blog.tagesanzeiger.ch: Blut, Miniröcke, Jargon. Wie man Szenetexte fabriziert #
constantin seibt:
Es lief in diesem Fall, glaube ich, gleich wie mit den Mädchen in unglaublich kurzen Miniröcken, die nachmittags um drei das Tram betreten, geschminkt und gekleidet, als kämen sie von der Kokainparty eines Milliardärs. Sie sehen verruchter und eleganter aus, als du je sein wirst. Aber sobald sie den Mund aufmachen, hört man an ihren Gesprächen: Es sind noch Kinder.
Hier geht es so wenig um Sex wie vorher um Gewalt. Sondern um etwas anderes: Sie haben ein paar Effekte entdeckt, die sie einsetzen müssen, damit seriöse Herren Würde und Autorität verlieren. Während sie ihre Augen auf dem Fussboden zusammensuchen müssen.
unten in den kommentaren reagiert constantin seibt mit folgenden worten auf leise kritik („sie sind narzisstisch!“):
Bitte. Das ist der berühmte Blick in die Restaurantküche. Es gibt einen guten Grund, warum man Gäste selten dort hinführt.
und damit nennt er auch einen grund, warum blogs niemals massenkompatibel werden: sie zeigen sehr, sehr oft den blick in die küche, wie und warum sachen entstehen — und das ist nicht jedermanns sache. aber umgekehrt ist das genau der grund, warum ich blogs oft so grossartig finde.
youtube.com: Ex-SPD-Chef Vogel blafft ARD-Moderatorin an #
schönes video zum 150sten geburtstag von hans-jochen vogel.
aber mal im ernst, dafür dass er fast 90 jahre alt ist, ist hans-jochen vogel noch ganz schon auf zack. und keinen humor hatte er vermutlich schon als 30igjähriger. aber er hat etwas, was ich bei allen jüngeren politikern aller parteien vermisse: überzeugungen die er vehement und überzeugend vertritt und verteidigt. und angriffslust.
epetitionen.bundestag.de: Petition 41906 #
johannes scheller kann kurze petitionstexte formulieren. hier das vollzitat:
Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter („Provider“) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.
heute dürfte die petition die 50k-marke überschreiten. trotzdem sollte die jetzt alle unterzeichnen, die es noch nicht getan haben.
24.05.2013 07:53
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boingboing.net: Social steganography: how teens smuggle meaning past the authority figures in their lives #
cory doctorow hat zusammengefasst, was danah boyd über diese zusammenfassung einer studie geschrieben hat.
ich fasse das mal kurz zusammen: teenager posten sehr viele private informationen online, sind sich aber auch gleichzeitig sehr bewusst darüber was sie da tun und wie sie ihre überwacher (eltern, lehrer, zulassungsbehörden, personalchefs) im dunkeln lassen. unter anderem benutzen sie dazu „soziale steganographie“, verschlüsseln also teile ihrer nachrichten mit insiderwitzen und -andeutungen, bzw. indem sie die wahre bedeutung eines bildes oder einer nachricht hinter der vermeintlich offensichtlichen bedeutung verstecken.
ich habe mir lange zeit wenig sorgen um überwachung und daten-bergbau gemacht, weil ich der meinung war, dass ich algorithmen und neugierige ausreichend mit widersprüchlichen aussagen über mich, undurchdringbaren ironie- und sarkasmusgeflechten und tatsächlichen oder potenziellen falschinformationen aus dem tritt bringen könnte. ich bin mir mittlerweile nicht mehr so sicher, wie weit das trägt oder funktioniert. aber darüber würde ich gerne etwas mehr nachdenken und ich glaube dieses thema taugte für einen ziemlich interessanten republica-vortrag.
120sekunden.com: Was ist eigentlich bloggen? #
om malik:
Blogging is a way of editing the world and presenting it to my community, and that means everything from photos, links, tweets and videos, in addition to sharing my raw thoughts and fully packaged features, scoops and even basic news. Every act of sharing tells you what I am interested in and what I am willing to learn and talk about.
supermarktblog.com: Alnatura und die Wucht der höflichen Expansion #
peer schader über alnatura. einen zweiten teil gibts auch schon. wir kaufen das alnatura-zeug eigentlich immer im dm-markt oder budnikowski. abgesehen davon dass wir keinen alnatura-laden in der nähe haben, finde ich die läden auch ziemlich beunruhigend. vor lauter ocker und wohlfühlfarbtönen komme ich mir so manipuliert vor, dass sich mir immer alle gänsehaare sträuben, wenn ich in so nem laden bin. aber auf viele der alnatura-produkte mag ich mittlerweile nicht mehr verzichten. via peer schaders facebook, erinnert von maximilian buddenbohm
23.05.2013 08:22
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kleinerdrei.org: Wider die Angst #
ein mir nahestehender frauenarzt meinte kürzlich eine präventive brustamputation sei quatsch. die früherkennung per ultraschall sei vollkommen ausreichend, wenn man das regelmässig mache. wenn ich dann allerdings bei maike lese wie schwer es ist überhaupt einen termin für eine ultraschall-untersuchung zu bekommen — und dass die krankenkassen das auch nicht gerade bereitwillig präventiv bezahlen — dann weiss ich auch nicht mehr was ich darüber denken soll. wider die angst ist aber immer ein gutes motto.
22.05.2013 08:00
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kottke.org: The myth of crack babies #
ein neues news dings das sich retro report nennt, hat sich vorgenommen ältere nachrichten nochmal nüchtern und mit distanz zu betrachten. unter anderem ein weiteres beispiel der furchtbaren dinge die passieren können, wenn journalisten über wissenschaftliche studien berichten, wie zum beispiel berichte über sogenannte „crack babies“.
erstaunlich differenziert übrigens der spiegel 1990:
Ob diese Kinder jemals aufholen werden, was Crack ihnen im Mutterleib zugefügt hat, ist ungewiß; erste Studien stimmen pessimistisch. Und dann die Kosten: 100 000 Dollar und mehr kann die medizinische Betreuung eines Crack-Babys allein in den ersten Wochen nach der Geburt kosten.
ich finde übrigens, dass das was die zeit für mich vor 25 jahren war, heutzutage fast komplett fehlt; ein reflektierter, unhysterischer und verlässlicher rückblick auf die themen der letzten woche (und darüber hinaus). aktualität langweilt mich. ich will tiefe, vernunft und abgehangene analysen.
marco.org: The One-Person Product #
marco arment hat vor ein paar jahren mit david karp tumblr gegründet und programmiert. tumblr hat er schon länger verlassen, aber jetzt schreibt er ein bisschen aus dem nähkästchen. und ist offenbar sehr begeistert vom yahoo-tumblr-deal:
Buying Tumblr is a big enough deal for Yahoo that they clearly aren't intending to ruin it or shut it down -- like YouTube and Google, Tumblr will probably become an extremely important part of Yahoo indefinitely. And I believe they'll do a good job with it. Yahoo today is a very different company than the Yahoo that neglected Flickr for years -- it has extremely competent new leadership making bold changes. (Including fixing Flickr.)
/daringfireball.net
blog.flickr.net: A better, brighter Flickr #
2005 konnte man mit 1 gigabyte freiem emailspeicher noch (beinahe jeden) journalisten und blogger dazu bringen über das eigene produkt zu schreiben. 2013 braucht man dazu 1 terrabyte freien fotospeicher.
anmutunddemut.de: Game of Thrones - Staffel 2 #
benjamin birkenhake über game of thrones:
In erster Linie wirft [George R. R. Martin seine Figuren] in Verzweiflung. Jede einzelne von Ihnen. Eine Verzweiflung die weit über das Erträglich hinausgeht. Er konfrontiert sie mit Enttäuschung, Verlust, Frustration, Hass, Ungerechtigkeit, Ausweglosigkeit - kurz mit dem Absurden. Der zerschmettert sie regelrecht. Und obschon er als Autor seinen Figuren doch auch oft genug, und fast immer ohne große Vorwarnung den Tod bringt, läßt er doch die meisten weiterleben.
Diese Erfahrungen sind es, die die Figuren drehen (und ja, auch korrumpieren) und diese Bewegungen sind es, die ihnen mehr Plastik verleihen als es sonst im Genre üblich ist. Ich mag dieses Einsicht, weil sie mich ein wenig mit Martin versöhnt.
jensscholz.com: Aw: fwd: re:publica #
jens scholz ist die republica zu gross geworden:
Aber ich habe so viel vermisst dieses Jahr: Das Gefühl, die Familie zu treffen wollte sich nicht einstellen. Ich habe so viele Menschen, die ich gerne mal wieder gesehen hätte schlicht nicht gefunden, obwohl ich wußte, dass sie da waren.
21.05.2013 08:00
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hirnrekorder.de: The Americans #
die krabbe:
Die meiner Meinung nach beste neue Serie, die der vergangene Herbst hervor brachte, ist zweifelsohne The Americans.
ich fand die erste staffel auch sehr grandios. obwohl die serie einem etwas die spannung nimmt, weil sie einem früh beibringt, dass jede folge relativ happy endet.
20.05.2013 13:00
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chriszim.com: Warum wir AdBlocker nutzen #
Alle hier untersuchten Medien nutzen externe Dienste, die Daten sammeln, im zweistelligen Bereich - das ist extrem viel. Auch bei den Anzeigen wird mehr auf Masse als auf Klasse gesetzt.
Es ist also kein Wunder, dass die Leser lieber AdBlocker nutzen als sich diesen Werbemüll anzutun.
mich hat gewundert, dass keiner der beteiligten an der „bitte schaltet eure adblocker ab“-mitleidskampagne darauf hingewisen hat, dass sie eventuell vorhandenen nofollow-anweisungen des browsers folgen. aus einem einfachen grund: das tracking der user und was die user davon halten, ist allen beteiligten online-medien scheissegal.
zeit.de/zeitmagazin: Proust-Fragebogen für Blogger (59) #
maximilian buddenbohm beantwortet einen total bescheuerten fragebogen bei auf zeit.de, landet bei dieser frage einen volltreffer auf die zwölf:
Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Ich habe Leute zum Lachen gebracht. Ich glaube, das ist erstrebenswert.
so isses. schön das das mal jemand sagt, dass leute zum lachen zu bringen eine erstrebenswerte eigenschaft oder gar errungenschaft ist.
ein fragenpaar des fragebogens lautet:
Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
maximilian buddenbohm hat beide passend mit „Humor. Selbstironie.“ beantwortet, aber ich frage mich, was an menschen die man im internet kennenlernt nicht wirklich sein soll. menschen die im netz leben sind doch keine pappmenschen oder attrappen, sondern genauso wirklich wie die über die man in zeitungen liest oder in den nachrichten sieht oder im supermarkt trifft.
peter glaser hat die frage nach dem lieblingsheld in der „wirklichkeit“ übrigens genial beantwortet: donald duck.
18.05.2013 10:00
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simplesachen.de: Gott #
haekelschwein:
[E]in Biologe kann schließlich auch die hormonellen Grundlagen der Partnerbindung erforschen und sich trotzdem verlieben.
16.05.2013 10:00
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mequito.org: how I work #
markus pfeifer:
Ich sehe Fehler. Ich sehe ständig Fehler. Überall. Baumängel, wie Menschen miteinander umgehen, Denkfehler, wie Menschen arbeiten. Kein Fehler entgeht mir. Ausnahme: Fehler bei mir selbst und Rechtschreibfehler.
journal21.ch: Gigabyte-Gigantismus #
mir war die markwortesque selbstbeweihräucherung diverser deutscher leitmedien bei den sogenannten „offshore leaks“ zuwider. ich habe das gedöns zum grössten teil ignoriert, wie sich zeigt, wohl mehr oder weniger zu recht.
Während der angebliche Riesenscoop «Offshore Leaks» schon längst verröchelt ist, machte die News, dass staatliche Behörden schon seit Jahren im Besitz dieser Daten sind, keine grossen Schlagzeilen mehr. Sehr verständlich, denn selbst den vor kurzem noch vor Wichtigkeit berstenden beteiligten Journalisten wird es zunehmend blümerant. Schwant ihnen doch: Sie wurden im besten Fall als nützliche Idioten missbraucht - und wissen nicht mal, von wem. Ihre grossartige monatelange und schweisstreibende Auswertungsarbeit war für die Katz.
taz.de/reptilienfonds: Wenigstens ich kann anlässlich des NSU-Prozessbeginns etwas gestehen #
jakob hein:
Als bei der Lotterie des Oberlandesgerichts München die „Brigitte“ einen der Journalistenplätze zugelost bekam, hatte ich eine Idee: Mein Plan war, mich satirisch in die Position des Berichterstatters des Frauenmagazins zu begeben und den Prozess ausschließlich aus Sicht eines - ich gebe es zu - sexistischen Frauenbildes darzustellen.
Leider muss ich mir schon nach dem ersten Prozesstag eingestehen, dass mein Vorhaben absolut gescheitert ist. [...] Ich jedenfalls kann mit meinen Mitteln diese Realität nicht überzeichnen.
kieferle.com: Hukinol #
Hukinol vertreibt sicher alle Wildarten durch konzentrierten Menschen-schweißgeruch von Flächen, auf denen Wild unerwünscht ist. Hukinol hat einen sehr anhaftenden und dauerhaften Geruch, so daß bereits 1 Flasche pro ha für einen wirkungsvollen Schutz genügt.
eine flasche gibts für 27 euro.
15.05.2013 10:00
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14.05.2013 10:00
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welt.de: Hannelore Kraft: "Mein Ziel ist, die Welt zu verbessern" #
das zitat in der überschrift, kommt in dem interview überhaupt nicht vor. ich habs nur in der überschrift und den kommentaren gefunden. vielleicht sollte die welt erstmal versuchen, die redaktion zu verbessern.
dank hinweis in den kommentaren hab ich die stelle doch noch gefunden. was ich von dem zitat halten soll, hab ich mir noch nicht überlegt:
Welt am Sonntag: Können Sie schauspielern?
Kraft: Das will ich gar nicht. Ich mache Politik, um Dinge zu verändern. Mein Ziel ist immer noch, die Welt zu verbessern.
dobschat.de: Drosselkom: Noch eine Rechnung #
carsten dobschat:
Und das Ergebnis? Nun, wenn man die Zahlen der Telekom zugrunde legt, dann werden zur Umstellung im Jahr 2016 alle Telekom-Durchschnittskunden von der Trossel betroffen sein...
12.05.2013 15:36
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