pax plus

felix schwenzel, , in wirres.net    

vor ein paar jahren haben wir einen pax-kleiderschrank für unser schlafzimmer gekauft. unsere räume sind etwas über drei meter hoch und der pax nur knapp zwei meter vierzig. um mehr stauraum zu haben, wollten wir den schrank nach oben erweitern. solche aufsätze gabs wohl mal von ikea, zumindest auf ebay hatte ich ein paar solcher schränke mal gesehen. aufs selber machen hatte ich keine lust, nicht nur weil ich keine plattensäge, nut-fräse, topf-bohrer hatte, sondern vor allem weil ich keine geduld hatte mir im baumarkt platten zuschneiden zu lassen, an den richtigen stellen löcher zu bohren und kunststoffkanten mit einem bügeleisen anzuleimen.

im internet gibt es ein paar anbieter bei denen man sich schränke massschneidern lassen kann. deinschrank.de, meine-moebelmanufaktur.de, schrankwerk.de, schrankplaner.de. schrankplaner und dein schrank boten keine schränke ohne sockel an (oder ich hab die option nicht gefunden). meine möbelmanufaktur war etwas günstiger als schrankwerk, also entscheiden wir uns, den aufsatzschrank testweise dort zu bestellen — auch wenn die investition, ca. 860 euro in etwa mit dem anschaffungspreis der paxschränke drunter vergleichbar war. ausschlaggebend war auch, dass die möbelmanufaktur kostenlose materialproben verschickt, die zwar nur so mittel aussagekräftig sind, aber promt verschickt wurden.

pax vorher

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die planungswerkzeuge, also die webapps, mit denen man den schrank konfiguriert, sind im gegenteil zu einer handzeichnung ziemlich komfortabel, haben aber in sachen bedienungsfreundlichkeit durchaus noch luft nach oben. der online-planer von der möbelmanufaktur war ok, aber auch nicht 100 prozent überzeugend. immerhin kann man (offenbar) seine entwürfe dauerhaft dort speichern, das ist unserer. die aufteilung der einzelnen elemente erfordert immer noch einiges an rechnerei und aufregend war das auch irgendwie. was wenn ich mich vertan habe? hab ich wirklich alles bedacht?

nach dem die bestellung abgeschickt ist, dauert es ein paar tage und man bekommt eine konstruktionszeichnung des schranks zugeschickt, die man nochmal freigeben muss, bevor der schrank in produktion geht. am 23. januar ging der schrank in produktion und am 14. februar schrieb die möbelmanufaktur:

Ihre Maßmöbel wurden an unseren Logistikpartner (DHL) übergeben. Die Lieferung erfolgt in der Regel in den nächsten 3- 5 Werktagen.
Anbei erhalten Sie die Rechnung Ihrer Bestellung als PDF.

Vor der Lieferung stimmt unser Logistikpartner den Liefertermin mit Ihnen ab, dies geschieht üblicherweise telefonisch in Einzelfällen auch schriftlich. Ihre Sendung wird per 2-Mann-Handling geliefert, d.h. die Pakete werden direkt in die Wohnung getragen, auch in den 4. Stock.

das erstaunliche an dieser aussage: sie stimmte vorne und hinten! freitag rief ein sehr freundlicher disponent von dhl an, fragte ob ein lieferfenster am montag zwischen 7 und 11 uhr in ordnung sei und um 10 standen zwei männer mit unseren paketen vor der tür. die pakete waren ordentlich schwer, ordentlich verpackt und obwohl ein paket beim umdrehen gleich aufplatzte, kamen alle teile unversehrt bei uns an.

pakete von meine-moebelmanufaktur.de

am montag abend fing ich an das teil zusammenzubauen. ich baue möbel, auch von ikea, wirklich gerne zusammen, auch wenn ich dabei ziemlich schnell anfange zu schwitzen und danach meistens tierischen muskelkater habe. vor allem baue ich schränke gerne alleine auf, auch wenn die ikea-aufbauanleitungen meist ausdrücklich davor warnen. ausserdem diktiert mir meine arroganz, die anleitungen lediglich zu überfliegen, statt sie sorgfältig zu studieren. oft rächt sich das und ich komme noch mehr ins schwitzen.

in meiner (schreiner-) ausbildung habe ich die erste regel der möbelmontage gelernt. sie lautet: ausrichten. wenn der schrank nicht 100% gerade steht, kann man das später nicht mehr — oder kaum — korrigieren. wegen unseres leicht abschüssigen dielenboden hängt unser pax auf der einen seite auch ziemlich in der luft, so weit, dass die stellfüsse im pax-sockel nicht mehr ganz ausreichten.

pax einigermassen ausgerichtet

weil das ausrichten so wichtig ist, habe ich die ausrichtung unseren bestehenden pax als erstes nochmal ein bisschen korrigiert. der rest der montage war eigentlich wie bei ikea: die schrankseiten und deckel werden mit stiften, dübeln und excenterschrauben verbunden, rückwand rein, türen dran, fertig. eigentlich.

in der praxis wars dann doch ein bisschen komplizierter, weil ich mich (doch) bei der planung ein bisschen vertan hatte und ich zwei zwischenwände falschrum montiert hatte, was wegen der (leicht) asymetrischen lochbohrung doof war. so hingen die türen an zwei zwischenwänden 5 mm zu hoch. das musste ich nach dem zusammenbau nochmal ändern und den halben schrank wieder demontieren.

die ersten beiden teile des neuen (aufsatz-) schranks

der planungsfehler war, dass der schrank eine seitenwand in der mitte eines ein-meter-pax gehabt hätte und so sein gewicht und seine füllung auf einer (knapp) 19 mm dicken spanplatte abgetragen hätte und nicht über eine pax-seitenwand. das liess ich aber korrigieren, indem ich den schmalen schrankteil, der für die mitte geplant war, einfach an den anfang versetzte.

der korpus steht

die mitgelieferten türbänder waren ordentlich (von blum), witzigerweise die selbe marke die in ikea-küchen verbaut wird, zumindest als wir unsere ikea-küche gekauft haben. ein bissche aufgeregt habe ich mich, dass die bänder keine schliessfeder hatten, also nicht automatisch zufielen. ich wurde schon ein bisschen pampig, bis ich bemerkte, dass die drucköffner kleine magneten hatten, mit denen sie die türen zuhielten. das gefiel mir nach der montage tatsächlich besser als die ikea-besta lösung, wo die türen (gedämpft) zugezogen werden, dann aber auf den gefederten drucköffnern hin und her springen.

der neuen (aufsatz-) schrank, fertig montiert

bis auf eine ausnahme sind ich und die beifahrerin super zufrieden mit dem schrank. das plattenmaterial ist einen hauch dicker als die platten des pax schranks (die scheinen eher 17 millimeter statt 19 zu sein), der schrank passte an allen ecken und kanten gut zusammen, die länge und tiefe stimmt auf den millimeter, die türen liessen sich super einfach montieren (und ausrichten) und der schrank sieht gut aus. bis auf die türen, die zugegebenermassen die günstigsten waren (spanplatte weiss mit kunststoff umleimer): die verarbeitung der tür-kanten ist aber leider eher so mittel (beim korpus gabs keinen grund zur klage).

kantenverarbetung der türen — naja

dass der heisskleber beim kantenaufleimen etwas rausquillt ist normal, aber mit einem scharfen stecheisen, kann man das in der regel einfach säubern. bei einem schrank für knapp 900 euro, kann man meiner meinung nach auch bei den günstigeren türen, etwas mehr erwarten. lackierte türen hätten etwa 250 euro aufpreis gekostet, aber das war es uns dann für einen schrank der in zwei meter vierzig höhe sitzt uns eher selten betrachtet wird nicht wert.

im wohnzimmer wollen wir demnächst eventuell einen lagerschrank für die bilder der beifahrerin bauen und nach diesem testlauf mit meine-moebelmanufaktur.de ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir den auch wieder dort bestellen.

dark, verdichtung, kopftisch, maschinenempathie

felix schwenzel, , in notiert    

dark abgeschaltet nach 13 minuten und 24 sekunden, nach der ersten dramaturgischen zeitlupe. filme oder serien die zeitlupe zur dramatisierung einer szene benutzen kann man in 90 prozent der fälle vergessen. der einzige filmemacher dem ich zeitlupen verzeihe ist peter sellers, wenn er sich mit kato als clouseau prügelt.

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beim spazieren gehen drüber nachgedacht, warum ich bestimmte kolumnen nicht mag, bzw. andere sehr gerne. es lässt sich wohl darauf runterbrechen, dass ich in geschriebenen texten kein gelaber mag, auch wenn ich selbst fleissig solche texte ins internet schreibe. labern ist natürlich nicht ganz das passende wort, aber ich glaube was es beschreibt ist vor allem fehlende dichte. texte die ich mag sollten verdichtet sein — oder runtergekocht aufs wesentliche. wahrscheinlich ist das auch der grund, warum dichtung anspruchsvolles schreiben bezeichnet. das gegenteil eines gedichteten textes wäre demnach ein geblähter text. bei blähkunst wird es dann andererseits auch wieder interessant.

beim weiterlaufen fiel mir dann ein, dass constantin seibt auch schonmal, unendlich elegant, in diese kerbe geschlagen hat, als er folgendes schrob:

Das Konzept von komprimierter Zeit ist auch das der Grund, warum Leute gern lesen: Sie machen ein blendendes Geschäft. In einer Minute haben sie eine Stunde fremde Denkarbeit oder mehr gewonnen.

ich kann es selbst nicht glauben, aber um den absatz oben zu schreiben, habe ich auch fast eine halbe stunde nachgedacht.

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ich bin so eine art 1password für grosse teile meiner verwandschaft. wenn ich mir deren passworte nicht merke und notiere, hätten viele amerikanische plattformen sehr viel weniger user engagement. und ich würde sehr viel weniger mit meiner verwandschaft telefonieren.

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ich mag newsletter, immerhin ist diese website mehr oder weniger aus einem newsletter entstanden, den ich um die jahrtausendwende regelmässig und ohne double opt-in verschickte. ich lese den checkpoint nach wie vor mittelregelmässig (sonst wandert morgens so gut wie alles in den mülleimer). was ich aber erschütternd finde: die inhalte sind später im netz nicht mehr aufzufinden (ausnahmen bestätigen die regel). man kann die texte natürlich kopieren und weiterschicken — oder wie ich, kopieren und ins notizzettelprogram einfügen. das habe ich mit einem abschnitt aus dem checkpoint (von lorenz maroldt) vom 1. februar gemacht und eben nochmal danach gegoogelt: nichts gefunden.

weil mir der abschnitt wirklich gut gefiel und ich finde, dass hinweise auf die bigotterie und heuchlerei grosser teile des springer-verlags einfach gut zu googlen sein müssen, habe ich den abschnitt jetzt hierhin kopiert:

Starke Prosa. Der Checkpoint fand die Fassadenstürmerei der Hochschule gegen „Alleen/Alleen und Blumen/Blumen/Blumen und Frauen/Alleen/Alleen und Frauen/Alleen und Blumen und Frauen und/ein Bewunderer“ ja dagegen eher ein bisschen albern und dichtete deshalb, stets die sich ereifernden, tilgungsbereiten Gremien vor Augen, einen konstruktiven Kompromissvorschlag - Sie erinnern sich vielleicht:
 
Köpfe
Köpfe und Bretter
Bretter
Bretter und Nägel
Köpfe
Köpfe und Nägel
Köpfe und Bretter und Nägel und
eine Schraube (locker)

 
Tatsächlich kam das Gedicht ganz gut an – so gut sogar, dass einige Checkpoint-Lyrik-Fans es im Online-Forum der „Welt“ posteten, wo es wiederum viel Zustimmung und neue Freunde fand. Doch plötzlich, kaum zu fassen - war es weg. Einfach verschwunden! Ausgelöscht, ja: ausgemerzt von der Sprachpolizei einer kleinen Minderheit von Tugendterroristen, euphemistisch „Community Management“ genannt. Und wie der Asta der ASH hat auch das CM der Welt eine Begründung aus dem Setzbaukasten der Kunstfreiheitsgegner per Mail einer nachfragenden Leserin übersandt: „Ihr Kommentar wurde nicht veröffentlicht, da er gegen unsere Nutzungsregeln verstößt: Bitte bleiben Sie sachlich im Ton.“ Tja, so weit sind wir jetzt schon gekommen: Bretter, Nägel, Schrauben – nichts darf man mehr sagen. Aber einen Versuch haben wir noch, ok? Wie wäre es damit: „Kopf. Tisch.“ Besser? 

 
 

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vor ein paar wochen bin ich zu fuss vom wedding in den tiergarten gegangen, zum trödelmarkt. auf dem weg dahin habe ich dreimal einen mit neon-sportklamotten und man-bun ausgestatteten jogger überholt. einmal, als er sich in einem hauseingang warm machte, streckte oder autogen vorbereitete. irgendwann rannte er an mir vorbei, hielt 50 meter weiter aber wieder an, um irgendwas an seiner apple-watch und seinem an den oberarm geschnallten iphone einzustellen. ich erkannte: am oberarm lässt sich ein iphone nicht sonderlich gut bedienen.

danach lief (im sinne von gehen) ich ein bis zwei kilometer weiter, bis er (endlich) wieder an mir vorbeirauschte. nach 50 metern blieb er erneut stehen, sah ziemlich angestrengt und leidend aus, stützte sich auf seine knie und keuchte. als ich mich kurze zeit später umschaute, lief er zurück auf los.

* * *

apropos apple-watch. ende dezember habe ich mir so eine gegen grosse widerstände gekauft. weil ich armbanduhren grundsätzlich scheisse unnütz und verunstaltend finde, habe ich mir lange verboten sowas zu kaufen. vor allem zu einem solchen preis. irgendwann konnte ich aber meinen widerstand brechen, weil die uhr nicht nur die uhrzeit anzeigt, sondern auch zählen kann. schritte, herzschläge, gelaufene kilometer und … nee, das wars schon.

das hauptargument war aber stille. mehr noch als armbanduhren hasse ich klingeltöne und vibrierende handys. die vibration in meiner brusttasche hat mich immer in den wahnsinn getrieben, weil ich nie unterscheiden konnte ob das nun ein phantomvibrieren oder ein anruf war. meine zwei jahre gut funktionierende lösung war blitzen. wenn ich eine nachricht bekam oder jemand anrief, blitzte mein telefon in meiner jacket-brusttasche. das hat erstaunlich gut funktioniert, die beifahrerin musste mich nie öfter als einmal pro woche anschreien, warum ich denn nicht ans telefon ginge.

mit der apple watch pochen nachrichten und anrufe auf meinen arm. ich habe zwar 80% aller benachrichtigungen abgeschaltet, aber die die ich haben möchte klopfen jetzt — bisher völlig ohne phantomklopfen.

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für meine t3n-kolumne habe ich mir folgende überschrift notiert, aber leider nicht die passende kolumne dazu geschrieben. muss ich irgendwann mal machen.

maschinenempathie ist die neue sozialkompetenz

das fernseh-lagerfeuer ist zwar zeitverschoben, wird immer trotzdem immer grösser; das war auch mein abendprogram (und von ein paar millionen anderen):

So: [The Cloverfield Paradox] itself may not be great. (I haven’t seen it yet; I watched “Star Trek: Discovery” and another episode of “Altered Carbon” last night instead.) And the deal seems to …

sixcolors.com/link/2018/02/netflix-announces-releases-cloverfield-paradox/

CO₂-sensor und -indikator

felix schwenzel, , in artikel    

vor ein paar wochen las ich hier, dass der MH-Z19 CO₂-sensor ganz zuverlässig arbeite. vorher hatte ich von gas-sensoren gehört, die heizspulen haben und beim aufwärmen komisch riechen. der MHZ-19 misst mit laserlicht, kostet dafür aber ein bisschen mehr. bei aliexpres ca. 15 euro. letzte woche kamen die beiden sensoren an, die ich dort gekauft habe.

ich wollte gerne einen sensor haben, der seine daten in meinen wohnungscontroller schreibt und loggt, die messdaten aber auch visualisiert, am besten mit einer LED-anzeige. vor allem sollte das ding aber auch alleine funktionieren, also ohne wlan und ohne mqtt-verbindung seine werte anzeigen. mit den lösungen die ich zuhause einsetze, fürchtete ich, könnte das problematisch sein. viele meiner sensoren basieren auf esp-easy, was in der regel wirklich einfach einzurichten und zu verwalten ist, aber eben auf einer wlan und mqtt-verbindung basiert. ohne wlan oder verbindung zum mqtt-server streiken die esp-easys. bei homie, auf dessen basis ich auch ein paar sensoren und aktoren betreibe, gibt’s wohl technische möglichkeiten für einen verbindungs-losen betrieb, aber das schien mir zu kompliziert.

weil ich seit ein paar monaten erfolgreich und befriedigend mit der mysensors-plattform experimentiere, hab ich mich entschieden die CO₂-sensoren als mysensors zu bauen. das konzept von mysensors zu verstehen fiel mir anfangs etwas schwer, weil sich auf der website ein wildes durcheinander findet, von how-tos, bastelanleitungen, forumsbeiträgen und hardware-bauvorschlägen, -werbung, -showcases. irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass die leute die die software-bibliothek schreiben und pflegen, eben auch die openhardware.io-plattform betreiben und dass dort, eben deshalb, auch besonders viele leute ihre mysensor-projekte vorstellen (und zum teil verkaufen).

seitdem ich einen funktionierenden mysensors-gateway an den homeassistant angeschlossen habe, ist das hinzufügen (und bauen) von sensoren (und aktoren) auch wirklich einfach.

den MH-Z19 habe ich an einen arduino nano (ca. 2,50 euro/stück) angeschlossen und an den nano eine NRF24L01 sender/empfänger. im prinzip wars das schon, einen arduino-sketch habe ich hier gefunden.

leider war das noch ein bisschen fummelei, bzw. debugging. der MH-Z19 kommuniziert über eine serielle schnittstelle mit dem arduino und sendet auf anfrage eine sequenz von 9 byte. die beiden ersten zeigen den status an, die folgenden beiden den gemessenen CO₂-gehalt in ppm und das fünfte byte die temepratur. der arduino sketch erwartet in etwa diese sequenz:

0xFF 0x86 0x3 0x95 0x42 0x0 0x0 0x0 0xa0

der arduino las aber für die ersten beiden und manchmal auch das dritte byte folgendes aus:

0xFFFFFFFF 0xFFFFFF86 0x3 0xFFFFFF95 0x42 0x0 0x0 0x0 0xFFFFFFA0

theoretisch könnte man hier die hex-werte in strings umwandeln, die FFFFFF-sequenz wegkürzen und wieder zurück in einen integer oder den ursprünglichen zahlenwert umrechnen. das ist in c+ aber leider (für mich zumindest) furchtbar kompliziert. nach einer weile bemerkte ich: der sketch wandelt die falschen hex-werte auch in zahlen um, allerdings negative. in diesem beispiel byte 3 (0x3) in 3 und 0xffffff95 in -107. 0x95 ist im dezimalsystem eine 149. 149 + 107 = 256, die differenz betrug immer 256, wenn die messwerte mit vorangestelltem FFFFFF ausgelesen wurden. damit war die korrektur einfach: wenn eine negativ dezimalzahl rauskommt, addiere 256. mit diesem hack kamen die messwerte dann stabil raus, vorher gabs schwankungen um 256 ppm. das problem tritt bei beiden MH-Z19 auf, wahrscheinlich liegts am zusammenspiel des arduino mit den sensor und der softserial bibliothek. ist mir aber egal, läuft ja. mein angpasster sketch liegt hier: gist.github.com/diplix/9b…

die messwerte die der sensor ausspuckt sind ziemlich flott, die anwesenheit eine sauerstoff-atmers ist mit 1-2 minuten verzögerung deutchlich messbar. auf diesem bild sieht man deutlich, dass ich gegen ein uhr ins bett gegangen bin und das bett gegen halb sieben wieder verlassen habe. die offene tür sorgt für einen rapiden abfall des CO₂-gehalts, der sich allerdings nach ein paar minuten fängt und abflacht. um viertel nach neun sieht man deutlich, dass in beiden zimmern für 10 minuten gelüftet wurde.

messdaten von zwei MH-Z19

einen der beiden sensoren habe ich mit zwei LEDs ausgestattet, die grüne LED leuchtet bis ca. 1500 ppm, ab 1000 ppm schaltet sich die rote LED dazu. damit erkennt man, dass bei 1000 ppm die luft noch in ordnung ist und es so ab 1500 eigentlich zeit wird zu lüften. die LEDs lassen sich auch per mysensor-funk abschalten und der trick, um den sensor auch ohne mysensors-netzwerk funktionieren zu lassen, ohne durch wiederholte verbindungsversuche blockiert zu werden, ist diese zeile:

#define MY_TRANSPORT_WAIT_READY_MS 3000

bei amazon habe ich für einen der sensoren, auf gut glück, eine dose gekauft, in die zufällig alles, inklusive kabellage, reinpasst.

ein MH-Z19, ein arduino nano, ein NRF24L01 funkmodul, zwei LEDs und einige kabel in einer dose

der andere sensor macht es sich derweil in einem plastikbecher gemütlich.

ein MH-Z19, ein arduino nano, ein NRF24L01 funkmodul, zwei LEDs und einige kabel in einem becher

* * *

gekostet hat mich jeder der beiden sensoren ungefähr 20 euro.

  • MH-Z19: 15,00 €
  • NRF24L01 sender: 1,20 €
  • arduino: 2,50 €
  • dose: 1,76 €
  • schrumpfschlauch und LEDs lagen hier noch rum

kommerzielle alternativen, wie der Elgato Eve Room oder der Netatmo Healthy Home Coach, kosten 70 bis 100 euro, können dafür aber auch flüchtige organische verbindungen (VOC, sprich, zum beispiel, darmgase) messen. sensoren dafür gibt’s auch einige, MP901, GM502B oder der BME680 jeweils für ca. 15 euro oder, auch vielversprechend, aber sackteuer, der iAQ-core C.

mir genügt erstmal der MH-Z19 und ich bin gespannt was er misst, wenn ich ihn mal in den besprechungsraum auf der arbeit mitnehme.

currywurst mit pommes (und salat)

felix schwenzel, in gekocht    

pommes selbermachen ist ne ziemliche schweinerei ohne friteuse. ich vermute, mit friteuse aber auch. trotzdem habe ich das in den letzten wochen zweimal gemacht, zuletzt heute abend. kartoffeln schälen, raspeln, 3-4 minuten vorfrittieren, abtropfen und ein bisschen auskühlen lassen, später nochmal 3-5 minuten ausfrittieren. das ergebnis ist furchtbar lecker, aber nicht ganz knusprig. was an den temperaturen oder der frittierlänge liegen kann. heute gabs dazu eine selbstgemachte currysauce auf zwiebel, ingwer und chili basis mit viel dosentomaten nach tim mäzers rezept. die war ein bisschen salzarm, aber auch furchtbar lecker.

die würstchen waren von aldi und angeblich „original berliner“ currywürste. wir hatten je eine mit darm und eine ohne. ich kann mich nicht entscheiden was ich lieber mag, die beifahrerin ist eindeutig darmfan.

mein vorschlag für einen vortrag auf der republica 2018

felix schwenzel, in notiert    

ich denke einmal im jehr gerne etwas intensiver nach und bereite deshalb (fast) jedes jahr gerne in wochenlanger arbeit einen vortrag für die republica vor. vor dem vortrag, zur bewerbungszeit, im januar, denke ich auch über den vortrag, bzw. das thema nach, aber lange nicht so intensiv, wie bei der konkreten ausarbeitung. dieses jahr merkt man das leider meinem bewerbungstext an. aber ich glaube das thema, menschliche autonomie und das stetige individuelle und kollektive antreiben durch fragen und in frage stellen, passt zur republica und interessiert mich. ich hoffe das interesse am thema ist nicht nur bei mir vorhanden.

das ist der bewerbungstext, den ich eben abgegeben habe:

42. warum wir nach fragen, nicht nur nach antworten suchen müssen

wo steht der mensch, wie kann er sich zwischen kontrollverlust, allherrschenden digitalen megakonzernen, autonomen maschinen, mächtigen algorithmen als selbststämdig denkender und agierender mensch positionieren und behaupten? oder befreit und die digitale revolution bereits — und wir merken es wegen lauter griesgram und wut gar nicht?

vor knapp zwanzig jahren hatte ich das gefühl, die wichtigste frage der menscheit gefunden zu haben. sie lautet: „was willst du eigentlich?“

mich interessierte, wie verschiedenen menschen diese frage beantworten würden und stellte sie (für mehrere jahre) ins internet. leider waren damals noch nicht besonders viele menschen im internet, weshalb die zwei antworten darauf eher unbefriedigend waren und ich sie mir auch nicht gemerkt habe.

in der rückschau muss ich zugeben, dass die frage, ganz ohne kontext und einordnung, auch eher bescheuert und eventuell sogar ein bisschen aggressiv wirkt, jedenfalls nicht, wie die die wichtigste frage der menscheit. in meinem vortrag möchte ich den damals fehlenden kontext nachliefern und erklären, was ich mit der frage erreichen wollte und warum ich sie nach wie vor, ganz besonders heute, für wichtig halte.

das problem ist nämlich, in aller kürze, dass es einige menschen gibt die diese frage für sich beantwortet haben und bei der arbeit an der antwort so viel macht und einfluss gewonnen haben, dass sie unsere eigene fähigkeit nach antworten (und fragen) zu suchen massiv beeinflussen. um nur eins von vielen beispielen herauszugreifen; mark zuckerberg hat die frage beantwortet mit: „alle menschen der welt miteinander verbinden“. die frage ist aber nicht nur: wollen wir das auch? sondern: welche anderen antworten gibt es, was wollen wir (eigentlich), welche neuen fragen ergeben sich aus zuckerbergs antwort?

ich glaube, plakativ gesagt, dass wir nicht nur über privatsphäre, den schutz von daten oder vor überwachung nachdenken sollten, sondern vermehrt über unsere (individuelle) vorstellung von zukunft und die (digitale) gestaltung unseres lebens, individuell und kollektiv. statt lediglich in autonome apparate (fahrzeuge, plattformen) forschung und geld zu investieren, sollten wir unsere eigene, persönliche und kollektive vorstellung von autonomie erforschen, in utopien giessen und immer wieder (in) frage(n) stellen. 

genau diese haltung ist es, die ich an vielen dystopien nicht mag. einerseits weil das nicht die einzige möglichkeit ist, die weltläufte zu interpretieren, aber auch, weil diese weltsicht bereits mindestens 20.000 jahre alt ist, also keine einmalige (neue) herausforderung ist.

black mirror, nerdcore

felix schwenzel, , in artikel    

ich mag black mirror nicht. mir missfällt das sadistische element, dass in jeder einzelnen folge den protagonisten, den menschen, der menschheit angedichtet wird. jede einzelne episode folgt diesem rezept, indem sie mindestens einen protagonisten zeigt, der vergnügen daran findet, andere menschen zu quälen, zu entwürdigen, zu entmenschlichen. aus jeder folge quillt menschenhass. das geht jetzt schon vier staffeln so, dass die serie sadisten nicht als einzelphänomene, psychische deformationen zeigt, sondern suggeriert, dass menschen zum sadismus, zur grausamkeit, zur empathielosigkeit neigen, sobald sie macht bekommen. wie in schlechten filmen wird da nicht differenziert, analysiert, versucht zu verstehen, sondern brutal, splattermässig draufgehalten, zugespitzt und implizit vor dem bösen im menschen gewarnt. in der welt, die black mirror zeichnet, ist kein platz für humanität und mitgefühl, menschlichkeit und wärme, liebe und zärtlichkeit. black mirror ist misantropen-porno. die ausnahme, das abnorme, die psychische deformation wird dystopisch als normal dargestellt, menschlichkeit, wärme, mitgefühl als die ausnahme.

black mirror ist nicht dumm, im gegenteil, aber misantrop, anthropophob, frustriert und sarkastisch. liebe steckt bei black mirror lediglich in der produktion. die ist enorm aufwändig und detailverliebt; für jede einzelne folge werden plakatmotive produziert, dutzende anspielungen ins drehbuch und die kulissen gedrechselt und die besetzung ist stets a-list. black mirror ist eigentlich die perfekte serie, konsequent von vorne bis hinten durchdacht, voller grandioser kleiner (und grosser) ideen, perfekt inszeniert und produziert — aber sie glaubt nicht an das gute im menschen.

vor einem jahr, nach einer folge der dritten staffel hatte ich schon keine lust mehr weiterzugucken. die vierte staffel, die gerade bei netflix angelaufen ist, wollte ich ebenso wegignorieren. gestern überflog ich dann diesen artikel von rené walter, in dem er alle sechs aktuellen folgen von black mirror rezensiert.

ich entschloss mich dann doch mal die erste folge zu sehen. die fängt auch grandios an, mit einer ziemlich passgenauen, aber trotzdem leicht irritierenden, star-trek-parodie. die weitere handlung ist fesselnd, die inszenierung und das schauspiel makellos, liesse sich aber auch in einem satz zusammenfassen: arschloch rächt sich an anderem arschloch und schiesst dabei, mit konsequenter grausamkeit und megaarschlochigkeit, weit übers eigentliche ziel (genugtuung) hinaus.

ich bin mir nicht sicher, ob ich die verbliebenen fünf folgen noch sehen werde. ich vermute sie sind genauso sorgfältig und intelligent erzählt, aber ich ertrage das pessimistische welt- und menschenbild, dieses arschlochuniversum, nur schwer. der pornovergleich passt übrigens gut. black mirror zeigt konsequent nur dunkle stellen des menschen, vergrössert diese in absurde dimensionen, hält voll drauf und blendet alles andere konsequent aus. menschlichkeit, mitgefühl, humanität werden marginalisiert dargestellt oder grotesk verzerrt oder veralbert.

was ich aber gut finde und mir auch in zukunft jede folge ansehen werde, ist das was rené walter auf nerdcore schreibt. seine rezension der ersten black mirror folge der vierten staffel (USS CALLISTER) ist auf den punkt und versorgt den leser mit kontext. ich schriebs erst vor ein paar artikeln, nerdcore gehört zu meinen lieblingsblogs und ich finde rené ist derzeit in höchstform. und er braucht unterstützung. die möchte ich ihm gerne geben, indem ich nerdcore, neben übermedien, zum zweiten blog mache, dem ich bei steady einen monatlichen, bescheidenen beitrag zahle. ich möchte gerne, dass rené weiter vollzeit ins internet schreibt.

Das war bis vor wenigen Jahren noch über Bannerwerbung finanzierbar, mit dem Siegeszug von Clickbait und Facebook allerdings sind die Werbe-Einnahmen nahezu komplett zusammengebrochen. NERDCORE finanziert sich nun schon seit mehreren Jahren über meine eigenen privaten Reserven und diese sind nun erschöpft.

hier geht’s zur kasse.

afd-watcher

felix schwenzel, in notiert    

im märz schrieb die taz einen artikel über ein paar afd-watchblogs. dadrin wird der sprecher der afd zitiert:

Der AfD selbst kann gegen die Watchblogs nicht viel ausrichten. „Solange diese keine Unwahrheiten über uns verbreiten, müssen wir sie als kritische Begleiter akzeptieren“, sagt AfD-Sprecher Christian Lüth auf Anfrage der taz. Sobald jedoch der faire demokratische Umgang nicht mehr eingehalten werden würde, behalte man sich vor, dagegen vorzugehen.

anfang april entscheid man sich bei der afd offenbar um und schickte einem der watchblogs, wir-sind-afd.de, eine abmahnung — wegen verletzung der namensrechte. unwahrheiten verbreitet wir-sind-afd.de offenbar nicht, aber als kritischen begleiter akzeptieren will die afd die seite anscheinend trotzdem nicht mehr.

wegen dieser abmahnung gibt’s am 16. januar jetzt eine mündliche verhandlung in köln:

Weil die Frage, wie man mich un­ter­stüt­zen kann, schon mehrfach kam — auch dafür: Danke. — möchte ich darauf noch kurz eingehen: Im Moment habe ich alles, was ich brauche. Im worst case, sprich: Wenn die Gegenseite den Prozess gewinnt, wäre ich zum einen die Domain los, zum anderen kämen für die erste Instanz knapp 6.000€ Pro­zess­kos­ten auf mich zu. Falls das passiert, müsste ich euch doch um die eine oder andere Mark bitten.