eigentlich sollte man aus protest konsequent auf der strasse laufen. die wahrscheinlichkeit, dass einem ein auto die knochen bricht, ist im berliner winter vermutlich geringer als das risiko, sich auf dem auf den gehwegen ausliegenden eis zu zerlegen.
gestern hat mir der youtube algorithmus vorgeschlagen doch mal zu gucken „what really happend to christopher lambert“. mit christopher lambert verbinde ich in erster linie subway (nicht wie einige andere den highlander), ein film von 1985 von luc besson. während ich das video über christopher lamberts leben auf youtube sah, dachte ich mir: subway kannste eigentlich noch mal gucken. das letzte mal, dass ich den gesehen habe ist jetzt so um die 40 jahre her, mal gucken wie der film gealtert ist.
obwohl eigentlich gingen mir ganz andere fragen durch den kopf. damals hat mich der film emotional gepackt, ich glaube ich war bestimmt eine woche lang high von dem film. regt sich in mir noch was, wenn ich den jetzt gucke? wird’s peinlich? um was ging der film nochmal?
also hab ich amazon 4 euro in den rachen geworfen und mir den film „geliehen“. um was der film geht weiss ich, nachdem ich ihn gesehen habe, immer noch nicht, aber das ist auch unerheblich, weil der film eigentlich nur die pariser ubahn zeigen und ein paar junge schauspieler gut aussehen lassen will. eigentlich ist er ein musikvideo in spielfilmlänge. das erklärt auch die emotionale reaktion, die ich auf diesen film damals hatte. musikvideos sind darauf ausgelegt emotionale reaktionen auszulösen und gut gemachte musikvideos haben das dann gelegentlich auch geschafft.
am anfang vom film war ich noch ein bisschen kritisch und suchte fehler. wie kann fred beim herumstreunen in der ubahn-infrastruktur einfach einen safe sprengen, obwohl er vorher, ganz offensichtlich nichts als einen anzug am leib hatte? später fiel mir dann auf, dass er ständig einen halfter mit ein paar stangen sprengstoff am leib trug, auch wenn er schlief.
dann war ich irritiert, weil der film kaum einen gedanken zu ende führte und ständig abrupt schnitt, wenn sich eine handlung zu ergeben schien. dann kam mir der gleiche gedanke, der mir kürzlich bei fallout kam: mir reicht’s eigentlich die bilder anzuschauen und den figuren bei ihrem treiben zuzusehen. handlung und dialoge sind sekundär bis egal. das scheint sich damals auch luc besson gedacht zu haben, denn handlung und dialoge sind spartanisch. und das funktioniert heute noch genau so gut wie damals.
wirklich grossartig sind die bilder. der film spielt zu 95% unter tage, im gewirr der pariser ubahn-infrastruktur. soweit ich verstehe, wurde der film auch tatsächlich vor ort, in der pariser ubahn, gedreht und nicht im studio. und das sieht man auch, alles wirkt hyperrealistisch und gleichzeitig surreal und vertraut. auch erstaunlich: die ubahn des paris der achtziger ist der ubahn des berlin von heute gar nicht mal so unähnlich.
jetzt, 40 jahre später, stelle ich fest, dass die achtziger, wenn sie ordentlich fotografiert sind, auch gar nicht so peinlich aussahen wie in meinen fotoalben. die unterschiede sind andererseits deutlich: es wird andauernd und überall geraucht, kamera-überwachung schien es zwar in ansätzen gegeben zu haben, aber so richtug scheint sie damals noch nicht funktioniert zu haben.
ich finde der film ist gut gealtert und mir war es dann gar nicht peinlich, dass ich den film damals so gut fand. ich hab den damals zwar in der deutschen synchronisierung auf einem niedrig auflösenden CRT-display im linearen fernsehen gesehen und jetzt, quasi wie im kino, auf einem hochauflösenden bildschirm 60 zentimeter vor meinem gesicht. aber er funktioniert damals wie jetzt und unabhängig von der projektionsmethode. der film hat kaum handlung und sinnvollen dialog und zeigt eher als dass er erzählt. damit ergibt sich einiges an projektionsfläche. ich merkte oder erinnerte dann auch, was mich damals so packte. ich weiss nicht ob das ein achtziger jahre ding ist, aber einen taugenichts wie fred zu sehen, der die annehmlichkeiten und die infrastruktur der gesellschaft zwar gerne nutzt, sich ihr und ihren regeln aber verweigert, war für mich damals ein starker anknüpfungspunkt. möglicherweise wollten wir damals irgendwie alle so sein wie fred und hélèna.
und es war schön jean reno und isabell adjani in jung zu sehen, christopher lambert wirkte wie ein alter bekannter — die pariser ubahn sowieso — und trotzdem hielt sich bei mir die nostalgie auf einem erträglichen niveau. vielleicht war das auch schon damals die essenz des film: er hat bereits in den achtzigern nostalgie nach den achtzigern erzeugt.
das grösste kunststück ist natürlich das ende. quasi ein virtuelles happy-end das keins ist und gerade deshalb ungeheuer zufrieden oder euphorisch macht. was mir auch jetzt erst auffiel, die klammer mit der besson den film einrahmt und im prinzip bereits auf der ersten titel-karte das ende des films framed: do be do be do, mah na mah na.
@MendItMark versucht ein altes autoradio aus einem ferarri zu reparieren ich schaue ihm dabei sehr gerne zu. das hier ist der erste teil (teil 2).
yakir aharonov, der 1959 mit david bohm den aharonov-bohm-effekt erstmal beschrieben hat wird am ende gefragt:
I read somewhere that the reason you decided to do the AB effect was that you didn't really think potentials were something that was just a mathematical tool like most scientists believe.
That is correct. I was very ignorant, luckily. Sometimes it's good not to know too much.
Do you want to make your own nacho cheese (queso dip) that melts as smooth as the store-bought stuff, but uses real cheese? Of course you do! All you need is your favorite cheese, a few teaspoons of vinegar, and Alka Seltzer. Yes, Alka Seltzer. This cheese sauce tastes of pure cheese, and it's bomb proof. Make a big batch and refrigerate it. Nuke it in the microwave over and over. It just melts back into smooth, molten cheese. Enjoy!
Recipe: (1) Combine 3 Alka Seltzer tablets (aspirin-free, flavor-free) with 6 teaspoons (60g) of distilled vinegar. Let this react until fizzing stops. (2) Grate 6 oz / 170 g of medium-hard cheese, like cheddar. (3) Pour Alka Seltzer mix into pot and stir in cheese over medium heat until soft and melted. (4) Adjust to desired consistency with water, about 3 oz / 85 g. (5) Stir in your favorite chili peppers and enjoy!
ich schliesse mich der empfehlung von john gruber an:
you’re going to love […] the essay. This is one for the ages. It’s so good.
diese idee hat mir besonders gefallen, auch wenn sie mit etwas mühe bereits heute auf fast allen geräten konfigurierbar ist (und ich fast alle geräte auf still geschaltet habe)
5) Ship a real “quiet mode”
Not “quiet except for what we care about.” Quiet. No popups. No tours. No surveys. No “news.” No nudges. If the product is genuinely valuable, quiet mode should improve retention, because it respects the user’s attention and intent. Also, it’s a nice forcing function. If your product can’t stand on its own without constantly poking the user, that’s a signal. Maybe not the signal you want, but definitely a signal.
ich fand die erste staffel von fallout gut (die zweite, die gerade läuft auch) und kann die serie empfehlen. was mir neben der tatsache, dass die serie nicht langweilt wirklich gut gefällt ist die detailliebe beim weltenbau. die kulissen, die bilder sind so gut, dass ich mir die serie sogar ganz ohne handlung und dialoge vorstellen kann. einfach nur still und leise den leuten zuschauen bei dem was sie im wasteland oder ihren bunkern treiben ich glaube das würde mir schon reichen. (youtube-link)
mich freut es sehr ahoipolloi „wiedergefunden“ zu haben. während auf ahoipolloi.blogger.de seit 2020 nix neues mehr kam, gibt’s auf bluesky regelmässig neues von ahoipolloi.
Nicht jede Lautstärke braucht ein Echo und nicht jede Provokation eine Antwort. Manchmal liegt die Stärke darin, sich dem Spiel zu entziehen und die eigene Haltung zu bewahren. Respektvolle und tolerante Räume entstehen dort, wo Menschen einander zuhören, wo Unterschiedlichkeit ausgehalten wird und wo niemand das Bedürfnis verspürt, andere herabzusetzen, um sich selbst zu bestätigen. Solche Orte sind vielleicht leiser, aber dafür beständiger. Und vielleicht sind sie genau deshalb das, was wir im Internet heute am dringendsten brauchen.
Am Ende handelt es sich dabei um eine Disziplinierungskampagne, die die kommunikative Infrastruktur des Internets nutzt, um Menschen und Institutionen zu verunsichern. Diese Kampagne wird von zahlreichen Menschen offenbar wie ein Hobby betrieben. Man verwendet dabei gezielt eine Rezensionsplattform wie Amazon, weil man weiß, dass es einen direkten Zusammenhang von Bewerten und Verkaufen gibt. Die Botschaft ist klar: Lass das bleiben, or else… Es ist im Wesentlichen genau die Haltung, die die Gegner geschlechtergerechter Sprache anderen unterstellen.
um die antwort auf die frage WTF PANKO sei: paniermehl aus brot, aber anders gebacken. und um die frage zu beantworten ob ich die erklärbärenvideos von adam ragusea mag, obwohl er als oberchecker auftritt: ja. und die antwort warum ich auf den gag „wedding ist teil von panko“ verzichtet habe: keine ahnung.
nach ca. 20 minuten (kurz vor ende) dieses faszinierenden videos, wird darauf hingewisen, dass ein pottwal (sperm whale) durch einen indirekten düngeeffekt so viel CO₂ binden kann, wie tausende von bäumen. das macht pottwale quasi zu nutztieren, was sie in den vergangen jahrhunderten im prinzip auch schon waren, als ihr öl, dass sie tonnenweise in ihrem kopf speichern, städte mit öllampen iluminierte und pottwale im wahrsten sinne des wortes die industrielle revolution ölten. faszinierende doku, faszinierende tiere.
RobWords lebt in berlin und spricht in englsich über — hm, was denn eigentlich — etymologie? ich gucke seine liebevoll produzierten videos sehr gerne und man lernt viel über die ursprünge unserer sprachen. ich hab den kanal schon lange abonniert und finde das fast alles interessant.
The trillion-dollar AI industry's system for controlling their most advanced platforms is a plain text format one guy made up for his blog and then bounced off of a 17-year-old kid before sharing it with the world for free. You're welcome, Time Magazine's people of the year, The Architects of AI. Their achievement is every bit as impressive as yours.
guter longread darüber, wie john gruber mit markdown eine kleine delle ins universum schlug.
starfleet academy folge 4 war leider ziemlich unerträglich und knirschte erzählerisch an jeder ecke. pathetisch, vorhersehbar, unlogisch und übers knie gebrochen. am ende blieb ausser einem spruch nix hängen:
maybe the trick is not to let go of the past, but to let the present in.
@MendItMark versucht ein altes autoradio aus einem ferarri zu reparieren ich schaue ihm dabei sehr gerne zu. das hier ist der erste teil (teil 2).