game of thrones s06e05 (the door)

felix schwenzel, , in gesehen    

bran stark und der baummensch HBO

in dieser folge geht es unter anderem um bran stark der weiterhin mit dem baummenschen in der vergangenheit rumstochert und später eine begegnung mit den white walkers hat. in diesem erzählstrang erfahren wir auch endlich was es mit „hodor“ auf sich hat und ohne allzu viel zu spoilern, löse ich das einfach mal auf: es hat mit sprüngen der zeitebenen zu tun und bedeutet eigentlich „hold the door“.

aber das was erzähltechnisch dahinter steckt ist wirklich spannend und vox hat das wunderbar und spoilerreich aufgedröselt: „Game of Thrones season 6: The truth about Hodor, explained

ich fand das wirklich spannend und würde jeder empfehlen, das erst zu lesen, die die folge fünf der aktuellen staffel game of thrones bereits gesehen hat.

was in arya starks erzählstrang passiert, lässt sich leicht zusammenfassen (via):

a girl has decided

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[nachtrag]
malte welding hat seiner frau erklärt, was in dieser folge passiert. das ist sehr lustig, wenn man das so hört (und voller spoiler):

Habe heute versucht, meiner Frau, die noch nie eine Folge Game of Thrones gesehen hat, zu erklären, was passiert ist. (weiterlesen)

moskau 2/5

felix schwenzel, , in artikel    

der kaffee hat in moskau nirgendwo geschmeckt, auch nicht bei starbucks. starbucks war auch gleich die erste station die wir in moskau, im flughafen, angesteuert haben. dort gab es zwar grundsätzlich die gleichen sachen wie in deutschland oder amerika, aber geschmeckt hat der kaffee trotzdem nicht. was natürlich auch daran gelegen haben kann, dass ich noch in der grippe-rekonvalenzenz war. alternativ kann es auch am wasser gelegen haben. leitungswasser trinken die moskauer nicht, weil sie ihm nicht trauen. vielleicht machen sie aber kaffee aus leitungswasser?

die beifahrerin mag keine kuhmilch im kaffee, und leider war die sojamilch im moskauer starbucks im flughafen gerade alle. alternativ bot die gut englisch sprechende bedienung der beifahrerin kokosmilch an. also einen latte mit kokosmilch. die beifahrerin fands scheusslich. wir haben trotzdem alles ausgetrunken.

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englisch sprechen in moskau die wenigsten, meist sind es die jüngeren, die englisch sprechen und auch bei den strassen- und hinweisschildern sind lediglich die jüngeren auch englisch, bzw. mit lateinischen buchstaben beschriftet. auf der fahrt vom flughafen nach moskau (mit dem aeroexpress) war ich beeindruckt von der plattenbaudichte um und in moskau.

plattenbauten am stadtrand von moskau
plattenbauten am stadtrand von moskau

moskau steht voll mit plattenbauten, die auf den ersten blick nicht besonders einladend aussehen. auf den zweiten blick erkennt man aber, dass viele wohnungen sich voneinander unterscheiden: neuere und ältere fenster, manche bewohner gestalten den fassadenanteil ihrer wohnung sogar individuell, die balkone sind fast ausnahmslos zu wintergärten verglast. beim blick aus unserem hotelzimmer sahen wir selbstverständlich auch auf plattenbauten, mich beeindruckte immer wieder, wie dicht bebaut die stadt ist und dass die elektifizierung mit langen kabeln über das dach stattfindet — auch und gearde bei hochhäusern.

blick aus dem hotelzimmer auf plattenbauten
blick aus dem hotelzimmer auf plattenbauten

der autoverkehr in moskau ist der wahrgewordene traum von 60er-jahre stadtplanern. in moskau muss man zum überqueren von hauptverkehrsadern immer noch fussgängerunterführungen benutzen — so wie bei uns seit bestimmt 20 jahren nicht mehr. fahrradfahrer auf den strassen habe ich nicht gesehen, ich glaube das wäre auch lebensmüde. die moskauer haben den ruf relativ rücksichtslose autofahrer zu sein. was ich allerdings gesehen habe, bzw. um 22 uhr am ersten abend (und in den folgenden um 23 uhr) zuerst gehört und dann gesehen habe war ein pferd. ein pferd, dass im schritt unter unserem hotelfenster langlief, mit einer reiterin, die beim reiten mit ihrem smartfone gerade das internet leerlas. auf dem foto sind die reiterin und das pferd schon längst verschwunden, ich wollte die szene aber trotzdem festhalten.

blick aus dem hotelzimmer auf die strasse
blick aus dem hotelzimmer auf die strasse

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in den supermärkten gibt es vieles, was es auch bei uns gibt, zu ähnlichen preisen wie bei uns: deutsches bier, frosta tiefkühlkost habe ich geshehen, deutsches marzipan und viel hochprozentiges. was es bei uns allerdings nicht gibt sind frische, kurz in salz eingelegte gurken. sehr köstlich, davon haben wir sehr viele gegessen und sehr genossen. es gibt aber auch sachen, die es bei uns wohl niemals geben würde, weil die deutschen humorbeauftragten solche wortspeile wohl niemals freigeben würden und die wurstlobby fischwiener ganz sicher verbieten würde.

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ganz toll sind die moskauer bäckereien. ganz besonders hatte es uns ein laden angetan, der paul hiess. dort gab es herrliches weissbrot, innen weich und duftig und aussen knusprig.

bäcker „paul“ in moskau
bäcker „paul“ in moskau

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wird fortgesetzt, bisher (unter anderem):

peaky blinders staffel 3 (folgen 1-3)

felix schwenzel, , in gesehen    

nach dem ende der zweiten staffel ist es etwas überraschend, wen thomas shelby in der ersten folge heiratet. ebenso überraschend ist die komplexität der geschäfte, in die thomas shelby seine familie verwickelt. ich tappe seit drei folgen absolut im dunkeln um was es bei den geschäften mit ein paar russen eigentlich geht. an diesem einen besonders grossen geschäft werkeln noch ein paar andere figuren mit, ein brutaler irischer priester mit einem rottweiler, russische adelige, kommunisten und die sowjetische botschaft. alles ziemlich undurchschaubar, auch wenn in der dritten folge langsam klarer wird, um was es geht.

das gute ist allerdings, dass das völlig egal ist. die dritte staffel ist auch im dunkeln sehr unterhaltsam und überraschend. auf dem weg durch die dunkelheit ereignen sich nämlich ein paar durchaus bemerkenswerte dialoge und charakterwendungen, die in der serienlogik nachvollziehbar sind und doch überraschen und beeindrucken. so ein familiengeführtes geschäft ist eben immer für überraschungen gut.

nach wie vor ist die benutzung von nebelmaschinen und zeitlupeneinstellungen in der produktion etwas exzessiv, aber auch das stört mich nicht grossartig. ich mag dieser serie einfach gerne zusehen, die charaktere fühlen sich an, als ob ich ihnen schon seit sieben staffeln bei ihrem leben zusehe, dabei waren es bisher nur zwei sehr kurze staffeln. was mir auch gefällt sind die liebevollen kulissen und requisiten. sogar die bierflaschen scheinen authentisch zu sein.

die dritte staffel gefällt mir gut, obwohl mir mittlerweile beinahe egal ist was dort passiert. trotzdem, oder gerade deshalb: 4 punkte.

na gut, dann eben nen begaben cappuccino (mit mandelmilch).

na gut, dann eben nen begaben veganen cappuccino (mit mandelmilch). (bei süßer wolz)

cappuccino mit mandelmilch
cappuccino mit mandelmilch

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[nachtrag]

die mandelmilch schmeckte interessant. ich habe sie vorher kalt probiert und sie schmeckte ok. heiss und aufgeschäumt war sie auch ok, allerdings schmeckte sie etwas karton-artig. das ist aber OK, so wie bitteres bier OK ist. der laden riecht total neu und ist ultra clean — und, wie gesagt, ist rein vegan. die bedienung, uns hat der „chef“ bedient, war äusserst freundlich und zuvorkommend. zwei capuccini, einer mit soja- und einer mit mandelmilch kosteten €5,20.

aus dem maschinenraum

felix schwenzel, , in über wirres    

ich habe wirres.net ein bisschen schneller genmacht, zumindest laut dem google page speed tool. das scheint jetzt, nach einigen umstellen, einstellen und priorisieren, einigermassen zufrieden mit der leistung meiner seiten zu sein und zeigt die ladegeschwindigkeit meist im grünen bereich an.

die anforderungen des page speed tools zu verstehen, oder genauer, die anforderungen für schnelles seitenladen zu verstehen, ist gar nicht mal so leicht. vieles von dem was google vorschlägt hört sich für meine ohren spanisch an.

JavaScript- und CSS-Ressourcen, die das Rendering blockieren, in Inhalten „above the fold“ (ohne Scrollen sichtbar) beseitigen

woher soll ich wissen, was above the fold ist, oder welche resourcen das rendering blockieren? mit versuch und irrtum habe ich mich dem aber langsam annäheren können. entscheidend ist jedenfalls, neben den grundvoraussetzungen wie einer relativ schnellen seitenauslieferung (zum beispiel durch vorhalten fertig gerenderter seiten) und möglichst (klein) optimierter resourcen (bilder), das enthaltenen CSS- und javascript-gedöns möglichst asynchron (also irgendwann) zu laden, nachdem der hauptseiteninhalt bereits da ist.

ansatzweise hatte ich das schon vor längerer zeit gemacht, so lade ich die zahl der likes und reaktionen und die reaktionen selbst schon länger asynchron (per ajax) nach. aber noch wichtiger scheint es, möglichst viele javascripte (jquery selbst, jquery plugins und den javascript-code selbst) und stylesheets ebenfalls asynchron zu laden — eben damit sie das rendern der seite nicht blockieren.

theoretisch geht das bei javascript ganz einfach, indem man sie mit der option async lädt. dann muss man aber darauf achten, dass die ladereihenfolge passt und nicht irgendein script versucht jquery zu benutzen, obwohl das noch gar nicht geladen ist. irgendwann hatte ich das aber rausgefunden, und jetzt lädt das ganze javascriptgedöns erst dann, wenn der browser es für nötig hält.

was ich seit vielen jahren für wichtig halte und was jetzt wieder sehr befriedigend läuft, ist wirres.net ohne aktiviertes javascript. alle grundsätzlichen funktionen, funktionieren auch ohne javascript. alles was per javascript nachgeladen wird, wie reaktionen oder kommentargedöns, funktioniert dann nicht, aber seitdem ich mich letzte woche von typekit verabschiedet habe und die brevia-schrift bei fontshop (werbelink) lizensiert habe, wird die brevia auch ohne aktiviertes javascript angezeigt. durch das schriftladen per CSS, sehen jetzt auch meine AMP-seiten mehr nach dem original aus (diese seite als AMP laden).

apropos CSS; komplizierter das google page speed tool zu befriedigen, wird es in sachen CSS. auch hier schlägt google vor möglichst viele resourcen asynchron oder zumindest später zu laden. leider gibt es aber keine möglichkeit einem <link rel="stylesheet"> einfach ein async-attribut hinzuzufügen. den CSS-code aufzuteilen und nur das wichtigste in den seitenkopf zu packen und das weniger wichtige ans seitenende zu packen, ist schonmal ein schritt nach vorne, lässt google aber immer noch meckern. es gibt aber einen offiziellen neuen weg, das über <link rel="preload"> zu machen. weil das noch nicht von allen browsern unterstützt wird, hat die filamentgroup mal wieder einen polyfill gebaut: „loadCSS, A function for loading CSS asynchronously

der einbau dieser lösung hat mich am ende dann im google page speed tool in den grünen bereich gebracht.

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die seitenladegeschwindigkeit auf wirres.net fühlt sich jetzt tatsächlich etwas schneller an, ein direkter vergleich mit einer AMP-seite zeigt, das die werte der regulären seiten ganz OK sind. AMP lädt diese seite in knapp einer sekunde (load), bzw. den DOM-content in 293 millisekunden. regulär lädt die seite in 1,29 sekunden (load), bzw. den DOM-content in 594 millisekunden. ich finde das sollte in sachen optimierung erstmal reichen.
 

gedenkblog

felix schwenzel, , in artikel    

symbolbild für alles: ur-alte ulme am st. gangolfsberg in aachen-kornelimünster

ich bin mir nie ganz sicher, ob es OK ist über meine toten freunde hier im blog zu schreiben. über nele und ihren tod vor 23 jahren habe ich vor 11 jahren geschrieben und auch ihren vollen namen genannt. weil ich google untersage artikel, die älter als 3 jahre sind, zu indexieren, ist mein nele-text zwar noch an ort und stelle, aber nicht mehr über ihren namen googlebar. ich finde dieses vernebeln meiner alten artikel eigentlich ganz gut, zumal ich mir nicht ganz sicher bin, wie die angehörigen es finden, wenn man unter dem klarnamen einer verstorbenen meine privatmeinung googlen kann.

nachdem ich vor ein paar monaten vom tod meines ehemals besten jugendfreundes markus erfahren habe, hab ich über ihn geschrieben und seinen vollen namen im titel genannt. ich fand das OK, auch weil die angehörigen eine „gedenkseite“ für ihn ins netz gestellt haben.

über einen anderen freund, der auch markus hiess, habe ich vor 12 jahren ohne den vollen namen ein paar erinnerungen aufgeschrieben, auch hier ging es mir eigentlich nicht darum, dass der text über markus namen auffindbar ist, sondern dass ich meine gedanken über ihn festhalten konnte.

bergfriedhof in aachen-kornelimünster — ohne nele’s grab
bergfriedhof in aachen-kornelimünster — ohne nele’s grab

seit ostern habe ich nochmal darüber nachgedacht; ich war im rheinland und wollte in aachen mal wieder neles grab besuchen. das grab war aber nicht mehr da, was mich ziemlich erschüttert hat, weil es immer der ort war, an dem ich am besten an nele (und ihre tochter malou) zurückdenken konnte. plötzlich ist dieser ort weg. wenn also in der fleischwelt kein ort mehr besteht, an dem ich (und andere) an nele denken können, oder an nele erinnert werden, warum nicht im netz, warum nicht (auch) bei mir? zumal — und das ging mir letzte woche auf — die googlebarkeit von gedenk-gedanken eben auch für andere nützlich sein können — so wie es friedhöfe sind.

auch wenn der anlass tieftraurig und erschütternd ist, hat mir letzte woche jemand, den ich nicht kannte, und der offenbar meine unzusammenhängenden gedanken und erinnerungen an markus gegoogelt hatte, eine email geschrieben:

Ich hab gelesen das Sie damals Markus Pöhlers bester Freund waren... ich habs auf Ihrer Seite gelesen.
Jetzt ist auch sein Sohn gestorben.
Der Junge der in Bonn tot geprügelt wurde.
Ich weiß nicht warum ich Ihnen das schreibe.
ich finde die geschichte unwahrscheinlich traurig.

auch hier habe ich wieder bedenken den (nach-) namen zu nennen, zumal die presse, die über den fall berichtet, den namen von markus sohn nicht nennt. ich nenn den namen jetzt für schlechtere googlebarkeit gar nicht und verlinke auch keine presseberichte zum tod von markus sohn, aber diese mail zeigt mir, dass es richtig war markus namen googelbar zu nennen. mein kleiner artikel über markus hilft nicht nur mir, markus in guter erinnerung zu behalten, sondern vielleicht auch anderen freunden, bekannten oder angehörigen, um ihr bild von markus zu vervollständigen oder sich zu erinnern.

das ganze ist wirklich unwahrscheinlich traurig und tragisch und mir tut der tod von markus sohn unendlich leid, obwohl ich ihn nicht kannte und bis jetzt auch nichts über sein leben wusste. ich habe mir letzte woche die facebookseite des sohnes angesehen und war erstaunt, wie ähnlich er seinem vater sah. es berührt mich sehr und beschämt mich gleichzeitig, dass ich so wenig über das leben meines alten freundes markus wusste. es bedrückt mich insbesondere, wie wenig ich mich darum bemühe, mehr über das leben der alten freunde zu erfahren, die noch leben. noch mehr bedrückt mich, dass ich diese gedanken bei jedem todesfall habe, aber in den seltensten fällen konsequenzen daraus ziehe und alte freunde einfach mal aufsuche.

vor ein paar jahren hatte ich eine ziemlich pragmatische idee, um mich dazu zu bringen, alte freunde wieder mal aufzusuchen, zu treffen und neu kennenzulernen: indem ich ein buch daraus mache, wie ich alte freunde besuche. ein paar alte freunde habe ich im rahmen dieses projektes besucht und das war im prinzip auch eine ziemlich gute idee. denn das tolle an alten freunden ist, dass man sie ja bereits kennt, sie aber über die jahre auch zu völlig neuen, anderen menschen gewachsen sind — und eben doch die alten bleiben. die qualitäten alter freunde nach vielen jahren des nicht-sehens wieder zu erkennen, ist sehr, sehr beeindruckend und faszinierend.

aber es ist auch schwer darüber zu schreiben, denn nicht jeder möchte ans licht einer (kleinen) öffentlichkeit gezogen werden. fiktionalisierung ist irgendwie auch nicht die lösung und ausgedachte, falsche namen fühlen sich für so ein projekt auch komisch an. die konsequenz ist, dass ich jetzt zwar ein paar alte freunde besucht habe und pläne für weitere besuche habe, aber nach wie vor kein konzept, wie ich das verarbeite — und ob ich das überhaupt will.

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was ich mir aber jetzt überlegt habe: ich will zumindest die gedenk-texte für meine verstorbenen alten freunde wieder googelbar machen. ich habe ein attribut zu meinem CMS hinzugefügt, mit dem ich einzelne texte, die älter als drei jahre sind, wieder durch suchmaschinen indexierbar machen kann. damit habe ich quasi meinen kleinen privatfriedhof (wieder) für die öffentlichkeit geöffnet und entnebelt. ausserdem habe ich meine „gedenktexte“ verschlagwortet, so dass man sie auch so findet.

und weil nele’s grab jetzt weg ist, zum gedenken an sie noch ein bild, dass ich vor etwa 28 jahren gemacht habe, als wir mit ein paar freunden ein wochenende an der niederländischen nordsee waren.

nele
nele