this is us s01e01

felix schwenzel, , in gesehen    

ich habe den piloten von this is us geguckt und will jetzt gar nicht mehr folgen davon sehen. nicht weil die serie schlecht wäre, sondern weil der pilot so gut war. den piloten könnte man auch als abgeschlossene kurzgeschichte sehen und für sich stehen. er schafft es in 42 minuten nicht nur ein ensemble von einem halben dutzend hauptcharakteren vorzustellen und in ihr leben einzuführen, sondern auch noch eine wunderbar verschachtelte familiensaga nachzuerzählen.

abgesehen davon hat die serie etwas geschafft, was mir schon lange nicht mehr passiert ist: ich war am ende tief berührt, nicht weil das ende der ersten folge traurig war, sondern weil es so menschlich, so herzerweichend war — und das alles auch noch ohne pathos und holzhammer, sondern ganz subtil und sanft.

the expanse s02 e01 bis 03

felix schwenzel, , in gesehen    

vor etwas einem jahr habe ich nicht nur jede folge von the expanse geguckt, sondern auch zu jeder folge etwas aufgeschrieben. mein fazit nach 10 folgen damals lautete:

das war ordentliche science-fiction, auch wenn es am ende etwas ins mystery-genre abrutschte und sehr „die hard“ wurde. aber abraten das anzusehen, würde ich niemandem.

seit zwei wochen läuft jetzt die zweite staffel und das was mich an der serie nervt hat sich nicht verändert:

  • ich verstehe kaum um was es geht, weil ungefähr alle 10 minuten die schauplätze wechseln und in etwa 6 verschiedene erzählstränge abgedeckt werden.
  • die stimme von shohreh aghdashloo nervt mich noch mehr, als in der ersten staffel. ich denke immer, wenn ich ihre brüchige, tiefe stimme höhre, irgendwas sei an meinen lautsprechern kaputt.
  • das bemühen der serie um ansatzweise realistische darstellung des lebens im weltraum, die tücken des vakuums und der gravitation (bzw. ihrer abwesenheit) versucht die serie immer wieder zu thematisieren, kann es sich aber (natürlich) auch nicht verkneifen, raumschiffen motorgeräusche zu verpassen, wenn sie im weltraum an der kamera vorbeifliegen.

was mir nach wie vor gefällt:

  • obwohl die serie von den autoren bis zum bersten mit parallelen handlungen vollgestopft wird, macht mich die erzählung neugierig. vielleicht ist es aber auch nur das genre: ich muss science-fiction einfach zwanghaft gucken?
  • trotz irritierender stimmen, teilweise lausigem schauspiel verzeihe ich der serie fast alles. warum weiss ich auch nichtz so genau.

jedenfalls guck ich die zweite staffel auch bis zum ende durch. ob ich so regelmässig wie letztes jahr drüber schreibe glaube ich allerdings nicht.

* * *

apropos gucken: laut watched.li habe ich im lezzten jahr im schnitt 40 serienfolgen pro monat geguckt. die zahlen des april sind ungenau, da habe ich bei watched.li serien nachgetragen. aber ich führe über watched.li sorgfältig buch über jede einzelne folge die ich mir ansehe.

watched.li gesehene folgen

um mal (geschätzte zahlen auf den tisch zu legen: 2016 habe ich wohl so um die 500 einzelne folgen fernsehserien geguckt. laut letterboxd.com habe ich 2016 ausserdem 37 filme geguckt. das addiert sich ungefähr auf 38 schrillionen stunden film- und fernsehglotzen.

deep space nine, staffel 01

felix schwenzel, , in gesehen    

nachdem netflix einen grossteil des star trek universums in sein programm gehoben hat (ds9, voyager, next generation, enterprise, das original) habe ich mir in den letzten wochen die erste staffel deep space nine angesehen.

abgesehen vom ungewohnten 4:3 seitenverhältnis und den schulterpolstern der kostüme, wirkt die serie eigentümlich aktuell — oder besser: zeitlos. thematisch werden alle grossen menschheitsfragen angeschnitten, die genauso aktuell erscheinen, wie damals (1993). es geht um krieg und frieden, versöhnung und widerstand, schuld und gerechtigkeit, religiösen fanatismus, wissenschaft, ethik und anstand.

das ist alles sehr dialoglastig und zum grossen teil kammerspielartig, die inszenierung und das schauspiel sind teilweise etwas brachial und unsubtil, aber eigentlich immer grandios geschrieben. bis auf den piloten, der sich über zwei folgen erstreckt und mir etwas zu mystisch und abgedreht daherkommt, sind die episoden rund und in sich abgeschlossen und behandlen (mehr oder weniger) immer ein politisches, ethisches oder moralisches problem. und am ende gewinnt (fast) immer die vernuft und der anstand.

einige der folgen kamen mir bekannt vor und ich habe sie wahrscheinlich irgendwann, zumindest in teilen, in den 90ern im nachtprogramm gesehen. da die chronologie, zumindest in der ersten staffel, eher unwichtig ist, auch wenn einige charaktere ein paar folgen vor ihrem auftritt aufgebaut werden, hat das zufallssehen im nachtprogramm meinen guten eindruck von der serie in den 90er-jahren nicht trüben können. aber jetzt, sozusagen zum wiederholten male, alle folgen in der vorgesehenen ordnung, im englischen original und in voller länge ohne werbeunterbrechungen zu sehen, war ein noch grösseres vergnügen.

die serie erinnerte mich wieder daran, warum ich die star-trek-welt und ihre serien so sehr schätze. sie verfolgen konsequent ein positives menschenbild und lassen uns unsere welt, unsere gesellschaftlichen probleme mit einem gewissen abstraktionsgrad reflektieren. die parallelen sind offensichtlich, aber nicht platt. die cardassianer zeigen parallen mit den deutschen oder den japanern, der widerstand der bajoraner zeigt parallelen zu widerstandsbewegungen im nahen osten oder dem besetzten frankreich, der religiöse fanatismus einiger bajoraner zeigt parallelen zu anti-sekulären bewegungen in der ganzen welt. rassismus, freiheit und grenzen der wissenschaft, diversität, gerechtigkeit, all das wird von folge zu folge debatiert. hört sich langweilig an: eine fernsehserie in der debatten zu sehen sind, aber ich finde der vergleich passt. in den erzählungen der einzelnen folgen werden immer mindestens zwei seiten eines problems gezeigt und immer der mühsame prozess, zu gerechten und praktikablen lösungen zu kommen. teilweise, wie in der folge progress, wird auch keine wirklich befriedigende lösung erreicht, sondern es werden die schwierigkeiten durchgespielt, zwischen pflicht und menschlichkeit, gemeinwohl und einzelinteressen, gehorsam und empathie abzuwägen.

es gibt gerüchte hinweise darauf, dass donald trump schwierigkeiten zu lesen habe, klare belege dafür, dass trump zu viel schrottfernsehen zur meinungsbildung schaut und entsprechende versuche von unternehmen, donald trump durch targeted advertising im fernsehen zu beeinflussen. würde donald trump deep space nine binge-gucken, würde mir die lage der welt wohl weniger sorge bereiten, als mit seiner gewohnheit müll-fernsehen zu gucken. allen anderen möchte ich die serie aber auch zum wieder- oder neu-gucken ans herz legen. läuft auf netflix.

jason bourne

felix schwenzel, , in gesehen    

boah, wie langweilig. in den späten 80er jahren hätte der film mich vielleicht noch in ansätzen begeistern können, heute wirkt er wie aus der zeit gefallen. allmächtige gegner, ein held, der immer jedes hindernis überwinden kann und bärenkräfte hat und manchmal, wenn er an seine vergangenheit denkt, auch ein bisschen weint. das ist alles so 80erjahre verschwörungsstereotypübeladen, dass ich beinahe meinen aluhut absetzen musste.

matt damons grösste schauspielerische leistung in diesem film ist, dass er seinen körper für oben-ohne-aufnahmen erfolgreich trainiert hat. den rest spielte er so facettenreich weg, wie siegfried lowitz seinen alten oder horst tappert seinen derrick darstellten. alicia vikander war die fehlbesetzung des jahres. ihrer figur konnte ich so gut wie gar nichts abnehmen. sie wirkte nicht nur wie eine schlechte schauspielerin, die eine perfekt ausgebildete, toughe CIA-obertante darzustellen versuchte, sondern wie ein stunt- oder bodydouble, dass eine schlechte schauspielerin, die eine CIA-obertante darstellt, in einer drehpause nachäffte. eigentlich war alles schlimm an dem film, sogar tommy lee jones, den ich sonst sogar mag, wenn er einen kaffeevollautomaten spielt.

dirk gentlys holistic detective agency

felix schwenzel, , in gesehen    

bekloppte serie, die ich gehasst habe, 8 folgen lang. elijah wood spielt grässlich, samuel barnett ist einer der flachsten schauspieler die ich seit langem in einer hauptrolle gesehen habe, die serie ist überbelichtet und zerfasert — und trotzdem konnte ich nicht aufhören sie zu sehen.

ich bin mir nicht sicher woran es lag, dass ich den scheiss unbedingt zuende gucken wollte, vermutlich weil sie so viele überdrehte erzählstränge aufspannt und ein paar dieser handlungsstränge und protagonisten mich ausreichend neugierig machten. tatsächlich sind ein paar handlungstränge so absurd und an den haaren herbeigezogen, dass es, trotz der grösstenteils miesen schauspielerei, unterhaltsam war ihnen zu folgen.

ich war von folge zu folge hin und hergerissen, was ich von der serie denn nun halten sollte. die absurditäten und immer abgedrehteren erzählkonstruktionen stapelten sich zu einem wirren, bunten, nervigen knäul, das wie ein wildunfall auf meinem bildschirm flimmerte und von dem ich meine augen nicht abwenden konnte, obwohl ich eigentlich weggucken wollte.

ich habe die bücher der dirk-gently-reihe von douglas adams nicht gelesen, bzw. nicht länger als 10 seiten durchgehalten, habe aber das gefühl, dass die autoren der fernsehadaption sich nur sehr lose an die vorlage gehalten haben, bzw. diese lediglich als inspiration genutzt haben. ein bisschen scheint mir die herangehensweise wie bei der jüngsten sherlock-holmes-adaption der BBC zu sein; ein eigenes universum aufspannen und es bei andeutungen ans original und den dort verwendeten namen zu belassen. im gegenteil zu sherlock allerdings konsequent mit schlechten schauspielern und doppelt dick aufgetragener absurdität.

ich kann niemandem guten gewissens empfehlen die serie zu gucken, die ab sofort auf netflix läuft. sie hat durchaus ihren reiz, eine eventuelle zweite staffel werde ich mir auf jeden fall ansehen, aber sie ist auch … hm … speziell. ich kann weder behaupten, dass ich mich beim gucken gelangweilt habe, noch dass sie mir gefallen hat. was die serie allerdings schafft: sie ist auf gewisse weise unvorhersehbar und sie gibt sich grosse mühe allen absurditäten, die sie im laufe der folgen übereinanderstapelt, am ende, in ansätzen, soetwas wie sinn und zusammenhang zu geben. weil ja alles irgendwie zusammenhängt.

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sour grapes

felix schwenzel, , in gesehen    

schön arrangierte dokumentation über die idiotie von wein als investitionsobjekt und die honks, die sich einbilden bei weinen, die mehrere tausend dollar kosten, besonderheiten herausschmecken zu können.

besonders gut gefällt mir, dass am ende einer der protagonisten kommentarlos eine flasche bier aufmacht und ganz offensichtlich sehr geniesst. läuft auf netflix, via @holgi.

kurzktik mr. turner

felix schwenzel, , in gesehen    

noch ein film in dem in den ersten 30 minuten so gut wie nichts passiert. das besondere an turner, der verfilmung des lebens von william turner: auch den rest des films passiert nichts.

der film fängt mit einer wunderschönen landschaftseinstellung an, die holländische hügel zeigt und zwei holländerinnen die sich (auf niederländisch) unterhalten und langsam auf die kamera zugehen. als sie nach 3 minuten die kamera erreicht haben und vorbeigehen, schwenkt die kamera auf einen hügel, auf dem man sieht, wie turner landschaftsskizzen zeichnet. nächste einstellung: turner kommt zuhause an. das ist so ungefähr das grundrezept des films: szenen aus turners leben zeigen, teilweise mit schön konstruierten bildern gefilmt, aber immer unprätentios und unpathetisch, und dann ein schnitt, der weitere szenen aus turners leben zeigt, die entweder ein paar sekunden, stunden, tage oder jahre auseinander liegen können.

unerträglich sind die dialoge: die leute unterhalten sich auf unfassbar gestelzte weise, sind steif und in konventionen gefangen. ich gehe davon aus, dass die dialoge einigermassen authentisch zeigen, wie man sich im 19ten jahrhundert unterhalten hat — was die dialoge nicht erträglicher macht, aber immerhin interessanter. mir gefiel das am anfang nicht besonders, aber nach und nach gewöhnte ich mich daran und verfolgte das nicht-geschehen mit wachsendem interesse.

man bekommt einen guten einblick in turners (möglicherweise geführtes) leben und die zeit in der er lebte. man sieht, dass er auf die konventionen nicht viel gibt und statt sich gestelzt zu unterhalten, lieber brummt oder schweigt. man sieht wie er wie am fliessband malt, wie er (und seine haushälterin) von schnitt zu schnitt älter werden und wie er am ende stirbt.

viel mehr als ein turner-portrait, ist der film ein portrait der zeit in der turner lebte und des fortschritts den er miterlebte. es ist die zeit, in der moderne malerei sich langsam entwickelte, unter kräftiger mithilfe von turner selbst, eine zeit in der die ersten eisenbahnen gebaut wurden und die fotografie sich langsam dutrchsetzte — beides von turner interessiert und (verhalten) fasziniert beobachtet. am ende war ich froh den film zuende gesehen zu haben obwohl — oder gerade weil — in dem film nichts passiert sondern einfach nur das eine oder andere gezeigt wird. von mir aus können viel mehr filme so aufgebaut sein.

kurzkritik goliath

felix schwenzel, , in gesehen    

goliath auf amazon geht so los, wie ich mir das von viel mehr fernsehserien wünsche: es passiert erstmal gar nichts (ok, ein boot explodiert, aber sonst passiert wirklich fast nichts).

zu sehen sind: los angeles, ein säufer und raucher und ein paar leute die er trifft. der säufer fährt rauchend in seinem schmutzigen cabrio durch LA, trifft seine tochter, seine ex-frau. LA bei nacht, LA in der sonne, lange, schöne bilder einer stadt die ich mag, weil ich dort keinen heuschnupfen habe und es dort das beste licht der welt gibt. könnte ich mir ewig ansehen, hab ich dann auch eine folge lang. in der zweiten folge passieren dan plötzlich sachen, die meine interessierte aufmerksamkeit erregen. es kristallisiert sich eine underdog-gegen-übermächtige-gegner-geschichte heraus, die jede sekunde lang nachvollziehbar und logisch bleibt und der ich gerne zusehe, weil ich wie alle menschen, gerne underdogs dabei zusehe, wie sie gegen (scheinbar) übermächtige gegner kämpfen.

ich wusste das vorher nicht, aber goliath scheint eine gerichtsserie zu sein, ein genre von dem es bereits 20 schrillionen varianten gibt, mal grandios (wie the good wife oder boston legal), mal weniger. in der zweiten folge scheint es dann auch so, dass die serie das genre schön variiert und es schafft — obwohl weiterhin fast gar nichts passiert — mich alle 10 minuten zu überraschen — und zwar wirklich zu überraschen.

es passiert nicht oft, dass ich nach zwei folgen einer fernsehserie wirklich unbedingt weitersehen möchte. goliath ist aber so ein fall.

fernsehen im september, oktober und november

felix schwenzel, , in gesehen    

die serie, auf deren einzelnen folgen ich mich im oktober und november am meisten freue, ist natürlich westworld. mein erster eindruck hat sich im laufe der ersten sieben folgen voll bestätigt. ein tolles ensemble, interessant verschachtelte erzählstränge, eingepackt in eine aufwändige und sorgfältig die erzählung verschleiernde inszenierung. schade nur, dass die inszenierung so aufwändig ist, dass die produktion der nächsten staffel wohl länger als ein jahr dauern wird. (läuft auf HBO.)

ähnlich aufwändig inszeniert und gut besetzt: the crown, eine serie, in der (auf netflix) die ersten zehn jahre von königin elisabeth erzählt werden. die (natürlich) erfundenen dialoge sind so gut geschrieben, dass ich nach dieser ersten staffel tatsächlich den eindruck hatte, etwas dazugelernt zu haben. im prinzip bewegt sich die serie auf the west wing-niveau. diese art von doku-fiction vermittelt verständnis für politische vorgänge und die mechnismen von macht. viele drehbuchschreiber bekommen das nicht hin. aaron sorkin hat das für west wing geschafft, peter morgan hat das in the queen geschafft und eben auch in the crown. zuerst leicht irritierend, dann im laufe der serie immer überzeugender: der amerikaner john lithgow als winston churchill. selten habe ich einen 71-jährigen einen 80-jährigen so überzeugend spielen gesehen (keine ironie). auch claire foy und matt smith als königin elisabeth und prinz philip spielen mehr als passabel.

die erste folge der dritten staffel black mirror (auf netflix) fand ich furchtbar. zu pastellig, zu dick aufgetragen, grässlich überspielt, unraffiniert, verkacktes ende. auf die zweite folge hatte ich dann gar keine lust mehr und habe über eine woche gebraucht, um mich wieder aufzuraffen um sie zu sehen. die fand ich raffinierter, etwas herausfordernder, aber die hintergedanken, erzählmuster und auflösung am ende kam mir aus dem weihnachtsspecial von vor zwei jahren bekannt und ein bisschen ausgelutscht vor. die idee, zeit im kopf durch technologische manipulation zu stauchen, ist an sich natürlich grandios und auswälzenswert, aber sie verliert dann auch schnell ihren reiz.

ich habe mir dann noch die vierte folge black mirror angesehen, weil ich auf den vorschaubildern gesehen habe, dass dort mackenzie davis mitspielt, die ich in halt and catch fire sehr gerne gesehen habe. im ersten teil der folge entstand der eindruck, dass mackenzie davis in einer art 80ziger jahre besetzungsfalle steckt und verdammt zu sein scheint, bis in alle ewigkeit achtziger-charaktere zu spielen. normalerweiese bin ich kein grosser verteidiger von happy ends, im gegenteil, mich nerven die oft, aber im rahmen einer staffel black mirror, in der nichts und niemand happy endet, war das eine grosse erleichterung. trotzdem noch nicht weitergeguckt als diese drei folgen.

die aktuelle staffel der graham norton show kommt mir gerade etwas saftlos vor. es mangelt (natürlich) nicht an promis, aber in dieser staffel hat die sendung bei mir noch nicht zünden können. in einer der folgen hat robbie williams zwar eine witzige geschichte erzählt und tom cruise die exakt gleiche geschichte wie bei jimmy kimmel — und das wars auch schon so ungefähr, was hängenblieb.

nachdem ich in der ersten staffel nach vier folgen lucifer aufgehört habe die serie zu gucken, dachte ich kürzlich: kann ich ja nochmal reinschauen. nach drei folgen hatte ich die nase dann schon wieder voll. die hauptrollen sind zu schön, oder genauer hollywood-klischeehaft besetzt, die geschichte windet sich am boden, auf der suche nach sinn und gehalt und die drehbücher machen den eindruck als würden sie nicht geschrieben, sondern gekotzt. eigentlich schade, weil die serie ein paar elemente und ideen hat, die eigentlich potenzial hätten.

potenzial hat im prinzip auch lethal wepaon, die serienadaption der filmreihe von damals™ mit mel gibson und danny glover. in den ersten paar folgen konnte man die mühe diese potenziale herauszuarbeiten noch erkennen, nach ungefähr drei folgen hat sich das alles eingeschliffen zu einem grässlichen klischeesalat mit stereotypendressing. furchtbarer höhepunkt ist die moralisierende folge 6 in der meine sämtlichen warnlampen für müll anfingen zu leuchten: schwache frauen die von rauhen helden beschützt werden müssen, pathetische gardinenprdigten für familienwerte, moralvorstellungen aus den 50er jahren, die selfie-postenden kindern, ohne ironischen bruch, an den kopf geschleudert werden und die schenkelklopfende verherrlichung von korruption und polizei-willkür und -gewalt. im prinzip hat die serie jetzt bei mir voll verkackt.

auch grässlich: berlin station, ein geheimdienst-dings des „premium entertainment network“ epix. interessant ist, dass die serie, wie der name nahelegt, komplett in berlin spielt und dementsprechend (leider) eine menge deutscher schauspielkunst offeriert. mir gefiel im piloten der wilde ritt durch berlin und das wiedererkennen von spielorten und dass die hauptfigur der serie bereits nach 10 minuten tot auf potsdamer platz lag. der rest ist leider mies gemachter serientrash. schlimme dialoge, absurde handlungsstränge, zweifelhafte sicherheitsbehörden- und überwachungswahnverherrlichung und stumpfsinnige inszenierungen wie diese hier:

wie der auslandsgeheimdienst der USA neuigkeiten aus der zeitung erfährt: per fernseher

hier sieht man die elite der amerikanischen auslandsgeheimdienste, wie sie auf einen im büro laufenden fernseher starren, in dem ein bericht über eine zeitungsstory (der berliner zeitung) zu sehen ist — und alle scheinen schwer geschockt zu sein. eine serie die suggeriert, dass einer der effektivsten und mächtigsten geheimdienste der welt neuigkeiten, die in einer zeitung stehen, aus dem fernseher erfährt, kann und will ich einfach nicht ernstnehmen. ansonsten der übliche, lieblose inszenierungschrott aus hollywood: computerhacking mit animationen wie aus tron, geheime treffen in den abhöranlagenruinen auf dem teufelsberg und romeo-agenten die jeden und jede, mit dem sie in kontakt treten in null-komma-nix ins bett und treu ergeben bekommen. schreiender unsinn.

im vergleich sehr liebevoll inszeniert hingegen: izombie. eine ganz gut angelegte geschichte mit einer (relativ) starken weiblichen hauptrolle, nachvollziehbaren zombies und kriminalfällen. über den blödsinn, den die story immer wieder verzapft kann ich gut hinwegsehen, weils unterhaltsam und nicht all zu störend stereotyp inszeniert und geschrieben ist. die serie bedient konsequent, aber relativ gekonnt, das lieblingsrezept mittelguter fernsehproduktionen: ein langer roter faden mit entwicklungspotenzial und das tagesgeschäft wird mit folgenlangen kriminalfällen abgehandelt. so lassen sich unaufwändig viele stunden fernsehen machen und zuschauer am roten spannungsfaden halten. ich habe bisher nur zwei oder drei folgen gesehen, werde aber wohl noch ein bisschen weiter gucken.

luke cage (auf netflix) hat mir hingegen richtig gut gefallen. in wenigen tagen weggeguckt und obwohl die produktion teilweise sehr offensichtlich ein sehr sparsames budget hatte, machten das drehbuch und der grossartige mike colter das alles mehr als wett. die handlung und die motive von luke cage blieben in jedem moment der serie nachvollziehbar, die bösewichter kamen beinahe an daredevils wilson fisk heran.

mehr als eine folge von trepalium (auf netflix) habe ich nicht ausgehalten. angenehm fand ich das französisch, schlimm die dämlich und durchsichtig aufgebaute geschichte und die grösstenteils schreckliche schauspielerei. science-fiction wie er mir gestohlen bleiben kann.

die zweite staffel narcos (auf netflix) habe ich mir zwar bis zum ende angesehen, aber es war ein bisschen zäh. die serie ist wirklich gut gemacht, ich habe das gefühl, sie ist zum allergrössten teil akkurat und im historischen rahmen, aber auch ein bisschen eintönig, auch wenn sich buch und regie grosse mühe geben dem wahn von pablo escobar und dem amerikanischen drogenkrieg ein bisschen farbe einzuhauchen. das ist alles lehrbuchmässig inszeniert und dramatisiert und schafft es sogar, wenn man die erzählte geschichte kennt, hier und da überraschungen einzubauen. andererseits ist das alles auch irgendwie abstossend, weil ich mich ständig dabei erwischte, mich mit arschlöchern zu empathisieren. denn, und das ist der eigentliche witz, die serie handelt fast ausschliesslich von arschlöchern, auf allen seiten.