sperrmüllevent vor der haustür (bsr kieztage)
alles
gletscherwanderung
schnee und eis sind teilweise weggeschmolzen, aber heute nacht zog es dann wieder an, weshalb sich die wanderung in den rehbergen ein bisschen wie eine gletscherwanderung anfühlte und aussah.

sieht aus wie ein quasi-gletscher

zugefrorener schiffahrtskanal
judith horchert, die spiegel-redakteurin saschas vertrauen, lob(o)huddelte sascha lobo anlässlich seines 10jährigen spiegel-online-kolumne-jubiläums (der artikel ist also 4 jahre alt), via.
Erschreckend viele Texte von Sascha Lobo sind gut gealtert. Das liegt einerseits an Saschas Hellsichtigkeit und daran, dass er den Einfluss der Digitalisierung auf die Gesellschaft gut verstanden hat und gut erklären kann.
ich hab mal ein, zwei stichproben gemacht, und muss sagen, judith horchert hat recht.
favoriten KW3 2026
wie ich diese likes-sammlung gebaut habe: making of favoriten
making of favoriten
ich hab mich gefragt, warum soll ich die sammlungen von maston- und bluesky-beiträgen eigentlich lieblingströöts nennen? bluesky-beiträge sind ja genauso wenig trööts wie sie tweets sind. vielleicht sollte man alle kurzbeiträge im internet tweets nennen? oder bei samlungen nicht das beitragsplattform benennen, sondern die sammlung. also hab ich mir überlegt, dass ich
- regelmässig favoritensammlungen veröffentliche, statt lieblingströöts.
- die favoriten jetzt etwas anders sammle, nämlich fortlaufend und hier: favoriten
die favoriten erscheinen erst auf den hauptseiten (und im RSS feed), wenn ich sie in sammlungen bündle, vorher schwimmen sie im favoritenstrom im hintergrund. genauso mache ich das jetzt auch mit bookmarks, die ich dann regelmässig zu (kommentierten) linksammlungen bündle.
bisher habe ich links oder bookmarks fast ausschliesslich auf pinboard gespeichert, entweder per bookmarklet aus dem browser oder aus meinem RSS-reader miniflux, der sie per per API dort sichert oder auf dem telefon mit einer sharing-extension. das mach ich gegebenenfalls auch weiter so, aber hauptsächlich sammle ich favoriten und bookmarks ab jetzt direkt auf wirres.net per bookmarklet und quill. quill rufe ich per bookmarklet auf, dann lässt quill mich bei bookmarks noch den inhalt bearbeiten und sichert den favoriten oder das bookmark dann per micropub hier auf wirres.net. für einen favoriten sieht der vorgang in etwa so aus:
mir gefällt dieser workflow. für die sammlungen verlinke ich die so gesicherten favoriten oder bookmarks und kirby bettet sie entsprechend ein. auch dieses vorgehen gefällt mir gut, weil einzelne favs und bookmarks dann quasi eine permalink url haben (per # unter dem embed verlinkt).
ich finde das konzept des im hintergrund leicht rauschenden favoriten- und bookmarkstroms sehr ansprechend. es stört niemanden, erfreut mich aber und wer das rauschen hören will, kann jederzeit auf wirres.net/favoriten oder wires.net/bookmarks gehen. noch gibt’s dazu keinen RSS feed, sobald mich auch nur eine person fragt, setz ich das aber bestimmt gleich um.
☑️
My advice is to fight [internet dependency] less with fleeting (and unreliable) hacks like time limits, tech‑free zones, digital detoxes, tech fasts, focus mode, and grayscaled screens, and more with an overwhelming love and appreciation for being present, active, and engaged with the real world
elizabeth tsurkov wurde im märz 2023 in bagdad entführt wurde und nach 903 tagen haft und folter freigelassen. im atlantic schreibt sie über diese zeit.
I had no interest in “resisting” interrogation under torture—after all, I had nothing real to hide, nothing I would not want to confess. So I freely admitted to whatever they seemed to want to hear: that I worked for the CIA and was a Mossad spy. To be both, of course, was hardly possible, but as these men beat me again and again over the next 14 weeks, I learned their bizarre conspiracy theories—and tried to match my fables to theirs.
As my experience showed, a heavy reliance on physical abuse makes for proficient torturers, not skilled interrogators. Again and again, torture has proved to produce false confessions and bad intelligence. The only knowledge that torture provides is the ultimate confirmation bias: information about the threats facing the regime that is entirely in line with the worldview of the torturers, who characteristically share the regime’s generalized paranoia.
für meinen möglichen #rp26 vortrag muss ix mich jetzt wohl zum thema existenzialismus updaten und ne literaturliste durcharbeiten. habt ihr tipps, abseits der üblichen verdächtigen?
darmspiegelung
weil meine hausärztin es mir vorschlug, habe ich mir vor einem halben jahr einen termin zur darmspiegelung von der beifahrerin organisieren lassen. am dienstag war es soweit.
zur vorbereitung der darmspiegelung muss man den darm (natürlich) erstmal leeren. am tag vor der untersuchung darf man ab neun uhr nichts mehr essen, fünf tage vorher musste ich bereits auf kerne, nüsse und alle vollkörnige verzichten. einen tag vorher muss man ziemlich eklige abführflüssigkeit trinken. das hatte ich noch in schlechter erinnerung von meinen vorherigen darmspiegelungen. aber da die anleitung darauf hinwies, dass ich zweimal einen halben liter von dem zeug „langsam, in kleinen schlücken“, über eine stunde verteilt trinken soll, war das dann ziemlich entspannt. ausserdem empfahl die anleitung dazu auch noch einen halben liter klares wasser zu trinken, damit war es dann fast ein vergnügen.
durch die zeitliche entzerrung der darmreinigungsflüssigkeitsaufnahme, lief auch das entleeren des darms relativ gesittet ab. mir fiel auf, wie homeoffice, ist auch homedarmentleerung sehr viel angenehmer als in einem wartezimmer oder krankenhaus.
für die koloskopie selbst hatte ich mir vorgenommen auf eine betäubung oder „schlafspritze“ zu verzichten. meine bisherigen darmspiegelungen hatte ich auch alle ohne betäubung gemacht und auch wenn ich mich daran erinnere dass das nicht besonders angenehm war, vor allem wenns um die kurven geht und luft in den darm gepumpt wird, wollte ich es dieses mal auch so machen. allein schon das ganze gewese mit abholen lassen, aufwachraum und den restlichen tag nicht ganz bei mir sein zu können hielt mich schon davon ab mich betäuben zu lassen.
ich muss sagen: angenehm ist das nicht, aber schlimmer als ein quersitzender furz ist es auch nicht. und ich konnte so auch mal wieder in mich reingucken und smalltalk mit den anwesenden machen. unterwegs fand der arzt ein paar polypen, die er einfach abschnitt und die abschnitte dann rauszog zur histologischen untersuchung. die reise durch den darm ging bis zum dünndarm und dauerte so um die 10 minuten.
für die darmreinigung wollte mir der arzt nicht die bestnote geben, aber die sicht war schon ziemlich klar. ich war wieder begeistert wie aufgeräumt es in mir aussieht. und die technik! das endoskop kann mit einem wasserstrahl die darmwände abzuspritzen, die linse war nicht eine sekunde beschlagen oder verschmiert, das bild war durchgehend kristalklar. irgendwie scheint die technik insgesamt fortschritte gemacht zu haben, denn auch die mörderblähungen die ich nach den letzten untersuchungen dieser art hatte, blieben diesmal aus.
in drei jahren soll ich wiederkommen um nochmal einen blick auf die polypen zu werfen. freu ich mich nicht unbedingt drauf, aber im prinzip würde ich schon sagen: gerne wieder.
die wichtigste erkenntnis habe ich nachträglich gewonnen, war mir in der form noch gar nicht klar: das was ich esse braucht ungefähr 23 stunden, bis die reste wieder ausgeschieden werden. ich dachte eigentlich dass ich mir mit der verdauung mehr zeit nehme.
apropos darm, ich glaube dieses „handwerkskunst“ video, in dem man einem chirurgen bei einer darmoperation zusehen kann, hatte ich schon mal empfohlen. am faszinierensten finde ich die ästhetik des eingriffs und des menschlichen innenlebens. da ist eigentlich nichts ekliges zu sehen und auch das auseianderschneiden und wieder zusammenfügen des darms sieht beinahe trivial einfach und unspektakulär aus.
gestern poppte in meinem RSS feed ein sehr langer, neuer lorem-ipsum-text auf spreeblick.com auf. gerne gelesen, mittlerweile leider wieder gelöscht.
mein vortragsvorschlag für die republica 2026

ich habe 90 minuten vor dem ende der deadline meinen vortragsvorschlag für die republica dieses jahr eingereicht. eigentlich wollte ich meine einreichung zuerst um die idee wickeln die eine fernsehserie (pluribus) in mir geweckt hat: was, wenn es gar nicht so toll ist, wenn in der welt frieden herrscht, alle zufrieden sind und sich gegenseitig lieben? diese höchst kontraintuitiven gedanken würde ich gerne auswalzen und trotzdem die frage beantworten, wie man angesichts der weltlage optimismus und motivation auf einem erträglichen niveau hält.
am ende isses dann etwas generischer geworden und angesichts der vielen vorbereitungsarbeit die so ein vortrag und die vorab aufgestellten steilen thesen bedeuten, wünsche ich mir beinahe, dass mein vorschlag dieses jahr abgelehnt wird.
das habe ich eben eingereicht:
Die Welt ist scheisse — und das ist auch gut so
Sobald wir akzeptieren, dass die Welt voller Ungerechtigkeit, Schmerz und Absurdität ist, können wir uns dem Schönen zuwenden. Das Schlechte ist nicht wünschenswert, aber notwendig. Es ist der Rohstoff, aus dem Sinn, Kunst, Fortschritt und Optimismus überhaupt erst entstehen.
Die Welt in der wir leben hat nichts mütterliches, auch wenn der Volksmund das seit Jahrtausenden behauptet. Die Welt macht ihr Ding, nimmt ihren Lauf und beachtet uns Menschen nicht weiter. Wir Menschen machen es uns Menschen auch nicht gerade leicht, im Gegenteil. Aber genau die Feinseligkeit und Absurdität der Welt ist die Quelle aus der wir Optimismus, Kraft für Veränderung und Glück schöpfen können. Optimismus muss keine Schönfärberei sein und ist nicht der Glaube, dass alles gut wird. Optimismus ist die Entscheidung, in einer beschissenen Welt trotzdem Bedeutung zu erzeugen.
In diesem Sinne möchte ich 30 Minuten Optimismus verbreiten.
siehe auch:






via coldheat.de:
ich hab mir das video der rekonstruktion sehr gerne angesehen. ich mag vor allem die idee, etwas pixel für pixel aufzubauen und dabei zuzuschauen. und noch mehr mag ich die idee, den eigenen handlungspielraum radikal einzuschränken (hier: anzahl der pixel und der farben).
grenzen, einschränkungen, technische limitierungen beflügeln die kunst. umgekehrt, wenn alles möglich ist, wenn die einzige grenze das ist, was einem für einen prompt einfällt, dann wird das ergebnis ruck zuck sehr, sehr langweilig und unspannend . ich glaube wenn KIs maximal 640 × 480 px hoch auflösende bilder ausgeben könnten, wäre KI-kunst vielleicht einen ticken interessanter.