alles
feste liebe — follow heiligabend
mir ist weihnachten seit vielen jahren ziemlich egal. geschenke verweige ich auch seit jahren, weil ich sie nicht brauche oder mir das was ich brauche „unter dem jahr“ kaufe. ich verschenke auch nichts, ausser ich werde darum gebeten. ich habe zwar viele positive erinnerungen an meine kindheit und weihnachten, vor allem dinge die mit gerüchen zusammenhängen, aber ich reagiere auf tannenduft, kerzen- oder lebkuchengeruch schon lange nicht mehr emotional oder nostalgisch. weil ich allgemein gerne koche, für mich oder andere, koche ich auch zu weihnachten gerne. meiner mutter haben meine schwester und ich bereits vor zwanzig jahren den kochlöffel zu weihnachten abgenommen weil die kombination des weihnachtsstress und der weihnachtsessen-zubereitungskoordinierung sie zu sehr stresste.
weil mich weihnachten nicht stresst, ich keinerlei erwartungen, hoffnungen oder nostalgischen gefühle mit der weihnachtszeit verbinde, spüre ich einerseits keinen stress und kann mich andererseits so gut an die wünsche und erwartungen der anderen anpassen, dass ich auch selten in konflikte gerate. ich investiere emotional und geistig so wenig in die weihnachtszeit, dass ich auch seit jahren zu weihnachten und zwischen den jahren keinen urlaub nehme.
trotzdem wollte ich jetzt nochmal wissen um was es in dieser zeit eigentlich geht. also habe ich mich dumm gestellt und gemini gefragt:
was ist eigentlich das motto von weihnachten? irgendwas mit liebe? kannst du das konzis in einem absatz zusammenfassen um was es geht?
und ich finde die antwort eigentlich ganz schön:
Das Motto von Weihnachten lässt sich als „Lichtblick in der Dunkelheit“ zusammenfassen. Ursprünglich die christliche Feier der Hoffnung durch die Geburt Jesu, steht heute universell das „Fest der Liebe“ im Zentrum – was konkret die bewusste Hinwendung zum Nächsten bedeutet. Es geht um das Innehalten in der dunkelsten Zeit des Jahres, um echte Gemeinschaft, Großzügigkeit und die Erkenntnis, dass Mitgefühl die stärkste Antwort auf Kälte und Isolation ist. Im Kern ist es das Versprechen, dass Frieden möglich ist, wenn wir uns auf das besinnen, was uns verbindet.
das finde ich schön und so funktioniert weihnachten für mich eigentlich auch: man trifft sich mit freunden oder bekannten — oder eben verwandten — zum essen und versucht die zeit möglichst harmonisch und konflikfrei miteinander zu verbringen. mal klappt das gut, mal klappt das weniger gut — und wenn es mal nicht klappt, probiert man es später (nächstes jahr) nochmal. auch wenn das mit dem frieden die erwartungshaltung vielleicht etwas zu hoch schraubt und deshalb das potenzial für enttäuschungen birgt, finde ich geminis definition von besinnlichkeit ganz schön: darauf achten, was uns verbindet, statt auf das was uns trennt.
hier im internet verbinden uns links und weil linkliebe (offenbar) zur jahreszeit passt, verteile ich davon jetzt ein bisschen. obwohl auch hier ein profaner grund dahinter steckt, ich habe in den letzten tagen gelegentlich in blogs von leuten gelesen die ich zwar kenne, aber aus irgendwelchen gründen nicht regelmässig oder per RSS folge. in meinem feedreader hab ich das bereits korrigiert und jetzt auch hier (aber linkliebe gibt’s auch an keute die ich nicht persönlich kenne):
ich hab alles von ole reissmann durchabonniert (per RSS), alles sehr deep-dive-iges lesevergnügen. einerseits seine KI und journalismus links, blogeinträge und sein thefuture newsletter.
alles sehr empfehlenswert und in erfrischendem, klaren design, dass mich ein wenig neidisch macht.
bei ole unter anderem diesen beitrag von marcus olang’ gefnden: „I Don't Write Like ChatGPT. ChatGPT Writes Like Me.“
My writing does share some DNA with the output of a large language model. We both have a tendency towards structured, balanced sentences. We both have a fondness for transitional phrases to ensure the logical flow is never in doubt. We both deploy the occasional (and now apparently incriminating) hyphen or semi-colon or em-dash to connect related thoughts with a touch more elegance than a simple full stop.
There’s a growing community (cult?) of self-proclaimed AI detectives, who have designed and detailed what they consider tells, and armed their followers with a checklist of robotic tells. Does a piece of text use words like ‘furthermore’, ‘moreover’, ‘consequently’, ‘otherwise’ or ‘thusly’? Does it build its arguments using perfectly parallel structures, such as the classic “It is not only X, but also Y”? Does it arrange its key points into neat, logical triplets for maximum rhetorical impact?
To these detectives of digital inauthenticity, I say: Friend, welcome to a typical Tuesday in a Kenyan classroom, boardroom, or intra-office Teams chat. The very things you identify as the fingerprints of the machine are, in fact, the fossil records of our education.
der witz, sozusagen, ist, dass LLMs und wir eigentlich auf den gleichen schultern stehen. unsere sprache wurde auch trainiert mit klassischen, formalen texten, mit alter und neuer literatur. wir schöpfen alle aus dem gleichen brunnen, LLMs und menschen.
claudia klinger schreibt, soweit ich weiss, schon immer ins internet. frag mich nicht warum ich sie nicht abonniert hatte. gelegentlich stolpere ich über rivva oder andere über beiträge von ihr. so auch heute und dieser artikel über ein KI-video von gerd scobel: Kritik: Scobel und die „emphatische KI“
das ist eine durchaus kritische aber eben auch nachvollziehbare auseinandersetzung und ich hab das gerne gelesen, genau wie ich den ausflug zum flohmarkt am boxhagener platz nachvollziehen kann.
charlie hat heute frida fotografiert.

das ist das instagram-account der beifahrerin. sie hat in letzter zeit ein paar serien veröffentlicht, die ich sehr witzig finde: kulinarik & gastronomie 1/2, kulinarik & gastronomie 2/2, telefon, partytime!
jason kottke hab ich natürlich abonniert, aber jedes Mal wenn ich auf die webseite komme bin ich überrascht und verwirrt. neben den beiträgen sind auch immer irgendwelche widgets in der timeline, seine „aktiven“ kommentarstränge, „meine“ kommentarstränge … aber heute habe ich auch ein widget gesehen (das man nicht verlinken kann) das „kdo rolodex · a list of kindred spirits, friends, open web enthusiasts, role models, fellow travelers, and collaborators“ überschrieben ist. dadrin links auf blogs oder social media profile die jason kottke offenbar schätzt. also quasi eine rollende blogrolle. eigentlich sehr schön.
auch gerne gelesen, der geschenklink hier auf einen artikel von adam frank: The Truth Physics Can No Longer Ignore (wenn der geschenklink über mich nicht funktioniert: umweg über kottke.org)
der inhalt erinnert mich stark an das was ich kürzlich bei meinen überlegungen zu einem möglichen republica vortrag aufgeschrieben habe. alles dabei: emergenz, teilchenphysik.
ich backe zwar kaum noch, aber kaum jemand gibt sich mit seinen rezepten so viel mühe wie lutz geissler. kann man nicht oft genug empfehlen da gelegentlich reinzugucken und gegebenenfalls auch zu unterstützen.
plur1bus s01e08

ich bin zunehmend genervt von den ganzen erklärbären und erklärbärinnen, die jeweils drei bis acht theorien haben, wie pluribus enden könnte und was sich da eigentlich gerade vor unser aller augen abspielt. jede kleinigkeit wird analysiert und youtube ist voll von menschen, die behaupten jetzt genau zu wissen wie pluribus endet und dass vince gilligan uns das schon in folge x gesagt hat und wir nur nicht genau hingeschaut haben. immerhin erinnere ich mich so, dass das schöne am fernsehen das sehen ist. während youtubende meinen, wahrscheinlich nicht ganz zu unrecht, dass sie die ganze zeit sprechen müssen, ist es doch schön in pluribus selbst einfach zusehen zu können wie sich die sachen entwickeln — und dort manchmal über mehrer minuten hinweg einfach nix gesagt wird.
geschichten erzählt bekommen ist unterhaltsamer als geschichten erklärt zu bekommen. dinge nicht zu verstehen kann auch schön sein, erst recht wenn man sich dann später selbst ein gegebenenfalls unvollständiges oder krakeliges bild ausmalen kann.
jedenfalls hab ich diese achte folge (natürlich) wieder gerne gesehen. und auch wenn wir mittlerweile viel über carol und das kollektiv wissen, ist genau so klar, dass beide für überraschungen gut sind und mehr im schilde führen als sie jeweils zugegeben. in dieser folge erfährt man viel über das bisher unbekannte oder nur angedeute leben des kollektivs — und wie sie kommunizieren, dass sie haustiere nicht halten, aber sich um sie kümmern und vor allem, dass sie lange nicht alles wissen.
als ich vorgestern das jüngste knives out-dings sah, musste ich an pluribus denken. denn beide, carol und das kollektiv, lügen nicht — aber eben nur in dem sinne, wie father jud das klug umschrieben hat:
You can always be honest by not saying the unhonest part.
-- Father Jud Duplenticy in Wake Up, Dead Man: A Knives Out Mystery
ich muss mich auch korrigieren. möglicherweise bin ich gar nicht genervt von den erklärbären und erklärbärinnen, die versuchen die rätsel zu lösen und theorien konstruieren. ich glaube mir ist es egal, vor allem was im staffelfinale passieren wird. es wird ohne frage unterhaltsam und auf irgendeine art faszinierend sein. wir werden wieder ein bisschen mehr erfahren und zum nachdenken bekommen, aber ganz gewiss nicht alles erklärt bekommen. dafür sind viel zu viele samen gesäät, die gilligan und sein team ganz sicher weiterverfolgen wollen. und ich bin noch nicht mal ganz sicher, dass man sich im writers room schon einig ist, wo die serien in den folgenden staffeln genau hingehen wird. das ist das eigentlich tolle an dieser serie, die geduldige aussaat und das versprechen auf eine reichhaltige ernte irgendwann.
als weihnachtsgeschenk sendet appletv das staffelfinal übrigens am heiligabend. das freut mich ungemein.
anmerkung:
ich habe diesen artikel durch ungeschicklichkeit etwas zu früh veröffentlicht, als ich noch gar nicht fertig war. deshalb konnte man mit quasi beim scheiben zusehen. jetzt ist der artikel aber fertig.
morgenspaziergang 22.12.2025
herrlicher sonnenschein heute über der catcherwiese in den rehbergen. man merkt kaum, dass es später dezember ist.

unter sieben brücken

zum morgenspaziergang vom wedding zum s-bahnhof jungfernheide gefahren und dann wieder mal am westhafenkanal langgelaufen. dabei sind wir zwar nicht unter sieben, aber unter sechs brücken gelaufen. mindestens zwei brücken haben wir unterfahren. passt also. unterwegs hat es die ganze zeit leicht genieselt und es war um die 7° C warm.
gestern die achte sendung mit der carol etwas verspätet geguckt, mehr dazu später. die sendung mit der maus habe ich drei wochen lang verpasst. ist mir erst heute aufgefallen. muss daran liegen, dass in der vorweihnachtszeit die zeit zu schnell vorbeigeht — und damit auch die sonntage. in einer der verpassten sendungen hab ich gesehen wie kontaktlinsen hergestellt werden, das war fast so wie my mechanics beim schraubendrehen und polieren zuzusehen.
gestern abend hab ich pommes im airfryer so hinbekommen, wie ich sie gerne mag. auch dazu späer mehr, vorab vielleicht schon so viel: vorher, wie im ultimativen pommes-rezept von heston blumenthal, gründlich wässern und waschen und 10-15 minuten vorkochen. was ich in einem fallows-video gelernt habe, die pommes nach dem vorkochen und leichtem abkühlen sanft misshandeln (siehe 6:11 minuten in „ultimate chef guide to cooking christmas diner“). so aufgeraut und vorgekocht dann mit reichlich olivenöl eingeschmiert bei 180° C 20-30 minuten in den airfryer und gelegentlich wenden. die grundidee hat funktioniert: rauhe, knusprige oberfläche, weicher, cremiger kern. meine ungeduld hat dafür gesorgt, dass sie nur hellgelb, statt goldbraun waren, aber so ist das auf jeden fall unaufwändiger als mit dem frittieren — und doch akzeptabel.
das hat mich sehr gefreut (zu „unsere hochzeit in las vegas“):
das ist ja auch ein grosser teil meiner motivation ins internet zu schreiben. das weiterzugeben was ich einfach so oder dank der giganten, auf deren schulter ich gelegentlich stehen darf, gelernt habe.
dazu wollte ich auch, nachdem ich im spiegel gesehen habe, dass sie dort auch regelmässig ihren heizungsthermostat-test wiederholen, ein update zu meinen tado-thermostaten schreiben. meine tado-steuerung habe ich vor zwei jahren auf komplett lokal umgestellt, hauptmotivation war in allen räumen raum-thermometer statt der in die thermostate eingebauten temperatursensoren zu nutzen. tado sieht vor, dass man sich für 99 € einen tado-funktemperatursensor kauft. das haben wir fürs wohnzimmer gemacht (und das klappt auch super), aber im bad, schlaf- und kinderzimmer übernehmen nun 9,99 € sensoren diese aufgabe. dafür muss man aber die steuerung auf lokal, bzw. homekit umstellen und die regelkreisläufe auch komplett lokal laufen lassen. funktioniert seit 2 jahren einwandfrei, artikel dazu folgt.
kürzlich im fernsehturm thees fnordberg kennengelernt. das sternensplitter-gedicht gefällt mir und die perspektiven von ausserirdischen sind ja ohnehin immer interessant. obwohl mich ja kürzlich auch der verdacht beschlich, dass die heiopeis im weissen haus vielleicht von so einer art ausserirdischen, inversen pluribus-virus befallen sind, der den teil ihres geistes deaktiviert, der für empathie und mitgefühl (ausser mit sich selbst) zuständig ist. paucis statt pluribus.
das ist zwar nicht weihnachtlich gemeint, wirkte aber heute früh weihnachtlich auf mich.

das hingegen ist weihnachtlich gemeint: unsere weihnachtseiche, in den rehbergen von der beifahrerin vom boden gehoben und bei uns im wohnzimmer wiederauferstanden. ganz nach dem jahreszeitlichen motto.

vor 20 jahren war ich noch witzig
… zumindest gelegentlich bei den bildunterschriften.
wie man auf dem foto mit angela merkel gut erkennt hat der moderator götz alsmann schon wieder abgenommen.
mehr über götz alsmann und angela merkel conan o‘brien und bill gates hier, hier auf deutsch [letzteres via lumma.de via ichat]
unsere hochzeit in las vegas (vor 17 jahren)
vor 17 jahren haben wir am 24.12.2008 in las vegas geheiratet. aus unerfindlichen gründen habe ich das hier auf wirres.net nie richtig dokumentiert. instagram gabs damals noch nicht und twitter konnte damals noch keine bilder. auf twitpic liegen erstaunlicherweise noch ein paar bilder rum (twitpic.com/wwza und twitpic.com/vrtf), aber sonst finde ich jetzt fast nichts mehr.
was ich damals dokumentiert habe, war unsere deutsche behörden odyssee: heiraten in las vegas (märz 2009)
2008 haben wir uns entschlossen zu heiraten — aus steuerlichen gründen. wir waren damals schon drei jahre zusammen, katia hatte nichts dagegen zu heiraten, mir war das eher egal. bis ich irgendwann die steuerlichen rahmenbedingungen recherchierte und katia am telefon einen antrag machte: „ich hab das mal nachgerechnet, wir müssen leider heiraten.“
damals war es schon spät im jahr und wir wollten den steuervorteil für 2008 noch mitnehmen, also suchten wir einen weg möglichst schnell und unkompliziert zu heiraten. las vegas erschien uns eine gute idee: keine grosse orga, ausser ein hotelzimmer und einen flug zu buchen, kein stress mit der frage wen wir einladen. wir haben einfach alle eingeladen: „wir heiraten am 24.12 in las vegas: kommt gerne vorbei, wir freuen uns!“

frühstück bei denny’s
am 21.12.2008 flogen wir mit dem kind los und checkten ins the venetian ein. unser jetlag zwang uns relativ früh ins bett und ab 02:00 uhr morgens waren wir wieder wach. las vegas schläft ja bekanntlich nie, bzw. den casino-betreibern ist es ohnehin ein grosses anliegen, dass niemand merkt wie die zeit vergeht oder wie spät es ist. die aussentüren der casinos sind meist so tief getönt, dass man in der regel von innen nicht erkennen kann, ob draussen die sonne scheint oder ob es tiefe nacht ist. wir sind dann um drei uhr morgens ins denny’s vor dem venetian gegangen (wobei denny’s immer offen hat). dort haben wir deftig gefrühstückt und dann den ganzen tag unser touristen-programm abgespult und uns chapels angesehen, in denen wir heiraten könnten.

als kapelle suchten wir uns die „a little white wedding chapel“ (wikipedia link) aus, einerseits weil uns die damals schrottige website gefiel und andererseits wegen roseanne, die uns ein hochzeitspaket-angebot schnürte und während des beratungsgesprächs mal kurz („excuse me for a moment“) an den autoschalter ging, an dem gerade ein auto vorgefahren war, um dort eine autoschalter-hochzeit zu abzuwickeln, bzw. zu koordinieren. als sie zurückkam, sagte sie uns, an das kind gerichtet: „can you do me a favour? never marry in a car!“.
unser hochzeitspaket umfasste eine limousinen-anfahrt aus dem hotel, blumengestecke für die braut und den bräutigam, einen fotografen der 12 bilder anfertigen würde und eine videoaufnahme. den standesbeamten, bzw. pastor müsse man separat bezahlen.
nachdem wir das angebot angenommen hatten, in meiner erinnerung war es sensationell günstig, mussten wir nur noch unsere „marriage license“ besorgen. dafür geht man einfach zum clark county marriage license bureau, eine behörde die jeden tag von acht uhr morgens bis mitternacht geöffnet hat.
über die hochzeits-formalien und vor allem wie man die amerikanische hochzeit dann in deutschland anerkennen lässt, habe ich 2009 ausführlich geschrieben (und jetzt nochmal aktualisiert): heiraten in las vegas

„aber rev stone hat gesagt …!“
am 24. holte uns dann ein fahrer am hotel ab und fuhr uns zur little white chapel.
natürlich waren keine weiteren gäste nach las vegas gekommen (obwohl meine eltern das kurz in erwägung gezogen hatten), deshalb waren wir mit dem kind, dem fotografen und reverend robert l. stone alleine in der kapelle. rev stone war ein niedlicher alter mann mit sehr dicken brillengläsern, hinter denen man sehr freundliche grosse augen sehen könnte. wir liessen ihn vorab wissen, dass wir atheisten seien, aber die zeremonie die er veranstaltete war trotz des kitsch der uns umgab sehr romantisch und rührselig. am ende hatten wir alle ein bisschen feuchte augen. er fragte uns auch, ob er „trotzdem“ für uns beten könnte, was uns auch bewegte, atheismus hin oder her.
rev stone spielt nach wie vor eine grosse rolle in unserem leben, es vergeht kaum ein monat in dem nicht einer von uns beiden sagt: „aber rev stone hat gesagt …!“ leider ist rev. stone 2021 gestorben, auf seiner obituary-seite kann man das eine oder andere aus seinem leben erfahren.
nach der hochzeit sind wir noch über den grand canyon, palm springs und san diego nach los angeles gefahren. während es in las vegas angenehm warm war, war es am grand canyon bitterkalt. um so schöner war es in palm springs, wo es ende dezember frühlingshaft warm war. die hochzeitsreise war, wie die hochzeit, eine wilde mischung extremer kontraste, kalt, warm, heiss, kitschig, herzlich, bunt, pompös und unbürokratisch. das mit den kontrasten, mit den extremen, das können die amerikaner. und in las vegas können sie hochzeiten. wir bereuen es nicht und können heiraten in las vegas von ganzem herzen empfehlen.
das hässliche entlein

heute beim morgenspaziergang ein hässliches entlein gesehen und fotografiert. weil die beifahrerin, als ich ihr das bild eben zeigte, die anspielung nicht verstand, hab ich nochmal das märchen von hans christian andersen rausgesucht. das projekt gutenberg hat „das hässliche junge entlein“ veröffentlicht (märchen und übersetzung sind gemeinfrei) und ich habe es nochmal gelesen. mir gefällt schon der anfang:
»Ach, wie groß ist die Welt!« sagten alle Jungen. Jetzt hatten sie freilich ganz anders Platz, als da sie noch drinnen im Ei lagen. »Meint ihr, das sei die ganze Welt?« sagte die Mutter. »O nein, sie erstreckt sich noch weit über die andere Seite des Gartens hin, ja bis an den Zaun des Pfarrers; dort bin ich freilich noch nie gewesen!«
und später:
»Aber es ist herrlich, auf dem Wasser zu schwimmen!« sagte das Entlein, »herrlich, unterzutauchen und das Wasser über dem Kopf zusammenschlagen zu lassen.«
»Ja, das muß wirklich ein großes Vergnügen sein!« sagte die Henne spöttisch. »Bist du denn verrückt geworden? Frage einmal die Katze; sie ist die klügste, die ich kenne, ob es ihr so angenehm vorkommt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen! Von mir selbst will ich gar nicht reden, oder frage unsere Herrschaft, die alte Frau, sie ist die klügste auf der ganzen Welt. Meinst du, sie hätte Lust, zu schwimmen oder sich das Wasser über dem Kopf zusammenschlagen zu lassen?«
»Ihr versteht mich nicht«, sagte das Entlein.
»Wenn wir dich nicht verstehen, wer soll dich dann verstehen? Du wirst doch nicht klüger sein wollen als die Katze und die Frau, von mir selbst gar nicht zu reden. Ziere dich nicht, mein Kind, sondern danke deinem Schöpfer für all das Gute, das man dir erwiesen hat. Hat man dich nicht in eine warme Stube und in einen Familienkreis aufgenommen, von dem du etwas lernen kannst? Aber du bist ein Faselhans, und es ist keine Freude, mit dir umzugehen. Du kannst mir glauben, denn ich meine es gut mit dir. Ich tadle dich offen, und daran erkennt man seine wirklichen Freunde. Gib dir nur recht Mühe, daß du Eier legen oder schnurren oder Funken sprühen lernst.«
»Ich denke, ich will in die weite Welt hinaus«, sagte das Entlein.
am ende, zum plottwist, wird das ganze sehr viel weniger subtil und driftet ins pathetisch-platte ab. aber die geschichte selbst gefällt mir weiterhin. sehr.
auf dem weg zum hässlichen entlein, beim morgenspaziergang, wurdem wir auch von drei erwachsenen schwänen überflogen. ich hätte das gar nicht gemerkt, weil sie so leise über uns hinweg segelten. frida sah sie allerdings und lenkte meinen blick nach oben. das war schon ein beeindruckendes bild. drei erwachsene schwäne, denen man ihr nicht unerhebliches gewicht von 11-13 kilo ansieht, gleiteten lautlos über uns hinweg. das fand ich fast so beeindruckend wie früher am kurt schumacher platz, wo man bis vor ein paar jahren riesige blechdosen — nicht ganz so lautlos — über sich hinwegsegeln sehen konnte.
und ein ausgewachsenenes hässliches entlein haben wir auf dem weg, im wasser natürlich auch gesehen.

und wo ich gerade beim hässlichen bin, das eigentlich sehr schön ist, die goerdeler-steg-fussgängerbrücke gefällt mir konstruktiv und visuell sehr. abgesehen davon, dass sie auch sehr praktisch ist um den westhafenkanal zu überqueren.
fernsehturm

weihnachtsfeier im fernsehturm. sensationelle aussicht, essen war gut, bedienung freundlich und zuvorkommend, getränke reichlich und das gefilterte leitungswasser mit und ohne kohlensäure war köstlich und ganz nach meinem geschmack.

down cemetery road s01

down cementry road ist eine britische krimiserie mit emma thompson und ruth wilson, die auf apple tv läuft. ich habe die serie angefangen, nachdem ich emma thompson bei graham norton gesehen habe. das promo-gedöns in sochen chat-shows funktioniert also bestens. vielleicht hätte ich mir die serie aber nicht angeschaut, wenn ich nicht aufgeschnappt hätte, dass sie aus der feder von mick herron stammt, der auch slough house, bzw. slow horses (auch auf apple tv) schrieb.
slow horses schaue ich seit fünf staffeln an, weil ich die figuren mag und glaubwürdig finde — und natürlich auch wegen gary oldmann in seiner paraderolle. die figuren in down cementry road finde ich nicht besonders sympathisch und teilweise völlig misraten, wie zum beispiel hamza, der von adeel akhtar völlig überkandidelt und over the top gespielt wird.
irgendwie trug mich der spanungsbogen der serie dann aber doch über zahlreiche ungereimtheiten und schmerzpunkte hinweg, an denen ich normalerweise abschalten würde. als die serie in den letzten beiden folgen immer action-lastiger wurde beobachtete ich mich dabei, wie ich mehr und mehr vorspulte um schnell zum ende zu kommen und zu sehen, ob sie das ende wirklich so vorhersehbar und platt zeigen würden wie ich erwartete. leider war das ende dann genauso platt und vorhersehbar wie ich befürchtet hatte und im nachhinein weiss ich nun, dass ich mir die zwei letzten folgen hätte sparen können.
die ersten sechs folgen waren immerhin nicht langweilig und beinhalteten auch ein paar drehungen von schwarz-weiss gezeichneten figuren in buntere, komplexere charaktere. schaupspielerisch waren emma thompson und ruth wilson erträglich, der rest der figuren war eindimensional, überkandididelt oder schauspielerisch auf derrick-niveau.
weil die entfaltung des spannungsbogen mich zumindest sechs folgen lang bei stange halten konnte geb ich zwei punkte. aber empfehlen würd ich die serie nicht. slow hores hingegen empfehle ich sehr.
die folge der graham norton show, in der emma thompson ihre promotion von down cementry road machte, war sehenswert wegen eines elaborierten witzes, der wahrscheinlich gar kein witz ist, von rowan atkinson (mr. bean). da erzählte er, dass mr. bean jahrelang nicht in italien ausgestrahlt wurde, damit er unbehelligt dort urlaub machen konnte.
nachtrag zu „denkt doch mal an die kinder“
diesen text von Danah Boyd von 2024 habe ich bei michael tsai gefunden und in „denkt doch mal an die kinder“ nachgetragen:
Since the “social media is bad for teens” myth will not die, I keep having intense conversations with colleagues, journalists, and friends over what the research says and what it doesn’t. (Alice Marwick et. al put together a great little primer in light of the legislative moves.)
[…]
Can social media be risky for youth? Of course. So can school. So can friendship. So can the kitchen. So can navigating parents. Can social media be designed better? Absolutely. So can school. So can the kitchen. (So can parents?) Do we always know the best design interventions? No. Might those design interventions backfire? Yes.
Does that mean that we should give up trying to improve social media or other digital environments? Absolutely not. But we must also recognize that trying to cement design into law might backfire. And that, more generally, technologies’ risks cannot be managed by design alone.
[…]
Do some people experience harms through social media? Absolutely. But it’s important to acknowledge that most of these harms involve people using social media to harm others. It’s reasonable that they should be held accountable. It’s not reasonable to presume that you can design a system that allows people to interact in a manner where harms will never happen. As every school principal knows, you can’t solve bullying through the design of the physical building.
[m]
die republica hat ihre (website) tore geöffnet. man kann jetzt tickets buchen und sich zum auftreten bewerben. in den letzten jahren hab ich das oft verpasst. weil ich es dieses jahr schon mitte dezember bemerkt habe, kann ich vor weihnachten darüber nachdenken ob ich nächstes jahr auf der republica etwas erzählen möchte.
eigentlich hab ich das gefühl, dass ich auf der republica bereits alles gesagt habe, was zu sagen ist. in meinen republica-beiträgen hab ich gelegentlich auch gescherzt, dass ich jedes jahr das gleiche vortrage. was einerseits stimmt, andererseit nicht. thematisch würde zum diesjährigen motto mein vortrag zu erich fromm von 2017 passen. wenn die republica zum diesjährigen motto schreibt …
„Never gonna give you up“ ist mehr als ein nostalgischer Ohrwurm oder ein lustiges Meme. Es ist eine Erinnerung daran, warum es sich lohnt sich einzusetzen – für Vielfalt, Teilhabe und Menschlichkeit.
… dann wäre der humanismus von erich fromm und mein aufruf daran zu arbeiten uns selbst und andere zu lieben auf jeden fall ein passender beitrag zum 26er motto der republica. aber eben auch ein beitrag den ich bereits gegeben habe. 2018 hab ich dann im prinzip erneut für mehr autonomie, gelassenheit und optimismus im umgang mit der welt plädiert (warum wir nach fragen, nicht nur nach antworten suchen müssen). die reise nach innen als politischer akt, als erster schritt zur weltverbesserung die eigenliebe und selbstbestimmung.
ich habe mir eben von gemini meine beiden republica vorträge von 2017 und 2018 zusammenfassen lassen und abgesehen davon, dass gemini das wirklich gut und präzise macht, sehe ich deutlich, dass sich beide vorträge schon sehr ähneln. mein witz, dass ich jedes jahr das gleiche auf der republica erzähle hat also ein paar wahre kerne.
die von gemini extrahierte botschaft meines 2017er bertrags lautet …
Die Botschaft: Statt nur gegen etwas zu sein oder passiv zu konsumieren, sollten wir aktiv werden und durch unsere eigene Haltung die Welt „millimeterweise“ zum Guten verschieben.
… und würde deshalb wohl auch zum 2026er motto passen. mach ich aber nicht, kann man ja auf youtube schauen und ein best of schwenzel auftritt auf der republica würde wohl niemanden hinter dem handy hervorlocken.
ursprünglich hab ich meine auftritte auf der republica als persönliche herausforderungen gesehen. schaffe ich es zu völlig absurden thesen und titeln 30 minuten vortrag zu generieren die nicht völlig langweilig sind und mich nicht total blamieren? „10 vorschläge die welt zu verbessern“, „wie ich lernte die überwachung zu lieben“, warum das internet scheiße ist. meistens war ich am ende zufrieden mit meinen vorträgen, das publikum auch. judith horchert fasste meinen gedämpften high-performance ehrgeiz mit dem ich an republica vorträge heranging damals (2012) passend zusammen:
Felix Schwenzel ist Web-Entwickler und Blogger, auch wenn er das selbst längst nicht mehr so nennt, sondern lieber "einfach so ins Internet" schreibt. Genauso hält er diesmal "einfach so" einen Vortrag, der schon skurril beginnt: "Das Internet besteht aus Menschen. Das ist meine These", sagt er und stellt gleich darauf trocken fest, dass das ja eigentlich keine These sei, sondern eine Plattitüde. Macht aber nichts. Immerhin reicht so eine Aussage bei einem Schwenzel-Vortrag für mehrere Folien und sogar für ein vorläufiges Fazit, auch wenn er da lieber "noch ein bisschen dran arbeiten" wolle.
2024 habe ich mich dann zu einem thema beworben, zu dem ich ausnahmsweise expertise hatte — oder mir zumindest über 4 jahre eine gewisse expertise erarbeitet hatte. mir war es ein anliegen über hunde zu sprechen, deren erziehung und unser verhältnis zu ihnen und das natürlich auch (wieder) in den grossen zusammenhang der millimeterweisen weltverbesserung zu stellen: hunde sind auch nur menschen.
2020 wollte ich über ein andere thema, in dem ich mir expertise erarbeitet hatte, sprechen: heimautomatisierung. wegen covid blieb es dann aber beim vortragsvorschlag. heute glaube ich, dass heimautomatisierung kein guter republica-beitrag geworden wäre. genauso wie ein vortrag über das bloggen auf der republica 2026 wohl eher wie ein lufthauch einschlagen würde, also weder interesse noch interessanz generieren würde.
dazu kommt, dass ein vortrag auf der republica sehr viel arbeit bedeutet. zumindest für mich. für etwas leichtigkeit, unterhaltsamkeit, spontanität benötige ich enorm viel vorbereitung. ich stecke gerne viel arbeit in vorträge (oder auch artikel hier und anderswo), weil mir schreiben hilft die welt zu verdauen und zu verstehen, meinen denkapparat beschäftigt und trainiert und ich am ende mehr weiss als vorher.
aber um mich für so viel arbeit zu motivieren, brauche ich schon eine gewisse euphoriebasis um den grössenwahn eines solchen projekts zu legitimieren. tatsächlich gibt es derzeit ein paar themen die mich enorm faszinieren und zu denen ich null expertise habe. leider sind die themen so breit gestreut, dass ich trotz intensiven nachdenkens noch nicht auf eine thematische klammer gekommen bin, weshalb ich sie jetzt mal aufschreibe und so schriftlich drüber nachdenke.
die themen sind im grossen und ganzen denken, intelligenz, netzwerkeffekte, spieltheorie und teilchenphysik.
mein interesse am themenkomplex „denken“ und „intelligenz“ hängt mit meiner jugendlichen lektüre von hoimar von ditfurth zusammen. in „im anfang war der wasserstoff“ argumentiert ditfurth ja, dass intelligenz und geistige prinzipien nicht erst mit dem menschlichen gehirn in die welt kamen. die natur zeigte intelligentes „verhalten“, lange bevor es neuronale strukturen gab. seine zentrale these ist dass die entwicklung vom wasserstoffatom bis hin zum menschlichen bewusstsein kein zufall, sondern eine in der materie angelegte zwangsläufigkeit war. diese thesen hängen immer wie ein schleier über meinen gedanken, wenn ich über künstliche intelligenz oder künstliche neuronale netze nachdenke.
aber noch faszinierender, und da schliesst sich der kreis zur teilchenphysik, ist was gemini in seiner zusammenfassung von „im anfang war der wasserstoff“ schrieb:
Daraus leitet Ditfurth ab, dass unser heutiges menschliches Bewusstsein und unsere Intelligenz nicht der Endpunkt der Evolution sind. Da sich der Kosmos als ein sich selbst organisierendes System ständig weiterentwickelt, betrachtet er den Menschen eher als eine Übergangsform. Unsere Intelligenz ist lediglich das aktuelle Werkzeug, mit dem das Universum begonnen hat, über sich selbst nachzudenken – aber keineswegs das letzte oder höchste.
diese sichtweise, dass wir ein weg des universums sind, über sich selbst nachzudenken, wird auch von carl sagan und brian cox vertreten.
The cosmos is within us. We are made of star-stuff. We are a way for the universe to know itself.
We are the cosmos made conscious and life is the means by which the universe understands itself.
in dieser ausgabe von star talk von neil degrasse tyson („Are We The Universe’s Way of Knowing Itself?“) sprechen cox und tyson genau darüber, über emergenz und — natürlich — teilchenphysik. brian cox kann ich stundenlang zuhören, vor allem wie er die ungewissheiten seines forschungsfelds verständlich macht und wie er damit umgeht, dass wir bereits einiges wissen, aber trotzdem fast nichts richtig verstehen.
die themen netzwerkeffekte und spieltheorie spielen in einer ähnlichen liga. bei beiden entstehen aus einfachen regeln komplexe systeme aus deren beobachtung wir einiges ableiten können, das uns im umgang mit modernen technologien und gesellschaftlichen herausforderungen helfen könnte. zum faszinosum spieltheorie war dieses veritasium-video meine einsteigsdroge. gemini:
Das Video verbindet das „Kleine-Welt-Phänomen“ (Small-World-Network) mit der Spieltheorie, insbesondere dem Gefangenendilemma. Robert Axelrods Computertourniere in den 1980er Jahren zeigten, dass in wiederholten Spielen kooperative Strategien wie „Tit for Tat“ (wie du mir, so ich dir) am erfolgreichsten sind, solange sie „nett“ (beginnen kooperativ), „vergesslich“ (nicht nachtragend) und „klar“ (vorhersehbar) sind. Watts und Strogatz übertrugen dies auf Netzwerke und zeigten, dass in stark vernetzten „Small-World“-Strukturen Kooperation ebenfalls gedeihen kann, aber anfällig ist, wenn zu viele „Abkürzungen“ (zufällige Verbindungen) die lokalen Kooperationscluster aufbrechen. Das Video illustriert diese Prinzipien anhand realer Beispiele wie dem Kalten Krieg (Nukleare Abrüstung), Tierverhalten (Symbiose) und dem modernen Internet, wobei es betont, dass individuelle Entscheidungen zur Kooperation langfristig die besten Ergebnisse für alle liefern können, selbst in einer Welt voller Egoisten.
zum thema netzwerkeffekte war es dieses veritasium video. gemini:
Das Video beleuchtet die mathematischen Prinzipien hinter dem „Kleine-Welt-Phänomen“ (Small-World-Network), das erklärt, warum in riesigen Netzwerken – seien es Menschen, Neuronen oder Webseiten – jeder Punkt mit jedem anderen über nur wenige Ecken verbunden ist. Die Kernteorie von Watts und Strogatz zeigt, dass bereits wenige zufällige „Abkürzungen“ (Shortcuts) in einem stark geclusterten Netzwerk genügen, um die durchschnittliche Distanz drastisch zu verkürzen, während Albert-László Barabási mit dem Prinzip des „Preferential Attachment“ ergänzt, dass Netzwerke organisch wachsen, indem neue Knoten bevorzugt an bereits stark vernetzte andocken, wodurch zentrale „Hubs“ entstehen, die das System extrem effizient, aber auch anfällig für die schnelle Ausbreitung von Krankheiten oder Informationen machen.
keine ahnung wie und ob ich das zu einem stringenten thema oder vortragsvorschlag zusammenbinden kann. dieser artikel ist jedenfalls der erste schritt dahin und zeigt auch, dass menschen (oder zumindest ich) gar nicht mal so gute denker sind. niklas luhmann soll sinngemäss gesagt haben, dass das denken ohne schreiben gar nicht in der Tiefe möglich ist. das schreiben sei nicht das ergebnis des denkens, sondern der prozess des denkens selbst. oder wie ich es mal gesagt habe, ins internet schreiben gleicht einem verdauungsvorgang.
in diesem sinne habe ich jetzt den republica26 call for papers vorverdaut. ob am ende ne schöne vortragswurst rauskommt ist jetzt noch nicht abzusehen.
anmerkungen, nachträge, [m]:
- die motto-illustration/animation der republica26 oben hab ich modifiziert damit sie einen dunklen hintergrund hat. für den RSS-feed hab ich ein gif erzeugt.
- die zusammenfassungen von zwei meiner vorträge durch googles gemini (3 pro) haben mich so sehr fasziniert, dass ich sie nochmal separat veröffentlicht habe (2017 und 2018). in gewissem sinne sind das ja zeitdokumente, die den erstaunlichen stand dieser technologie illustrieren. vielleicht hat gemini die vorträge in seiner zusammenfassung durch LLM-klugschiss sogar verbessert.
mein vortrag auf der republica 2018 (zusammenfassung und video)
ich habe google gemnini gefragt, ob es anhand des videos und des transscripts meinen vortrag von 2018 auf der #rp18 zusammenfassen kann.
Basierend auf dem Transkript handelt der Vortrag von Felix Schwenzel (gehalten auf der re:publica 18) im Kern von der Suche nach dem Selbst, der Bedeutung von Autonomie und unserer verzerrten Wahrnehmung der Welt.
Hier ist eine detaillierte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
1. Die richtigen Fragen stellen statt nur Antworten suchen
Der Vortrag beginnt mit der These, dass wir zwar wissen, was wir kurzfristig wollen (Pizza, Likes, Urlaub), aber nicht wissen, was wir vom Leben wirklich erwarten. In Anlehnung an Douglas Adams ("42") argumentiert Schwenzel, dass Antworten nutzlos sind, wenn wir nicht die richtigen Fragen stellen. Die zentralen Fragen seien: Wer bin ich? Was will ich? Wo gehöre ich hin?2. Geschichten, Archetypen und Selbstfindung
Um Antworten zu finden, wenden wir uns Geschichten (Filmen, Mythen) zu. Diese basieren oft auf Archetypen (C.G. Jung) und folgen immer gleichen Mustern der "Heldenreise". Schwenzel kritisiert die moderne Popkultur: Sie verkaufe uns Geschichten der Selbstfindung oft nur als narzisstische Selbstvergewisserung.3. Der Vergleich: Kafka vs. Hans im Glück
Schwenzel kontrastiert zwei literarische Figuren, um unterschiedliche Lebenswege zu skizzieren:
Josef K. (aus Kafkas "Der Prozess"): Er steht für ein leeres, angepasstes Leben ohne Liebe und Entwicklung. Seine "Verhaftung" interpretiert Schwenzel (nach Erich Fromm) als inneren Stillstand. Er scheitert, weil er das Problem im Außen sucht statt in sich selbst.
Hans im Glück: Er tauscht Gold gegen Pferd, gegen Kuh, bis er nichts mehr hat. Die gängige Interpretation sieht ihn als Dummkopf. Schwenzel interpretiert ihn jedoch als autonom. Hans kümmert sich nicht um gesellschaftliche Wertevorstellungen oder materiellen Besitz. Er befreit sich von Last und findet seinen inneren Frieden. Dies sei wahre Autonomie.4. Konformität vs. Egalness
Wir leiden unter einem enormen Konformitätsdruck (z.B. Schönheitsideale, Karriere). Schwenzel plädiert für mehr "Egalness" – die Fähigkeit, sich von diesen Konstrukten abzukoppeln, ähnlich wie Hans im Glück. Die ständige Suche nach Optimierung und Anpassung mache uns unglücklich.5. Verzerrte Wahrnehmung der Welt (Hans Rosling)
Im letzten Teil geht es um unsere Angst und Pessismus. Unter Bezugnahme auf den Statistiker Hans Rosling zeigt Schwenzel, dass wir den Zustand der Welt oft viel schlechter einschätzen, als er ist (Beispiel: Rückgang der Todesopfer durch Naturkatastrophen).
Das Paradox: Obwohl wir in der sichersten und gesündesten Zeit aller Zeiten leben, haben wir irrationale Ängste (vor Terror, vergiftetem Essen etc.) und ärgern uns über Kleinigkeiten (Sicherheitskontrollen am Flughafen), statt unsere Privilegien und den Fortschritt zu erkennen.Fazit:
Der Vortrag ist ein Plädoyer für Autonomie und Gelassenheit. Wir sollten aufhören, uns von irrationale Ängsten und gesellschaftlichem Konformitätsdruck leiten zu lassen. Stattdessen sollten wir – wie Hans im Glück – den Mut haben, unseren eigenen Weg zu gehen und die Welt unverzerrt und vielleicht etwas wohlwollender zu betrachten.
mein vortrag auf der republica 2017 (zusammenfassung und video)
ich habe google gemnini gefragt, ob es anhand des videos und des transscripts meinen vortrag von 2017 auf der #rp17 zusammenfassen kann.
Hier ist eine Zusammenfassung des Vortrags "Update: Die Kunst des Liebens", den Felix Schwenzel auf der re:publica 17 gehalten hat.
Im Kern ist dieser Vortrag ein humanistisches Plädoyer, basierend auf den Werken des Psychoanalytikers Erich Fromm, insbesondere dessen Buch „Die Kunst des Liebens“.
Hier sind die wesentlichen Punkte:
1. Liebe als aktive Tätigkeit, nicht als passives Gefühl
Schwenzel greift Fromms These auf, dass Liebe kein Gefühl ist, das einen einfach „überkommt“, sondern eine Kunst, die erlernt und praktiziert werden muss. Sie erfordert Disziplin, Konzentration und Geduld. Liebe ist eine Aktivität, keine Ruhepause. Sie umfasst Fürsorge, Verantwortung, Respekt und Erkenntnis.2. Das existentielle Grundproblem des Menschen
Anhand der biblischen Geschichte von Adam und Evas Vertreibung aus dem Paradies beschreibt Schwenzel den menschlichen Zustand: Wir haben uns durch unser Bewusstsein von der Natur getrennt. Diese Trennung erzeugt Angst und Einsamkeit. Wir suchen unser Leben lang nach Wegen, diese Trennung zu überwinden und wieder „Einheit“ zu erfahren.3. Selbstliebe vs. Selbstsucht (und Hass)
Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen Selbstliebe und Egoismus. Nach Fromm liebt sich der Selbstsüchtige nicht zu viel, sondern zu wenig – er hasst sich eigentlich selbst.
Hass in der Gesellschaft ist demnach oft ein Symptom für einen Mangel an Selbstliebe.
Wahre Nächstenliebe und Solidarität sind nur möglich, wenn man fähig ist, sich selbst zu lieben und anzunehmen.4. Konsumgesellschaft: Haben vs. Sein
Schwenzel kritisiert (mit Fromm), dass unsere Gesellschaft das „Haben“ über das „Sein“ stellt. Wir versuchen, unsere innere Leere durch Konsum und Ablenkung (Fernsehen, Social Media) zu füllen, anstatt an unserer Persönlichkeit zu arbeiten. Wir vermeiden die Auseinandersetzung mit uns selbst.5. Hans im Glück als Vorbild für Autonomie
Ähnlich wie im späteren Vortrag (rp18) nutzt er das Märchen „Hans im Glück“ als positives Beispiel. Hans, der Gold gegen Pferd, gegen Kuh usw. tauscht, bis er nichts mehr hat, wird oft als dumm gesehen. Schwenzel (gestützt auf Interpretationen) sieht in ihm jedoch jemanden, der sich von Ballast befreit, materielle Werte ignoriert und im „Sein“ glücklich ist – im Gegensatz zum modernen Menschen, der oft im „Haben“ gefangen ist.6. Optimismus trotz Krisen (Hans Rosling)
Trotz aktueller politischer Krisen (im Vortrag werden Trump und Rechtspopulismus erwähnt) argumentiert Schwenzel für einen rationalen Optimismus. Er zitiert den Statistiker Hans Rosling, um zu zeigen, dass sich die Welt langfristig zum Besseren entwickelt (weniger Gewalt, mehr Gesundheit, mehr Toleranz), auch wenn unsere verzerrte Wahrnehmung und die Nachrichtenlage uns das Gegenteil glauben lassen.7. Fazit: Veränderung beginnt im Inneren
Der Vortrag endet mit dem Appell, dass gesellschaftlicher Wandel bei jedem Einzelnen beginnt. Wir müssen an unserer eigenen Fähigkeit zur Liebe, Vernunft und Autonomie arbeiten.
Zitat James Baldwin: „The place in which I'll fit will not exist until I make it.“ (Der Ort, an den ich passe, wird nicht existieren, bis ich ihn erschaffe.)
Die Botschaft: Statt nur gegen etwas zu sein oder passiv zu konsumieren, sollten wir aktiv werden und durch unsere eigene Haltung die Welt „millimeterweise“ zum Guten verschieben.

Ali·en
/ˈeɪli̯ən/
Substantiv, maskulin oder Substantiv, Neutrum [der]
wenn man sich bäume genau anguckt, kommt man eigentlich aus dem staunen nicht mehr heraus. sie ziehen kohlenstoff aus der luft um daraus mit hilfe des sonnenlichts zellulose zu machen. bäume bestehen aus festgewordener luft.
bäume sind eigentlich eine lebende haut über einem toten skelett aus verholzter luft. das innere eine baums besteht aus toten zellen und dient lediglich der stabilität. die borke besteht auch aus abgestorbenen zellen. das leben eines baums findet sich zwischen holz und rinde, in einer hauchdünnen schicht, dem kambium. ein uralter baum ist eigentlich ein junger organismus, der auf seinen toten vorfahren wächst.
bäume haben kein herz, keine pumpen und schaffen es doch wasser in bis zu 115 meter höhe zu transportieren.
in den kapillaren von bäumen herrschen bis zu -15 bar unterdruck (autoreifen pumpen wir in der regel auf +2,5 bar auf).
bäume leben in symbiose mit pilzen und tauschen mit ihnen nährstoffe.
bäume pumpen zuckerlösung in den boden (unter anderem) um ihre nachkommen im schatten zu versorgen und sie kommunizieren mit anderen bäumen über biochemische signale.
ai is the new vfx. everybody denies using it, while still using it everywhere.
same mechanics as in: “NO CGI” is really just INVISIBLE CGI.





















