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also den ti­tel weg­zu­las­sen habe ich vor ner wei­le an­ge­fan­gen. ers­ten weils geht (die RSS-spe­zi­fi­ka­ti­on er­laubt das ei­gent­lich, blog­spe­zi­fi­ka­tio­nen so­wie­so) und zwei­tens weil ich es sinn­los fin­de bei (ein­zel) links den link­ti­tel in die über­schrift zu set­zen und dann aber mit dem blog-per­ma­link von wir­res.net aus­zu­stat­ten. und auch die gru­ber-me­tho­de, den ti­tel nicht mit dem per­ma­link, son­dern dem ex­ter­nal link aus­zu­ge­ben hal­te ich für quark.

des­halb baue ich seit ei­ner wei­le mei­ne (ein­zel) link-ar­ti­kel eben ohne über­schrift/ti­tel und set­ze an den an­fang ei­nen ge­fet­te­ten link zum ori­gi­nal, drun­ter zi­ta­te und mei­nen kom­men­tar.

die „re­post von hähähh“ oder „fav von …“ oder „ant­wort auf“ ar­ti­kel sind ähn­lich auf­ge­baut. ich fand die­se ar­ti­kel al­ler­dings im feed et­was ver­lo­ren — ganz ohne be­zeich­nung, zu­mal das ja im­mer ver­schie­de­ne sa­chen sind. das was ich oben be­schrieb sind ja mehr oder we­ni­ger book­mark-ein­trä­ge oder qua­si-klas­si­sche blog­ein­trä­ge mit ein biss­chen struk­tur (1, 2, 3).

ich woll­te aber auch, wie bei tumb­lr zum bei­spiel, eine ges­te, eine me­cha­nik ha­ben, um et­was, sei es von twit­ter, face­book oder nem blog, ein­fach zu re-pos­ten. so ein re­post lässt sich zwar kaum von ei­nem fav un­ter­schei­den, der ja auch den ur­sprungs­ar­ti­kel/tweet/post zi­tie­ren soll­te um sinn zu er­ge­ben, aber das ist se­kun­där.

dazu kommt, dass die­se gan­zen for­ma­te se­man­tisch for­ma­tiert sind, also als mf2-mi­cro­for­ma­te ma­schi­nen­les­bar sind. ein re-post oder fav lässt sich per web­men­ti­on an die ur­sprungs­si­te über­mit­teln, die das dann eben als fav oder re­post oder men­ti­on (ana­log zum ping) an­zei­gen kann.

bei­spiel:
aa­ron­pare­cki.com/ar­tic­les/2015/04/26/1/html-is-my-api#li­kes
wir­res.net/ar­tic­le/ar­tic­le­view/7772/1/51/
mehr favs und re­posts: wir­res.net/favs/

tat­säch­lich las­sen sich die­se gan­zen ges­ten auch (halb) au­to­ma­ti­sie­ren. ich nut­ze ein book­mar­klet das bei ei­nem auf­ruf ein auf in­sta­gram oder twit­ter den je­wei­li­gen tweet oder das je­wei­li­ge gram favt und dann nen fav-ein­trag bei mir an­legt. mit twit­ter und in­sta­gram funk­tio­niert das su­per, mit blog­ein­trä­gen oder x-be­lie­bi­gen web­sei­ten, so lala, weil es nicht im­mer ganz ein­fach ist ti­tel, de­scrip­ti­on oder bild zu ho­len oder aus­zu­wäh­len.

aber ins­ge­samt fin­de ich es vor al­lem span­nend da­mit zu ex­pe­riem­tie­ren und das alt­her­ge­brach­te ein blog­ar­ti­kel hat nen ti­tel, per­ma­link, in­halt mit links und au­toren auf­zu­bre­chen. war­um nicht von den mech­ni­ken der si­los ler­nen und ver­su­chen die nach­zu­bau­en?

test­wei­se hab ich die­se ant­wort auch gleich im in­die­web-sin­ne ver­ar­bei­tet, wo­bei der tar­get mei­ner ant­wort lei­der et­was sinn­los ist (wir­res.net/7983/#com­ment-2110044026). op­ti­mal wäre es ge­we­sen, wenn du dei­ne ant­wort als ant­wort auf wir­res.net/7983 auf dein blog ge­schrie­ben hät­test, mir ei­nen web­men­ti­on ge­schickt hät­test und ich auf dei­ne blog­post-ant­wort hät­te ant­wor­ten kön­nen. so oder so hab ich mei­ne (et­was wir­re und un­voll­stän­di­ge) ant­wort jetzt nicht nur bei dis­qus, sn­dern auch hier, bei mir zu­hau­se.


ich fin­de du tri­via­li­sierst kunst, wenn du sie auf freu­de, spass, lie­be und frei­heit re­du­zierst. ab­ge­se­hen da­von schützt frei­heit na­tür­lich nicht vor kri­tik und schon gar nicht schützt kunst­frei­heit krea­ti­ves schaf­fen (sei es noch so lei­den­schaft­lich) da­vor, dass man­che men­schen die ar­beit scheuss­lich fin­den oder nichts da­mit an­fan­gen kön­nen. das ab­so­lut schlimms­te ist aber, wenn kunst so schwach ist, dass die künst­le­rin ihre be­deu­tung oder in­ten­ti­on ih­rer ar­bei­ten er­klä­ren muss.


ich hal­te mem­bers-only in­hal­te (der­zeit) für ei­nen kon­zep­tio­nel­len irr­weg, den die kraut­re­por­ter dan­kens­wer­ter wei­se bis­her nur ein paar mal ge­gan­gen sind. ei­ner­seit fin­de ich ex­klu­siv-in­hal­te enorm un­prak­tisch, weil sie mei­ne le­se­ge­wohn­hei­ten (über feeds, book­mark-, oder read-la­ter-diens­te) durch­kreu­zen und es vor al­lem ver­hin­dern, dass ich die tex­te tei­len oder ver­lin­ken kann.

aber vor al­lem sehe ich kei­nen sinn dar­in, et­was für das ich ge­zahlt habe nur ex­klu­siv, bzw. le­dig­lich mit an­de­ren zah­lungs­wil­li­gen le­sen zu kön­nen. das fühlt sich ein biss­chen so an, wie wenn ich eine zei­tung kau­fe und dann die ar­ti­kel nicht aus­schnei­den und ver­schi­cken oder wei­ter­ge­ben kann. wenn ich et­was tol­les ge­le­sen habe, möch­te ich das auch an­de­ren zum le­sen ge­ben kön­nen, am liebs­ten der gan­zen welt al­len die sich po­ten­zi­ell da­für in­ter­es­sie­ren.

wenn ich für et­was be­zah­le, dann be­zah­le ich nicht um es zu le­sen, son­dern um mich an der fi­nan­zie­rung der er­stel­lung zu be­tei­li­gen.

des­halb fin­de ich den an­satz der prenz­lau­er-berg-nach­rich­ten lei­der auch to­tal ir­rig. vor al­lem weil er das le­ben von al­len be­tei­lig­ten kom­pli­zier­ter macht. statt sich bei den mit­glie­dern zu be­dan­ken, dass sie den fort­be­stand der PBN ge­si­chert ha­ben und dann alle ar­ti­kel für alle frei zu­gäng­lich on­line zu stel­len (in­klu­si­ve ei­nes or­dent­li­chen voll­text-RSS-feeds), wer­den die in­hal­te weg­ge­schlos­sen und sind (für ein paar wo­chen) nur für ein­ge­logg­te mit­glie­der sicht­bar. die wie­der­um kön­nen die ar­ti­kel ir­ri­tie­ren­der wei­se auf ar­ti­kel­ba­sis frei­schal­ten und mit an­de­ren tei­len. ich weiss nicht ob ich der ein­zi­ge bin, der die ab­sur­di­tät und wi­der­sprüch­lich­keit die­ses un­ter­fan­gens sieht, aber eine sinn kann ich schwer dar­in er­ken­nen. neue mit­glie­der ge­winnt man so, glau­be ich, nicht.

es gibt mög­li­cher­wei­se eine aus­nah­me. gran­dio­se, hoch­wer­ti­ge, be­geh­rends­wer­te in­hal­te, für die man auch wil­lens ist ei­nen kom­fort­ver­lust in kauf zu neh­men. bei mir ist das noch im­mer die GEO-epo­che, für die ich tat­säch­lich mit­un­ter noch ans ki­osk lau­fe. aber so gran­di­os sind die ar­ti­kel in den PBN oder bei den kraut­re­por­tern eben auch nicht, dass aus­sen­ste­hen­de an den ma­schen des mit­glie­der-zauns rüt­teln und um ein­lass fle­hen.

ich glau­be der an­satz jour­na­lis­ti­sche an­ge­bo­te durch ein abo oder ei­nen mit­glieds­bei­trag zu er­mög­li­chen (statt sie weg­zu­schlies­sen) ist der­zeit (ne­ben der wer­bung) der ein­zig sinn­vol­le weg um jour­na­lis­ti­sche an­ge­bo­te im netz zu fi­nan­zie­ren. alle an­de­ren an­sät­ze bre­chen den nut­zungs­kom­fort, tür­men hin­der­nis­se auf oder füh­ren zu ab­schot­tung (was aber auch sinn­voll sein kann). das ist zu­min­dest so lan­ge der fall, bis wir frik­ti­ons­lo­se, flä­chen­de­cken­de, all­ge­gen­wär­ti­ge ab­rech­nungs­sys­te­me ha­ben, die beim zah­len, oder bei der zu­gäng­lich­ma­chung, kei­nen bruch oder kom­for­ver­lust er­zeu­gen. wir brau­chen zah­lungs­sys­te­me die den be­zahl­vor­gang und die zu­gangs­re­ge­lung qua­si im­pli­zit steu­ern. da­hin ist es aber, glau­be ich, noch ein wei­ter weg.