tim mälzer
heute kurz in der oberhafenkantine in hamburg tim mälzer gesehen. er sieht sympathischer aus, als sein auto vermuten lässt. die oberhafenkantine ist übrigens die ankerklause hamburgs. quasi.
heute kurz in der oberhafenkantine in hamburg tim mälzer gesehen. er sieht sympathischer aus, als sein auto vermuten lässt. die oberhafenkantine ist übrigens die ankerklause hamburgs. quasi.
ich blogge manchmal dinge weil ich wenn ich von ihnen höre körperliches unwohlsein verspüre. so zog sich etwas in meinem magen-darm-trakt zusammen als ich erstmals den unglaublich arroganten brief des ethikbeauftragten von transparency international an moni las, genauso wie wenn ich darüber lese, dass bastian sick sich offenbar seine kolummne zusammenklaut. ich kotze dann förmlich vor empörung in mein blog. seit einiger zeit kotze ich regelmässig in mich hinein, heute muss es raus. seit einigen wochen, fast monaten lese ich immer wieder von einer türkischen familie, die nach angaben einer bürgerinitiative aus eltern, lehrern und sozialpädagogen als hervoragend integriert gilt, eine der tochter wurde wegen ihres vorbildlichen engagements in der schule sogar zum bundesköhler eingeladen. diese familie kämpft seit 17 jahren um asyl in deutschland. der asylantrag wurde abgelent, weil der familienvater nicht eindeutig nachweisen konnte, dass er verbindungen zur kurdischen pkk hatte, deshalb in der türkei politisch verfolgt würde und dementspechend in deutschland ein recht auf asyl hätte. nun droht der familie aydin die abschiebung. in einigen tagen läuft die duldung der familie aus, die ausländerbehörde schreibt der familie, dass sie sich pässe besorgen sollen um ausgewiesen werden zu können. zuvor hatte der petitionsausschuss des berliner abgeordnetenhauses für eine abschiebung entschieden, diesmal angeblich weil sich feyaz aydin für die kurdische PKK engagiert haben solle. genau der grund der für die staatlichen stellen nicht überzeugend genug dargestellt wurde um der familie asyl zu gewähren, soll jetzt der grund für die abschiebung sein?
diese ganze posse ist so absurd, so unmenschlich bürokratisch, dass einem der atem stockt. hier wollen die bonzen die sich politiker nennen beweisen, dass sie nach dem gesetzestext und nach dienstvorschrift handeln können. es geht ums prinzip. dass das handeln der beteiligten politiker dazu führen wird, dass die kinder der aydins in einem land aufwachsen, das ihnen unbekannt ist, dass der vater wegen seiner politischen haltung sofort ins gefängniss wandern wird, dass sie in ein land kommen werden in dem der staat kinder wegen der teilnahme an einer demonstration für 24 jahre ins gefängniss stecken will, bereitet den entscheidungsträgern offenbar keine schlaflosen nächte. sie handeln ja nach dem gesetzestext. menschlichkeit zählt bei diesen bürokratischen wichsern offenbar nicht.
mehr dazu von gerd nowakowski im tagesspiegel, oder von alke wierth in der taz. ich kotz jetzt mein bier aus und frage mich ob ich mich demnächst auch abschieben soll.
das der korrekte umgang mit der deutschen sprache noch lange nicht einen anständigen kerl ausmacht ist bekannt. „guten tag, ich werde ihnen jetzt die fresse einschlagen“ ist im endeffekt keinen deut besser als zu sagen „ich hau dich inne fresse.“ dass bastian sick sich zwar fein und korrekt ausdrücken kann ist bekannt, aber dass er sich offenbar völlig hemmungslos an den ideen anderer bedient und sie als seine eigenen darstellt (also keine quelle angibt) ist zwar spiegel-online typisch, aber denoch ganz schön hinterfotzig. nein, eigentlich ist es dumm, denn auch wenn sick glaubt alles was im internet rumstehe könne man sich einfach nehmen und dann vergessen wo man es herhat ist saudumm. dumm wie schifferscheisse. denn irgendeiner merkts immer, zur not diejenigen die das material zusammengestellt haben und vor langer zeit veröffentlichtg haben. wenn die es nicht merken, merkst jemand anders. und die hauen einem das dann um die ohren, der zusammengeklaute text wird verschämt vom netz genommen und 10 konferenzen später wird eine entschuldigung nachgeschoben. und dann steht der sick noch blöder da als er ohnehin schon dasteht.
[via don dahlmann, symbolbild geklaut bei efraimstochter.de]
[nachtrag 03.05.2006]
die taz greift die sick geschichte auf. [via]
alle freuen sich auf die tm-wm. nur ix nicht. da bin ix ganz emanze:
[nach dem kugelritual zelebrieren alle stammesmitglieder in übernatürlicher besessenheit ein orgiastisches fest unerschütterlicher brüderlichkeit.]
ausserdem neu bei franzsiska becker*: postkarten, auch welche zum kaufen.
[* disclaimer: ix habe die webseite von franziska becker gebaut]
heute mal wieder beim lidl gewesen und dort ein super angebot gesehen: eine schabracke (mit felleinsatz). ich dachte immer schabracken findet man in düsseldorf auf der kö, aber so kann man sich täuschen. auch schön, für die intelektuelleren lidl-kunden (wie mich), dort gibt es auch „walking-aufsätze“. leider interessiert mich walken ja nicht so, aber vielleicht gibts ja demnächst auch „gesinnungs-aufsätze“ oder „beziehungs-aufsätze“.
fussball schreibe ich mit doppel-s und geht mir völlig am arsch vorbei. christian ulmen hingegen weckt in mir fan-gefühle. ulmen in herr lehmann, wie er unendlich lakonisch durch den film kroch, ulmen in „mein neuer freund“, einfach grossartig. der junge ist begabt und sieht fast so gut aus wie ich. heute im tagesspiegel hat ulmen dieter hieneß interviewt. extrem lesenswert. genau die frage die ich mir manchmal auch stelle hat er auch gestellt:
Und mir ist dieser Teil des Systems noch immer nicht geheuer. Ich will, dass der Spieler genauso Fan ist wie ich. Denn wen feuere ich denn da an mit der Hertha-Fahne? Eine sich ständig erneuernde Masse aus Athleten und Trainern oder die Beständigkeit des Vereinslogos oder Sie? (weiterlesen)
die antwort ist so mässig befriedigend, aber das interview ist klasse.
ein deutsches youtube? gibts jetzt. brought to you by romania. ja, „deutschlands erste video-community“ (laut pressemeldung) kommmt aus rumäninen. betreut wird das angebot von der bekannten berliner mediaagentur magic internet gmbh die zur zeit weder eine eigene webseite noch einen einzigen google treffer hat. und wer macht die pressearbeit für dieses rumänische vorzeigeunternehmen? tilo bonow, der ex (?) profi-kommunikator-moderator des kreuzberger vorzeigeunternehmens jamba. in guter alter sprecher-manier macht bonow auch keine angaben, zum beispiel zu den besucherzahlen. beeindruckende zahlen hat er aber denoch ausgepackt: am 25. april ist die seite gestartet, laut eigenen angaben sind aber schon 8000 benutzer registriert die schon 5000 „eigene“ videos hochgeladen haben. toll. peter turi überschlägt sich diesmal angesichts der pressemeldung nicht in euphorie und fragt sich „ob die Beachtung von Urheberrechten Teil des Geschäftsmodells ist“. da rümänien ja für seine strengen urheberrechte bekannt ist, gehe ich mal stark davon aus, dass auf die urheberrechte sorgfältig geachtet wird. auch tilo bonow steht ja mit seinem namen und bisheriger arbeit für seriosität, transparenz und solide geschäftsmodelle.
ich kann mir gut vorstellen, dass uns demnächst die erste deutsche klingelton- oder mp3-comunity aus weissrussland oder turkmenistan beglücken wird. web2.0 hat noch die eine oder andere überraschung für uns übrig.
nachdem eric hauth sein führerscheinbild veröffentlicht hat, wollten mcwinkel, viele andere und ich dem auch nicht nachstehen. falls es einer hier noch nicht gesehen haben sollte.
marcel sieht sich von einem abmahner bedroht und wird wohl strafanzeige gegen den wüterich stellen. lustige kommentare hat er auch bekommen (via).
das schlimme: obwohl die situation eher ernst ist, lach ich mich immer kaputt wenn ich marcels beiträge lese. im übrigen sieht er gar nicht so aus wie auf dem foto oben links. er hat wie ich seit damals ein paar kilo mehr fleisch im gesicht und an den hüften.
[dieser beitrag ist ein update zu mahnwahn]
macel vom parteibuch scheint die grössenwahnsinnigen extrem anzuziehen. heute rief ihn jemad an, der meinte marcel die benutzung des wortes „dsquatsch“ (oder so) untersagen zu können, weil er ein patent darauf hätte:
Dirk M. meinte, ich sollte mich das nicht trauen, das stehen zu lassen, denn die einstweilige Verfügung würde mich 6.000 Euro, ihn aber lediglich einen Euro kosten wird. (weiterlesen)
glücklicherweise hat marcel wieder neue katzenbilder.
[nachtrag 25.04.2006]
es eskaliert …
ja. ich benutze „head and shoulders“ und das obwohl ich gar keine haare auf der schulter habe. nur, dass tex rubinowitz auf diesen witz kommen musste, wurmt mich jetzt doch ein bisschen.
99% aller blogger bloggen platitüden.
67% aller gebloggten platitüden sind lesenswert.
89% aller platten kommentare stammmen vom kleinen f.
meinen arbeitsplatz in einem gemeinschaftsbüro in berlin kreuzberg gebe ich ab sofort ab. die bürogemeinschaft besteht aus 3 räumen, mit jeweils 4-5 arbeitsplätzen, einer gemeinsamen küche mit espressomaschine und einem gemeinsamen besprechungsraum. den raum in dem sich mein arbeitsplatz befindet teile ich mir mit 4 anderen. hinter mir sass lange zeit frau frank und da sie auch ihren platz aufgeben will, ist es logischerweise auch möglich zwei plätze zu mieten. dies ist der „plaze“ mit ein paar fotos und hier ist eine kleine auswahl an mitnutzern in der oranienstrasse:
die miete (für meinen platz) beträgt ca. 140,- euro pro monat, das büro befindet sich im hinterhof der oranienstrasse 6 (google map, multimap) und wer interesse hat kann mich anmailen oder martin unter dieser rufnummer anrufen: (030) 308 825 54
90 prozent aller frauen täuschen regelmässig einen orgasmus vor. 40 prozent aller männer täuschen regelmässig eine erektion vor.
es gibt so kleine erinnerungen, bilder die man mit sich herumschleppt, bilder von ereignissen, von situationen die klein und unbedeutend erscheinen, sich aber ganz tief ins gedächnis eingraben. am intensivsten haben sich bei mir bilder eingebrannt die in einer emotionalen situation entstanden, aber oft nur bruchteile einer sekunde dauern. ein blick, eine subtile geste, ein augenblick im wahrsten sinne des wortes, nämlich der blick in die augen eines anderen. oder der winzige augenblick vor einem unfall. oder der kurze augenblick vor dem aufprall.
ein sehr intensives bild, dass immer wieder aus meinem unterbewussten ins bewusstsein schwappt hat seinen ursprung in einem kleinen, unscheinbaren ereigniss das ausser mir wahrscheinlich keiner wahrgenommen hat als ich als rasenäher arbeitete. genauer, ich zog damals, anfang der neunziger jahre mit einer gruppe schwervermittelbarer arbeitsloser jugenlicher durch fulda und mähte dort rasen, schnittt hecken, jätete unkraut, grub gärten um und schichtete trockenmauern auf. das arbeitsamt fulda war der meinung, dass man diese jugendlichen wieder ins arbeitsleben integrieren könne, wenn man sie an regelmässige, sinnvolle arbeit gewöhnen würde. ich war in unserer kleinen gruppe der einzige der einen führerschein hatte, die anderen hatten ihren versoffen oder gar nicht erst gemacht. ausserdem war ich dazu auserkoren, dafür zu sorgen, dass die jungs nicht allzuviele pausen machten und die zugewiesene arbeit erledigt wurde, ich war eine art motivationstrainer für leute die eigentlich lieber am kiosk gestanden hätten um dort dosenbier zu trinken, die fickende, selbsttätowierte ottifanten auf den unterarmen trugen oder auch schon mal dabei erwischt wurden, wie sie rentnern plastiktüten oder brathänchen aus der hand rissen und auf rasenmähen, schippen, schleppen und schnippeln wirklich keine lust hatten. ausserdem musste ich immer alles was nicht mehr funktionierte reparieren (ein motiv, dass sich durch mein ganzes leben, bis heute zieht), so auch einmal einen grossen rasenmäher, irgendein keilriemen war abgesprungen. ich versuchte das scheissding irgendwie wieder auf das antriebsrad zu frickeln, zuletzt nahm ich einen schraubenzieher zur hilfe. kurz bevor ich den riemen tatsächlich wieder auf das antriebsrad bekommen hatte, rutschte ich mit dem schraubenzieher ab und da ich heftig an ihm zog, bewegte sich die spitze ziemlich schnell in die richtung meines rechten auges. kurz vor meinem auge konnte ich meine hand mitsamt dem schraubenzieher stoppen. ausser dass ich leise „scheisse“ sagte, bemerkte niemand irgendetwas. trotzdem ploppt mir seitdem dieser augenblick, das bild wie ich beinahe ein augenlicht verlor, ständig wieder vor mein inneres auge, so intensiv, so selbstvorwurfsvoll und -mitleidig, so schmerzvoll, als hätte ich mir tatsächlich das auge ausgestochen.
ebenso intensiv, obwohl es eigentlich gar nichts mit mir zu tun hat, verfolgt mich das bild des auges das in loius boñuels film „der andalusische hund“ mit einer rasierklinge aufgeschnitten wird. der film, den ich irgendwann mal als 12jähriger in irgendeinem museum sah, erweckt den eindruck, es sei das auge eines lebenden menschen und auch wenn ich jetzt weiss, dass es ein schnitt-trick war und das auge das eines hundes war, ich werde die intensität dieses bildes nicht mehr los. vielleicht bin ich mit augen auch besonders empfindlich. wenn jemand anders im selben raum wie ich ein gerötetes auge hat oder über augenjucken klagt oder einen fremdkörper im auge hat, fängt mein auge augenblicklich auch zu jucken oder zu tränen oder zu reizen an.
manchmal wache ich von der vorstelllung auf, dass ich mit den fingernägeln über nicht mehr ganz glänzenden autolack kratze. die vorstellung allein sorgt bei mir für eine gänsehaut, komischerweise ist der autolack meist giftgrün. das bild schleicht sich manchmal unvermittelt von hinten an und bleibt manchmal stundenlang vor meinem auge stehen.
besonders gut kann sich der mensch offenbar an gesichtsausdrücke der verwunderung oder überraschung erinnern. man kann es leicht ausprobieren: einfach an einer vielbefahrenen strasse gegen den verkehr entlanggehen und die entgegenkommenden fahrer mit hochgerissenem arm grüssen. auch wenn die autos mit 60 oder 80 kilometern pro stunde an einem vorbeirasen, man erinnert sich immer an den gesichtsausdruck des fahrers, so als hätte man ihn für 30 sekunden studiert oder als hätte man ein photographisches gedächnis. ganz abgesehen davon, dass alle fahrer zurückgrüssen.
dieses phänomenenale menschliche gesichtsausdrucksgedächnis muss auch der grund sein, warum ich mir, insbesondere in emotional aufgeladenen situationen, gesichtsausdrücke so gut merken kann. ein gesichtsausdruck den ich seit wochen nicht los werde ist eine mischung aus überraschung, gerade verflogener guter laune, verletztheit und verwirrung. mich schmerzt dieses bild, es bereitet mir ein unglaublich schlechtes gewissen, obwohl ich weiss, dass die eignerin des gesichts schon lange gras über den augenblick hat wachsen lassen. aber ich war der auslöser, mit einer unbedachten, überreagierten äusserung, einem satz, habe ich den verstörten augenblick ausgelöst und den vorherigen, fröhlichen zerstört. wie zur strafe, wie zur mahnung hängt mir dann das bild jetzt wochenlang hinterher, vielleicht verlässt es mich nie wieder.
und vielleicht ist das auch gut so, wahrscheinlich sind diese bilder, diese gefrorenen augenblicke einfach warnungen, mahnungen vorsichtig zu sein, rücksicht zu nehmen, sich stets zu merken, dass der menschliche körper und die seele fragil und sterblich sind und dass die liebe zwar ein üppiges gewächs sein mag, aber eben auch ein ganz zartes pflänzchen ist.
die deutschen scheinen unterlassungsaffin zu sein:
Etwas weniger bekannt ist dieseListeder Electronic Frontier Foundation, aus der hervorgeht, dass über drei Viertel der seit September 2005 bei Google eingegangenen Unterlassungsanordnungen aus Deutschland stammen. (weiterlesen)
witzig auch was ein in der schweiz ansässiger, wahrscheinlicher anwalt (oder witzbold) der frau schnatterliese unter weglassung einer ordentlichen kanzleiadresse so schreibt, weil ein kölner boutiquenbesitzer meint er rieche nicht schlecht aus dem mund und allen die das behaupten eine berührung seiner „vitalen geschäftlichen interessen“ unterstellt.
thomas kapielskis writersblog bei zweitausendeins. ich glaub ich druck mir das aus und les das inner ubahn, auf dem weg zur und von der arbeit. aufmerksam drauf geworden durch den blogtalk mit till tolekemitt.
ursula von der leyen möchte „eckpunkte für eine wertegebundene erziehung“ mit „den beiden großen Kirchen“ erarbeiten. sie möchte ihr „bündnis für erziehung“ vorerst ausschliesslich mit den beiden christlichen kirchen zimmern, um „Bausteine“ für eine erziehung die sich an „werten“ orientiere hinten raus zu bekommen. ab herbst dürften auch vertreter anderer religionen mitzimmern. da stellt sich doch die frage was die grinsebacke sich dabei gedacht hat, gerade bei einem verein nach erziehungstipps zu fragen dessen leitenden angestellten nicht nur in den usa hundertfacher kindesmisbrauch vorgeworfen wird, sondern in den letzten jahren allein in irland über hundert repräsentanten wegen kindesmishandlungen verurteilt wurden, ein verein der noch vor wenigen jahren nichts gegen prügelde nonnen und priester in katholischen kinderheimen unternahm und nach wie vor vertuscht und abwiegelt wo es nur geht.
und wie kommt von der leyen eigentlich darauf, dass es ethische werte nur im rahmen von religion geben würde? womöglich auch nur im rahmen christlicher religion? das frage nicht nur ich mich. jetzt sind juden und muslime „erzürnt“ schreibt die zeit, was ist mit den hunderttausenden menschen die durchaus werte für sich in anspruch nehmen, aber auf die institutionalisierten religionen scheissen?
natürlich ist die zusammenarbeit mit vereinen ganz angenehm, die sich trotz des bezugs auf „ewige werte“ auch immer gerne mal ein bisschen an die politischen gegebenheiten und gesellschaftlichen normen anpassen. das führte schon früher zu ganz hübsch viel konsens, händchenhalten und legitimation:
In einer Caritas-Festschrift über die katholische Kinder- und Jugendfürsorge hieß es bereits in den dreißiger Jahren: Dem Fürsorgezögling „darf es schon in Fleisch und Blut übergehen, dass die Arbeit in Gottes Auftrag geschieht und nicht bloß klingende irdische Münzen einbringt, sondern auch den ewigen Lohn bedingt. Das Wort »Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen« darf den Eingang jeder Werkstätte zieren.“ (quelle)
natürlich haben sich die kirchen verändert, tun gutes und rufen mittlerweile auch nicht mehr zum krieg gegen ungläubige auf, aber ist es nicht auch so, dass in demokratischen staaten religion und staat streng getrennt sind, ist diese säkularisierung nicht genau das, was wir immer als den grund für die überlegenheit und stabilität westlicher demokratien gegenüber irgendwelchen irren kirchenstaaten ins feld führen?
also ich kann auf die expertise der grossen kirchen in erziehungsfargen gut verzichten, insbesondere wenn sie händchenhaltend mit der regierung daherkommt. obwohl ich an von der leyens initiative trotz aller rückwärtsgewandheit und spalterischer idiotie auch etwas gutes abgewinnen kann: von der leyen arbeitet mit der laut dem jesuiten hermann kügler „grössten transnationalen schwulenbewegung“ zusammen. das hat — muss ich zugeben — auch was progressives. so gesehen.
paulsen herzzereissend. lu beim friseur (via). ist bastian sick osterhase1980? egal, hauptsache gude laune.
[junge, junge.ix bin zu blöd zum linken. jetzt stimmen text und links, nach 4 stunden.]