faz.net: Das große Berliner Flughafendesaster #
niklas maak:
Gleichzeitig wird das Fliegen immer unattraktiver: Wer eine Stunde zum neuen Berliner Großflughafen fahren, dann eine Stunde lang einchecken, Schlange stehen, Koffer aufgeben, Schuhe ausziehen, von einem lustlosen Sicherheitsbeamten abgetastet werden und durch endlose Einkaufsalleen zum Gate wandern muss, um dann eine Stunde lang nach München zu fliegen, wo er wiederum auf den Koffer warten und eine Stunde in die Stadt pendeln muss: Der ist schneller mit der Bahn oder dem Auto. Die neuen Flughäfen schaffen die Idee des Fliegens ab: Das ästhetische Versprechen ist weg, das reale Tempo auch. Bauverzögerungen sind da das kleinste Problem.
/elfengleich
businessweek.com: How Mark Zuckerberg Hacked the Valley #
brad stone und douglas macmillan:
Zuckerberg's true skill has always been a facility for hacking. That's a foundational verb at Facebook, to hack. In its offering prospectus, Facebook repeatedly describes its corporate culture as “the hacker way"; on its new campus, a 57-acre office park abutting San Francisco Bay in Menlo Park, Calif., there's a building with a big sign that reads “The Hacker Company." Those slogans don't mean Facebook is teaming up with Anonymous or breaking into NORAD. They're talking about achieving a goal in an unconventional way.
19.05.2012 05:00
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stefan-niggemeier.de: Mein Mulm in Baku #
stefan niggemeier über politik, journalisten und fassaden in aserbaidschan. sehr subjektiv, sehr selbstzweifelig und auch ein bisschen aggressiv.
Ich kann und will niemandem etwas verbieten (außer vielleicht diese »Darf man nicht mehr Freude haben«- oder »Darf man Baku hübsch finden«-Rhetorik, die auf perverse Weise uns zu Opfern macht). Ich stelle nur fest, dass meine Freude an dieser wunderbar albernen Veranstaltung in diesem Jahr getrübt ist. Es hat mir niemand das Feiern verboten und ich darf sicher auch mit dem kindlichem Staunen, mit dem ich immer schon vor LED-Wänden stand, die Flammentürme bewundern. Es gelingt mir nur nicht, das unbeschwert zu tun.
18.05.2012 05:00
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perlentaucher.de/blog: Die schöne Seite der Kostenlosmentalität #
thierry chervel mit dem derzeit besten text zum „kulturkonservativen Rumgenöle“ deutscher autoren im auftrag ihrer verlage:
Der deutsche Literaturbetrieb sollte sich einmal dringend und unter Verzicht auf das ständige apokalyptische Wehgeschrei damit auseinandersetzen, wie das Netz das Bild des Schreibens und des Autors verändert. Nur dann kann er auch seine eigene Rolle neu definieren.
Nicht das Netz ignoriert die Urheberrechte, sondern die Autoren haben keine Ahnung vom Netz. Zeit, dass sie sich damit befassen.
schade dass frank schirrmacher und thierry chervel auf dem kriegspfad sind. der text gehört (ordentlich bezahlt) in die FAZ. wenn man den text, anders als in der FAZ ausdrucken würde und den autoren zuschicken würde, wären die wahrscheinlich wieder intimitiert, weil ihre privatsphäre nicht respektiert wird während sie sich weit und ahnungslos aus dem fenster hängen. schade eigentlich, dass offenbar 6000 deutsche autoren unter internet-analphabetismus und kurzsichtigkeit leiden und davon nie etwas erfahren werden.
(ob sich autoren mit dem netz beschäftigen sollen, diskutieren sebastian baumer und ix auf quote.fm)
zeit.de: Rechte von Autoren: Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber! #
wolfgang tischer schlägt in die gleiche kerbe wie thierry chervel: die autoren haben angst vor dem was sie nicht kennen und offenbar auch nicht kennen wollen. ausserdem sind die selbsternannten urheber (wir sind urheber, nicht ihr) inkonsequent:
Ich habe nicht nachgefragt, weil ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde: "Ja, aber man kann sich dem nicht verschließen. Facebook nutzen nun mal viele Menschen und dort können wir sie erreichen. Wir wissen, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle."
Wie wollen solch inkonsequente Autoren einem Schüler vermitteln, dass er durch Herunterladen einer MP3-Datei Böses getan hat, wenn er antwortet: "Ja, aber ich wollte nur ganz schnell diesen Song haben. Ich weiß, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle."
17.05.2012 05:00
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notes.unwieldy.net: Plagiarism #
joshua gross beschreibt wie thenextweb.com eine story von ihm übernahm und im original sehr unauffällig zu ihm zurücklinkten. der artikel wurde relativ schnell und ohne grössere hinweise geändert und thenextweb.com versuchte sich ziemlich unsouverän aus der affäre u ziehen.
joshua gross bekommt unterstützung von john gruber und rob beschizza. mir kam dazu vor allem ein gedanke: auch boinboing hält sich nicht in jedem fall an die urheberrechte und klärt beispielsweise nicht immer alle bildrechte. was aber als goldene regel immer wieder durchscheint und als kleinster gemeinsamer nenner von den meisten akzeptiert ist ist fairness. unfaires verhalten regt immer und zuverlässig empörungswellen an. wer sich unfair verhält, bekommt fast immer auf die mütze.
faz.net: Sucht und Technik: Game Over #
marcus jauer kauft seinem kind eine nintendo 3DS:
Danach zögerten wir die Entscheidung eine Weile hinaus, handelten eine finanzielle Beteiligung des Kindes aus, zahlbar in Raten vom Taschengeld und fanden am Abend zuvor noch einen Videoblog, in dem ein offensichtlich kundiger Jugendlicher sämtliche Nachteile des Gerätes anführte - der Akku sei schwach und von dem 3-D-Effekt tränten einem die Augen - woraufhin sich unser Sohn empört darüber zeigte, was für ein Unsinn im Internet verbreitet werden darf.
16.05.2012 09:41
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15.05.2012 22:03
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ruhrbarone.de: Seehofer: “Sie können das alles senden" #
stefan laurin:
Schönes Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) im ZDF über die Krise der Bundesregierung und das Versagen von Norbert Röttgen- spannend vor allem das Gespräch nach dem offiziellen Interview ab Minute 5.20.
in der tat spannend.
carta.info: Journalismus hat seinen Preis #
hans-jürgen arlt und wolfgang storz schreiben sieben „sachdienliche hinweise“ über die „misslungene“ henri-nannen-preisverleihung 2012:
Das Publikum beklatschte den Preisträger „Bild“ sehr und die 'Spielverderber' von der „Süddeutschen Zeitung“ kaum. Das Publikum feierte zugleich den britischen Journalisten Nick Davies, der den Skandal um den Medientycoon Rupert Murdoch und dessen Boulevard-Blätter aufdeckte, und den Preis für „Pressefreiheit“ erhielt. Es klatschte auch, als Davies sagte, diesen Blättern gehe es nur um Rendite und Macht - als sei die kurz zuvor ausgezeichnete „Bild“ grundsätzlich anders.
15.05.2012 08:40
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taz.de/wortistik: Textbeuter #
„textbeuter“. schön.
kann man sicher auch weiterdrehen: filmbeuter, fernsehbeuter, öffentlichrechtlichbeuter, softbeuter.
faz.net: Urheberrechtsdebatte: Schluss mit dem Hass - Feuilleton - FAZ #
frank schirrmacher sehr schön und über den dingen schwenbend über diese urheberrechts-gedöns:
Vom Anfang muss reden, wer den Versuch machen will, die entstandene Lage überhaupt erst zu verstehen. Die deutsche Literatur hat keine Bastille, aber sie hat ihre „Fermes“. Es ist eine Abmahnindustrie, die in unsäglich aufwendigen und extrem teuren Verfahren IP-Adressen identifiziert, jeden noch so kleinen Regelverstoß ahndet, grotesk überhöhte Strafzölle mit einer Durchschnittssumme von 1000 Euro erhebt und damit, wie Constanze Kurz in der F.A.Z. schrieb, allein 2011 Einnahmen in Höhe von 190 Millionen Euro generierte, die in Anwaltskanzleien und Eintreiberbüros größtenteils versickern. Zwar lebt die Abmahnindustrie noch vor allem von den Forderungen der Musikbranche und nur zu einem Bruchteil von der Literatur; aber es geht ja gerade erst los. (Etwas ganz anderes als die Massenabmahnung ist natürlich die Abmahnung bei kommerziellen Interessen.)
Wenn wir mit kleinen Schritten beginnen wollen, dann wäre der erste, dass den Protagonisten der Abmahnindustrie ein Name gegeben und ihnen die Grundlagen ihres Handelns nicht nur juristisch, sondern auch moralisch streitig gemacht würde. Sie sind das, was die Steuereintreiber des Ancien Régime waren. Sie tauchen plötzlich auf und fordern Abgaben je nach Lust und Laune und wie es ihnen gefällt. Und mit der Mischung, die seit Spartakus immer die Leute in Aufruhr versetzt hat: überwachen, ausspionieren, strafen. Und wie sie vor 1789 auf eigene Faust operierten und den Strafaufschlag für sich kassieren konnten, so lassen sich viele von der Industrie die Forderungen verkaufen, so dass der Zusammenhang zwischen Absender und Empfänger erlischt - was übrigens erklärt, dass die Autoren oft die letzten sind, die von der Praxis dieser Operation Genaueres wissen. Was erwartet ein Autor, ein Sänger, ein Denker, wenn die erste Begegnung mit seinem Werk im Leben eines Menschen damit endet, dass er in seinen Sommerferien jobben musste, um 1200 Euro Strafe zu bezahlen?
anmutunddemut.de: Keine demokratische Ausbildung #
michael schlieben schreibt über den wahlkampf in köln-chorweiler und zitiert einen SPD-politiker:
Viele Chorweiler hätten "keine demokratische Ausbildung" genossen, sagt der SPD-Mann Kossiski.
ben_ dazu:
"Keine demokratische Ausbildung genossen" impliziert, dass man erstmal nicht als Demokrat geboren wird, dass man von schlaueren Menschen an die Hand genommen und zur Demokratie hingeführt werden muss. Wenn man das nicht wird, dann bleibt man ein Undemokrat, oder ein "Barbar" oder "Heide" wie das früher mal genannt wurde. Demokratie als eine Art Erleuchtung, die den Nichterleuchteten (in Chorweiler) von den Erleuchteten gebracht werden muss ... ich finde diese Interpretation zutiefsts verachtend.
kunstbloggerin.blogspot.de: freischaffender kunsttrinker #
kunstbloggerin:
Im Keller des Hauses stellt Huth eine Druckerpresse auf und produzierte fortan Lebensmittelmarken und Blankoausweise, mit denen er so manchen vor dem KZ bewahrte: u.a. Ludwig von Hammerstein, Mitverschwörer des missglückten Hitlerattentats vom 20. Juli., wurde von Huth mit neuen Papieren versorgt. Mit Butter, die er durch seine gefälschten Lebensmittelmarken erhielt, belieferte er zudem eine nicht unerhebliche Anzahl von Untergetauchten - und dies (um nicht aufzufallen) mitunter auch in Frauenklamotten.
/quote.fm
14.05.2012 05:00
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beinahe 1000 links habe ich jetzt mit der „neuen“ pinboard technik beinahe täglich veröffentlicht. zum ersten mal im juni letzten jahres. so sehen die 993-favicons der verlinkten sites auf einen blick aus:
13.05.2012 17:57
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katrinschuster.de: Medienprofis #
karin schuster über das „medienprofi“-verständnis von „bild“-redakteuren am beispiel von ein paar szenen germanys next top model.
13.05.2012 05:00
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das hafenfest in hamburg ist ein grosser spass. mal veranstaltet die stadt hamburg zur feier des hafens kriegsspiele über dem hafen und lässt kampfjets über die stadt fliegen und mich leise „rammstein“ von rammstein summen. die bratwurst, der schweinebauch und das bier das die stände am hafenfest verkaufen, werden uns frei-haus an die tür geliefert.
auch die umliegenden supermärkte dürften während des hafenfestes ihren alkohol-absatz um ein vielfaches steigern. leider gibts für gebrauchte bratwurst und verdautes bier noch keine pfandregelung.
fressen, saufen, grölen, pissen, kotzen. das nennt man in hamburg „kulturförderung“ und wahrscheinlich auch „wohnumfeldverbesserung“.
12.05.2012 21:18
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