home drinking

felix schwenzel, , in artikel    

zum ersten dezember habe ich einen whisky+cigars-adventskalender (ohne zigarren, nur mit whisky-proben) vom kind und der beifahrerin geschenkt bekommen. der wahrscheinlich beste adventskalender, den ich seit 43 jahren bekommen habe.

jeden tag ein kleines fläschchen whisky zur blindverkostung. der zettel, auf dem die whiskysorte und eine kleine beschreibung steht, ist umgekehrt auf die flasche geklebt. jetzt kann ich whisky tastings zuhause machen.

6 whisky etiketten von whisky + cigars

1. dalmore 12y

ich kann mich schon nicht mehr genau erinnern, ist schliesslich schon 5 tage her. ich erinner mich aber an einen fruchtigen geschmack und einen milden, reichen geruch. auf dem zettel steht, dass der whisky je zur hälfte in bourbon-fässern und sherry-fässern lag. eine gute eröffnung, nach der ich gerne noch zwei weitere gläser dalmore getrunken hätte.

2. hyde no.5, aras casks

an den geruch erinnere ich mich gut. etwas spitz, alkoholisch, oder wie mein vater sagen würde: u-boot-treibstoff. der geruch ist nicht störend, ein bisschen vanille kommt auch durch, aber mir fiel auf: eher kein klassischer schotte. und tatsächlich war’s ein irischer whisky. hab ich noch nie bewusst getrunken, irischen whisky. der geschmack war runder als der geruch ahnen liess, lecker, aber einen ticken anders als die aus schottland, aber fan werde ich wohl erst, wenn ich mal nach irland reise.

3. elijah craig 12y

auch dieser whisky hatte einen etwas spitzen, alkoholischen geruch. angenehm, interessant, leicht nach frisch desinfiziertem jungem leder. der geschmack war weniger malzig, was kein wunder ist, denn der elijah craig ist ein bourbon. weniger gerstenmalz und ich meinte das rausschmecken zu können. vielleicht habe ich auch zu schnell auf den beipackzettel geschaut, nachdem ich wusste, dass dieser whiskey mit e geschrieben wird, schmeckte ich es jedenfalls eindeutig raus. keine frage, das war ein sehr guter whiskey, aber ne ganze flasche würde ich davon nicht unbedingt kaufen.

4. benrinnes 18y

der geruch war schön voll und rund. das musste wieder ein schotte sein. ist es auch. auf dem beipackzettel stand: „nicht einen hauch von rauch, stattdessen mit in honig getauchtem eichenwald mit blumenwiese.“ das bild inspirierte mich nicht, aber süffig und leicht blumig war er dann schon, der benrinnes.

5. laphroaig select

schon beim einschenken traf mich eine heftige torfnote. „toll!“, rief ich der beifahrerin zu. beim schnüffeln konnte ich leichte bittere teernoten rausdifferenzieren. für einen moment dachten die beifahrerin und ich, dass das ein talisker sein könnte, der hatte auch so einen ganz leichte verdünner-note. der geschmack: wie ich es am liebsten mag, sehr rund, der rauchige torf intensiv, aber auch rund, kein brennen, keine spur von süsse und frucht. ich freute mich sehr, dass ich mich auch schon blind in den whisky verliebte, als ich den beipackzettel las: meine lieblingsbrennerei!

der select enthält laut whisky.de „Anteile aller bekannten Laphroaig-Abfüllungen (10 Jahre, PX Cask, Quarter Cask und Triple Wood)“ — also eine mischung ohne altersangabe die auf milde und rundheit getrimmt ist. toll ist, dass hier weiterhin der charakter des laphroaig durchscheint, aber ich mags lieber ein bisschen direkter. der 10 jahre alte, reguläre laphroaig, bleibt mein absoluter favorit. aber vielleicht ist der select ein guter einstieg für andere?

6. auchroisk 24y

angenehmer geruch, hat mir aber nicht mal in ansätzen geschmeckt. ich habe mich gefühlt wie der 24 jährige felix, der in schottland erstmals bei einem brennereibesuch einen whisky probierte: unwohl, nicht angetan: zu viele spitzen, leicht metallischer geschmack, keine wärme. nicht mein ding. eine flasche des 24 jahre alten auchroisk konnte ich auf die schnelle nicht ergoogeln, aber ähnlich alte auchroisk sind sehr, sehr teuer. hilft nichts, dass das zeug teuer ist, ich mag den nicht.

* * *

die links habe ich erratisch ausgewählt. gerne hätte ich öfter whiskyandcigars.de verlinkt, die meisten whisky habe ich aber dort nicht finden können oder keine geduld für die langen ladezeiten der seite. whisky.de hingegen ist erstaunlich gut suchmaschinenoptimiert, schnell und übersichtlich. aber whisky + cigars ist wohl auch eher ein laden zum hingehen.

„real issues“

felix schwenzel, , in artikel    

beeindruckender auftritt von bernie sanders bei conan o’brien, nicht nur wegen sanders und den dingen die er sagte, sondern weil conan o’brien (zeitweilig) ungewöhnlich ernst war und die richtigen fragen stellte.

was sanders sagte, machte mich nachdenklich und wühlte mich auf mehreren ebenen auf. einerseits, weil ich im sommer durchaus ein gespaltenes verhältnis zu sanders hatte und ihn, inspiriert durch mein medienmenü nicht für den geeigneten kandidaten hielt. die medien die ich lese, wurden nicht müde, sanders als populisten oder sozialisten zu bezeichnen, den man weder ernst nehmen könne und der erst recht keine chance haben würde gewählt zu werden, weil er so weit links stehe. mich haben diese vergleiche immer gestört, die trump und sanders in den gleichen populistentopf warfen, weil ich sanders durchaus als vernünftig und verantwortungsvoll empfand.

trotzdem blieb bei mir hängen: dass es unvorstellbar wäre, dass sanders sich gegen einen republikaner durchsetzen können würde und dass das nur die etabliertere, moderatere und mainstreamigere hillary clinton könne. der unglaubliche rückhalt von sanders bei jungen menschen, seine sorge um die wachsende einkommensungleichheit und grosse sozial benachteiligte und mit sorge in die zukunft blickende bevölkerungsschichten, wurden von den medien, die ich lese und in ansätzen ernst nehme, als nicht wahlentscheidend dargestellt. die stabilität und kontinuität, für die clinton stünde, hingegen schon.

heute snd wir alle klüger. die unzufriedenheit mit dem etablierten, teilweise verfilzten und gelähmten system war wohl auch wahlentscheidend und clinton scheint es nicht geschafft zu haben, dieses moment im linken spektrum zu mobilisieren.

weshalb mich der auftritt von sanders ebenfalls aufrührte war seine medienkritik. eigentlich bin ich kein grosser fan von pauschaler medienkritik oder der haltung, „die medien“ seien schuld an trump, genauso wie ich es dämlich finde, sanders als populisten zu bezeichnen oder sanders zusammen mit trump in den demagogen-eimer zu werfen. aber sanders medienkritik hatte substanz, die mich zumindest nachdenklich machte. zu recht kritisiert er, dass die medien sich auf leicht verdauliche, sensationsheischende aspekte konzentrieren würden, weil die garantiert leser- oder zuschauerinteresse generieren würden. die „real issue“, die themen die unsere zukunft, den fortbestand unserer demokratischen gesellschaften betreffen, werden gerne ignoriert oder in die randspalten gedrängt.

ein gedanke der mir in den sinn kam, war eine parallele zur werbung. grosse agenturen saugen die talentiertesten und besten jungen köpfe ein, um für grösstenteils trivialen scheiss manipulative werbung zu bauen. die ganze kreative energie, der gestaltungswillen ganzer generationen, fliesst in die konsumentenerregung, statt in die (politische) gestaltung unseres zusammenlebens und gerechte organisation unserer gesellschaften. genauso fliesst die energie ganzer journalisten-jahrgänge in die aufarbeitung von skandälchen, ausrutschern, die aufarbeitung von privat- und intimkram von politikern oder anderen prominenten, statt in die konstruktive aufarbeitung der krisen und herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen.

auch deshalb habe ich mich vor ein paar monaten dafür entschieden, perspective daily zu unterstützen, die sich zumindest vorgenommen haben, diesen missstand konstruktiv und wortreich anzugehen. aber hier ist das problem: obwohl ich abonnent und unterstützer von perspective daily bin, lese ich dort kaum. die themen und artikel schaffen es kaum über meinen tellerand, wenn ich mal einen artikel lese langweile ich mich oft oder vermisse substanz. immerhin: beim aufruf der startseite lächelte mich dieser artikel an, der in etwa das gleiche thema hat, wie das was ich hier zu behandeln versuche. noch nicht gelesen, aber immerhin meine aufmerksamkeit gewonnen und auf meiner leseliste gelandet:

perspective-daily.de: Für das Volk, gegen den Populismus

es ist eine elenede zwickmühle: viele medien können es sich aus verschiedenen gründen nicht leisten substanziell über die „real issue“, die wichtigen themen zu schreiben, entweder weil sie nicht die mittel haben, oder wissen, dass sich diese art artikel niemals refinanzieren wird. entstehen solche artikel, ist es schwer sie an den mann und die frau zu bringen, weil sie sich nicht so leicht und emotinal konsumieren lassen. das meta-, tralala- und empörungsgedöns lässt sich einfacher herstellen und spült (dringend benötigtes) geld in die kassen.

so oder so, ich glaube es gibt durchaus wege abseits des platten populismus, abseits der ausgelatschten medienpfade, gegen den wahnsinn zu steuern, den trump und seine kumpels uns auf der weltbühne vorspielen. auf mich hatte der auftritt von sanders jedenfalls eine inspirierende wirkung. ich, wir, alle, denen die parlamentarische demokratie am herzen liegt, müssen — und können — etwas tun um das irrsinnige und hohle gegenseitige aufschaukeln von politik und medien aufzubrechen. sei es durch die (finanzielle) unterstützung von entsprechenden medienangeboten oder durch die aktive besetzung von klaffenden lücken, wie es christoph kappes hier vorschlägt. es ist möglich die wirklich drängenden themen anzupacken, sichtbar zu machen, zu diskutieren und lösungen zu finden. der ruck und der druck sind da.

youtube-video
youtube

lesetipp: sascha lobo rollt das thema medienkritik von einer anderen seite auf.

Die Gehirn-Alchemisten

felix schwenzel, in artikel    

Künstliche Intelligenz ist dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ziemlich ähnlich. Der bevorstehende Durchbruch wird immer wieder lautstark und überoptimistisch angekündigt — und dann doch wieder ein paar Jahre nach hinten verschoben. Seit über fünfzig Jahren kommt die KI-Forschung nicht richtig aus dem Quark. Schon vor vielen Jahrzehnten prognostizierten optimistische KI-forscher die baldige Fertigstellung lernender Maschinen, die dem menschlichen Geist weit überlegen sein würden. Die spektakulärsten Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung halten viele von uns jetzt in den Handy-Händen: persönliche Assistenten, die datenhungrig sind, einfache Aufgaben erfüllen können und uns manchmal sogar verstehen.

Im Umfeld der Forschung zur künstlichen Intelligenz sind brillante Menschen tätig, und die KI-Forschung und ihre Anwendung hat beeindruckende Fortschritte gemacht. Aber ich bin den Ankündigungen eines baldigen Durchbruchs bei der künstlichen Intelligenz gegenüber sehr skeptisch — nicht nur wegen Siri.

Ich glaube, dass wir bei allem Größenwahn, der uns Menschen prägt, bei der Beurteilung unserer kognitiven Fähigkeiten und bei der Erklärung unserer Gehirnfunktionen die Komplexität des Geistes regelmäßig sträflich unterschätzen. Unser Modell der Gehirnfunktion ist meist geprägt vom aktuellen Stand der Technologie. Als die aufkommende Wasserwirtschaft vor 2000 Jahren die Landwirtschaft revolutionierte, glaubten viele Gelehrte, unser Gehirn sei ein komplexes System aus Strömen von Säften, die es für Gesundheit und Wohlbefinden ins Gleichgewicht zu bringen gelte. Im 16. Jahrhundert, als es Menschen immer besser gelang, komplexe Automaten und Maschinen zu bauen, wirkte es logisch, den Menschen als komplexe Maschine zu betrachten.

Auf t3n.de weiterlesen

günstiger bewegungsmelder, selbstgemacht

felix schwenzel, , in artikel    

bewegungsmelder sind nach der kühlschrankbeleuchtung eine der besten erfindungen der welt. bewegungsmelder wirken auf mich nach wie vor wie magie. ich gehe irgendwo hin und das licht geht automatisch an. wie toll ist das denn bitte? manchmal wird die magie ein bisschen gestört durch laute knackgeräusche von relais. deshalb wirkt der bewegungsmelder den ich mir zusammengestöpselt habe und im wohnzimmer unter die schreibtischplatte gelegt habe besonders beeindruckend auf mich: er schaltet nachts bei bewegung, also wenn ich ins bett gehe oder aufs klo, eine unserer hue-lampen ein — das geht lautlos und stufenlos hochdimmend.

am wochenende habe ich mir einen zweiten bewegungsmelder zusammengebaut, für die küche. in der küche habe ich, zum entsetzen der beifahrerin, einen der lichtschalter deaktiviert und das licht über eine funksteckdose steuerbar gemacht. statt eines praktischen schalters, hat das licht jetzt einen knopf auf einer fernbedienung mit 7 buttons. die beifahrerin hat das, völlig zu recht, als einen enormen rückschritt gebrandmarkt: „das ist keine verbesserung!“

in kombination mit einem bewegungsmelder aber doch. nur am sonntagmorgen, nachdem ich den lichtschalter entfernt hatte, war der bewegungsmelder noch nicht fertig. den habe ich dann nach dem mittagessen in 20 minuten zusammengebaut. für die kalibrierung und feineinstellungen habe ich dann sechs stunden gebraucht.

im folgenden beschreibe ich kurz, wie ich den vernetzten bewegungsmelder gebaut habe. die einzelteile für den bewegungsmelder kosten weniger 10 euro, was ein ziemlicher unterschied zu den vernetzten bewegungsmeldern die man sonst so kaufen kann (hue: 40 euro, eve: 40 euro, fibaro: 50 euro, devolo: 60 euro). nachteil meiner selbstbaulösung: sie ist nicht batteriebetrieben, sondern braucht ein kabel.

die einzelteile die ich benutzt habe (und zum grössten teil bei amazon bestellt habe, direkt aus china bekommt man die teile sicher um ein vielfaches billiger):

der PIR-sensor will 5 volt haben, also habe ich ihn an den VIN-Pin des node-mcu angeschlossen, den datenpin des sensors an den node-mcu pin 12. im prinzip wars das schon.

esp8266 und PIR sensor in einer verteilerdose

in den deckel der verteilerdose habe ich ein loch für den PIR sensor gebohrt und auf die vorderseite für den linsenkopf vier löcher gestochen, damit ich ihn einfach von aussen aufstecken kann.

plastik-linsenoptik des PIR-sensors auf dem verteilerdosendeckel

soweit, so einfach. für die software habe ich mir ein paar zeilen von überall her zusammengestückelt. die software verbindet den node-mcu zuerst mit unserem wlan, dann mit unserem mqtt-server. danach sendet der node-mcu bei bewegung die nachricht „ON“ und nach ein paar sekunden wieder ein „OFF“. das auslesen der sensordaten habe ich zuerst mit einer selbstgeschriebenen schleife abgefragt, irgendwie wollte das aber am sonntag nicht klappen, so dass ich mir von hier eine elegantere lösung kopiert habe und mit meinem code kombiniert habe. den code habe ich auf github geladen.

die einstellung der zwei potenziometer des PIR-sensors ist ziemlich fummelig. den für die auslösedauer habe ich ganz nach links gedreht, was in etwa bedeutet, dass der sensor alle 5 sekunden bewegung melden kann. das potenziometer für die empfindlichkeit (oder reichweite) habe ich nicht ganz nach links gedreht, sondern (in etwa) auf 10 vor. das fiese an diesen PIR-sensoren ist deren enorme empfindlichkeit — und dass ich deren funktionsprinzip nicht ganz verstehe. der sensor löst auch aus, wenn man ihn mit schwarzem klebeband abklebt oder in eine dunkle kiste steckt. was ich dann aber nach ein paar stunden rumprobieren verstanden habe: wenn man den sensor mit seiner kappe abdeckt, ein wenig zeit zur selbstkalibrierung lässt und ihm freie sicht auf die welt gewährt, verschwinden die falschen positiv-meldungen nach einer weile.

jetzt hängt der bewegungsmelder über der tür und meldet bewegung zuverlässig per mqtt ins interne netzwerk, sobald jemad die küche betritt.

plastik linsenoptik des PIR-sensors auf dem verteilerdosendeckel

das ist (noch) nicht besonders schön, funktioniert aber zuverlässig. das nächste projekt, was mir natürlich erst eingefallen ist, als das ding so, halb festgenagelt an der wand hing: der bewegungssensor kann auch in die (ikea) uhr darüber wandern. hinter dem ziffernblatt ist ausreichend luft um die elektronik und kabel unterzubringen und der PIR-sensor könnte über ein loch im ziffenblatt nach draussen gucken. nur auf den linsen-dom müsste ich verzichten. eben habe ich das nochmal ausprobiert und die glasscheibe mit zwei lagen tesa-film simuliert; der sensor ist dann immer noch sehr empfindlich und büsst ein bisschen seiner vorher beinahe 180° umfassenden blickwinkels ein — funktioniert aber.

die meldungen des bewegungssensors fängt meine home-assistant-installation ein und reagiert mit dieser einer einfachen automation auf bewegung:


automation:
  alias: "Küchenlicht nach Bewegung anschalten"
  trigger:
     - platform: mqtt
       topic: sensor/motion/3
       payload: 'ON'
  action:
     - service: switch.turn_on
       entity_id: switch.u1
     - service: homeassistant.turn_off
       entity_id: script.kueche_licht_set_timeout
     - service: homeassistant.turn_on
       entity_id: script.kueche_licht_set_timeout
     - service: homeassistant.turn_on
       entity_id: input_boolean.occupied_kueche
script 1:
name: kueche_licht_set_timeout
alias: "Timeout für Küche Licht setzen"
  sequence:
  # Cancel ev. old timers
  - service: script.turn_off
    data:
      entity_id: script.kueche_licht_timeout
  # Set new timer
  - service: script.turn_on
    data:
      entity_id: script.kueche_licht_timeout
script 2:
name: kueche_licht_timeout
  alias: "Küche Licht nach 30 Minuten Inaktivität ausschalten"
  sequence:
  - delay:
    minutes: 10
  - service: switch.turn_off
    data:
    entity_id: switch.u1

wenn der sensor 10 minuten keine bewegung registriert, schaltet er das licht aus, ansonsten, bei jeder bewegung und beim betreten der küche, geht das licht über der arbeitsplatte an. das funktioniert auch bei längeren aufenthalten in der küche. auch falsche positivmeldungen wegen luftbewegungen, konnte ich letzte nacht nicht beobachten, allerdings einige falsche positivmeldungen, weil das ding von der wand gefallen war, weil ich es nur mit klebeband befestigt hatte.

das küchendeckenlicht schalte ich damit noch nicht aus (obwohl ich es könnte, dank dieses apparats), das mache ich dann an einem der nächsten wochenenden.

[werbung] tado api auslesen, daten in home assistant schaufeln und mit grafana auswerten

felix schwenzel, , in artikel    

mit vielen daten kann man viel machen. deshalb habe ich überall in der wohung sensoren angebracht. so kann ich die daten nicht nur sammeln und auswerten, sondern eben auch teile der wohnung automatisieren. mit den tado-thermostaten die ich neuerdings in der wohnung habe, kamen viele neue sensoren in die wohnung. über die tado-server und apps habe ich auch (eingeschränkten) zugriff auf diese daten, aber natürlich will ich die daten komplett haben und in mein heimautomatisierungssystem (home-assistant) einspeisen, um sie dort zentral zu verwalten und auswerten zu können.

tado hat vor über einem jahr seine API angekündigt, diese aber bisher nur mit ifttt (sowie zum eigengebrauch mit den tado web- und smartphone-apps) nutzbar gemacht. eine offene, dokumentierte API, die man nutzen kann um einerseits die daten die tado sammelt auszuwerten oder andererseits die tado thermostate zu steuern, steht noch aus.

natürlich gibt es inoffizielle ansätze und dokumentationen. oder man kann beobachten, wie die tado-api funktioniert, wenn man im browser die webapp mit den entwicklerwerkzeugen anschaut.

inspizierung der tado web-app

dort sieht man dann, dass die web-app sich beim tado-server authentifiziert und dann statusinformationen abruft. der state der verschiedenen sensoren und thermostate wird ungefähr alle 10 sekunden abgerufen und dann im browser dargestellt. stephen c phillips hat aufgeschrieben, was man da im einzelnen sieht, allerdings noch mit der API v1. mittlerweile nutzt die web-app die version 2 der API.

den status einer zone kann man entweder mit einfacher benutzername- und passwortübergabe abfragen, beispielsweise so:

https://my.tado.com/api/v2/homes/HOME_ID/zones/1/state?username=USERNAME&password=PASSWORD

die HOME_ID findet man über diese abfrage:

https://my.tado.com/api/v2/me?username=USERNAME&password=PASSWORD

theoretisch kann man die sensoren und thermostate so bereits regelmässig abfragen. ich habe das hier mal im home-assistant-forum aufgeschrieben. praktisch scheint das tado ein bisschen aus dem tritt zu bringen, wenn home-assistant alle 30 sekunden die API mit meinen zugangsdaten abfragt. zum einen muss ich mich dann in der web-app immer wieder neu anmelden, zum anderen scheint diese art der API-abfrage bei den tado-systemen etwas durcheinander zu bringen. nach ein bis zwei stunden dauerabfragen, meldeten sich meine drei tado geräte als nicht erreichbar ab. ein neustart jedes einzelnen geräts (bridge, basis, heizkörperthermostat) brachte die geräte zwar wieder dazu sich als erreichbar auszuweisen, aber der zustand hielt nicht lange und ein, zwei stunden später verabschiedeten sie sich wieder alle und verbanden sich auch über Nacht nicht neu.

als nächstes habe ich dann versucht, die tado-API über diese python-library abzufragen. das scheint ein bisschen besser zu klappen, weil die authentifizierung nicht über die reine passwort-übergabe in der url, sondern per o-auth funktioniert. so authentifiziert sich auch die web-app und die PyTado-bibliothek gibt sich eben als die tado-web-app aus. aus technischen gründen und wegen meiner mangelnden kompetenz war es ein ziemliches gefummel die tado-sensordaten über PyTado in home-assistant zu bekommen, aber am ende gelang es mir über ein paar scripte, die daten regelmässig, alle zwei minuten einzulesen und an home-assistant zu übergeben.

so sehe ich im home-assistant jetzt nicht nur die temperatur und luftfeuchtigkeit, die meine vernetzten sensoren in der raumecke sammeln, sondern auch die daten der tado-sensoren. weil sich die tado-sensoren im wohnzimmer direkt am heizkörper (und dem fenster) befinden, weichen die werte ein bisschen ab. ich sehe auch die bei tado eingestellte zieltemperatur und den von der zone angeforderten heizwert (heating power). mit diesem wert, den die verschiedenen zonen-sensoren der tado-basis übermitteln, steuert die tado-haupteinheit den heizkessel. dazu weiter unten mehr.

messen und regeln

die daten mit dem home-assisatnt aus der tado-API auszulesen ist natürlich kein selbstzweck. weil home-assistant alle datenpunkte speichert, kann ich die daten visualasieren, also tado bei der arbeit zusehen. ich hatte ja schon in meinem initialen tado-artikel angemerkt, dass mir die art und weise, wie die tado-zentraleinheit den heizkessel steuert sehr viel weniger rabiat vorkommt als vorher, mit dem junkers TR200. ein blick in de daten scheint das zu bestätigen.

temperaturverlauf im wohnzimmer

auf dem bild sieht man in lila die eingestellte zieltemperatur des wohnzimmers. gestern abend 23°, ab 23 uhr absenkung auf 18° (die kurze spitze um kurz nach elf war ich) und morgens die erneute erhöhung auf 24°. in blau sieht man die vom tado-thermostat gemessene temperatur, in grün die vom vernetzen thermometer in der raumecke gemessene temperatur. die temperatur in der raumecke ist offensichtlich sehr stabil. man erkennt, dass sie im laufe des tages stetig steigt und ab 11 uhr abends wieder leicht abfällt. die vom thermostat gemessene temperatur schwingt hingegen periodisch und deutlich sichtbar um den zielwert herum. im ergebnis führt das aber zu genau dem gewünschten ergebnis: eine temperatur im wohnzimmer die dauerhaft um die 23,5° liegt. wie tado das steuert sieht man, wenn man die angeforderte „heating power“ des wohnzimmer-thermostats mitbetrachtet.

temperaturverlauf im wohnzimmer, mit heizenergieanforderungswerten

wenn die nenn-temperatur langsam unter den wert der zieltemperatur zu fallen droht, fordert das thermostat erst 10 bis 20 prozent heizleistung an. je weiter die temperatur fällt, desto höher der wert. da das wohnzimmerthermostat derzeit der einzige sensor ist, der heizleistung anfordert, ignoriert die steuerungseinheit die anforderung meist eine ganze weile lang. im kinderzimmer, in dem sich auch ein sensor befindet, herrschen dauerhaft 23°, die seit tagen über dem zielwert von 22° liegen. das kinderzimmer meldet der steuerungszentrale also ständig: ich brauch keine heizleistung.

hat das wohnzimmer lange genug gewartet oder den „heating power“-wert hoch genug geschraubt, feuert tado die therme an. dabei kann ich beobachten, dass die therme einerseits nur 10-15 grad hochgeheizt wird (von 25° auf maximal 45°) und andererseits das feuer vor erreichen der zieltempertur wieder abstellt. das funktioniert im ergebnis ziemlich gut. der einzige nachteil dieser sehr sparsamen heizweise ist, dass unerer bad jetzt meist einen ticken zu kühl ist. das (alte) thermostat dort ist voll aufgedreht, aber um das bad wirklich zu heizen, reicht die heizleistung, die tado ab und zu dem wohnzimmer gönnt, nicht aus.

das wird sicherlich besser, wenn im bad auch ein vernetztes tado-thermostat an der heizung hängt und entsprechend in der lage ist, bei bedarf heizleistung für das bad abzurufen. leider ist das zweite gelieferte heizkörperthermostat von tado ja defekt bei uns angekommen und das zustellen eines ersatzgeräts ist, laut support-ticket-system von tado, noch immer in bearbeitung. meine bestellung von zwei weiteren thermostaten habe ich ebenfalls noch nicht bestätigt bekommen.

temperaturverlauf im wohnzimmer heute früh

ich finde auch interessant zu sehen wie die tado-steuerungszentrale heute früh die zieltemperatur hochgeregelt hat. eingestellt ist eine zieltemperatur von 24° ab 8 uhr (wegen der zeitumstellung im graphen wohl als 7 uhr angezeigt nachtrag: tado scheint die zeitumstellung verpasst zu haben). ab 5:45 uhr fordert das thermostat heizleistung an, die die steurungszentrale aber erst nach ca. 10 bis 20 minuten freigibt. pünktlich um kurz vor sieben ist dann die zieltemperatur erreicht (sogar ein bisschen mehr) und erst als die temperatur gegen 8 uhr wieder unter 24° zu sinken droht, fordert das wohnzimmer wieder vehementer heizleistung an.

dafür, dass ich mit der heizung eigentlich nichts zu tun haben will und erwarte, dass sie einfach ihren dienst verrichtet, beschäftige ich mich (offensichtlich) einen ticken zu intensiv mit ihr. tatsächlich macht mir die verfügbarkeit von messdaten es aber überhaupt erst möglich, die funktion der heizung nachzuvollziehen und zu verstehen. das alte system war mir zu intransparent und schwer nachvollziehbar. vor allem fällt mir jetzt auch auf, dass es ziemlich ineffizient war, bzw. das tado sehr auf effizienz achtet (und das nicht nur im marketing behauptet).

warten auf die API

in einer pressemitteilung vom märz letzten jahres, liess sich der tado-geschäftsführer christian deilmann wie folgt zitieren:

Unsere IFTTT Integration und die Partner und Entwickler API tragen zu einem besser nutzbarem und offenerem Internet der Dinge bei und helfen somit eine komfortablere, effizientere und verantwortungsbewusstere Welt zu schaffen.

das ist jetzt 593 tage her und ich muss meine sensordaten für meine eigene nutzung und auswertung immer noch über inoffizielle wege besorgen. noch verschliesst tado seine internetdinge sorgfältig und auch die zweite option neben ifttt, die homekit-integration ist nach meinem eindruck noch ausbaufähig. ich glaube auch, dass eine hoffentlich bald erscheinende, offene und gut dokumentierte API auch für tado gut ist. sobald sich tado in beliebte heimautomatisierungssysteme integrieren lässt und etwas kommunikativer wird, dürfte das auch der beliebtheit und verbreitung des systems gut tun. vor allem aber möchte ich einfachen zugriff auf meine daten haben.

abgesehen davon: die konkurenz (a, b, c, d, e, f, g) schläft nicht und hat (kontrolliert) zugängliche daten auch als verkaufsargument entdeckt.

* * *

weil ich das tado-raumthermostat und zwei heizkörperthermostate von tado kostenlos zum testen bekommen habe und die geräte behalten kann, steht auch über diesem artikel werbung. tado nimmt keinen einfluss auf meine texte und hat auch bis jetzt meine anfragen zur API oder ob ich der einzige bin, bei dem geräte dead on arrival ankommen, nicht beantwortet.

[werbung] tado automatische heizungssteuerung

felix schwenzel, , in artikel    

eigentlich will ich mit der heizung nichts zu tun haben. die bude soll warm sein, nicht zu warm, aber nie kalt, ausser im schlafzimmer. ausserdem soll das heizen natürlich am besten nichts kosten. das mit den heizkosten ist in unserer berliner wohnung perfekt; unsere wohnung hat wenig aussenfläche und die ist relativ gut isoliert. das führte zu ziemlich niedrigen heizkosten in den letzten drei oder vier jahren. problematisch war aber bisher, immer wieder, die verfügbarkeit der heizung. der beifahrerin wurde es abends oft zu kalt, weil die heizung zu früh in den sparbetrieb ging oder das badezimmer liess sich nicht heizen, weil es in dem raum in dem die heizungssteuerung hängt (der „leitraum“) warm genug war - und deshalb die heizung nicht mehr aufheizte.

mit anderen worten: unsere heizungssteuerung war ziemlich unkomfortabel und ich hatte keine lust mehr, mich mit diesem gerät auseinanderzusetzen.

Raumtemperaturregler TR 200 für stetiggeregelte Heizgeräte

genau betrachtet ist diese komforterwartung in einem haus, in dem im hinterhaus noch einige leute mit kohle heizen natürlich in ansätzen dekadent. aber weil die preise von moderneren heizungssteuerungen mittlerweile in regionen angekommen sind, die mir bezahlbar erscheinen, fing ich an mich umzuschauen und einzulesen. dabei stiess ich unter anderem auf tado und deren raumthermostate. ich wusste, bis ich den ersten test in einem blog las, gar nicht, dass man raumthermostate einfach ersetzen kann und tado hat offenbar einen ganz guten selbstinstallationsupport, ich glaube hier las ich erstmals davon.

ausserdem bietet tado seine geräte auch zur miete an, was nach meiner rechnung für unsere wohnung so um die 15 bis 19 euro monatliche kosten bedeutet hätte. beim durchrechnen und lesen des kleingedruckten erschien mir das mietangebot dann aber nicht mehr so attraktiv (nach 2-3 jahren zahlt man im vergleich zum kauf drauf, mietgeräte können nach ablauf der vertragslaufzeit — üblicherweise mindestens ein jahr — gekauft werden, aber es gibt dann nur 6 monatsmieten preisnachlass).

knapp 600 euro anschaffungspreis (1 raumthermostat plus 4 heizkörperthermostate) schien uns dann aber (im moment) eine zu grosse ausgabe zu sein. nach einer anfrage bei tado überliess man mir dann dankenswerterweise ein raumthermostat und zwei heizkörperthermostate kostenlos zum testen, weshalb jetzt über dem artikel auch werbung steht. zwei heizkörperthermostate habe ich heute noch auf eigene kosten bestellt, die testgeräte können wir behalten.

jetzt war ich gespannt, ob tado meine erwartungen erfüllen konnte: eine heizung die heizt wenn sie heizen soll, nur dort heizt, wo sie heizen soll und mir meinen wunsch erfüllt, mit der heizung möglichst nichts zu tun haben zu müssen. genauso gespannt war ich, wie die (neue angekündigte) integration von tado in apple’s homekit funktioniert. mit homekit habe ich mich in den lezten wochen, eher monaten, intensiv beschäftigt und selbst einige unserer geräte so vernetzt, dass ich sie über homekit, also übers handy, über den browser aber natürlich auch weiterhin über schalter und knöpfe steuern kann. ums gleich vorab zu spoilern: die grundfunktionen und meine mindesterwartungen erfüllt tado super, es gab ein paar stolpersteine und die homekit-integration von tado ist sehr unbefriedigend. aber der reihe nach.

(nachtrag 10.11.2016: offiziell hat tado derzeit keine homekitintegration. die auslieferung der neuen bridge erfolgte nur an tester, reguläre kunden sind damit bisher nicht beliefert worden. ausgeliefert wird jetzt die alte bridge mit einem gutschein für eine neue, homekitfähige bridge, sobald die probleme mit der version drei der bridge behoben sind. die probleme scheinen technischer natur, aber der zertifizierungsprozess auf seiten von apple scheint auch zu stocken. mehr dazu unten.)

installation

der installationprozess und die führung durch die einzelnen installationsschritte ist erfreulich gut gemacht, beinahe exemplarisch. ich will nicht sagen idiotensicher, aber im grunde ist er das. jeder einzelne schritt ist gut erklärt, auf jeweilig vorhandene heizungssystem abgestimmt und bis zur beschriftung der kabel mit beiliegenden aufklebern sehr, sehr gut durchdacht. an keiner stelle des installationsprozesses fühlte ich mich alleingelassen oder ratlos. selbst die dübellöcher des alten raumthermostats konnte ich mit dem neuen thermostat benutzen, DIN sei dank. einzig an einer einzelnen stelle meine ich einen kleinen fehler oder ungenauigkeit in der anleitung entdeckt zu haben, nämlich beim abschrauben des alten heizkörperthermostats.

demontage vorhandener heizkörperthermostate laut tado

auf dem schaubild sieht es aus, als könne man das thermostat mit einer drehung der mutter im uhrzeigersinn vom heizkörper entfernen, tatsächlich ist es aber (sagt das internet) stets eine drehung gegen den uhrzeigersinn. dafür, dass wir keine rohrzange im haus haben, kann tado nichts. ist aber aus unerfindlichen gründen so. ich habe mir dann einfach aus einem handtuch und einer kleinen schraubzwinge selbst eine rohrzange gebaut. das lösen der mutter der vorhandenen thermostate funktionierte dann auch ohne rohrzange.

das nächste problem tauchte dann nach dem abschrauben des alten heizkörperthermostats auf, bzw. bei der montage des neuen. auch das ist alles sehr verständlich, schritt für schritt erklärt, öffnen, batterie aktivieren, pairen mit der tado-bridge, aufschrauben auf den heizkörper …

tado fehelrmeldung „Noch nicht montiert“

obwohl das neue thermostat ordnungsgemäss auf der heizung steckte, meledete das system: „gerät noch nicht montiert“. also hab ich die installation des zweiten thermostat im wohnzimmer vorgezogen: das ging jetzt einen ticken schneller und als ich die batterie aktivierte, sagte das thermostat „HI“ zu mir (auf dem elegant verbauten display). ah, das hatte das andere thermostat nicht getan. nach der begrüssung hab ich das freundliche thermostat dann auf den heizkörper geschraubt — und fertig. das andere thermostat liess sich nicht überreden mir „HI“ zu sagen, aber als ich den support anrief um zu klären was ich noch tun könnte, meldete sich das thermostat im portal plötzlich doch als montiert und übermittelte seine umgebungstemperatur und die luftfeuchtigkeit. aber der display wollte einfach nichts anzeigen — und steuern liess sich das thermostat auch nicht.

ich glaube zwar nicht, dass es künstliche intelligenz oder smarte geräte gibt, erliege aber immer wieder der hoffnung, dass kaputte geräte sich auf wundersame weise selbst heilen. deshalb wollte ich das defekte thermostat eine nacht in seinem angestammten zuhause (der produktverpackung) ruhen lassen und dann am nächsten morgen nochmal nach dem wohlbefinden schauen.

das ruhigstellen des themostats irritierte dann aber das webportal. oder eher mich, denn die web-app meldete plötzlich, dass die zone 1, das kinderzimmer in dem das vernetzte raumthermostat hängt, nicht mehr per „fernzugriff“ erreichbar sei. das raumthermostat machte aber einen ganz zufriedenen eindruck, behauptete verbunden zu sein und verrichtete auch brav seinen dienst. erst am nächsten morgen kam ich dann darauf, dass das defekte thermostat ebenfalls standardmässig, wie das raumthermostat, der zone 1 zugewiesen wird und batterielos in seiner kiste in der tat nicht erreichbar war. dass das my.tado.com-portal dann aber gleich die ganze zone als nicht erreichbar anzeigt, sollte tado schnell in ordnung bringen und ausdifferenzieren.

am morgen hatte ich dann zum zweiten und dritten mal das vergnügen (keine ironie) mit der hotline zu telefonieren um ein austauschgerät zu organisieren. alle telefonate mit der hotline waren angenehm freundlich, es wurde aber deutlich, dass mein erster gesprächspartner deutlich mehr befugnisse und technisches know-how hatte, als die beiden mit denen ich heute früh sprach. von denen sprach einer kein kaum deutsch (deutsch erst ab 8:40 uhr) und beide konnten nicht viel mehr tun als mir zuzuhören und support-tickets anzulegen.

homekit integration

das mit dem defekten, halbfunktionierendem thermostat war ärgerlich, weil es zu einer irritierenden fehlermeldung führte an der ich lange zu knacken hatte. noch länger knackte ich nur an der homekit-integration. zuerst dachte ich ich bin zu blöd, dann hoffte ich, dass das defekte gerät in meinem setup alles durcheinanderbrachte, aber nachdem der support die verbindung des defekten geräts aus meinem setup entfernt hatte, habe ich das gefühl, dass die homekit-integration von tado noch nicht ausgereift ist.

nach dem ersten verbinden mit homekit, tauchten in meiner iphone home-app 9 neue geräte auf, drei regelbare thermostate (auch das defekte thermostat), drei thermometer und drei hygrometer. die werte des in alle geräte verbauten lichtsensors gibt tado nicht preis. die eingestellten tado-zonen werden nicht übernommen, aber ich konnte die geräte leicht meinen bereits eingerichteten räumen zuweisen. so weit so gut. initial dauerte es sehr lange, bis die neuen geräte in der home-app ihre werte anzeigten und als sie die werte dann anzeigten, stimmten die nicht immer mit denen auf my.tado.com gezeigten überein. was aber funktionierte: wenn ich die wunschtemperatur für das wohnzimmerthermostat verstellte, kam dieser wert dort und in der web-app an. umgekehrt klappte es mal, mal gar nicht, mal nach längerer verzögerung.

wer, wie ich, an selbstheilungskräfte von maschinen glaubt, glaubt auch daran, dass zurücksetzen oder neustarts helfen. also habe ich die tado-bridge wieder aus der home-app entfernt und dann leider vergeblich versucht, sie wieder hinzuzufügen. irgendwo auf den supportseiten von apple las ich dann, dass man eventuell das ehemals verbundene gerät zurücksetzen müsse, um es erneut zu homekit hinzuzufügen. dankenswerterweise stand auf der rückseite der bridge (in weisser schrift auf weissem grund) eine button-beschriftung: „factory reset“. weil ich zu blöd war den knopf so zu drücken, dass die bridge auf meinen wunsch reagierte, öffnete ich das gehäuse der bridge. innen drin ein wunder der miniaturisierung, ein wunderbarer anblick deutscher ingenieurkunst (keine ironie); viel luft und sehr viele, sehr kleine dinge:

tado-bridge von innen

in der linken mitte sichtbar, der factory-reset-schalter. nach ca. 8 sekunden betätigung, fing die bridge an zu blinken und liess sich dann klaglos wieder mit homekit verbinden. leider meldete mir die home-app immer wieder, dass die tado-bridge nicht erreichbar sei. aus unerfindlichen gründen scheint die tado-bridge nicht den erwartungen an reaktionszeit und antwortverhalten die homekit an sie stellt gewachsen zu sein. eine solche nichterreichbarkeit erlebe ich hin und wieder mit der open-source und bastellösung homebridge, die das homekit-protokoll reverse-engineered hat und für nicht von apple zertifizierte geräte öffnet. die hue-bridge habe ich hingegen nicht ein einziges mal (seit 5 monaten) zögerlich oder unerreichbar gesehen. das verhalten der tado-bridge, also die nichterreichbarkeit und unbefriedigende aktualisierungsintervalle, lässt sich auch nach dem dritten zurücksetzen der tado-bridge-verbindung reproduzieren. ich hoffe sehr, auf ein baldiges firmwareupdate für die bridge, denn so ist die homekit-integration so gut wie unbenutzbar.

tado kernfunktionalität

tadellos (beinahe tadolos geschrieben) hingegen sind die grundfunktionen von tado, sowie die tado-eigenen apps, sprich die web-app die über my.tado.com erreichbar ist und die iphone-app, die identisch wie die web-app aussieht und funktioniert. das was ich hier einstelle, egal ob in der web- oder iphone-app, egal ob am drehknopf des heizkörperthermostats oder den touch-buttons des raumthermostats, kommt auf allen geräten an und wird korrekt dargestellt. sehr zufrieden bin auch auch damit, wie das raumthermostat (das „smarte thermostat“) die heizung regelt. im gegenteil zum alten thermostat erscheint mir das alles viel sanfter und weniger rabiat zu sein. steuerte das alte thermostat den heizkessel auch gerne mal hoch auf 90°, steuert tado den kessel meist auf niedrigere temperaturen. das hat auch zur folge, das die heizkörper nicht mehr vor hitze bollern, sondern sich ruhig aufwärmend, langsam und sicher auf ihre zieltemperatur hinarbeiten.

endlich ist es auch möglich einen heizkörper bei bedarf hochzudrehen und damit, egal zu welcher uhrzeit, heizleistung aus der therme abzurufen. der einzige wermutstropfen ist, dass wir das bisher nur mit einem heizkörper machen können. aber auch die alten thermostate funktionieren mit tado befriedigend. wenn wir die einfach auf der mittleren stellung belassen (3), bleibt die raumtemperatur in allen räumen auf angenehmen 22°.

bei aller liebe zur heimautomatisierung, ich finde es enorm wichtig alle schaltungen auch weiterhin konservativ, also per schalter oder regler durchführen zu können. das klappt mit tado auch wunderbar, nach der grundkonfiguration (siehe weiter unten), läuft alles mehr oder weniger perfekt optimiert und bei bedarf dreht man am stellrad am thermostat um kurzzeitig ein bisschen mehr oder weniger wärme zu bekommen. oder beim lüften einfach eine volldrehung gegen den uhrzeigersinn und das ventil ist zu. das display der heizkörperthermostate (na gut, des bisher einzigen heizkörperthermostats) ist sehr gut lesbar und — neu! — zur abwechslung auch verständlich. ich habe nie verstanden (trotz fundierter hilfe) was jetzt eigentlich die beste einstellung für ein angenehmes raumklima ist 1, 2 oder 3? 4 oder 5? jetzt steht da klipp und klar 22°. oder 24°. so gefällt mir der fortschritt wieder ein bisschen, auch wenn er mit cloudbindung daherkommt.

grundkonfiguration und apps

oben hab ich es schon gesagt, mit der web- und der iphone-app (und allen anderen tado-apps) lassen sich die heizungswerte verständlich ablesen und einstellen und das vor allem so, das eine änderung in der app, auch gleich sichtbar am thermostat oder einer anderen app ist. genauso lassen sich die grundeinstellungen in den apps übersichtlich einstellen. für jede zone (= raum) die man einrichtet, kann man eine grundtemperatur festlegen — oder genauer drei (oder vier?) grundtemperaturen. die temperatur für die absenkung nachts oder bei abwesenheit kann man auf dem standardwert (18°) belassen oder anpassen. die abwesenheitsabsenkung kann man dem system überlassen (automatisch eher sparsam oder komfortabel oder ausbalanciert) oder selbst festlegen. das ist alles übersichtlich und bedienungsfreundlich und eben für jeden raum einzeln einstellbar.

tado grundeinstellung für die zone „stube“

hat man auf der app die anwesenheiterkennung, also das tracking aktiviert, senkt tado die temperatur bei abwesenheit ab und fängt auf dem weg nachhause wieder an, die eingestellte temperatur einzupendeln. bei meinem bisher einzigen test, schien das ganz gut zu funktionieren.

die beifahrein und ich tracken uns sowieso gegenseitig (über die apple-freunde-app), wissen also immer wo wir sind (ausser wir deaktivieren das tracking mal ausversehen). das kind lehnt diese form der überwachung strikt ab. das tracking der tado-app scheint mir aber kind-konform zu sein, die app zeigt lediglich ob man zuhause ist, abwesend oder (mutmasslich) auf dem weg nach hause. mal schauen wie das geht, ob das kind diese app und dieses tracking auf dem telefon zu akzeptieren bereit ist. an unsere überwachungswohnung gewöhnt sich das kind gerade, wenn wir ihm morgens sagen wann er nachhause gekommen ist, seitdem wir einen bewegungsmelder im flur haben, der seine bewegungsdaten permanent speichert und somit jede nächtliche aktiviät aufzeigt.

teamfähigkeit

auch wenn tado jetzt homekit und alexa kann, seit einer weile auch ifttt, so richtig mit anderen geräten spielt tado noch nicht mit. von anderen vernetzten thermometern will tado nichts wissen, seine lichtsensorwerte bleiben verborgen und anwesenheitserkennung will tado nur per tado-app zulassen. vor allem: eine offene, zugängliche und dokumentierte API gibt’s noch nicht. inoffiziell ist das eine oder andere bekannt. wann sich das ändert wollte mir die pressestelle bis jetzt noch nicht verraten, aber ich bin gespannt ob es bald offizielle wege gibt, tado in andere systeme zu integrieren, die tado-sensoren mitzunutzen oder steuerung aus anderen heimautomatisierungssystemen zu erlauben. andererseits sollten vielleicht zuerst ein paar weitere entwicklungsstunden in die homekit-integration fliessen.

fazit

insgesamt bin ich sehr zufrieden mit tado. auch wenn der installationsprozess an sich makellos und relativ problemlos war, summierten sich dann im laufe des ersten testabends und der ersten testnacht so viele kleinere probleme auf, dass ich mich wegen der ständigen fehlersuche beinahe ein bisschen so fühlte, wie die arme sau, die einen tag lang versucht hat einen „smarten“ wasserkocher zu vernetzen und zu automatiseren.

natürlich lassen sich meine spezifischen probleme, die zum grossen teil auf das defekte thermostat zurückzuführen sind, nicht verallgemeinern — auch wenn sie in diesem artikel die tatsächlich reichlich vorhandenen positiven aspekte von tado ein bisschen überschatten. ich glaube am ende, wenn alle thermostate da sind und funktionieren, wenn die tado-bridge ein paar firmwareupdates erlebt hat, wird sich meine zufriedenheit zu besorgniserregender begeisterung fortentwickeln. denn tatsächlich bin ich jetzt schon angetan von tado. ich brauche zum anfordern von heizleistung nicht mehr mit einer taschenlampe ins kinderzimmer zu gehen, die wohnzimmertemperierung funktioniert bereits tadellos und benutzerfreundlich, die thermostate sehen toll aus und ich kann die heizung nicht nur von überall aus steuern, sondern auch bei ihrer arbeit beobachten. der grösste und eigentlich einzige wirkliche schwachpunkt, die homekit-integration, lässt sich per software-update lösen und ist wahrscheinlich nur noch einige firmwareupdates der tado-bridge entfernt.

* * *

[nachtrag 10.11.2016]
ein paar wochen nach meinem test, hat mich tado wissen lassen, dass die homekitintegration von tado noch nicht abgeschlossen ist. tado sagt, dass man noch an der zertifizierung arbeitet — und auch an den technischen problemen die ich bei der integration beobachtet habe. wann diese arbeiten und die zertifizierung abgeschlossen sind weiss bei tado niemand. bis dahin liefert tado die thermostate mit einer älteren version der bridge aus, legt jedoch einen gutschein für eine kostenlose, neue homekit-fähige bridge bei. ich habe den text oben an zwei stellen ein bisschen angepasst und auf bitten von tado einen screenshot der home-app entfernt, auf dem man die nicht funktionierende homekitintegration von tado sehen konnte. der witz ist, dass ich die homekitintegration nicht besonders vermisse. eine offizielle, offene API zum zugriff auf meine daten und telemetrie, würde mich viel mehr interessieren. die nutzung der inoffiziellen API funktioniert zwar, aber ich fürchte ständig, dass tado mir da den saft abdreht.

emotionalität, leichtigkeit, unabhängigkeit

felix schwenzel, , in artikel    

Die bessere Kandidatin
Michelle Obama demonstriert Amerika, was Hillary Clinton fehlt: Emotionalität, Leichtigkeit, Unabhängigkeit.

ich habe den spiegel-text (€) der hier auf blendle angeteasert wird nicht gelesen, bevor ich hier meine gedanken dazu aufschreibe. ich vermute, der text basiert zum grossen teil auf der aufzeichnung einer rede von michelle obama, die sie auf einer wahlkampfveranstaltung von hillary clinton hielt. die rede wurde in meinen filterblasen allseits gelobt und fleissig weiterverteilt.

was michelle obama sagt ist alles richtig und wichtig und das was sie fordert entspricht so ziemlich allen meinen vorstellungen davon, wie wir als gesellschaft zusammenleben sollten. sie fordert respekt und anstand und verurteilt übergriffiges verhalten, egal ob verbal oder tätlich aufs schärfste. und trotzdem konnte ich mit der rede nicht viel anfangen. das liegt einerseits natürlich auch daran, dass ich nicht direkt betroffen bin. ich finde sexistisches gerede, stereotypisierung oder offen demonstrierte frauenfeindlichkeit von arschlöchern wie donald trump einfach nur widerlich und abstossend, aber es trifft mich eben nur indirekt.

mein eigentliches problem ist die emotionalität und der pathos in michelle obamas rede. ich bin mir relativ sicher, dass ihre emotionalität und ihre immer wieder leicht gebrochene stimme authentisch sind, aber bei emotion und pathos in politischen reden, leuchten bei mir alle möglichen warnlampen auf. wenn dann auch noch mehrfach die rede davon ist, dass wir „unsere kinder“ vor diesem und jenem schützen müssen, wird’s mir schwindelig.

obwohl ich mir sicher bin, dass ihre rede aus aufrichtiger betroffenheit entstanden ist, und obwohl offensichtlich ist, dass sie ihr ziel und ihre wirkung erreicht hat, ertrug ich die rede nicht. ich vermute, dass ich kein problem mit der rede gehabt hätte, wenn sie von einer rechtanwältin aus chicago gehalten worden wäre. dass die rede von der frau des amtierenden amerikanischen präsidenten, auf einer wahlkampfveranstaltung gehalten wurde, verleiht ihr in meinen augen ein anderes gewicht. im rahmen politischer reden sollte man, meiner meinung nach, einen grossen bogen um stilmittel und rhetorische tricks machen, die sich auch bei populisten und demagogen grosser beliebtheit erfreuen.

so wie man sich ziemlich sicher sein kann, dass in einem auto mit der aufschrift „todesstrafe für kinderschänder“ ein nazi oder mindestens rechtsradikaler sitzt, so wie man sicher sein kann, dass gesetzesinitiativen, deren hauptargument der angebliche schutz von kindern vor irgendwas sein soll, mogelpakungen sind, kann man meisten davon ausgehen, dass politiker, die emotial über kinderschutz oder anstand reden, die alarmismus verbreiten und deren stimme dabei hin und wieder bricht, mit vorsicht zu geniessen sind.

ich vermute es ist michelle obama gegenüber unfair, dass ich in ihrer rede vermeintlich elemente aus dem werkzeugkasten von demagogen und populisten erkenne, vor allem, weil ich mir selbst sicher bin, dass sie weder demagogin noch populistin ist — im gegenteil.

deshalb mal andersrum gedacht: die politiker die ich schätze haben immer genau eine eigenschaft nicht: emotionalität. sie betrachteten politik auch nie mit leichtigkeit, sondern mit der angemessenen sachzwang- und machbarkeitsschwere. und unabhängig waren sie eigentlich auch nie, sondern — wenn’s gut lief — durchsetzungsstark. allein aus dieser erfahrung halte ich michelle obama eben nicht für die bessere kandidatin als hillary clinton. zumal, witzigerweise, die vermeindliche unabhägigkeit auch gerade eins der wahlkampfargumente des — sehr emotionalen und mit leichtigkeit beleidigungen auswerfenden — präsidentschaftskandidaten donald trump ist.

mir sind am ende politiker lieber, die im wahlkampf etwas trocken und bühnenscheu rüberkommen, dafür aber eine rationale, abwägende politik machen, entscheidungen nicht auf die leichte schulter nehmen und keine alleingänge unternehmen.

* * *

der spiegel artikel, dessen teaser ich oben zeige, ist nicht so scheisse wie ich fürchtete, lohnt aber die 75 cent die blendle dafür nimmt kaum. und der artikel räumt am ende ein, dass die idee, dass michelle obama die bessere kandidatin wäre, politischer unsinn ist:

Der Heiligenschein verblasst mit der Nähe. Michelle Obamas Rolle ist die der Kritikerin, Clintons die der Akteurin. Zu den Merkmalen dieser Wahl zählt, dass die Amerikaner ihr Herz jenen schenken, die leidenschaftlich die Verhältnisse kritisieren, wissend, dass nur ein Bruchteil ihrer Maximalrhetorik realisierbar ist.

was mich nach 2 minuten nachdenken allerdings doch ein bisschen an dem artikel ärgert, ist die unterschwellige annahme, dass kandidaten die erwartungen der wähler erfüllen müssten. als wäre der oder diejenige besser für ein amt geeignet, die projektionen der wähler strahlend reflektieren kann, hoffnungen zu wecken vermag, als der oder diejenige, die das amt vernünftig ausfüllen kann.

[nachtrag 24.10.2016]

diese rede (facebooklink, hier ein youtubelink) von michele obama finde ich grossartig, oder wie christoph kappes sagt:

Grossartige, humanistische Rede, sehr bewegend.
Gibt mir einen Impus, vielleicht doch meinen Widerstand gegen politisches Reden aufzugeben, das im Gewand der Predigt daherkommt.

youtube-video
youtube

(viele) temperatursensoren für das automatische haus

felix schwenzel, , in artikel    

nach dem selbstgebauten temperatur und luftfeuchtigkeitssensor im bad, habe ich überlegt wie ich am einfachsten und günstigsten sensoren in die übrigen räume bekomme. das mysensors-projekt bietet da interessante ansätze, aber ich schrecke ein bisschen vor dem selbstmachen zurück, insbesondere weil ich die temperatur und luftfeuchtigkeit gerne batteriebetrieben messen würde — ohne alle paar wochen die batterien tauschen zu müssen.

also habe ich nach günstigen temperatur-sensoren gegoogelt. am vielversprechendsten erschienen mir [-werbelink] diese transmittersensoren für eine [-werbelink] FT0073 wetterstation. sie kosten um die 10 euro, sind klein und batteriebetrieben. ihre werte funken sie per 433 mhz signal zur wetterstation, wobei mich die wetterstaion, die die werte von 4 sensoren parallel anzeigen kann, (natürlich) nicht interessierte; ich wollte die daten in meinen home-assistenten bekommen und dort jeweils auswerten und langfristig sammeln.

testweise habe ich zunächst einen der sensoren bestellt und ins wohnzimmer gehängt, wo er dem stummen thermo-/hygrometer zur seite stand.

unvernetzter und vernetzbarer sensor

leider funktioniere das auslesen der daten mit dieser bibliothek nicht und auch der neue sensor blieb zunächst still. bei amazon war lediglich der produktname der wetterstation angegeben (FT0073), aber sobald ich herausgefunden hatte, dass die sensoren selbst den eingängigen produktnamen F007th tragen, war das auffinden der richtigen bibliothek nicht all zu schwer: die Arduino F007th Sketches von @AMcAnerney schienen vielversprechend.

an [-werbelink] einen ESP8622 12E schloss ich einen 433-mhz-empfänger [-werbelink] aus diesem set an und modifizierte und erweiterte einen der sketche von @AMcAnerney so, dass die daten von bis zu sechs modulen per mqtt ins lokale netz gefunkt werden.

meinen ersten sketch dazu habe ich auf github geladen. grundsätzlich funktioniert der sketch; er hört auf funksignale der sensoren, entschlüsselt sie und sendet sie per mqtt ins heimnetz, wo home-assistant sie dann einsammelt und anzeigt.

mittlerweile habe ich vier weitere sensoren gekauft und in der wohnung aufgehängt und ein paar schwachpunkte des sketches ausgebessert. einerseits sendet der der ESP8622 die mqtt-daten jetzt mit dem retain flag, so dass programme, die die sensordaten einlesen, immer den letzten messwert bekommen, auch wenn der sensorenleser gerade offline ist oder wegen mangelnder schwankungen gerade nichts sendet. ausserdem habe ich, um hardware zu sparen, die aufgabe der sensordatensammlung dem mikrocontroller übergeben, der auch schon mit einem DHT22 die temperatur und feuchtigkeit im bad misst (sowie die helligkeit und neuerdings auch bewegungen). das ist alles irre unelegant aneinandergereiht, aber weil es ja vielelicht irgendwem helfen könnte, hab ich das auch auf github gepackt.

* * *

das schöne an vernetzten sensoren ist einerseits, dass ich die daten sehen kann, ohne aufzustehen. am rechner, auf dem handy. mit den daten im (heim-) netz kann ich mir die daten auf verschiedene weise ansehen (bilder vom home-assistant, home-assistant-dashboard oder in apples home-app).

home-assistant hauptseite
home assistant dashboard
sensorenübersicht in der home-app

wirklich spannend, und der eigentliche grund warum die beifahrerin vor einer weile angefangen hat (unkommunikative) thermometer und hygrometer zu kaufen, war unserer furcht vor schimmelbildung, wenn wir wäsche im wohnzimmer oder schlafzimmer zum trocknen aufhängen. die gefahr der schimmelbildung hängt zwar nicht ausschliesslich mit der luftfeuchtigkeit zusammen, sondern, soweit ich das verstanden habe, auf (mir) unverständliche weise mit dem taupunkt und der kältesten stelle im raum. das problem löst (wieder) der home-assistant: der hat eine komponente die einem die berechnung (nach einer eichmessung) abnimmt, der Mold Indicator:

The Mold Indicator sensor component consumes information of two temperature sensors and a humidity sensor to give an indication for possible mold growth in your home.

die aussentemperatur liefert mir die dark sky api, die innentemperatur und -feuchtigkeit die innensensoren. so habe ich im home-assistant nicht nur einen indikator für die schimmelgefahr, sondern kann auch sehen wie der wert fluktuiert — oder mir hinweise auf zu hohe werte aufs handy senden lassen.

home-assistant schimmel-indikator

noch interessanter finde ich die möglichkeit die gesammelten daten vom home-assistant in eine datenbank zu pushen und diese dann mit grafana auszuwerten.

temperaturverlaufsvisualisierung mit grafana
temperaturverlauf stube (mit grafana)

in grafana erkennt man dann, dass die sensoren einerseits immer wieder (kurz) falsche werte funken, aber auch, dass die temperaturen in unseren räumen bemerkenswert stabil sind und meist nur zwischen einem bis andertalb grad fluktuieren. wir haben das glück, dass unsere wohnung einerseits gut isoliert ist und andererseits kaum fenster und aussenflächen hat. lediglich das kinderzimmer hat eine wand und ein paar fenster zur strasse, küche, stube und schlafzimmer haben je ein fenster und sehr wenig aussenwandfläche, die zudem auch noch gut isoliert ist. auch die fenster sind (relativ) neu und halten offenbar die kälte (oder hitze) gut draussen.

energiesparpotenzial haben wir eigentlich kaum welches, unsere gas-rechnung ist sehr, sehr niedrig. trotzdem möchten wir in den nächsten wochen gerne mal probieren, was eine elektronische, vernetze heizungssteuerung an komfortgewinn bringen könnte. derzeit orientiert sich die heizungssteuerung nämlich an einem raumthermostat das im kinderzimmer hängt, weshalb wir dort ständig manuell nachregeln müssen, falls es doch mal ein bisschen wärmer sein soll.

einfach ist relativ

felix schwenzel, , in artikel    

ein kollege von mir hat sich vor einer weile einen kleinen mikrocontroller und ein relais in die gegensprechanlage eingebaut, mit dem er den türsummer jetzt fernauslösen kann. die betriebsspannung für den esp8266 holt er sich aus der gegensprechanlage, wandelt ihn mit einem spannungswandler auf verträgliche 3 volt runter. mit dem esp8266 mikrocontroller und dem relais, kann er jetzt, über ein paar umwege, den türsummer der haustür mit seiner apple watch auslösen. er nutzt zur haus wohnungssteuerung die FHEM-software — ich bin ja eher ein freund des home-assistenten — aber beide hausautomations-server machen im prinzip das gleiche: aktoren und sensoren einbinden und steuern. und weil man diese hausautomations-server relativ mühelos auch über homebridge zu homekit überbrücken kann (home-assistant, FHEM), kann mein kollege seinen türsummer jetzt auch mit apples homekit steuern.

ich erzähle das, weil ich auch gerade sehr viel freude daran habe unsere wohnung zu automatisiseren und ich fasziniert bin, wie einfach diese sachen dank günstiger hardware und ziemlich gut entwickelter software mittlerweile sind. gestern fiel mir dann mal wieder auf, wie relativ dieses einfach ist. denn genau betrachtet ist es natürlich nicht einfach einen hausautomations-server zu betreiben, zu pflegen oder einzurichten, mikrocontroller mit der arduino IDE zu flashen oder sich konzepte zur einbindung, verwendung und zum zusammenbau von aktoren und sensoren zu überlegen. es ist, genau betrachtet ein elendes gefrickel und, ähnlich wie das bauen von webseiten, eben sowohl einfach als auch furchtbar komplex. für mich war das komplexitätniveau für den webseitenbau ende der neunziger genau richtig, so wie jetzt das niveau der heimautomatisierung. webseitenbau in den neunzigern war kompliziert und wurde im laufe der jahre auch immer komplizierter, aber die werkzeuge und die die maschinen wurden eben immer besser. und man konnte von anderen lernen, weil (mehr oder weniger) alle quelltexte offen waren. so wie jetzt bei der heimautomatisierung: es gibt wunderbare werkzeuge, lebendige gemeinschaften, die ihre erfahrungen und ihren code teilen und ständig verbessern.

die andere möglichkeit die man derzeit für die heimautomatisierung hat, ist viel geld zu bezahlen. es gibt mittlerweile viele, ziemlich ausgereifte und mächtige systeme und plattformen, für die man nicht viel mehr geschick, als für den anschluss eines fernsehers braucht. der nachteil dieser plattformen ist neben den anschaffungskosten, dass man sich an die plattformen bindet und die haus- und wohnungsdaten daten meist auf oder über deren server laufen. diese zentralisierung kann dann auch schnell zu mittleren katastrophen führen, wenn die infrastruktur dieser plattformen ausfällt oder die plattformen aus kommerziellen gründen einfach zu machen. jüngst ist das mit den automatischen haustierfutterstellen von petnet passiert. nachdem die server von petnet ausfielen, funktionierten auch deren verkauften, automatischen futterstellen nicht mehr.

die situation beim sogenannten internet of things ist der des webs nicht ganz unähnlich. das open web war (und ist) vielversprechend und aufregend, aber eben auch komplex und anspruchsvoll. die grossen, zentralen webplattformen konnten sich durchsetzen, weil sie die teilnahme einfach für jeden machen, (fast) ohne technische hürden. im internet of things bieten zentrale, kommerzielle plattformen genau das gleiche: niedrige einstiegshürden und komfort. bezahlt wird mit geld, kontrollverlust und abhängigkeiten.

die chance, die wir beim offenen web verpasst haben (den verlinkten text von jason kottke über das www unbedingt lesen), wiederholt sich beim internet der dinge wieder: gegen zentralisierungstendenzen kommt man mit offenen, verteilten ansätzen kaum an, weil zentrale plattformen (meist) ein viel besseres angebot in sachen komfort und nutzen machen können.

das gleiche gerät, das sich mein kollege zum summer-betätigen selbst gebaut hat, kann man übrigens auch hier für €99 kaufen (derzeit €79 für vorbestellungen). wenn man so ein nello kauft, funktioniert der türsummer künftig über den server der firma nello. die app nutzt die API des nello-servers und jeder öffnungsvorgang läuft eben über den nello-server. das hat — wenn’s funktioniert — einen grossen komfortgewinn zur folge: man kann fremden zugang ins haus gewähren, man sieht jeden öffnungsvorgang in der app und in deren verlaufsfunktion, man kann den zugang automatisieren. aber wenn der server von nello nicht mehr funktioniert, ist auch der komfort hin. (automatisiertes türöffnen scheint derzeit gerade ziemlich angesagt zu sein: ding, ring, mydbell, skybell)

ich vermute, wir kommen um zentrale plattformen nicht herum, aber ähnlich wie beim web, sollten wir sehr darauf achten, uns nicht allzu abhängig von diesen plattformen zu machen und möglichst viel kontrolle zu behalten. aber das bedeutet natürlich auch, dass wir uns tiefergehnd mit der technologie beschäftigen müssen. das habe ich zumindest in der nächsten zeit vor.

automatische wohnung

felix schwenzel, , in artikel    

im mai habe ich der beifahrerin ein hue-starterset gekauft. sie mag die beiden lampen sehr, weil sie dimmbar sind und in verschiedenen weiss-tönen leuchten können. das dimm- und weisslevel stellt sie sich je nach tageszeit und stimmung über den mitgelieferten und über ihrem sofa angebrachten hue-schalter ein. sie weigert sich allerdings die leuchten per iphone oder siri zu steuern. sie drückt halt gerne auf tasten rum.

bei mir ist das gegenteil der fall. je mehr dinge ich über mein telefon oder meinen rechner steuern kann, desto mächtiger besser fühle ich mich. zugegebenermassen ist das konzept eine leuchte über eine app zu steuern eher gewöhnungsbedürftig: telefon in die hand nehmen, entsperren, app aufrufen, ein paar mal klicken … die hue app bietet zwar auch widgets an, die sich über den sperrbildschirm steuern lassen, aber auch die sind nicht so das gelbe vom ei. seit iOS10 und der neuen home-app ist das viel besser geworden. jetzt kann ich die wichtigsten geräte mit einem wisch steuern.

mein home-widget
die wichtigsten geräte zuhause im schnellzugriff

433 mhz steckdosen in der home app

aber ich greife vorraus. die hue-lampen weckten in mir das bedürfnis nicht nur ständig (zwei) lichter per telefon an und auszuschalten, sondern vor allem mehr lichter steuern zu können. zufällig stiess ich auf einen artikel, in dem beschrieben wurde wie man alte funksteckdosen über die home-app steuern könnte. von denen lagen bei uns noch drei stück rum, zwei bereits im wohnzimmer verbaut, um zwei ikea-schrankbeleuchtungen per fernbedienung zu steuern.

das projekt funktionierte so gut, dass ich an zwei wochenenden nicht nur die drei funksteckdosen app-steuerbar machte, sondern auch gleich noch einen baumarkt-funk-bewegungsschalter. naja, so gut funktionierte der zweite teil dann auch wieder nicht. während der erste teil relativ unkompliziert war und hier vor allem relativ gut beschrieben war, war der zweite teil um einiges haariger. und wenn ich genauer nachdenke, war auch der erste teil gar nicht so unkompliziert:

  • ich musste lernen, wie man die arduino entwicklungsumgebung unter macos benutzt und einrichtet (funktionierte damals nicht unter macos sierra, ich musste auf unseren mac-mini-server ausweichen, auf dem noch el capitan läuft),
  • ich musste c++ ein bisschen verstehen lernen,
  • die pin-nummern und -zuordnungen auf dem esp8266 esp-12e verstehen lernen
  • und mich mit billigen chinesischen 433 mhz funkmodulen rumschlagen, die nicht immer so funktionieren wie angegeben

aber am ende hatte ich einen esp8266-mikrocontroller der im wlan hing und über einen kleinen webserver befehle empfing, mit denen er funksteckdosen schaltete. so ist er jetzt auch nach knapp 30 tagen hier im einsatz, lediglich die befehle die er empfängt und weitergibt habe ich nach und nach ein bisschen erweitert. ich finde allein das schon senasationell: steckdosen über http steuern! in der firma haben wir für den serverschrank im rechenzentrum vor ein paar jahren eine sackteure, über http steuerbare steckdosenleiste gekauft, die ich so sensationell fand, dass ich mit ihr für ein foto posierte, das noch heute in der firma in der wand hängt. jetzt habe ich über http steuerbare steckdosen zuhause!

weil die steckdosen über http steuerbar sind, sind sie auch über apps zu steuern. ich habe mir dann noch homebridge auf unserem macmini-server installiert und die steckdose per http-modul eingebunden. damit tauchen sie dann in der home-app in meinem telefon auf oder lassen sich per siri steuern. einziger nachteil: es gab keine logik für den schalter-status. wenn ich oder die beifahrerin eine der steckdosen per fernbedienung schalteten, bekamen weder der arduino, noch homebridge, noch die home-app etwas davon mit. die status-erkennung habe ich mir aber erstmal auf die lange bank todo-liste geschoben.

den bewegungsmelder zum laufen zu bringen war leider irre aufwändig. das teil sendet mit einem etwas komplexeren protokoll als die steckdosen und für dieses protokoll musste ich erstmal die richtigen arduino-bibliotheken finden. diese bibliotheken von randy simons funktionierten, zusammen mit dem neuen 433 MHZ-empfänger, den ich gekauft hatte, nachdem ich bemerkt hatte, dass der billige chinesische empfänger den ich zuerst gekauft hatte, kaputt war. was ich allerdings wegen meiner ahnungslosigkeit nicht hinbekam, war die daten die der bewegungsmelder sendete, der funkempfänger empfing und die bibliotheken von randy simons entschlüsselten, wieder über http zu verschicken.

stundenlang versuchte ich hinzubekommen, den arduino zum reden zu bringen. erst als mir aufging, dass die callbacks, die die funkbibliotheken beim empfang von daten aufriefen, von und in interrupt-zyklen aufgerufen wurden, verstand ich das problem ansatzweise. in diesen callbacks sollte man besser keine längeren operationen durchführen, las ich im netz. bei einem längeren spaziergang ging mir dann die lösung auf: einfach in den callbacks eine variable setzen, die die empfangenen daten speichert und diese dann im loop abarbeiten. meine erste bewegungsmelder-lösung war etwas unbefriedigend: ich liess den arduino die signale des bewegungsmelder gleich wieder per funk an eine steckdose weitersenden. das funktionierte zwar, aber mitunter dauerte es zwei bis drei sekunden, bis das licht anging. so unbefriedigend das war, beliess ich es erstmal.

home assistant

ich hatte nämlich ein neues spielzeug entdeckt: den home assistenten, eine software, die kommunikationsfreudige hausgeräte vernetzt und steuerbar macht. die liste der unterstützen komponenten ist beeindruckend und es setzte ein manischer kreislauf ein: plötzlich sah ich, was in sachen heimautomatisierung alles möglich war, lernte das mysensor-projekt kennen, owntracks, das ähnlich wie google latitude funktioniert und vom home assistenten zur präsenenzdetektierung benutzt werden kann, die auch zuverlässig funktioniert, wenn man sie mit beacons kombiniert. ausserdem kann man mit home assistant netzwerkscans durchführen, um zu sehen, wer zuhause ist, bzw. wessen telefon oder laptop in benutzung ist.

meine präsenz, getrackt mit owntracks, datensammlung von home assistant
meine präsenz, getrackt mit owntracks, datensammlung von home assistant

aus den daten die home assistant sammelt kann man sich übersichtliche graphen anfertigen lassen oder benachrichtigungen per growl, telegram oder sonstwas schicken lassen. natürlich gab es viele falsche positivmeldungen, so dass die benachrichtigungen schnell nervten. aber darum ging es mir ja auch gar nicht, ich war einfach fasziniert, was man mit dieser software alles machen konnte.

leider musste ich dann, bevor ich home assistant weiter im detail erforschen konnte, in den urlaub fahren.

wieder zuhause, nahm ich mir vor, den bewegungsmelder zu verbessern. statt die lampe direkt vom mikrocontroller/arduino zu schalten, wollte ich die bewegungsdaten per mqtt an den home assistenten übertragen. mqtt hatte ich schon bei der einrichtung von owntracks kennengelernt. meine idee war jeweils einen arduino für den versand von 433-MHZ-signalen und einen für den empfang von 433-MHZ-signalen zu verwenden. meinen ehrgeiz das alles mit einem mikrocontroller zu machen, hatte ich mit pragmatismus ersetzt. tatsächlich funktionierte der ansatz ganz gut. mit hilfe der beispiele aus randy simons bibliotheken, ein bisschen mqtt-code aus dem netz und vielen experimenten hatte ich bald einen arduino der 433-MHZ-funksignale aller art empfing und per mqtt ins netz blies. mit diesen informationen konnte wiederum home assistant etwas anfangen. ich konnte automatisierungen schreiben, die auf das bewegungsfunksignal reagierten, eine steckdose schalten und einen timer setzen, der das licht nach einer minute wieder abschaltet — falls keine weiteren bewegungen erkannt werden. genauso konnte ich aber auch betätigungen der 433-MHZ-fernbedienung erkennen und daraus auch (endlich) den status der steckdosen ableiten. und weil home assistant jetzt eigentlich alle funksignale empfing, konnte ich die olle 433-MHZ-fernbedienung (von den alten funksteckdosen) für die beifahrerin auch so einrichten, dass sie damit die hue-lampen schalten kann. so kann sie jetzt alle lampen im wohnzimmer per fernbedienung schalten — und ich (dank home-assistant-homebridge-modul) per home-app oder siri oder home assistant.

alte 433 mhz funkfernbedienung — schaltet jetzt auch hue-lampen
alte 433 mhz funkfernbedienung — schaltet jetzt auch hue-lampen

jetzt hatten wir also einen bewegungsmelder im flur, der dort das licht für jeweils eine minute anschaltete (und mittlerweile auch in weniger als einer sekunde reagierte) und fünf schaltbare lampen, deren status in der home-app und im home-assistent korrekt angezeigt wurde.

sensoren

im urlaub hatte ich viel über sensoren nachgedacht. am anfang jeder automatisierung (und überwachung) stehen natürlich sensoren. viele sensoren. das mysensors-projekt hat dafür viele gute lösungen, die vor allem nicht ein vermögen kosten, wie die regulären, kommerziellen „smarten“ sensoren für bewegung, temperatur, luftfeuchtigkeit oder helligkeit. andererseits war das alles furchtbar kompliziert. für das nächste projekt wollte ich mir erst nochmal einen einfachen sensor auf esp8266 12e-basis selbst bauen — ohne die mysensor-bibliotheken und -komplexität. so habe ich einen DHT22 temperatur- und feuchtigkeitssensor an den arduino angeschlossen und ihn die daten per mqtt in netz blasen lassen.

das funktionierte auch auf anhieb super, bis auf die tatsache, dass der sensor einen viel zu niedrige luftfeuchtigkeit meldete. nach ein paar testtagen, war klar, dass die luftfeuchtigkeit zuverlässig ungefähr 50% zu niedrig ist. also multipliziere ich die sensorwerte mit 2 und gut ist.

home assistant
home assistant

einen temperatur- und luftfeuchtigkeitssensor haben wir schon länger im bad, allerdings ist der wenig kommunikativ und zeigt seine daten nur auf einem stillen LCD-bildschirm an. die beifahrerin hat den ins bad gestellt, weil sie bei anhaltend hoher luftfeuchtigkeit schimmel fürchtet und nicht müde wird, alle bewohner unserer wohnung darauf hinzuweisen, nach dem duschen das licht im bad anzulassen, damit der lüfter die feuchtigkeit rausbläst. laut DHT22, der ziemlich schnell reagiert, gehen die luftfeuchtigkeitswerte beim duschen sehr flott nach oben, fallen dann leicht ab und bleiben für eine weile auf mittelhohem niveau. wenn der lüfter 30 minuten läuft, fällt der wert auf etwas unter 70% (siehe grafik weiter unten).

weil der mit dem licht gekoppelte lüfter uns schon lange genervt hat, vor allem wegen der lautstärke, aber eben auch weil man eben dran denken musste ihn nach dem duschen anzulassen, war mein nächstes projekt diese kopplung aufzuheben. der lüfter sollte sich lediglich bei (zu) hoher luftfeuchtigkeit (automatisch) einschalten. gute sensorwerte hatte ich jetzt ja (im home-assistant), jetzt brauchte ich nur noch einen (fern-) schalter. auch das wollte ich mit einer fernschaltbaren steckdose machen. glücklicherweise ist unsere bad-elektrik gut zugänglich. unser bad hat eine abgehängte decke und über eine lucke über der speisekammer kommt man gut auf die andere seite der abgehängten decke.

die meiste arbeit war dann auch nicht die elektroinstallation, sondern die steuerungslogik, die ich experiementiell mit dem home-assistant-app-daemon umgesetzt habe. der soll das scripten etwas vereinfachen, war aber für einen python- und programmier-dummkopf eine echte herausforderung. die logik funktioniert jetzt so, dass der lüfter beim überschreiten einer schwelle (70% luftfeuchtigkeit) für 15 minuten anspringt und sich dann abschaltet. ist die feuchtigkeit dann noch über 70%, geht der lüfter wieder an, bis es trocken genug ist. manuell ist der lüfter natürlich auch schaltbar — entweder über die funk-fernbedienung, die home-assistant-weboberfläche oder die home-app. weil ich ja noch einen dash-button rumliegen hatte, habe ich den per dasher so konfiguriert, dass er den lüfter manuell entweder an oder ausschaltet.

dash button als lüftungsschalter
dash button als lüftungsschalter

ganz besonderes vergnügen bereitet mir der lichtsensor den ich noch zum DHT22-sensor hinzufügte. an diesen modulen lässt sich ein schwellenwert einstellen, mit dem ich gut erkennen kann, ob eins der lichter im bad eingeschaltet ist. auch der lichtsensor sendet seine status per mqtt an den home assistant, wo der status dann augenblicklich angezeigt wird. mein neues hobby ist jetzt am bad-eingang zu stehen, das licht ein und aus zu schalten und fasziniert zu beobachten wie nicht nur das licht im bad an und aus geht, sondern auch der indikator auf meinem bildschirm.

mit einem kleinen script schickt mir der home assistant jetzt immer eine nachricht, wenn das licht im bad länger als 30 minuten eingeschaltet ist.

todos

meine liste mit todos ist lang. ich hätte gerne mehr bewegungssensoren, automatisch geschaltetes licht ist schon toll, gerade wenn man nachts mal aufs klo muss. ein sensor, der den status der „fertig“-LED auf der waschmaschine ans interne netz weitergibt und home assistant eine nachricht schicken lässt, ein automatisches türschloss und eine urlaubsschaltung, die bei abwesenheit die lichter so schaltet, als wären wir zuhause. mehr steuerbare lichter, ein magic mirror.

vor allem muss das natürlich alles etwas wartungsfreundlicher und stabiler gemacht werden. schon jetzt laufen im haus vier microcontroller mit wlan und anbindung an einen lokalen mqtt-server, auf dem mac mini laufen unzählige prozesse, die zwar automatisch starten, aber hier und da noch ziemlich fehleranfällig. in dieser hinsicht muss ich die hue-leuchten nochmal lobend erwähnen. die laufen nach der einrichtung, funktionieren immer mit super kurzen latenzen und brauchen null wartung. dafür haben sie einen sehr, sehr stolzen preis und der bewegungsmelder ist immer noch nicht auf dem markt.

unsere badezimmer-daten
unsere badezimmer-daten

gleichzeitig grossartig und erschreckend finde ich das vergnügen, dass ich an den gesammelten daten habe. oben sind die daten des temperatur- und feuchtigkeitssensor im bad zu sehen, sowie die laufzeiten des ventilators. man erkennt gut, wann einzelne einwohner der wohnung geduscht haben, und wenn man genau hinsieht (reinzoomt), auch unsere stuhlgangzeiten (wenn wir danach höflicherweise den ventilator eingeschaltet haben). die bewegungsmelderdaten zeigen relativ zuverlässig an, wann jemand spät nach hause geht oder der letzte das haus verlässt. der luftfeuchtesensor ist (zumindest an der stelle an der er momentan angebracht ist) so empfindlich, dass man ihn beinahe als präsenzsensor nutzen kann, dafür muss man ihn natürlich nicht anhauchen, sondern es reicht einfach im bad zu atmen.

derzeit will ich auf diese daten nicht verzichten, weil sie auch helfen fehlfunktionen oder unregelmässigkeiten zu finden. aber ein bisschen überraschend finde ich es schon, wie aussagekräftig diese trivialen daten sind und welche muster und schlüsse man aus ihnen lesen und ziehen kann.

was mir auch aufällt: das alles ist überhaupt nicht „smart“ und unser heim wird durch diese vernetzten geräte keinen deut klüger. im gegenteil; auch wenn man die geräte tagelang schult und eicht und scriptet, am ende gibt es dann doch unmengen an falschen alarmen, falschen werten und keines der geräte denkt einen schritt weiter als man selbst. trotzdem bereitet es mir unendliches vergnügen bestimmte sachen nicht mehr machen zu müssen (licht im flur anmachen), aber dafür andere um so mehr (scripten, fehler suchen, haare raufen, wenn wieder was nicht funktioniert). noch grösseres vergnügen bereitet es mir, mir sachen auszudenken die niemand braucht und die niemandem helfen — einfach weil es geht und die umsetzung mich herausfordert.