CO₂-sensor und -indikator

felix schwenzel, , in artikel    

vor ein paar wochen las ich hier, dass der MH-Z19 CO₂-sensor ganz zuverlässig arbeite. vorher hatte ich von gas-sensoren gehört, die heizspulen haben und beim aufwärmen komisch riechen. der MHZ-19 misst mit laserlicht, kostet dafür aber ein bisschen mehr. bei aliexpres ca. 15 euro. letzte woche kamen die beiden sensoren an, die ich dort gekauft habe.

ich wollte gerne einen sensor haben, der seine daten in meinen wohnungscontroller schreibt und loggt, die messdaten aber auch visualisiert, am besten mit einer LED-anzeige. vor allem sollte das ding aber auch alleine funktionieren, also ohne wlan und ohne mqtt-verbindung seine werte anzeigen. mit den lösungen die ich zuhause einsetze, fürchtete ich, könnte das problematisch sein. viele meiner sensoren basieren auf esp-easy, was in der regel wirklich einfach einzurichten und zu verwalten ist, aber eben auf einer wlan und mqtt-verbindung basiert. ohne wlan oder verbindung zum mqtt-server streiken die esp-easys. bei homie, auf dessen basis ich auch ein paar sensoren und aktoren betreibe, gibt’s wohl technische möglichkeiten für einen verbindungs-losen betrieb, aber das schien mir zu kompliziert.

weil ich seit ein paar monaten erfolgreich und befriedigend mit der mysensors-plattform experimentiere, hab ich mich entschieden die CO₂-sensoren als mysensors zu bauen. das konzept von mysensors zu verstehen fiel mir anfangs etwas schwer, weil sich auf der website ein wildes durcheinander findet, von how-tos, bastelanleitungen, forumsbeiträgen und hardware-bauvorschlägen, -werbung, -showcases. irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass die leute die die software-bibliothek schreiben und pflegen, eben auch die openhardware.io-plattform betreiben und dass dort, eben deshalb, auch besonders viele leute ihre mysensor-projekte vorstellen (und zum teil verkaufen).

seitdem ich einen funktionierenden mysensors-gateway an den homeassistant angeschlossen habe, ist das hinzufügen (und bauen) von sensoren (und aktoren) auch wirklich einfach.

den MH-Z19 habe ich an einen arduino nano (ca. 2,50 euro/stück) angeschlossen und an den nano eine NRF24L01 sender/empfänger. im prinzip wars das schon, einen arduino-sketch habe ich hier gefunden.

leider war das noch ein bisschen fummelei, bzw. debugging. der MH-Z19 kommuniziert über eine serielle schnittstelle mit dem arduino und sendet auf anfrage eine sequenz von 9 byte. die beiden ersten zeigen den status an, die folgenden beiden den gemessenen CO₂-gehalt in ppm und das fünfte byte die temepratur. der arduino sketch erwartet in etwa diese sequenz:

0xFF 0x86 0x3 0x95 0x42 0x0 0x0 0x0 0xa0

der arduino las aber für die ersten beiden und manchmal auch das dritte byte folgendes aus:

0xFFFFFFFF 0xFFFFFF86 0x3 0xFFFFFF95 0x42 0x0 0x0 0x0 0xFFFFFFA0

theoretisch könnte man hier die hex-werte in strings umwandeln, die FFFFFF-sequenz wegkürzen und wieder zurück in einen integer oder den ursprünglichen zahlenwert umrechnen. das ist in c+ aber leider (für mich zumindest) furchtbar kompliziert. nach einer weile bemerkte ich: der sketch wandelt die falschen hex-werte auch in zahlen um, allerdings negative. in diesem beispiel byte 3 (0x3) in 3 und 0xffffff95 in -107. 0x95 ist im dezimalsystem eine 149. 149 + 107 = 256, die differenz betrug immer 256, wenn die messwerte mit vorangestelltem FFFFFF ausgelesen wurden. damit war die korrektur einfach: wenn eine negativ dezimalzahl rauskommt, addiere 256. mit diesem hack kamen die messwerte dann stabil raus, vorher gabs schwankungen um 256 ppm. das problem tritt bei beiden MH-Z19 auf, wahrscheinlich liegts am zusammenspiel des arduino mit den sensor und der softserial bibliothek. ist mir aber egal, läuft ja. mein angpasster sketch liegt hier: gist.github.com/diplix/9b…

die messwerte die der sensor ausspuckt sind ziemlich flott, die anwesenheit eine sauerstoff-atmers ist mit 1-2 minuten verzögerung deutchlich messbar. auf diesem bild sieht man deutlich, dass ich gegen ein uhr ins bett gegangen bin und das bett gegen halb sieben wieder verlassen habe. die offene tür sorgt für einen rapiden abfall des CO₂-gehalts, der sich allerdings nach ein paar minuten fängt und abflacht. um viertel nach neun sieht man deutlich, dass in beiden zimmern für 10 minuten gelüftet wurde.

messdaten von zwei MH-Z19

einen der beiden sensoren habe ich mit zwei LEDs ausgestattet, die grüne LED leuchtet bis ca. 1500 ppm, ab 1000 ppm schaltet sich die rote LED dazu. damit erkennt man, dass bei 1000 ppm die luft noch in ordnung ist und es so ab 1500 eigentlich zeit wird zu lüften. die LEDs lassen sich auch per mysensor-funk abschalten und der trick, um den sensor auch ohne mysensors-netzwerk funktionieren zu lassen, ohne durch wiederholte verbindungsversuche blockiert zu werden, ist diese zeile:

#define MY_TRANSPORT_WAIT_READY_MS 3000

bei amazon habe ich für einen der sensoren, auf gut glück, eine dose gekauft, in die zufällig alles, inklusive kabellage, reinpasst.

ein MH-Z19, ein arduino nano, ein NRF24L01 funkmodul, zwei LEDs und einige kabel in einer dose

der andere sensor macht es sich derweil in einem plastikbecher gemütlich.

ein MH-Z19, ein arduino nano, ein NRF24L01 funkmodul, zwei LEDs und einige kabel in einem becher

* * *

gekostet hat mich jeder der beiden sensoren ungefähr 20 euro.

  • MH-Z19: 15,00 €
  • NRF24L01 sender: 1,20 €
  • arduino: 2,50 €
  • dose: 1,76 €
  • schrumpfschlauch und LEDs lagen hier noch rum

kommerzielle alternativen, wie der Elgato Eve Room oder der Netatmo Healthy Home Coach, kosten 70 bis 100 euro, können dafür aber auch flüchtige organische verbindungen (VOC, sprich, zum beispiel, darmgase) messen. sensoren dafür gibt’s auch einige, MP901, GM502B oder der BME680 jeweils für ca. 15 euro oder, auch vielversprechend, aber sackteuer, der iAQ-core C.

mir genügt erstmal der MH-Z19 und ich bin gespannt was er misst, wenn ich ihn mal in den besprechungsraum auf der arbeit mitnehme.

black mirror, nerdcore

felix schwenzel, , in artikel    

ich mag black mirror nicht. mir missfällt das sadistische element, dass in jeder einzelnen folge den protagonisten, den menschen, der menschheit angedichtet wird. jede einzelne episode folgt diesem rezept, indem sie mindestens einen protagonisten zeigt, der vergnügen daran findet, andere menschen zu quälen, zu entwürdigen, zu entmenschlichen. aus jeder folge quillt menschenhass. das geht jetzt schon vier staffeln so, dass die serie sadisten nicht als einzelphänomene, psychische deformationen zeigt, sondern suggeriert, dass menschen zum sadismus, zur grausamkeit, zur empathielosigkeit neigen, sobald sie macht bekommen. wie in schlechten filmen wird da nicht differenziert, analysiert, versucht zu verstehen, sondern brutal, splattermässig draufgehalten, zugespitzt und implizit vor dem bösen im menschen gewarnt. in der welt, die black mirror zeichnet, ist kein platz für humanität und mitgefühl, menschlichkeit und wärme, liebe und zärtlichkeit. black mirror ist misantropen-porno. die ausnahme, das abnorme, die psychische deformation wird dystopisch als normal dargestellt, menschlichkeit, wärme, mitgefühl als die ausnahme.

black mirror ist nicht dumm, im gegenteil, aber misantrop, anthropophob, frustriert und sarkastisch. liebe steckt bei black mirror lediglich in der produktion. die ist enorm aufwändig und detailverliebt; für jede einzelne folge werden plakatmotive produziert, dutzende anspielungen ins drehbuch und die kulissen gedrechselt und die besetzung ist stets a-list. black mirror ist eigentlich die perfekte serie, konsequent von vorne bis hinten durchdacht, voller grandioser kleiner (und grosser) ideen, perfekt inszeniert und produziert — aber sie glaubt nicht an das gute im menschen.

vor einem jahr, nach einer folge der dritten staffel hatte ich schon keine lust mehr weiterzugucken. die vierte staffel, die gerade bei netflix angelaufen ist, wollte ich ebenso wegignorieren. gestern überflog ich dann diesen artikel von rené walter, in dem er alle sechs aktuellen folgen von black mirror rezensiert.

ich entschloss mich dann doch mal die erste folge zu sehen. die fängt auch grandios an, mit einer ziemlich passgenauen, aber trotzdem leicht irritierenden, star-trek-parodie. die weitere handlung ist fesselnd, die inszenierung und das schauspiel makellos, liesse sich aber auch in einem satz zusammenfassen: arschloch rächt sich an anderem arschloch und schiesst dabei, mit konsequenter grausamkeit und megaarschlochigkeit, weit übers eigentliche ziel (genugtuung) hinaus.

ich bin mir nicht sicher, ob ich die verbliebenen fünf folgen noch sehen werde. ich vermute sie sind genauso sorgfältig und intelligent erzählt, aber ich ertrage das pessimistische welt- und menschenbild, dieses arschlochuniversum, nur schwer. der pornovergleich passt übrigens gut. black mirror zeigt konsequent nur dunkle stellen des menschen, vergrössert diese in absurde dimensionen, hält voll drauf und blendet alles andere konsequent aus. menschlichkeit, mitgefühl, humanität werden marginalisiert dargestellt oder grotesk verzerrt oder veralbert.

was ich aber gut finde und mir auch in zukunft jede folge ansehen werde, ist das was rené walter auf nerdcore schreibt. seine rezension der ersten black mirror folge der vierten staffel (USS CALLISTER) ist auf den punkt und versorgt den leser mit kontext. ich schriebs erst vor ein paar artikeln, nerdcore gehört zu meinen lieblingsblogs und ich finde rené ist derzeit in höchstform. und er braucht unterstützung. die möchte ich ihm gerne geben, indem ich nerdcore, neben übermedien, zum zweiten blog mache, dem ich bei steady einen monatlichen, bescheidenen beitrag zahle. ich möchte gerne, dass rené weiter vollzeit ins internet schreibt.

Das war bis vor wenigen Jahren noch über Bannerwerbung finanzierbar, mit dem Siegeszug von Clickbait und Facebook allerdings sind die Werbe-Einnahmen nahezu komplett zusammengebrochen. NERDCORE finanziert sich nun schon seit mehreren Jahren über meine eigenen privaten Reserven und diese sind nun erschöpft.

hier geht’s zur kasse.

was ich in den letzten wochen automatisiert habe

felix schwenzel, in wirres.net    

das hier ist eine art öffentlich geführte todo-liste mit artikeln die ich schreiben möchte (oder bereits geschrieben habe) um dinge die ich zuhause automatisiert oder gebaut habe zu dokumentieren. mittlerweile hat die automatisierung unserer wohnung einen stand erreicht mit dem ich ganz zufrieden bin und der nicht nur meinen spiel- und probiertrieb befriedigt, sondern sich teilweise auch als ganz praktisch und nützlich erweist.

ein paar der sachen die ich gebaut oder konfiguriert habe, schreibe ich (auf englisch) ins home-assistantz-forum (derzeit leider von regelmässigen serverausfällen geplagt) und verlinke sie hier. andere dinge die ich gerne dokumentieren möchte schiebe ich manchmal wochen oder monatelang vor mir her. ich hoffe wenn ich sie hier in die liste schreibe, dass mich das ein bisschen motiviert sie dann mal irgendwann detailiert aufzuschreiben.

DIY LED-neon-schild

felix schwenzel, , in artikel    

als wir im november in venedig waren, haben wir auf der biennale ziemlich lange in einer schlange vor dem deutschen pavillon gestanden. im deutschen pavillon sollte eine performance stattfinden, die angeblich sehenswert wäre und die die beifahrerin deshalb auf keinen fall verpassen wollte. also liefen wir kurz nachdem die bienale eröffnete schnurstracks zum deutschen pavillon und stellten uns dort in die sich bereits formende schlange.

neben der schlange, bzw. neben dem deutschen pavillion, stand der koreanische pavillon.

koreanischer pavillon auf der biennale 2017 in venedig

in der zeit, in der wir in der warteschlange standen dachte ich: neon, das muss ich auch mal machen. noch in der schlange fing ich an nach LED neon zu googeln. echte neon-röhren sind zwar toll, kommen aber wohl zum selbstmachen nicht in frage, einerseits weil meine glasblasfähigkeiten minimal sind und ich auch nicht genau weiss, wie man neon-gas verarbeitet. heutzutage ist ja alles LED und die suchergebnisse sahen vielversprechend aus. es sah so aus, als gäbe es LED-lichtschläuche die echten neon-beleuchtungen recht ähnlich sehen. die meisten LED-schläuche die ich fand waren jedoch rechteckig, bzw. rechteckig mit einem runden teil oben und damit eher einem abstrahlwinkel von weniger als 270°. es gab aber auch richtig runde schläuche wie diese hier für ca. 50 euro für 2 meter.

zuhause entschied ich mich dann, zwei mal zwei meter in rot und blau testweise in china zu kaufen. dieser händler bot die LED-schläuche für 20 euro à zwei meter an. auf den bildern sehen die chinesischen LED-schläuche exakt so aus, wie die von ledika (firmensitz in valencia, spanien, berliner rufnummer).

der vorteil von bestellungen in china ist, neben dem günstigen preis, dass man viel zeit zum nachdenken hat. fünf bis sechs wochen dauert es meist, bis die bestellungen da sind. der nachteil ist, dass sich die bestellungen im steurechtlichen graubereich bewegen. so richtig verstehe ich das nicht, wann pakete mit warenlieferungen aus dem ausland beim zoll landen und wann nicht. bestellungen aus amerika muss ich fast immer beim zoll abholen (und umsatz-/einfuhrsteuer zahlen), bestellungen aus chinesischen online-shops hingegen fast nie. es ist kompliziert.

nach sechs wochen kamen die LED-schläuche und statt drüber nachzudenken was ich bauen würde, hatte ich die dinger ganz vergessen. das ist übrigens das tolle an sechs plus x wochen lieferzeit. nach der bestellung vergesse ich die bestellung gerne und freue mich bei der lieferung über die überraschung, fast wie zu weihnachten.

led-neon-schläuche

jetzt hatte ich vier meter led-leuchtschlauch, aber keine ahnung was ich damit machen würde. ich hing einen der schläuche erstmal an die wand. das licht gefiel mir sehr. die schläuche hatten tatsächlich, wie erhofft einen 360° abstrahlwinkel, auch wenn eine seite des schlauchs ein bisschen weniger intensiv leuchtete. die schläuche wirkten ziemlich flexibel, aber radien von weniger als 3-4 zentimetern schienen nicht möglich. ich überlegte die schläuche mal testweise auf einem brett zu verlegen, übereinander zu schlingen und stellen die nicht leuchten sollten mit schwarzem gaffa-tape abzukleben, so wie das auch bei neon-reklame gemacht wird.

in unserer kammer fand ich ein altes, ungenutztes baumarkt-kiefern-regalbrett von 80 mal 20 zentimetern. beim nachdenken über die konstruktion fiel mir dann irgendwann die idee ein, den schlauch durch löcher im brett von hinten nach vorne zu führen. als motiv fiel mir „KOTZ“ ein, weil sich das kind gerade selbst „KOTZ“ aufs schienenbein tätowiert hatte (es ist eine art familieninterner gag „kotz“ bei jeder gelegenheit zu sagen, „kotz“ aufs schienenbein zu tätowieren allerdings eher nicht). ich skizzierte die worte und löcher, überschlug die benötigte schlauchlänge und kam zu dem schluss das könnte klappen.

die schläuche die ich gekauft hatte haben einen ø von 14 mm, in einer kiste fand ich einen 15 mm fostnerbohrer und fing an das brett zu bohren. nach einer stunde war der prototyp fertig.

erster prototyp
erster prototyp (von hinten)
erster prototyp in betrieb

für die endgültige version vermutete ich, würde schwarzes, unbehandeltes MDF gut passen.

tatsächlich liess sich das MDF gut bohren und auf der rückseite liessen sich die losen enden der schläuche und die elektrokabel gut mit kabelschellen verschrauben und befestigen.

15 mm löcher in schwarz durchgefärbtem MDF
KOT

auch das reflektionsverhalten des schwarzen MDF fand ich befriedigend.

zweiter prototyp in betrieb
zweiter prototyp in betrieb

an die rückseite schraubte ich noch ein paar winkel, damit das schild auf dem boden stehen könnte oder mit haken, mit abstand, an der wand zu befestigen war. ausserdem kaufte ich noch einen euro-mehrfachstecker und eine verlängerungsschnur. damit lagen am ende die materialkosten, mit all den zusätzlichen kleinteilen, so um die 60 euro (4 meter leuchtschlauch 40 euro, verlängerungsschnur und mehrfachstecker 8 euro, kabelschellen, winkel und haken 4 euro und eine fernsteuerbare steckdose 8 euro).

die schläuche werden mit 220 volt betrieben, erwärmen sich im betrieb leicht und verbrauchen 7,2 watt pro meter, also in dieser ausführung knapp 30 watt. ich mag die kombination von rot und blau sehr gerne und das emitierte licht finde ich sehr angenehm. das licht ist flimmerfrei und die schläuche brummen nicht.

innr küchenschrankbeleuchtung UC 110

felix schwenzel, , in artikel    

vorher: küchenschrankbeleuchtung mit ikea grundtal

unsere alten halogen-birnen in den grundtal-leuchten unter dem küchenschrank frassen strom und gingen ständig kaputt. mittlerweile ist die ganze wohnung auf LED umgestellt, nur in der küche brummten (im sinne von geräusche machen) noch die alten ikea-leuchten. dass die dinger weg mussten war schon länger klar, die alternativen von ikea, die man unter einen küchenschrank schrauben konnte waren aber alle unbefriedigend und schlecht fernzusteuern. die tradfri-lampen von ikea sind toll und günstig, aber für die küche hat ikea noch keine tradfris rausgebracht.

kürzlich gerieten mir die innr-lampen wieder in den blick. innr stellt hue-kompatible lampen her, unter anderem auch eine küchenoberschrankbeleuchtung. ich gab mir trotz des stolzen preises von 100 euro für einen meter leuchtstreifen einen ruck und bestellte ein set [-werbelink] bei amazon.

die verpackung war kompakt und klapperte. kein wunder, die teile lagen alle lose in der verpackung, deren inhalt ganz offensichtlich in china hergestellt wurde.

innr verpackung: alles lose

die streifen wirkten ein bisschen billig, das netzteil wie die übliche china-ware, aber die mitgelieferten kabel waren schön lang und dünn. bevor ich die lampen montierte, habe ich sie mit der hue-app verpaart. das klappte fast auf anhieb. wichtig ist wohl die suche in der app zuerst zu starten und dann erst den leuchtstreifen einzuschalten, weil der nur ein paar sekunden nach dem booten seine paarungsbereitschaft signalisiert. danach (und einem lampenreboot) liess sich der leuchtstreifen tatsächlich mit der hue-app dimmen und schalten. erster pluspunkt: der leuchtstreifen lässt sich bis fast auf null runterdimmen. das können die tradfris nicht, bei ca. 15-20 prozent ist bei denen schluss. prima.

die montage war ein bisschen frickelig und eklig. immer wenn man an küchenmöbeln arbeitet, merkt man was für ein fett-dreck in jeder ritze steckt. die versteckte stromzuführung für die grundtals liess sich auch prima für die innr-lichter benutzen. nach der montage musste ich weiter putzen, weil ich plötzlich überall schmodder sah. auch wenn der leuchtstreifen wunderbares licht absonderte, richtig toll sah er fertig montiert nicht aus: die befestigung mit blechlaschen lässt den leuchtstreifen ein paar millimeter schweben und die stosskanten der leuchtelemente emitieren licht. insgesamt wirkt das ganze ein bisschen kleinteilig und gusslos. aber das licht ist prima.

innr-licht in der küche
innr-licht in der küche

über die hue-komponente des home-assistant liess sich der leuchtstreifen dann auch problemlos automatisieren, in alexa und homekit integrieren und an die lichtstimmungen der tradfri-beleuchtung koppeln. per button oder „alexa, licht an!“ wird der flutlichtmodus eingeschaltet, per lichtschalter oder „alexa, gemütlich an!“ der etwas entapnntere lichtmodus. es gab nur einen stolperstein, der sich aber per steuerungslogik umschiffen liess: immer wenn man den innr-leuchtstreifen einschaltet, geht er auf 100% helligkeit — egal ob per hue-app, homekit oder home-assistant.

was ich grossartig finde: der innr-leuchtstreufen dimmt sanft, mit ca. 2 sekunden transitionszeit. wenn das licht per bewegungsmelder geschaltet wird, dimmt das licht beinahe magisch ein. bisher hat es immer einmal klack gemacht, bevor das licht anging.

99 euro finde ich einen stolzen preis für china-ware im geschätzten warenwert von 10 euro. aber die hue- und hausautomations-integration ist (relativ) problemlos, das dimmen flüssig und das licht angenehm. kann ich mindestens so lange empfehlen, wie ikea oder philips nicht selbst eine ordentliche küchenschranklösung anbieten.

humorkritik

felix schwenzel, , in artikel    

es ist jetzt so weit, auch linke bezeichnen jetzt humor oder witze, die ihnen nicht gefallen, als fake-news:

abgesehen davon, dass ich konkret den humor dieser die-partei-aktion nicht teile und generell den humor der partei weder unterhaltsam noch wählbar finde, sollte man sich davor hüten satire ernst zu nehmen und zu politisieren.

das spiel treibt die titanic seit jahrzehnten erfolgreich mit selbstverliebten egozentrikern, politikern, bild-zeitungs-lesern: mal mit klugem, mal mit üblen witzen provozieren und darauf hoffen, dass die witze, die satire so gut sitzt, dass die ziele der humorattacke den witz ernst nehmen. dann nämlich gibt’s aufmerksamkeit und neuen satire-stoff, indem man die reaktionen wieder in die satire einarbeitet. insofern ist die vorgehensweise der titanic und der partei deckungsgleich (kein wunder, sie kommen ja aus dem gleichen stall): sie ernähren sich beide von aufmerksamkeit, die sie mit mehr oder weniger witzigen provokationen erzeugen.

dass diese strategie mittlerweile von politisch rechten, konservativen und nazis um ein vielfaches erfolgreicher angewandt wird (provokation, aufmerksamkeit, abgrenzung von den anderen, aktivierung der eigenen basis) ist bedauerlich, aber kein grund satire, titanic, AFD oder trump in einen topf zu werfen. der entscheidende unterschied ist nämlich, dass die rechten es ernst meinen und es entsprechend verdienen ernstgenommen zu werden, die satire-blatt oder satire-partei-macher aber nur darauf hoffen ernst genommen zu werden.

jetzt kann man natürlich noch einen schritt weitergehen und humor und unterhaltung (oder satire) in diesen schweren zeiten als gefährlich oder subversiv zu sehen. man könnte der meinung sein, dass es demokratieverwässernd sei, politische deppen auf die bühne zu zerren und sich über sie lustig zu machen (oder sie über sich selbst lustig machen zu lassen).

nachdem stephen colbert den ehemaligen pressesprecher von donald trump bei der emmy-verleihung auf der bühne die gelegenheit gab sich über sich selbst lustig zu machen und sich „melissa mccarthy“ nennen zu lassen und ich den schlussgag als witzig einstufte, fand der surfguard, dass das nicht witzig sei, weil es eine „Normalisierung und Ironisierung einer politischen Perversion“ sei.

macht humor das, normalisiert humor den schrecken, humanisiert humor despoten und ihre helfershelfer? sind satiriker die steigbügelhalter der neuen rechten? diesen eindruck kann man in der endphase des bundestagswahlkampfes durchaus bekommen, in der kluge menschen allen ernstes die existenz und die ernstnehmung der satire-partei die partei für ein erstarken der AFD verantwortlich machen (oder zumindest die potenziellen wähler der partei für mögliche mandatszuwächse der AFD im bundestag verantwortlich machen).

ich glaube — im fall der partei — dass das womöglich sogar stimmt. satire (humor) gewinnt, wenn sie es schafft den gegner dazu zu bringen die ridikülisierung ernst zu nehmen. das stärkt dann den zusammenhalt derjenigen, die den witz verstehen und der unterhaltungswert steigt, je humorbefreiter (ernster) die reaktionen sind. der witz an satire ist, dass die gegner sie ernst nehmen und das publikum, die eigentliche zielgruppe den witz (vermeintlich) versteht. kai diekmann finde ich doof, aber er hat das mit der satire letztendlich, nach ein paar fehlversuchen, verstanden. als sich die taz vor vielen, vielen jahren mal über seinen penis lustig machte, verlor dieckman zunächst. er nahm die satire erst und behandlete die wie „fake-news“: er klagte dagegegen. irgendwann merkte er, dass er doch noch gewinnen könnte, wenn er die klage zurückzieht und den witz zurückspielt — indem er selbst zum satiriker wurde. er entzauberte den witz, indem er ihn nicht mehr ernst nahm und so die eigentliche intention der taz, diekmann-hass, offenlegte. bevor sich diekmann selbst über seinen penis lustigmachte, wirkten diekmann-penis-witze witzig, danach verbissen.

die politik und das establishment reagieren momentan so wie dieckmann anfänglich auf die taz-satire reagierte: mit heiligem ernst und staatstragender wehleidigkeit. aus genau diesem grund funktioniert die partei (noch). sie funktioniert auch, weil viele wähler schwere humorstörungen haben und die partei (allen ernstes) als eine wählbare alternative (und nicht einen bierseligen männerwitz) wahrnehmen. viele nehmen die witze, die satire der partei so ernst, dass sie ihr nicht nur aufmerksamkeit schenken wollen, sondern sogar eine stimme bei der bundestagswahl.

der witz ist: wer die partei wählt (oder mit heiligem ernst bekämpft) ist das eigentliche ziel (und opfer) ihrer satire.

wie fast alle mietwagenvermittler kunden an schwarze schafe vermitteln

felix schwenzel, , in artikel    

billiger-mietwagen.de spricht nicht mehr mit mir. nachdem @billigermietwag auf twitter zunächst recht redselig war, herrscht seit meinem blogartikel dazu absolute funkstille. meine letzte frage auf twitter, wie man denn jetzt den vermieter vor ort bei billiger-mietwagen.de bewerten könnte, blieb unbeantwortet und sogar mein super-sachlicher (keine ironie) artikel auf trustpilot blieb unbeantwortet und unverifiziert. auf trustpilot antwortet billiger-mietwagen.de eigentlich auf kritik von hinz und kunz.

eigentlich keine dumme strategie, vor allem wenn man bedenkt, dass die öffentlichen reaktionen von @billigermietwag ohnehin meist aus hinweisen auf AGB bestehen und betonen, dass man eigentlich für nichts verantwortlich ist und ohnehin nur vermittle. immerhin ist man immer für anregungen und feedback dankbar und gebe das auch gerne an die vermittelten vermittler oder anbieter weiter.

wo billiger-mietwagen.de mich allerdings überhaupt nicht ignoriert ist auf anderen webseiten. egal wo ich mit meinem handy hinsurfe — billiger mietwagen ist schon da. seit wochen meint billiger-mietwagen.de es sei eine gute idee, mir weiterhin die vermittlung von mietwagen in glasgow schmackhaft zu machen.

abgesehen davon, dass diese aufdringliche werbung völlig sinnlos und stumpf ist (ich fahre doch nicht kurz nachdem ich in schottland einen wagen gemietet habe, anschliessend gleich nochmal dahin), frage ich mich ernsthaft was mit der werbe- und marketingbranche los ist. diejenigen die werbung nach dem giesskannenprinzip und pseudogenauer, „programmatischer“ zielgruppenansprache schalten, können doch nicht ernsthaft an die effizienz dieser werbeform glauben? denjenigen, die diese werbung auf ihren seiten zulassen, dämmert es (möglicherweise) langsam, dass bei ihnen am wenigsten geld aus der werbekette hängen bleibt und dass sie ihren guten ruf riskieren, weil das missbrauchspotenzial dieser werbeformen riesig ist.

nach unserer schottlandreise hat sich mein zorn auf dem vermittler billiger-mietwagen.de entladen. weil ich mich darüber aufregte, dass man dort eine unseriös und im juristischen graubereich agierende autovermietung vermittelt, empfiehlt und deren PR-texte wiederkaut. PR-texte wiederkauen macht billiger-mietwagen.de gerne, aber deren AGB aufdröseln nicht. auszug aus der ode, die billiger-mietwagen.de auf green-motion singt:

Natürlich stehen Leihwagen mit geringem CO2-Ausstoß im Fokus des Unternehmens. Dieses kann seinen Kunden jedoch noch weitaus mehr bieten. Beispielsweise wird jedem Fahrer vor Beginn seiner Reise ein Müllbeutel zur Verfügung gestellt, in welchem er seinen gesamten Müll sammeln soll – der Beutel wird bei der Rückgabe des Fahrzeugs abgegeben, denn die einzelnen Stationen kümmern sich darum, den Müll richtig zu entsorgen.

das ist nicht nur peinliches PR-gewäsch, sondern (natürlich) auch unwahr: einen müllbeutel gabs bei greenmotion nicht.

ich textete damals: wie billiger-mietwagen.de kunden an schwarze schafe vermittelt

genauer müsste es eigentlich wie in der überschrift dieses artikels heissen: wie fast alle mietwagenvermittler kunden an schwarze schafe vermitteln

die praxis der mietwagenvermittler scheint mir, nachdem ich mich ein bisschen umgeschaut habe, bei allen gleich zu sein. ob die partner, an die man kunden vermittelt, seriös oder zuverlässig agieren ist egal. was zählt ist die vermittlung. fast alle portale bedienen sich dabei ausserdem methoden, die man von glücksspielanbietern und drückerkolonnen kennt: zeitdruck schaffen, unangenehmes ausblenden oder in textwüsten begraben, transparenz vorgaukeln, aber eigentlich unter allen umständen vermeiden.

selbst wenn ich mir mietwagenangebote für ende oktober ansehe, zeigen mir fast alle preisvergelichsdienste an, dass die guten angebote bestimmt bald weg seien oder das für meinen suchzeitraum und mietort gerade eine erhöhte mietaktivität bestehe.

der anbieter rentalcars.com, der auch den phantasievollen domainnamen billigermietwagen.world benutzt, obwohl er mit billiger-mietwagen.de nichts gemein hat, behauptet auf seiner startseite vollmundig: „Wir vergleichen nur die besten Autovermietungen“

unter den rentalcars.com-angeboten bei einer suche nach mietautos in schottland ist dann natürlich auch greenmotion, der anbieter mit dem nicht nur wir in schottland schlechte erfahrungen gesammelt haben, sondern auch sehr, sehr viele andere menschen im internet. immerhin werden die angebote von green motion ausgeblendet, wenn man nach vermieterbewertung „hervorragend“ oder „sehr gut“ filtert. unter der bewertung „gut“, taucht greenmotion dann aber doch wieder auf.

für rentalcars.com ist also „gut“ auch das „beste“.

wählt man ein angebot von greenmotion bei rentalcars.com aus, findet man keine hinweise auf die fragwürdigen AGB-bestimmungen von green motion. green motion nimmt sich beispielsweise das recht für die verarbeitung von strafzetteln um die 100 euro als bearbeitungsgebühr zu nehmen und bei fahrten auf die schottischen inseln per fähre eine sondergebühr von einmalig 120 britischen pfund und zusätzlich 20 pfund pro miettag, was bei unserer zweiwöchigen miete den mietpreis von knapp 200 euro auf 600 euro erhöhte.

diesen hinweis in den unverständlich und englisch formulierten AGB von greenmotion zu finden, überlässt rentalcars.com, wie billiger-mietwagen.de der umsicht des kunden (wobei der hinweis auf die bearbeitungsgebühren online gar nicht zu finden ist).

hinweise, auszüge oder gar übersetzungen dieser AGB habe ich aber ebenfalls bei diesen anbietern nicht gefunden, wenn sie einem mietwagen bei greenmotion empfehlen:

  • mietwagen24.de
  • verivox.de/mietwagen
  • check24.de/check24.net
  • happycar.de
  • expedia.de

bei den ersten beiden vermittlern wundert es nicht, denn die preisvergleiche sind beide mehr oder weniger von billiger-mietwagen.de, bei mietwagen24.de („ist eine Marke der Mietwagen24 mw GmbH Günstige Autovermietung & billiger Mietwagen“) ohne kundenbewertungen, bei verivox.de/mietwagen ist alles wie bei billiger-mietwagen.de, nur etwas anders präsentiert und eingefärbt.

[korrektur, siehe u.a. hier]

bei verivox.de/mietwagen wundert es nicht, denn bei denen sieht man mehr oder weniger das angebot von billiger-mietwagen.de, nur etwas anders präsentiert und eingefärbt. mietwagen24.de nennt sich „eine Marke der Mietwagen24 mw GmbH Günstige Autovermietung & billiger Mietwagen“, was nichts mit billiger-mietwagen.de zu tun hat, sondern wahrscheinlich nur ein firmenname mit suchmaschinenoptimierungspotenzial ist. kundenbewertungen gibt’s bei mietwagen24.de nicht, die angebote listen aber green-motion-mietwagen als „ausgezeichnete angebote“ ganz oben auf — genauso irreführend wie bei billiger-mietwagen.de.

check24.de weist immerhin darauf hin, dass der vermieter greenmotion mit der note 3,1 (befriedigend) bewertet wird und dass man die eigentlichen mietbedingungen dann erst vor ort erfährt:

Die aktuellen AGB von Green Motion: Erhalten Sie zusammen mit dem Mietvertrag beim Vermieter vor Ort.

bei happycar.de fehlt neben genaueren angaben zu den greenmotion-AGB eine bewertung und auch die ortsangabe des vermieters erschien mir hier missverständlich. man könnte wegen der unübersichtlichen kartendarstellung der suchergebnisse den eindruck haben, die greenmotion-station in glasgow befände sich auf dem flughafengelände.

expedia.de nennt seine greenmotion-angebote „toll“. hinweise auf mögliche schlechte kundenbewertungen von greenmotion gibt’s auch hier nicht, aber dafür viele kleine hinweise, dass man sich unbedingt beeilen möge („Für diesen Ort und Ihren Reisezeitraum rechnen wir mit einer hohen Nachfrage. Warten Sie nicht zu lange mit der Buchung.“, „28 Personen haben in den letzten 24 Stunden bei Expedia einen Mietwagen in GLA gebucht“). unklar ist bei wem genau man den mietwagen bucht. möglicherweise bucht man bei expedia ohne vermittler, bzw. veranstalter und hat am ende nur zwei vertragspartner, statt drei. aus den AGB wurde ich nicht schlau. andererseits fast schon vorbildlich: ein deutlicher hinweis im kleingeschriebenen, der auf mögliche probleme bei fährfahrten hinweist:

Die Erlaubnis für Grenzüberschreitungen mit Ihrem Mietwagen hängen von dem Land und ihrem Autovermieter ab. Sollten Sie während Ihrer Reise mit Ihrem Mietwagen in angrenzende Länder fahren oder auf andere benachbarte Inseln reisen, dann wenden Sie sich gern an unseren Kundenservice. Bitte setzen Sie sich spätestens 14 Tage vor Ihrer Abreise mit uns in Verbindung, denn wir müssen den lokalen Autovermieter kontaktieren. Grundsätzlich ist die Fahrzeugmitnahme auf einer Fähre nicht gestattet.

ein einziger mietwagen-preisvergleicher, idealo.de, hat sich die mühe gemacht seinen kunden die AGB von greenmotion vorab zum lesen anzubieten, wenn auch offensichtlich von google übersetzt:

Green Motion Fahrzeuge können nur auf dem britischen Festland eingesetzt werden. Die Erlaubnis zur Verwendung in Irland * oder Frankreich wird die folgenden Gebühren anziehen
Die Kosten werden als Standardmiete + 125 Zuschlag + 20 pro Teil Kalendertag berechnet.

(das ist wortwörtlich die google-übersetzung, bei der allerdings die pfund-zeichen verlorenen gegangen sind)

auch idealo.de zeigt keine hinweise auf die schlechten bewertungen von greenmotion und das vertragswirrwar scheint hier anders als bei anderen anbietern zu sein. man geht, wenn man sich bei idealo.de einen mietwagen von greenmotion vermitteln lässt, direkt einen vertrag mit CarTrawler aus irland ein, bekommt aber auch versicherungen von „INTER PARTNER ASSISTANCE SA, einem Mitglied der AXA Assistance Group, Avenue Louise 166, 1050 Brüssel, Belgien“ angeboten. in den AGB weist idealo ausdrücklich darauf hin, dass sie ausschliesslich ein preisvergleich seien und man bei ihnen nichts bestellen kann und keine serviceleistungen erwarten darf.

die einzigen anbieter bei denen ich zunächst keine angebote der firmen greenmotion und cardelmar gefunden habe, waren mietwagen-check.de und autoeurope.de.

einen tag später sieht das schon wieder anders aus. das günstigste angebot bei mietwagen-check.de ist eins von greenmotion, vermittelt über cardelmar. auch bei diesem cardelmar-angebot gibt’s keine hinweise auf probleme oder zusatzkosten bei fährfahrten auf die schottischen inseln und keine direkte einsicht in die greenmotion-AGB.

und bei autoeurope.de scheint eines der günstigeren angebote ebenfalls von greenmotion zu sein. das angebot ist ominös mit „lokaler vermieter“ gekennzeichnet. in den mietbedingungen steht dann zwar etwas von „interrent“, aber sowohl der flughafen-shuttle-hinweis, als auch die 90-meilen-pro-tag-begrenzung hört sich sehr nach greenmotion an.

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nachdem wir uns nach unserer erfahrung mit greenmotion in glasgow und der erschreckenden lektüre von kundenbewertungen und -erfahrungen massiv gewundert haben, wie ein seriös erscheinender anbieter oder preisvergleicher wie billiger-mietwagen.de mit solchen schwarzen schafen zusammenarbeitet oder die hemmungslos („guter vermieter“) empfiehlt, zeigt sich bei genauerem hinsehen: das machen so gut wie alle preisvergleicher und autovermietungsvermittler.

alle vermitteln auch an vermieter mit extrem schlechten leumund und schämen sich nicht die wärmstens zu empfehlen. nur ein einziger anbieter (expedia.de) weist überhaupt im kleingeschriebenen deutlich darauf hin, dass es bei einer miete fährfahrten problematisch sein könnten, nur ein anbieter hält die AGB von greenmotion überhaupt selbst vor, ohne zu erwarten, dass der kunde sich die selbst raussucht oder die AGB erst bei der autoübernahme zu gesicht bekommt.

mir ist schon klar, dass die situation in die wir auch selbstverschuldet (weil naiv) in glasgow geraten sind, ein einzelfall ist und die meisten vermittlungen der preisvergleicher auch für den kunden gut und kostengünstig ausgehen. aber nachdem ich mich jetzt nachträglich ein bisschen in diesen einzelfall (greenmotion) eingelesen habe und rumrecherchiert habe, bin ich doch erschüttert wie egal sämtlichen preisvergleichsportalen das kundenwohl ist, wie spärlich und subtil warnungen, wenn überhaupt, angebracht werden und wie unvollständig die informationen sind, die die preisvergleicher ihren kunden zur verfügung stellen.

die konsequenz die ich aus diesen erfahrungen und vergleichen ziehe ist, dass ich provisionsbasierten preisvergelichern und vermittlern jetzt noch weniger traue und sie alle künftig konsequent als unseriös wahrnehme. einen kleinen bonuspunkt hat expedia.de gewonnen, einerseits durch einen zwar versteckten, aber doch recht deutlichen hinweis in den mietbedingungen, andererseits durch eine erfahrung vor ein paar jahren, als sich bei einem buchungsproblem ein wirklich guter kundenzufriedenheitsmanager von expedia eingeschaltet hat, um eine verfahrene situation zu unserer zufriedenheit zu lösen. autoeurope.de gebe ich den benefit of the doubt, einerseits weil ich mindestens einmal eine relativ positive erfahrung mit einer buchung dort hatte und weil ich eine persönliche empfehlung für den laden bekommen habe.

ansonsten, tl;dr: vorsicht beim buchen von mietwagen und ganz besondere vorsicht bei der nutzung von vergleichsportalen. vergleichsportale charakterisiert man wohl am besten mit dem hinweis darauf, dass sie nicht den verbraucher als kunden sehen, sondern die vermittler und vermieter, von deren provisionen sie sich finanzieren.

LED uhr mit homie und mqtt

felix schwenzel, , in artikel    

vor kurzem habe ich mir bei amazon diesen LED-bildschirm für 12 euro gekauft um mal zu schauen, was man damit machen kann.

nach einem abend googeln und frickeln, zeigte sich: ich kann damit die uhrzeit anzeigen und nachrichten dadrauf schicken.

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ich wollte den bildschirm unbedingt per mqtt ansteuern. mqtt deshalb, weil ich den bildschirm damit einfach, manuell oder automatisch vom homeassistant aus beschicken könnte. viele beispielsketche die den anschluss des displays an einen arduino-kompatiblen controller demonstrieren sollen, machen das per http-server-interface oder eine eingabemaske die auf dem arduino oder nodemcu laufen. einen funktionierenden sketch der per mqtt steuerbar ist, habe ich dann hier gefunden.

den zum laufen zu bringen war aus mehreren gründen nicht ganz einfach. einerseits hat der sketch sehr viele abhängigkeiten, also bibliotheken die er benutzt. einerseits eine bibliothek um den display anzusteuern, eine um die animationen zu steuern und schliesslich eine software die sich im die mqtt-kommunikation kümmert. in diesem fall hat sich der autor für homie entschieden, eine software um die ich bisher einen bogen gemacht habe, weil die lernkurve mir ein bisschen zu hoch war.

grundsätzlich sind bibliotheken wie homie eine super sache. statt in einen arduino-sketch die mqtt-kommunikation und den hardwaresetup selbst umzusetzen, kümmern sich solche bibliotheken um alle grundeinstellungen und die grundkonfiguration. bisher habe ich als grundlage immer gerne esp easy benutzt. das ist wirklich idiotensicher und steuert mittlerweile 80% meiner elektronischen heinzelmännchen in der wohnung (für alle selbstgebauten sensoren und aktoren).

aber weil ich nur diesen einen sketch gefunden hatte, musste ich mich dann wohl mit homie auseinandersetzen. nachdem alle abhängigkeiten installiert waren (manche wollte der arduino-IDE-manager nicht installieren und ich musste sie direkt aus github holen), flutschte der sketch auf den esp8266. nach einem neustart wie üblich mit dem hotspot des esp8266 verbinden und oh schreck, anders als esp easy hat homie gar kein idiotensicheres webfrontend zur konfiguration. homie möchte eine json-konfigurationsdatei per curl gefüttert bekommen. das ist zwar hier erklärt, aber, naja, eben nicht trivial.

mit

curl -X PUT http://192.168.123.1/config --header "Content-Type: application/json" -d @config.json

hab ich die datei dann auf den esp bekommen.

das nächste problem war dann: der display zeigte lediglich hieroglyphen an. ich musste einige zeit googlen, bis ich herausfand, dass ich in der eingebundenen MD_MAX72XX-bibliothek, in der datei MD_MAX72xx.h mein display-modul konfigurieren musste. das teil das ich gekauft habe ist ein FC16-modul, also musste ich

#define	USE_FC16_HW	1

definieren. damit konnte das modul dann ordentlich angesteuert werden.

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was mir an dem vorlage-sketch fehlte war aber noch folgendes: ich wollte nicht nur lauftext anzeigen können, sondern auch feststehende buchstaben, auch wenn nicht viel mehr als 5 buchstaben auf das display passen. ausserdem wollte ich das display auch ausschalten können und auf anregung von thomas prauss auch die helligkeit regeln. den sketch der bei meinen bemühungen rausgekommen ist, habe ich als gist hier hingestellt.

das display lässt sich dann über den mqtt-publish-service in home-assistant mit nachrichten beschicken, aus automationen heraus oder, zum beispiel, mit einem telegram-bot. ausserdem lässt es sich als mqtt-switch oder mqtt-light einbinden, die home-assistant-konfiguration steht auch im gist.

mqtt-nachrichten an das topic devices/led-matrix/text/on/set zeigen den payload als laufschrift an, nachrichten an devices/led-matrix/print/on/set, zeigen den text für ein paar sekunden zentriert auf dem display an.

* * *

was der sketch in der jetztigen form nicht kann: umlaute oder sonderzeichen oder gar emojis darstellen. wie das geht, ist irgendwo in der MD-parola-dokumentation oder den beispielen dort zu finden, aber das ist eine aufgabe für einen anderen tag.

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LED uhr mit homie und mqtt

montiert habe ich das ganze hinter ein (frühes) bild vom kind. die LED scheinen auch durch die leinwand mit dunkler farbe durch — wenn sie voll aufgedreht sind.

friedhof schöneberg

felix schwenzel, , in artikel    

am sonntag wieder mal spazieren gegangen. mit der u9 bis fast zur endstation und dann wieder nach hause gelaufen. ich bin kurz auf den friedhof schöneberg gelaufen, weil ich friedhöfe gerne angucke. ich weiss nicht ob mir das peinlich sein soll oder nicht, aber mir sind lange nicht so viele witze eingefallen wie hier. ich mein, dieser grabstein erfordert doch zwingend einen kleinen kerning witz, vor allem wegen des namens lück.

kerning-lücke

man denkt ja immer, im tod sind alle menschen gleich. das darf man aber angesichts solcher protzbauten mit plexiglasdach auf einem friedhof anzeifeln.

im tod sind alle menschen gleich

die sozialen unterschiede die auch auf einem freidhof sichtbar werden, sind natürlich nicht das ende der welt. aber die ruhestätte ende hebt den friedhof an dieser stelle doch auf eine recht hohe metaebene.

viele metaebenen auf dem friedhof

ironie funktioniert geschrieben nicht und witze über namen soll man auch nicht machen. ich glaube das lernt man auf der journalistenschule. da war ich nie, deshalb mach ich auch mal ausnahmen von den goldenen regeln. aber fragen stelle ich auch gerne. zum beispiel: was ist ein rentier?

was ist ein rentier?

oder wie bekommt man solche buchstaben auf stein gemeisselt? mit lasern?

wie bekommt man solche buchstaben auf stein gemeisselt?

oder: ist US ARMY / VIETNAM eine berufsbezeichnung?

ist US ARMY / VIETNAM eine berufsbezeichnung?

ich hoffe das wirkt jetzt nicht pietatslos, aber ist man, wenn man gestorben ist, nicht ohnehin ein fest für würmer und insekten? warum dann noch einen draufsetzen, indem man ein insektenhotel auf seinen grabstein setzt?

ist man, wenn man gestorben ist, nicht ohnehin ein fest für würmer und insekten?

bei diesem arrangement tendiert mein architektenherz zu leichter euphorie, leider wurde die kubistische stringenz durch eine rechteckige, statt quadratische, einfassung zerstört. trotzdem toll, auf eine art.

kubistische stringenz?

letzte frage: warum ist die urne von gisela so viel grösser und prominenter als die ihres mannes?

warum ist die urne von gisela so viel grösser?

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später habe ich noch gelernt, warum mir auf nem friedhof witze einfallen:

was wir in uns tragen, erschafft die umstände ausserhalb von uns.
sri aurobindo

was wir in uns tragen, erschafft die umstände ausserhalb von uns.

[werbung] ghostwriting auf ACAD WRITE

felix schwenzel, , in artikel    

wer beauftragt eigentlich ghostwriter? das ist so eine frage, die man sich mal stellen kann (oder auch nicht, fällt ungefähr in die kategorie „ist eine avocado eine frucht oder ein obst?“ oder „warum kriege ich eine gänsehaut, wenn ich niesen muss?“), also stellte ich sie mir und suchte nach antworten.

eines der ersten suchergebnisse bei google ist die agentur ACAD WRITE. der internetauftritt wirkt seriös, kann man mit arbeiten, die informationen sind übersichtlich dargestellt und der potenzielle interessent sieht sofort, wo er anrufen muss, um sich beraten zu lassen. lustig fand ich, dass die seite eine möbius-schleife ist – ich hörte nach einer stunde auf, aber während dieser stunde fand ich pro minute zwei neue unterseiten. spannend auch: ACAD WRITE stellt seine qualitätsmanager vor, sodass erkennbar ist, wer sich hinter den fachbereichen verbirgt. inwieweit das tatsachen entspricht, ließ sich für mich nicht nachvollziehen, aber alle samt ließen sich wiederum googeln und schienen, grob geprüft, reale personen zu sein.

aber wie läuft das ganze ab? am einfachsten scheint es zu sein, das anfrageformular auszufüllen. daran führt auch kein weg vorbei, so schlicht die seite ist, so sehr schreit sie an allen ecken und enden „komm jetzt, geh zum formular, füll’s endlich aus!“. im formular werden die wichtigsten fragen gestellt: um welche art von arbeit handelt es sich (haus-, bachelor-, masterarbeit, ganz was anderes?), wie viele seiten sollen es sein, wird es eine literaturarbeit oder werden daten erhoben und wann ist der abgabetermin? danach noch die eigentlichen infos zur arbeit: wie lautet das thema, welche schwerpunkte sollen behandelt werden und gibt es sonst noch etwas, was der geisterschreiber wissen muss?

etwa anderthalb stunden nach ausfüllen des formulars klingelt auch schon das telefon: ein mitarbeiter von ACAD WRITE ruft an und – siehe da – hinter der agentur sitzen tatsächlich echte menschen – sachsen wie es scheint –, die sich mit dem angefragten projekt auseinandersetzen, fragen stellen und herausfinden wollen, wie sie am besten unterstützen (geld verdienen) können. der ablauf wird auch erklärt: nach der auftragsbestätigung wird eine anzahlung geleistet, danach findet die telefonkonferenz mit dem autor statt und schon geht es los. der text wird, je nach umfang, in mehrere teillieferungen gesplittet, nach denen die möglichkeit besteht, änderungswünsche zu äußern. erst wenn die erste teillieferung zufriedenstellt, wird die nächste zahlung fällig.

ich frage mich, ob eine ghostwriting-agentur auch blogtexte verfassen würde …?

[hintergrund zu diesem artikel]