graturilation

felix schwenzel, in notiert    

turi2 hat mir graturiliert. nett und gut zusammengestellt aus den fragen die mir markus trantow per mail gestellt hat. der vollständigkeit halber hier die originalversion:

T: Was war toll am abgelaufenen Lebensjahr?
ix: alles.

T: Was eher blöd?
ix: nichts.

T: Was wünschen Sie sich fürs neue Lebensjahr?
ix: für mich nichts, für die welt eventuell mehr ambiguitätstoleranz.

T: Wie feiern Sie den Geburtstag? Wo?
ix: ich koche für freunde und trinke bier.

T: Auf welchem Weg sind Gratulationen willkommen?
ix: bloss nicht antufen!

T: Was war das Beste, was Sie im Leben erreicht haben?
neugierig und wissbegierig zu sein.

T: Was wollen Sie in diesem Leben unbedingt noch getan haben?
ix: seitdem ich meine spül- und waschmaschine dazu gebracht habe anzuzeigen ob sie gerade laufen und bescheid zu geben, wenn sie fertig sind, ist meine bucket-list eigentlich leer und, wenn überhaupt, mit sachen gefüllt die ich nicht tun will: zu glauben, dass früher irgendwas besser war, neugier, wissensdurst oder detailverliebtheit zu verlieren, klagen oder dinge zu tun, hinter denen ich nicht stehe. ach, vielleicht noch eins: das wort ambiguitätstoleranz öfter benutzen.

T: Was beschäftigt Sie gerade?
ix: neben meiner arbeit als projektleiter (bei espresto.de) und erfüller und antizipator von kundenwünschen, beschäftige ich mich zur zeit vor allem damit, die vorbereitung meines republica-vortrags vor mir herzuschieben, zu wenig ins internet zu schreiben und die grenzen der hausautomatisierung auszuloten. und kochen.

p.s.: seit „zwei jahrzehnten“ blogge ich natürlich noch nicht auf wirres.net, sondern erst seit ziemlich genau 14 jahren, 10 monaten und 24 tagen.

mail an tado-support

felix schwenzel, in notiert    

tado vermeintlich leere batterie lässt ventil offen und führt zu raum-überheizung

am morgen des 11.03.2017 (oder in der Nacht) entschied sich das ventil in unserer zone 2 (stube, VA21986*****) dazu, dass seine batterie alle ist, bzw. dass es das ventil nicht mehr schliessen könne. gemerkt haben wir das erst am abend, weil sich das wohnzimmer (zone 2) beim nachhause-kommen auf 27° aufheizte (von VA21986***** gemessen). das smarte heizkörper-thermostat zeigte ein blinkendes batterie-leer-symbol an, die API/my.tado.com zeigten dieses problem nicht.

die analyse des heizverlaufs vom 11. märz zeigt, dass die heizzyklen der zone 1 (bad) exakt den gleichen kurvenverlauf wie die temperaturverläufe der zone 2 durchliefen. sprich: wurde in der zone 1 geheizt, wurde in zone 2 mitgeheizt, weil das ventil die heizung im wohnzimmer nicht schloss. das führte bereits am morgen des 11. märz zu höheren temperaturen als gewünscht, was zu diesem zeitpunkt aber noch nicht auffiel.

abhilfe schaffte erst ein resett des ventils (VA21986*****), also herausnahme der batterien und erneute montage mit den gleichen batterien. die battereien waren nämlich noch zu +90% voll und völlig in ordnung.

hilfreich wäre hier eine weitergabe des (vermeintlichen) batterie-status über die API/my.tado.com-site, damit eine solche fehlfunktion des ventils frühzeitig erkannt werden oder gemessen werden kann. der derzeitige weg einer benachrichtigung per mail, falls die batterie niedrige werte erreicht, ist unbefriedigend, zumal die benachrichtigung in diesem fall, bzw. am 11. märz ausblieb.

es scheint mir auch nicht ausgeschlossen, dass hier ein möglicher fehler in der firmware der ventile vorliegt, denn, wie gesagt, die batterien waren ziemlich frisch (wurden erst kürzlich ausgetauscht, nach knapp 4 monaten nutzung).

gruss, felix

heizverlauf zone 1 und zone 2 vom 9. bis 12. märz

datenaufzeichnung zuhause hat auch was für sich: jetzt weiss ich, dass ich um 19:33 h 200 meter von zuhause entfernt war, um 19:38 h die nudeln ins wasser geworfen habe und um 20:03 h gegongt habe, weil die köstliche notfallpasta von „micha“ fertig war.

um 20:27 h hat das kind die schokolade aus der kammer geholt.

notizen

felix schwenzel, , in notiert    

ich dachte dieses jahr geht der krug an mir vorbei, aber letzte woche hat mich die grippe dann doch ein grippaler infekt erwischt. erstaunlich ist die vorhersehbarkeit des krankheitsverlaufs. es ist immer gleich. zuerst bekomme ich schlechte laune und ein kleines jucken im rechten nasenloch. dann wird mein hals empfindlich und ich rede noch weniger gerne als ohnehin. darauf folgt eine nacht mit sehr gereiztem hals, ich kann meist wegen des extrem unangenehmen kratzens nur mit hustenbonbon im mund einschlafen, schlafe dann aber eigentümlicherweise die nacht durch. beim aufstehen fühle ich mich geheilt, bis ich kurz nach dem aufstehen merke, dass ich nicht mehr konzentriert denken kann und leicht fiebrig und irre schläfrig bin. den tag über füllt sich dann sie nase und der hals beruhigt sich langsam. mein bedürfnis zu schlafen steigt, der husten wandelt sich vom gereizten husten zum schleimigen husten. nach exakt zwei tagen kann ich mich wieder einigermassen konzentrieren, bin aber immer noch schläfrig. nach einem weiteren tag schlaf, riesigem appetit und extremen unwillen das haus zu verlassen, bin ich wieder der alte.

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in den letzten tagen vor meiner grippe habe ich (fast) alle sieben esp8266 (node mcu) die hier in unserer wohnung sensoren-dienste verrichten auf esp-easy umgestellt. mein lieblingskollege hatte mir die schon vor monaten empfohlen, ich hatte die firmware aber nie richtig verstanden. vorletzte woche hab ich’s dann gerafft. fast alle meine sensoren agieren wie schalter, weshalb sie auch zusammen mit dem esp-easy-system funktionieren, auch wenn sie nicht in der hardware-sektion aufgeführt sind. die bewegungsmelder melden lediglich an/aus, die lichtsensoren die ich nutze ebenfalls und die DHT22 temperatur und feuchtesensoren werden nativ unterstützt. seitdem die mini-arduinos mit esp-easy laufen, funktionieren sie sehr viel stabiler, liefern dank eingebautem debouncing und mqtt zuverlässigere werte, sind pflegeleichter und besser überwachbar.

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weil ich seit kurzem (micro-) schalter zur hand hatte, dachte ich, baue ich mir schnell ein kleines schaltbrett zusammen, dass über esp-easy und mqtt den schaltzustand an den home-assistant übermittelt. das war dann doch komplizierter als gedacht, weil ein schalter nicht einfach nur mit zwei kabeln angeschlossen werden will, sondern mit dreien und einem überbrückungs-widerstand. die schalter funktionieren besser als ein dash-button, nämlich sofort, und machen sich unter dem küchentisch sehr gut unsichtbar.

drei buttons unter dem tisch, die per mqtt mit dem home assistant sprechen

der rechte schalter macht das zusatzlicht in der küche an (oder aus), der mittlere schaltet die anlage im wohnzimmer ein, schaltet die zone B (küche) ein und stellt deutschlandradio als sender ein und der linke schalter bedient künftig den mechanischen gong, der noch in arbeit ist. ersatzweise, als platzhalter, spielt jetzt bei einem tastendruck ein gong aus der konserve (mp3) seinen gong im flur ab.

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der unkommunikativen spülmaschine, die uns nie verraten wollte ob sie noch läuft oder schon fertig ist, habe ich jetzt das sprechen beigebracht. wenn sie fertig ist, trötet sie und scheint grün, wenn sie läuft, leuchtet sie rot. wieder was von der bucket-list (eimer-liste? löffeliste?) gestrichen.

spülmaschine läuft
spülmaschine fertig

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erste fortschritte beim projekt gong-mit-motor-schlagen (nach diesem vorbild): den schrittmotor kann ich steuern, auch wenn die leistung des motors trotz eigentlich gar nicht mal so schlechtem drehmoments eher enttäuschend ist. der motor schafft es leider nur den klöppel hängend zu beschleunigen. gegen die schwerkraft wirkt die kombination von schwerkraft und trägheit der klöppelmasse leider zu stark. jetzt fehlt nur noch eine wandhalterung für gong, motor und klöppel, sowie eine einigermassen ausgefeilte steuersoftware. esp-easy hat sich trotz eines benutzbaren plugins als unbrauchbar (zu langsam) herausgestellt. oder ich als zu doof.

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ich habe der beifahrerin ein puppenhaus gebaut und sie hat (unter anderem) aufgeschrieben, wie sie damit arbeitet. ja, arbeitet.

(ich finde das bloggen sich wirklich, wirklich gut dafür eignet (entstehungs-) prozesse abzubilden. es geht eben nicht nur ums präsentieren, sondern um das aufzeigen von wegen. entwicklungs- und lösungswege, aber auch irrwege. wege und prozesse die längere zeit in anspruch nehmen, nicht unbedingt jeden interessieren, aber viele dann eben doch.)

puppenhaus für die beifahrerin

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vor drei jahren habe ich mir eine aeropress-kaffeemaschine gekauft. ein jahr später habe ich nochmal drüber geschrieben und bis heute nutze ich sie nach wie vor jeden tag. ich muss sagen, dass war die beste 25-euro-kaffeemaschine die ich mir je gekauft habe. und auch die ersatzteile (papierfilter) halten ewig und sind günstig.

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zuerst haben wir die gluck-gluck-kanne zuhause bei den haeuslers gesehen. man füllt sie mit wasser und beim ausgiessen gluckert und rülpst sie. das fanden wir so toll, dass wir auch direkt eine kaufen wollten — bis wir die preise gesehen haben. 50 euro wollten wir dann doch nicht für ne kanne ausgeben. das kind hat der beifahrerin dann eine zu weihnachten geschenkt. seitdem vermissen wir eigentlich nur eine funktion an dem teil: leider lässt es sich nicht in den sodastream klemmen.

gluck-gluck-kanne

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vor ein paar wochen habe ich amazon angeschrieben und um ein rezensionsexemplar eines amazon echo dot gebeten. ich fand meinen grund eigentlich gut nachvollziehbar: ich werde das ding hassen und statt es regulär zu bestellen und nach einer woche zurückzuschicken, dachte ich es sei besser für alle, dass über eine art leihgerät zu machen. amazon hat promt reagiert und mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich für sie irrelevant bin: „Ich bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihnen leider kein Testmuster des Amazon Echo Dot zur Verfügung stellen können.“ weil mein spieltrieb aber unermesslich ist, habe ich mir das teil jetzt zum geburtstag (mitte märz) gewünscht. vorbereitend habe ich meinen home-assistant über einen per letsencrypt-ssl-zertifikat gesicherten nginx-proxy der aussenwelt exponiert und lasse einen selbstgebauten skill (der nochmal über einen AWS lambda proxy geleitet wird) mit meiner heimsteuerung sprechen. worum es mir geht, und was in der simulation auch schon funktioniert, ist dass ich in der küche sagen können will: „es ist dunkel wie im bärenarsch“ und dass dann die extra-beleuchtung in der küche angeht.

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apropos extra-beleuchtung. bisher hatten wir in der küche einen leicht funzeligen, aber immer noch 30 watt fressenden halogen-srahler. der ist kürzlich durchgebrannt. also auch hier LED, aber ich wollte es nicht mehr funzelig haben. deshalb habe ich ziemlich lange gesucht um einen wirklich hellen LED-srahler zu finden und hier einen gefunden. mit knapp 700 lumen. nach dem einbau haben wir bemerkt: 700 lumen sind wirklich hell. also richtig. mit zwei klopapierrollen um den strahler liess sich das licht aber gut auf die spüle und die arbeitsfläche fokussieren, ohne die ganze küche in kaltes LED-licht zu hüllen.

bei knapp 700 lumen sieht man die klopapierrollen gar nicht mehr
bei knapp 700 lumen sieht man die klopapierrollen gar nicht mehr
700 lumen LED srahler für GU10 fassungen

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seit ein paar wochen habe ich ein macbook mit touchbar. ich habe eine regelrechte hassliebe zu dem teil entwickelt. ich finde es grossartig jetzt auch am schreibtisch leichten zugang zu emojis zu haben, der fingerabdrucksensor ist klasse und praktisch, in ein paar kontexten zeigen sich nützliche bedienelemente aber hauptsächlich löst der touchbar ungewollte tastendrücke aus. meine art zu tippen scheint zu ausladend für den touchbar zu sein. ich berühre ständig ungewollt irgendwelche funktionen auf dem teil. die grosse schwäche des touchbar ist der erste wortteil: touch. tasten reagieren nicht auf berührung, sondern auf druck. der touchbar reagiert auf berührung, egal ob die berührung mit druck oder ohne druck oder mit einem mikrometer abstand erfolgt.

das ist ein echter bruch, medienbruch ist wahrscheinlich das falsche wort, usability-bruch wahrscheinlich auch. würde der touchbar neben der druckauslösung auch haptisches feedback liefern können (was technisch ja durchaus möglich ist, wie aktuelle telefone von apple es zeigen), wäre der touchbar akzeptabel — oder zumindest kein bedienungshindernis und -ärgernis. die grundsätzliche idee von kontext-sensitiven tasten ist toll, wenn es tasten wären, im wörtlichen sinne von tasten — statt touchen.

in den ersten wochen mit touchbar habe ich ungefähr zwanzig unfertige mails abgeschickt, weil ich immer wieder — ausversehen — die sendetastefläche berührt habe, die direkt neben der escapetastefläche liegt. glücklichetrweise kann man das wegkonfigurieren, ist aber trotzdem scheisse.

geh forrest, geh

felix schwenzel, , in notiert    

vor ein paar tagen, nachdem ich im escados mit freunden ein paar stunden lang gegessen und geredet habe, bin ich zu fuss nach hause gelaufen. die knapp sechs kilometer waren ein bisschen anstrengend, weil ich leicht angetrunken war, aber so ein durch-die-stadt-gehen ist (immer noch) erstaunlich befriedigend. in den letzten wochen gehe ich (relativ) oft zu fuss von der arbeit (in mitte) nach hause (im wedding). nach einem tag am schreibtisch ist das ganz besonders befriedigend. ich beobachte mich dabei, wie sich mein körper erst ein bisschen gegen die forcierte bewegung sträubt und dann in eine art vorwärtstreibenden trab gerät. die letzten male hatte ich, kurz bevor ich zuhause ankam, das bedürfnis einfach weiter zu laufen, nach tegel oder gleich weiter nach hamburg. als ob sich in mir ein grosses schwungrad befände, das ich nicht ohne weiteres stoppen kann, wenn es einmal in schwung ist.

vor zwei wochen bin ich von einer leserin auf diesen text über otl aicher aufmerksam gemacht worden. dadrin wird otl aicher zitiert, wie er über das laufen (durch die wüste) schreibt:

die wüste ist eine denklandschaft. man geht nicht nur zwischen dünen, man geht auch in seinem eigenen denken umher, man macht gedankengänge. im gehen verändert sich die landschaft von bild zu bild. es verändert sich der gedankenhorizont. das auge zieht es mal hier, mal dort hin, auch die gedanken wildern umher. man wirft sie hinaus, als entwürfe.

jetzt steht die welt voll von unrat und bürokratien. sachen stellt man in museen und begafft sie. institutionen blähen sich auf zur nutzlosigkeit der selbstbehauptung. zu unserer fortbewegung stehen um unser haus immer mehr gegenstände herum, jetzt auch noch das segelboot, das klappfahrrad und das geländeauto. nur weil wir nicht mehr gehen, laufen, wandern, schlendern, spurten, springen oder bummeln können. es sind objekte, die wir benutzen, geräte.
ich schreibe substantive wieder klein, aber das reicht sicher nicht. man muss wohl wieder beginnen zu gehen.

das muss man auch erstmal schaffen, vom laufen, vom gehen, zur konsequenten kleinschreibung überzuleiten. ich sehe das natürlich weniger eng, wenn’s sein muss schreibe ich auch mal gross und klein, aber schöner finde ich es aus vielen gründen in klein. ich benutze auch gegenstände sehr gerne, auch wenn ich weder segelboot, klappfahrrad oder geländewagen besitze. dafür aber einige tragbare gehirnerweiterungen und kommunikationsgeräte, deren nutzung einen meistens zum stillstand oder sitzen zwingt. ich benutze auch gerne die öffentlichen verkehrsmittel oder gelegentlich mietautos und gerade dieser kontrast, das fahren in abgeschlossenen kabinen zum laufen unter freien himmel, betont das grandiose, ursprüngliche, unmittelbare des laufens nochmal extra.

gerade als grossstadtmensch ist das durch-die-stadt-laufen wirklich jedes einzelne mal eine offenbarung. man sieht dinge, motive, strukturen beim laufen einfach anders als beim fahren. und das beste: die stadt schrumpft und man erkennt zusammenhänge. ich kanns nur empfehlen.

...

die beifahrerin guckt fernsehen.
bis 20:20 h herrschte ruhezustand, der immerhin 10 watt frisst (eine fritzbox, eine telefonladeschale und im ruhezustand ein yamaha receiver, ein firetv und eine schaltbare steckdose, die den fernseher ausgeschaltet hat). laufen das firetv, der verstärker, eine gedimmte hue und der fernseher, geht der verbrauch auf ca. 130 watt hoch. pausiert das fernsehbild, geht der verbrauch 10 watt runter. drei stunden fernsehen pro tag kosten im monat ungefähr drei euro strom. das wissen wir jetzt.