obama als nyan cat.
alles
making a murderer s01e03

empörend und unfassbar, was man in dieser folge zu sehen bekommt. dramaturgisch ist das brilliant gemacht, man sieht eine seite der geschichte nach der anderen, zuerst wachsen die zweifel an der integrität der polizei und ihren ermittlungen, dann wachsen die zweifel an der unschuld von steven avery, als die polizei in einer pressekonferenz thetralisch einen belastungszeugen vorstellt, mit dessen hilfe die polizei es schafft die öffentliche meinung gegen steven avery aufzubringen. da ist man als zuschauer wirklich sehr hin und hergerissen, im wahrsten sinne des wortes.
als dann aber die vernehmungsvideos des hauptbelastungszeugen gezeigt werden, schlägt das pendel wieder um in empörung über die polizeiarbeit. dramaturgisch, wie gesagt, ist das brilliant gemacht. nach dieser folge ist man erschüttert und fassungslos. in einer fiktionalen fernsehserie würden die verteidiger spätestens in der nächsten folge gekonnt argumentieren und die vorgeblichen beweise der polizei und staatsanwaltschaft zerkrümmeln. aber als zuschauer ahnt man: that’s not gonna happen.
die verteidiger von steven avery, angeblich die besten, werden in der nächsten folge gegen die wand fahren. das ist so klar wie hühnerbrühe.
die situation, die realität, die einem hier gezeigt wird, ist unerträglich, niederträchtig, erschütternd und kaum auszuhalten. in einer fiktiven fernsehserie könnte man soetwas gar nicht zeigen, weil niemand glauben würde, dass soetwas möglich ist. und das ist auch der grund, warum ich mir im fernsehen lieber fiktive kriminalfälle ansehe — die sind einfach nicht so frustrierend.
modern family s07e10

3 parallel erzählte geschichten, eigentlich wie üblich bei modern family, unterhaltsam und freundlich und mit ein paar gags versehen, teilweise ganz guten.
bei der gelegenheit könnte ich eigentlich mal erwähnen, wie grossartg ich das ensemble von modern family finde. vor allem die kinder, denen man ja über die jahre beim wachsen und immer besser werden zusehen kann. auch die tochter von mitchell und cameron bekommt mittlerweile grössere sprechparts und obwohl ihr etwas dick aufgetragenes spielen immer sehr auffällig ist, machen das drehbuch und die gags, die ihr in den mund gelegt werden, die fehlende beiläufigkeit ihres spiels voll und ganz wett.
in dieser folge war übrigens auch ray liotta als er selbst dabei und wirkte erstaunlicherweise gar nicht furchteinflössend, wie sonst, wenn ich ihn sehe.
@ballaschk naja, ich stecke in die (volltext) feeds auch mindestens so viel mühe wie in die seite selbst. /@henningkrause
frohen neuen monat!
warum feiern wir eigentlich immer nur den jahreswechsel? wie wäre es künftig auch die monatswechsel zu feiern? mit monatsrückblicken, sauferei, tischfeuerwerk? der monatserste wäre dann immer ein feiertag, neumonat, und es gäbe die möglichkeit für unzählige neue fernsehshows: der satirische monatsrückblick januar, die schönsten momente im februar, ARD märzrückblick, das waren die grössten tops und flops im april, und so weiter.
den letzten monatstag könnte man dann nach prominenten benennen, die an diesem tag verstorben sind. den 31. januar, zum beispiel, könnte man fawkester nennen, den 28. februar palmester (oder dieses jahr den 29. februar worcester).
limitless s01e12

so wie bones (quasi) streng wissenschaftlich ausgerichtet ist, ist limitless streng liebenswürdig ausgerichtet. alles an der serie ist liebenswert, vor allem die hauptrolle. sogar die hälfte der verbrecher die brian finch im auftrag des FBI verfolgt, sind liebenswert und nett, die andere hälfte befindet sich in der grauzone zwischen liebenswürdig und arschloch. selbst der strippenzieher im hintergrund, senator edward morra, gespielt von bradley cooper, ist bis zur elften folge ambivanlent gezeichnet (in der elften folge dann ein bisschen weniger ambivalent).
die grundidee, der rote faden, der serie ist eine fiktive droge namens NZT, die bei ihren konsumenten einerseits das volle potenzial ihres gehirns aktiviert und andererseits schreckliche, körperliche nebenwirkungen hat. in jeder folge löst die (liebenswerte) hauptfigur brian finch, einen (oder mehrere) FBI-fälle — auf vom FBI verabreichten NZT. auf NZT hat finch ein fotografisches gedächnis und seine geschärfte wahrnehmung und intelligenz lässt ihn die kriminalistische FBI-arbeit beinahe nebenbei erledigen.
ich weiss, das hört sich alles völlig blödsinnig an und so kommt es einem in der serie meisten auch vor. immerhin wird die blödsinnigkeit der story immer wieder ironisch gebrochen und sowohl die erzählten geschichten, als auch der in der serie gesponnene rote faden, sind interessant (und liebswert) genug, dass mich die serie bei der stange halten kann. vor allem ist die serie, auch wenn sie im prinzip nur mittelgut ist, handwerklich sehr, sehr ordentlich gemacht; sauber gespielt, mit logikfehlern, aber sauber (und divers) erzählt und inszeniert. trotzdem kann ich mich nicht durchringen limitless mehr als 2 punkte zu geben. das sind sozusagen zwei gute punkte, mit tendenz zur drei. ohne punktvergabe könnte man die serie in etwas auf dem niveau von bones ansiedeln. solide unterhaltung, die sich mühe gibt nicht allzu blöd zu sein, aber ihren anspruch und ihre experiemtierfreude für ein breites publikum flach hält.
bradley coopper hat zwar nur eine nebenrolle, die gerade mal alle 4 bis 5 folgen in erscheinung tritt, aber immerhin: bradley cooper. in sachen gesichtsbehaarung scheisst cooper übrigens auf die seriencontinuity und trägt mal vollbart, mal babyface und mal dreitagebart. am ende der elften folge zeigt sich, dass er in der serie möglicherweise bald eine grössere rolle übernehmen wird, allerdings eine, bei der er nicht unbedingt immer dabei sein muss oder den wöchentlichen dreharbeiten beiwohnen muss.
noch ein letzter gedanke, den ich hier erstmal nur notieren möchte und vielleicht später weiterdenken werde: man kann die serien-droge NZT auch, wenn man will, als eine parabel auf auf die digitalisierung sehen. wie NZT, gibt uns die digitalisierung möglichkeiten und fähigkeiten an die hand, die noch vor wenigen jahren undenkbar waren. nicht alle haben zugriff auf digitale werkzeuge, nicht alle vertragen die nebenwirkungen und vor allem gibt die digitalisierung (oder die droge) ihren benutzern so grosse vorsprünge und vorteile, dass tiefliegende gesellschaftliche konflikte und ungerechtigkeiten von ihr vertieft und sichtbar werden. höchstwahrscheinlich interpretiere ich hier viel zu viel in die serie rein.
[nachtrag 07.01.2016]
jetzt erst gesehen. es gibt einen film von 2011 namens limitless — mit bradly cooper als „eddie morra“— in dem es, laut imdb, um eine mysteriöse pille geht, die den benutzer 100% seiner hirnkapazität zugänglich macht. limitless auf CBS ist also eine art spinoff oder weiterspinnen des films.
[nachtrag 23.01.2016]
den film limitless hab ich jetzt gesehen.
the expanse s01e05

kaum ein wort verstanden, kapiere nicht um was es geht. aber schön anzusehen ist es definitiv, auch wenn die darstellung der schwerelosigkeit mit zunahme der serienlaufzeit immer schlampiger wird.
recht hat er da, der sven lennartz. in seiner kommentarsektion hat er natürlich „dreckige englische Sprachreste“, bzw. das „doofe“ amerikanische uhrzeitformat. ist sicher ironisch gemeint:

[nachtrag 08.01.2016]
repariert:
@diplix jop, ist mir nie aufgefallen. Man findet immer was ... Ich habs umgeschaltet. Danke für die Durchsage!

gestern abend, #aufdemwegnachhause #weisseweihnacht
slate.com: Are GMOs safe? Yes. The case against them is full of fraud, lies, and errors.

peter skrodolies in meinen kommentaren:
Dieser Artikel von William Saletan hat mich dazu geführt, für GMO zu sein. Saletan's Twitter Bio ist "When people say 'don't go there.' I go there" - das finde ich ganz entzückend.
der artikel von william @saletan (vom juli 2015) ist sehr lang, aber auch sehr überzeugend. ich bleibe grundsätzlich (natürlich) skeptisch, ebenso, wie ich grundsätzlich nichts gegen genmanipulationen habe, auch wenn sie vom menschen durchgeführt werden. einerseits weil das erbgut von organismen sowieso seit jahrmillionen durch umwelteinflüsse, gifte, strahlen und geschlechtsverkehr brutal manipuliert und mutiert wird und andererseits, weil genamanipulation eine der ältesten kulturtechniken der menschheit ist. und manche menschen essen die produkte dieser jahrtausendealten genmanipulation angeblich sogar; zumindest habe ich davon gehört, dass chinesen hin und wieder hundefleisch essen.
meine skepsis bezieht sich eben nicht auf die genmanipulation selbst, sondern vor allem auf bestimmte effekte die die industrialisierung des essens (ebenso wie im technologiesektor) mit sich bringt: patentmissbrauch, kommerzialisierung und privatisierung von natürlichen resourcen oder öffentlichen gütern — oder die geringschätzung von artenreichtum (siehe zum bespiel dw.com: „Den Kartoffelreichtum in die Zukunft retten“).
aber selbst die industrialisierung der nahrungsmittelproduktion mag ich seit diesem artikel (erstmals verlinkt vor einem monat) nicht mehr so skeptisch sehen: industriell erzeugte lebensmittel sind unterm strich resourcenschonender und zukunftsfähiger als obst und gemüse aus traditionellem, regionalem anbau. und schmecken nicht unbedingt schlechter, im gegenteil.
oder anders gesagt: was in der gentechnikdebatte vor allem fehlt, ist differenzierung und das unterlassen von panikmache („fearmongering“) und FUD-techniken — auf allen seiten.
(die gegenrede zu saletans artikel lässt sich leicht googeln, hier ein beispiel.)
making a murderer s01e02

ich kann nicht wirklich sagen „die spannung steigt“, weil die spannung war auch schon in der ersten folge sehr präsent. aber zu sehen, wie sich diese geschichte entwickelt, ist auf sehr vielen ebenen erschütternd. und durchaus ambivalent und offen erzählt. nichts ist klar, aber ein ganz mieses gefühl tropft aus allen ritzen.
bones s11e05

bones ist so berechenbar und vorhersehbar, wie es die deutsche bahn mal war. immer der gleiche ablauf. leichenfund, ermittlungen, ein bisschen hin und her, ein paar verhöre, ein kleiner dreh, fall gelöst. das ist einerseits nervig und auch ein bisschen langweilig, aber meist gerade so gut erzählt, dass ich mich nicht gezwungen fühle abzuschalten. im gegenteil. die berechenbarkeit beruhigt ungeheuer. am ende der folge ist der fall immer gelöst und alles, mehr oder weniger beim alten. manchmal dauert ein fall auch zwei folgen, aber äusserst selten.
diese folge war keine ausnahme, ein bisschen vorgeplänkel, ein leichenfund, ein, zwei harmlose, ein bisschen eklige fleisch- und leichenstücke. ermittlungen, fertig. diese folge hatte allerdings einen kleine serienüberschenidung mit der serie sleepy hollow. das war ein bisschen witzig, aber insgesamt unspektakulär. jetzt weiter mit making a murderer.






