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sam­wer-poe­sie

felix schwenzel


guar­di­an wech­selt von de­li­cious zu pin­board

felix schwenzel

wow. der guar­di­an hat ei­nen link­dump link­bu­cket in den er links wirft und täg­lich au­to­ma­tisch ei­nen ar­ti­kel mit den links des letz­ten ta­ges pro­du­ziert. bis­her hat der guar­di­an das mit de­li­cious ge­macht. seit ein paar ta­gen mit pin­board. dop­pel­wow.

die grün­de für den wech­sel le­sen sich wie mei­ne und der work­flow ist dem mei­nen auch nicht un­ähn­lich:

We just wan­ted so­me­whe­re we could dump our links and then re­con­sti­tu­te them (via calls to the API and a litt­le bit of PHP scrip­ting using curl) into a post, re­a­dy bright and ear­ly each mor­ning.
[…]
But even­tual­ly ear­lier this week De­li­cious be­gan ad­ding even more de­tail to sa­ved pa­ges (an image of the site; quite why tha­t's thought useful we don't know, but it's their site..) while for hours its ser­vers re­main­ed in­ac­ces­si­ble for our key task - book­mar­king pa­ges.

And tha­t's when the re­la­ti­onship had to end. I had set up a Pin­board ac­count some time back, and paid the re­qui­red amount for it; we'd also kept the ac­count syn­chro­nis­ed so that pa­ges book­mark­ed in De­li­cious would al­re­a­dy be in Pin­board. So we were re­a­dy to go.

A few tweaks to the PHP and we were re­a­dy; and sin­ce Wed­nes­day tha­t's what we'­ve been do­ing.

ich soll­te noch­mal er­wäh­nen wie (und war­um) ich zu­frie­den mit pin­board bin:

  • ich kann be­lie­bi­ges HTML in das an­mer­kungs­feld ein­ge­ben, ohne dass pin­board das aus­fil­tert (de­li­cious macht das). pin­board ren­dert zwar kein HTML, aber das kann man dann ja auch selbst ma­chen.
  • es gab in den letz­ten ta­gen ein paar aus­fäl­le des pin­board-API. da­mit ging das ein­füt­tern der links per ipho­ne-apps (ree­der, in­sta­pa­per) nicht mehr, aber auch die RSS-feeds funk­tio­nier­ten nicht mehr. die aus­fäl­le wa­ren teil­wei­se ein paar stun­den lang („da­ta­ba­se cra­s­hes“), aber mei­ne emails an den sup­port wur­den von maciej ce­g­low­ski in­ner­halb von mi­nu­ten be­ant­wor­tet und da­ten gin­gen auch nicht ver­lo­ren.
  • das sub­scri­ben von be­lie­bi­gen nut­zern, und da­mit das ein­spei­sen von de­ren links in mei­nen RSS-rea­der funk­tio­niert ziem­lich gut. wirkt gut ge­gen die die fil­ter-bubble.

wer mir auf pin­board fol­gen will kann das hier tun, RSS abo­nie­ren geht bei­spiels­wei­se hier. /via


kos­ten­kul­tur

felix schwenzel

eben auf dar­ing­fi­re­ball ei­nen hin­weis auf die­sen sehr er­freu­li­chen text von lou­is ck ge­se­hen. der text ist ein biss­chen schwer zu le­sen, wes­halb es ja re­a­da­bili­ty gibt.

lou­is ck hat in den ers­ten 3 ta­gen wohl über 110.000 mal die auf­nah­me sei­nes auf­tritts im be­a­con thea­ter für fünf dol­lar ver­kauft:

The show went on sale at noon on Sa­tur­day, De­cem­ber 10th. 12 hours la­ter, we had over 50,000 purcha­ses and had ear­ned $250,000, brea­king even on the cost of pro­duc­tion and web­site. As of To­day, we'­ve sold over 110,000 co­pies for a to­tal of over $500,000. Mi­nus some mo­ney for Pay­Pal char­ges etc, I have a pro­fit around $200,000 (af­ter ta­xes $75.58). This is less than I would have been paid by a lar­ge com­pa­ny to sim­ply per­form the show and let them sell it to you, but they would have char­ged you about $20 for the vi­deo. They would have gi­ven you an en­crypt­ed and re­gio­nal­ly rest­ric­ted vi­deo of li­mi­t­ed va­lue, and they would have ow­ned your pri­va­te in­for­ma­ti­on for their own use. They would have wi­th­held in­ter­na­tio­nal avai­la­bi­li­ty in­de­fi­ni­te­ly. This way, you only paid $5, you can use the vi­deo any way you want, and you can watch it in Dub­lin, wha­te­ver the city is in Bel­gi­um, or Du­bai. I got paid nice, and I still own the vi­deo (as do you). You never have to join any­thing, and you never have to hear from us again.

das heisst ob­wohl, oder bes­ser weil er sei­nen film ohne kun­den­ver­ar­schung und tech­ni­schen nut­zungs­be­hin­de­run­gen die man ge­mein­hin DRM nennt ver­kauft und es si­cher­lich ein leich­tes wäre sich auch mühlos eine kos­ten­lo­se ko­pie zu be­sor­gen, wa­ren über 110tau­send leu­te be­reit, fünf dol­lar zu be­zah­len. ich habe das auch ge­macht und tat­säch­lich war der pro­zess so ein­fach wie man sich das wünscht: email-adres­se ein­tra­gen, pay­pal-but­ton kli­cken, zah­len, run­ter­la­den oder im flash-play­er auf der site an­se­hen. ein ex­tra log­in war nicht nö­tig (aus­ser bei pay­pal), aber wer sei­nen coo­kie ver­liert, kann sich mit ei­nem pass­wort das er zu­ge­mailt be­kam neu als zah­ler ein­log­gen und ei­nen neu­en coo­kie ho­len.

ich bin ziem­lich be­geis­tert über die­sen wei­te­ren hin­weis auf eine aus­ge­präg­te be­zahl­kul­tur im in­ter­net. wenn sich die be­nut­zer nicht ver­arscht vor­kom­men fair be­han­delt füh­len, ver­hal­ten sie sich eben­so fair. und zur fair­ness ge­gen­über den be­nut­zern oder kun­den fal­len mir spon­tan die­se aspek­te ein:

  • den be­nut­zern we­der ex­pli­zit, noch im­pli­zit zu un­ter­stel­len dass sie ei­gent­lich die­be sind (und sie nur mit tech­ni­schen mit­eln oder warn­hin­wei­sen da­von ab­zu­hal­ten sei­en).
  • nicht nur an das gute im men­schen ap­pe­lie­ren, son­dern dar­an glau­ben.
  • kei­ne mond­prei­se ver­lan­gen, son­dern an­ge­mes­se­ne, nied­rig­schwel­li­ge prei­se an­bie­ten.
  • nicht wei­ner­lich, son­dern freund­lich und höf­lich dar­auf hin­wei­sen, wel­che ar­beit und in­ves­ti­tio­nen in dem zu kau­fen­den ding ste­cken.
  • kei­nen müll oder üb­rig­ge­blie­be­nes ver­kau­fen, son­dern ei­nen ech­ten wert, qua­li­tät, et­was mit ei­ge­nem herz­blut.

fast poe­tisch wird lou­is ck dann auch noch:

I lear­ned that mo­ney can be a lot of things. It can be so­me­thing that is hoard­ed, fought over, pro­tec­ted, sto­len and wi­th­held. Or it can be like an en­er­gy, fue­led by the de­si­re, will, crea­ti­ve in­te­rest, need to laugh, of lar­ge groups of peo­p­le. And it can be shuf­fled and pu­shed around and poo­led tog­e­ther to fuel a com­mon in­te­rest, jo­kes about gar­ba­ge, pe­ni­s­es and pa­ren­thood.

und jetzt guck ich mir den scheiss erst­mal an.

[sie­he auch was mar­cel weiss schrob]


MVRDV wol­ken­durch­stos­ser

felix schwenzel

im flip­board fand ich in den „co­ver sto­ries“ (hab ich schon­mal ge­sagt, dass ich flip­board ziem­lich toll fin­de?) fand ich ges­tern abend die­sen BBC-ar­ti­kel. in dem ar­ti­kel steht, dass in seo­ul ein ge­bäu­de ge­baut wer­den soll, dass den bren­nen­den, bzw. zu­sam­men­stür­zen­den twin towers des world trade cen­ters in new york ähn­le. ins­be­son­de­re scheint sich seth abra­mo­vitch auf gaw­ker mit der kri­tik am ent­wurf her­vor­ge­tan zu ha­ben. das ist das bild mit dem gaw­ker den ent­wurf kom­men­tiert:

ich weiss nicht, wenn ich mir den ent­wurf von MVRDV und die vi­sua­li­sie­run­gen bei­spiels­wei­se hier an­se­he, fin­de ich den ent­wurf wie fast al­les von MVRDV, ziem­lich gross­ar­tig (bei­spiel ge­fäl­lig?). na­tür­lich spielt der ent­wurf mit der idee ei­ner schwab­bel­den, gas­för­mi­gen mas­se, eben ei­ner wol­ke. in die­sem fall ist die wol­ke wun­der­bar pi­xel­för­mig auf­ge­löst, bzw. ma­te­ria­li­siert und hält die tür­me zu­sam­men. und na­tür­lich kann man eine wol­ke auch als eine rauch­wol­ke an­se­hen. oder im mond ei­nen mann zu se­hen glau­ben — oder wie ein kom­men­ta­tor un­ter dem gaw­ker-ar­ti­kel wun­der­bar auf den punkt be­merk­te, kann man auch ein bild mit koi-karp­fen so be­trach­ten, als wirk­ten die karp­fen ein biss­chen „nut­ten­haft“ (slut­ty). es liegt im auge des be­rach­ters, was er in ein bild oder ei­nen ent­wurf pro­je­ziert.

zum­ndest scheint auf MVRDV ge­ra­de ein herr­li­cher shit­s­torm nie­der­zu­ge­hen, so dass sie sich mitt­ler­wei­le so­gar auf ih­rer face­book-sei­te für mög­li­che as­so­zia­ti­ons­mög­lich­kei­ten ent­schul­di­gen:

MVRDV re­g­rets deep­ly any con­no­ta­ti­ons The Cloud pro­jects evo­kes re­gar­ding 9/11, it was not our in­ten­ti­on.

wor­über ich mich al­ler­dings wirk­lich auf­re­gen kann, ist die web­site von MVRDV. die ist kom­plett aus flash ge­baut und so gut wie un­be­nutz­bar, eine be­nutz­bar­keits-ka­ta­stro­phe.

sie­he auch ar­chi­ti­zer.com.


cha­teau kein pech lot­to

felix schwenzel


fi­scher­insel heu­te früh

felix schwenzel


fern­se­hen

felix schwenzel

ich wer­de heu­te abend mal wie­der fern­se­hen. laut pro­gramm gu­cke ich um 20:15 uhr „ver­ste­hen sie spass?“ bei/mit bei nom24. ver­stan­den habe ich das nicht ganz, aber mög­li­cher­wei­se ist das ge­nau das, was auch den grand prix d’eu­ro­vi­si­on er­träg­lich macht. das on­line-ge­plap­per, bzw. -ge­zwitt­scher von vie­len ver­schie­de­nen leu­ten.

24 Stun­den Fern­se­hen!
Anne und Phil blog­gen 24 Stun­den Fern­se­hen live und wer­den da­bei von wech­seln­den Gäs­ten be­glei­tet. Wenn Mar­cel Reich-Ra­ni­cki das noch er­le­ben könn­te!


D64 404

felix schwenzel

huch. tina ku­low ist bei D64 plötz­lich 404. /via

tina ku­low ver­lässt D64? oder wur­de ge­löscht? raus­ge­wor­fen? war­um 404 und nicht ei­nen klei­nen hin­weis — und sei es ein flos­kel­haf­tes „tina ku­low hat aus per­sön­li­chen grün­den D64 ver­las­sen.“ nichts. kein tweet, kei­ne news, kein hin­weis auf face­book.


vor­bild­lich find ix üb­ri­gens die­se D64-sei­te.


[nach­trag 10:04h]
nach ei­nem hin­weis von nico lum­ma in den kom­men­ta­ren noch­mal ge­guckt und dann doch ge­fun­den: tina ku­low wur­de be­reits vor vier ta­gen in al­ler form per twit­ter ver­ab­schie­det:


#bbpBox_144006341218938881 a { text-de­co­ra­ti­on:none; co­lor:#00b5f1; }#bbpBox_144006341218938881 a:ho­ver { text-de­co­ra­ti­on:un­der­line; }

Tina Ku­low hat sich ent­schie­den, nicht bei D64 mit­zu­ma­chen, da auch be­reits eine Kol­le­gin von ihr da­bei ist.

6.12.2011 12:52 via web Re­p­ly Ret­weet Fa­vo­ri­te 

@D64eV D64

ir­gend­wie ei­gen­ar­tig in­kon­sis­tent, die ar­gu­men­ta­ti­on, dass ein paar pres­se­spre­cher oder lob­by­is­ten pri­vat bei D64 sind, es aber dann ir­gend­wie auch rei­che, wenn nur ei­ner und nicht zwei von face­book bei D64 sind.


link doch!

felix schwenzel

tom kö­nig fragt auf spie­gel on­line beim „Twit­ter-Ser­vice der Deut­schen Bahn“ nach, „ob das Lap­top-Ver­bot [in Spei­se­wa­gen] eine all­ge­mei­ne Kon­zern­richt­li­nie ist - oder le­dig­lich ein ori­gi­nel­ler Ein­fall des ört­li­chen Zug­per­so­nals.“

laut kö­nig ant­wor­tet der „Twit­ter-Ser­vice der deut­schen Bahn“ (ver­mut­lich @db_bahn):

Mit Rück­sicht auf an­de­re Rei­sen­de wur­de die Nut­zung von Lap­tops in der Bord­gas­tro­no­mie ver­bo­ten. Vie­le Kun­den füh­len sich durch das Tipp­ge­räusch be­läs­tigt.

das pro­blem ist nur, ein sol­cher tweet ist per such­ma­schi­ne nicht zu fin­den (mög­li­cher­wei­se bin ich aber auch zu blöd). was ich aber fand, war fol­gen­der tweet:


#bbpBox_145137285007024129 a { text-de­co­ra­ti­on:none; co­lor:#ff0000; }#bbpBox_145137285007024129 a:ho­ver { text-de­co­ra­ti­on:un­der­line; }

@Be­ne­dik­tEl­ser Auch im Bord­bis­tro sind Lap­tops nicht ge­ne­rell ver­bo­ten - auch hier hof­fen wir auf ge­gen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me. /ja

about 7 hours ago via CoT­weet Re­p­ly Ret­weet Fa­vo­ri­te 

@DB_Bahn DB Bahn

ich nei­ge mitt­ler­wei­le dazu, jour­na­lis­ten, die nicht wil­lens sind ihre quel­len zu ver­lin­ken, als blu­ti­ge ama­teu­re oder mär­chen­on­kel an­zu­se­hen.


[nach­trag 10.12.2011]
das sind wohl die bei­den ori­gi­nalt­weets von @db_bahn in ant­wort auf @koe­ni­gist­kun­de (aus den kom­men­ta­ren):
https://twit­ter.com/DB_Bahn/sta­tus/137130938667761664
https://twit­ter.com/DB_Bahn/sta­tus/137134247868772352

wahr­schein­lich sind bei spie­gel on­line ge­ra­de der link­be­auf­trag­te und bei der bahn der kon­sis­tenz­be­auf­trag­te im ur­laub.


watch la­ter

felix schwenzel


fes­ti­val des nach­er­zähl­ten films

felix schwenzel

seit ein paar ta­gen sind ei­ni­ge bei­trä­ge des fes­ti­val des nach­er­zähl­ten films on­line. den ers­ten platz und drit­ten platz hab ich mir be­reits an­ge­se­hen. bei­de sind sehr wit­zig, aber auch sehr lang­at­mig. wo­bei die lang­at­mig­keit, die er­klär­bär­keit auch ge­ra­de der witz an der gan­zen ver­an­stal­tung ist. wenn man sich zu­erst den ers­ten platz von chris­ti­an bran­des an­sieht, der eine „Wer­be­un­ter­bre­chung aus den 90er“ jah­ren nach­er­zählt an­sieht und da­nach (!) ei­nen der wer­be­spots die er nach­er­zählt, er­kennt man das sehr deut­lich. nach­er­zählt ist der spot irre wit­zig, in na­tu­ra ist er nur er­schüt­ternd. wenn mar­cel und kos­mar gleich auf­ge­hört ha­ben auf mei­nem com­pu­ter zu spre­chen, schau ich mir auch platz zwei an. /via


D64, künf­tig dann to­tal trans­pa­rent und kri­tisch

felix schwenzel

ir­gend­je­mand der sei­nen na­men nicht nen­nen will hat auf d-64.org auf „den vor­wurf“ ge­ant­wor­tet, dass D64 lob­by­ar­beit be­trei­ben wür­de. wo die­ser vor­wurf er­ho­ben wur­de wird nicht verr­ra­ten. ob der vor­wurf ir­gend­wo in ir­gend­ei­ner twit­ter­time­line oder in ir­gend­wel­chen kom­men­tar­spal­ten er­ho­ben wur­de bleibt im un­ge­fäh­ren. dort steht ein­fach:

Den­noch wur­den wir mit dem Vor­wurf kon­fron­tiert, “Lob­by­ar­beit” zu be­trei­ben.

mög­li­cher­wei­se be­zieht sich der ar­ti­kel auf d-64.org auf die fra­gen die ich ges­tern ge­stellt habe. viel­leicht aber auch nicht, denn vor­wür­fe habe ich nicht er­ho­ben, ich habe le­dig­lich ge­fragt, wo bei D64 die gren­ze zwi­schen po­li­ti­schem en­ga­ge­ment und lob­by­is­mus ver­läuft und ob die­se tren­nung er­kenn­bar ist. ich habe auch ge­fragt, ob die pres­se­spre­cher von goog­le und face­book sich bei D64 als pri­vat­leu­te oder ver­tre­ter ih­rer fir­men en­ga­gie­ren. das hät­te man kurz und bün­dig be­ant­wor­ten kön­nen:

ja, ste­fan keu­chel, tina ku­low und alle an­de­ren grün­dungs­mit­glie­der en­ga­gie­ren sich vor­nehm­lich als pri­vat­leu­te und nicht als ver­tre­ter ih­rer fir­men. wir wis­sen, dass der ein­druck von in­ter­es­sen­ver­qui­ckung ent­ste­hen kann, wer­den aber dar­an ar­bei­ten un­se­re ar­beit mög­lichst trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar da­zu­stel­len, um die­sem ein­druck ent­ge­gen­zu­tre­ten.

statt­des­sen in 423 wor­te ge­fass­te all­ge­mein­plät­ze (wir schät­zen die fach­li­che kom­pe­tenz von kom­pe­ten­ten men­schen, man kann be­ruf­li­ches und pri­va­tes heut­zu­ta­ge kaum noch tren­nen) und aus­ge­präg­te pam­pig­keit:

Darf ein Mensch, der ei­nen In­ter­net-Job hat, im In­ter­net kein po­li­ti­sches bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment zei­gen, ohne au­to­ma­tisch zum ge­fähr­li­chen Lob­by­is­ten zu wer­den?

im nächs­ten satz dann die lö­sung: trans­pa­renz. al­les künf­tig to­tal trans­pa­rent und kri­tisch wer­den wir auch sein. und

des­we­gen wer­den wir künf­tig bei al­len per­sön­li­chen Tex­ten, die von Mit­glie­dern für D64 ge­schrie­ben wer­den, na­tür­lich auch den Ab­sen­der ver­öf­fent­li­chen.

mit aus­nah­me die­ses tex­tes. der ist an­onym mit dem au­toren­kür­zel D64 ge­kenn­zeich­net.

die­se et­was un­sou­ve­rä­ne, auf­ge­bla­se­ne und in­trans­pa­ren­te art mit kri­tik um­zu­ge­hen stärkt mein ver­trau­en in D64 nicht son­der­lich. die pro­fes­sio­na­li­tät die man von leu­te wie ste­fan keu­chel oder tina ku­low (zu recht) er­war­ten kann, re­flek­tiert sich bis­her nicht mal an­satz­wei­se in die­sem ser­mon.


D64

felix schwenzel

ich ken­ne mich mit lob­by­is­mus, po­li­tik und pu­blic re­la­ti­ons nicht be­son­ders gut aus. aber wenn sich ein „think tank“ grün­det (war­um nicht „denk­fa­brik“?), der die di­gi­ta­li­sie­rung un­se­rer ge­sell­schaft be­glei­ten, be­den­ken und in die po­li­tik hin­ein­wir­ken möch­te, war­um sind dann je­weils die press­spre­cher von face­book und goog­le grün­dungs­mit­glie­der? sind die da als pri­vat­leu­te drin? oder als ver­tre­ter ih­rer fir­men? wo ver­läuft die gren­ze zwi­schen po­li­ti­schem en­ga­ge­ment und lob­by­is­mus? ist die­se tren­nung ir­gend­wie ge­ge­ben? ach, eva-ma­ria kirsch­sie­per ist lob­by­is­tin für face­book?

nichts ge­gen ste­fan keu­chel, tina ku­low und eva-ma­ria kirsch­sie­per, aber ist das ab­we­gig sich dar­über zu wun­dern, ob zwei press­spre­cher und eine lob­by­is­tin von un­ter­neh­men mit mas­si­ven fi­nan­zi­el­len in­ter­es­sen an der ent­wick­lung der di­gi­ta­li­sie­rung, sich am in­halt­li­chem „Kom­pass“ der „Grund­wer­te Frei­heit, Ge­rech­tig­keit und So­li­da­ri­tät“ (aus dem „mis­si­on staement“) ori­en­tie­ren oder vor al­lem am in­halt­li­chen kom­pass des wohl­erge­hens ih­rer fir­men?

im­mer­hin ist der D64-an­spruch recht hoch ge­hängt:

Es gibt in Deutsch­land bis­her kei­ne Par­tei, Strö­mung oder Grup­pie­rung, die in der Lage ist ei­nen um­fas­sen­den netz­po­li­ti­schen Ge­sell­schafts­ent­wurf zu for­mu­lie­ren. Die­se Lü­cke gilt es zu fül­len.

wie will man si­cher­stel­len, wenn die hälf­te der mit­glie­der mas­si­ve fi­nan­zi­el­le in­ter­es­sen mit die­sem „netz­po­li­ti­schen Ge­sell­schafts­ent­wurf“ ver­bin­den, dass die­ser ent­wurf der all­ge­mein­heit dient und nicht nur ein paar un­ter­neh­men?

da gilt es wohl noch ein paar ar­gu­men­ta­ti­ve lü­cken zu fül­len.

[D64 hat ir­gend­wen auf ir­gend­wel­che „vor­wür­fe“ ant­wor­ten las­sen.]


klot­zen und kle­ckern

felix schwenzel

han­no rau­ter­berg fin­det in der zeit ham­burg ver­sin­ke in häss­lich­keit: Schluss mit klot­zig!

lei­der ist „häss­lich“, wie ich fin­de, das un­ge­eig­ne­tes­te wort um die qua­li­tä­ten ei­ner stadt zu be­schrei­ben. war­um häss­lich schön sein kann, das hab ich hier schon­mal auf­ge­schrie­ben. oder auch: die häss­li­chen, bil­li­gen zweck­bau­ten im soho-stadt­teil von new york gel­ten heu­te als schön. ei­ni­ge der zur DDR-zeit ge­bau­ten wohn­hoch­häu­ser in mit­te gel­ten heu­te als irre schick. das cent­re pom­pe­dou wur­de zur er­öff­nung ein­hel­lig als häss­li­cher, die stadt ver­schan­del­der klotz be­schimpft und gilt jetzt als ar­chi­tek­to­ni­scher mei­len­stein.

dis­ney­land hin­ge­gegn ist hübsch und pracht­voll, aber eben nicht echt. und das ist auch oft das pro­blem mit der mo­der­nen ar­chi­tek­tur. sie ist nicht mehr echt, nicht mehr ori­gi­nell, weil ihre funk­ti­on lang­wei­lig, un­ori­gi­nell und gleich­för­mig ist: ar­chi­tek­tur schafft heu­te räu­me für men­schen die am schreib­tisch sit­zen oder in schuh­kar­tons woh­nen.

frü­her hat­ten häu­ser ein­deu­ti­ge funk­tio­nen (la­ger, kon­to­re, müh­len, werk­stät­ten, rös­te­rei­en) und spie­gel­ten ihre funk­ti­on nach aus­sen. was soll ein ge­bäu­de das men­schen an schreib­ti­schen sta­pelt aus­drü­cken? un­se­re ge­sell­schaft braucht klöt­ze um men­schen an schreib­ti­schen zu sta­peln — und so se­hen die städ­te dann auch aus. in­so­fern sind die klöt­ze ehr­lich und des­halb lässt sich das neue (und das alte) spie­gel-ver­lags­ge­bäu­de nicht von dem ei­ner ver­si­che­rung oder bank un­ter­schei­den. ihre funk­ti­on un­ter­schei­det sich nicht. ein bü­ro­ge­bäu­de braucht kei­ne tore oder wa­ren­auf­zü­ge oder wach­tür­me.

an­de­rer­seits hat rau­ter­berg recht. es gibt kaum noch ech­te bau­her­ren und kaum noch ar­chi­tek­ten die sich trau­en dem enor­men kos­ten- und zeit­druck en­ge­gen­zu­stel­len und qua­li­tät zu schaf­fen:

War­um Ham­burg sich so be­din­gungs­los selbst ver­schan­delt? Es liegt vor al­lem an den drei Prin­zi­pi­en, die die­se Stadt re­gie­ren: ers­tens das Geld, zwei­tens das Ge­schäft, drit­tens die Ren­di­te. Al­les muss mög­lichst ef­fi­zi­ent, mög­lichst bil­lig, mög­lichst schnell ge­hen. Schön­heit aber rech­net sich nicht, sie lässt sich nicht in Zah­len fas­sen. Und Bau­her­ren mit ei­nem Sinn für ham­bur­gi­sche Ei­gen­hei­ten sind rar. Nicht sel­ten wech­selt ein Bau­pro­jekt, noch ehe es fer­tig ist, mehr­fach den Be­sit­zer. Eben ge­hör­te es noch der ei­nen Im­mo­bi­li­en-Hol­ding, jetzt schon der nächs­ten, und so ist es kein Zu­fall, dass vie­le der Neu­bau­ten ganz und gar brä­sig in der Stadt her­um­ste­hen: Sie wur­den so ge­plant, von an­ony­men Bau­her­ren für an­ony­me Nut­zer.

und ge­baut wird dann von an­ony­men ar­chi­tek­ten, fleis­si­ge bie­nen, die die vor­ga­ben ein­hal­ten müs­sen oder sich al­ter­na­tiv ei­nen job in der gas­tro­nie su­chen müs­sen.

was hin­ge­gen pas­sie­ren kann, wenn ein ech­ter bau­herr mit ei­ner vor­stel­lung von qua­li­tät baut, kann man sich in ham­burg am jung­fern­stieg an­se­hen, im neu­en ap­ple store.


ge­sund­brun­nen

felix schwenzel


ins in­ter­net schrei­ben

felix schwenzel

die­ser text (heu­te früh schon mal ver­linkt) hat mich sehr ge- und be­rührt. die­ser kom­men­tar von san­níe aber fast noch mehr, weil er eine nicht ganz un­be­rech­tig­te hoff­nung zum aus­druck bringt, die ich in be­zug auf die­ses in­ter­net habe:

Und wenn Du Hil­fe brauchst bei ir­gend­was, schreib es wie­der hier rein - es wird je­mand da sein.


„geis­ti­ges ei­gen­tum“ als kampf­be­griff

felix schwenzel

ich mag den be­griff des geis­ti­gen ei­gen­tums nicht. ein grund da­für ist, dass er die vie­len aspek­te die eine schöp­fung hat auf den aspekt der ver­wer­tung re­du­ziert, also auf den aspekt, der aus ei­ner schöp­fung geld macht. wenn ich ein buch von her­mann hes­se lese, neh­me ich die ideen in die­sem buch voll­kom­men in mich auf. so ist mir das vor 20 oder 25 jah­ren mehr­fach pas­siert (weil ich da­mals meh­re­re bü­cher von ihm las). die ge­dan­ken von her­mann hes­se habe ich beim le­sen ver­in­ner­licht und tra­ge sie seit­dem in mir her­um. und ich gebe sie fleis­sig wei­ter, sie sind teil von mir. die fra­ge nach dem ei­gen­tum von ideen, schöp­fun­gen, ge­dan­ken stellt sich hier erst­mal gar nicht, im ge­gen­teil. ge­dan­ken, schöp­fun­gen, wis­sen, ideen kön­nen nur le­ben, wenn sie ge­teilt wer­den, wenn sie (wei­ter) er­zählt wer­den, wenn sie ver­stan­den oder an­ge­eig­net wer­den kön­nen. ich sor­tie­re die ideen von her­mann hes­se im geis­te nicht in schub­la­den ein auf de­nen her­mann hes­se steht, ich ma­che da­mit, im wahrs­ten sin­ne des wor­tes, was ich will.

ei­gen­tum lebt da­von, dass man es für sich be­hält. ideen, ge­schich­ten, schöp­fun­gen le­ben da­von, dass man sie weg­gibt. an­ders funk­tio­niert ei­gen­tum nicht, aber an­ders funk­tio­niert kul­tur auch nicht. oder um eine idee von erich fromm auf­zu­grei­fen, es geht um ha­ben oder sein.

wenn wir aber nur die ha­ben-sei­te von ideen oder schöp­fun­gen be­to­nen, in­dem wir schöp­fun­gen als geis­ti­ges ei­gen­tum be­zeich­nen und so ei­ner art neo-ma­te­ria­lis­mus fröh­nen, ver­lie­ren wir un­se­ren idea­lis­mus und da­mit un­se­re fä­hig­keit kul­tur zu schät­zen und zu schaf­fen.

das mag sich pa­the­tisch an­hö­ren, aber wie pa­the­tisch der be­griff des „geis­ti­gen ei­gen­tums“ an sich ist, er­kennt man wenn man sich vor­stellt, dass ein schü­ler der in ei­ner ma­the­ar­beit ab­schreibt und von sei­nem leh­rer der ihn da­bei er­wischt, des dieb­stahls geis­ti­gen ei­gen­tums be­zich­tigt wird. reicht es nicht die tat des schü­lers als be­trug zu be­zeich­nen, als un­fair­ness, als un­fein oder mei­net­we­gen cha­rak­ter­los oder faul zu be­zeich­nen? mir fal­len enorm vie­le ad­jek­ti­ve ein um ab­schrei­ben oder pfu­schen ver­bal zu ver­ur­tei­len, aber „dieb­stahl geis­ti­gen ei­gen­tums“ fie­le mir nicht im traum ein.

der jour­na­lis­tin son­ja volk­mann-schluck fällt das wort in ei­nem in­ter­view und ei­ner ver­gleich­ba­ren si­tua­ti­on hin­ge­gen ein. bei ihr hat karl-theo­dor zu gut­ten­berg ab­ge­schrie­ben und sie sagt im spie­gel:

SPIE­GEL ON­LINE: Die Be­hör­de be­grün­det das Ende der Er­mitt­lun­gen da­mit, dass der wirt­schaft­li­che Scha­den der Ur­he­ber, also Ih­rer, nur mar­gi­nal sei.

Volk­mann-Schluck: Die­se über­mä­ßi­ge Ge­wich­tung wirt­schaft­li­cher Aspek­te hal­te ich für falsch. In der Wis­sen­schaft geht es meist nicht um öko­no­mi­sche Be­lan­ge, son­dern um den Schutz geis­ti­gen Ei­gen­tums und auch um den Schutz der Per­sön­lich­keits­rech­te der Ur­he­ber. Gut­ten­berg hat nach den Re­cher­chen von Gut­ten­plag etwa acht Pro­zent sei­ner Ar­beit von mir über­nom­men. Auf 56 Sei­ten fin­den sich dem­nach mei­ne Text­stel­len, dar­un­ter Tei­le mei­ner Glie­de­rung und Schluss­fol­ge­run­gen. Ich füh­le mich auch ohne ho­hen wirt­schaft­li­chen Scha­den aus­ge­beu­tet und be­stoh­len.

dass das quatsch ist hat der surf­guard be­reits sehr schlüs­sig er­klärt:

Das so­ge­nann­te „geis­ti­ge Ei­gen­tum“ an­de­rer zu zi­tie­ren ist in der Wis­sen­schaft näm­lich nicht nur er­laubt, es ist heut­zu­ta­ge so­gar re­gel­mä­ßig un­ab­ding­bar, um Wis­sen­schaft über­haupt be­trei­ben zu kön­nen. Es kann und muss ja nicht jede Ver­öf­fent­li­chung ein So­li­tär zur Elek­tro­dy­na­mik be­weg­ter Kör­per sein.

aus ei­nem text zu ko­pie­ren, nennt man pla­gi­at. aus zwei­en zu ko­pie­ren, nennt man for­schung.
john mil­ton (quel­le)

statt die mum­pitz­wor­te „geis­ti­ges ei­gen­tum“ und „dieb­stahl“ zu be­nut­zen, hät­te son­ja volk­mann-schluck auch ein­fach ross und rei­ter be­nen­nen kön­nen, näm­lich dass gut­ten­berg ge­lo­gen und be­tro­gen hät­te, weil er ab­ge­schrie­ben hat (was OK ist) aber die quel­le nicht an­geg­ben hat (was nicht OK ist). ab­sur­der­wei­se sagt sie selbst, dass sie die „über­mä­ßi­ge Ge­wich­tung wirt­schaft­li­cher Aspek­te“ für falsch hält, be­nutzt dann aber ein neo-ma­te­ria­lis­ti­sches BWL- und ver­wer­ter-vo­ka­bu­lar.

noch ab­sur­der wird ihre aus­drucks­wei­se, wenn man ihre be­haup­tun­gen zu­en­de denkt: sie fühlt sich durch die weg­ge­las­se­ne quel­len­an­ga­be „aus­ge­beu­tet und be­stoh­len“. dem­nach wäre die an­ge­mes­se­ne be­zah­lung für geis­ti­ges ei­gen­tum also at­tri­bu­tie­rung. hät­te gut­ten­berg sie als quel­le an­ge­ge­ben, fühl­te sie sich jetzt nicht „aus­ge­beu­tet und be­stoh­len“.

nur dar­um geht es den leu­ten, die den kapf­be­griff des „geis­ti­gen ei­gen­tums“ ge­prägt ha­ben ja ge­ra­de nicht. leu­te die die­sen be­griff be­nut­zen mei­nen im­mer die ver­wer­tung, also die mo­ne­ta­ri­sie­rung — nicht die at­tri­bu­tie­rung.

oder noch­mal an­ders ge­sagt: wenn ich ein MP3 des neu­es­ten emi­nem-songs in mein blog stel­le und als quel­len­an­ga­be „ak­tu­el­les emi­nem-al­bum“ hin­zu­fü­ge, füh­len sich emi­nem und sei­ne plat­ten­fir­ma dann nicht „aus­ge­beu­tet und be­stoh­len“? im ge­gen­teil. dann füh­len sie sich auch noch ver­höhnt, mah­nen mich ab und be­zich­ti­gen mich erst recht des dieb­stahls. näm­lich des dieb­stahls ei­ner wei­te­ren chan­ce den emi­nem-song zu ver­wer­ten, zu geld zu ma­chen.

mal­te leh­ming schrieb heu­te im ta­ges­spie­gel:

Si­cher, da ist die Sa­che mit dem Pla­gi­at. Das al­lein aber kann es kaum sein. Wür­de dem Volk der Dich­ter und Den­ker tat­säch­lich so viel am Wert des geis­ti­gen Ei­gen­tums lie­gen, wie es in die­sem Fall be­haup­tet, hät­te der Er­folg der Pi­ra­ten­par­tei zum na­tio­na­len Auf­stand füh­ren müs­sen. Denn für Pi­ra­ten ist „geis­ti­ges Ei­gen­tum“ nur ein „Kampf­be­griff der Ver­wer­tungs­in­dus­trie“. Je­der grei­fe im­mer auf Vor­han­de­nes zu­rück, sa­gen sie, die Schöp­fungs­idee sei eine Il­lu­si­on, je­des Werk ein kul­tu­rel­les Ge­mein­gut.

na­tür­lich ist der be­griff des „geis­ti­gen ei­gen­tums“ ein „Kampf­be­griff der Ver­wer­tungs­in­dus­trie“, der ver­schlei­ern soll, dass es nicht um den schutz von schöf­pun­gen geht, son­dern um de­ren ver­wer­tung. es hört sich eben für flach­den­ken­de jour­na­lis­ten we­ni­ger sexy an von „ver­wer­tungs­rech­ten“ als von „geis­ti­gem ei­gen­tum“ zu spre­chen.

wie da­ne­ben leh­ming liegt und was er al­les zu ei­ner bun­ten un­he­ber­rechts­sup­pe durch­ein­an­der­wür­felt, zeigt sich auch dar­an, dass der be­griff des pla­gi­ats im ur­he­ber­recht gar nicht vor­kommt.

das ur­he­ber­recht ist of­fen­bar viel zu kom­pli­ziert um von ein­fa­chen jour­na­lis­ten­hir­nen er­fasst zu wer­den — was den vor­teil hat, dass sie dann umso stand­fes­te­re mei­nun­gen ver­tre­ten kön­nen, sich non­cha­lant über po­li­ti­sche be­mü­hun­gen das ur­he­ber­recht ver­ständ­li­cher zu ma­chen lus­tig ma­chen kön­nen, ohne da­bei rot zu wer­den vor scham über ihre ei­ge­ne be­schränkt­heit. ehr­lich­ge­sagt ist das ur­he­ber­recht auch für klei­ne blog­ger­ge­hir­ne zu kom­pli­ziert — ei­gent­lich für je­den nor­ma­len men­schen — aus­ser ju­ris­ten.

was ich aber ei­gent­lich sa­gen woll­te: ich fin­de der be­griff des „geis­ti­gen ei­gen­tums“ hat die no­mi­nie­rung zum un­wort des jahr­zehnts ver­dient. und wer so denk­faul und ge­dan­ken­los ist, mit dem kampf­be­griff „geis­ti­ges ei­gen­tum“ her­um­zu­jon­glie­ri­en, der muss mit der ge­fahr le­ben kön­nen, dass ich ihn für doof hal­te.


rum, trau­be, nuss

felix schwenzel

rum, trau­be, nuss. pitt sau­er­wein und ka­tia kelm im west­werk in ham­burg.
aus­stel­lung vom 26. no­vem­ber bis 4. de­zem­ber 2011. mon­tag bis frei­tag 17–20 uhr, sams­tag 16–19 uhr, sonn­tag 15–18 uhr und nach ver­ein­ba­rung.


ri­sot­to mit erb­sen und sa­lat und der reis­preis

felix schwenzel

vor ei­nem oder zwei jah­ren habe ich glau­be ich zum ers­ten mal die­ses ri­sot­to von tim mäl­zer nach­ge­kocht. ge­nau­so auf­wän­dig wie im re­zept, bzw. in der sen­dung: erst eine hüh­ner­brü­he ko­chen, dann zwie­beln und knob­lauch und reis an­schwit­zen und 20 mi­nu­ten, kel­le für kel­le die hüh­ner­brü­he zu­ge­ben, crou­tons ma­chen und am ende par­me­san, erb­sen und sa­lat un­ter­mi­schen. das re­zept ist wirk­lich su­per und es hat al­len ge­schmeckt, der bei­fah­re­rin, dem kind und vor al­lem mir.

seit­dem habe ich das re­zept im­mer wie­der ge­kocht und da­bei stän­dig ver­ein­facht. wit­zi­ger­wei­se schmeckt es im­mer noch so gut wie im ori­gi­nal. die ers­te ver­ein­fa­chung war der reis. im su­per­markt wird man ja stets er­schla­gen von der reis­aus­wahl. es gibt spe­zi­el­len ri­sot­to-reis, der so um die drei euro für 500 gramm kos­tet. bis ich ver­stan­den habe, dass man auch ein­fa­chen rund­korn­reis, also milch­reis für 60 bis 80 cent das hal­be kilo fürs ri­sot­to neh­men kann, ver­gin­gen ein paar mo­na­te. um­so­mehr är­ge­re ich mich jetzt, fürs kilo je knapp fünf euro zu­viel ge­zahlt zu ha­ben.

eine wei­te­re ver­ein­fa­chung war die brü­he. selbst ein hähn­chen aus­ko­chen ist zwar hin und wie­der ganz nett und al­lein schon das re­zept von tim mäl­zer da­für ist mund­wäs­sernd, aber das was bei mir am ende raus­kam, war auch nur mit ex­trem viel salz ge­niess­bar. also nehm ich in­stant-ge­mü­se­brü­he von al­na­tu­ra.

die drit­te ver­ein­fa­chung ist das ein­rüh­ren der brü­he. tim mäl­zer und je­der ver­nünf­ti­ge koch emp­fielt:

So viel hei­ße Brü­he zu­ge­ben, dass der Reis be­deckt ist. Of­fen bei mitt­le­rer Hit­ze ko­chen, bis die Flüs­sig­keit fast auf­ge­so­gen ist, da­bei ge­le­gent­lich um­rüh­ren. Mit der rest­li­chen Brü­he eben­so ver­fah­ren, bis der Reis nach 20-25 Min. gar ist.

ich kipp nach­dem ich die zwie­beln den knob­lauch und den reis an­ge­schwitzt habe, das al­les mit 200ml weiss­wein ab­ge­löscht habe die gan­ze brü­he auf den reis und las­se das dann 20 mi­nu­ten auf mitt­le­rer hit­ze ko­chen.

noch­mal al­les zu­sam­men:
ri­sot­to:

  • 1,2 l brü­he
  • 2 knob­lauch­ze­hen (meis­ten nehm ich mehr)
  • 2 zwie­beln
  • 6 el oli­ven­öl (we­ni­ger, snst haut mich die bei­fah­re­rin)
  • 300 g milch­reis
  • 200 ml weiss­wein
  • ½ kopf­sa­lat (ich neh­me meis­ten 2 roma-sa­lat-her­zen)
  • 100 g tief­kühl­erb­sen
  • 80 g par­me­san
  • kei­ne but­ter
  • pfef­fer
  • salz
  • 20 g ge­ho­bel­ter par­me­san

crou­tons

  • 1/3 ba­guette (ich nehm meis­tens zwei schei­ben toast­brot)
  • ½–1 rote chi­li­scho­te (ich nehm eine klei­ne ge­trock­ne­te, wenn ich zwei neh­me höre ich beim es­sen im­mer leich­te stöhn­ge­räu­sche)
  • 1–2 el thy­mi­an­blätt­chen
  • salz


eine oder fünf knob­lauch­ze­hen und zwei zwie­beln fein wür­feln und in oli­ven­öl an­schwit­zen. reis zu­ge­ben und auch an­schwit­zen. be­vor al­les braun wird mit 200 ml weiss­wein ab­lö­schen und rüh­ren bis der wein ein­ge­so­gen ist.

an­der­t­alb li­ter brü­he hin­zu­ge­ben und 20 mi­nu­ten lei­se kö­cheln las­sen. ab und zu um­rüh­ren.

toast toas­ten und in klei­ne wür­fel schnei­den. eine oder fünf knob­lauch­ze­hen in dün­ne schei­ben, chi­li­scho­te in rin­ge schnei­den und zu­erst den knob­lauch und die chi­lis im heis­sen oli­ven­öl ga­ren da­nach die toast­wür­fel und den thy­mi­an zu­ge­ben. kräf­tig sal­zen und drei mi­nu­ten viel be­we­gen und rös­ten und da­nach zur sei­te stel­len.

den sa­lat put­zen und in fei­ne strei­fen schnei­den, die erb­sen aus der tief­kühl­tru­he ho­len und 80 gramm par­me­san rei­ben.

fünf mi­nu­ten vor ende der gar­zeit die erb­sen zum reis schmeis­sen, wenn al­les gar ist topf von der hit­ze neh­men, den ge­rie­be­nen par­me­san un­ter­rüh­ren, kei­ne but­ter hin­zu­fü­gen, sa­lat un­ter­rüh­ren und gleich auf tel­lern ser­vie­ren.

den ri­sot­to­hau­fen auf dem tel­ler mit den crou­tons be­streu­en und noch ein biss­chen par­me­san drü­ber­ho­beln.

hört sich kom­pli­ziert an, braucht aber de­fac­to nicht län­ger als 30 mi­nu­ten koch­zeit, je nach­dem wie schnell man zwie­beln und knob­lauch schnei­den kann.

hier noch­mal das ori­gi­nal­re­zept.


kul­tur­för­de­rung für cur­ry­wurst­stän­de

felix schwenzel

ka­tia kelm:

die jury der kul­tur­stif­tung lehn­te un­ser pro­jekt ab. auf nach­fra­ge be­ka­men wir die er­klä­rung, dass wir zu alt sei­en. man för­de­re eher jün­ge­re kunst.
das er­staun­li­che dar­an war, dass sich die­se äus­se­rung nicht auf ir­gend­ei­ne off­zi­el­le al­ters­gren­ze be­zieht. die gibt es im be­wer­bungs­ver­fah­ren der stif­tung näm­lich nicht. man weiss also gar­nicht, was für die kul­tur­stif­tung “jun­ge kunst” be­deu­tet. (wei­ter­le­sen)

kul­tur­för­de­rung be­deu­tet in ham­burg meis­tens ge­le­gen­hei­ten zu schaf­fen, bei de­nen sich die leu­te be­sin­nungs­los be­sau­fen kön­nen (ha­fen­fest, welt­as­tra-tage, har­ley da­vid­son-tage). oder, wie da­ni­el rich­ter es mal sehr schön ge­sagt hat, kul­tur­po­li­tik in ham­burg führt zu

kon­glo­me­ra­ten aus mist, in de­nen man cur­ry­wurst es­sen kann und nen ham­bur­ger es­sen kann, wo ne blues-rock-band spielt oder ein feu­er­werk statt­fin­det.

bil­den­de kunst in ham­burg wird nach dem tröpf­chen­prin­zip ge­för­dert und die tröpf­chen kom­men kaum bei den künst­lern an. dass bei den künst­lern kaum was an­kommt hat auch hier nichts mit dem ver­korks­ten ur­he­ber­recht oder der po­li­tisch ge­woll­ten be­vor­zu­gung der ver­wer­ter zu tun, son­dern vor al­lem mit ei­nem ver­korks­ten kul­tur­ver­ständ­nis und dass sich die po­li­tik zum gröss­ten teil nicht um künst­ler schert.

po­li­ti­ker for­dern in ih­ren sonn­tags­re­den ger­ne mass­nah­men zur ret­tung von zei­tun­gen, tun aber nichts da­für jour­na­lis­ten ge­gen­über ver­wer­tern zu stär­ken. mu­si­ker sol­len ge­för­dert wer­den, in­dem die ver­wer­ter ge­stärkt wer­den, die wie­der­um trick­reich da­für sor­gen, dass von den ein­nah­men nicht all­zu­viel nach un­ten durch­tropft.

ähn­lich ver­hält es sich bei der kunst, die wird in ham­burg oft ge­ra­de mal so ge­för­dert, dass ein paar räu­me zur ver­fü­gung ste­hen, aber die aus­stel­lun­gen müs­sen die künst­ler dann meist selbst fi­nan­zie­ren. und selbst um die räu­me müs­sen sie kämp­fen.

da hört es sich doch sehr höh­nisch an, wenn man im haus­halts­plan der stadt ham­burg liest:

Die För­de­rung von Kul­tur ist ein un­ver­zicht­ba­rer Teil der öf­fent­li­chen Da­seins­vor­sor­ge und macht eine kul­tu­rel­le Viel­falt und Le­ben­dig­keit jen­seits markt­ge­steu­er­ter Be­lie­big­kei­ten erst mög­lich.

(wo­bei der spruch nicht nur den ein­druck von text­bau­stein­li­te­ra­tur macht)


schlag­zeug

felix schwenzel

was für ein tol­les wort das wort schlag­zeug ist, fiel mir vor ein paar ta­gen auf, als ich die­sen an­schlag sah:

schlag­zeug könn­te ja auch schlagdings heis­sen. oder schlag­ge­döns. war­um heis­sen au­to­mo­bi­le nicht au­to­zeug? oder mi­xer rühr­zeug? schlag­zeug ist tol­les wort. und schlag­zeug spie­len find ich auch gut.