alles
wenn ich böse wäre, würde ich schreiben: thomas knüwer arbeitet jetzt für die republica und braucht offenbar geld. bin ich aber nicht mehr (böse), nur noch doof. tatsächlich finde ich das was thomas knüwer hier macht ein interessantes experiment: er fährt nach texas zur sxsw und statt nur drüber zu bloggen, schreibt er einen täglichen newsletter für den er auf steady um etwas finanzielle unterstützung bittet.
steady hat sich zu einem kleinen moloch entwickelt. über steady kann man die titanic, das plötzblog, übermedien, rivva und 2.833 andere projekte oder „Medienmacher:innen“ unterstützen. meinen newsletter hätte ich dort auch eingerichtet, unterstütze steady rss-zu-newsletter-konvertierung. stattdessen habe ich mir dort auch eine „unterstützerseite“ eingerichtet, auf der man sich ein gutes (3 €/monat), sehr gutes (5 €/monat) oder super gutes gefühl (10 €/monat) kaufen kann. das dort eingenomme geld würde ich dann auch wiederum dafür verwenden mir ein gutes gefühl zu kaufen — obwohl ich bezweifle dass das versprechen von guten gefühlen viele interessenten findet.
thomas knüwers newsletterangebot hingegen scheint interesse zu wecken. nach einem tag bereits 40 zahlende mitglieder. ich finde die transparenz die steady bietet (wenn der oder die medienmachende das will) sehr lobenswert und bin gespannt wie das experiement ausgeht, auch wenn ich kein grosser fan von bezahlschranken bin und auch für schrankenlose angebote zahlen würde.
ich habe zuerst nur die zitate gelesen, die volker weber aus barbara geyers text extrahiert hat und eine replik im kopf formuliert. dann fiel mir auf, dass das äusserst denkfaul ist und las barbara geyers text. der text gefiel mir, aber meine replik bleibt die gleiche. einer der hauptgedanken in barbara geyers text ist dieser:
Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv.
kritisches denken allein reiche nicht, man müsse schon substanzielles wissen mitbringen, um KI produktiv, nutzbringend zu nutzen — sagt barbara geyer. ich würde darauf antworten, dass das auch alles eine haltungsfrage ist. für mich ist der weg zu wissen neugier, also eine haltung (so wie kritisches denken auch eine haltung ist). neugier führt dazu, dass ich mich mit einfachen antworten, egal woher die kommen, nicht zufrieden gebe, sondern verstehen möchte und im besten fall etwas so tief verstehen möchte, dass ich es selbst machen oder anderen erklären kann.
wer neugierig ist gibt sich nicht mit wohlklingenden antworten eines lehrers, professors, eltern, buchs, videos oder einer KI zufrieden. neugier inspiriert zum tiefer, weiter fragen. dummerweise kann man neugier nicht (wirklich) lehren (oft im gegenteil), neugier kann man aber wecken, entfachen.
witzigerweise habe ich gerade heute beim morgenspaziergang an meinen kunstlehrer in der siebten oder achten klasse zurückgedacht. herr schiefer hiess er und alles was er uns an aufgaben antrug, entfachte neugier und aha-erlebnisse in mir. wir haben graustufenbilder aus punkten gemalt, benutzbare stühle aus pappe gebaut, dioramen im schuhakarton mit gucklöchern gebastelt.
bei herrn schiefer habe ich kein kritisches denken beigebracht bekommen, aber er hat neugier in mir geweckt, die dann auf dem weg auch kritisches denken ausbildete und dann langfristig zu einer anhäufung grösstenteils unnützen wissens in mir geführt hat.
was ich sagen will: wenn man KI nur zur generierung von antworten nutzt, wird ki schnell kontraproduktiv. wenn man KI zur generierung weiterer fragen nutzt kann man mit KI unterstützung sehr viel lernen.
ein highlight aus marty supreme hab ich fast vergessen: penn jillette von penn & teller spielt dort mit und auch wenn der auftritt nur kurz war, fand ich ihn brilliant besetzt. davon möchte ich mehr sehen.
abmahnung, aus dem maschinenraum
als ich vor 23 jahren anfing mit einem content managment system ins internet zu schreiben, war ich in vielerlei hinsicht ein bisschen naiv. auch was die nutzung von bildern angeht. wenn schlechte witze (arnold schwarzegger hat schrankfarbene haare) die nutzung eines bildes erforderten, suchte ich mir ein bild und benutzte es. 2002 wurden urheberrechtsverstösse eher selten geahndet und google war gerade mal 4 jahre alt.
spätestens zu zeiten von marions kochbuch (die älteren werden sich erinnern) fing ich an mein archiv für suchmaschinen zu verrammeln. bei artikeln die älter waren als 5 jahre verbot ich die suchmaschinen indexierung. das hat soweit gut geklapt. in den > 20 jahren in denen ich ins internet schrieb habe ich zwar die eine oder andere abmahnung bekommen, aber nie wegen urheberrechtverstössen. bis heute. ein foto von arnold schwarzenegger das seit 20 jahren im web rumlag, ausgeschlossen von suchmaschinen-indexierung und ungesehen von jeder menschenseele, wurde doch von irgendeinem rechteinhaber gefunden. die seite, auf der das bild laut anwaltsschreiben zu sehen gewesen sei, war von der suchmaschinenindexierung ausgeschlossen und damit im prinzip unsichtbar. ich weiss zwar, dass ethisch fragwürdige crawler sich nicht an robots.txt anweisungen halten, aber dass möglicherweise für die durchsetzung von urheberrechten auch solche anweisungen ignoriert werden, scheint neu zu sein.
die 250 € habe ich überwiesen, das bild gelöscht und den artikel entfernt und gleichzeitig habe ich alle bilder von artikeln die älter als 2010 sind mit thumbhash bildern ersetzt. thumhashs sind „very compact representations of an image“, die gerade mal ein paar byte gross sind. die nutze ich schon länger fürs lazyloading, man bekommt die also zu sehen wenn man wirres.net mit einer sehr langsamen internetverbindung besucht. ansonsten sieht man die nur selten. hier eine beispielseite aus meinem archiv.

die riesenmaschine macht das schon lange so mit bildern, deren rechtelage ungeklärt ist: einfach weglassen.

aber nur wegen eines anwaltschreibens soll mein archiv nicht weniger bunt sein. deshalb finde ich meine lösung, bilder erstmal pauschal auf wenige bunte byte zu reduzieren sehr schön. und artikel mit bildern, über deren rechte ich mir im klaren bin (zum beispiel weil ich die bilder selbst aufgenommen habe), kann ich von der thumbhashisierung ausnehmen, aber das ist ein manueller vorgang.
so hat die abmahnung auch was gutes: ein schönes neues feature, von dem ich aus dem maschinenraum berichten kann.
es gibt auch sonst einiges neues aus dem maschinenraum. zum beispiel neue feeds für den river, die favoriten, bookmarks oder was ich gesehen habe (alle feeds sind autodiscoverable oder hier aufgelistet). unter /alles sieht man jetzt auch wieder wirklich alles, ebenso im alles-feed. auch im archiv sieht man beiträge, favs, bookmarks und gesehenes jetzt einzeln aufgeschlüsselt — oder eben als alles.
beispiel für gestern: alles, beiträge, favs, bookmarks, gesehen.
das logbuch meines medienkonsums, das ich dieses jahr führen möchte habe ich um die youtube sehzeiten erweitert. derzeit steht mein medienkonsum bei ca. 70 stunden pro monat die ich vor der glotze verbringe. ich bin mal gespannt wie sich das oder ob sich das über das jahr verändert.
und apropos gewohnheiten, die man offenbar mit zunehmensdem alter liebgewinnt, mal schauen ob mir entwicklung der gewohnheit gelingt, diesen baum ein jahr lang jeden tag zu fotografieren.
bürgerwiese

scheint sich nix verändert zu haben seit gestern.
Carrey sei »mit seiner Partnerin, seiner Tochter, seinem Enkel und zwölf engen Freunden und Familienmitgliedern« nach Paris gekommen, schreibt Caulier. Auch der langjährige Publizist des Schauspielers sei dabei gewesen. »Ich erinnere mich nur an seine Großzügigkeit, seine Freundlichkeit, seine Güte und seine Eleganz.«
manchmal wünscht man sich dann doch, dass journalisten hier und da KI nutzen, wenn sie aus englischsprachigen quellen abschreiben.
der publicist eines schaupielers ist nämlich keinesfalls ein „Publizist“, sondern ein PR-agent oder presseagent. medienberater oder sprecher kann man auch sagen. immerhin hat man im artikel keinen disclaimer untergebracht.
ja, man könnte sein blog auch zuhause hosten. wojtek powiertowski zeigt wie er es macht. ich finde das wahnsinnig interessant, aber bin froh dass es auch anders geht.
Turns out that LLMs are good at de-anonymization:
Attention taken to its highest degree, is the same thing as prayer.
— Simone Weil




heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel aufmerksamkeit und liebe schenken um damit die aufmerksamkeit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und leserinnen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.