humorkritik

felix schwenzel, , in artikel    

es ist jetzt so weit, auch linke bezeichnen jetzt humor oder witze, die ihnen nicht gefallen, als fake-news:

abgesehen davon, dass ich konkret den humor dieser die-partei-aktion nicht teile und generell den humor der partei weder unterhaltsam noch wählbar finde, sollte man sich davor hüten satire ernst zu nehmen und zu politisieren.

das spiel treibt die titanic seit jahrzehnten erfolgreich mit selbstverliebten egozentrikern, politikern, bild-zeitungs-lesern: mal mit klugem, mal mit üblen witzen provozieren und darauf hoffen, dass die witze, die satire so gut sitzt, dass die ziele der humorattacke den witz ernst nehmen. dann nämlich gibt’s aufmerksamkeit und neuen satire-stoff, indem man die reaktionen wieder in die satire einarbeitet. insofern ist die vorgehensweise der titanic und der partei deckungsgleich (kein wunder, sie kommen ja aus dem gleichen stall): sie ernähren sich beide von aufmerksamkeit, die sie mit mehr oder weniger witzigen provokationen erzeugen.

dass diese strategie mittlerweile von politisch rechten, konservativen und nazis um ein vielfaches erfolgreicher angewandt wird (provokation, aufmerksamkeit, abgrenzung von den anderen, aktivierung der eigenen basis) ist bedauerlich, aber kein grund satire, titanic, AFD oder trump in einen topf zu werfen. der entscheidende unterschied ist nämlich, dass die rechten es ernst meinen und es entsprechend verdienen ernstgenommen zu werden, die satire-blatt oder satire-partei-macher aber nur darauf hoffen ernst genommen zu werden.

jetzt kann man natürlich noch einen schritt weitergehen und humor und unterhaltung (oder satire) in diesen schweren zeiten als gefährlich oder subversiv zu sehen. man könnte der meinung sein, dass es demokratieverwässernd sei, politische deppen auf die bühne zu zerren und sich über sie lustig zu machen (oder sie über sich selbst lustig machen zu lassen).

nachdem stephen colbert den ehemaligen pressesprecher von donald trump bei der emmy-verleihung auf der bühne die gelegenheit gab sich über sich selbst lustig zu machen und sich „melissa mccarthy“ nennen zu lassen und ich den schlussgag als witzig einstufte, fand der surfguard, dass das nicht witzig sei, weil es eine „Normalisierung und Ironisierung einer politischen Perversion“ sei.

macht humor das, normalisiert humor den schrecken, humanisiert humor despoten und ihre helfershelfer? sind satiriker die steigbügelhalter der neuen rechten? diesen eindruck kann man in der endphase des bundestagswahlkampfes durchaus bekommen, in der kluge menschen allen ernstes die existenz und die ernstnehmung der satire-partei die partei für ein erstarken der AFD verantwortlich machen (oder zumindest die potenziellen wähler der partei für mögliche mandatszuwächse der AFD im bundestag verantwortlich machen).

ich glaube — im fall der partei — dass das womöglich sogar stimmt. satire (humor) gewinnt, wenn sie es schafft den gegner dazu zu bringen die ridikülisierung ernst zu nehmen. das stärkt dann den zusammenhalt derjenigen, die den witz verstehen und der unterhaltungswert steigt, je humorbefreiter (ernster) die reaktionen sind. der witz an satire ist, dass die gegner sie ernst nehmen und das publikum, die eigentliche zielgruppe den witz (vermeintlich) versteht. kai diekmann finde ich doof, aber er hat das mit der satire letztendlich, nach ein paar fehlversuchen, verstanden. als sich die taz vor vielen, vielen jahren mal über seinen penis lustig machte, verlor dieckman zunächst. er nahm die satire erst und behandlete die wie „fake-news“: er klagte dagegegen. irgendwann merkte er, dass er doch noch gewinnen könnte, wenn er die klage zurückzieht und den witz zurückspielt — indem er selbst zum satiriker wurde. er entzauberte den witz, indem er ihn nicht mehr ernst nahm und so die eigentliche intention der taz, diekmann-hass, offenlegte. bevor sich diekmann selbst über seinen penis lustigmachte, wirkten diekmann-penis-witze witzig, danach verbissen.

die politik und das establishment reagieren momentan so wie dieckmann anfänglich auf die taz-satire reagierte: mit heiligem ernst und staatstragender wehleidigkeit. aus genau diesem grund funktioniert die partei (noch). sie funktioniert auch, weil viele wähler schwere humorstörungen haben und die partei (allen ernstes) als eine wählbare alternative (und nicht einen bierseligen männerwitz) wahrnehmen. viele nehmen die witze, die satire der partei so ernst, dass sie ihr nicht nur aufmerksamkeit schenken wollen, sondern sogar eine stimme bei der bundestagswahl.

der witz ist: wer die partei wählt (oder mit heiligem ernst bekämpft) ist das eigentliche ziel (und opfer) ihrer satire.

  • ix nutze ghostery, nicht ABP
  • spiegel-online meckert nur auf chrome über ghostery, auf safari nicht (und zeigt dort auch fleissig werbung)
  • die werbung auf spiegel-onlione ist so aggresiv, die überlagert sogar den ad-blockhinweis
  • spiegel-online verlangt die deaktivierung von do-not-track? srsly?
ad-blockerhinweis bei spiegel online (nur in chrome, nicht in safari)
die werbung auf spiegel-onlione ist so aggresiv, die überlagert sogar den ad-blockhinweis

wie fast alle mietwagenvermittler kunden an schwarze schafe vermitteln

felix schwenzel, , in artikel    

billiger-mietwagen.de spricht nicht mehr mit mir. nachdem @billigermietwag auf twitter zunächst recht redselig war, herrscht seit meinem blogartikel dazu absolute funkstille. meine letzte frage auf twitter, wie man denn jetzt den vermieter vor ort bei billiger-mietwagen.de bewerten könnte, blieb unbeantwortet und sogar mein super-sachlicher (keine ironie) artikel auf trustpilot blieb unbeantwortet und unverifiziert. auf trustpilot antwortet billiger-mietwagen.de eigentlich auf kritik von hinz und kunz.

eigentlich keine dumme strategie, vor allem wenn man bedenkt, dass die öffentlichen reaktionen von @billigermietwag ohnehin meist aus hinweisen auf AGB bestehen und betonen, dass man eigentlich für nichts verantwortlich ist und ohnehin nur vermittle. immerhin ist man immer für anregungen und feedback dankbar und gebe das auch gerne an die vermittelten vermittler oder anbieter weiter.

wo billiger-mietwagen.de mich allerdings überhaupt nicht ignoriert ist auf anderen webseiten. egal wo ich mit meinem handy hinsurfe — billiger mietwagen ist schon da. seit wochen meint billiger-mietwagen.de es sei eine gute idee, mir weiterhin die vermittlung von mietwagen in glasgow schmackhaft zu machen.

abgesehen davon, dass diese aufdringliche werbung völlig sinnlos und stumpf ist (ich fahre doch nicht kurz nachdem ich in schottland einen wagen gemietet habe, anschliessend gleich nochmal dahin), frage ich mich ernsthaft was mit der werbe- und marketingbranche los ist. diejenigen die werbung nach dem giesskannenprinzip und pseudogenauer, „programmatischer“ zielgruppenansprache schalten, können doch nicht ernsthaft an die effizienz dieser werbeform glauben? denjenigen, die diese werbung auf ihren seiten zulassen, dämmert es (möglicherweise) langsam, dass bei ihnen am wenigsten geld aus der werbekette hängen bleibt und dass sie ihren guten ruf riskieren, weil das missbrauchspotenzial dieser werbeformen riesig ist.

nach unserer schottlandreise hat sich mein zorn auf dem vermittler billiger-mietwagen.de entladen. weil ich mich darüber aufregte, dass man dort eine unseriös und im juristischen graubereich agierende autovermietung vermittelt, empfiehlt und deren PR-texte wiederkaut. PR-texte wiederkauen macht billiger-mietwagen.de gerne, aber deren AGB aufdröseln nicht. auszug aus der ode, die billiger-mietwagen.de auf green-motion singt:

Natürlich stehen Leihwagen mit geringem CO2-Ausstoß im Fokus des Unternehmens. Dieses kann seinen Kunden jedoch noch weitaus mehr bieten. Beispielsweise wird jedem Fahrer vor Beginn seiner Reise ein Müllbeutel zur Verfügung gestellt, in welchem er seinen gesamten Müll sammeln soll – der Beutel wird bei der Rückgabe des Fahrzeugs abgegeben, denn die einzelnen Stationen kümmern sich darum, den Müll richtig zu entsorgen.

das ist nicht nur peinliches PR-gewäsch, sondern (natürlich) auch unwahr: einen müllbeutel gabs bei greenmotion nicht.

ich textete damals: wie billiger-mietwagen.de kunden an schwarze schafe vermittelt

genauer müsste es eigentlich wie in der überschrift dieses artikels heissen: wie fast alle mietwagenvermittler kunden an schwarze schafe vermitteln

die praxis der mietwagenvermittler scheint mir, nachdem ich mich ein bisschen umgeschaut habe, bei allen gleich zu sein. ob die partner, an die man kunden vermittelt, seriös oder zuverlässig agieren ist egal. was zählt ist die vermittlung. fast alle portale bedienen sich dabei ausserdem methoden, die man von glücksspielanbietern und drückerkolonnen kennt: zeitdruck schaffen, unangenehmes ausblenden oder in textwüsten begraben, transparenz vorgaukeln, aber eigentlich unter allen umständen vermeiden.

selbst wenn ich mir mietwagenangebote für ende oktober ansehe, zeigen mir fast alle preisvergelichsdienste an, dass die guten angebote bestimmt bald weg seien oder das für meinen suchzeitraum und mietort gerade eine erhöhte mietaktivität bestehe.

der anbieter rentalcars.com, der auch den phantasievollen domainnamen billigermietwagen.world benutzt, obwohl er mit billiger-mietwagen.de nichts gemein hat, behauptet auf seiner startseite vollmundig: „Wir vergleichen nur die besten Autovermietungen“

unter den rentalcars.com-angeboten bei einer suche nach mietautos in schottland ist dann natürlich auch greenmotion, der anbieter mit dem nicht nur wir in schottland schlechte erfahrungen gesammelt haben, sondern auch sehr, sehr viele andere menschen im internet. immerhin werden die angebote von green motion ausgeblendet, wenn man nach vermieterbewertung „hervorragend“ oder „sehr gut“ filtert. unter der bewertung „gut“, taucht greenmotion dann aber doch wieder auf.

für rentalcars.com ist also „gut“ auch das „beste“.

wählt man ein angebot von greenmotion bei rentalcars.com aus, findet man keine hinweise auf die fragwürdigen AGB-bestimmungen von green motion. green motion nimmt sich beispielsweise das recht für die verarbeitung von strafzetteln um die 100 euro als bearbeitungsgebühr zu nehmen und bei fahrten auf die schottischen inseln per fähre eine sondergebühr von einmalig 120 britischen pfund und zusätzlich 20 pfund pro miettag, was bei unserer zweiwöchigen miete den mietpreis von knapp 200 euro auf 600 euro erhöhte.

diesen hinweis in den unverständlich und englisch formulierten AGB von greenmotion zu finden, überlässt rentalcars.com, wie billiger-mietwagen.de der umsicht des kunden (wobei der hinweis auf die bearbeitungsgebühren online gar nicht zu finden ist).

hinweise, auszüge oder gar übersetzungen dieser AGB habe ich aber ebenfalls bei diesen anbietern nicht gefunden, wenn sie einem mietwagen bei greenmotion empfehlen:

  • mietwagen24.de
  • verivox.de/mietwagen
  • check24.de/check24.net
  • happycar.de
  • expedia.de

bei den ersten beiden vermittlern wundert es nicht, denn die preisvergleiche sind beide mehr oder weniger von billiger-mietwagen.de, bei mietwagen24.de („ist eine Marke der Mietwagen24 mw GmbH Günstige Autovermietung & billiger Mietwagen“) ohne kundenbewertungen, bei verivox.de/mietwagen ist alles wie bei billiger-mietwagen.de, nur etwas anders präsentiert und eingefärbt.

[korrektur, siehe u.a. hier]

bei verivox.de/mietwagen wundert es nicht, denn bei denen sieht man mehr oder weniger das angebot von billiger-mietwagen.de, nur etwas anders präsentiert und eingefärbt. mietwagen24.de nennt sich „eine Marke der Mietwagen24 mw GmbH Günstige Autovermietung & billiger Mietwagen“, was nichts mit billiger-mietwagen.de zu tun hat, sondern wahrscheinlich nur ein firmenname mit suchmaschinenoptimierungspotenzial ist. kundenbewertungen gibt’s bei mietwagen24.de nicht, die angebote listen aber green-motion-mietwagen als „ausgezeichnete angebote“ ganz oben auf — genauso irreführend wie bei billiger-mietwagen.de.

check24.de weist immerhin darauf hin, dass der vermieter greenmotion mit der note 3,1 (befriedigend) bewertet wird und dass man die eigentlichen mietbedingungen dann erst vor ort erfährt:

Die aktuellen AGB von Green Motion: Erhalten Sie zusammen mit dem Mietvertrag beim Vermieter vor Ort.

bei happycar.de fehlt neben genaueren angaben zu den greenmotion-AGB eine bewertung und auch die ortsangabe des vermieters erschien mir hier missverständlich. man könnte wegen der unübersichtlichen kartendarstellung der suchergebnisse den eindruck haben, die greenmotion-station in glasgow befände sich auf dem flughafengelände.

expedia.de nennt seine greenmotion-angebote „toll“. hinweise auf mögliche schlechte kundenbewertungen von greenmotion gibt’s auch hier nicht, aber dafür viele kleine hinweise, dass man sich unbedingt beeilen möge („Für diesen Ort und Ihren Reisezeitraum rechnen wir mit einer hohen Nachfrage. Warten Sie nicht zu lange mit der Buchung.“, „28 Personen haben in den letzten 24 Stunden bei Expedia einen Mietwagen in GLA gebucht“). unklar ist bei wem genau man den mietwagen bucht. möglicherweise bucht man bei expedia ohne vermittler, bzw. veranstalter und hat am ende nur zwei vertragspartner, statt drei. aus den AGB wurde ich nicht schlau. andererseits fast schon vorbildlich: ein deutlicher hinweis im kleingeschriebenen, der auf mögliche probleme bei fährfahrten hinweist:

Die Erlaubnis für Grenzüberschreitungen mit Ihrem Mietwagen hängen von dem Land und ihrem Autovermieter ab. Sollten Sie während Ihrer Reise mit Ihrem Mietwagen in angrenzende Länder fahren oder auf andere benachbarte Inseln reisen, dann wenden Sie sich gern an unseren Kundenservice. Bitte setzen Sie sich spätestens 14 Tage vor Ihrer Abreise mit uns in Verbindung, denn wir müssen den lokalen Autovermieter kontaktieren. Grundsätzlich ist die Fahrzeugmitnahme auf einer Fähre nicht gestattet.

ein einziger mietwagen-preisvergleicher, idealo.de, hat sich die mühe gemacht seinen kunden die AGB von greenmotion vorab zum lesen anzubieten, wenn auch offensichtlich von google übersetzt:

Green Motion Fahrzeuge können nur auf dem britischen Festland eingesetzt werden. Die Erlaubnis zur Verwendung in Irland * oder Frankreich wird die folgenden Gebühren anziehen
Die Kosten werden als Standardmiete + 125 Zuschlag + 20 pro Teil Kalendertag berechnet.

(das ist wortwörtlich die google-übersetzung, bei der allerdings die pfund-zeichen verlorenen gegangen sind)

auch idealo.de zeigt keine hinweise auf die schlechten bewertungen von greenmotion und das vertragswirrwar scheint hier anders als bei anderen anbietern zu sein. man geht, wenn man sich bei idealo.de einen mietwagen von greenmotion vermitteln lässt, direkt einen vertrag mit CarTrawler aus irland ein, bekommt aber auch versicherungen von „INTER PARTNER ASSISTANCE SA, einem Mitglied der AXA Assistance Group, Avenue Louise 166, 1050 Brüssel, Belgien“ angeboten. in den AGB weist idealo ausdrücklich darauf hin, dass sie ausschliesslich ein preisvergleich seien und man bei ihnen nichts bestellen kann und keine serviceleistungen erwarten darf.

die einzigen anbieter bei denen ich zunächst keine angebote der firmen greenmotion und cardelmar gefunden habe, waren mietwagen-check.de und autoeurope.de.

einen tag später sieht das schon wieder anders aus. das günstigste angebot bei mietwagen-check.de ist eins von greenmotion, vermittelt über cardelmar. auch bei diesem cardelmar-angebot gibt’s keine hinweise auf probleme oder zusatzkosten bei fährfahrten auf die schottischen inseln und keine direkte einsicht in die greenmotion-AGB.

und bei autoeurope.de scheint eines der günstigeren angebote ebenfalls von greenmotion zu sein. das angebot ist ominös mit „lokaler vermieter“ gekennzeichnet. in den mietbedingungen steht dann zwar etwas von „interrent“, aber sowohl der flughafen-shuttle-hinweis, als auch die 90-meilen-pro-tag-begrenzung hört sich sehr nach greenmotion an.

* * *

nachdem wir uns nach unserer erfahrung mit greenmotion in glasgow und der erschreckenden lektüre von kundenbewertungen und -erfahrungen massiv gewundert haben, wie ein seriös erscheinender anbieter oder preisvergleicher wie billiger-mietwagen.de mit solchen schwarzen schafen zusammenarbeitet oder die hemmungslos („guter vermieter“) empfiehlt, zeigt sich bei genauerem hinsehen: das machen so gut wie alle preisvergleicher und autovermietungsvermittler.

alle vermitteln auch an vermieter mit extrem schlechten leumund und schämen sich nicht die wärmstens zu empfehlen. nur ein einziger anbieter (expedia.de) weist überhaupt im kleingeschriebenen deutlich darauf hin, dass es bei einer miete fährfahrten problematisch sein könnten, nur ein anbieter hält die AGB von greenmotion überhaupt selbst vor, ohne zu erwarten, dass der kunde sich die selbst raussucht oder die AGB erst bei der autoübernahme zu gesicht bekommt.

mir ist schon klar, dass die situation in die wir auch selbstverschuldet (weil naiv) in glasgow geraten sind, ein einzelfall ist und die meisten vermittlungen der preisvergleicher auch für den kunden gut und kostengünstig ausgehen. aber nachdem ich mich jetzt nachträglich ein bisschen in diesen einzelfall (greenmotion) eingelesen habe und rumrecherchiert habe, bin ich doch erschüttert wie egal sämtlichen preisvergleichsportalen das kundenwohl ist, wie spärlich und subtil warnungen, wenn überhaupt, angebracht werden und wie unvollständig die informationen sind, die die preisvergleicher ihren kunden zur verfügung stellen.

die konsequenz die ich aus diesen erfahrungen und vergleichen ziehe ist, dass ich provisionsbasierten preisvergelichern und vermittlern jetzt noch weniger traue und sie alle künftig konsequent als unseriös wahrnehme. einen kleinen bonuspunkt hat expedia.de gewonnen, einerseits durch einen zwar versteckten, aber doch recht deutlichen hinweis in den mietbedingungen, andererseits durch eine erfahrung vor ein paar jahren, als sich bei einem buchungsproblem ein wirklich guter kundenzufriedenheitsmanager von expedia eingeschaltet hat, um eine verfahrene situation zu unserer zufriedenheit zu lösen. autoeurope.de gebe ich den benefit of the doubt, einerseits weil ich mindestens einmal eine relativ positive erfahrung mit einer buchung dort hatte und weil ich eine persönliche empfehlung für den laden bekommen habe.

ansonsten, tl;dr: vorsicht beim buchen von mietwagen und ganz besondere vorsicht bei der nutzung von vergleichsportalen. vergleichsportale charakterisiert man wohl am besten mit dem hinweis darauf, dass sie nicht den verbraucher als kunden sehen, sondern die vermittler und vermieter, von deren provisionen sie sich finanzieren.

LED uhr mit homie und mqtt

felix schwenzel, , in artikel    

vor kurzem habe ich mir bei amazon diesen LED-bildschirm für 12 euro gekauft um mal zu schauen, was man damit machen kann.

nach einem abend googeln und frickeln, zeigte sich: ich kann damit die uhrzeit anzeigen und nachrichten dadrauf schicken.

* * *

ich wollte den bildschirm unbedingt per mqtt ansteuern. mqtt deshalb, weil ich den bildschirm damit einfach, manuell oder automatisch vom homeassistant aus beschicken könnte. viele beispielsketche die den anschluss des displays an einen arduino-kompatiblen controller demonstrieren sollen, machen das per http-server-interface oder eine eingabemaske die auf dem arduino oder nodemcu laufen. einen funktionierenden sketch der per mqtt steuerbar ist, habe ich dann hier gefunden.

den zum laufen zu bringen war aus mehreren gründen nicht ganz einfach. einerseits hat der sketch sehr viele abhängigkeiten, also bibliotheken die er benutzt. einerseits eine bibliothek um den display anzusteuern, eine um die animationen zu steuern und schliesslich eine software die sich im die mqtt-kommunikation kümmert. in diesem fall hat sich der autor für homie entschieden, eine software um die ich bisher einen bogen gemacht habe, weil die lernkurve mir ein bisschen zu hoch war.

grundsätzlich sind bibliotheken wie homie eine super sache. statt in einen arduino-sketch die mqtt-kommunikation und den hardwaresetup selbst umzusetzen, kümmern sich solche bibliotheken um alle grundeinstellungen und die grundkonfiguration. bisher habe ich als grundlage immer gerne esp easy benutzt. das ist wirklich idiotensicher und steuert mittlerweile 80% meiner elektronischen heinzelmännchen in der wohnung (für alle selbstgebauten sensoren und aktoren).

aber weil ich nur diesen einen sketch gefunden hatte, musste ich mich dann wohl mit homie auseinandersetzen. nachdem alle abhängigkeiten installiert waren (manche wollte der arduino-IDE-manager nicht installieren und ich musste sie direkt aus github holen), flutschte der sketch auf den esp8266. nach einem neustart wie üblich mit dem hotspot des esp8266 verbinden und oh schreck, anders als esp easy hat homie gar kein idiotensicheres webfrontend zur konfiguration. homie möchte eine json-konfigurationsdatei per curl gefüttert bekommen. das ist zwar hier erklärt, aber, naja, eben nicht trivial.

mit

curl -X PUT http://192.168.123.1/config --header "Content-Type: application/json" -d @config.json

hab ich die datei dann auf den esp bekommen.

das nächste problem war dann: der display zeigte lediglich hieroglyphen an. ich musste einige zeit googlen, bis ich herausfand, dass ich in der eingebundenen MD_MAX72XX-bibliothek, in der datei MD_MAX72xx.h mein display-modul konfigurieren musste. das teil das ich gekauft habe ist ein FC16-modul, also musste ich

#define	USE_FC16_HW	1

definieren. damit konnte das modul dann ordentlich angesteuert werden.

* * *

was mir an dem vorlage-sketch fehlte war aber noch folgendes: ich wollte nicht nur lauftext anzeigen können, sondern auch feststehende buchstaben, auch wenn nicht viel mehr als 5 buchstaben auf das display passen. ausserdem wollte ich das display auch ausschalten können und auf anregung von thomas prauss auch die helligkeit regeln. den sketch der bei meinen bemühungen rausgekommen ist, habe ich als gist hier hingestellt.

das display lässt sich dann über den mqtt-publish-service in home-assistant mit nachrichten beschicken, aus automationen heraus oder, zum beispiel, mit einem telegram-bot. ausserdem lässt es sich als mqtt-switch oder mqtt-light einbinden, die home-assistant-konfiguration steht auch im gist.

mqtt-nachrichten an das topic devices/led-matrix/text/on/set zeigen den payload als laufschrift an, nachrichten an devices/led-matrix/print/on/set, zeigen den text für ein paar sekunden zentriert auf dem display an.

* * *

was der sketch in der jetztigen form nicht kann: umlaute oder sonderzeichen oder gar emojis darstellen. wie das geht, ist irgendwo in der MD-parola-dokumentation oder den beispielen dort zu finden, aber das ist eine aufgabe für einen anderen tag.

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LED uhr mit homie und mqtt

montiert habe ich das ganze hinter ein (frühes) bild vom kind. die LED scheinen auch durch die leinwand mit dunkler farbe durch — wenn sie voll aufgedreht sind.