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ich kann so nicht blog­gen

felix schwenzel

am frei­tag bin ich auf die iaa ge­fah­ren, aus ir­gend­ei­nem, mir nicht ganz nach­voll­zieh­ba­ren grund wur­de ich da­hin mit ein paar an­de­ren blog­gern von bmw und knall­grau ein­ge­la­den. man traf sich, fli­cker­te sich ge­gen­sei­tig, war­te­te auf die nach­züg­ler und lief dann ein biss­chen rum, ass ein biss­chen, lief noch mehr rum und als es dann in­ter­es­sant wur­de muss­te ich schon wie­der zur bahn. da sich die bahn, so­wohl auf der hin­fahrt als auch auf der rück­fahrt dazu ent­schie­den hat­te mich in ei­nen ice ohne steck­do­se zu ste­cken, konn­te ich nur zwei stun­den mei­nen rech­ner be­nut­zen. eine kur­ze steck­do­sen­pau­se auf der iaa brach­te mir noch­mal 30 mi­nu­ten com­pu­ter-zeit. den rest musst eich „stadt der träu­men­den bü­cher“ le­send ver­brin­gen. auch schön. von frank­furt fuhr ich nach ham­burg um mich dort mit ein paar blog­gern zu tref­fen die nicht fli­cker­ten, son­dern nur re­de­ten, as­sen und tran­ken. da­nach bin ich mit zwei blog­gern in ein nor­dic-wal­king pa­ra­dis zwi­schen han­no­ver und ham­burg ge­fah­ren, um dort ei­ni­ge nahe ver­wand­te zu be­su­chen, viel zu es­sen und ein biss­chen zu fli­ckern. jetzt bin ich ir­gend­wo in ham­burg, be­su­che mor­gen noch eine alte sand­kas­ten­freun­din und ihre brut um dann abends wie­der nach ber­lin zu fah­ren. zum ar­bei­ten blog­gen kom­me ix da ir­gend­wie nicht, zu­mal ich die gan­ze nächs­te wo­che ziem­lich viel (wirk­lich) ar­bei­ten muss (blogo­pau­se).

des­halb bin ich mir auch nicht ganz si­cher ob ich mor­gen noch senf, zum bei­spiel von wahl­par­ties in di­ver­sen par­tei­zen­tra­len, ab­ge­ben wer­de oder ein­fach nur faul auf der fu­tu­ra bold rum­sit­zen wer­de und hier die fres­se hal­te.

sor­gen um mich sind also un­be­rech­tigt, wenn es hier und an­ders­wo lei­se wird, mir gehts gut, dan­ke der nach­fra­ge, ich wer­de nur ge­ra­de vom sog. „ech­ten le­ben“ et­was ab­ge­lenkt. da­für kann man im köl­ner stadt­an­zei­ger was über ei­nen mann na­mens ix (und an­de­re) le­sen.

dem­nächst mehr.



wahl­blog­dings

felix schwenzel

pa­ta­longus wur­de mal wie­der von sei­nem chef­re­dak­teur dazu an­ge­hal­ten blogs ab­zu­blu­men­cro­nen und schreibt so un­glaub­lich lang­wei­lig, wie man es von ihm er­war­tet. ich muss wenn ich die­se lang­wei­li­ge scheis­se lese, im­mer an das be­reits öf­ter zi­tier­te bild von dem be­sof­fe­nen pen­ner mit der voll­ge­schis­se­nen hose den­ken, der pas­san­ten als dre­cki­ge, be­sof­fe­ne und dum­me pen­ner be­schimpft.

Denn eine kos­ten­lo­se Soft­ware al­lein macht noch kei­nen Egon Er­win Kisch, und nicht je­der, der tip­pen kann, kann auch schrei­ben - oder hat wirk­lich et­was mit­zu­tei­len. Dass et­was "Blog" ist, heißt nicht au­to­ma­tisch, dass es auch gut ist - auch wenn "Wahl" da­vor steht. Wie in der "gro­ßen" Me­di­en­welt schreibt sich ein gu­tes Blog nicht von al­lein: Es be­deu­tet eine Men­ge Fleiß und Ar­beit, und das auch noch "eh­ren­amt­lich" ne­ben an­de­ren Tä­tig­kei­ten.

so is­ses. denn eine fest­an­stel­lung beim spie­gel on­line, ein pri­vi­leg „te­le­ar­beit“ zu ma­chen und nicht stän­dig dem mund­ge­ruch des chef­re­dak­teurs aus­ge­lie­fert zu sein heisst noch lan­ge nicht schrei­ben zu kön­nen. tip­pen kann er ja, der schwacha­long. aber was will er uns ei­gent­lich mit­tei­len? dass er sein le­ben und al­les was er an­fasst un­glaub­lich lang­wei­lig fin­det? an­ge­kom­men.

auf den nach­fol­ger von sancho pa­ta­long (in der „netz­welt“ [sic!]) darf man dann wohl wirk­lich ge­spannt sein. muss man aber nicht.

wen­den wir uns ab von den frus­trier­ten bei spon, hin zum schö­nen und er­freu­li­chen. denn das ren­nen (wenn es denn eins gibt) ma­che nicht ich, son­dern ma­rio six­tus (und chris­tof wolff) mit sei­ner blog­tour. ich fin­de das so un­glaub­lich gut, dass ich den bei­den den grim­me on­line-preis, den bob und je­den er­denk­li­chen preis an den hals wün­sche. ha­rald mar­ten­stein macht üb­ri­gens et­was ähn­li­ches, im ta­ges­spie­gel, er reist auch durch die pro­vinz, be­rich­tet vom pro­vinz-wahl­kampf; gran­di­os. lei­der nur nicht rich­tig zu­gäng­lich, eben kein blog. trotz­dem, sehr wit­zig — zum bei­spiel — sein be­richt aus ful­da. das ar­chiv gibt noch ein paar be­rich­te her, aus saar­brü­cken, von der lo­re­ley, köln, her­ne und möd­lareuth. aber so­was liest man beim spon nicht. da mas­siert man sich lie­ber ge­gen­sei­tig den spa­cken- und blu­men­cro­na­nus.

[nach­trag]

Es kommt nicht auf die Schwanz­län­ge an. Son­dern dar­auf, wie man da­mit um­geht.


fel­las

felix schwenzel

heu­te sit­ze ich abends mal im „fel­las“ an der schön­hau­ser ecke star­gar­der um mei­ne run­de im blog­dings zu ma­chen. hier gibts of­fe­nes kos­ten­lo­ses wlan, aber für den strom neh­men die hier ei­nen euro pau­scha­le. spackos.



welt kom­pakt sucht ne neue agen­tur

felix schwenzel

kann mir je­mand sa­gen, war­um sprin­ger für die welt kom­pakt ne neue agen­tur sucht und war­um herr abrams sich per­sön­lich dar­um küm­mert? herr fröh­lich konn­te mir nicht hel­fen, ob­wohl er um halb elf noch an­fra­gen von blog­gern be­ant­wor­tet.

war die alte bock­mist? gabs vor­her gar kei­ne? ver­kauft sich die scheis­se das blatt nicht rich­tig? wo die alte agen­tur sich doch so eine mühe ge­ge­ben hat.

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pres­se­mel­dung zu stoi­ber-han­dy­spam

felix schwenzel

an­bei die pres­se­mel­dung der agen­tur Plan.Net in der die hier an­ge­deu­te­te ak­ti­on (über die hier, hier, hier hier, hier und hier be­rich­tet wur­de) be­schrie­ben wird.

Ed­mund Stoi­ber ruft bei den Bür­gern auf dem Han­dy an und er­mu­tigt sie, zur Wahl zu ge­hen. Der Wahl­auf­ruf des CSU-Vor­sit­zen­den ist eine "Voice­Card“, die sich in ei­ner Art Schnee­ball­ef­fekt sehr schnell ver­brei­tet. In­ner­halb von nur drei Ta­gen soll die mo­bi­le Über­ra­schungs­wel­le des CSU-Chefs meh­re­re hun­dert­tau­send Wäh­ler er­rei­chen.

an­ge­hängt ist auch die ori­gi­nal word-da­tei.

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kal­te ka­lau­er

felix schwenzel

sonn­tag bei „zim­mer frei“, ein wdr-wit­zel-typ guckt bei mie­ze in den kühl­schrank und zi­tiert bil­ly joel: ab­taun, girl!

auch schön: das wort des ta­ges aus ei­nem ge­dicht von jo­hann köh­nich: „mie­ze­kot­ze“.




„su­per - wei­ter so!“

felix schwenzel

die csu-blog­ger kün­di­gen email und han­dy-spam an und nen­nen das „mo­der­ne Wahl-Wer­bung“. wit­zig ist auch, wie je­der blog­ein­trag erst­mal drei, vier gröss­ten­teils an­ony­me ju­bel­per­ser-kom­men­ta­re nach sich zieht:
- „Su­per - wei­ter so!“
- „find ich auch recht pfif­fig!“
- „wir ste­hen dazu.“
- „ich fin­de die­se ame­ri­ka­ni­sche art des wahl­kamp­fes gut!!!“
- „sehe ich auch so! Das ist (vor-)ge­leb­te In­no­va­ti­on! :)“
sehr au­then­tisch, sehr in­no­va­tiv, im­mer am ran­de der le­ga­li­tät, die csu.

[nach­trag]
of­fen­sicht­lich be­dient sich die uni­on be­reits fleis­sig ei­ner ös­te­rei­chi­schen „eMail-Mar­ke­ting“-fir­ma um „in­no­va­tiv“ emails zu ver­sen­den: bei­spiel 1, 2.


ber­li­ner luft

felix schwenzel

dass es hier in ber­lin seit kur­zem ko­misch riecht hat ja schon die run­de ge­macht. aber neu­er­dings riecht es in ganz ber­lin auch nach fä­ka­li­en. das muss an den cdu und fdp-mit­glie­dern lie­gen, die sich ge­ra­de rei­hen­wei­se in die hose ma­chen vor angst die wahl we­gen kirch­of oder lee­ren ver­spre­chun­gen zu ver­lie­ren.

eine spä­te selbst­er­kennt­niss er­eilt selbst den ei­nen oder an­de­ren cdu-mi­nis­ter­prä­si­den­ten:

Sach­sen-An­halts Re­gie­rungs­chef Wolf­gang Böh­mer griff mit Blick auf die sin­ken­den Um­fra­ge­wer­te die ge­sam­te Wahl­kampf­tak­tik sei­ner Par­tei an. Es feh­le eine zen­tra­le Bot­schaft, sag­te er der "Mit­tel­deut­schen Zei­tung". Das Ver­spre­chen, al­les an­ders und bes­ser zu ma­chen, rei­che da­bei nicht aus. (ta­ges­schau)

das hat sich vor ein paar ta­gen al­les noch ganz an­ders an­ge­hört.


was macht der ADAC im end­darm der deut­schen au­to­in­dus­trie?

felix schwenzel

auch in der fas von heu­te: laut adac hat der in ru­mä­ni­en ge­bau­te bil­lig-re­nault da­cia den „elch-test“ nicht be­stan­den. bei ei­nem test über­schlug sich das 5000-euro-bil­lig-auto:

Der ADAC stell­te Bil­der ins In­ter­net und ver­öf­fent­lich­te dazu eine Pres­se­mel­dung, er­wähn­te gleich­wohl nicht, daß zu­vor un­ter­schied­li­che Rei­fen auf­ge­zo­gen wur­den, die durch die über­har­ten Test­be­din­gun­gen völ­lig rui­niert wor­den wa­ren.

an­geb­lich hat der ADAC vor dem test ei­nen er­satz­rei­fen mit ei­ner „an­de­ren“ fel­ge an den test­wa­gen ge­schraubt. die „auto-zei­tung“, re­nault und der rei­fen­her­stel­ler konn­ten den test nicht nach­voll­zie­hen udn re­pro­du­zie­ren, die test­be­diungun­gen des ADAC schie­nen auch an­de­re un­ge­reimt­hei­ten auf­zu­wei­sen.

wenn man be­denkt, was für eine (mei­nungs-)macht der ADAC be­sitzt ist es schon er­schre­ckend zu se­hen, dass der ADAC den ein­druck er­weckt der deut­schen au­to­in­du­trie den anus zu mas­sie­ren und ne­ben­bei be­hilf­lich zu sein scheint, un­lieb­sa­me kon­ku­renz vom deut­schen markt zu hal­ten.

was mich im üb­ri­gen vor ei­nem hal­ben jahr sehr po­si­tiv am ADAC auf­fiel: man kann die mit­glied­schaft auch völ­lig un­pro­ble­ma­tisch per email kün­di­gen.


cdu wäh­len we­gen neun eu­ro?

felix schwenzel

ur­su­la von der ley­en, ex-teil­neh­me­rin am „blog­ging“ und cdu-vor­zei­ge rum­grin­se­rin und mus­ter­frau sprach am sonn­tag mit der frank­fur­ter all­ge­mei­ne sonn­tags­zei­tung (lag um­sonst aus auf dem fdp-par­tei­tag) „über Kin­der, Kar­rie­re und Lü­gen in Wahl­kampf­zei­ten“. die spd be­haup­tet, dass es den men­schen ei­nes re­gie­rungs­wechsls schlech­ter gehe: dar­auf ant­wor­tet sie, das das ge­gen­teil rich­tig sei, ge­ra­de fa­mi­li­en mit kin­dern gehe es „mit der Uni­on“ bes­ser. aha. aus­sa­ge ge­gen aus­sa­ge, also soll sie mal vor­rech­nen:

[…] Wir las­sen Fa­mi­li­en mehr von ih­rem selbst­ver­dien­ten geld. Un­se­re Durch­schnitts­fa­mi­lie mit 2300 Euro Brut­to­ein­kom­men zahlt durch die hö­he­re Mehr­werts­steu­er 14 Euro im Mo­nat mehr, spart aber gleich­zei­tig durch den ge­rin­ge­ren Bei­trag zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung 23 Euro. Un­term Strich blei­ben ihr neun Euro mehr.

die über­schrift zum in­ter­view lau­tet „Die SPD macht Fa­mi­li­en arm“. lei­der war die frank­fur­ter all­ge­mei­ne sonn­tags­zei­tung zu fei­ge um die Über­schrift so zu for­mu­lie­ren:

Von der Ley­en: Die CDU macht Fa­mi­li­en um 9 Euro rei­cher

ich wun­de­re mich ge­ra­de ein biss­chen dar­über, dass die­se po­li­tik-spackos sich dar­über wun­dern, dass sie kei­ner mehr ernst nimmt. neun euro ent­las­tung nen­nen die „vi­sio­nen“.


vom fdp-par­tei­tag: wes­ter­wel­le singt (teil 5)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

die de­le­gier­ten ha­ben sich vor wes­ter­wel­les rede ei­nen hüb­schen trick aus­ge­dacht: um ihn vom re­den ab­zu­hal­ten ap­plau­die­ren und schrei­en sie ein­fach bis er wie­der geht. lei­der ha­ben die de­le­gier­ten das nur 5 mi­nu­ten durch­ge­hal­ten und wes­ter­wel­le blieb. wie be­reits hun­dert­fach ge­übt, kam er ohne ja­cket, im weis­sen hemd an das red­ner­pult. als der ap­plaus an­hielt, krem­pel­te er lang­sam die hemds­är­mel nach oben. das sieht wahr­schein­lich bei je­der wahl­kampf­ver­an­stal­tung gleich aus.

in echt, wenn man so ne­ben wes­ter­wel­le steht, wirkt wes­ter­wel­le wie der net­te, or­dent­li­che stre­ber von ne­ben­an. er möch­te aber wir­ken wie der schutz­en­gel und heils­brin­ger von ne­ben­an. des­halb macht er erst­mal ei­nen auf mensch­lich, so als jür­gen-„un­barm­her­zig“-trit­tin-ge­gen­pol: „ich habe ges­tern ei­nen brief von ei­ner jun­gen frau be­kom­men …“ — der saal brüllt und lacht. gui­do bleibt ernst, der saal ver­steht, das soll­te nicht wit­zig sein. „die­se frau sitzt im roll­stuhl und ver­sucht seit …“ — es folgt ein er­schüt­tern­des, mit tief­trau­ri­ger wes­ter­stim­me ge­schil­der­tes ein­zel­schick­sal von ei­ner frau, die sich im kampf mit den deut­schen bü­ro­kra­ten bei­na­he auf­rieb und der gui­do wes­ter­wel­le und sei­ne fdp nun hel­fen wol­len: „das wol­len wir än­dern!“ ich glau­be es fol­gen noch ein, zwei wei­te­re schlim­me ein­zel­fäl­le, die die fdp so­fort, am nächs­ten sonn­tag, an­pa­cken und än­dern wird. denn die fdp ist sich ganz si­cher, dass heu­te der letz­te sonn­tag sei, an dem rot-grün noch re­gie­re.

im fern­se­her wirkt wes­ter­wel­le ko­mi­scher­wei­se noch stre­ber­haf­ter, ob­wohl er of­fen­bar ein hef­ti­ges re­de­trai­ning mit­ge­macht hat. manch­mal re­det er so me­lo­di­ös, dass man mei­nen könn­te er sin­ge. dazu tan­zen sei­ne arme, im­mer streng im takt. er be­herrscht auch die mo­du­la­ti­on sei­ner spra­che in ex­trems­te pia­nis­si­mo- und for­te-pas­sa­gen. das kommt bei der jour­na­lie sehr gut an: „der wird aber wirk­lich pin­se­lig“ fand eine dame vom ir­gend­ei­ner zei­tung. sehr be­liebt sind bei der fdp of­fen­bar ei­sen­bahn-ana­lo­gien. nach­dem herr ge­hardt be­reits vom schlaf­wa­gen in die lo­ko­mo­ti­ve wech­seln woll­te, will wes­ter­wel­le nun auch noch ganz deutsch­land von ei­nem wirt­schaft­li­chen „brems­klotz“ in eine lo­ko­mo­ti­ve ver­wan­deln.

der herr ne­ben mir hat sei­nen (leit-)ar­ti­kel be­reits seit über 30 mi­nu­ten fer­tig. er will ihn aber noch nicht ab­schi­cken, te­le­fo­nier­te er eben in sei­ne re­dak­ti­on, be­vor wes­ter­wel­le fer­tig mit sei­ner rede sei. als wes­ter­wel­le sein „kom­pe­tenz­team“ vor­stellt schickt er den ar­ti­kel doch schon ab, macht den com­pu­ter aus und fei­er­abend: „ein leit­ar­ti­kel darf sich eh nicht nur um das ge­re­de wäh­rend so ei­nes par­tei­ta­ges dre­hen. da gehts ein biss­chen mehr ums gros­se gan­ze.“

die­ser par­tei­tag scheint nicht eine ein­zi­ge neu­ig­keit ge­bracht zu ha­ben. nach­dem der leit­ar­tik­ler be­reits zu­sam­men­ge­packt hat­te, mur­mel­te er die na­men und res­sorts der kom­pe­tenz­team­ler mit, er wuss­te sie alle vor­her. konn­te man ja vor­her auch schon in den zei­tun­gen le­sen.

wes­ter­wel­le schien sei­ne rede of­fen­bar so ab­zu­spu­len wie bei je­dem wahl­kaum­pf­auf­tritt der letz­ten wo­chen. auch heu­te be­kam niels an­nen wie­der eins druff: wer sein ei­ge­nes le­ben nicht im griff hat (in die­sem fall kei­nen stu­di­en­ab­schluss), dür­fe über das le­ben von an­de­ren nicht ent­sch­ei­den (in die­sem fall ein bun­des­tags­man­dat). of­fen­bar ist wes­ter­wel­le fleis­si­ger „bild“-zei­tungs­le­ser. auch ein paar an­de­re sei­ner „ar­gu­men­te“ wa­ren er­staun­lich bild­zei­tung­ig und doof.

nach wes­ter­wel­les rede ström­ten or­ga­ni­sier­te ju­bel­per­ser auf die büh­ne, in der hand steu­ern hoch (oder run­ter) pla­ka­te. das soll­te wohl als eine art fo­to­ta­pe­te die­nen [nach­trag: hat funk­tio­niert]. beim ap­plau­die­ren fiel mir auf, dass die ein­zi­ge die die­ses gel­be „frei­heit und ver­ant­wor­tung“-bänd­chen trug frau pie­per war. alle an­de­ren fdp-al­pha­tier­chen hat­ten nur das blaue band der freund­schaft und zum ma­gen-voll­schla­gen an.


vom fdp-par­tei­tag: ger­hardt re­det (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

es ist ja nichts neu­es und welt­weit be­kannt, wolf­gang ger­hardt re­det so als ob sein kopf in ei­nem luft­bal­lon ste­cken wür­de oder als ob er schwe­ren lun­gen­über­druck hät­te. wirk­lich un­über­ra­schend war wie sehr wolf­gang ger­hardt bei sei­ner rede den er­war­tun­gen der pres­se ent­spro­chen hat: er ver­such­te sich mit sät­zen wie „mein hob­by, mei­ne nei­gung galt im­mer der ge­schich­te“ für sein von der par­tei zu­ge­teil­tes aus­sen­mi­nis­ter­amt zu pro­fi­lie­ren. das war teil­wei­se so lang­wei­lig, dass die krab­ben im glas (auf sa­lat, an to­ma­ten und erd­bee­ren) le­ben­di­ger wirk­ten als ger­hardt am red­ner­pult.

wirk­li­che kri­tik an der der­zei­ti­gen aus­sen­po­li­tik hat­te ger­hardt nicht auf la­ger, kein wun­der, rot-grün habe ja auch „an vie­len“ von scheel, gen­scher und kin­kel ge­präg­ten tra­di­tio­nen fest­ge­hal­ten. also be­müh­te er statt klar­text die bild­spra­che: „wir müs­sen mit aus­sen­po­li­tik wie­der ver­än­dern. die aus­sen­po­li­tik muss raus aus dem schlaf­wa­gen! wir müs­sen aus­sen­po­li­tik aus der lo­ko­mo­ti­ve ma­chen!“ die pfif­fer­ling­sup­pe war ähn­lich fade.

auf der büh­ne sas­sen rechts-aus­sen die al­ten her­ren, die die schon mal an der macht wa­ren, gen­scher, lamb­s­dorff und kin­kel. gen­scher wirkt für sein al­ter von 120 jah­ren er­staun­lich frisch, knab­bert ge­müt­lich, mit an­ge­leg­ten oh­ren an ir­gend­wel­chen nah­rungs­mit­tel her­um und liest. kein gel­ber pul­lun­der. kei­ne gros­se auf­re­gung. lamb­s­dorff ist sehr mit sich selbst be­schäf­tigt. mal juckt es an den au­gen, mal an der glat­ze. bril­le auf, bril­le ab. wenn er sich nicht ir­gend­wo kratzt, guckt er stur nach vor­ne. coo­le sau. wirkt aber sehr müde. klaus kin­kel sieht aus als ob er wer­bung für sham­poo macht. ein sei­di­ger glanz um­hüllt sei­ne pracht­vol­le mäh­ne. wäre da nicht die­se go­ckel­haf­te kopf­hal­tung und die­ses über­trie­be­ne ge­sicht, kin­kel könn­te re­spek­ta­bel und wür­de­voll wir­ken.

ger­hardt war beim un­aus­weich­li­chen trit­tin-bas­hing vor­sich­ti­ger als die het­zer von der CDU, der CSU und dem spie­gel on­line. er nennt trit­tin ein­fach „un­barm­her­zig“. wenn freun­de in der not wä­ren, dür­fe man nicht sa­gen „du bist selbst schuld.“ dass trit­tin so un­bar­her­zig sei, wäre auch der be­weis das die grü­nen kei­ne wer­te hät­ten, kei­ne wer­te wie die fdp, die eine „wer­te-po­li­tik“ be­trei­ben möch­te.

ei­nen lap­sus leis­tet sich ger­hardt auch noch, als er von der ame­ri­ka­ni­schen „ad­mi­nis­tra­ti­on“ re­det aber die ame­ri­ka­ni­sche re­gie­rung meint. ein aus­sen­mi­nis­ter der ver­wal­tung und re­gie­rung nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann? wahr­schein­lich sagt der möch­te-gern-aus­sen­mi­nis­ter auch „der blog“. ok, ge­nug ge­klug­ge­schis­sen.

wen­den wir uns wie­der der pres­se zu. eine ein­schät­zung die ich eben auf­schni-schna-schnapp­te:

das ist der gip­fel der lan­ge­wei­le. frü­her stan­den sie in scha­ren um möl­le­mann rum. jetzt ste­hen sie ein­fach rum.

auch die ab­nei­gung ge­gen pie­per ist in der pres­se-lounge of­fen­bar weit ver­brei­tet: „was die pie­per re­det wie­der? mach mal ei­ner den fern­se­her lei­ser!“

bet­ti­na schaus­ten sah heu­te nicht so zau­ber­haft aus wie letz­te wo­che bei der cdu und der csu. eher über­näch­tigt und un­aus­ge­schla­fen. da­für hat sie mich ein­mal ver­wirrt an­ge­guckt. das ist ja auch was. das wer­de ich das nächs­te mal, wenn ich sie im fern­se­hen an­schaue auch ma­chen.

vor zwei stun­den kam ein äl­te­rer herr, lamb­s­dorff-style mit et­was mehr haa­ren, in die pres­se-lounge, setz­te sich vor ei­ni­ger zeit an ir­gend­ei­nen rech­ner und surf­te dar­auf wie ein wil­der rum. die kol­le­gin de­ren rech­ner das war, fand das als sie wie­der­kam nicht so doll. der alte blieb aber ganz cool, wun­der­te sich ein biss­chen rum und sag­te als er auf­stand und den rech­ner frei­gab: „sor­ry üb­ri­gens“.

an­bei noch drei su­per li­be­ra­le zia­ta­te:

  • „mit der zwei­ten wählt man bes­ser.“ dirk nie­bel
  • „rot-grü­nes for­mu­lar gu­lasch.“ rai­ner brü­der­le
  • „je­der kann in mei­ne home­page ge­hen.“ her­man-otto-solms


vom fdp-par­tei­tag: „stim­mungs­ge­la­de­ner par­tei­tag“ (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

der par­tei­tag er­öff­net sich. auf dem weg zum ple­num be­kommt man par­füm­pro­ben, si­li­kon­arm­bänd­chen („frei­heit und ver­ant­wor­tung“) und ein flug­blatt von den jun­gen li­be­ra­len („fre­che frei­heit“). im saal sieht man vie­le jun­ge men­schen de­nen eine gros­se kar­rie­re be­vor­steht. ent­spre­chend klei­den sie sich auch. man sieht auch vie­le äl­te­re men­schen die so aus­zu­se­hen ver­su­chen, als ob sie eine gros­se kar­rie­re hin­ter sich hät­ten. aus­ser­dem sieht man vie­le leu­te die aus­se­hen wie jour­na­lis­ten, an­geb­lich so vie­le wie noch nie.

ir­gend­ei­ne schnarch­na­se mit ei­ner schnarch­stim­me be­grüsst schnar­chig alle de­le­gier­ten und wie­der­holt man­tra­ar­tig für alle bun­des­län­der und spe­cial-in­te­rest-grup­pen die for­mel „wir be­grüs­sen die par­tei­freun­de und par­tei­freun­de aus ir­gend­wo­her die ge­kom­men sind, um mit uns für den neu­an­fang zu kämp­fen.“ da­nach be­grüsst er das par­tei­prä­si­di­um, ver­gisst aber dies­mal die zwan­zig­fach wie­der­hol­te for­mel „die mit uns für den neu­an­fang kämp­fen“. jetzt geht die dral­le ans mi­kro. neue fri­sur, ein paar kilo dazu, aber im­mer noch kei­nen re­den­schrei­ber: „lie­be par­tei­freun­de und par­tei­freun­de.“ die sa­gen das wirk­lich alle so bei der fdp. nicht „lie­be par­tei­freun­din­nen und par­tei­freun­de“. ist das so ne art pc-bas­hing? bin ich taub? oder nu­scheln die dral­le und die schnarch­na­se?

jetzt fällt mir auch ein wie die dral­le heisst; pie­per. ein paar jour­na­lis­ten hier in der pres­se­lounge la­chen sie ge­ra­de aus. wie­der ver­ste­he ich nicht ge­nau war­um. ich ahne es, ihre stim­me ist un­er­träg­lich, über­schlägt sich stän­dig und sie hat ihre rede of­fen­bar selbst ge­schrie­ben („das ist doch was wir brau­chen, wir brau­chen eine vor­rei­ter­rol­le“). jetzt nennt sie mün­te­fe­ring „mün­tel­fe­ring“. und pie­pert und stot­tert sich wei­ter durch ihre rede: „wir brau­chen mehr ar­beit!“ — aha. ganz klar. die fdp fühlt sich nicht ganz aus­ge­las­tet. ha­ben die nicht alle ne kanz­lei oder ne pra­xis zum mehr ar­bei­ten? ich ver­steh das al­les nicht. was wol­len die ei­gent­lich?

ach ja freu­en auf mehr ar­beit und für den neu­an­fang kämp­fen.


vom fdp-par­tei­tag: fdp-bü­ro­kra­tie

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

die par­tei des „bü­ro­kra­tie-ab­baus“ („wir ma­chen's ein­fa­cher!“) und der kur­zen wege, also die fdp, ist im um­gang mit un­ver­trau­tem sehr, sehr kom­pli­ziert. die fdp war die ein­zi­ge par­tei die ein kurz pro­fil von mir an­for­der­te, wer ich denn sei, der da von ih­rem par­tei­tag blog­gen wol­le.

aus dem büro von hans-joa­chim otto hiess es zwar gleich „die Ak­kre­di­tie­rung ei­nes Wahl­blog/Blogg.de - Blog­gers stellt aus der Sicht Herrn Ot­tos kein Pro­blem dar.“, aber selbst ein an­ruf („nein, ich habe kei­nen pres­se­aus­weis“ - „oh. das wird kom­pli­ziert“) aus dem büro otto schien das pro­blem ak­kre­di­tie­rung ohne pres­se­aus­weis nicht ab­schlies­send zu klä­ren. ich habe aus dem büro otto nie wie­der et­was ge­hört und be­fürch­te­te das schlimms­te.

nicht ganz zu un­recht. der pres­se­schal­ter war nur mit pres­se­aus­weis zu er­rei­chen, ich muss­te von ei­ner freund­li­chen fdp-frau dort­hin be­glei­tet wer­den. auch an­ge­mel­det war ich nicht („das hät­ten sie selbst ma­chen müs­sen“ - „das hät­ten sie mir auch sa­gen kön­nen.“). zum glück sieg­te die ku­lanz und ich be­kam mein blau­es band der freund­schaft (zwi­schen fdp und pres­se) auch so.

kurz: die fdp ist zwar ku­lant und wohl­wol­lend, aber beim bü­ro­kra­tie-ab­bau ste­hen of­fen­bar noch ein paar ver­krus­te­te, durch­bü­ro­krta­ti­sier­te struk­tu­ren im weg. macht ja nix, sind ja noch 7 tage zeit um sich „durch­zu­or­ga­ni­sie­ren“.

leicht ver­peilt sind hier auch mal wie­der die kol­le­gen von der or­dent­li­chen pres­se. hier liegt in der pres­se­lounge ganz viel RJ45 ge­ka­bel rum, dar­in herr­li­che schnel­les in­ter­net mit dhcp und al­len schi­ka­nen. an­statt sich zu freu­en me­ckern die pres­se­fuz­zis:

  • das ist kein isdn!

  • was soll das denn sein?

  • schon wie­der der fal­sche ste­cker!

  • has­te so­was schon­mal in dei­nen com­pu­ter rein­ge­steckt?

nie­man­den kann man es recht ma­chen. und jetzt erst­mal nen kaf­fee. mein power­book wer­de ich trotz mei­ner ve­ri­ta­blen pa­ra­noia mal in der pres­se­lounge ste­hen las­sen, denn die kol­le­gen von der pres­se ver­trau­en sich auch. un­glaub­lich, ARD und bild­zei­tungs­re­por­ter (nur mal so als bei­spiel) ver­trau­en sich und las­sen ihre lap­tops ein­fach rum­ste­hen! also wer­de ich de­nen auch mal trau­en. wenn ich mich nicht mehr mel­de, wis­sen wir, dass der pres­se doch nicht zu trau­en ist.