eigentlich wollte ich heute mal wieder nach frohnau fahren und dann mit frida durch den tegeler forst nach alt-tegel laufen und von dort mit der wieder fahrenden u-bahn zurück nach hause.
leider war an der bornholmer strasse wieder unverständliches ersatzverkehr-chaos, weshalb wir dann durch den prenzlauer berg, durch den mauerpark zurück zum naturkundemuseum gelaufen sind.
so sind wir 6 kilometer, quasi um den fersehturm gelaufen. ich freue mich immer, wenn der fernsehturm mich anlächelt und fotografiere ihn dann. leider sieht man auf den fotos das lächeln des fernsehturms nicht.
fernsehturm aus verschiedenen perspektiven
an der bernauer strasse, an der „kapelle der versöhnung“ sahen wir dann wie sich die glöckner und eine glöcknerin die glocken und sich zum läuten vorbereiteten und entschieden uns das anzusehen. wir mussten 8 minuten warten, bis punkt 10:15 uhr, bis sie anfingen zu läten. das ging dann gut 5 minuten (ein höllenlärm) und weil das video fast 1 gigabyte gross ist, habe ich es bei youtube hochgeladen statt hier lokal auszuspielen. ich finde die neue kamera hat das spektakel ganz gut eingefangen.
das sind die porttrait-varianten, die meine neue kamera im selfie modus anbietet
„bühnenlicht mono“
„high-key-licht-mono“
„bühnenlicht“
„konturenlicht“
„studiolicht“
„natürliches licht“
wenn ich das so angucke, denke ich, ich sollte schwarz weiss werden, am besten high-key-schwarz-weiss. steht mir relativ schmeichelnd und hebt die augen aus dem gesicht. das zeigt auch dieses foto, welches das kind vor ein paar jahren von uns gemacht hat — allerdings ohne KI unterstützung, sondern ganz analog.
volkers antwort auf meinen letzten beitrag, der ein KI generiertes symbolbild in „knete“ nutzte, lautete:
der „original“ felix reagierte auf kritik meist renitent oder spitzfindig. spitzfindig reagiert der aktuelle felix weiterhin. oder positiver ausgedrückt, ich reagiere auf kritik nachdenklich. und werde dann spitzfindig. in diesem fall, indem ich zunächst präzision bei der kritik einfordere. davon dass begriffe wie AI-slop von menschen „sloppy“ benutzt werden, war offenbar auch martin genervt und liess claude dazu argumente sammeln. das als antwort auf volker weiter zu verwenden wäre dann aber tatsächlich sloppy.
volker hat im kern natürlich recht. er ist genervt von der vermeintlich gedankenlosen verwendung von KI-werkzeugen zur bildgenerierung. ich bin teilweise auch genervt von der ästhetik dieser bilder und frage mich: warum, muss das sein? aber wirklich gedankenlos muss das nicht sein. der schockwellenreiter ist zum beispiel so freundlich die promts (und werkzeuge) zu nennen, die er zur KI-artikelbildgenerierung nutzt. hier zum beispiel:
Prompt: »Colored Franco-Belgian Comic Style. An elephant in a green dressing gown sits at a desk in front of an old-fashioned steampunk-style computer. The surrounding walls are lined with shelves filled with old books. In the background is a window overlooking a city. Through the window, a blimp can be seen in the sky. Sunlight floods the room.«. Modell: Nano-Banana.
der schockwellenreiter lässt sich bilder erstelllen, die seinen vorstellungen von passend, schön oder seinen assoziationen entsprechen (zur neuen version von libre office assoziert er aus unerfindlichen gründen „a sexy young woman with long red hair, green eyes and red lipstick“). ich gehe davon aus, er modifiziert die promts, wenn das ergebnis, das er geliefert bekommt, nicht seinen vorstellungen entspricht. nicht anders, als wenn er einen professionellen illustrator fragen würde, mit dem unterschied, dass hier kein honorar fliesst, sondern höchstens abo-gebühren.
der alte felix (das „original“?) hat früher symbolbilder gegoogelt (beispiel 1, beispiel 2). das birgt immer die gefahr in urheberrechtfallen zu tappen, öffnete aber gelegentlich die chance auf wirklich gute kalauer. manchmal habe ich gegoogelte bilder leicht modifiziert (beispiel 4), aber auch remixe bargen weiter die möglichkeit in urheberrechtliche fallen zu tappen. gelegentlich habe ich eigene fotos als symbolbild genutzt, manchmal führte das zu ganz guten text-bild-scheren (beispiel 5). weil meine illustrativen fähigkeiten nicht besonders weit reichen, sahen symbolbilder manchmal sehr, sehr simpel aus (beispiel 6). da half es dann auf vorgefertigtes zurückzugreifen, etwas, das man heute dann emoji-slop nennen könnte (beispiel 7). in diesem beispiel (8) bildete ich mir ein, urheberrechtliche probleme erfolgreich zu umgehen, indem ich statt eines prince CD-covers mit seinem foto, einfach die rückseite meiner lieblings CD nutzte. gaaanz selten gelang es mir die idee der symbolbilder auf eine metaebene zu heben, aber auf diese symbolbild-idee bin ich bis heute noch stolz: beispiel 9. gelegentlich verwies ich auf grandiose symboldbilder, die sich andere ausgedacht hatten: beispiel 10, beispiel 11.
waren meine symbolbilder früher besser? ich glaube nicht. nur die werkzeuge und quellen wandelten sich immer wieder. wahrscheinlich sind symbolbilder immer ein bisschen slop, also unnötiges beiwerk, deko. und dass die verwendung von KI-werkzeugen emotionen weckt verstehe ich auch in ansätzen, weil man diese bilder halt neuerdings überall sieht. aber andererseits verstehe ich es auch nicht.
ich habe heute mal einen schraubenschlüssel mit meiner neuen kamera fotografiert und freigestellt. hier der vergleich zwischen der foto-, emoji- (🔧) und ki-variante.
der witz ist natürlich, dass auch das foto mit KI-werkzeugen entstand. meine kamera benutzt KI zur erstellung, verarbeitung, verbesserung und die nachbearbeitung der bilder, der hersteller nennt die vorgänge und werkzeige hinter der fotoerstellung machine learning, neural engine oder „intelligence“. und auch das freistellen des schraubenschlüssels geschieht auf der kamera mit KI-werkzeugen.
so gesehen ist jedes einzelne foto das ich hier veröffentliche „AI-slop“. emoji werden auch nicht mehr per hand gezeichnet, da werkeln die designer mit ziemlicher sicherheit auch mit werkzeugen herum, die sie hier und da mit KI-funktionen unterstützen. so gesehen ist jede der oben gezeigten varianten meines symbolbilds irgendwie KI-durchseucht.
ich gebe zu: die schöpfungshöhe dieses und vieler anderer symbolbilder die ich hier benutze ist nicht sonderlich hoch. und die mühe, die ich zur illustration von texten aufwende ist im vergleich zum schreiben auch gering. insofern handelt es sich vielleicht um „slop“, im sinne von mangelnder sorgfalt. aber KI ist mittlerweile eben in fast allen lebensbereichen tief eingedrungen, in die fotografie, in film und fernsehen (vfx, spezialeffekte) und in die wissenschaften sowieso, mit enorm positiven folgen wie negativen folgen. der trick bei der fotographie und guten spezial effekten ist halt die KI-werkzeuge nicht schlampig (sloppy) zu verwenden, sondern so gekonnt, dass es niemand merkt, selbst KI-luditen nicht.
die waage zeigte heute glatte 97 kilo an. das sind seit dem letzten eintrag zu diesem thema weiterhin im ø 200g/tag gewichtsverlust.
allerdings habe ich mir die letzte spritze vor 14 tagen, am 3. oktober 2025 gesetzt. das gewicht fällt also weiter, auch ohne semaglutid im blut. mein plan ist jetzt erstmal ohne spritzen weiter zu machen und mich zu beobachten.
was gut funktioniert, meine essensroutine, die sich in den letzten monaten eingependelt hat, kann ich beibehalten — ohne appetit oder hungerattacken.
zusammengefasst sieht das so aus:
deftiges frühstück, entweder ein käsebrot mit etwas gemüse oder abendessensreste vom vortag.
mittags TK obst mit quark und süsstoff, eigentlich eine der befriedigendsten mahlzeiten die ich mir vorstellen kann. ich mag die eiscreme-/lassi-artige texttur, die entsteht wenn man gefrorenes obst mit quark püriert. und ich mag — zumindest in dieser kombination — den geschmack von süssstoff.
abends gibt’s eigentlich ganz normales alltagsessen, so wie immer, von selbstgemachten hamburgern, pastagerichten, pilaw oder aktuell grünkohl mit mettwurst — nur dass ich signifikant weniger davon esse. es fällt mir auch ohne semaglutid nicht schwer nach einer portion aufzuhören, weil ich weiss, in ein paar stunden, nach etwas nachtschlaf und einem morgenspaziergang, kann ich weiteressen.
mein bierkonsum hat sich bei 2-3 flaschen bier eingependelt, davon eins mit alkohol. zum knabbern gibt’s gelegentlich ein paar nüsse, kartoffelchips oder schokolade. mir hat es schon immer geholfen sowas zu portionieren, dann funktioniert es auch mit kleineren portionen und hält mich davon ab mehr zu essen.
Ich kam darauf, weil ich in einer Schublade ein »altes« iPhone wiederfand. Alt bedeutet: vielleicht sieben Jahre. Das Gerät hat keinerlei Schrammen oder Kratzer. Der Batteriezustand ist bei 93 Prozent.
Und man kann nichts mehr damit anfangen.
Was für ein Irrsinn.
einerseits ja, andererseits, ein paar jahre kann man ein sieben jahre altes iphone durchaus noch nutzen. ich habe mein iphone XR zwar jetzt gerade nach sieben jahren gegen ein iphone XVII getauscht. auch wenn ich jetzt kein ios26 mehr drauf installieren konnte, patch-updates soll das XR noch gelegentlich erhalten, zeigt die erfahrung. ich konnte mit dem XR eigentlich alles machen, telefonieren, fotos machen, das web angucken, die wohnung über home assistant und homekit steuern, navigieren, ladestationen finden, musik hören und faxen. der bildschirm hate nen klienne sprung und dder akku erforderte viel aufmerksamkeit und strom. vermutlich wäre in zwei bis drei jahren wirklich schluss mit einer sinnvollen nutzung.
unser mac mini von 2011 werkelt auch nach 14 jahren noch sinnvoll in der abstellkammer. zum beispiel zieht er regelmässig alle meine fotos aus der icloud und sichert die auf einer festplatte in unserer abstellkammer. der mac mini bespielt ein noch älteres ipad bei uns an der wand, dessen browser so alt ist, dass er keine home assistant dashboards mehr rendern kann, mit bildschirminhalten via VNC. andererseits musste ich dem mini auch schon zweimal die interne festplatte tauschen.
über geschirrspüler habe ich jüngst gelernt, dass die heizpumpe gerne nach 10 oder 11 jahren mit lagerschäden aufgeben. mit einem 80 euro ersatzteil kann man den geschirrspüler nochmal wiederbeleben. ich habe mir fest vorgenommen, den geschirrspüler mindestens 20 jahre am leben zu erhalten.
unsere gasetagenheizung dürfte so um die 20 jahre alt sein. sie wird jährlich gewartet, schwächelt hier und da und hat vor drei jahren eine neue elektronik-platine benötigt. aber dank tado lässt sie sich ziemlich effizient steuern und dürfte auch noch mindestens 10 jahre am leben gehalten werden. von der tado-cloud habe ich mich sicherheitshalber unabhängig gemacht. das geht, weil auch schon die ersten tado-geräte homekit unterstützen und sich so, mit entsprechendem aufwand, auch lokal steuern lassen. unsere heizung steuer ich seit zwei wintern mit einer eigenen logik und nicht mehr über die tado server. deshalb abe ich keine zweifel, dass unsere tado geräte der ersten generation (mittlerweile auch schon fast 10 jahre alt) auch noch 10 jahre durchhalten, egal ob es tado dann noch gibt oder tado sich ein neues geschäftsmodell überlegt hat.
miele sei ja nicht mehr das was es früher mal war, höre ich immer wieder. tatsächlich hasst die beifahrerin unsere miele waschmaschine (ein bisschen). sie ist unfreundlich zur wäsche und macht unsere handtücher immer dünner. aber auch bei ihr habe ich den ehrgeiz die noch ein, zwei jahrzehnte am leben zu halten. die miele waschmaschinen mit denen ich aufgewachsen bin, also die maschinen die damals angeblich so viel besser und solider genbaut wurden, hielten übrigens auch nicht länger als 25 jahre durch. wenn ich nicht irre steht bei meinen eltern jetzt die dritte generation miele waschmaschinen (und ich bin 56). wobei bei meinen eltern die wäschetrockner von miele grundsätzlich nach 10 bis 12 jahren den geist oder rauchzeichen aufgeben.
was ich sagen will: ist halt alles kompliziert. unterhaltungs-, kommunkations- und arbeits-elektronik ist offenbar durch den rapiden technologiewandel in der sinnvollen lebenszeit etwas eingeschränkt und überlebt selten mehr als zehn jahre. andere maschinen erreichen mit etwas mühe und pflege so um die 20 jahre. autos gelten so ab 30 jahren (unter umständen) als oldtimer und obwohl sie durchaus auf langlebigkeit ausgelegt sind, erreichen eher wenige diesen status. maschinen die generationsübergreifend halten (40-50 jahre) dürften noch seltener als oldtimer sein.
und ich frage mich: welches alter von welchem automaten wäre nicht „irrsinnig“? was ist sinnig?
ich für meinen teil muss sagen, die schöne neue vernetze welt hat mir sehr geholfen dinge länger am leben zu halten: reparaturanleitungen sind leichter zugänglich als je zuvor, ersatzteile sind für mich erstmals überhaupt ohne riesenaufstand zugänglich und dank internet finde ich langsam geschmack daran, mit langlebigen geräten und reparaturerfolgen zu prahlen.
beim wandern durchs archiv, bzw. weil auf den beitragsbeilagen jetzt nicht nur links auf beiträge an diesem tag, sondern auch ähnliche artikel angezeigt werden, bin ich auf diesen alten beitrag gestossen: nur scheisse im kopf.
das sehr pixelige bild linkt auf einen alten beetlebum cartoon den johannes anlässlich seines aufstiegs („aufsteiger der woche“) in den deutschen blogcharts im septmeber 2006 gezeichnet hat.
deutsche blogcharts? ja das gabs mal. jens schröder (popkulturjunkie) hat damals jede woche eine liste der blogs mit den meisten „links“ aus der datenbasis der blogsuchmaschine technorati kompiliert. ja, auch das gabs damals, eine blogsuchmaschine, vielleicht gibt’s sowas ja bald mal wieder?
die ähnlichen artikel in der beilage sind inspiriert von konstantins neuen blogracer features. zumindest das ist noch so wie früher: ins internet schreibende, die sich gegenseitig inspirieren, motivieren und kreuzverlinken.
und wo ich gerade im maschinenraum bin, hier noch eine liste der neuen features im oktober (so weit):
beilagen-überschriften lassen sich ein- und ausklappen
beiträge die älter als 10 jahre sind (beispiel) haben einen alters-hinweis im kopfbereich. der hinweis lässt sich aufklappen und zeigt dann einen link auf die wayback-machine, zum ursprünglichen zustand der seite.
ein paar geschwindligkeitsoptimierungen für die rückseite und erweiterung der like- und pageview statistiken um jeweisl 30 tage und ein paar jahre ansichten
ein paar optimierungen für die RSS ausgabe
brotli-kompression auf dem server aktiviert (was es alles gibt)
vor zwei jahren hab ich die wassertasche unserer spülmaschine ausgetauscht. das war ein grosser spass und ich meine das nicht als scherz. ich fand es einerseits sehr befriedigend die technik einer unserer lieblingsmaschinen besser zu verstehen und das ergebnis natürlich auch: wir mussten keine neue spülmaschine kaufen, sondern konnten unsere (damals) neun jahre alte spülmaschine weiter benutzen. jetzt mit elf jahren, hat sich die heiz- oder umwälzpumpe dazu entschieden einen lagerschaden zu bekommen. der spülvorgang wurde zu einem brumm- und vibrationskonzert.
weil ich damals sehr gute erfahrungen mit ersatzteilshop.de gemacht habe, hab ich dort wieder ein ersatzteil bestellt. der auswahlprozess ist kinderleicht, man kann die kompatibilität des ersatzteils einfach und verständlich prüfen und die lieferung ist super schnell, zuverlässig und für die pumpe 5 euro teuer.
aber das beste sind die videos, auf denen man sieht wie der einbau geht und auf was man achten muss. benutzungsfreundlich auf der ersatzteilseite verlinkt. die reparatur ist natürlich nicht idiotensicher, ich habe die heizpumpe von der seite montiert und bekam die elektrikeinheit nicht raus. welche rast-nasen man lösen muss, wurde bestens im video erklärt, aber dass das anschlusskabel auch an der maschine entfernt werden muss leider nicht. natürlich hatte ich den stecker aus der steckdose gezogen, aber dieses rätsel zu lösen hat mich 30 minuten zeit und 30ml schweiss gekostet.
trotzdem, alles in allem ging der austausch flott und sparte uns wohl so um die 200 euro.
die neue pumpe brummt und vibriert nicht, im gegenteil, zum anfang des spülvorgangs singt sie, ein bisschen so wie manche eltro-loks der deutschen bahn. während des spülvorgangs hört man ein leises, beruhigendes summen. was ich zuerst beunruhigend fand: wie laut die maschine nach dem austausch spülte. ich dachte zuerst, scheisse, undicht, doof montiert. es plätscherte so laut, dass ich dachte: das kann nur auslaufendes wasser sein. es war aber nur die innenwässerung, die mit der neuen pumpe womöglich einfach wieder viel mehr druck als vorher hat.
insgesamt habe ich jetzt wieder viel freude an den geräuschen der spülmaschine. am tür-plopp, erfreue ich mich seit mindestens elf jahren.
offensichtlich habe ich eine neue kamera. ich bin sehr begeistert vom neuen weitwinkel, den meine 7 jahre alte kamera nicht hatte. auch die selfie kamera ist merklich besser, auch wenn ich trotzdem leicht verschrumpelt aussehe. gestern abend, beim abendspaziergang war es bereits ziemlich dunkel und ich war sehr angetan davon, was die kamera aus dem schummrigen restlicht herausgeholt hat.
die bedienoberfläche der neuen kamera soll an flüssiges glas erinnern. find ich nicht und stört mich nicht wirklich, auch wenns an manchen stellen bling macht. ich glaube diese kamera behalte ich jetzt auch für sieben jahre, wenn sie mich nicht vorher im stich lässt.
im sommer, oder eher jetzt im spätsommer oder frühherbst, habe ich oft die balkontüre offen und bekomme mehr von der strasse vor unserem haus mit, als mir lieb ist. obwohl die immer wieder eskalierenden gespräche der trinker am kiosk, unter unserer wohnung, mittlerweile auf null zurückgegangen sind, eskalieren die emotionen auf der strasse vor unserem haus immer wieder. ganz besonders dann, wenn autofahrer sich in ihrem recht zur passage der in berlin ausgelegten strassen eingeschränkt fühlen. oder wenn sie glauben nicht an einem geparkten lieferwagen vorbeizukommen. sie hupen dann zuerst und fangen irgendwann an zu schreien. natürlich schreien sie nie: „ich bin kein guter autofahrer und glaube dass mein 1,90 meter breites auto nicht durch eine lücke von 2,50 meter passt.“ stattdessen schreien sie lieber wüste beschimpfungen aus ihren autos heraus.
wie bei hunden scheint diese rage ansteckend zu sein. oft fangen dann auch fussgänger an zu schreien und beschimpfen die wahlweise die parkenden oder die autofahrenden. auch der freundliche alte mann, den frida immer sehr gerne freudig begrüsst, weil er sie auch immer so gut gelaunt begrüsst. (frida interessiert sich sehr für menschen, begrüsst aber ausschliesslich menschen die sie kennt oder die sich für sie interessieren.)
den freundlichen frida-begrüsser sah ich vor ein paar tagen so in rage über einen parkenden lieferwagen — obwohl er zu fuss unterwegs war — dass er nicht nur schrie, sondern auch noch rassistische sprüche klopfte. es hat ihn emotional sehr aufgewühlt, dass der lieferwagenfahrer auf der strasse parkte, statt in einer parklücke hinter ihm.
oder der freundliche gassimann, den ich bisher für den zweit-freundlichsten und entspanntesten menschen in der kameruner strasse (nach mir) hielt. der forderte kürzlich einen radfahrer, der ihn offensichtlich beim überqueren der strasse geschnitten und beschimpft hatte, dazu auf „zu kommen“: „komm doch! komm doch! komm her du sack, komm doch! … du dumme sau!“ der radfahrer zog das weiterzufahren einer konfrontation vor, konnte sich das zurückschreien aber auch nicht verkneifen.
ich habe ein paar tage lang gezögert, ob ich das aufschreiben soll, schliesslich sind das ja meine nachbarn und zu mir super freundlich — solange ich nicht ungeschickt parke oder fahrrad um sie herum fahre. aber andererseits haben sie sich ja selbst mit ihrem verhalten in den öffentlichen diskurs eingebracht, und nicht ich. sie haben sich dazu entschieden die nachbarschaft mit ihrem geschrei zu belästigen und aggressiv aufzutreten, ich bin nur zufälliger und unfreiwilliger beobachter.
die überschrift ist natürlich ein klickköder. ich schreib ja schon etwas länger als 150 tage ins internet, aber seitdem ich im märz wieder angefangen habe, habe ich seit dem 26.04.2025 jeden tag im ø zwei beiträge veröffentlicht (vorher etwas sporadischer).
das ist jetzt ein guter zeitpunkt um ein zwischefazit zu ziehen: ich schreibe wieder gerne ins internet.
ich spüre keinen zwang, keine erwartungshaltung. ich freue mich täglich an meinem blogdings und an meinem archiv. die tage und monate rieseln wie sand durch meine hand und ich freue mich den einen oder anderen gedanken festzuhalten. ich wünsche mir schon vor 5 jahren, als frida bei uns einzog, diesen drang zum regelmässigen festhalten von gedanken oder erlebtem gehabt zu haben, ein frida-tagebuch. aber immerhin hab ich sporadisch frida-bilder geinstagrammt und die sind jetzt auch hier (2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024).
weil ich mich daran erinnere gelegentlich doch den drang zum ins internet schreiben gehabt zu haben, hab ich in meinem elektronischen zettelkasten geschaut und tatsächlich einen alten status-bericht zu frida gefunden. den hab ich jetzt einfach mal nachveröffentlicht: wie heisst dein hund? nein?
die notiz von damals zeigt, ich war stolz wie bolle auf frida und wie gut sie sich erziehen liess. aber ich erinnere mich auch: das war wirklich fordernd und anstrengend. selbst frida gelegentlich nicht zu beachten, bzw. sie zur ruhe kommen zu lassen war anstrengend. so einen kleinen haufen niedlichkeit in ruhe zu lassen ist echt hart. ich erinnere mich auch an meinen welpen blues. frida war als welpen lange nicht stubenrein und musste oft raus, auch nachts mehrmals. der ständige schlafentzug, die furcht etwas bei der erziehung falsch zu machen, die unsicherheiten beim ersten hund, lagen mir irgendwann so schwer auf der seele, dass ich einen tag lang deprimiert war. normalerweise bin ich nie deprimiert, weil ich offenbar an serotonin-überproduktion leide, aber gerade deshalb wog meine deprimierung um so schwerer.
jedenfalls fiel mir auf dass hundeerziehung und bloggen gar nicht so verschieden sind. geduld, klarheit und konsistenz helfen enorm. sich von einem kleinen erfolgserlebnis zum nächsten tragen lassen, hilft auch. ich hab ja im märz quasi wider bei null angefangen, als wäre das hier ein neues blog. google hatte mich vergessen, die besucherzahlen haten sich auf stabilen 10 bis 20 besuchern eingependelt und ich musste wieder meine stimme finden. aber ich war motiviert wieder etwas aufzubauen, das mir im alltag freude bereitet. das war auch immer mit frida so. die ersten jahre träumte ich davon mit frida — wie früher alleine — entspannt durch die stadt zu stratzen. und jetzt mach ich das täglich und freue mich jeden tag darüber. ich freue mich, dass meine stimme fast so gut wie eine leine funktioniert und wir tatsächlich beide entspannt durch die stadt laufen können. so wie ich mich jeden tag freue ins internet schreiben zu können, weil das werkzeug um ins internet zu schreiben da ist und gut funktioniert.
in diesem sinne fragte ich mich heute früh beim morgenspaziergang: muss es statt „unbefugten ist das betreten verboten“ nicht heissen: „unverfugten ist das betreten verboten“?
das foto hab ich in meinem fotoarchiv gefunden. ich weiss noch, dass wir die fehlenden statuen auf den sockeln nachstellen wollten, aber ich wusste nicht mehr wo das war. chatGPT erkannte den palastgarten in trier. das muss damals in der neunten klasse gewesen sein, die ich wiederholt habe, also so um die 16 jähre alt war.