alles
Wenn dagegen auch alte Leute unbesorgt durch den Schnee radeln wie in Oulu, weiß man: Wir sind auf dem richtigen Weg. Und den bei Weitem höchsten Radfahreranteil haben Kinder, die das ganze Jahr auf zwei Rädern zur Schule kommen, auch bei minus 30 Grad – ganz selbstverständlich ohne Eltern. So gewöhnen sie sich an einen gesunden, unabhängigen Lebensweg.
Auf der Website der Stadt kann man in Echtzeit sehen, welche Wege die Schneepflüge zuletzt geräumt oder gestreut haben. Die Stadt hat drei verschiedene Klassen von Rad- und Fußwegen festgelegt und garantiert dafür eine bestimmte Qualität im Winterdienst.
ich habe mich kürzlich gefragt, was das über eine stadt aussagt, die sich im winter, bei schnee, eis und glätte nur um die strassen kümmern will. die nachrichten sprachen in der vorletzten woche davon, dass die notaufnahmen voller menschen mit gebrochenen knochen waren — weil die gehwege nicht ausreichend geräumt waren.
in deustchland ist den städten das wohl der menschen im winter offenbar egal, ausser sie fahren auto. für diese menschen, bzw. den winterdienst für strassen, stehen in berlin um die 60 bis 70 millionen euro zur verfügung. die reinigung der gehwege schiebt der senat, wie die meisten deutschen städte, auf die hauseigentümer ab — was ganz offensichtlich nicht funktioniert. radwege scheinen auch nicht mit priorität geräumt zu werden, der fokus liegt klar darauf autos freie und sichere fahrt zu verschaffen.
fahrradfahrer und fussgänger müssen mit ausreden und ausflüchten vorlieb nehmen, statt sich bei schnee und eis sicher fortbewegen zu können.
selbst die simple idee, kindern jederzeit einen sicheren schulweg zur verfügung zu stellen, den sie mit dem fahrrad, zu fuss bei jeder witterung nutzen können scheint den meisten menschen ein absurdes ansinnen zu sein. geld für solche ansinnen will niemand investieren — kinderschutzmassnahmen die etwas kosten schaffen es selten in politkerreden oder schlagzeilen, ganz anders als massnahmen die nichts kosten. und bei autos sieht das sowieso ganz anders aus. dafür scheint immer geld da zu sein.
micropub
bis vor kurzem hab ich instagram vor allem deshalb benutzt, weil es so einfach damit ist fotos oder videos vom telefon ins netz zu bringen. instagram hat das posten von mediadateien von anfang an wirklich einfach gemacht. ich erinnere mich, dass früher, als das mobile netz noch sehr, sehr langsam war, bilder nicht erst mit dem veröffentlichen button hochgeladen wurden, sondern schon vorher, im hintergrund hochgeladen wurden. das fühlte sich damals wie zauberei an.
mittlerweile hat instagram fleissig alles in seiner app verschlechtert. das geotagging ist seit dem abschied von foursquare aus der instagram-app nicht mehr wirklich gut zu gebrauchen, ich bekomme meine beiträge rnur unter grössten anstrengungen auch wieder aus instagram raus und überhaupt, wegen digitale unabhängigkeit und so, veröffentliche ich fotos und videos eigentlich fast nur noch hier auf wirres.net.
das ist zwar auch nicht ganz unkompliziert, aber dafür ganz genau so wie ich es will. der feuchte blogger traum vom „mobloggen“, also dem mobilen bloggen, ist mit kirby zwar grundsätzlich möglich, erfordert aber ziemlich spitze finger und viel geduld. genau das was ich unterwegs nicht habe, weshalb ich meine morgenspaziergangs-fotos meist erst ein paar stunden später veröffentliche, am desktop.
vor ein paar monaten habe ich ownyourswarm reaktiviert, mit dem ich meine swarm checkins ins blog hieven kann (wirres.net/checkins). damit hatte ich eine sehr einfache möglichkeit, bilder (inklusive geodaten) mit kirby auf wirres.net zu veröffentlichen. den micropub-endpunkt, der dafür nötig ist, hatte ich mir damals mit chatGTP zurechtgehämmert. so richtig gut war die implementierung des micropub-endpunkts allerdinsg nicht. deshalb hab ich das jetzt nochmal mit cursor überarbeitet und generischer nutzbar gemacht. so kann ich jetzt auch mit quill kurze beiträge — und vor allem fotos — auf wirres.net veröffentlichen. für quill müssen die finger nicht so spitz sein wie im mobilen kirby frontend und die anzahl der optionen ist radikal reduziert — und trotzdem kann ich im hintergrund alles so einstellen wie ich es möchte und brauche.

es gibt auch eine einfache möglichkeit geodaten an den beitrag zu hängen, ich kann beliebig viele fotos hochladen und optional die „syndizierung“ aktivieren, also den beitrag automatisch auf mastodon und bluesky weiterveröffentlichen (als platzhalter steht dort noch twitter, syndiziert wird aber nur zu mastodon und bluesky).
gestern früh habe ich innerhalb von 60 sekunden das hier aus dem volkspark rehberge gepostet: diesig, inklusive automatischer veröffentlichung auf mastodon und bluesky.
mich machen solche spielereien sehr glücklich, einerseits weil mich teilautomatisierungen immer glücklich machen und andererseits, weil da noch potenzial für weitere automatisierung und massschneiderung auf meine bedürfnisse schlummert.
ein weiteres experiment sind bookmarks die ich mit einem quill-bookmarklet einfach aus dem browser in wirres.net posten kann. ob und wie ich das langfristig nutze, muss ich noch rausfinden, aber theoretisch hab ich mit wirres.net/bookmarks jetzt einen ersatz für pinboard.in.
Müntefering war fast alles: Stadtrat, SPD-Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender, Verkehrsminister, Sozialminister, SPD-Parteivorsitzender, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation.
Er war sicher flexibel und taktisch versiert, sonst hätte er es nicht fast ganz bis an die Spitze geschafft. Auch beherrschte er die alte SPD-Folklore: von „Glück auf!“ bis zu den Heuschrecken. Aber er konnte stehen, standhalten. War ohne Ansehen der Person loyal: gegenüber Gerhard Schröder, gegenüber Angela Merkel, die ihm beide fremd waren. Ein Partei- wie ein Staatsdiener.
ich wundere mich immer wie menschen wie franz müntefering (oder jochen vogel oder helmut schmidt) entstanden sind. dieses pflichtbewusstsein und dieses kompromisslose staatsdienerische. sich ohne unterlass für das allgemeinwohl einsetzen, ständig im kampfmodus um seine überzeugungen durchzusetzen.
ich war politisch nicht immer einer meinung mit dem was müntefering durchzusetzen versuchte, aber ich habe ihm immer abgenommen, dass er immer das beste für das staats- und allgemeinwohl erreichen wollte — und dass es ihm nicht darum ging, das beste für sich rauszuholen oder macht um der macht willen zu sammeln. er und einige andere politiker seiner bauart waren für mich immer eine art personifikation für den beschwerlichen und dienenden marsch durch die institutionen. keine abkürzungen, immer mit respekt vor dem demokratischen staatswesen. kein zündeln, kein hetzen gegen minderheiten um mehrheiten zu erreichen, keine maskendeals, bei denen man sich oder seine bekannten auf kosten des staates bevorteilt.
das war zumindest überwiegend mein gefühl, wenn ich franz müntefering sah, dass ich ihm gerne ein mandat geben würde und glaubte, dass er keinen schabernack damit treiben würde.
sascha lobo schreibt jetzt seit 14 jahren kolumnen im spiegel.
mir sind saschas kolumnen auf spiegel.de mittlerweile grösstenteils zu kompliziert. vielleicht brauche ich auch das eine wort, um sascha besser zu verstehen.
in der hier verlinkten kolumne führt sascha den begriff „Racket“ von max horkheimer ein, vermeintlich um — wie angekündigt — trump besser zu verstehen. das ist nicht uninteressant, aber auch wenig erhellend. dass trump ein gauner, lügner, betrüger und jemand ist, der seine macht gewissenlos zu seinem vorteil ausspielt, ahnte ich auch, bevor ich die kolumne gelesen habe.
früher hatte ich in saschas kolumnen gelegentlich diesen aha-moment oder so einen euphorie-blitz, den man bei guten texten, guten reden, filmen, serien oder anderen lebessituationen hat. man könnte vielleicht sagen saschas kolumnen sind schwer geworden, in mehrfacher hinsicht: ihnen fehlt leichtigkeit und humor, sie sind anspruchsvoller, dunkler, schlechter gelaunt als sie es einmal waren. vielleicht liegt es aber auch daran, dass sascha irgendwann aufgehört hat ans ende seiner kolumne ein tl;dr zu setzen.
das archiv von saschas kolumnen hat derzeit 39 seiten mit je 20 kolumnen. 20 kolumnen × 39 seiten = 780 kolumnen. das ist erstaunlich, weil 14 jahre ungefähr 728 wochen haben, das heißt er hat 1,07 kolumnen pro woche geschrieben. allein das nötigt natürlich respekt ab. ich kam schon aus der puste, als ich nur quartalsweise eine kolumne schreiben sollte, die gewissen qualitätsmasstäben genügt (mein t3n-archiv).

aus der krautreporter morgenpost; „Morgenrot, schlecht Wetter droht“
mal schaun.
frida hatte heute zum ersten mal seit vielen jahren keine lust spazieren zu gehen. kurz vor den rehbergen fragte sie mich, ob wir wieder zurückgehen könnten. ich schlug auf dem rückweg noch einen schlenker über die müllerstrasse vor, ein angebot was sie normalerweise nie ausschlägt, weil es dort immer lecker nach döner riecht und gelegentlich döner auf der strasse liegt. nee, sie wollte lieber direkt nach hause. geht mir ehrlichgesagt auch bei dem wetter so, ich denke draussen dann immer: die bewegung kann ich ja zuhause machen, liegestützen und klimmzugübungen und so, über den tag verteilt, drei mal, dann bekomm ich trotz kurzspaziergang auch ausreichend bewegung. leider vergesse ich die gymnastik zuhause dann gerne. gestern nur einmal 13 (langsame) liegestützen, statt dreimal, immerhin ziemlich viel an der klimmzugstange rumgezogen.
ich bin heute und morgen krankgeschrieben weil ich morgen darmspiegelung habe. ich bin jetzt ja im vorsorgealter. in den letzten 5 tagen musste ich mich kernlos und ballaststoffarm ernähren. das fiel mir sehr schwer, weil ich mich einerseits gerade daran gewöhnt habe besondern ballaststoffreich zu essen und andererseits offensichtlich alles was ich gerne esse entweder viele balaststoffe oder kerne enthält oder aus nüssen ist. heute bin ich der empfehlung auf dem zettel der arztpraxis gefolgt und habe 2-4 scheiben toast mit „streichwurst“ oder „streichkäse“ gegessen. das vergnügen hielt sich in grenzen, ein deftiger salat zum frühstück oder das abendessen vom vortag liegt mur zum frühstück sehr viel mehr. aber trotzdem lecker.
wobei: der reiz von toastbrot erschliesst sich mir nicht mehr zu 100%. dunkleres oder körnigeres brot ist so viel mehr befriedigend und geschmackvoll. was ich aber zugeben muss: der hefe-duft, der aus einer tüte toast quillt, ist schon toll.
der toast ist die letzte feste nahrung die ich in den nächsten 24 bis 30 stunden zu mir nehmen werde. auch wenn das niemanden interessiert, ich bin mal gespannt wie ich diesmal die abführflüssigkeit vertragen werde und ob sie auch wieder lieber oben austreten möchte als unten. ich werde berichten.

plenvu darmreinungsmittel mit mango- und fruchtpunsch-aroma
erfreulich und erschüternd
erschüternd und erfreulich zugleich, wie viel menschen nach spitzkohl zubereitungsmöglichkeiten im airfryer suchen. seit ich wieder angefangen habe zu bloggen, schickte mir google konsequent keine besucher mehr vorbei.
die lange beitragspause und kurze offline-zeit 2024/2ß25 haben meine relevanz aus google sicht auf 0 gedreht. langsam nähert sich google meiner website wieder an, google frisst mir die maschinenlesabren rezepte zuzusagen aus der hand. und positioniert mich bei bestimmten suchbegriffen aus dankbarkeit (oder opportunismus?) ganz nach oben.
was mir an den optimierungen meiner website gefällt: das sind alles technische optimierungen die potenziell allen maschinen, crawlern und menschen zugutekommen, inhaltlich optimiere ich weiterhin nichts.
oder anders gesagt: viele rezepte-veroffentlichende glauben ja offensichtlich, dass es eine effektive suchmaschinenoptierungsmassnahme sei vor einem rezept 400 absätze über die geschichte des rezeots, der zutaten und der welt zu schreiben, bevor man nach 16 kilometern endlich beim rezept anlangt. offenbar dient das auch dazu eine längere verweildauer zu erzeugen und damit „engangement“ zu simulieren.
um so erfreulicher, wenn google auch das gegenteil, ein hingerotzes rezept, mit einem extrem schlechten foto, orthgraphisch fragwürdiger und konsequenter kleinschreibung, nach oben befördert. wäre doch zu schön, wenn der google algoritmus irgendwann rezept-bloggerinnen dazu zwingen würde schnell zum punkt (rezept) zu kommen.
das jahr ist schon 10 tage alt und ich habe das gefühl, dass es jetzt nicht mehr lange dauert und das jahr ist schon wieder vorbei.
der grosse angekündigte sturm blieb in berlin aus, das wetter fror einfach so vor sich hin, statt aggressiv zu werden. das ist nicht das erste mal, dass meine benachrichtigungen auf dem handy voller warnungen und vervorsichtigungen waren und dann am ende weder wind, noch schnee oder orkan aufkamen. mir ist schon klar, dass wettervorhersagen komplexe wahrscheinlichkeitsrechungen sind und ein schmetterling in ostasien den wintersturm potenziell verhindern oder mitauslösen kann. aber vielleicht sollten die warnungserzeuger trotzdem nochmal ihre kommunkationsstrategien überdenken und warnungen mit mehr konjunktiven präsentieren und entwarnungen mit der gleichen reichweite und wucht verbreiten wie die ursprünglichen warnungen. weil so bleibt bei mir irgendwie die frage hängen: wie ernst werde ich die nächste warnung nehmen?
gleiches gilt für die warnungen zum stromausfall im süden berlins. den stromausfall hat bei mir keine der installierten warnapp am 3. januar angekündigt. daür bekam ich am 7. januar mit viel getöse eine „Extreme Gefahr WARNUNG MITTEL“ und kurz danach, mitten in der nacht eine „Gefahreninformation ENTWARNUNG“ die mein telefon schreien liess.

warnungen und entwarnungen
das ist ein bisschen so, als ob die herolde der senatsverwaltung um 22 uhr sturm klingeln um zu sagen: „alles OK, KEIN GRUND ZUR SORGE, BITTE SCHLAFEN SIE WEITER! und bedenken sie, nach 18 uhr kein glas in glascontainer zu werfen, damit ihre mitbürgerinnen in ihrer nachtruhe nicht gestört werden!“
jedenfalls war es heute zum morgenspaziergang wieder -6°C aber es wirkte irgendwie milder als in den vorherigen tagen. zum teil kann das daran gelegen haben, dass ich heute zum ersten mal meine winterjacke, statt meines sommermäntelchens trug. zum anderen blies kein wind, was die gefühlte temperatur erhöht haben dürfte.
alle menschen und hunde die wir heute früh trafen waren extrem entspannt. frida auch, obwohl sie mich 5 mal fragte ob es ok sei, wenn sie mal kurz einen exkurs ins unterholz macht um dort eventuell sitzende vögel aufzuschrecken. ich liess sie gewähren, auch weil sie vorher übereifrig folgsam war, als ich sie darum bat.

catcherwiese
schnelle gurkensticks mit knoblauch
das rezept hab ich dieses jahr weihnachten von meiner mutter mitgenommen und es ist sowohl einfach als auch unglaublich lecker.
ich habs extra nochmal recherchiert: es kommt kein öl rein. die logik dahinter: das sind schnell (an-) fermentierte gurken die, wie andere eingelegte gurken, ohne öl auskommen. das rezept kommt aus der ukraine.
eigentich mag ich gurken lieber geschält, für dieses rezept lass ich sie aber dran, man bekommt so nochmal einen ticken mehr crunch. die schärfe des knoblauchs, die säure des essigs und die frischen gurken bilden einen angenehmen und köstlichen kontrast. aus gewohnheit tröpfel ich gelegentlich etwas öl dazu, aber eigentlich gehört hier kein öl rein. mit dill schmeckt’s ukrainisch, aber es geht auch ohne dill, der knoblauch — viel davon — muss aber sein.

zutaten
- 1 ungeschälte (bio) gurke
- 1-3 el essig (zum beispiel weisser balsamico)
- 1 tl salz
- viel knoblauch gerieben oder gequetscht (z.b. 1 soloknoblauch oder 4-8 normale zehen)
- viel dill (optional)
zubereitung
-
die gurke in grobe sticks schneiden
-
1-3 esslöffel essig, 1 teelöffel salz, den knoblauch hinzufügen, optional auch den dill, alles gut verrühren.
-
mindestens 10 minuten durchziehen lassen. 1-3 stunden ist wohl traditionell, damit setzt dann auch schon etwas fermentation ein und wenn die sticks grob genug geschnitten sind, bleiben die sticks trotzdem schön knackig.














wie lange schauen sie fernsehen? so 24 stunden am tag …