alles

li­mo­na­dier

felix schwenzel in checkins

der li­mo­na­dier in kreuz­berg hat die cock­tail­kar­te on­line (stand ja­nu­ar 2026).

mein ers­ter cock­tail war ein „pe­ni­ci­lin“: „Blen­ded Scotch, Zi­tro­nen­saft, Ing­wer­si­rup, Ho­nig­si­rup, Is­lay Whis­ky“. war le­cker und er­in­ner­te mich — na­tür­lich — an ei­nen whis­ky sour mit ho­nig­no­te. der tumb­lr tumb­ler war zu 90% pro­zent mit ei­nem eis­berg­stück ge­füllt, was scha­de war, weil ich ger­ne mehr als 10 ml da­von ge­trun­ken hät­te.

statt mehr pe­ni­ci­lin habe ich mir dann ei­nen „ma­p­le sto­ry“ be­stellt („But­ter Wal­nut Bour­bon, Wal­nut Bour­bon, Ahorn­si­rup, Weis­ser Port­wein, Salz­lö­sung, Bit­ters“). der schmeck­te dann tat­säch­lich wie pe­ni­ci­lin sich an­hört. die bit­ters do­mi­nier­ten, aber nicht auf eine schlech­te art. aber auch nicht so gut, dass ich nach dem re­zept fra­gen wür­de.

zum ab­schluss ei­nen „bey­ond the pi­nes“ (Pi­neapp­le Rum, Fa­ler­num, Chi­li­scho­te, Dry Cu­ra­cao, Zu­cker­si­rup, Li­met­ten­saft), die schär­fe war an­ge­nehm, er­in­ner­te mich aber wit­zi­ger­wei­se an die schär­fe von gin­ger beer. fa­ler­num muss­te ich nach­schla­gen und das fa­ler­num-zeug er­klärt viel­leicht auch den gin­ger-beer-ein­schlag. der bey­ond the pi­nes war süf­fig und an­ge­nehm, aber nicht flo­ral, wie das „aro­ma­rad“ be­haup­te­te.

wenn ich mich mit cock­tails aus­ken­nen wür­de, könn­te ich wahr­schein­lich be­haup­ten, dass das al­les klas­si­ker mit ei­nem ei­ge­nen li­mo­na­dier-twist wa­ren.

zur durst­ver­stär­kung wur­de röst­mais ge­reicht. also die­ser stein­har­te, aber le­cke­re, stark un­ami­sier­te mais. dan­kens­wer­ter­wei­se wur­de von den freund­li­chen kell­ne­rin­nen stän­dig fri­sches lei­tungs­was­ser in ka­raf­fen nach­ge­reicht. wäh­rend wir den röst­mais in uns rein­schauf­fel­ten, über­leg­ten wir ob man den wohl im air­fry­er her­stel­len könn­te. kann man of­fen­bar (re­zept), al­ler­dings emp­fielt sich da­für „rie­sen­mais“. den hab ich über­teu­ert bei ama­zon ge­se­hen, aber auch in min­des­tens ei­nem asia-la­den.

der tro­cke­ne rie­sen­mais muss erst­mal 8 bis 12 stun­den ge­wäs­sert/re­hy­driert und da­nach wie­der sorg­fäl­tig ge­trock­net wer­den. die kör­ner kann man dann ent­we­der klas­sisch frit­tie­ren oder mit et­was öl, salz, pa­ri­ka- und knob­lauch­pul­ver 15-20 mi­nu­ten bei 180°C in den air­fry­er (alle 5 mi­nu­ten schüt­teln).

das ver­gnü­gen im li­mo­na­dier hät­te mich 43 € ge­kos­tet, hät­te mich mei­ne gast­ge­be­rin nicht ein­ge­la­den.









favicon eay.cc eay.cc: Spaß mit Kommentaren

Bleiben wir im Maschinenraum1: Eigentlich wollte ich, nachdem ich von Felix ein Bookmark per Webmention erhielt, nur sicherstellen, dass diese hier nun auch korrekt dargestellt werden. Bisher gab es diese nämlich fast nie, weshalb ich ihnen keine Beachtung schenkte und stattdessen nur Like-Herzchen anzeigte. Was jedoch recht irre­führend ist, wenn es z.B. Like und Bookmark […]

Gibt es ir­gend­ei­ne men­schen­les­ba­re Be­schrei­bung von Web­men­ti­ons

ich fürchte nicht wirklich. das ist zwar alles wohl­de­fi­niert/stan­dard­ti­siert, aber kognitiv völlig un­zu­gäng­lich. auch LLMs kämpfen damit. ich musste grosse teile meiner im­ple­men­tie­rung selbst machen, weil meine coding assistenz bei der umsetzung immer fehler einbaute. für mich ist das ein ständiges her­an­tas­ten und ich nutze zum vergleich quasi die „re­fe­renz­in­ple­men­tie­rung“ von https://aa­ron­pare­cki.com/. danch va­li­die­rung mit ver­schie­de­nen indieweb-tools wie granary, monocle und mf2 parsern.

so schön die idee von web­men­ti­ons ist, die ma­sci­nen­les­a­bar­keit ins html ein­zu­bau­en, so sehr erschwert das die ge­ne­ri­sche ad­ap­tier­bar­keit. web­men­ti­ons lassen sich nicht einfach per plugin einbauen, sondern sind auch immer auf die zuarbeit des theme an­ge­wie­sen. ich finde das sehr be­dau­er­lich, weil das alles so nützlich, praktisch und mächtig ist.

(allein dass ich hier nach­träg­lich meine tipp­feh­ler kor­ri­gie­ren kann ist sooo gross­ar­tig.)




lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baum­gär­tel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:

Tilman Baum­gär­tel beklagt in seinem Essay, dass ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te in der heutigen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie kaum noch Resonanz fänden, da die Reich­wei­te von Print­me­di­en schwinde, und Social-Media-Al­go­rith­men dif­fe­ren­zier­te Inhalte sys­te­ma­tisch be­nach­tei­li­gen würden.


ges­tern mach­te ai;dr die run­de. @dave_min­ni­ge­ro­de hat das na­he­lie­gen­de mög­li­cher­wei­se erst­mals auf­ge­schrie­ben, näm­lich das er ei­nen text nicht le­sen moch­te, nicht weil er zu lang war (too long, didn’t read, tl;dr), son­dern weil er zu sehr nach ki/ai roch (ai;dr).

wäh­rend tl;dr ein eher freund­li­cher hin­weis ist, den man so­gar vor­sorg­lich kon­tern kann, in­dem man ei­nem lan­gen text ein tl;dr mit ei­ner kurz-zu­sam­men­fas­sung vor­an­setzt oder an­hängt, ist ai;dr eine eher un­freund­li­che ka­te­go­ri­sie­rung wie „slop“. bei zu lan­gen tex­ten be­steht die chan­ce, dass man sich von ei­nem tl;dr doch noch zum le­sen ent­schliesst, ai;dr er­klärt ei­nen text de­fi­ni­tiv als un­les­bar.

ges­tern habe ich mir auf you­tube et­was an­ge­se­hen, das de­fi­ni­tiv ohne die be­tei­li­gung von ki ent­stan­den ist, zu lang, sehr lang­wei­lig und bis auf ei­nen gro­ben ab­lauf­plan, völ­lig un­ge­scrip­tet war.

an die­ser „was bin ich?“ sen­dung von 1976 ist al­les schreck­lich, die in­tro, die in­tro­mu­sik, die wit­ze von ro­bert lembke, der ton, das ti­ming, die mas­ken, die fri­su­ren. und doch ist es gross­ar­tig, weil es zeigt, wie ex­trem sich un­se­re er­war­tun­gen an un­ter­hal­tung in den letz­ten 50 jah­ren ge­wan­delt ha­ben.

die sen­dung zeigt, dass wir uns zwar im­mer au­then­ti­zi­tät wün­schen, au­then­ti­zi­tät aber auch zu dick auf­ge­tra­gen sein kann und wir uns dann doch dr­amt­ur­gi­sche straf­fung wün­schen. oder ein paar au­toren im hin­ter­grund die text­vor­schlä­ge auf ei­nen te­le­prom­ter spie­len könn­ten, viel­leicht ein paar vi­su­el­le ef­fek­te und ent­schlos­se­ne­re schnit­te.

je­den­falls, ob­wohl al­les an was bin ich? too long, too bor­ing, too old ist, lohnt es sich das mal zu gu­cken und durch­zu­ste­hen. selbst der auf­tritt von otto ist eher mau.

sehr ger­ne ge­le­sen habe ich hin­ge­gen die­se aus­ga­be von THE­FU­TURE von ole reiss­mann.

aus dem „jour­na­list’s sys­tem prompt that tells Clau­de to hal­lu­ci­n­a­te less“ ko­pie­re ich mir auf je­den fall schon mal die­sen teil in mei­ne text­vor­la­gen:

Don't com­pli­ment me.

mitt­ler­wei­le er­tra­ge ich das ge­schmei­chel von LLMs nicht mehr, zum bei­spiel wenn ich ih­nen tex­te zum ge­gen­le­sen oder kor­ri­gie­ren gebe. viel­leicht hilft’s die­sen satz in die de­faults auf­zu­neh­men.

wer hät­te das ge­dacht, dass com­pu­ter uns dazu brin­gen uns kom­pli­men­te zu ver­bit­ten.