alles
Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich ausdrücken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine generative KI für mich macht, dann würde ich einfach Content produzieren, meine persönliche Ebene ginge darin verloren, mein Gedankengang, meine Idee, meine Formulierung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht verwerflich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck darstellen. Vermutlich ist mein Wunsch, authentisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu produzieren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will authentische Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas darstellen.
bullitt

nico brünjes ist gerade in einer 70s-rewatch-phase. am sonntag hat er bullitt empfohlen, eine empfehlung der ich gerne nachgekommen bin, weil ich den noch nicht gesehen habe und der ja wohl ein klassiker ist.
um mit dem fazit anzufangen: das war ein grosses vergnügen und nico hat auch schon die wichtigsten gründe aufgeschrieben, warum bullitt sehenswert ist und ein klassiker ist. und er hat natürlich auch die ikonische autoverfolgungsjagd per youtube eingebettet, die man auch kennt, wenn man den film nie gesehen hat.
ich habe den film, der von 1968 ist und damit ein jahr älter als ich, mit dieser was bin ich? folge von 1976 im hinterkopf gesehen. ich weiss, es ist absurd bullitt und was bin ich? zu vergleichen, aber ich sehe da durchaus paralellen: das timing ist anders als man es heute gewohnt ist, die schnitte wirken teilweise ungewohnt, der ton ist direkter, echter und enthält irre viele nebengeräusche und wird nicht ständig mit musik übertüncht oder in der post-production geglättet. die frisuren sind ausserirdisch. keine handies. und das licht, die beleuchtung ist immer etwas zu hell und hart für die dark-mode-augen des 21ten jahrhunderts.
in bullitt stehen und fahren ausserdem überall oltimer rum und zum telefonieren muss man immer zu den apparaten gehen. es wird nicht weniger telefoniert als heute, nur anders, vor allem nicht im gehen.
die dialoge in bullitt sind spärlich. der verbale austausch zwischen den menschen, die man im film sieht, beschränkt sich auf kurze sätze mit vielen imperativen. nur der staatsanwalt spricht manchmal etwas ausladender. das längste gespräch im film ist, glaube ich, ein gespräch zwischen bullitt und seiner freundin cathy am rand der autobahn, in dem sie eigentlich einen monolog hält und bullitt nicht viel mehr sagt als „time starts now“.
ganz grandios fand ich, dass viele dialoge aus einer gewissen entfernung aufgenommen sind und man sie deshalb nicht hört. von mir aus hätte man das mit allen dialogen so machen können. was gesprochen wird ist ohnehin zweitrangig und hilft selten dabei die handlung zu verstehen. man könnte behaupten: in bullitt geht’s ohnehin nur um brilliant fotografierte gesichter, san francisco und autos.
ich war 1981 als zwölfjähriger mal in san francisco, also 10 jahre nachdem bullitt dort gedreht wurde. und ich muss sagen, meine erinnerungen, meine inneren bilder, decken sich hundertprozentig mit dem was man im film sieht. danach war ich noch zweimal in san francisco, einmal so um das jahr 2000 und dann nochmal 2014. da sah san francicso bereits ganz anders, glatter, pastelliger, geschliffeneer aus.
das erstaunlichste an bullitt ist aber was ganz anderes. man kann offenbar (theoretisch) auch mit strickjacke cool aussehen.
apropos …
… vernetzung, aggregation, empfehlungen und zielgruppen finden. ich merke es immer wieder wie hilfreich konstantins „dynamische blogrolle“ ist (sein „reader.konnexus.net“). ich folge zwar einem grossteil seiner quellen, aber ein kurzer besuch lässt interessantes meist einen ticken früher oben aufschwimmen, als es in meinem eigenen (RSS) reader geschieht.
heute, gerade, habe ich bei konstantin diesen kurzen longread von cory doctorow „gefunden“ und gelesen:
es zeigt sich: menschliches verhalten vorauszusehen ist komplizierter als man so denkt, aber soziolaogen haben in unserer welt eine gute datenlage und insgesamt günstige forschungsbedingungen. und wenn man der frage nachgeht, warum sich in online-communities oft redundante gruppen bilden, dass man mal wieder auf ein trilema stösst.
The conversational trilemma – the unresolvable need for scale, trust and information – has been with us since the earliest days of online socializing.
Once men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.
― Frank Herbert, Dune, ca. 1965
in dune war deshalb kopfrechnen ein grosses ding.
bald kommt wahrscheinlich die CSU um die ecke und fordert: kopfrechnen statt KI. (via)
”Once, men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.”
I started listening to the audiobook of Dune the other day. This quote felt very timely.








gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen visualisierung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch verstanden zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und gegebenenfalls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem dreidimensionalen raum dar. sie verkectten sich zu einer repräsentation, die die texturen bereits beinhaltet. sie sind sehr viel leichtgewichtiger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.
auch ahnungslose menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes verständnis davon bekommen, was gaussian splats eigentlich sind und warum sie so viel potenzial haben.