am freitag bin ich auf die iaa gefahren, aus irgendeinem, mir nicht ganz nachvollziehbaren grund wurde ich dahin mit ein paar anderen bloggern von bmw und knallgrau eingeladen. man traf sich, flickerte sich gegenseitig, wartete auf die nachzügler und lief dann ein bisschen rum, ass ein bisschen, lief noch mehr rum und als es dann interessant wurde musste ich schon wieder zur bahn. da sich die bahn, sowohl auf der hinfahrt als auch auf der rückfahrt dazu entschieden hatte mich in einen ice ohne steckdose zu stecken, konnte ich nur zwei stunden meinen rechner benutzen. eine kurze steckdosenpause auf der iaa brachte mir nochmal 30 minuten computer-zeit. den rest musst eich „stadt der träumenden bücher“ lesend verbringen. auch schön. von frankfurt fuhr ich nach hamburg um mich dort mit ein paar bloggern zu treffen die nicht flickerten, sondern nur redeten, assen und tranken. danach bin ich mit zwei bloggern in ein nordic-walkingparadis zwischen hannover und hamburg gefahren, um dort einige nahe verwandte zu besuchen, viel zu essen und ein bisschen zu flickern. jetzt bin ich irgendwo in hamburg, besuche morgen noch eine alte sandkastenfreundin und ihre brut um dann abends wieder nach berlin zu fahren. zum arbeiten bloggen komme ix da irgendwie nicht, zumal ich die ganze nächste woche ziemlich viel (wirklich) arbeiten muss (blogopause).
deshalb bin ich mir auch nicht ganz sicher ob ich morgen noch senf, zum beispiel von wahlparties in diversen parteizentralen, abgeben werde oder einfach nur faul auf der futura bold rumsitzen werde und hier die fresse halte.
sorgen um mich sind also unberechtigt, wenn es hier und anderswo leise wird, mir gehts gut, danke der nachfrage, ich werde nur gerade vom sog. „echten leben“ etwas abgelenkt. dafür kann man im kölner stadtanzeiger was über einen mann namens ix (und andere) lesen.
schon erstaunlich, was für ein christliches demokratieverständnis die bild hat. hetzen bis die fetzen fliegen. was springers hetze bewirken kann, ist ja hinlänglich bekannt.
patalongus wurde mal wieder von seinem chefredakteur dazu angehalten blogs abzublumencronen und schreibt so unglaublich langweilig, wie man es von ihm erwartet. ich muss wenn ich diese langweilige scheisse lese, immer an das bereits öfter zitierte bild von dem besoffenen penner mit der vollgeschissenen hose denken, der passanten als dreckige, besoffene und dumme penner beschimpft.
Denn eine kostenlose Software allein macht noch keinen Egon Erwin Kisch, und nicht jeder, der tippen kann, kann auch schreiben - oder hat wirklich etwas mitzuteilen. Dass etwas "Blog" ist, heißt nicht automatisch, dass es auch gut ist - auch wenn "Wahl" davor steht. Wie in der "großen" Medienwelt schreibt sich ein gutes Blog nicht von allein: Es bedeutet eine Menge Fleiß und Arbeit, und das auch noch "ehrenamtlich" neben anderen Tätigkeiten.
so isses. denn eine festanstellung beim spiegel online, ein privileg „telearbeit“ zu machen und nicht ständig dem mundgeruch des chefredakteurs ausgeliefert zu sein heisst noch lange nicht schreiben zu können. tippen kann er ja, der schwachalong. aber was will er uns eigentlich mitteilen? dass er sein leben und alles was er anfasst unglaublich langweilig findet? angekommen.
auf den nachfolger von sancho patalong (in der „netzwelt“ [sic!]) darf man dann wohl wirklich gespannt sein. muss man aber nicht.
wenden wir uns ab von den frustrierten bei spon, hin zum schönen und erfreulichen. denn das rennen (wenn es denn eins gibt) mache nicht ich, sondern mario sixtus (und christof wolff) mit seiner blogtour. ich finde das so unglaublich gut, dass ich den beiden den grimme online-preis, den bob und jeden erdenklichen preis an den hals wünsche. harald martenstein macht übrigens etwas ähnliches, im tagesspiegel, er reist auch durch die provinz, berichtet vom provinz-wahlkampf; grandios. leider nur nicht richtig zugänglich, eben kein blog. trotzdem, sehr witzig — zum beispiel — sein bericht aus fulda. das archiv gibt noch ein paar berichte her, aus saarbrücken, von der loreley, köln, herne und mödlareuth. aber sowas liest man beim spon nicht. da massiert man sich lieber gegenseitig den spacken- und blumencronanus.
heute sitze ich abends mal im „fellas“ an der schönhauser ecke stargarder um meine runde im blogdings zu machen. hier gibts offenes kostenloses wlan, aber für den strom nehmen die hier einen euro pauschale. spackos.
kann mir jemand sagen, warum springer für die welt kompakt ne neue agentur sucht und warum herr abrams sich persönlich darum kümmert? herr fröhlich konnte mir nicht helfen, obwohl er um halb elf noch anfragen von bloggern beantwortet.
war die alte bockmist? gabs vorher gar keine? verkauft sich die scheisse das blatt nicht richtig? wo die alte agentur sich doch soeinemühe gegeben hat.
anbei die pressemeldung der agentur Plan.Net in der die hier angedeutete aktion (über die hier, hier, hierhier, hier und hier berichtet wurde) beschrieben wird.
Edmund Stoiber ruft bei den Bürgern auf dem Handy an und ermutigt sie, zur Wahl zu gehen. Der Wahlaufruf des CSU-Vorsitzenden ist eine "VoiceCard“, die sich in einer Art Schneeballeffekt sehr schnell verbreitet. Innerhalb von nur drei Tagen soll die mobile Überraschungswelle des CSU-Chefs mehrere hunderttausend Wähler erreichen.
die csu-blogger kündigen email und handy-spam an und nennen das „moderne Wahl-Werbung“. witzig ist auch, wie jeder blogeintrag erstmal drei, vier grösstenteils anonyme jubelperser-kommentare nach sich zieht: - „Super - weiter so!“ - „find ich auch recht pfiffig!“ - „wir stehen dazu.“ - „ich finde diese amerikanische art des wahlkampfes gut!!!“ - „sehe ich auch so! Das ist (vor-)gelebte Innovation! :)“ sehr authentisch, sehr innovativ, immer am rande der legalität, die csu.
[nachtrag] offensichtlich bedient sich die union bereits fleissig einer östereichischen „eMail-Marketing“-firma um „innovativ“ emails zu versenden: beispiel 1, 2.
dass es hier in berlin seit kurzem komisch riecht hat ja schon die rundegemacht. aber neuerdings riecht es in ganz berlin auch nach fäkalien. das muss an den cdu und fdp-mitgliedern liegen, die sich gerade reihenweise in die hose machen vor angst die wahl wegen kirchof oder leeren versprechungen zu verlieren.
eine späte selbsterkenntniss ereilt selbst den einen oder anderen cdu-ministerpräsidenten:
Sachsen-Anhalts Regierungschef Wolfgang Böhmer griff mit Blick auf die sinkenden Umfragewerte die gesamte Wahlkampftaktik seiner Partei an. Es fehle eine zentrale Botschaft, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". Das Versprechen, alles anders und besser zu machen, reiche dabei nicht aus. (tagesschau)
das hat sich vor ein paar tagen alles noch ganz anders angehört.
auch in der fas von heute: laut adac hat der in rumänien gebaute billig-renault dacia den „elch-test“ nicht bestanden. bei einem test überschlug sich das 5000-euro-billig-auto:
Der ADAC stellte Bilder ins Internet und veröffentlichte dazu eine Pressemeldung, erwähnte gleichwohl nicht, daß zuvor unterschiedliche Reifen aufgezogen wurden, die durch die überharten Testbedingungen völlig ruiniert worden waren.
angeblich hat der ADAC vor dem test einen ersatzreifen mit einer „anderen“ felge an den testwagen geschraubt. die „auto-zeitung“, renault und der reifenhersteller konnten den test nicht nachvollziehen udn reproduzieren, die testbediungungen des ADAC schienen auch andere ungereimtheiten aufzuweisen.
wenn man bedenkt, was für eine (meinungs-)macht der ADAC besitzt ist es schon erschreckend zu sehen, dass der ADAC den eindruck erweckt der deutschen autoindutrie den anus zu massieren und nebenbei behilflich zu sein scheint, unliebsame konkurenz vom deutschen markt zu halten.
was mich im übrigen vor einem halben jahr sehr positiv am ADAC auffiel: man kann die mitgliedschaft auch völlig unproblematisch per email kündigen.
ursula von der leyen, ex-teilnehmerin am „blogging“ und cdu-vorzeige rumgrinserin und musterfrau sprach am sonntag mit der frankfurter allgemeine sonntagszeitung (lag umsonst aus auf dem fdp-parteitag) „über Kinder, Karriere und Lügen in Wahlkampfzeiten“. die spd behauptet, dass es den menschen eines regierungswechsls schlechter gehe: darauf antwortet sie, das das gegenteil richtig sei, gerade familien mit kindern gehe es „mit der Union“ besser. aha. aussage gegen aussage, also soll sie mal vorrechnen:
[…] Wir lassen Familien mehr von ihrem selbstverdienten geld. Unsere Durchschnittsfamilie mit 2300 Euro Bruttoeinkommen zahlt durch die höhere Mehrwertssteuer 14 Euro im Monat mehr, spart aber gleichzeitig durch den geringeren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung 23 Euro. Unterm Strich bleiben ihr neun Euro mehr.
die überschrift zum interview lautet „Die SPD macht Familien arm“. leider war die frankfurter allgemeine sonntagszeitung zu feige um die Überschrift so zu formulieren:
Von der Leyen: Die CDU macht Familien um 9 Euro reicher
ich wundere mich gerade ein bisschen darüber, dass diese politik-spackos sich darüber wundern, dass sie keiner mehr ernst nimmt. neun euro entlastung nennen die „visionen“.
die delegierten haben sich vor westerwelles rede einen hübschen trick ausgedacht: um ihn vom reden abzuhalten applaudieren und schreien sie einfach bis er wieder geht. leider haben die delegierten das nur 5 minuten durchgehalten und westerwelle blieb. wie bereits hundertfach geübt, kam er ohne jacket, im weissen hemd an das rednerpult. als der applaus anhielt, krempelte er langsam die hemdsärmel nach oben. das sieht wahrscheinlich bei jeder wahlkampfveranstaltung gleich aus.
in echt, wenn man so neben westerwelle steht, wirkt westerwelle wie der nette, ordentliche streber von nebenan. er möchte aber wirken wie der schutzengel und heilsbringer von nebenan. deshalb macht er erstmal einen auf menschlich, so als jürgen-„unbarmherzig“-trittin-gegenpol: „ich habe gestern einen brief von einer jungen frau bekommen …“ — der saal brüllt und lacht. guido bleibt ernst, der saal versteht, das sollte nicht witzig sein. „diese frau sitzt im rollstuhl und versucht seit …“ — es folgt ein erschütterndes, mit tieftrauriger westerstimme geschildertes einzelschicksal von einer frau, die sich im kampf mit den deutschen bürokraten beinahe aufrieb und der guido westerwelle und seine fdp nun helfen wollen: „das wollen wir ändern!“ ich glaube es folgen noch ein, zwei weitere schlimme einzelfälle, die die fdp sofort, am nächsten sonntag, anpacken und ändern wird. denn die fdp ist sich ganz sicher, dass heute der letzte sonntag sei, an dem rot-grün noch regiere.
im fernseher wirkt westerwelle komischerweise noch streberhafter, obwohl er offenbar ein heftiges redetraining mitgemacht hat. manchmal redet er so melodiös, dass man meinen könnte er singe. dazu tanzen seine arme, immer streng im takt. er beherrscht auch die modulation seiner sprache in extremste pianissimo- und forte-passagen. das kommt bei der journalie sehr gut an: „der wird aber wirklich pinselig“ fand eine dame vom irgendeiner zeitung. sehr beliebt sind bei der fdp offenbar eisenbahn-analogien. nachdem herr gehardt bereits vom schlafwagen in die lokomotive wechseln wollte, will westerwelle nun auch noch ganz deutschland von einem wirtschaftlichen „bremsklotz“ in eine lokomotive verwandeln.
der herr neben mir hat seinen (leit-)artikel bereits seit über 30 minuten fertig. er will ihn aber noch nicht abschicken, telefonierte er eben in seine redaktion, bevor westerwelle fertig mit seiner rede sei. als westerwelle sein „kompetenzteam“ vorstellt schickt er den artikel doch schon ab, macht den computer aus und feierabend: „ein leitartikel darf sich eh nicht nur um das gerede während so eines parteitages drehen. da gehts ein bisschen mehr ums grosse ganze.“
dieser parteitag scheint nicht eine einzige neuigkeit gebracht zu haben. nachdem der leitartikler bereits zusammengepackt hatte, murmelte er die namen und ressorts der kompetenzteamler mit, er wusste sie alle vorher. konnte man ja vorher auch schon in den zeitungen lesen.
westerwelle schien seine rede offenbar so abzuspulen wie bei jedem wahlkaumpfauftritt der letzten wochen. auch heute bekam niels annen wieder eins druff: wer sein eigenes leben nicht im griff hat (in diesem fall keinen studienabschluss), dürfe über das leben von anderen nicht entscheiden (in diesem fall ein bundestagsmandat). offenbar ist westerwelle fleissiger „bild“-zeitungsleser. auch ein paar andere seiner „argumente“ waren erstaunlich bildzeitungig und doof.
nach westerwelles rede strömten organisierte jubelperser auf die bühne, in der hand steuern hoch (oder runter) plakate. das sollte wohl als eine art fototapete dienen [nachtrag: hat funktioniert]. beim applaudieren fiel mir auf, dass die einzige die dieses gelbe „freiheit und verantwortung“-bändchen trug frau pieper war. alle anderen fdp-alphatierchen hatten nur das blaue band der freundschaft und zum magen-vollschlagen an.
es ist ja nichts neues und weltweit bekannt, wolfgang gerhardt redet so als ob sein kopf in einem luftballon stecken würde oder als ob er schweren lungenüberdruck hätte. wirklich unüberraschend war wie sehr wolfgang gerhardt bei seiner rede den erwartungen der presse entsprochen hat: er versuchte sich mit sätzen wie „mein hobby, meine neigung galt immer der geschichte“ für sein von der partei zugeteiltes aussenministeramt zu profilieren. das war teilweise so langweilig, dass die krabben im glas (auf salat, an tomaten und erdbeeren) lebendiger wirkten als gerhardt am rednerpult.
wirkliche kritik an der derzeitigen aussenpolitik hatte gerhardt nicht auf lager, kein wunder, rot-grün habe ja auch „an vielen“ von scheel, genscher und kinkel geprägten traditionen festgehalten. also bemühte er statt klartext die bildsprache: „wir müssen mit aussenpolitik wieder verändern. die aussenpolitik muss raus aus dem schlafwagen! wir müssen aussenpolitik aus der lokomotive machen!“ die pfifferlingsuppe war ähnlich fade.
auf der bühne sassen rechts-aussen die alten herren, die die schon mal an der macht waren, genscher, lambsdorff und kinkel. genscher wirkt für sein alter von 120 jahren erstaunlich frisch, knabbert gemütlich, mit angelegten ohren an irgendwelchen nahrungsmittel herum und liest. kein gelber pullunder. keine grosse aufregung. lambsdorff ist sehr mit sich selbst beschäftigt. mal juckt es an den augen, mal an der glatze. brille auf, brille ab. wenn er sich nicht irgendwo kratzt, guckt er stur nach vorne. coole sau. wirkt aber sehr müde. klaus kinkel sieht aus als ob er werbung für shampoo macht. ein seidiger glanz umhüllt seine prachtvolle mähne. wäre da nicht diese gockelhafte kopfhaltung und dieses übertriebene gesicht, kinkel könnte respektabel und würdevoll wirken.
gerhardt war beim unausweichlichen trittin-bashing vorsichtiger als die hetzer von der CDU, der CSU und dem spiegel online. er nennt trittin einfach „unbarmherzig“. wenn freunde in der not wären, dürfe man nicht sagen „du bist selbst schuld.“ dass trittin so unbarherzig sei, wäre auch der beweis das die grünen keine werte hätten, keine werte wie die fdp, die eine „werte-politik“ betreiben möchte.
einen lapsus leistet sich gerhardt auch noch, als er von der amerikanischen „administration“ redet aber die amerikanische regierung meint. ein aussenminister der verwaltung und regierung nicht auseinanderhalten kann? wahrscheinlich sagt der möchte-gern-aussenminister auch „der blog“. ok, genug gekluggeschissen.
wenden wir uns wieder der presse zu. eine einschätzung die ich eben aufschni-schna-schnappte:
das ist der gipfel der langeweile. früher standen sie in scharen um möllemann rum. jetzt stehen sie einfach rum.
auch die abneigung gegen pieper ist in der presse-lounge offenbar weit verbreitet: „was die pieper redet wieder? mach mal einer den fernseher leiser!“
bettina schausten sah heute nicht so zauberhaft aus wie letzte woche bei der cdu und der csu. eher übernächtigt und unausgeschlafen. dafür hat sie mich einmal verwirrt angeguckt. das ist ja auch was. das werde ich das nächste mal, wenn ich sie im fernsehen anschaue auch machen.
vor zwei stunden kam ein älterer herr, lambsdorff-style mit etwas mehr haaren, in die presse-lounge, setzte sich vor einiger zeit an irgendeinen rechner und surfte darauf wie ein wilder rum. die kollegin deren rechner das war, fand das als sie wiederkam nicht so doll. der alte blieb aber ganz cool, wunderte sich ein bisschen rum und sagte als er aufstand und den rechner freigab: „sorry übrigens“.
anbei noch drei super liberale ziatate:
„mit der zweiten wählt man besser.“ dirk niebel
der parteitag eröffnet sich. auf dem weg zum plenum bekommt man parfümproben, silikonarmbändchen („freiheit und verantwortung“) und ein flugblatt von den jungen liberalen („freche freiheit“). im saal sieht man viele junge menschen denen eine grosse karriere bevorsteht. entsprechend kleiden sie sich auch. man sieht auch viele ältere menschen die so auszusehen versuchen, als ob sie eine grosse karriere hinter sich hätten. ausserdem sieht man viele leute die aussehen wie journalisten, angeblich so viele wie noch nie.
irgendeine schnarchnase mit einer schnarchstimme begrüsst schnarchig alle delegierten und wiederholt mantraartig für alle bundesländer und special-interest-gruppen die formel „wir begrüssen die parteifreunde und parteifreunde aus irgendwoher die gekommen sind, um mit uns für den neuanfang zu kämpfen.“ danach begrüsst er das parteipräsidium, vergisst aber diesmal die zwanzigfach wiederholte formel „die mit uns für den neuanfang kämpfen“. jetzt geht die dralle ans mikro. neue frisur, ein paar kilo dazu, aber immer noch keinen redenschreiber: „liebe parteifreunde und parteifreunde.“ die sagen das wirklich alle so bei der fdp. nicht „liebe parteifreundinnen und parteifreunde“. ist das so ne art pc-bashing? bin ich taub? oder nuscheln die dralle und die schnarchnase?
jetzt fällt mir auch ein wie die dralle heisst; pieper. ein paar journalisten hier in der presselounge lachen sie gerade aus. wieder verstehe ich nicht genau warum. ich ahne es, ihre stimme ist unerträglich, überschlägt sich ständig und sie hat ihre rede offenbar selbst geschrieben („das ist doch was wir brauchen, wir brauchen eine vorreiterrolle“). jetzt nennt sie müntefering „müntelfering“. und piepert und stottert sich weiter durch ihre rede: „wir brauchen mehr arbeit!“ — aha. ganz klar. die fdp fühlt sich nicht ganz ausgelastet. haben die nicht alle ne kanzlei oder ne praxis zum mehr arbeiten? ich versteh das alles nicht. was wollen die eigentlich?
ach ja freuen auf mehr arbeit und für den neuanfang kämpfen.
die partei des „bürokratie-abbaus“ („wir machen's einfacher!“) und der kurzen wege, also die fdp, ist im umgang mit unvertrautem sehr, sehr kompliziert. die fdp war die einzige partei die ein kurz profil von mir anforderte, wer ich denn sei, der da von ihrem parteitag bloggen wolle.
aus dem büro von hans-joachim otto hiess es zwar gleich „die Akkreditierung eines Wahlblog/Blogg.de - Bloggers stellt aus der Sicht Herrn Ottos kein Problem dar.“, aber selbst ein anruf („nein, ich habe keinen presseausweis“ - „oh. das wird kompliziert“) aus dem büro otto schien das problem akkreditierung ohne presseausweis nicht abschliessend zu klären. ich habe aus dem büro otto nie wieder etwas gehört und befürchtete das schlimmste.
nicht ganz zu unrecht. der presseschalter war nur mit presseausweis zu erreichen, ich musste von einer freundlichen fdp-frau dorthin begleitet werden. auch angemeldet war ich nicht („das hätten sie selbst machen müssen“ - „das hätten sie mir auch sagen können.“). zum glück siegte die kulanz und ich bekam mein blaues band der freundschaft (zwischen fdp und presse) auch so.
kurz: die fdp ist zwar kulant und wohlwollend, aber beim bürokratie-abbau stehen offenbar noch ein paar verkrustete, durchbürokrtatisierte strukturen im weg. macht ja nix, sind ja noch 7 tage zeit um sich „durchzuorganisieren“.
leicht verpeilt sind hier auch mal wieder die kollegen von der ordentlichen presse. hier liegt in der presselounge ganz viel RJ45 gekabel rum, darin herrliche schnelles internet mit dhcp und allen schikanen. anstatt sich zu freuen meckern die pressefuzzis:
das ist kein isdn!
was soll das denn sein?
schon wieder der falsche stecker!
haste sowas schonmal in deinen computer reingesteckt?
niemanden kann man es recht machen. und jetzt erstmal nen kaffee. mein powerbook werde ich trotz meiner veritablen paranoia mal in der presselounge stehen lassen, denn die kollegen von der presse vertrauen sich auch. unglaublich, ARD und bildzeitungsreporter (nur mal so als beispiel) vertrauen sich und lassen ihre laptops einfach rumstehen! also werde ich denen auch mal trauen. wenn ich mich nicht mehr melde, wissen wir, dass der presse doch nicht zu trauen ist.