heute in der sendung mit der maus eine folge von trudes tier, die ich schonmal gesehen hatte. dieses mal musste ich aber mehrfach lachen. vielleicht habe ich auch schon beim letzten mal gelacht, aber ich erinnere mich nicht.
die folge setzt sich ziemlich klug mit aberglauben auseinander, beinahe philosophisch. am ende ist wie immer das tier das klügere, weil es bemerkt, dass die wirkung des „glückslauch“ eigentlich nur eine projektion war, die aber übergangsweise half innere kraft zu entwickeln.
die folge scheint dauerhaft (frei von depublikation) auf kika.de zu liegen, aber der einfachheit halber bette ich sie hier mit youtube (vom @diemaus kanal) ein.
frühlingshafte 6°C als wir losgingen, allerdings auch frühlingshafter dauerniesel und grauschleier über der stadt. 6 kilometer vom wedding in den prenzlauer berg gelaufen, mit der s-bahn zurück.
eben habe ich die graham norton show gesehen, um zu gucken ob sie danach automatisch hier im blog auftaucht. tat sie.
die idee hatte ich gestern: warum nicht alle sendungen die ich gucke hier mit einem kurzen eintrag festhalten? am besten automatisch. also mach ich das jetzt.
ich mag die idee von micro-einträgen. das erzeugt zwar eine menge rauschen, aber das lässt sich auch gut ausblenden. bei bedarf lassen sich diese einträge aber auch auswerten oder für was auch immer mir einfällt verwenden. vor allem aber mag ich die idee, dass alles hier passieren zu lassen, hier also sozusagen life-logging zu betreiben. das ist ja auch was weblog ursprünglich bedeutete: sachen öffentlich, im web loggen. jetzt wo ich likes und lesezeichen hier logge, kann ich doch auch loggen was ich (fern-) sehe.
die idee mochte ich schon lange, nur stand mir die technik nicht zur verfügung. deshalb habe ich jahrelang watched.li von philipp benutzt. ich fand es in erster linie spannend zu sehen, wie viel zeit ich vor der glotze verschwende, aber watched.li half auch dabei zu vorrauszusehen, womit ich in zukunft meine zeit verschwenden konnte, welche serien und folgen bevor standen.
seit 10 jahren nutze ich neben plex auch noch tautulli, eine freundliche plex-begleit-app. im prinzip macht tautulli nichts anderes als plex zu beobachten und alles zu loggen: wer schaut wann was, was macht der server, was gibt’s neues? wenn ich zurück zu 2017 gehe, sehe ich, dass ich am 14. august 2017 game of thrones s07e05 gesehen habe. um 22:43 war ich fertig mit der folge (ist game of thrones echt schon so lange her?).
mit tautulli hab ich als eigentlich alles was ich brauche: statistiken, details zu dem was ich (mit plex) gesehen habe.
andererseits nutze ich ja nicht nur plex. ich schau gelegentlich filme im kino, auf amazon prime, netflix oder RTL+. ich bin auch nicht der einzige, der den wunsch hat das alles zu tracken. heiko hat vor ner weile beschrieben, wie er seinen medienkonsum trackt: Medien-Tracking mit Github und YAML. thomas hat sich einen recorder gebaut, mit dem er alles was er sieht und liest festhält und bewertet. und jetzt hab ich mir in den letzten 24 stunden ein medienmenü zusammengehackt. ich hab mir vorgenommen das mal ein jahr lang auszuprobieren, also wirklich alles was ich sehe oder in buchform lese festzuhalten. was ich im netz lese halte ich ich ja bereits mit lesezeichen fest.
die technik dahinter finde ich betörend einfach: für jede serienfolge, film oder buch, lege ich einen beitrag mit den wichtigsten daten an: (von) wann, was, wie lange und wie wars? die beiträge kann ich ganz normal in kirby als content anlegen, aber auch per per webhook oder per micropub.
den webhook sendet tautulli sobald ich einen film oder serienfolge zuende gesehen habe und sieht so aus:
mit dem micropub-client sparkles kann ich gesehene filme anlegen.
die übersicht habe ich heute mit allem was ich 2026 gesehen habe gefüllt. die wenigen filme, die ich gesehen habe, mit sparkles, die serien manuell mit einem curl.
mit dem curl ging das ziemlich effizient, künftig sollte der grossteil der einträge dann automatisch aus plex/tautulli kommen, den rest pflege ich dann eben manuell nach, bis ich dafür auch eine automatisierung finde.
im prinzip ist die übersicht ein (h-) feed, den man theoretisch auch abonnieren könnte, aber da muss ich mir noch was überlegen, wie man das in einen sinnvoll rauschenden rss- oder atom-fluss umwandelt.
als nächstes werde ich versuchen ein paar tagesaktuelle statistiken zu erzeugen. ich finde man kann in der übersicht auch schon so einiges ablesen:
gelegentlich binge ich serien weg
starfleet academy hab ich nach folge 6 nicht mehr ertragen und aufgehört weiter zu sehen
ich finde A Knight of the Seven Kingdoms richtig gut
obwohl The North Water ziemlich gut ist, bin ich in folge 2 hängen geblieben
durch die rehberge zum berlin-spandauer-schifffahrtskanal und von der aristide-briand-brücke mit bus und bahn zurück. es war vergleichsweise warm und feucht, das eis unter dem pfützen war tückisch glatt.
The river is what's here right now. You scroll through it, save what you want to keep, and let the rest go.
current ist ein RSS reader mit nem neuen dreh, eben diesem river und artikeln die eine lebensdauer haben und dann aus dem blick verschwinden. find ich gut, will ich mal ausprobieren, auch wenn ich kein problem, keinen stress mit der klassischen präsentation von RSS-readern habe die einfach stumpf umgekehrt chronologisch und zusaätzlch (vielleicht) nach kategorien ihren inhalt zeigen.
aber die definition des river gefällt mir. einerseits weil ich denke das blogs genau so funktionieren, artikel, links, notizen poppen auf, altern, rutschen nach unten, aus dem sichtfeld. wenn man möchte kann man den fluss befahren und expeditionen in die vergangenheit unternehmen, in die tiefe gehen oder auch völlig abzweigen. (via)
Diese Verschiebung ist medientheoretisch nicht neu. Wir haben sie bereits bei Suchmaschinen erlebt, die Inhalte nicht mehr vermittelten, sondern ersetzten, indem sie Zusammenfassungen an die Stelle der Quelle setzten. Mit LLMs wird dieser Schritt radikalisiert: Aus der Verweisstruktur des Netzes wird eine Extraktionslogik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern ausgebeutet, ihr Kontext verschwindet im Antwortformat.
Keine pseudokluge, weil angelesene Wiedergabe von fremden Positionen, sondern das Abarbeiten am eigenen Unverständnis. Die Konfrontation mit Fragen anstatt die Suche nach der einen Antwort, die es eh nicht gibt. […] Lesen [ist] eben immer mehr ist als Lesen: Fragen stellen, nachdenken, Positionen überdenken. […]
When phone cameras got good enough, portrait photographers scolded people who took their own headshots.
And when the Mac got pretty good at typesetting, professional designers pointed out that people who can’t tell a font from a typeface and don’t care about kerning should avoid it.
Professional translators bring humanity and insight to transforming writing from one language to another, but many people continue to use Google Translate…
Here’s the thing: the translators take their own headshots. Web designers often use translation software. And life coaches build their own websites with Squarespace and put their own selfies on Linkedin. We all make our own decisions, and most of the time, we use tech to do it ourselves.
Diese Verschiebung ist medientheoretisch nicht neu. Wir haben sie bereits bei Suchmaschinen erlebt, die Inhalte nicht mehr vermittelten, sondern ersetzten, indem sie Zusammenfassungen an die Stelle der Quelle setzten. Mit LLMs wird dieser Schritt radikalisiert: Aus der Verweisstruktur des Netzes wird eine Extraktionslogik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern ausgebeutet, ihr Kontext verschwindet im Antwortformat.
The river is what's here right now. You scroll through it, save what you want to keep, and let the rest go.
current ist ein RSS reader mit nem neuen dreh, eben diesem river und artikeln die eine lebensdauer haben und dann aus dem blick verschwinden. find ich gut, will ich mal ausprobieren, auch wenn ich kein problem, keinen stress mit der klassischen präsentation von RSS-readern habe die einfach stumpf umgekehrt chronologisch und zusaätzlch (vielleicht) nach kategorien ihren inhalt zeigen.
aber die definition des river gefällt mir. einerseits weil ich denke das blogs genau so funktionieren, artikel, links, notizen poppen auf, altern, rutschen nach unten, aus dem sichtfeld. wenn man möchte kann man den fluss befahren und expeditionen in die vergangenheit unternehmen, in die tiefe gehen oder auch völlig abzweigen. (via)
sehr nerdig, sehr speziell, aber ich habe viel über CSS gelernt. und die präsentation ist wirklich gut, da könnt ich auch noch einiges lernen.