in den letzten monaten erwische ich mich immer wieder dabei wie ich mir stundenlang reparatur- und restaurierungsvideos ansehe. vor allem beobachte ich, wie sehr mich das befriedigt. das ist nicht neu, vor zehn monaten hab ich das schonmal angemerkt.
aber heute frage ich mich, ob diese befriedigung nicht auch einen politischen aspekt hat. in einer welt der entropie, in der nicht immer alles zusammenpasst oder so funktioniert, wie man sich es vorstellt oder wünscht, kann reparatur, heilung, auf hochglanz bringen eine kathartische wirkung haben.
zu sehen, dass man kaputtes, zerstörtes, hoffnungslos verschmutztes auch wieder schön und funktionsfähig machen kann zeigt, dass verfall nicht zwangsläufig ist, dass es besser werden kann, dass wir etwas ausrichten können, dass veränderung möglich ist.
vielleicht ist schreiben, ins internet schreiben, kreative werke schaffen und reparieren auch genau deshalb so ein tiefes bedürfnis von uns allen. ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass malen in meienr kindergartenzeit eine beinahe magische und tief befriedigende wirkung hatte. etwas einfangen und festhalten und gleichzeitig gestalten. an diesem blog rumschrauben und da rein zu schreiben und zu posten ist auch ein aufstand gegen die entropie, den verfall, das vergessen.
und auch hier fällt mir wiedersisyphos ein. reparieren, festhalten, kreieren ist der felsbroken von sisyphos. jede reparatur geht irgendwann wieder kaputt, nach der spülmaschinen-reparatur ist vor der spülmaschinen-reparatur. aber, man muss sich den reparierenden als glücklichen menschen vorstellen. das wahre schlaraffenland ist nicht der ort wo einem die gebratenen tauben in den mund oder die hand fliegen, sondern der ort und die zeit an dem man sich tauben braten kann — und es dann auch tut — für sich oder andere.
in genau diesem zusammenhang fiel mir heute auf, dass bilder von fein säuberlich geordneten sachen (things neatly organized) die gleiche wirkung haben können wie reparaturen. aber vor allem fiel mir auf, dass thingsorganizedneatly.tumblr.com irgendwann aus meinem RSS-reader gefallen sein müssen. war es aber gar nicht, es gibt nur offensichtlich nicht mehr so viele fein säuberlich geordneten sachen.
intheweights.com fragt den eingegebenen namen bei mehreren LLMs ab und extrahiert irgendeine metrik und listet auf, was die modelle zum namen zu sagen haben. sieht aus seien GPT-5.5, GPT-5.4-mini und claude opus 4.8 nah dran, während claude haiku 4.5 mich schon zum journalisten halluziniert und gemni 3.1 lite zum „langjährigen“ co-autoren von nerdcore macht. DeepSeek V4 sieht mich gar als mitgründer von netzpolitik.
GPT-5.5 says German blogger, web developer, and internet personality associated with the blog wirres.net.
GPT-5.4 Mini says German blogger and web developer, known for writing on technology, startups, and internet culture.
Claude Opus 4.8 says German blogger and writer known for his blog 'wirres.net', active in the German-language blogosphere and internet culture scene.
Claude Haiku 4.5 says German journalist and media professional, though limited public recognition without additional context.
Gemini 3.1 Lite says A German blogger, author, and long-time contributor to the tech and culture blog Nerdcore.
Kimi K2 0905 says German blogger and co-founder of the media blog 'wirres.net', known for tech and internet culture commentary.
DeepSeek V4 says German journalist and author, known for tech and media commentary, co-founder of netzpolitik.org.
offensichtlich und abgesehen davon mag ich die spielautomaten-schrift von intheweights.com sehr. und eigentlich mag ich pixel-bilder von „TODAY’S HEAVYWEIGHTS“ auf der startseite auch, ich bin ja schliesslich mit nem C64 aufgewachsen.
aber das was GPT auf meine aufforderung hin aus diesem bild gemacht hat, ist selbst für mich etwas dick aufgetragen. faszinierend ist einzig, dass für das bild 256×256 pixel reichen.
den besten artikel zu künstlicher intelligenz hab ich heute von christian stöcker gelesen.
Micah Nathan bringt am Massachusetts Institute of Technology Leuten das kreative Schreiben bei [und berichtet]: Alle in seinem Workshop hatten KI zum kreativen Schreiben benutzt, was er an ihren Texten merkte. Manche gestanden es tränenreich und sogar voller Selbstekel. Seine Schlussfolgerung: »Die Gefahr besteht nicht darin, dass die KI Autoren ersetzen oder meinen Workshop überflüssig machen wird. Die Gefahr ist, dass die Studierenden sich daran gewöhnen, die Reibung zu überspringen, die vorher ihren Schreibprozess sichtbar machte.«
christian stöcker bringt das problem mit der künstlichen intelligenz auf einen passenden nenner aus der kognitiven psychologie:
den »kognitiven Geizkragen«. In Kurzform: Wir strengen unser Gehirn ungern an. Wenn wir nicht müssen, lassen wir es lieber.
diese denk und lernfaulheit zu überwinden lohne sich, weil lernen, üben oder die „Reibung“ der denkprozesse zu überwinden eben befriedigung verschaffen und türen öffnen. christian stöcker und wahrscheinlich auch die kognitive psychologie plädieren dafür sich mehr anzustrengen, bzw. weniger bequem zu sein:
Dem kognitiven Geizkragen nachzugeben und intellektuelles Outsourcing zu betreiben, mag zwar bequem sein, es macht aber weder klug noch zufrieden.
ich würde gerne „neugier“ ergänzen. ich mache dinge nicht selbst um selbstdisziplin zu üben, sondern meist um meine neugier zu befriedigen. rauszufinden wie etwas genau funktioniert kann ich am besten indem ich es selbst mache. und selbst machen erfordert lernen, üben und wiederholung.
ich habe auch irgendwann erkannt, dass ich gesehenes oder gelesenes besser verstehe und mehr davon habe, wenn ich drüber schreibe. eigentlich würde ich jetzt auch lieber auf dem sofa sitzen und die neue folge house of the dragon gucken als auf dem sofa zu sitzen und über christian stöckers kolumne nachzudenken. aber die neugier, der mitteilungsdrang und das bedürfnis nach (ein bisschen) intellektueller anerkennung treibt mich zum bedürfnisaufschub. das ist auch der wahre grund, warum ich einmal pro jahr einen republica vortrag schreiben möchte: um mir selbst zu beweisen, dass ich in eine materie tief genug einsteigen kann, ohne mich völlig lächerlich zu machen. vorraussetzung ist natürlich, dass das thema, in das ich tiefer einsteigen möchte mich auch interessiert, meine neugier weckt.
ich glaube stefan niggemeier hat auch einen sehr guten text über ki geschrieben. nur leider kann ich ihn nicht lesen, weil ich kein SZ-abo habe.
ersatzweise bietet er an diesen text von ambros waibel in der taz zu lesen. das thema schöpfunghöhe oder tiefe im journalismus geht mir schon lange im kopf rum. constantin seibt hat mal geschrieben:
Das Konzept von komprimierter Zeit ist auch das der Grund, warum Leute gern lesen: Sie machen ein blendendes Geschäft. In einer Minute haben sie eine Stunde fremde Denkarbeit oder mehr gewonnen.
das gefühl „komprimierte Zeit“ zu konsumieren habe ich bei klassichen journalistischen produkten immer weniger. oft spüre ich dieses phänomen aber in bestimmten youtube-kanälen, wo nicht nur mit neuen arten der informations-darreichung experimentiert wird, sondern eben auch merklich viel denkarbeit investiert wird. das kann auch damit zu tun haben, dass erfolgreiche youtube-kanäle das problem der finanzierung gelöst haben (wenn auch auf eine sehr prekäre oder unnachhaltige art) und deshalb kräftig in recherche und kreation investieren können.
das gegenteil, der mangel an spürbarer denkarbeit ist das, was menschen dazu bringt sich von bestimmten darreichungsformen abwenden oder KI-gedöns als schlamperei (slop) bezeichnen.
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.
gleich nachgekocht, auf ne art, und es war gut. vor allem gelernt: für so ein gericht ist es wirklich von vorteil alle zutaten in etwas gleich grosse stücke zu schneiden, die pfanne muss ordentlich heisse sein und alles ständig in bewegung bleiben. dann wird aus dem fried rice sogar ohne reis ein leckeres gericht.
abgesehen davon das federico viticci hier klüg über die neue siri nachdenkt (siehe zitat), hat er ein paar sehr tolle fotos an den artikel geklebt. insbesondere das bild von john ternus und tim cook sieht so ausgedacht aus, dass es fast zu promtig als wahr sein könnte. isses aber nicht.
The new Siri AI is, of course, reminiscent of a chatbot at a surface level. And yet unlike Claude, ChatGPT, or Gemini, the chatbot is not the product here: the chatbot is merely one of the shapes the new Siri AI can take. “It’s a feature, not a product”, Jobs would quip. The new Siri uses a collection of LLMs to deliver a personal assistant experience that, unlike others, can tap into the rich tapestry of device context and app data that other chatbots can’t aspire to. It can work with voice, it can work with text; it can be a glassy bubble in the Dynamic Island, and it can be an app. I saw Siri pull up messages from months prior and compare responses in tables generated on the spot. I saw Siri cross-reference an Apple note against an email and provide a useful response in about five seconds. It was Siri, but it also didn’t feel like Siri.
Be willing to say no in the face of abundance. Be afraid to say yes and proud to say no. Be as proud of what you didn’t do to the codebase, as what you did do to it.
Das Gedankenspiel, was eigentlich anders wäre, wenn Frauen an der Macht wären, führt Ladies First in eine Welt, in der Frauen sich komplett egoistisch verhalten und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Sie übernehmen keine Verantwortung für Sorgearbeit, belegen selbstverständlich alle Führungspositionen, fördern sich nur gegenseitig. Männer betrachten sie als ungleichwertig, als Lustobjekte, die hübsch anzusehen, aber nicht ernstzunehmend sind.
Selbst als Spiegel des Patriarchats wäre das äußerst plump und vielleicht in den 1950ern als gelungene Satire durchgegangen.
hier schreibt @alexmatzkeit sehr differenziert und nachvollziehbar über seine KI nutzung und streift dabei auch ein paar aspekte, die bei diskussionen über KI oft übersehen werden. sehr gerne gelesen.
gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen visualisierung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch verstanden zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und gegebenenfalls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem dreidimensionalen raum dar. sie verkectten sich zu einer repräsentation, die die texturen bereits beinhaltet. sie sind sehr viel leichtgewichtiger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.
auch ahnungslose menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes verständnis davon bekommen, was gaussian splats eigentlich sind und warum sie so viel potenzial haben.
@MendItMark versucht ein altes autoradio aus einem ferarri zu reparieren ich schaue ihm dabei sehr gerne zu. das hier ist der erste teil (teil 2).
rands rantet sehr ausführlich über produktivitäts-werkzeuge. naja, er stellt eher fest, dass sie in der regel nichts für ihn sind. mir gefällt die idee, die er nach 20-30 minuten lesezeit entwickelt: eine todo-liste die alte einträge einfach nach einer weile löscht, ohne weitere rückfrage. find ich gut. mach ich schon lange, allerdings nicht durch löschen, sondern durch vergessen.
ich kann meine herangehensweise glaube ich am besten mit einer wasser-metapher beschreiben. das was wichtig ist schwimmt auf. entweder weils leicht ist, jemand dran zieht oder drückt oder es festgebunden hat oder weils strampelt oder gestrampelt wird. was aufhört zu strampeln sinkt langsam aus dem blickfeld. ich arbeite im alltag mit (zu) vielen verschiedenen werkzeugen, leider nicht besonders strukturiert, aber oft sehr intuitiv.
mein wichtigstes werkzeug um zu tuendes zu identifizieren und im auge zu behalten ist meine email-inbox. seit mail-programme emails in strängen zusammenfassen bleibt einerseits (meistens) der kontext erhalten und andererseits lassen neue mails die jeweiligen stränge aufschwimmen.
ich kopieren jeden tag die todos vom vortag „handschriftlich“ auf eine neues blatt und füge im laufe des tages neue hinzu. mit „handschriftlich“ meine ich zettel = textdatei und schrift = tippen und copy & pasten. das ist mühsam, aber hilfreich beim priorisieren und fürs merken. und das „manuelle“ be- und verarbeiten hilft mein unbewusstsein zu füttern.
danach kommen — zumindest auf der arbeit — diverse ticketsysteme. denen fehlt eigentlich allen ein befriedigender soundeffekt beim erledigen, aber ich finde es auch ohne soundeffekt befriedigend, dinge in ticketsystemen auf erledigt zu stellen und den fluss der erledigten dinge anschwellen zu sehen. in der praxis landen leider zu viele tu-dinge im pending.
mein hauptproblem beim erledigen hat nichts mit werkzeugen oder prozessen zu tun, sondern mit haltung oder genauer: anspruch. ich schiebe dinge auf weil ich sie richtig und gut machen will, aber weiss, dass das gegebenenfalls etwas länger braucht — also jetzt gerade noch nicht geht aber vielleicht später, oder morgen oder nächste woche.
diesen knoten habe ich beim bloggen gelöst: ich hab kein problem damit einen beitrag hinzurotzen, gerade mal gut genug zu machen, zur not später nochmal etwas zu polieren. beim rest meiner aufgaben bin ich zwar kein perfektionist, aber ich strebe schon einen gewissen qualitätsstandard an, der zumindest nicht den eindruck von hingerotzt erweckt. und genau da fängt das aufschieben dann an und man landet bei einer art magischen zweieck (statt dreieck).
Nach nun 5 Episoden setze ich mich als jemand, der seit 1991 Trekkie ist, offenbar deutlich von anderen Alt-Trekkies ab, wenn ich sage: Academy überrascht mich bisher. Seit 30 Jahren dachte ich, dass es eine solche Serie nicht braucht, dafür habe ich richtig viel Spaß an ihr.
thomas findet SFA (starfleet academy) durchgehend gut. ich ertrage den pathos, das bunte, die lautstärke, das ständige, unsubtile in your face nur schwer, muss aber sagen, dass die geschichten, die SFA bisher erzählt hat, mir im kern gefallen, die inszenierung hingegen nicht.
während die inszenierung und die kulissen alle völlig over the top sind, finde ich gerade das ensemble erschütternd langweilig. alle nice und glatt und schön und makellos. ausnahme (neben holly hunter): kerrice brooks die SAM spielt und in der vierten folge im fokus steht. die ist so erfrischend, dass es einen fast umhaut.
die videos von beat bunny (oder captain pikant?) zeigen wie ikonische songs im schlagzeug-computer nachgebaut werden können. ich verstehe nix, sehe aber fasziniert zu, wie hier zum beispiel new orders blue monday nachgebaut wird. und ich frage mich, was aus mir geworden wäre, wenn wir sowas damals im musikunterricht gemacht hätten. dann hätte ich mich vielleicht doch ein bisschen mehr für musik interessiert?
faszinierend. ich glaube, man kann sagen, die erfindung der künstlichen kühlung ist ein ähnlich wichtiger wendepunkte in der menschlichen zivilisation, wie die beherrschung des feuers. dieses video zeigt wie man vorher gekühlt hat und welche einschneidenden (positiven) folgen die künstliche kühlung hatte und hat.
Am Sonntag findet der 60. Super Bowl statt. Für alle, die sich nicht für Football interessieren, sind eher die Halftime-Show von Interesse sowie die in den Unterbrechungen gezeigten Werbespots, wovon schon einige veröffentlicht wurden und z.T. bereits zuvor viral gehen. Einer davon ist der Werbespot des Internet-Providers Xfinity, der zeigt, dass die Probleme im originalen Jurassic Park mit ihrer zuverlässigen Internetverbindung und ihren Support-Mitarbeitenden nicht aufgetreten wären.
ich hab jurassic park zwar nie gesehen und mich auch nie dafür interessiert, aber der clip ist witzig. der clip ist neben einem link zum making-of bei eay.de eingebettet, hier trotzdem eine linkabkürzung zur xfinity werbung auf youtube.
[I]ch glaube: Demokratie braucht Optimismus! Darüber habe ich im November auf der TEDx in München gesprochen - und der Talk steht jetzt online.
[D]ie Feinseligkeit und Absurdität der Welt ist die Quelle aus der wir Optimismus, Kraft für Veränderung und Glück schöpfen können. Optimismus muss keine Schönfärberei sein und ist nicht der Glaube, dass alles gut wird. Optimismus ist die Entscheidung, in einer beschissenen Welt trotzdem Bedeutung zu erzeugen.
ich glaube für mich ist da aber noch luft nach oben und unten. und ich hab ja auch — wenn ich genommen werde — 17 minuten mehr zeit auf der republica als dirk auf dem tedx.
ein liste von dingen, die ich in den letzten tagen anderswo geliked oder favorisiert habe, teilweise kommentiert und weiter unten mit ein paar anmerkungen aus dem maschinenraum.
eine oberflächliche recherche zeigt, dass dieses bild in dieser und anderer form seit ungefähr den 2010er jahren durchs internet wobbelt und der vergleich auf mehreren ebenen hinkt und in der debatte um rassismus nicht wirklich hilfreich ist.
man kann es nicht oft genug sagen, aber martin short ist wirklich einer der witzigsten gäste in amerikanischen talkshows. immer schon gewesen und immer noch.
steve mould wie immer unterhaltsam und erkenntnisreich. quasi ein youtube-kanal ohne maus, für erwachsene. diesmal über wasserröhrchen die klacken, das physikalische phänomen der kavitation und wie ultraschall-vernebler funktionieren.
ich frage mich ja, ob man, nachdem man mehr als 100 fallow-videos gesehen hat, behaupten darf, dass man eine koch-ausbildung im fallow restaurant in london abgeschlossen hat.
ich hab hier schon ein bisschen erklärt wie ich neuerdings favoriten-, bzw. like-listen erstelle. aber ich muss nochmal drauf hinweisen, wie zufrieden ich mit diesem neuen system bin. der ablauf ist im prinzip, dass ich sachen, die mir gefallen, einfach per browser-bookmarklet in den favoriten-fluss schmeisse, gegebenenfalls noch ein via oder einen kommentar nachpflege und, wenn’s geht, auch noch an der quelle einen nativen like hinterlassen, also zum beispiel bei youtube oder mastodon.
wenn ich webseiten die webmentions unterstützen in den favoriten fluss werfe, landet auf der webseite automatisch ein herz (beispiel ergebnis, ursache).
das bookmarklet übermittel beim „liken“ nur die url an kirby, bzw. wirres.net und kirby baut dann, je nach url, einen mastodon-embed, eine link-box oder einen youtube-embed. das funktioniert mittlerweile ganz OK, instagram-embeds würde ich gerne näher am original rendern, aber das lässt instagram derzeit nicht zu, ausser man nutzt deren nativen embed-code, der einem dann aber ganz viele tracker und javascript-scheiss beschert. keins meiner embeds läuft über dritte, es werden mit den embeds also keine tracker, kein obskures javascript das ich nicht kontrolliere ausgeliefert oder http-request an fremde seiten geleitet.
aus dem was in den favoriten- oder lesezeichen-flüssen liegt, pick ich mir dann irgendwann beiträge raus und verknüfte die zu einem beitrag wie diesem hier.
mit diesem vorgehen, dieser teilaustomatisierung, habe ich jetzt sehr viel reibung reduziert und mir vieles einfacher gemacht. und darüber freue ich mich, auch wenn es sonst kaum jemanden vorranbringt.
apropos reibung; es gibt ja gerade eine meta-diskussion zwischen ein paar bloggern, die sich um die frage entspann, warum bloggende offenbar wenig jung sind, hier kann man sich dazu einlesen, wenn man blogdings-meta-diskussionen mag:
johannes und konstantin argumentieren vor allem damit, dass blogs deshalb verkümmert sind, weil interaktionen (likes, reposts, mentions, bidirektionale links) auf (kommerziellen) platformen viel reibungsloser funktionieren als in blogs. und tatsächlich wünschte ich mir auch, dass es für dieses, im grunde grossartige, aber praktisch viel zu komplizierte indiewebgedöns, das ich mir jetzt wieder hier mühsam zusammengeschraubt habe, einfache software-lösungen gegeben hätte oder geben würde. ansätze gab’s immer wieder (known oder micro.blog fallen mir da zum beispiel ein), aber auch die waren und sind durchgängig furchtbar kompliziert und gewöhnungsbedürftig.
von aussen sieht das system, das ich mir hier zusammengebaut habe, möglicherweise kompliziert aus und ich glaube dass das noch sehr weit weg ist von einem system, dass ich anderen menschen empfehlen möchte. aber trotzdem, falls jemand anders damit rumspielen möchte, hier nochmal kurz die zutatenliste:
ich gebe zu, ich schaue nur sporadisch in meine mastodon und bluesky feeds. das merkt man an der mageren ausbeute. früher waren meine favoriten-listen länger, aber das kann auch daran liegen, dass damals mehr favoriten in blogs geschwappt sind, wo ich sie dann aufpicken konnte. dafür sind die favoriten fast alle selbst gepflückt.
andererseits kann ich mir vorstellen, dass die „engangement“ zahlen auf mastodon und bluesky nicht mehr an die zahlen der alten twitter-zeit heranreichen. mastodon und bluesky werden einfach nicht mehr so intensiv genutzt wie früher twitter, oder?
unsere salz- (links) und pfeffermühle (rechts)
das sind unsere beiden pfeffer- und salzmühlen die wir auf dem esstisch in der küche stehen haben. die rechte habe ich vor über 10 jahren in hamburg im WMF-store gekauft. die beifahrerin fand sie sehr hässlich, aber wir haben sie behalten, weil sie den pfeffer so gut mahlt. wir haben bestimmt bereits fünf oder 10 kilo pfeffer durch sie gemahlen. tatsächlich verbrauchen wir so viel pfeffer, dass wir pfefferkörner nur noch in kilo-packungen kaufen.
wir haben auch ein paar sehr schöne pfeffer-, gewürz- und salzmühlen. das problem mit denen ist allerdings, dass sie nicht so schön mahlen. keine unserer mühlen schaffte es jemals das doch ziemlich feste himalayasalz zu mahlen. irgendwann hatte ich die nase davon voll immer nur raffiniertes streusalz zu verwenden, während die packung himalayasalz im schrank noch ein paar jahrzehnte auf ihr millionen-alter draufschlug — und fing an online nach der pfeffermühle zu suchen. leider hatten mehrere spülmaschinengänge und der zahn der zeit die markenbezeichnung auf der pfeffermühle ausgewaschen, aber mit hilfe der bildersuche und einem grossen online-händler, fand ich die mühle online ziemlich schnell und kaufte sie für — wie ich finde — ziemlich günstige 16 euro.
und was soll ich sagen: wir sind begeistert. das kilo himalayasalz ist mittlerweile fast alle und die mühle cruncht mühelos durch die steinharten salzkörner. wir haben das mahlwerk auf ziemlich grob gestellt, weshalb wir uns anfangs noch an die grossen mengen salz gewöhnen mussten, die aus der mühle kamen.
makroaufnahme des mahlguts von einer winzigen drehbewegung an der mühle. ich mag es, dass auch etwas gröbere salzstückchen produziert werden.
das hier ist ausdrücklich keine werbung. aber um meine empfehlung wirksam werden zu lassen, muss ich natürlich den hersteller und das model nennen — denn ich kann diese mühle wirklich empfehlen.
laut herstellerangaben besteht das mahlwerk aus keramik, was mich überhauopt nicht interessiert. mich interessiert lediglich, dass das teil extrem gut (mit pfeffer und salz) funktioniert und offenbar ewig hält.
der hersteller und das model lauten:
silit piccante salz und pfeffermühle (artikelnummer: 2143237624)
mit diesen angaben sollte es ein leichtes sein, die mühle bei einem händler der eigenen wahl zu finden. wie gesagt, ich habe letztes jahr 16 euro dafür bezahlt.
himalayasalz kann ich nicht empfehlen. es besteht wie alle anderen speisesalzsorten aus nahzu 100% natriumchlorid, stammt in der regel aus mittelgebirgsregionen in pakistan und ist meist überteuert (siehe wikipedia). aber wir hatten halt noch ein kilo seit jahren im regal stehen und wenn das alle ist, wird es mit groben meersalz ersetzt.
weil my mechanics jetzt offenbar mit seiner datsun-restauration weitermacht, gibt es wieder einen schwung neue videos im kanal, unter anderem dieses video in dem er zwei antriebswellen restauriert.
nachdem ich dieses video gesehen habe, fing der youtube algorithmus an mir wieder ältere videos von my mechanics vorzuschlagen. und ich muss sagen: ich schau die wirklich gerne. dabei zusehen, wie jemand aus alten, rostigen und quietschigen sachen neue, glänzende und quietschfreie sachen macht ist sehr befriedigend. und die videos sind voll mit unangenehmen, aber auch sehr befriedigenden geräuschen, zum beisspiel, wenn zwei teile anstandslos ineinander klacken.
Meine Mutter: „Wenn ich morgen versterben sollte …“
Ich: „Also Moment mal bitte, morgen passt mir nun wirklich überhaupt nicht!“
Meine Mutter: „Ja, das will ich dann natürlich berücksichtigen.“
Eventuell habe ich gestern eine weitere Methode gefunden, auf recht leichte Art ein bemerkenswert hohes Alter zu erreichen? Da mal weiter dranbleiben.
Auf dem Rückweg von der Runde mit der Hündin traf ich zwei junge Männer mit ihren Postfahrrädern in meiner Straße. Ich hielt sie gleich an und fragte, ob sie in meinem Haus die Post bereits verteilt hätten. Sie bejahten es. Dann fragte ich, ob es ein Paket für "Pfeifer" gegeben hätte. Daraufhin sagte einer der beiden, sichtlich erfreut: "Ja!" Er sagte, es gäbe ein Paket aus Meran.
Ich sagte: "Ja! Meran!"
Er erzählte mir, dass es ihn heute früh sehr gefreut hatte, als er das Paket in seinem Korb sah. Er käme nämlich aus der Gegend von Meran.
Ich sagte: "Wie schön, da komme ich auch her!"
Er sagte: "Echt? Woher denn?"
Ich so: (erklärte, dass ich bin in Bozen geboren, aber im Gadertal aufgewachsen bin und meine Familie jetzt in Meran lebt.)
Er so: (erklärte, dass er aus Bozen kommt und seine Mutter noch da wohnt.)
Er zog das kleine Paket aus seiner Box und wir unterhielten uns noch eine Weile. Ich fragte ihn, ob er wusste, dass die neue Chefin der Bahn eine Südtirolerin ist. Er wusste es auch nicht. Mich beruhigte das. Ich schrieb meiner Frau vom Bozner Postboten.
Sie sagte: "Uh, das kannst du sicherlich verbloggen."
Ich sagte: "Nah, das ist eher unlustig und es wirkt konstruiert."
manchmal bin ich froh, dass ich früher lieblingstweets nicht nur eingebettet, sondern kopiert habe. auf twitter ist der tweet von gabriel yoran mittlerweile verschwunden, aber die „an diesem tag“ funktion in der beilage hat ihn mir heute wieder vor die füsse gespült. und wie bei allen guten witzen, hab ich 4 sekunden gebraucht um ihn (wieder) zu verstehen.
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.