ich kanns ja eigentlich nicht mehr hören. das ewige gejammer der phonoverbände:
Doch die CD-Verkäufe haben sich bei rund 54,6 Millionen Alben stabilisiert. „Das sind gute Zeichen“, meint Michael Haentjes von den Deutschen Phonoverbänden. Dennoch falle die Marktentwicklung schwächer aus als erhofft. Schuld seien „die ungelösten Probleme durch ausufernde private Vervielfältigung“.
es sind immer die anderen. glücklicherweise gibt es leute die verstanden haben, das drm musik nicht schützt, dass die kriminalisierung der zielgruppe nicht hilft und dass die ewiggestrigen penner bereits verloren haben. es gibt alternativen. vertrauen und fans gewinnt man nicht vor gericht.
ein dolles wort, „amtsvormundschaft“. was es bedeutet, wenn mehrere ämter, gerichte, familien, bürgermeister und landräte um ein kind ringen kann man beim lesen dieses artikels im bonner general anzeiger erahnen. kafkaesque ist da gar kein ausdruck:
Der Troisdorfer Jugendamtsleiter Herbert Pauli hat am Montag alle 16 beteiligten Parteien für Dienstagnachmittag zu einem Gespräch eingeladen. Im Wege der Mediation sollen nach seiner Vorstellung insbesondere die früheren Pflegeeltern und die jetzigen Adoptivpflegeeltern zu einem gemeinsamen Beschluss kommen.
16 „parteien“ zerren und zanken sich um ein baby? wenn das mal gut geht.
[via anonymer email von einer mittelbar beteiligten. mehr dazu auch hier.]
sie hat mich angebaggert. von anfang an. zuerst nur virtuell, mit andeutungen und versteckten botschaften. ich habe für solcherlei bauchpinseleien und andeutungen allerdings nur ein eingeschränktes sensorium. flirtversuche ziehen unbeachtet an mir vorbei. ich bemerke sie nichtg. eines tages kam sie geschäftlich in die stadt. ein mir bekannter und mit allen wassern gewaschener frauenheld organsierte ein treffen, sicherlich auch weil sie einst seinen bauch sorgfältig gepinselt hatte. flirtprofis wie er könnnen sowas sogar zwischen den zeilen lesen. ich noch nicht mal mit ausrufezeichen. dieses erste treffen zogen der frauenheld und ich unbewusst auf wie ein casting. wir hatten allerlei bekannte eingeladen, waren aber als einzige pünktlich. als sie die kneipe betrat, sassen wir nebeneinander, unterhielten uns über irgendeinen blöden technikkram und baten sie uns gegenüber platz zu nehmen. an diesem abend sah ich ihr strahlen zum ersten mal. ein wärmendes, über das ganze gesicht verteiltes strahlen. nicht nur ein lächeln. ein strahlen. schon ein lächeln kann einen wärmen. aber ihr strahlen war besonders warm. ich fing an zu schwitzen. wohl auch weil ich ihr interesse an mir nicht mehr verdrängen oder als fehlwahrnehmung verdrängen konnte. nicht dass ich aussergewöhnlich kontaktgestört wäre, aber der gedanke an körperliche nähe, an intimitäten mit fremden löst in mir unbehagen aus. sie blieb am ball. keine 10 minuten nach ihrem eintreffen fand sie es an der zeit gemeinsame fotos zu erstellen. sie verliess den ihr zugewisenen platz, also die sichere distanz und kamn zu mir rüber. der frauenheld sollte uns fotografieren. nicht nur wegen ihres strahlens, auch wegen ihres eindringens in meine intimsphäre (sie legte den arm um mich, wollte gesicht an gesicht posieren), lief ich zusätzlich zum schwitzen auch noch puterrot an.
mir ging das alles zu schnell. um vertrauen zu jemandem zu schöpfen brauche ich normalerweise zeit. ein bis zwei jahre, oder so. mein fluchtreflex siegte, nach drei hefeweizen konnte ich ohne zu lügen sagen ich sei hundemüde, total kaputt und müsse am nächsten tag früh raus.
am folgenden tag hatte sie eine ausstellungseröffnung. alle anwesenden hatten zugesagt auch zu kommen. ich war dann auf der vernissage der einzige der kam. als sie mich sah, kam sie strahlend auf mich zu und begrüsste mich. wieder lief ich puterrot (eventuell sogar krebsrot) an. im laufe des abends betrank und entspannte ich mich allerdings merklich. sie führte mich herum, strahlte, es kamen noch ein paar gemeinsame bekannte vorbei und beim absacken bei alkohol im prater hielten ich sogar mal kurz ihre hand in meiner. ich musste am nächsten morgen wieder früh raus und ging wieder als erster. weiter als sie zu einer veranstaltung einige wochen später in berlin einzuladen wollte und konnte ich an diesem abend allerdings nicht gehen. ich ging nachhause. alleine.
einige wochen später dann die veranstaltung zu der ich sie eingeladen hatte. sie war tatsächlich da. ich verdrängte erfolgreich die tatsache, dass sie allein wegen mir gekommen war und versuchte meine verpflichtung mich um sie zu kümmern zu ignorieren. ich trieb sie in den wahnsinn bevor ich mich nach stunden dazu durchringen konnte mich zu ihr zu setzen und mit ihr mit belegter stimme zu plaudern. sie strahlte. sie strahlte so sehr, dass mich fremde menschen zur seite nahmen um mich darauf hinzuweisen, dass diese frau offenkundig interesse an mir habe. ich erwischte mich selbst dabei, auch interesse zu entwickeln. aber der wichser, der soziopath in mir wehrte sich noch. ich weigerte mich, trotz enormen drucks („peer pressure“), sie in meine unaufgeräumte, komisch riechende junggesellenwohnung mitzunehmen. wir kannten uns ja gerade erst 2 monate.
jede noramle frau hätte spätesten an diesem punkt aufgegeben und die geschichte als gescheitertes experiment ad acta gelegt. sie nicht. sie liess sich strahlend mit dem versprechen abwimmeln, dass ich sie demnächst in ihrer heimatstadt zu einer ausstellungseröffnung besuchen würde.
und tatsächlich, nach einem halben jahr werben, 2 monate nach unserem ersten treffen machte ich mich locker und liess sie an mich ran, öffnete mich und nahm sie als meine beifahrerin.
warum ich das alles so detailiert aufschreibe? weil meine beifahrerin eine extrem angenehme beifahrerin ist und ich schon lange mal wieder was positives schreiben wollte und bemerkt habe, dass man fürs glück eigentlich nur eines tun muss: am ball bleiben und der inneren stimme folgen. ausserdem ist bald weihnachten und dann fahren wir bereits ein jahr zusammen.
der panzer hat heute abend den pressprecher von google, kathrin passig und ein paar andere zu gast um über google zu plaudern. heute im 2df, 00:50 laut 2df, 00:35 laut tvbrowser.
ich glaube anke gröner hat in allem was sie über „das parfum“ schreibt recht. ich glaube es deshalb, weil ich ihre kritiken ersten nie bevor ich den film gesehen habe lese und zweitens weil ich mich erstmal mit meinen eigenen worten auskotzen will, bevor ich ihre kritik lese. drittens habe ich vor dem film den ersten absatz ihrer kritik gelesen. dort steht, dass anke gröner findet, dass „das parfum“ von tom tykwer stinke.
ich sage, stinken ist gar kein ausdruck. ich habe schon lange nicht mehr so einen film voller mieser schauspielerei und mieser regie gesehen und mich so gelangweilt. schon die erste einstellung in der man grenouilles nase in einem lichtkegel sieht (und sonst nichts) legt den grundstein für die sülze die in den nächsten 140 minuten (gefühlte 4 stunden) zu betrachten ist: überinszenierter, amateurhafter stuss. wie aus einer teenager phantasie entsprungen kommt diese erste einstellung dahergestolpert. nase? geruch? wie inszeniere ich das? mit licht! einfach nur die nase beleuchten! die logik dahinter: „mach mal licht, ich riech was“. ebenso muss das casting für grenouilles lehrmeister, den parfümeur baldini gelaufen sein: „welcher amerkanische schauspieler hat die grösste nase?“ logisch, weil die nase ja ein riechkolben ist: dustin hoffman.
dann das licht und die maske: der ganze schmutz den der film gerne darstellen möchte wirkt aufgemalt, aufgeschminkt und überbeleuchtet wie in einem c&a werbespot. ausserdem besteht der film zu gefühlten 80 prozent aus extrem zähen zeitlupen, unterlegt mit noch zäherer esoterik-musik aus dem veganer-zubehör-laden. die einzigen schauspieler bei denen nicht die mühe beim spielen sand in die dramaturgie streute waren dustin hoffman und alan rickman. noch schlimmer die statisten, die man ständig in grosser zahl, miserabel geschminkt und teilweise nackt sieht. sie bewegten sich wie im eurythmie anfängerkurs in der antroposophen grundausbildung: teilweise peinlich berührt, leicht verkrampft udn komplett ahnungslos was sie da eigentlich tun.
es war einfach ein qual und sogar im englischen original teilweise ganz übel synkronisiert. dieser film ist so flop, dass sich bernd eichinger sicher bald freiwillig bei den goldenen hirschen bewirbt, um in einem neuen „raubkopierer sind verbrecher“-werbespot als chefankläger aufzutreten. denn so stolz wie der auf diesen schund ist, können nur noch raubkopierer seine ehre retten.
kritik am papst, so könnte man nach dem lesen dieses artikel auf spon meinen, ist auschliesslich islamistisch geprägt und steht in 20 jähriger tradition von islamistischen angriffen auf carrell, rushdie, ayan hirsi ali, van gogh, flemming rose. vier absätze einleitung mit in der tat grauslichen gewalttätigen islamistisch geprägten auswüchsen, leiten locker über zur angeblich „grotesken“, „scharfen, oft auch mit der Androhung von Gewalt verbundenen“ kritik an des hampelmanns rede in regensburg. da ist plötzlich alles was dazu gesagt wird von „böswilligen Verdrehungen seiner Worte und absurden Unterstellungen“ durchwirkt. von irgendwelchen nicht weiter spezifizierten „Islamvertretern“ geäussert und in erster linie „auch ein frontaler Angriff auf den freien religionsphilosophischen Diskurs“. dass durchaus moderate islamwissenschaftler, zum beispiel auch der vom papst höchstselbt bemühte und zitierte adel theodor khoury den papst kritisieren unterschlägt claus christian malzahn in seinem artikel. laut tagesspiegel sagte khoury:
„Ich hätte mir vom Papst ein paar Worte der Differenzierung gewünscht“, sagt Khoury. Die von Benedikt referierte Ansicht des christlichen Kaisers Manuel II. über den Islam sei „nur eine Lesart des radikalen Islam“. Daneben gebe es andere Interpretationen, die die Friedfertigkeit des Islam herausarbeiteten. Er hätte sich auch gewünscht, dass der Papst die Meinung von Kaiser Manuel nicht unwidersprochen stehen gelassen hätte, sagt Khoury.
grotesk? böswillig? der papst bemühte in seinem zitat „eine Polemik gegen den Islam zu Zeiten der Belagerung Konstantinopels“. unkommentierte polemik aus dem mittelalter als angebot zum dialog der kulturen? auch martin riexinger, islamwissenschaftler an der uni göttingen und andere islamwissenschaftler kristisieren die schlussfolgerungen des papstes. alles böswillige fanatiker, die die „Freizügigkeit von Rede und Diskurs“ aushöhlen?
wenn man den artikel im tagesspiegel und den artikel auf spon so nebeneinander hält und mal so schaut was auf spon sonst noch so alles steht, könnte man das gefühl bekommen dass es dem spon gar nicht um angebliches „papst bashing“ geht, sondern um hetze. undifferenziert den islam und kritiker des papstes in die ecke der bekloppten stellen, ängste schüren und alles in einen grossen topf werfen auf dem steht: „gefahr!“. statt die moderaten kräfte des islam zu stärken, führt eine solche berichterstattung, genauso wie die kläglichen abgrenzungsversuche des papstes gegen den angeblich gewalttätigen islam zu immer neuen konfliktherden und hassbrühe. auf beiden seiten. für mich ist klar: der spiegel und sein onlineableger insbesondere ist genauso ein dreckiges hetzblatt wie die „bild“-zeitung. widerlich, bigott, undifferenziert, einseitig, parteiisch, zum kotzen.
radikale islamisten, gewaltaufrufe, antidemokratische oder frauenfeindliche umtriebe die sich auf den islam berufen müssen entschieden bekämpft und verdammt werden, aber suggestiv und hetzend alles in einen topf werfen bringt uns auch nicht weiter. im gegenteil.
kann man auch eine „bild“-schlagzeile unterschreiben. auch wenn die spacken auf unnötigen pathos nicht verzichten können. ich für meinen teil habe sogar auf geschlechtsverkehr verzichtet, um morgen wählen gehen zu können.
aber viel beschäftigt habe ich mich mit diesen dingen nie. ich gehe mit dem urheberrecht nach gefühl um, wie mit der rechtschreibung — verletze also sicher die eine oder andere regel, hier und da. beim vorherrschenden urheberrecht sei es international, national, amerikanisch oder deutsch beschleicht mich hier und da das gefühl, dass dass alles eventuell nicht ganz in ordung oder gar völlig schwachsinnig sein könnte. vor allem was verleger, die musik- und filmindustrie mit hilfe ihrer lobbyorganisationen so treiben und mehr und mehr den freien zugang und umgang mit kultur, informationen und wissen verbauen, verminen und mit juristen-arbeitsbeschaffungsmassnahmen garnieren. aber ich habe das gefühl, dass dieses creative commons dings eine gute sache sein könnte. wie gesagt. gross beschäftigt habe ich mich damit nie. deshalb steht wirres.net auch nicht unter einer cc-lizenz (meine flickr-bilder stehen allerdings seit einem jahr oder so unter einer cc-lizenz), obwohl ich keine probleme damit habe dass die sachen die ich hier schreibe und veröffentliche anderswo genutzt werden. ich freue mich immer wenn mich jemand fragt ob er etwas bei sich verwenden könne und habe bis jetzt noch nie nein gesagt. solange meine urheberschaft klar erkennbar ist und andere mit meinen arbeiten kein geld verdient wird (ohne mir davon etwas abzugeben). es gibt creative commons lizenzen die soetwas abdecken. und irgendwann guck ich mir dass dann auch mal genauer an.
heute wäre so eine gelegenheit gewesen. einfach lawrence lessig zuhören und dazulernen. aber ich muss zugeben, ich kann dieser theoretischen juristerei nicht so recht folgen. deshalb habe ich nur auf die bildchen die lawrence lessig zeigte geachtet. was er gesagt hat, kann man demnächst sicher bei heise.de lesen und die zwei fleissigen bienchen die die ganze schlüsselrede gefilmt haben werden sicher auch noch einiges dazu veröffentlichen was erheblich klüger als mein mumpitz rüberkommen wird. ich trage dass dann jetzt nach und schaue mir jetzt eine mit kopierschutz, verkrüppelten navigationsfunktionen und regioncode versehene drecks-dvd an.
steinhöfel ist ein *********, ****** *******, ein ********** ********* und media markt auch. warum?
1. lesen 2. spenden 3. was drüber ins internet schreiben 4. darüber nachdenken ob man im media markt (oder den angeschlossenen warenhäusern) wirklich alles so günstig und frisch bekommt wie die werbung suggeriert oder ob man nicht woanders günstiger und mit etwas reinerem gewissen einkaufen kann. zumindest dieser faz-artikel deutet an, dass im mediamarkt fast alles ein wenig teurer als anderswo ist.
zune will den raubkopiern riegel vorschieben und den ipod töten. sagt man ja so, ipod-killer. mit heissem dampf kann microsoft ja umgehen, wenn auch manchmal, naja, ergebnissoffen. fehlt ja noch einiges. einiges ist ja auch schief gegangen. aber den vogel schiessen die „digitales-rechte-managment“-freunde von microsoft diesmal wirklich ab. laut boingboing spielt der zune nur ungeschützte musik ab, also noch nicht einmal von microsoft als „plays for sure“ beworbene, also mit microsofttechnik verschlüsselte und kopiergeschützte, musikdateien. wer also auf microsofts bullshit-marketing reinfiel und sich „playsforsure“ (aka plays for shit) musik gekauft hat, steht nun doof da. schon irre zu was für absurden folgen diese drm-kacke führt. volker weber würde sagen: „Repeat after me: DRM is bad for the customer.“
nach dem 20 uhr panel mit dem saublöden titel „information freedom rules“ war ich ziemlich voll. unerwartet und schon lange nicht mehr erfahren, voll mit euphorie. und mit methanverbindungen. letztere waren der grund warum ich mich nach den vorträgen nach draussen setzte und mir die anschliessende diskussion schenkte. aber die vorträge, insbesondere der von yochai benkler hatten meine aufnahmefähigkeit eh bis ans limit erschöpft.
der vortrag von rishab ayer ghosh mit seinen „cooking pots“ war sehr einleuchtend und in seiner einfachheit fast infantil und doch beinahe genial. kurz, im internet geben blogger, open-source programmierer, kulturschaffende und ähnliche ihre arbeit nicht einfach umsonst weg, sie tauschen — und fast alle glauben mehr von der gemeinschaft zu profitieren als sie ihr geben. schön waren insbesondere die zeichnungen von ghosh, ich vermute er hat sie alle mit dem mund gezeichnet.
hal r. varian hat nicht nur den vornamen von hal faber, sondern auch die liebe zu sich selbst und seiner vergangenheit. sein vortrag bestand aus einem rückblick auf ein zehn jahre altes buch von ihm („[amazon-werbelink] information rules“). er betrieb ein bisschen selbstkritik und ein bisschen eigenlob und war nicht ganz so langweilig wie hal faber und mehr als zustimmend nicken konnte man während des vortrages auch nicht; der mann sagte nix falsches und manches sehr richtiges.
nach dem also auf der bühne ein smarter inder und prototyp des amerikanischen wissenschaftlers standen schien als dritter ein engagierter umweltschützer mit zugewachsenem gesicht auf die bühne zu kommen. yochai benkler ist aber jurist, bzw. lehrt an der yale law school. huch. ein öko-jurist? während seines vortrages der auch hauptsächlich auf einem buch von ihm basierte („the wealth of networks“) wurde ich dann, wie erwähnt, leicht euphorisch und fragte mich ob er dass durch eine perfide technik mit der er meine vorstellungen und vorurteile von netzwerken geschickt bestätigte oder ob an dem was er sagte wirklich etwas dran sei.
er sprach von zwei arten wie informationen in netzwerken entstehen. einerseits auf einer „commons“-basis, also kollaborativ, wie bei der wikipedia und per „peer production“ also von einzelnen, wie bloggern. diese mechanismen hätten mittlerweile eine enorme hebelkraft entwickelt und wichtiger noch, bewiesen, dass sie funktionierten. als beispiele nannte er die open source software apache, die absoluter marktführer bei webserver technologie sei und damit beweise, dass open source nicht nur zuverlässig und belastbar funktioniere, sondern auch kommerzielle produkte überflügeln könne. ebenso hätte wikipedia bewiesen, dass kollaborative, nicht hierarchische informationssammlung funktionieren kann. wer hätte vor 5 jahren gedacht, als jimmy wales anfing, dass das angesehene wissenschaftsmagazin „nature“ die wikipedia auf eine stufe mit der enzyklopedie britanica stellen würde und von beiden behhaupten würde, dass sie bei naturwissenschaftlichen themen „crappy“ work abliefern würden? eben niemand.
in der „peerproduction“, meinte benkler würden sich folgende mechanismen abzeichnen: es bilden sich „communities“, die relevanz, die informationen würden „self selected“ und nicht von irgendeiner höheren instanz ausgewählt, es fänden mechanismen der „trust construction“, „norm creation“ und ständig verbesserte „transparency“ statt. „monitoring“ durch „peer review“ würde etabliert und vor allem funktionieren. statt kraft der eigenen autorität dinge zu behaupten, würde eher das motto „see for yourself“ vorherrschen, eben transparenz und verlinkung im sinne offener quellen. das alles führe zu quasi selbstorganisierender disziplin und „fairness“. und noch ein schöner satz der im laufe des vortrages fiel: „stuff will flow out of connected people“. wenn man benkler sich in rage reden hört, glaubt man tatsächlich, dass dieses ganze internetdings, die vernetzung, das blogdings, und diese ganzen dinge die sich da momentan tun ungeheures potenzial besitzen, bzw. schon lange entfaltet haben. ein wenig esoterische stimmung kam zugegebenermassen neben der euphorie auf, aber das mit den netzwerken, das meine ich mal beim thema neuronale netze gelernt zu haben, ist halt uns linear und sequentiell denkenden wesen auch schwer vorstellbar. nur, es gibt lebendige beweise (im internet) zu bestaunen. natürlich schränkte auch benkler ein, dass jetzt nicht plötzlich jeder ein begandeter pamphlet-schreiber werden würde (siehe auch die 99% schrott these von von blumencronenspon), aber die vernetzen menschen seien eben auch nicht alle intellektuelle lemminge. sein buch (oben schon kurz verlinkt) „the wealth of networks“ steht übrigens unter einer creative commons lizenz frei verfügbar im netz („ausdrucken!“).
ich bin hier auf der wos4 (wizards of oz 4) konferenz für freie und offene dingssachen in berlin. erstaunlich hohe dichte an adipositas und pferdeschwänzen. ein paar ganz dürre menschen sind auch hier. falk r. lücke hat keinen pferdeschwanz, ist aber ebenfalls leicht adipös und hatte gerade keine zeit für ein bier. apropos bier. das gibts hier nicht in flaschen, kost 4 euro und ist warm und schal. opensource bier?
das erste panel in das ich mit einer 0,3er bier-fahne stolperte wurde vom umtriebigen jancko röttgers moderiert. auch hier das eine oder andere technische problem, aber auch ein knapper kurzer hochinteressanter vortrag von john buckman der einen kurzen überblick über seine beiden projekte bookmooch.com (gesprochen buckmuhtsch) und magnatune.com gab. seine präsentation war kurz, knapp und prägnant und machte bereits meinen tag. bookmooch ist kurz gesagt eine peer to peer büchertauschplattform. ich habe mich gleich angemeldet und werde gleich mal „die arbeit der nacht dort rein stellen (artikel in der netzeitung über bookmooch). magnatune ist ein netlabel das sämtliche musik unter eine creative commons lizenz stellt und vor allem nicht nur elktroschrott im angebot hat. alle lieder sind in diversen formaten erhältlich. faszinierend: mit dem verkauf (den preis für ein album legen die käufer selbst zwischen 5 und 18 dollar fest; durchschnittlich bezahlt: 8 dollar fuffzich) und der lizenzierung machen die sogar geld, 50% der einnahmen werden an die musiker ausgeschüttet. john buckman meint, magnatune sei nicht böse. wobei das magnatune logo fast genauso aussieht wie das eines sehr bösen konzerns.
strato versucht sich ja gerade als zuverlässiger blog hoster zu profilieren. bin mal gespannt ob die jemals eine pressmeldung bringen in der robert basic sagt: „Bei bis zu 150.000 täglichen Seitenabrufen zu Spitzenzeiten muss ich mich auf meinen Server jederzeit verlassen können.“
irgendwie ist basicthinking.de bei strato gerade wirklich schwer zu erreichen.deshalb mein alternativtext-vorschlag: „Bei bis zu 150.000 täglichen Seitenabrufen zu Spitzenzeiten muss ich meinen Strato-Server jederzeit verlassen können.“
jochen hatte mich so neugierig gemacht, dass ich das [amazon-werbelink] buch gleich gekauft habe. [amazon-werbelink] thomas glavinic hat mich dann wirklich gefesselt. jochen sprach von „horror“ und da ist was dran. selten hat mir ein buch auf so eindringliche weise abgründe des menschen vor augen geführt und zwar genau so, dass der horror haften bleibt. haften bleibt, wenn man das buch zugeschlagen hat. es hat zu tag-alpträumen geführt. kein happy-end. es hängt mir ähnlich lange hinterher wie damals se7en. kurz. ein lecker buch, in 3 tagen zu verschlingen.
heute früh in der bahn erfahren, dass es ein unternehmen gibt das tatsächlich noch mit disketten arbeitet. mit disketten! und zwar laden die zugbegleiter die reservierungen mit einer diskette in den zug. einen telefonat des zugchefs mit der leitstelle entnahm ich heute früh, dass die übergabe der diskette heute früh im ice hamburg-berlin wohl gescheitert war, so dass die reservierungsdisplays leer blieben. disketten? die bahn ist echt voll 80s. immerhin konnte der zugchef ein handy benutzen und musste nicht auf den telegrafen zurückgreifen.
darauf hat die welt gewartet, aber die sparkasse ist viel zu bescheiden darum einen grossen bohei zu machen; künftig braucht niemand mehr ladegeräte mit durch die gegend zu schleppen, man kann sein handy bei der sparkasse online aufladen. irre!