, auch so gedacht.

meine kuchenform (ø 20 cm) ist aus silikon und hat sich beim gleichmässigen verteilen auf dem boden etwas angestellt. am ende habe ich aber gewonnen. bei normalen rundformen sollte man unbedingt den boden mit backpapier auslegen, bevor die karamellmasse draufkommt.

danach habe ich die abgewaschenen (bio) orangen mit meinem heute neu gekauften microplane reibe (werbelink) von ihrer haut befreit. die abgeraspelte orangenhaut kann dann beiseite gestellt werden und vor sich hin duften. danach habe ich die orangen grosszügig mit einem scharfen messer geschält, so dass fast nichts weisses mehr dranbleibt, die orangen aber weiter rund sind. jede orange in ungefähr 6 scheiben schneiden und auf dem ausgehärteten karamell verteilen, so dass der boden der backform komplett mit orangenscheiben bedeckt ist.

in anderen rezepten steht hier immer: butter und zucker „schaumig“ rühren. das ist mir noch nie gelungen. wenn ich butter und zucker verrühre, entsteht immer eine buttercreme. niemals schaum

jetzt zum teig. die 200 gramm butter und 200 gramm zucker (uff) hab ich in der langsamlaufenden küchenmaschine zusammengerührt. jetzt sollte die maschine bei niedriger geschwindigkeit weiterlaufen und nach und nach werden die drei eier hinzugefügt, die abgeriebene orangenschale, das orangenblütenwasser (hatte ich nicht und habs folglich weggelassen), die 240 granmm mandeln, die polenta und das mehl, das backpulver und etwas salz. das ergab einen grobkörnigen und schön klebrigen teig.

der sollte jetzt so in die kuchenform gebracht werden, dass die orangenscheiben nicht verrutschen. ich habe mir eingebildet, dass es dem kuchen, bzw. der polenta beim quellen hülfe jetzt noch ne weile durchzuziehen, aber vermutlich kann er gleich in den ofen (170°). da hat die polenta dann zeit ne stunde zu quellen.

nach genau einer stunde hab ich den kuchen mit einem essstäbchen angestochen und er schien perfekt zu sein. nach 5 minuten auskühlen hab ich ihn auf einen teller gestürzt und solange er noch warm war mit orangenmarmelade bestrichen. (ottolenghi meint man solle die marmelade mit etwas wasser in einem topf aufkochen, durch ein sieb passieren und dann auf den kuchen streichen. ich finde das kann man sich sparen.)

* * *

tatsächlich ist der kuchen nicht nur sehr geschmackvoll, sondern hat durch die polenta auch ne ziemlich interessante konsistenz zwischen (im sandkuchen-sinn) sandig, saftig und bissig. die monothematische würzung (orangenschale im teig, orangenscheiben oben und bitterere orangenmarmelade ganz oben) ist auch sehr entspannend.

* * *

nochmal die werbelinks:

lammkebabs aus rindfleisch im zuccinimantel

felix schwenzel,    

wir haben uns zwei neue ottolenghi-kochbücher gekauft, weil fast alles was ich nach ottolenghi koche bis jetzt toll geschmeckt hat. diesmal auch eins [amazon-werbelink] mit fleischrezepten. heute wollte ich die lammkebabs (oder meinetwegen auch frikadellen) nachkochen. bei bolu gab’s nur halb und halb hack (rind und lamm) und der beim metzger gabs heute gar kein lamm — und wenn’s welches gibt, müsste ich gehackt gleich ein kilo kaufen. also rinderhack gekauft. ist auch lecker.

am meisten spass hat es gemacht den frikadellenteig herzustellen, neben gerösteten pinienkernen, weissbrot, feta und nem ei sind da überdosiert wirkende gewürzmengen drin: 1 teelöffel zimt, 1½ teelöffel gemahlender piment und je ein halber teelöffel pfeffer und salz.

lammkebabteig aus rindfleisch

die zutaten für den teig laut rezept:

  • 2 EL pinienkerne
  • 50 g in wasser eingeweichtes weissbrot ohne kruste
  • 300 g hackfleisch (ich hab 400 gramm genommen)
  • 50 g feta
  • 1 teelöffel zimt
  • 1½ teelöffel gemahlender piment
  • etwas gemahlene muskatnuss
  • 1 zerdrückte knoblauchzehe (ich hab 4 gequetschte genommen)
  • 1 ei
  • 15 g fein gehackte, glatte petersilie

die pinienkerne müssen natürlich erst geröstet werden, in einer pfanne ohne fett. später kommen sie dann mit all den anderen zutaten oben in den teig. wenn der teig gut verknetet ist, soll man laut ottolenghi zwölf 10 x 5 cm grosse „röllchen“ formen. ich hab mich verzählt und einfach 8 würste gemacht, die ich dann in relativ viel sonnenblumenöl von jeder seite zwei minuten fritiert habe.

lammkebabteig aus rindfleisch in der pfanne

die zuccinimantel-geschichte sind einfach zwei in dünne scheiben geschnittene und weichgebratene zuccinis. weil ich noch fett vom fleischfrittieren übrig hatte, hab ich die zuccini auch gleich mitfrittiert. danach sollen die zuccinischeiben um die fleischwürste gewickelt werden und die frikadellen nochmal 10 minuten im ofen nachgaren. hab ich alles so gemacht, das kann aber meiner meinung nach gut vereinfacht werden, indem man die frikadellen ein bisschen nachschmoren lässt oder wie üblich in einer pfanne mit wenig fett gart.

lammkebabs aus rindfleisch im zuccinimantel

die sauce besteht aus einer dose (400g) aldi-pizzatomaten mit öl, salz, chilliflocken und knoblauch, die sich 20 minuten auf kleiner hitze um die hälfte reduziert. langweilig, passt aber.

das fleisch war sehr, sehr super. es hatte eine undefinierbare, aber angenehme schärfe, ich vermute vor allem vom zimt. trotzdem schmeckte der zimt nicht unangenehm raus, aber das essen machte schon ein bisschen lust auf weihnachten.

bbq-sosse mit flying goose sriracha hot chili sauce with extra garlic

felix schwenzel,    

bei real gibts gerade fertiges „pulled pork“ in der kühltheke. von diesem hersteller, für 5 euro. weil wir das gelöste schweineflisch in unserem amerika-urlaub mehrfach gegessen haben (einmal fix und fertig mit bbq-sosse vom trader joes, einmal bei subway und einmal fix und fertig ohne bbq-sosse bei freunden), wurde ich im real kurz sentimental und kaufte die packung. das stück soll 30 minuten im ofen schmoren und während es da so schmorte, habe ich eine bbq-sosse gebaut, ungefähr nach diesem rezept. meine barbeque-sosse ging so:

  • 50 gramm tomatenmark
  • 50 gramm tomatensaft (ausgesiebte dosen-pizza-tomaten von aldi, kann auch gerne etwas mehr sein)
  • 30 gramm dunkler balsamico essig
  • 30 gramm brauner rohrzucker
  • 10 gramm honig
  • 1 teelöffel salz
  • 1 gehäufter teelöffel flying goose sriracha hot chili sauce mit knoblauch

am einfachsten ist es einen kleinen kochtopf auf eine küchenwaage zu stellen und alles einzufüllen, gut durchzurühren und danach die sosse 5 bis 10 minuten aufzuwärmen (kleine flamme, gut rühren). die 30 minuten köcheln im originalrezept halte ich für überflüssig.

die flying goose sriracha hot chili sauce mit knoblauch (hellbrauner deckel) ist übrigens die beste sriracha sosse der welt. die flying goose marke gibt’s zwar in unserem lieblings asia shop, aber die mit knoblauch haben wir die bisher nur beim türken gefunden. dort kostet sie um die 3 euro. bei amazon 8. das zeug ist aber wirklich toll. wir scherzen mittlerweile bei fast jedem essen: we put that shit on everything.

die bbq-sosse war super, zum pulled pork gab’s brot und bohnen und ein bisschen dosenmais. keine klagen, keine bilder (war zu lecker zum fotografieren).

ofengemüse mit kapernvinaigrette nach ottolenghi

felix schwenzel,    

am sonntag ofengemüse mit kapernvinaigrette nach dieser vorlage gemacht.

2 möhren, 6 kleine kartoffeln, 1 rote paprika, 3 kleine zwiebeln hab ich geachtelt oder einfach so kleingeschnitten und mit rosmarin, olivenöl und ein bisschen thymian für 40 minuten in den ziemlich heissen ofen gestellt (und einmal umgerührt). diese menge reicht für zwei personen.

die kapernvinaigrette hab ich aus einem halben glas kleinhackter kapern, ungefähr 50 gramm zitronensaft, 2 esslöffeln senf, 2 esslöffeln honig und 50 gramm olivenöl gemacht. salz und pfeffer habe ich aus ganzen pfefferkörnern und 6 fingerspitzen natriumchlorid feingemörsert.

zum servieren hab ich ein paar geviertelte kirschtomaten und ganze kapern auf dem gemüse verteilt.

ofengemüse mit kapernvinaigrette nach ottolenghi

sieht nicht irre lecker aus, war aber sehr, sehr schmackhaft und wie fast alles von ottolenghi, sehr befriedigend.

ölsardinen-spagetti à la ezra caldwell

felix schwenzel,    

vor ein paar tagen hat mir die beifahrerin diese seite mit kochvideos von ezra caldwell empfohlen. ein rezept war irgendwas mit sardinen:

vimeo-video

direkt vimeo-link

bei ezra caldwell konnte ich die rezepte nirgendwo finden, aber für die sardinen-pasta wurde ix bei kitchen collaboration fündig. ich habe das heute mittag nachgekocht und natürlich ein bisschen abgewandelt. für 2 personen habe ich folgende zutaten benutzt:

  • 2 dosen ölsardinen, also den inhalt, abgetropft und zerkleinert
  • 2-3 esslöffel sultaninen (10 minuten in warmen wasser eingeweicht)
  • viel olivenöl
  • 2-3 esslöffel zedernüsse, eigentlich pinienkerne, aber die zedernüsse hatte ich noch (danke sascha!). zerkleinerte walnüsse funktionieren erfahrenungsgemäss übrigens auch
  • 2 handvoll kleine kirschtomaten
  • 2 kleine zwiebeln, fein gewürfelt
  • 4 zehen frischen knoblauch, gewürfelt
  • 2 getrocknete rote chili/pfefferschoten, fein zerrieben
  • 1 büschel petersilie, fein geschnitten
  • salz und pfeffer
  • 1 packung spagetti
  • eine scheibe brot

ölsardinen-spagetti á la ezra caldwell

ölsardinen-spagetti á la ezra caldwell

ölsardinen-spagetti á la ezra caldwell

die zubereitung der sardinen ist durch die dosenvariante ziemlich einfach: dose öffnen, öl abtropfen lassen, sardinen aus der dose befreien. letzteres ist beinahe der komplizierteste teil.

danach habe ich eine scheibe vollkornbrot, in meinem fall einen dünn geschnittenen kanten demeter-haselnuss-sesam-vollkornbrot, in sehr kleine würfel geschnitten (insgesamt ca. 332 stück) und die in einer pfanne mit butter leicht angeröstet. kurz vor ende habe ich noch eine klein gewürfelte, frische knoblauchzehe und eine prise salz mitgeröstet. (das müsste auch mit toastbrot oder geriebenem knäckebrot gehen.)

die zedern-, pinien- oder walnusskerne können theoretisch in der gleichen pfanne angeröstet werden.

ebenso die kirschtomaten. die müssen eine weile unzerschnitten in der pfanne rumrutschen. das erzeugt manchmal ganz lustige geräusche. wenn die tomaten etwas farbe haben und schrumpelig sind, können sie beiseite gestellt werden.

jetzt ungefähr könnte man angefangen die spagetti zu kochen. (meine waren schon fertig.)

in eine pfanne mit heissem olivenöl kommen jetzt: die fein gewürfelten zwiebeln, der fein gewürfelte knoblauch, die chiliflocken, die gerösteten nusskerne und die sultaninen. solange anbraten, bis alles ein bisschen fettig glasig ist. dann kann das sardinenfleisch mitgebraten werden, bis es in der küche ausreichend nach fisch riecht.

jetzt die fein geschnittene petersilie noch kurz mitanbraten, dann werden auch die eventuell mitgeschnittenen dickeren stängel geniessbar. am ende kommen die spagetti dazu, allerdings nicht die ganze packung, nur zwei kleine portionen. ich habe an dieser stelle noch zwei tassen von dem gut gesalzenem spagettiwasser in die pfanne gekippt und alles kräftig gemischt. die tomaten können jetzt auch dazu.

fast fertig: zum servieren die nudeln auf einen teller, die brotwürfelchen drüberstreuen und den teller parmesanieren.

ich fand das äusserst lecker, die beifahrein auch. das beste ist: die pasta schmeckt kaum nach fisch. die mundhaptik ist hochinteressant, weil sich alle konsistenzen von cremig, nussig und knäckig gemeinsam im mund befinden. und geschmacklich sowieso.

blumenkohlsuppe

felix schwenzel,    

blumenkohlsuppe

heute gabs mal wieder die grandiose blumenkohlsuppe, deren rezept anke gröner mal vor ein paar jahren verbloggt hat. dafür steht man zwar mindestens eine stunde rödelnd in der küche, aber sogar mir als blumenkohl-verachter, hat es geschmeckt. einerseits weil die suppe selbst erstaunlich würzig ist, andererseits wegen der unfassbar tollen rote beete chips. die rote beete chips mache ich übrigens mit dem sparschäler. also ich schneide eine ganze rote beete mit dem sparschäler in sehr dünne und mittelbreite streifen. so dünn lässt sich die rote beete relativ schnell fritieren.

türkischer bulgur-salat nach ottolenghi

felix schwenzel,    

den salat habe ich jetzt schon 3 oder 4 mal gemacht und jedesmal hat er besser geschmeckt. sogar das kind, dass sich immer über die „vegetarische scheisse“ die ich koche mokiert, hat den salat gierig eingeatmet. wenn die beifahrerin wüsste wieviel olivenöl in dem rezept steckt, würde sie ihn vielleicht nicht so begierig essen. aber vielleicht ja doch.

zutaten für den türkischen bulgur-salat nach ottolenghi
  • 2 grosse zwiebeln, fein gewürfelt
  • 90 ml olivenöl
  • 2 esslöffel tomatenmark
  • 4-5 mittelgrosse tomaten, grob gewürfelt
  • 120 ml wasser
  • 400 g grober bulgur
  • 2 teelöffel granatapfelsirup
  • 1 esslöffel zitronensaft
  • 6 esslöffel petersilie
  • 3 frühlingszwiebeln
  • 2 frische grüne chilischoten, fein gewürfelt
  • 4 knoblauchzehen, mit der knoblauchpresse gequetscht
  • 1 teelöffel gemahlener kreuzkümmel
  • salz und pfeffer
  • kerne von einem grossen granatapfel
  • 1 handvoll minzblätter

die zwiebel 5 minuten lang fettig und glasig schwitzen, danach das tomatenmark 2 minuten lang unter die zwiebelwürfel rühren. danach mit den tomatenwürfeln nochmal 4 minuten köcheln lassen. kräftig salzen, 120 ml wasser zugeben und wenns kocht, den bulgur unterrühren. ein paar sekündchen lasse ich den bulgur noch mitkochen, dann den topf von der flamme nehmen und die restlichen zutaten einrühren.

granatapfelsirup haben wir nicht, den lasse ich wie die minzblätter aus organisatorischen gründen meistens weg. statt des sirups zuckere ich die masse mit einem teelöffel zucker.

nach ungefähr 20 bis 30 minuten ist alles durchgezogen und servierbereit. die granatapfelkerne rühre ich direkt in die lauwarme masse, die kann man aber auch dekorativ drüberstreuen. wahrscheinlich muss spätestens jetzt nochmal kräftig nachgesalzen werden.

was ottolenghi in seinem rezept vergessen hat zu erwähnen: mit leicht gesalzenem jogurt schmeckt das ungefähr dreissigmal toller und sieht in etwa so aus:

nahaufnahme des türkischen bulgur-salats

zucchini-haselnuss-salat

felix schwenzel,    

heute auf dem markt haben wir unseren hinterherziehwagen wieder mit gemüse und gedöns vollgemacht. jeden samstag denke ich, das kriegen wir im laufe der woche nie aufgegessen und dann ist am nächsten samstag doch immer der kühlschrank leer.

ich erzähle ja jedem der mich fragt wie uns der wedding so gefällt, wie begeistert ich von den einkaufsmöglichkeiten bin. mein liebstes beispiel ist die petersilie. in hamburg hatten wir, wie ich finde, einen sehr brauchbaren wochenmarkt auf dem man sachen vom grossmarkt, aber auch viele aus eigenem anbau kaufen konnte. die (glatte) petersilie vom bauern war meistens ein bisschen dürre und weich, die vom gemüsestand der offenbar auf dem grossmarkt einkauft, kräftiger und grüner. für einen euro bekam man an beiden ständen eine handvoll petersilie.

im wedding gibts die gleichen wahlmöglichkeiten: offenkundig selbst angebaute, etwas blasse, weiche oder kräftige, durchgedüngte petersilie vom grossmarkt. nur die mengen unterscheiden sich von denen in hamburg signifikant. für einen euro oder weniger bekommt man meistens einen halben petersilienbusch. die petersilientüte im kühlschrank belegt bei uns meistens ein halbes fach.

aber auch die beschaffung von exotischen zutaten ist dank der türkischen und asiatischen einkaufsmöglichkeiten in etwa so einfach wie eine bestellung in einem restaurant. was der vinh-loi nicht hat, hat dann mindestens der bolu. oder umgekehrt.

* * *

was ich aber eigentlich sagen wollte, seit wir im wedding wohnen ist das nachkochen der meisten ottolenghi-rezepte extrem einfach geworden. seitdem mir ein sehr freundlicher mensch tim mälzers greenbox geschenkt hat, stehen mälzer und ottolenghi ständig im wettstreit. derzeit führt ottolenghi. was er in seinen rezepten kombiniert ist zwar meistens wenig komplex, aber immer alles andere als naheliegend. die zubereitung ist meistens idiotensicher und das was rauskommt immer überraschend lecker. das gilt allerdings auch für viele rezepte aus mälzers greenbox.

heute gabs aber ottolenghi: zucchini-haselnuss-salat (mit spagetti-resten von vorgestern):

zuccini-haselnuss-salat (mit spagetti-reste-essen)

die zutatenliste ist übersichtlich:

  • 50 g geschälte haselnüsse oder cobnuts (ich hab ungeschälte benutzt)
  • 7 kleine zucchini (800 g) in 1 cm breite scheiben geschnitten
  • 4 EL olivenöl
  • salz und pfeffer
  • 1 TL balsamico essig (ich hab mehr genommen)
  • 30 g grüne und rote basilikumblätter (ich hab grüne aus dem supermarkt-basilikum-topf genommen)
  • 80 g parmesan
  • 2 TL haselnussöl (WTF?)

ottolenghi meint man solle die haselnüsse im backofen rösten und die zucchini auf einer fast glühenden grillpfanne braten, ich hab einfach unseren teflon beschichteten, wok-artigen topf heiss gemacht, dort erst die haselnüsse erhitzt bis sie (fast) qualmten und danach die zucchini mit etwas öl gebräunt. nach 5 minuten fand ich sie ausreichend röstig und habe sie mit den zerquetschten haselnüssen, öl und (etwas mehr) essig in eine schale zum auskühlen gekippt. nach 15 minuten waren die zucchinis kühl genug, dass ich auch die basilikumblätter untermischen konnte. auf dem teller die zucchini noch mit gehobeltem und zerbröseltem parmesan eindecken (80 g sind fast zuviel), fertig.

obwohl das rezept wirklich einfach ist, merkte die beifahrerin gleich achtmal hintereinander an, wie „hmm“ das schmecken würde. und vermutete, dass es mit haselnussöl vielleicht noch toller schmecken würde.

(siehe auch bulgurpilaw nach ottolenghi oder diese mit tim mälzer verschlagworteten artikel)

bulgurpilaw nach ottolenghi

felix schwenzel,    

bulgurpilaw nach ottolenghi

eigentlich sollen es 3 kleine zwiebeln sein, ich habe aber 3 mittelgrosse zwiebeln in halbe ringe geschnitten und zusammen mit (leider nur) 2 kleinen in ringe geschnittenen spitzpaprika in 90 millilitern olivenöl 10 minuten an- und weichgebraten.

danach habe ich 2 esslöffel tomatenmark, 2 EL koriandersamen, ein teelöffel sechuan pfeffer (ottolenghi schlägt rosa pfeffer vor), etwas zucker, salz und pfeffer und 100 gramm korinthen nochmal 2 minuten mitgebraten.

400 gramm mittelgroben bulgur habe ich wie beim risotto auch nochmal ein bisschen glasiggebraten und dann mit einem halben liter wasser abgelöscht und aufgekocht. das ganze dann 20 minuten ohne hitze quellen lassen, petersilie (statt schnittlauch), fertig. mit einem klecks jogurt schmeckts besser als ohne.

kürbiskuchen

felix schwenzel,    

gestern habe ich nach diesem rezept einen pumpkin-pie gebacken und mich gewundert, dass er mir gelungen ist. offensichtlich ist pumpkin-pie idiotensicher.

kürbiskuchen

als erstes ging der teig schief. naja, nicht direkt schief, aber als ich

  • 200 g weizenmehl
  • 1 teelöffel backpulver
  • 75 g rohrzucker (die hälfte regulären, die andere vollrohrzucker, der einen kräftigen eigengeschmack hat)
  • 1 prise salz
  • 100 g kalte butter
  • 1 eigelb

in den rührer warf und rühren liess, kam ein angenehm trockes teigpulver heraus, kein teig. das pulver liess sich zwar mit meinen warmen händen zu einer kugel formen, aber nicht ausrollen. aber das war ehe erstmal egal, ich musste ja noch die füllung machen. in fast allen rezpten steht, man solle kürbispüree benutzen. das habe ich mir mit einem kürbisrest von der letzten kürbissuppe selbst gemacht: einfach den kürbis schälen, würfeln und 20 minuten mit wenig wasser köcheln. danach das wasser und den kürbisgeschmack abgiessen und die stückchen pürieren.

bei mir waren es dann nur 560 gramm kürbismus, die ich mit

  • 180 g rohrzucker
  • 1 TL, also viel gemahlenem zimt
  • ½ TL pulveringwer
  • 3 eiern
  • 1 paket frischkäse

in den mixer warf und mixen liess. die prise nelkenpulver aus dem originalrezept habe ich weggelassen (weil die nelken noch in einem umzugskarton sind). leider war die masse die danach aus dem mixer kam sehr, sehr flüssig.

egal dachte ich mir, streute das teigpulver in eine runde silikonform und kippte, nachdem ich das pulver gut festgedrückt hatte, das sehr flüssige und süsse kürbis-, ei- und frischkäsewasser drüber.

mit dem neuen alten gasherd in der neuen wohnung kann man tatsächlich niedrige temperaturen erzeugen, so dass tatsächlich nach ca. 70 minuten bei 180° ein ganz ansehnlicher und sehr köstlicher kuchen rauskam.