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„die wahr­schein­li­che wahr­heit“

felix schwenzel

mads pan­kow hat mich vor ein paar ta­gen zu sei­ner buch­vor­stel­lung ein­ge­la­den. das buch schien mir in­ter­es­sant also hab ichs mir ge­kauft und zu­ge­sagt zur buch­vor­stel­lung zu kom­men („wg. Wein, Stüh­le“).

ich woll­te das buch bis heu­te durch­ge­le­sen ha­ben, aber es kam so vie­les da­zwi­schen, die neue staf­fel re­a­cher, eine gute fol­ge stran­ge new worlds, ar­beit, noch mehr ar­beit und you­tube. 49% pro­zent le­se­fort­schritt zeigt mir ap­ple books an. das buch ge­fällt mir sehr. 20% der 49% pro­zent, die ich bis jetzt ge­le­sen habe, hat mads pan­kow zu ei­nem vor­trag kom­pri­miert, den er heu­te zu sei­ner buch­vor­stel­lung hielt. der vor­trag ge­fiel mir auch gut, aber ge­schrie­ben ge­fällt mir sei­ne stim­me bes­ser. nicht dass sei­ne vor­trags­stim­me un­an­gen­hem wäre, aber sei­ne stim­me im buch ist an­ge­nehm schlüs­sig, un­auf­ge­regt und auf eine un­kom­pli­zier­te art ge­schlif­fen. aber dazu mehr, so­bald ich 100% ge­le­sen habe.

mir fällt jetzt auf, dass ich wie ein LLM schrei­be, oder so, wie mads pan­kow be­schreibt, wie ein LLM schreibt. es setzt sei­ne tex­te aus wör­tern zu­sam­men, die am wahr­schein­lichs­ten zu den vor­he­ri­gen wör­ter pas­sen. ich bil­de mir zwar ge­le­gent­lich ein, vor dem schrei­ben eine lei­se idee da­von zu ha­ben was ich schrei­be, aber was ich tat­säch­lich schrei­be er­gibt sich ei­gent­lich aus dem was ich schrei­be. viel­leicht ist der grund, war­um wir von LLMs ge­ne­rier­te tex­te so sehr ver­ach­ten, dass sie das so ähn­lich wie wir ma­chen, nur (schein­bar) mü­he­lo­ser und ge­le­gent­lich bes­ser oder schlech­ter als wir. das ist aber nur so ein ge­dan­ke und dass sich jetzt ganz vie­le men­schen ge­dan­ken um die­ses gan­ze KI-ge­döns ma­chen ist bit­ter nö­tig — weil weg­ge­hen wird das al­les nicht mehr — und die ge­sell­schaft­li­chen, phi­lo­so­phi­schen und mo­ra­li­schen um­wäl­zun­gen die das al­les ha­ben wird dürf­ten mas­siv sein. das zu­min­dest zeigt mads pan­kows buch ziem­lich gut und, wie ge­sagt, un­auf­ge­regt, weit aus­ho­lend, aber nach­drück­lich und strin­gent.

ich bin nicht mehr für den wein ge­blie­ben, da­mit ich in der bahn und zu­hau­se wei­ter­le­sen konn­te.

mads pankow erzählt aus seinem buch „die wahrscheinliche wahrheit“

wahr­schein­lich in­ter­es­sant

ursprünglich veröffentlicht am 11.09.2026




gerne gelesen.

via vorspeisenplatte.de




mir fiel auf, dass ich matt groe­ning noch nie ge­se­hen habe, also schau­te ich mir die­se fol­ge von co­nan o’bri­an needs a fri­end mit matt groe­ning an. matt groe­ning ist ein be­sch­ei­de­ner, sym­pa­thi­scher typ der wie home simpson aus­sieht aber sehr viel in­tel­li­gen­ter als ho­mer ist. aus­ser­dem ge­lernt, dass man matt groe­ning nicht deutsch mit ö (grö­ning) aus­spricht, son­dern wie grey­ning.

matt groe­ning in­spi­riert co­nan o’bri­en dazu selbt die gan­ze zeit über sei­ne zeit als au­tor bei den simpsons zu er­zäh­len, wäh­rend matt groe­ning ge­le­gent­lich klei­ne er­gän­zun­gen hin­zu­fügt. sehr in­ter­es­sant und un­ter­halt­sam fand ich das und co­nan o’bri­en schafft es fast die gan­ze sen­dung über sei­nen sar­kas­ti­schen hu­mor zu zü­geln — ganz of­fen­sicht­lich ist er sehr be­wegt von matt groe­nings an­we­sen­heit und weist mehr­fach daraif hin wie dank­bar er für sei­ne zeit bei den simpsons war.

zwi­schen­durch re­den die bei­den über ei­nen der simpsons-au­toren mit dem na­men john swartzwel­der, der mitt­ler­wei­el de­tek­tiv­ge­schich­ten schreibt, die bei­de sehr wit­zig fin­den.

die le­se­pro­be von The Time Ma­chi­ne Did It auf ama­zon.de hat mich dazu ge­bracht das gleich zu kau­fen und auf mei­nen vir­tu­el­len sta­pel von un­ge­le­se­nen bü­chern ganz oben zu le­gen.

wie im­mer sehr wit­zig, auch wenn (oder ge­ra­de weil) je­mand mit den ge­füh­len vom nuf spie­len woll­te.

Was ich ei­gent­lich schrei­ben woll­te: ich bin schon et­was de­pri­miert we­der Agen­tur noch Ver­trag zu ha­ben. Mein Diva-Ego ist an­ge­kratzt und ge­nau in die­ser Ver­fas­sung er­hielt ich nach­fol­gen­de Mail:
[…]
Ja und was soll ich sa­gen. Da war ich schon ein biss­chen: Oha!

lu­kas hein­ser macht es ei­nem wirk­lich ein­fach ei­nen le­sen­wer­ten text von ihm an­zu­teasern. ein­fach den ers­ten ab­satz zi­tie­ren soll­te rei­chen den gan­zen text zu emp­feh­len, oder?

Kei­ne Bron­ze­pla­ket­te, kein Pod­cast und kei­ne Net­flix-Doku kün­den da­von, aber: Heu­te vor 25 Jah­ren sind wir – der Erd­kun­de-LK und wei­te­re Leis­tungs­kur­se des Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­ums Dins­la­ken – von un­se­rer Stu­fen­fahrt nach Ber­lin zu­rück­ge­kom­men.

… Leute wählen die AFD, nicht weil es Ihnen danach besser geht, sondern weil es anderen danach schlech­ter geht.”

Dies wiederum erinnert mich an eine Aussage, die ich Anfang des Jahres in einem Podcast hörte, sofort notierte und welche in die gleiche Kerbe schlägt.

And sometimes power can be, I can knock you down. And it’s much easier to knock somebody down than it is to build something.

Den eigenen Selbst­wert virtuell zu steigern, indem man andere nach unten drückt, ist nicht nur ein sehr modernes Ver­hal­tens­mus­ter vieler, sondern auch etwas, was ich per­sön­lich relativ früh im Leben selbst erlebt habe, und Freund­schaft oder Sympathie im All­ge­mei­nen hat sich für mich immer explizit mit dem Gegenteil definiert.

Ich kannte Menschen, die von Che Guevara ver­blen­det waren, von Osho, dem Guru, sogar von Andreas Baader. Alles schlimm genug. Aber warum agieren Personen, die ihr Leben lang drei Mahl­zei­ten am Tag hatten, in Frieden und Si­cher­heit leben dürfen und durch die freien Medien und po­li­ti­schen Systeme des Westens sogar reich und berühmt wurden – ich denke an Oskar La­fon­taine, Sahra Wa­gen­knecht, Gerhard Schröder, Alice Schwarzer, Ulrike Guérot, Marine Le Pen und viele, viele andere –, nun objektiv in Putins Interesse? Putin, der sein Volk bestiehlt, täglich morden lässt – so gierig und so brutal. So grausam. Muss man sich mal vor­stel­len.

im wed­ding sind wir wirk­lich gut ver­sorgt mit chi­ne­si­schen re­stau­rants. trotz­dem ge­hen wir eher sel­ten über­haupt es­sen, aber der letz­te be­such im szechu­an an der sze­es­tra­se war sehr in­spi­rie­rend. nach dem wirk­lich gu­ten es­sen dort, woll­te ich al­les was wir dort ge­ges­sen ha­ben nach­ko­chen. bin ich zwar noch nicht dazu ge­kom­men, werd ich aber noch. und in reis­nu­deln mizu wer­den wir be­stimmt auch bald mal ge­hen.



“you can see ever­y­thing”

felix schwenzel in notiert

der spie­gel ist hell­auf be­geis­tert vom trai­ler der doku „you can see ever­y­thing“:

Nicht je­der Film, ob Doku oder Fik­ti­on, gibt eine sol­che An­kün­di­gung her. Und oft ge­nug hält das ei­gent­li­che Werk nicht, was die Vor­schau ver­spricht. Der Trai­ler zu »You Can See Ever­y­thing« aber setzt neue Maß­stä­be. Gäbe es ei­nen Os­car für den bes­ten Trai­ler, wäre er die­sem ver­stö­ren­den Psy­cho­thril­ler im Mi­nia­tur­for­mat nicht mehr zu neh­men.

der ar­ti­kel ist hin­ter der pay­wall (hier ein ge­schen­klink der aber nur 10 klicks lan­ge hält), aber be­steht ne­ben be­geis­te­rung ohn­hin nur aus der nach­er­zäh­lung des trai­lers. den trai­ler kann man sich auch so an­schau­en.

YouTube Video Vorschaubild youtube-video laden, info, direktlink

als ich den trai­ler ge­se­hen habe, wuss­te ich nicht um was es geht. nach­dem ich den trai­ler ge­se­hen hat­te, wuss­te ich es im­mer noch nicht. ich wun­der­te mich aber, dass der film als do­cu­men­ta­ry an­ge­kün­digt wird, ob­wohl er doch so nach ei­nem spiel­film aus­sieht. und ich habe mich ge­wun­dert, wo man eine schau­spie­le­rin ge­fun­den hat, die eli­sa­beth hol­mes so ähn­lich sieht.

stellt sich raus, das ist tat­säch­lich eine doku.

Drei Jah­re sol­len Fiel­der und Op­pen­heim un­ter strengs­ter Ge­heim­hal­tung an die­ser Do­ku­men­ta­ti­on ge­ar­bei­tet ha­ben. 34 Tage, be­vor sie ihre Haft an­tre­ten soll­te, hat­te Hol­mes die Fil­me­ma­cher ein­ge­la­den, ihr Le­ben zu be­glei­ten: »Ihr könnt al­les se­hen!«

auf me­ta­cri­tic gibts bis jetzt nur 6 kri­ti­ken, aber alle po­si­tiv, was zu ei­ner punkt­zahl von 94/100 führt. Ro­ge­rE­bert.com wird dort wie folgt zi­tiert:

A tri­um­phant, rive­ting, and con­ti­nu­al­ly shape-shif­ting pie­ce of crea­ti­ve non-fic­tion with cu­rio­si­ty and a playful sen­se of un­com­for­ta­ble hu­mor that will be no sur­pri­se to an­yo­ne fa­mi­li­ar with Fiel­der’s work, it’s the kind of do­cu­men­ta­ry that is per­sis­t­ent­ly in­qui­si­ti­ve and skep­ti­cal: both about its alar­mingly wide-eyed sub­ject who of­ten re­fu­ses to blink, and the pro­cess of do­cu­men­ta­ry film­ma­king its­elf.

al­lein we­gen des trai­lers über­le­ge ich ernst­haft zum ers­ten mal seit ein paar jah­ren mal wie­der in ein kino zu ge­hen. laut wi­ki­pe­dia star­tet der film am 16. ok­to­ber.


Reacher (S04 E07) gesehen

alles ein bisschen zu kon­stru­iert, komplex und gleich­zei­tig zu simpel. keine con­tu­nui­ty-fehler, aber viele con­ti­nui­ty-un­wahr­schein­lich­kei­ten. trotzdem gern gesehen.