this is us s01e01

felix schwenzel, , in gesehen    

ich habe den piloten von this is us geguckt und will jetzt gar nicht mehr folgen davon sehen. nicht weil die serie schlecht wäre, sondern weil der pilot so gut war. den piloten könnte man auch als abgeschlossene kurzgeschichte sehen und für sich stehen. er schafft es in 42 minuten nicht nur ein ensemble von einem halben dutzend hauptcharakteren vorzustellen und in ihr leben einzuführen, sondern auch noch eine wunderbar verschachtelte familiensaga nachzuerzählen.

abgesehen davon hat die serie etwas geschafft, was mir schon lange nicht mehr passiert ist: ich war am ende tief berührt, nicht weil das ende der ersten folge traurig war, sondern weil es so menschlich, so herzerweichend war — und das alles auch noch ohne pathos und holzhammer, sondern ganz subtil und sanft.

motorisierter, chinesischer gong

felix schwenzel, , in artikel    

mein tageswerk.

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lange geplant, endlich (so einigermassen) umgesetzt. der gong, den sich die beifahrerin zu weihnachten hat schenken lassen (hier gekauft), zu automatisieren. diesen chinesischen gong hatte sich die beifahrerin vor ein paar jahren mal geliehen und eine arbeit damit ausgestattet.

chinesischer gong, in einer arbeit von katia kelm (der beifahrerin)

damals, für die arbeit, wurde der gong, wenn ich mich recht erinner, mit einem hubmagneten betätigt. das hatte relativ viel bums. nachdem ich diesen blogeintrag gefunden hatte, wusste ich, dass ich das mit einem schrittmotor nachbauen wollen würde. erste versuche zeigten, dass der schrittmotor, zumindest wenn er mit den 5 volt eines esp8266 betrieben würde, nicht besonders viel bums hat. der schrittmotor den ich kaufte hat zwar (angeblich) ein ganz gutes drehmoment, aber es zeigte sich schnell, das der gong mit schrittmotor nur hängend funktionieren würde.

aber so, hängend, haben es die leute von senic auch gemacht. die schaltung habe ich auch mehr oder weniger von dort übernommen. neben einem esp8266 brauchte ich noch einen (hardware) schrittmotor-treiber, einen easy-driver. mit der schaltung von senic kann man einfach in einer schleife impulse an den treiber senden, jeder impuls ist dann eine bewegung nach vorne. bei meinen ersten tests zeigte sich, dass 500 schritte vorwärts (und zurück) ganz gut funktionierten. aber ich merkte auch, dass der schrittmotor-treiber sehr heiss wurde und der schrittmotor anfing leise zu singen. auf beiden systemen war ständig strom. in der dokumentation des schrittmotor-treibers stand allerdings, dass man den treiber auch abschalten könne. also habe ich die schaltung von scenig ein bisschen erweitert:

GPIO 13 — puls
GPIO 12 - richtung
GPIO 14 - an/aus (SLP)

schaltung für die schrittmotor ansteuerung

mit der an/aus schaltung wird der schrittmotor-treiber nicht mehr heiss und der motor entspannt sich ebenso. als sketch habe ich diesen sketch modifiziert, der einen schrittmotor zur gardinensteuerung antreibt und die AccelStepper-bibliothek nutzt, um den motor (etwas) sanfter anfahren zu lassen. weil ich (natürlich) keine dreieinhalb vollumdrehungen benötige um den klöppel für den gong zu schlagen, habe ich den sketch entsprechend angepasst, ebenso die erfassung der mqtt-server daten. meinen sketch habe ich als gist hochgeladen: https://gist.github.com/diplix/d85c2dd87f66da601480009df49ad4e5

die entscheidenden stellen sind die beschleunigungsdaten und die vor- und zurückbewegung:

//configure stepper
stepper.setAcceleration(4000);
stepper.setCurrentPosition(0);
stepper.setMaxSpeed(1500);
 
stepper.runToNewPosition(-200);
stepper.runToNewPosition(0);

an den werten werde ich wahrscheinlich noch drehen, aber soweit funktioniert das eigentlich ganz gut. wichtig ist: der gong-antrieb ist per mqtt ansprechbar und so auch in den home-assistant integriert. damit kann ich ihn per knopfdruck auslösen oder eben per alexa. wenn ich sage „alexa, sag küche essen ist fertig“ wird ein custom skill mit dem aufrufnamen „küche“ ausgelöst, der die home-assistant-automation essen_fertig.yaml aufruft:


alias: long gong abspielen
sequence:
  - service: mqtt.publish
    data:
      topic: "gong/Control"
      payload: "2"

für die halterung habe ich, wie üblich, improvisiert. baumarktteile statt 3d-druck. aus einem kiefernholzregalbrett ein stück ausgeschnitten, darauf mit einer metallasche den motor festgeschraubklemmt, den klöppel direkt auf die achse geklemmt, fertig. den klöppel werde ich wohl noch mit heisskleber fixieren müssen, bisher funktioniert das aber stabil.

schaltung für die schrittmotor ansteuerung

entscheidend ist natürlich die idee, den klöppel von hinten schlagen zu lassen. so kann man mit einem langen arm und einem zweiten klöppel, den gong auch immer noch per hand bedienen. und der technik-kram macht sich relativ unsichtbar.

so hängt der gong über der tür

yamaha RX-V581

felix schwenzel, , in artikel    

vor ein paar monaten gab der verstärker auf, den die beifahrerin in die ehe mitgebracht hatte. er knackte immer wieder und hatte aussetzer. zuerst wollten wir ihn reparieren lassen, ein anruf bei einer werkstatt endete mit der empfehlung, erstmal die lautsprecherkabel zu überprüfen. die kabel mit denen wir die kleinen canton-boxen angeschlossen hatten, waren wirklich nicht mehr die neuesten, also verkabelte ich die anlage neu, mit frischen lautsprecherkabeln. für eine weile lief das ganz ok, dann fing das knacken wieder an.

der verstärker, eigentlich receiver, den die beifahrerin damals gekauft hatte, war zu seiner zeit relativ hochwertig. er hatte auch aufschriften die suggerierten, er könne auch surround-sound und dolby-gedöns, sogar ein video-eingang war an dem teil. heutzutage, im zeitalter von HDMI und digital-gedöns war das alles aber ohnehin nicht mehr wirklich brauchbar. ich drängte auf eine neuanschaffung und fing an zu recherchieren.

was ich wollte waren grundsätzliche multiroom-fähigkeiten, also die möglichkeit den sound in mehrere räume zu verteilen, anschlussmöglichkeiten für den fernseher und ansatzweiser kino-sound, ohne dass wir unsere vorhandenen canton-boxen (canton plus xl, erste oder zweite generation) in rente schicken müssten. ganz wichtig auch eine funktionierende anbindung an unsere mobiltelefone, so dass man problemlos musik auf die anlage schieben könnte. mein erster blick auf das sonos-system endete in lachsalven. die preise fand ich lächerlich hoch. die rezensionen, beispielsweise des sonos playbar, waren durchwachsen, trotz des guten sonos-rufs und des stolzen preises von um die 700 bis 800 tacken. um unsere eigenen boxen weiterbenutzen zu können, hätten wir nochmal 350 euro investieren müssen.

später fiel mein blick auf den yamaha RX-V481 für knapp 350 euro. den gabs bei amazon im paket mit einem netzwerklautsprecher für um die 600 euro. das teil kann airplay, bluetooth, spotify, multiroom, HDMI und alles, was mir damals wünschenswert erschien — vor allem aber eine grundsätzliche integration in unsere hausautomatisierung. auch hier waren die amazon-rezensionen eher durchwachsen, die bedienung sei nicht so besonders gut gelungen, weder über die app, noch über die fernbedienung, die einrichtung sei hackelig. ich suchte und fand im netz seriös wirkende lobeshymnen auf das multiroomsystem von yamaha (musiccast), aber die beifahrerin blieb skeptisch.

mein lösungsansatz, der in den letzten monaten schon ein paar mal funktioniert hatte, war den hersteller, bzw. seine pressestelle anzuschreiben und um ein testgerät zu fragen, mit der option auf einen späteren kauf. die yamaha-pressestelle, ausgelagert an die public-relations-agentur RTFM (zum glück nicht WTF) entschied sich, meine anfragen (plural) komplett zu ignorieren. hätte ich mir auch denken können, dass eine agentur die das akronym für read the fuckinhg manual als namen benutzt, blogger oder online-fuzzis nicht ernstnimmt und die aufregung um dieses online-gedöns nicht verstehen will oder kann.

die presseabteilung von pioneer, die ähnliche geräte im programm haben, reagierte promt, wies aber darauf hin, dass die geräte (damals) noch nicht multiroom-fähig seien. man arbeite noch an der firmware. meine zweite nachfrage verlief dann irgendwie im sande, auch weil ich mich innerlich schon auf den kauf des yamaha-geräts eingestellt hatte und nicht mehr nachhakte.

also war der neue plan: den yamaha kaufen, angucken, und falls das gerät den WAF-test nicht bestehen würde, zurückgeben. yamaha deutschland hatte gerade eine aktion laufen, in der das bündel RX-V481-receiver und ein netzwerklautsprecher rabattiert wurden. media-markt hatte hier den besten preis, 530 euro für das paket, es war aber schwer eine filliale in berlin zu finden, die sowohl den RX-V481, als auch den WX-030 netzwerklautsprecher auf lager hatten. also ging ich mit unserem budget von 530 euro in den media-markt am alexanderplatz und fragte nach den geräten. der RX-V481 war nicht auf lager, dafür gab es den netzwerklautsprecher WX-030 als ausstellungsstück. als ersatz für den RX-V481 bot mir ein freundlicher verkäufer das nächstbessere yamaha gerät auf lager an, den RX-V581. der verkäufer zimmerte mir aus dem aktions- und einem ausstellungsstückrabatt einen ganz okayen preis zusammen: 536 euro. fast der gleiche preis wie für einen neuen netzwerklautsprecher und den RX-V481. mit der skeptischen beifahrerin musste ich dann allerdings noch 30 minuten chatten und telefonieren, um sie zu überzeugen hier zuzuschlagen: „ja, klar, wir können das gerät zurückgeben. ja der preis ist OK. ja das ausstellungstück sieht gut aus.“

(interessant übrigens, dass die verkäufer bei media-markt rabatte freihändig vergeben können, wenn sie nicht unter dem günstigsten preis von idealo.de liegen. oder andersrum gesagt: es sieht aus, als könne man bei media-markt alles zum idealo-preis bekommen, wenn man danach fragt.)

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am ende durfte ich die geräte aus dem media-markt schleppen und zuhause aufbauen. unglücklicherweise dengelte ich beim aufbau als erstes eine delle in die blechhülle des neuen receivers. das verursachte grosse panik bei der beifahrerin, weil wir die kiste jetzt nicht mehr ohne weiteres zurückgeben könnten: „was machen wir denn jetzt, wenn das ding scheisse ist?“

stark schwitzend konfigurierte ich den receiver weiter, quälte mich durch die wirklich nicht besonders intuitive wlan-konfiguration und die leicht übertwältigenden lautsprecher-einstellungen. zuerst klang die kiste tatsächlich scheisse, weil ich noch das falsche soundprogramm, für 5+1 lautsprecher, ausgewählt hatte, statt für die angeschlossenen zwei lautsprecher. als das in ordnung war, hellte sich das gesicht der beifahrerin auf. obwohl unsere canton-boxen klein und alt waren, klang das, was aus dem receiver rauskam, sehr, sehr gut. voluminös, raumfüllend und klar.

ich startete den entscheidenden test, schaltete den receiver aus, lehnte mich zurück und bat die beifahrerin spotify auf ihrem handy anzumachen und über den neuen receiver abzuspielen. erstaunlicherweise klappte das auf anhieb. obwohl der receiver ausgeschaltet war, bot spotify ihn als ausgabeziel an, die beifahrerin wählte den receiver aus, der receiver schaltete sich aus dem netzwerkstand-by ein und die musik fing an zu spielen, ruckelfrei und knackfrei. die beifahrerin hatte den receiver ab jetzt ins herz geschlossen, ich auch.

eigentlich könnte ich den text hier beenden. die beifahrerin konnte endlich wieder ihre musik vom handy laut und ihren qualitätsansprüchen entsprechend anhören, ohne dass es wie bei der vorherigen airplay-lösung über ein altes apple airport-express-dings und den alten verstärker, ständig ruckelte oder knackte.

aber ich wollte ja mehr. der fernseher, die fire-tv box mit plex und netflix drauf, sollte auch mit dem teil zusammenspielen. radio natürlich auch und der netzwerklautsprecher musste auch ans netz.

der anschluss des fernsehers war eigentlich unproblematisch, das einzige problem war, dass unser fernseher dumm ist. das wollten wir damals, bei der anschaffung, auch so. als ich meinen eltern, ein paar jahre zuvor, einen angeblichen smarten fernseher von samsung zurecht konfigurierte, hatte mich das nachhaltig beeindruckt und mich schwören lassen, sowas niemals in unsere wohnung zu lassen. die angebliche smarte samsung-software war der grösste, bedienungsfeindlichste müll, den ich seit windows XP gesehen hatte. ich wollte die smartness amazon und seiner fire-tv-kiste überlassen. das funktioniert auch grundsätzlich super, mit der einschränkung, dass wir den fernseher nicht über HDMI ein und ausschalten können. der yamaha-receiver könnte das zwar, aber der fernseher ignoriert HDMI-steuerbefehle dank eingeschränktem IQ. trotzdem, der sound der über HDMI aus der fire-tv-kiste in den receiver gelangte war super. mit unbekannter magie, schaffte es der receiver aus den zwei kleinen mini-boxen einen raumfüllenden, surround-ähnlichen klang zu zaubern.

enttäusched war hingegen der klang des WX-030 netzwerklautsprechers. ich dachte zuerst, dass die kiste be den vorführungen im media-markt durchgebrannt sei, so muffelig klang der ton, der ihm entfleuchte. mit massiver runterregulierung der bässe und aufdrehen der höhen, liess sich das problem einigermassen beheben, aber die beifahrerin war nicht begeistert. die einrichtung und einbindung des netzwerklautsprechers hingegen war einfach und auch die beschickung mit musik per spotify, airplay oder bluetooth war genauso schmerzfrei und einfach wie beim receiver. das urteil, ob wir den netzwerklautsprecher zurückgeben würden, überliesen wir dem kind, in dessen zimmer wir den netzwerklautsprecher gestellt hatten.

erstaunlicherweise war das kind zufrieden mit dem klang und wir entschieden uns, die kiste zu behalten, bzw. sie dem kind beim baldigen auszug zu überlassen.

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damit waren die beifahrerin und das kind zufriedengestellt, nur mich interessierte jetzt noch, was man mit dem RX-V581 in sachen automatisierung anstellen könnte. tatsächlich konnte ich das gerät problemlos in meinen home-assistant einbinden, dort wird der aktuelle status, die eingabequelle, lautstärke und was gerade spielt angezeigt.

receiversteuerung im home-assistant

der receiver lässt sich manuell oder automatisiert ein- und ausschalten, die quellen verstellen und abfragen, die lautstärke lässt sich verstellen, nur die zonen-erkennung funktioniert nicht — was aber an der implementierung der python-bibliothek lag, die mit dem yamaha kommuniziert. das was die bibliothek, die dem home-assistant zuarbeitet, nicht kann, lässt sich aber leicht per http-request erledigen. denn der yamaha-receiver lässt sich eben nicht nur per infrarotfernbedienung steuern, sondern komplett, in allen funktionen, auch per http. so konnte ich auch die kaputte zonensteuerung im homeassistant nachrüsten, hier habe ich aufgeschrieben, wie das geht.

dank der automatisierungsfähigkeiten ist es leicht den receiver mit der richtigen eingabequelle zu starten, wenn die beifahrerin beispielsweise den (das?) fire-tv startet, startet auch der receiver und wählt HDMI als eingabequelle aus. umgekehrt genauso: wird auf der fernbedienung die blueray-player-szene (aka fire-tv) gedrückt, aktiviert sich auch die fire-tv-kiste. unser wohnzimmer lässt sich jetzt auch an beiden türen per lichtschalter komplett „runterfahren“, ein tastendruck stellt die lichter aus, den verstärker und, per fernschaltsteckdose, den fernseher.

die aktuellen yamaha-receiver können alle musiccast, also synchron musik auf beliebigen (mussiccast-fähigen) netzlautsprechern musik abspielen. die meisten receiver haben zusätzlich eine interne multizonen-funktion (die, siehe oben, beim RX-V581 nicht korrekt von der automatisierungsoftware erkannt wird). die Main Zone ist bei uns das wohnzimmer, in der Zone B kann man ein lautsprecherpaar anschliessen, bei uns hängen die, durch die wand verkabelt, in der küche.

grundsätzlich ist diese funktion sehr toll: statt einen teuren (mono) netzlautsprecher, können wir hier zwei günstige (stereo) lautsprecher einfach per kabel in der küche aufhängen und vom verstärker aus mit musik beschicken. wir haben für knapp 100 euro ein paar canton-minilautsprecher in der küche aufgehängt, 200 euro günstiger als per netzwerklautsprecher.

canton plus GX-3 in der küche

etwas undurchsichtig ist allerdings die bedienung dieser zonen-fähigkeit. die app visualisiert die situation relativ klar, allerdings fällt es der beifahrerin schwer nachzuvollziehen, warum sie spotify sagen soll, musik ins wohnzimmer zu projizieren, wenn sie doch eigentlich in der küche musik hören will. die zonen-fähigkeit hat yamaha für den RX-V581 leider einen tacken zu sehr kastriert. eigentlich handelt es sich hier nicht um zonen, sondern um die aktivierung verschiedener ausgabekanäle, die gleichzeitg (leider) auch nur die selbe eingabequelle abspielen können.

yamaha musiccast-app

trotzdem kann man hier dank automatisrungsfähigkeiten drumrum arbeiten. wir haben in der küche jetzt einen knopf, der bei ausgeschaltetem receiver deutschlandradio in der küche aktiviert. läuft der receiver schon in der hauptzone, wird einfach die küchenzone mitaktiviert. ein erneuter knopfdruck deaktiviert die küchenzone. was die multizonenumsetzung von yamaha an eleganz vermissen lässt, muss man dann mit kluger automatisierung oder app-nutzung wettmachen.

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im wohnzimmer gab sich die beifahrerin nach ein paar tagen nutzung nicht mehr mit den zwei vorhandenen lautsprechern zufrieden. sie hatte schwierigkeiten in filmen und serien den dialogen zu folgen und wollte einen zusätzlichen center-lautsprecher. auch hier wollte sie wieder einen canton-lautsprecher: den CD-150 für knapp 120 euro. das teil ist klein und hört sich genauso gut an wie alle anderen canton boxen die ich in meinem leben bisher gehört habe. vor allem löste der lautsprecher aber das dialogproblem: schauspieler und sprecher waren jetzt bestens zu verstehen und zu lokalisieren. der sound der anlage wurde nochmal ein bisschen satter. irgendwann wird die beifahrerin auch satellitenboxen und einen subwoofer haben wollen (von canton), aber ich finde den sound bereits jetzt nahezu perfekt.

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werbeblock

bisher habe ich die links affiliate-/partnerlinkfrei gehalten. die folgenden links gehen alle zu als partnerlinks amazon, wir haben allerdings, wie oben erwähnt, nichts von der anlage bei amazon bestellt, sondern bei media-markt im laden und bei ebay. wir haben jetzt insgesamt für die anlage das folgende ausgegeben:

macht zusammen 761 euro für eine 3.0-anlage (drei lautsprecher, kein subwoofer) und zwei zusätzlich bespielbare räume. für den preis hätten wir bei sonos gerade mal einen playbar bekommen.

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  • grossartig am RX-V581 finde ich die fernbedienbarkeit per app, fernbedienung, heimautomatisierungssystem oder http, die app ist OK, aber das gute ist ja: die app lässt sich verbessern oder eben auch von drittherstellern besser machen. das yamaha-system ist von der fernsteuerbarkeit grundsätzlich offen.
  • mir gefällt die ausbaubarkeit und erweiterbarkeit des systems, eine gewisse zukunftsfähigkeit.
  • durch die neue anlage und die boxen in der küche bin ich von völliger spotify-ignoranz und desinteresse langsam zu einem (kleinen) spotify-fan geworden. wir sind alle drei in einem familienkonto für 15€/monat, können mehr oder weniger hören was wir wollen — und wo wir wollen. ich höre plötzlich tatsächlich (wieder) musik.
  • möglicherweise war es naiv von mir das zu erwarten, aber ich bin enttäuscht das die yamaha receiver zwar airplay können, aber nur für audio. technisch kann der receiver mit videoquellen umgehen und nach meinem verständnis steht technisch video-airplay nichts entgegen. wahrscheinlich sind es eher lizenzfragen oder dass apple keine konkurrenz zu seinem überteuerten apple-tv duldet. was weiss ich, schade ist es auf jeden fall.
  • sehr elegant und befriedigend finde ich den netzwerkstandby des yamaha. das gerät schaltet sich einfach ein, wenn es mit musik beworfen wird. das klappt zuverlässig und relativ schnell und lässt sich obendrein auch noch scripten und automatisieren.
  • spotify ist technisch faszinierend umgesetzt. lasse ich musik über meinen laptop in die küche laufen, kann ich den laptop zuklappen und spotify spielt die playlist einfach weiter ab. genauso mit dem handy. den receiver kann ich theoretisch sogar von unterwegs mit musik beschicken. tatsächlich holt sich der receiver die musik auch nicht vom handy oder dem laptop, sondern direkt von spotify.
  • der wlan-empfang des receivers ist entweder etwas schwächlich oder die empfangssituation an der stelle wo er steht ist wirklich unglücklich. gelegentlich gab es nach ein paar wochen testbetrieb nämlich doch abbrüche beim spotify-abspielen. seitdem das LAN verkabelt ist, läuft wieder alles super.
  • es gibt eine variante des RX-V481 mit DAB-radio-empfang. unser RX-V581 hat nur netzradio, aber das funktioniert super und lässt sich sogar relativ einfach konfigurieren. für notfälle oder krisensituationen haben wir immer noch ein altes UKW-radio im bad stehen. obwohl, wird das nicht auch bald abgeschaltet?

ich, wir sind super zufrieden mit dem yamaha. eigentlich würde ich 5 sterne geben, nur für die verkackte kastrierte und doof umgesetzte multizonen-funktion des RX-V581 ziehe ich dann doch einen punkt ab.

notizen

felix schwenzel, , in notiert    

ich dachte dieses jahr geht der krug an mir vorbei, aber letzte woche hat mich die grippe dann doch ein grippaler infekt erwischt. erstaunlich ist die vorhersehbarkeit des krankheitsverlaufs. es ist immer gleich. zuerst bekomme ich schlechte laune und ein kleines jucken im rechten nasenloch. dann wird mein hals empfindlich und ich rede noch weniger gerne als ohnehin. darauf folgt eine nacht mit sehr gereiztem hals, ich kann meist wegen des extrem unangenehmen kratzens nur mit hustenbonbon im mund einschlafen, schlafe dann aber eigentümlicherweise die nacht durch. beim aufstehen fühle ich mich geheilt, bis ich kurz nach dem aufstehen merke, dass ich nicht mehr konzentriert denken kann und leicht fiebrig und irre schläfrig bin. den tag über füllt sich dann sie nase und der hals beruhigt sich langsam. mein bedürfnis zu schlafen steigt, der husten wandelt sich vom gereizten husten zum schleimigen husten. nach exakt zwei tagen kann ich mich wieder einigermassen konzentrieren, bin aber immer noch schläfrig. nach einem weiteren tag schlaf, riesigem appetit und extremen unwillen das haus zu verlassen, bin ich wieder der alte.

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in den letzten tagen vor meiner grippe habe ich (fast) alle sieben esp8266 (node mcu) die hier in unserer wohnung sensoren-dienste verrichten auf esp-easy umgestellt. mein lieblingskollege hatte mir die schon vor monaten empfohlen, ich hatte die firmware aber nie richtig verstanden. vorletzte woche hab ich’s dann gerafft. fast alle meine sensoren agieren wie schalter, weshalb sie auch zusammen mit dem esp-easy-system funktionieren, auch wenn sie nicht in der hardware-sektion aufgeführt sind. die bewegungsmelder melden lediglich an/aus, die lichtsensoren die ich nutze ebenfalls und die DHT22 temperatur und feuchtesensoren werden nativ unterstützt. seitdem die mini-arduinos mit esp-easy laufen, funktionieren sie sehr viel stabiler, liefern dank eingebautem debouncing und mqtt zuverlässigere werte, sind pflegeleichter und besser überwachbar.

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weil ich seit kurzem (micro-) schalter zur hand hatte, dachte ich, baue ich mir schnell ein kleines schaltbrett zusammen, dass über esp-easy und mqtt den schaltzustand an den home-assistant übermittelt. das war dann doch komplizierter als gedacht, weil ein schalter nicht einfach nur mit zwei kabeln angeschlossen werden will, sondern mit dreien und einem überbrückungs-widerstand. die schalter funktionieren besser als ein dash-button, nämlich sofort, und machen sich unter dem küchentisch sehr gut unsichtbar.

drei buttons unter dem tisch, die per mqtt mit dem home assistant sprechen

der rechte schalter macht das zusatzlicht in der küche an (oder aus), der mittlere schaltet die anlage im wohnzimmer ein, schaltet die zone B (küche) ein und stellt deutschlandradio als sender ein und der linke schalter bedient künftig den mechanischen gong, der noch in arbeit ist. ersatzweise, als platzhalter, spielt jetzt bei einem tastendruck ein gong aus der konserve (mp3) seinen gong im flur ab.

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der unkommunikativen spülmaschine, die uns nie verraten wollte ob sie noch läuft oder schon fertig ist, habe ich jetzt das sprechen beigebracht. wenn sie fertig ist, trötet sie und scheint grün, wenn sie läuft, leuchtet sie rot. wieder was von der bucket-list (eimer-liste? löffeliste?) gestrichen.

spülmaschine läuft
spülmaschine fertig

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erste fortschritte beim projekt gong-mit-motor-schlagen (nach diesem vorbild): den schrittmotor kann ich steuern, auch wenn die leistung des motors trotz eigentlich gar nicht mal so schlechtem drehmoments eher enttäuschend ist. der motor schafft es leider nur den klöppel hängend zu beschleunigen. gegen die schwerkraft wirkt die kombination von schwerkraft und trägheit der klöppelmasse leider zu stark. jetzt fehlt nur noch eine wandhalterung für gong, motor und klöppel, sowie eine einigermassen ausgefeilte steuersoftware. esp-easy hat sich trotz eines benutzbaren plugins als unbrauchbar (zu langsam) herausgestellt. oder ich als zu doof.

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ich habe der beifahrerin ein puppenhaus gebaut und sie hat (unter anderem) aufgeschrieben, wie sie damit arbeitet. ja, arbeitet.

(ich finde das bloggen sich wirklich, wirklich gut dafür eignet (entstehungs-) prozesse abzubilden. es geht eben nicht nur ums präsentieren, sondern um das aufzeigen von wegen. entwicklungs- und lösungswege, aber auch irrwege. wege und prozesse die längere zeit in anspruch nehmen, nicht unbedingt jeden interessieren, aber viele dann eben doch.)

puppenhaus für die beifahrerin

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vor drei jahren habe ich mir eine aeropress-kaffeemaschine gekauft. ein jahr später habe ich nochmal drüber geschrieben und bis heute nutze ich sie nach wie vor jeden tag. ich muss sagen, dass war die beste 25-euro-kaffeemaschine die ich mir je gekauft habe. und auch die ersatzteile (papierfilter) halten ewig und sind günstig.

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zuerst haben wir die gluck-gluck-kanne zuhause bei den haeuslers gesehen. man füllt sie mit wasser und beim ausgiessen gluckert und rülpst sie. das fanden wir so toll, dass wir auch direkt eine kaufen wollten — bis wir die preise gesehen haben. 50 euro wollten wir dann doch nicht für ne kanne ausgeben. das kind hat der beifahrerin dann eine zu weihnachten geschenkt. seitdem vermissen wir eigentlich nur eine funktion an dem teil: leider lässt es sich nicht in den sodastream klemmen.

gluck-gluck-kanne

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vor ein paar wochen habe ich amazon angeschrieben und um ein rezensionsexemplar eines amazon echo dot gebeten. ich fand meinen grund eigentlich gut nachvollziehbar: ich werde das ding hassen und statt es regulär zu bestellen und nach einer woche zurückzuschicken, dachte ich es sei besser für alle, dass über eine art leihgerät zu machen. amazon hat promt reagiert und mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich für sie irrelevant bin: „Ich bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihnen leider kein Testmuster des Amazon Echo Dot zur Verfügung stellen können.“ weil mein spieltrieb aber unermesslich ist, habe ich mir das teil jetzt zum geburtstag (mitte märz) gewünscht. vorbereitend habe ich meinen home-assistant über einen per letsencrypt-ssl-zertifikat gesicherten nginx-proxy der aussenwelt exponiert und lasse einen selbstgebauten skill (der nochmal über einen AWS lambda proxy geleitet wird) mit meiner heimsteuerung sprechen. worum es mir geht, und was in der simulation auch schon funktioniert, ist dass ich in der küche sagen können will: „es ist dunkel wie im bärenarsch“ und dass dann die extra-beleuchtung in der küche angeht.

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apropos extra-beleuchtung. bisher hatten wir in der küche einen leicht funzeligen, aber immer noch 30 watt fressenden halogen-srahler. der ist kürzlich durchgebrannt. also auch hier LED, aber ich wollte es nicht mehr funzelig haben. deshalb habe ich ziemlich lange gesucht um einen wirklich hellen LED-srahler zu finden und hier einen gefunden. mit knapp 700 lumen. nach dem einbau haben wir bemerkt: 700 lumen sind wirklich hell. also richtig. mit zwei klopapierrollen um den strahler liess sich das licht aber gut auf die spüle und die arbeitsfläche fokussieren, ohne die ganze küche in kaltes LED-licht zu hüllen.

bei knapp 700 lumen sieht man die klopapierrollen gar nicht mehr
bei knapp 700 lumen sieht man die klopapierrollen gar nicht mehr
700 lumen LED srahler für GU10 fassungen

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seit ein paar wochen habe ich ein macbook mit touchbar. ich habe eine regelrechte hassliebe zu dem teil entwickelt. ich finde es grossartig jetzt auch am schreibtisch leichten zugang zu emojis zu haben, der fingerabdrucksensor ist klasse und praktisch, in ein paar kontexten zeigen sich nützliche bedienelemente aber hauptsächlich löst der touchbar ungewollte tastendrücke aus. meine art zu tippen scheint zu ausladend für den touchbar zu sein. ich berühre ständig ungewollt irgendwelche funktionen auf dem teil. die grosse schwäche des touchbar ist der erste wortteil: touch. tasten reagieren nicht auf berührung, sondern auf druck. der touchbar reagiert auf berührung, egal ob die berührung mit druck oder ohne druck oder mit einem mikrometer abstand erfolgt.

das ist ein echter bruch, medienbruch ist wahrscheinlich das falsche wort, usability-bruch wahrscheinlich auch. würde der touchbar neben der druckauslösung auch haptisches feedback liefern können (was technisch ja durchaus möglich ist, wie aktuelle telefone von apple es zeigen), wäre der touchbar akzeptabel — oder zumindest kein bedienungshindernis und -ärgernis. die grundsätzliche idee von kontext-sensitiven tasten ist toll, wenn es tasten wären, im wörtlichen sinne von tasten — statt touchen.

in den ersten wochen mit touchbar habe ich ungefähr zwanzig unfertige mails abgeschickt, weil ich immer wieder — ausversehen — die sendetastefläche berührt habe, die direkt neben der escapetastefläche liegt. glücklichetrweise kann man das wegkonfigurieren, ist aber trotzdem scheisse.

geh forrest, geh

felix schwenzel, , in notiert    

vor ein paar tagen, nachdem ich im escados mit freunden ein paar stunden lang gegessen und geredet habe, bin ich zu fuss nach hause gelaufen. die knapp sechs kilometer waren ein bisschen anstrengend, weil ich leicht angetrunken war, aber so ein durch-die-stadt-gehen ist (immer noch) erstaunlich befriedigend. in den letzten wochen gehe ich (relativ) oft zu fuss von der arbeit (in mitte) nach hause (im wedding). nach einem tag am schreibtisch ist das ganz besonders befriedigend. ich beobachte mich dabei, wie sich mein körper erst ein bisschen gegen die forcierte bewegung sträubt und dann in eine art vorwärtstreibenden trab gerät. die letzten male hatte ich, kurz bevor ich zuhause ankam, das bedürfnis einfach weiter zu laufen, nach tegel oder gleich weiter nach hamburg. als ob sich in mir ein grosses schwungrad befände, das ich nicht ohne weiteres stoppen kann, wenn es einmal in schwung ist.

vor zwei wochen bin ich von einer leserin auf diesen text über otl aicher aufmerksam gemacht worden. dadrin wird otl aicher zitiert, wie er über das laufen (durch die wüste) schreibt:

die wüste ist eine denklandschaft. man geht nicht nur zwischen dünen, man geht auch in seinem eigenen denken umher, man macht gedankengänge. im gehen verändert sich die landschaft von bild zu bild. es verändert sich der gedankenhorizont. das auge zieht es mal hier, mal dort hin, auch die gedanken wildern umher. man wirft sie hinaus, als entwürfe.

jetzt steht die welt voll von unrat und bürokratien. sachen stellt man in museen und begafft sie. institutionen blähen sich auf zur nutzlosigkeit der selbstbehauptung. zu unserer fortbewegung stehen um unser haus immer mehr gegenstände herum, jetzt auch noch das segelboot, das klappfahrrad und das geländeauto. nur weil wir nicht mehr gehen, laufen, wandern, schlendern, spurten, springen oder bummeln können. es sind objekte, die wir benutzen, geräte.
ich schreibe substantive wieder klein, aber das reicht sicher nicht. man muss wohl wieder beginnen zu gehen.

das muss man auch erstmal schaffen, vom laufen, vom gehen, zur konsequenten kleinschreibung überzuleiten. ich sehe das natürlich weniger eng, wenn’s sein muss schreibe ich auch mal gross und klein, aber schöner finde ich es aus vielen gründen in klein. ich benutze auch gegenstände sehr gerne, auch wenn ich weder segelboot, klappfahrrad oder geländewagen besitze. dafür aber einige tragbare gehirnerweiterungen und kommunikationsgeräte, deren nutzung einen meistens zum stillstand oder sitzen zwingt. ich benutze auch gerne die öffentlichen verkehrsmittel oder gelegentlich mietautos und gerade dieser kontrast, das fahren in abgeschlossenen kabinen zum laufen unter freien himmel, betont das grandiose, ursprüngliche, unmittelbare des laufens nochmal extra.

gerade als grossstadtmensch ist das durch-die-stadt-laufen wirklich jedes einzelne mal eine offenbarung. man sieht dinge, motive, strukturen beim laufen einfach anders als beim fahren. und das beste: die stadt schrumpft und man erkennt zusammenhänge. ich kanns nur empfehlen.

Gemeinsam ist besser als einsam

felix schwenzel, , in artikel    

Es ist leicht, sich über Konzepte wie Coworking oder Coliving lustig zu machen – so wollte ich das in dieser Kolumne eigentlich auch machen. Coworking oder Coliving wirken wie fluffige, unscharfe Marketingbegriffe für Ideen, die ungefähr so alt wie die Menschheit sind. Was ist so neu an Wohngemeinschaften oder Menschen, die Wohn- und Lebensraum aus wirtschaftlichen Gründen teilen, dass man sie umbenennen sollte? Schon in der Steinzeit zeigte sich, dass Cohunting und Coliving Vorteile bieten. Menschen haben sich immer schon in Gemeinschaften zum Leben, Arbeiten oder Schutz gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen. Oft waren diese Gemeinschaften aus der Not oder wirtschaftlicher Notwendigkeit geboren, und manche dieser Zusammenschlüsse waren über Jahrhunderte hinweg sehr erfolgreich.

So bekannt einem das Konzept auch vorkommen mag – ist es nicht sensationell, dass es plötzlich möglich ist, sich spontan und für überschaubare Kosten einfach ein voll ausgestattetes Büro in jeder größeren Stadt zu mieten? Oder einen Konferenzraum? Dass man sich einfach in ein Auto am Straßenrand setzen und losfahren kann?

Die Privilegien, die sich früher erst genießen ließen, wenn man sich einer Gruppe anschloss, lassen sich jetzt auch von Einzelnen nutzen, ohne dass sie sich fest binden müssen. Der Fortschritt erlaubt plötzlich Einzelgängern, beides zu haben: die Vorteile der Selbstständigkeit und gleichzeitig die von geschlossenen Gruppen.

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