alles

mer­kel kann lä­cheln, schrö­der kann stot­tern

felix schwenzel

ich hat­te das ge­fühl da plau­dern zwei leu­te die mehr ge­mein­sam ha­ben als sie trennt. oft hör­te man von bei­den, wie bei ei­nem al­ten ehe­paar: „das ha­ben wir ge­mein­sam ge­macht.“ ent­we­der hat die mer­kel krei­de ge­fres­sen oder ich habe noch zu viel von stoi­bers ge­krei­sche im ohr, so dass ich fast über­rascht war von mer­kels mo­de­ra­ten po­si­tio­nen. ich hat­te im­mer wie­der das ge­fühl das beim du­ell mer­kel ge­gen schrö­der kei­ne all­zu gros­se po­la­ri­sie­rung statt­fand. in­so­fern hat schrö­der das du­ell klar ver­lo­ren. sei­ne kri­tik an mer­kel griff nur ein­mal bei­na­he, als er ihr vor­warf eine un­so­zia­le po­li­tik zu ver­tre­ten. ich moch­te die mer­kel nie be­son­ders, die po­li­tik der uni­on erst recht nicht, aber mer­kel bot schrö­der kei­nen rich­ti­gen an­griffs­punkt und kon­ter­te sei­ne an­grif­fe meist über­ra­schend sou­ve­rän und gut vor­be­rei­tet.

der ver­spre­cher des abends kam von dem ex-zdf, jetzt sat1-ty­pen: „noch­mal nach­ge­fragt bei ih­nen, frau kirch­hof.“ schön war auch der dia­log zwi­schen mer­kel und schrö­der wo denn ein zi­tat von paul kirch­of her­kä­me:

- das zi­tat stammt aus ei­nem vor­wort.
- das ist aus ei­nem in­ter­view!
- nein, das ist aus ei­nem vor­wort.
- in­ter­view!

ins­ge­samt wirk­te schrö­der ner­vö­ser und fah­ri­ger als ich er­war­tet habe, er stam­mel­te ein paar mal, wirk­te stel­len­wei­se so­gar ag­gre­siv und alt­klug. mer­kel war viel ru­hi­ger und ge­las­se­ner als ich er­war­tet hät­te, ihre ar­gu­men­te, auch wenn ich sie nicht tei­le, wa­ren teil­wei­se so­gar über­zeu­gen­der als die schrö­ders. an­ge­nehm auch, dass mer­kel nicht stän­dig so ko­misch mit dem kopf wa­ckelt wie stoi­ber vor 3 jah­ren. im ge­gen­teil zu stoi­ber schaff­te sie es auch ab und zu sou­ve­rän zu gu­cken und ih­rem geg­ner ins ge­sicht.

bei den mo­de­ra­to­ren hat pe­ter klöp­pel ge­won­nen. der konn­te sich zwar ge­gen nie­man­den durch­set­zen, aber mit ab­stand am wich­tigs­ten und staats­tra­gends­ten gu­cken.

[bild­quel­le]

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geis­tig-mo­ra­li­sche wen­de

felix schwenzel

schon irre. heut­zu­ta­ge wird man ja schon an­ti­ame­ri­ka­nisch ge­nannt, wenn man ge­or­ge w. bush nicht min­des­tens ein­mal pro wo­che (öf­fent­lich) als den gröss­ten und klügs­ten füh­rer der west­li­chen welt be­zeich­net. auch mensch­lich­keit, mit­ge­fühl und an­stand kann man heut­zu­ta­ge nur für sich in an­spruch neh­men, wenn man be­dau­ern und mit­ge­fühl schrift­lich und im vor­aus aus­drückt. an­sons­ten muss man „weg“.

so ist das in her­auf­zie­hen­den zei­ten von „an­stand und ehr­lich­keit“. ehr­lich und an­stän­dig ist, was mir im wahl­kampf hilft.


po­li­tik­mü­dig­keits­blog­gen

felix schwenzel

  • eben kam aus mei­ner zahn­pas­ta­tu­be eine bla­se als ich die zahn­pas­ta­res­te auf mei­ne zahn­bürs­te drück­te. sie flog 4 se­kun­den in rich­tung ba­de­zim­mer­schrank und zer­plat­ze dann in der luft. eine el­mex­bla­se.
  • den kol­le­gen [von der ra­dio-tan­te] vom nie­der­län­di­schen ra­dio habe ich auf al­len par­tei­ta­gen ge­se­hen, nur nicht beim csu-par­tei­tag.
  • heu­te bin ich we­gen aku­ter po­li­tik­mü­dig­keit bis un­ge­fähr drei uhr im bett ge­blie­ben. trotz­dem phoe­nix ge­guckt. nicht schlecht ei­nen par­tei­tag im dem fern­se­her zu ver­fol­gen. als stoi­ber all­ler­dings für eine laue run­de ap­plaus die fak­ten­la­ge ge­nau­so ver­bog wie spie­gel-on­line um trit­tin ab­zu­wat­schen (sich aber in wahr­heit selbst ins knie zu fi­cken) bin ich wie­der ein­ge­schla­fen.
  • drei „jun­ge welt“-re­dak­teur­te ha­ben bei der letz­ten bun­des­tags­wahl stoi­ber ge­wählt, ei­ner da­von nach ei­ge­ner aus­sa­ge „im af­fekt“.
  • schei­tern macht spass.
  • stoi­ber riecht wirk­lich ger­ne an sei­nem zei­ge­fin­ger. stän­dig.
  • mer­kel nann­te den spd-par­tei­tag laut ta­ges­spie­gel vom 2.9.2005 eine ver­an­stal­tung der „ver­gan­gen­heit“. rr­rich­tii­isch! der csu-par­tei­tag ist seit heu­te nach­mit­tag üb­ri­gens auch eine ver­an­stal­tung der ver­gan­gen­heit, is näm­lich vor­bei jetzt.


nach­träg­lich vom csu-par­tei­tag: me­ta, me­ta, me­ta (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

so ein par­tei­tag ist ku­lis­se. ku­lis­se für re­den, phra­sen und selbst­dar­stel­lung, ku­lis­se und ge­le­gen­heit po­li­ti­ker zu in­ter­view­en, zu fil­men und zu fo­to­gra­fie­ren. ku­lis­se und ge­le­gen­heit für jour­na­lis­ten sich zu pro­fi­lie­ren, an­de­re jour­na­lis­ten zu tref­fen („net­wor­ken“), an­zu­bag­gern und nach hin­ter­grund­ge­sprä­chen oder ho­tel­bar-ex­zes­sen zu pim­pern. die in­dus­trie baut mes­se­stän­de auf und in­for­miert, be­zahlt die pres­se­füt­te­rung und prä­sen­tiert oder ver­schenkt die ei­ge­nen pro­duk­te. heu­te war der par­tei­tag, den ich ja be­ob­ach­ten soll­te, auch noch ku­lis­se für eine be­ob­ach­tung des be­ob­ach­ters. han­na grab­be, die „ra­dio-tan­te“, von bay­ern2 wur­de von ih­rer re­dak­ti­on (zünd­funk) dazu ver­don­nert ei­nen sie­ben-mi­nu­ten-bei­trag über mich als par­tei­tags­blog­ger zu ma­chen (sen­de­ter­min: mon­tag, 5. sep­tem­ber, ir­gend­wann zwi­schen 19 und 20 uhr auf bay­ern2). ich wie­der­rum blog­ge über sie, wie sie mich be­ob­ach­tet hat — wenn das mal kein me­ta­blog­gen ist, meta-meta gar.

die dame war bes­tens vor­be­rei­tet, hat­te sich gut ein­ge­le­sen und so­gar aus­dru­cke von dem zeug was ich schrob da­bei — und sie war furcht­bar nett. trotz­dem stürz­te sie mich in eine tie­fe sinn­kri­se. durch ihr be­haar­li­ches und be­rech­tig­tes fra­gen nach dem war­um, war­um ich blog­ge, war­um ich von par­tei­ta­gen blog­ge, war­um ich so schrei­be wie ich schrei­be, habe ich, je län­ger ich dar­über nach­den­ke, kei­ne ant­wor­ten. habe ich eine auf­ga­be, hat das ei­nen sinn, habe ich ei­nen an­spruch und wenn ja wel­chen? im vor­feld habe ich mich ja vor­sorg­lich von je­dem an­spruch frei ge­macht, jeg­li­chen sinn und an­spruch mei­nes tuns auf den par­tei­ta­gen ge­leug­net, mich ge­wei­gert auch nur an­satz­wei­se jour­na­lis­ti­sche mas­stä­be an mich an­le­gen zu las­sen.

das ist ja auch ok, so­lan­ge man ins stil­le stüb­chen bloggt, in klein blogg­dings rum­bloggt. aber wenn dann die pres­se­fuz­zis kom­men und ei­nen auf ir­gend­ei­ne beu­teu­tungs­ebe­ne he­ben in­dem sie über ei­nen be­rich­ten, dann geht die un­be­küm­mert­heit doch ir­gend­wie ver­lo­ren. ich muss mich (zu recht) fra­gen las­sen wel­che mas­stä­be ich beim schrei­ben an­le­ge, wel­ches selbst­ver­ständ­niss ich habe und ob ich be­reit bin ver­ant­wor­tung zu tra­gen für die re­geln die ich — be­wusst oder un­be­wusst — bre­che (oder auch nicht).

mei­ne ins dunk­le ge­stell­ten rhe­to­ri­schen fra­gen lau­fen alle auf die gute alte re­le­vanz-fra­ge zu, der ich ei­gent­lich ein­fach aus dem weg ge­hen woll­te. wel­che re­le­vanz hat das blog­dings, heu­te oder in ein paar jah­ren? wo po­si­tio­nie­ren sich die blog­ger, wel­che ge­sell­schaft­li­che po­si­ti­on wol­len sie ein­neh­men?

nur — ein viel bes­se­res bei­spiel als mein/un­ser teil­wei­se sinn­be­frei­tes par­tei­tags­ge­b­log­ge, ist jörg-olafs fleiss­ar­beit scoop bei laut­ge­ben.de. die­ser ar­ti­kel zeigt wo die blog­dings-rei­se zu­künf­tig in sa­chen re­le­vanz und ein­fluss hin­ge­hen kann. des­halb, lie­be pres­se-fuz­zis, schmeisst euch an jörg-olaf ran und lasst mich am sonn­tag wie­der in ruhe und un­be­ob­ach­tet ir­rele­van­tes zeug vom fdp-par­tei­tag blog­gen. ge­nau­so hohl und beu­deu­tungs­leer wie die hoh­len wort­hül­sen und ab­sichts­er­klä­run­gen die mir vom red­ner­pult aus ent­ge­gen­ge­schleu­dert wer­den. an­ders aus­ge­drückt: die mu­sik spielt nicht auf par­tei­ta­gen, son­dern ganz wo­an­ders hier. eat that, taz, ta­ges­spie­gel oder ber­li­ner zei­tung (aber am mon­tag abend trotz­dem nicht ver­ges­sen bay­ern2 zu hö­ren). ich gehe ab nächs­ter wo­che eh wie­der in mein stil­les stüb­chen zu­rück und iche von dort aus wei­ter.


nach­träg­lich vom csu-par­tei­tag: ju­bel­per­ser (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

in der faz steht heu­te ein ar­ti­kel von jo­han­nes leit­häu­ser, über­ti­telt „In drei Wel­len“:

An­geb­lich sind un­ter­des­sen knapp 20 000 mög­li­che Mit­strei­ter des „TeAMs“ re­gis­triert. Sie hat­ten ih­ren au­gen­fäl­ligs­ten Ein­satz am Par­tei­tags­sonn­tag der CDU in dewr Dort­mun­der West­fa­len­hal­le, wo meh­re­re 1000 von ih­nen das Ge­rüst der oran­gen­far­be­nen Ju­bel­ku­lis­se bil­de­ten, sie sind aber auch bei al­len grö­ße­ren öf­fent­li­chen Auf­trit­ten der Kanz­ler­kan­di­ta­tin und an­de­rer CDU-Spit­zen­po­li­ti­uker prä­sent, schir­men sie bei ih­rem Ein­zug auf öf­fent­li­chen Plät­zen ab und ver­su­chen ge­zielt und vor­be­rei­tet, die er­war­te­ten Stör­at­ta­cken von Ak­ti­vis­ten der Links­par­tei oder an­de­rer In­itia­ti­ven ein­zu­däm­men.

die­se CDU/TeAM ju­bel­per­ser (ich be­nut­ze das wort im­mer lie­ber, im­mer wenn ich es sage, grinst mich mein ge­gen­über an) sind heu­te nicht da. es ist auch kein oran­ge zu se­hen. auch kei­ne ro­ten tep­pi­che. die ver­an­stal­tung ist recht über­sicht­lich und kom­plett in blau ge­hal­ten, so­gar das blu­men­was­ser ist blau ein­ge­färbt. in der hall­le im ple­num sind ca. 30 sitz­rei­hen, ge­füllt mit de­le­gier­te, da­hin­ter ein paar gäs­te, da­hin­ter wie­der­um, oben auf ei­ner tri­bü­ne, die fern­seh­sen­der. vor­ne re­den baye­ri­sche po­li­ti­ker und die de­le­gier­ten wer­den wie bei der bahn, von 1 euro-job­bern die mit wä­gel­chen durch die gän­ge fah­ren, ge­füt­tert.

ins­ge­samt hat man das ge­fühl ei­ner fa­mi­liä­ren ver­an­stal­tung bei­zu­woh­nen. man kennt sich halt. klein, über­sicht­lich, ge­müt­lich. hier muss kei­ner frem­deln.

im­mer wie­der fragt mich die ra­dio-tan­te nach mei­ner mo­ti­va­ti­on. war­um ich hier­her ge­fah­ren bin. war­um ich blog­ge, war­um ich par­tei­tags­blog­ge. recht hat sie. es ist völ­lig un­ver­ständ­lich, war­um ein gut­au­se­hen­der typ wie ich an ei­nem sol­chen tag nicht ins frei­bad geht oder ins kino. nun, zum the­ma frei­bad ist die ant­wort na­tür­lich leicht, im frei­bad mit ei­nem kom­pres­si­ons­strumpf rum­zu­lau­fen ist näm­lich eher pein­lich, auf par­tei­ta­gen, zu­dem ei­nem der csu, fällt man da­mit kaum auf.

war­um also auf par­tei­ta­ge fah­ren? bin ich po­li­tisch? sind par­tei­ta­ge po­li­tisch? wel­chen sinn hat ein par­tei­tag? ich hat­te ja be­reits beim links­par­tei­tag ge­mut­masst, dass es aus­schliess­lich um „wort­pro­duk­ti­on“ geht. mitt­ler­wei­le bin ich aber zur über­zeu­gung ge­kom­men, dass par­tei­ta­ge eine art selbst­re­fe­ren­zi­el­le end­los­schlei­fe sind. zu­gleich sind sie eine ar­beits­be­schaf­fungs­mass­nah­me ers­ter güte, für „event­agen­tu­ren“, ver­an­stal­tungs­or­te, fern­seh­sen­der und jour­na­lis­ten. und na­tür­lich für blog­ger.

auf so ei­nem par­tei­tag ver­si­chern sich leu­te die sich gut fin­den, dass sie sich gut fin­den. sie le­gi­ti­mie­ren sich in mehr oder we­ni­ger auf­we­ni­gen le­gi­ti­ma­ti­ons­ver­fah­ren die sie sich vor­her aus­ge­dacht ha­ben. da­bei be­ob­ach­ten und ap­plau­die­ren sie sich ge­gen­sei­tig und wer­den auch „von aus­sen“ hef­tig be­ob­ach­tet. man­che leu­te die das sich-ge­gen­sei­tig-gut­fin­den be­ob­ach­ten wer­den wie­der­um be­ob­ach­tet und ge­fragt was sie denn da be­ob­ach­tet hät­ten. wer die bes­ten wor­te fin­det hat ge­won­nen und kommt mit die­sen wor­ten auch ins fern­se­hen oder die zei­tung. ju­riert wer­den die wor­te von be­ob­ach­tern auf der tri­bü­ne. wer vie­le gute wor­te hat und da­mit am ende oft ge­nug ins fern­se­hen kommt (und so „die the­men“ set­zen kann) wird am ende kanz­ler. oder kanz­le­rin.

das ist al­les ein gros­ses und un­glaub­lich auf­wen­di­ges spiel, von dem man nur ganz we­ni­ge, klei­ne tei­le sieht. um po­li­tik geht es nicht wirk­lich. es geht um stim­mung, um die in­sze­nie­rung, um bil­der, um ges­ten und sym­bo­le.

ich gebe zu, ich habe den re­den nicht all­zu auf­merk­sam zu­ge­hört, räus­per, kann ich ja mor­gen in der zei­tung nach­le­sen. nur als die mer­kel sprach bin ich ein­mal ganz nah an sie (und die füh­rungs­rie­ge der csu) ran­ge­gan­gen. an­ge­la mer­kel hat ganz klei­ne füs­se die hin­ten ein biss­chen auf­ge­bockt sind, da­mit die bei­ne län­ger wir­ken. sie trug (wie­der) was rosa/flie­der/oran­gi­ges und re­det er­staun­lich flüs­sig, in ge­nau der rich­ti­gen laut­stär­ke, mit fes­ter stim­me, die nicht so kei­fig, schrill und auf­ge­regt rü­ber­kommt wie bei man­chen spd- oder pds-po­li­ti­kern. ko­misch. ich emp­fin­de sym­pa­thie. sie wirkt sym­pa­thisch wie sich ei­nen ab­grinst als sie den saal mit ei­ner kirch­hof-schmä­hungs-re­tour­kut­sche an schrö­der zum bro­deln bringt. sie freut sich! das ist nicht das müh­sam an­trai­nier­te ich-will-noch-fröh­li­cher-wer­den-grin­sen das ich letzt­lich stän­dig im fern­se­hen sah. das ist ech­te freu­de.

über­haupt. die stim­mung. cdu und csu strah­len sie­ges­ge­wiss­heit und selbst­be­wusst­sein aus. auch wenn ich über­all las, dass schrö­der die ge­nos­sen (und ge­nos­si­nen) mit sei­ner rede „mit­riss und eu­pho­ri­sier­te“, ge­gen die stim­mung bei den uni­ons-par­tei­ta­gen war der spd-par­tei­tag eine trau­er­ver­an­stal­tung ganz furcht­bar sach­lich. im her­zen ha­ben die an­hän­ger der uni­on die wahl schon ge­won­nen. ich kann mir vor­stel­len, stoi­ber macht heu­te abend wie­der mal ein glas sekt auf. ich fra­ge mich ob schrö­der, wenn er bald ins fern­se­hen kommt, noch ir­gend­ein ru­der her­um­wer­fen kann. die spd (nicht schrö­der) wirkt müde, cdu und csu hin­ge­gen wir­ken un­glaub­lich eu­pho­ri­si­ert und selbst­be­wusst und set­zen auch noch die the­men.


vom csu-par­tei­tag: ix im ra­dio, live on tape (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

die ra­dio-tan­te hat mich eben in der pres­se­lounge ge­fun­den. wir ha­ben uns eine wei­le un­ter­hal­ten, über mein lieb­lings­the­ma, mich. dann der schock, sie will mir die gan­ze zeit über fol­gen. wie soll ich so ar­bei­ten? glück­li­cher­wei­se muss ich nicht ar­bei­ten, nur blog­gen. ich muss jetzt also im­mer er­klä­ren was ich ma­che und das kommt dann im ra­dio.

in der hal­le wur­den eben die ju­bel­per­ser an­ge­heizt. eine blon­di­ne (al­les voll mit blon­di­nen hier, doo) von sat1 ver­sucht das: „und jetzt ge­ben sie al­les.“ jetzt kommt eine „pop­pi­ge“ ver­si­on der bay­ern-hym­ne. supa.

wo war ich? ach­ja in der hall­le. was mir auf­fällt: wie bei der links­par­tei wer­den die de­le­gier­ten, die gäs­te und die jour­an­lis­ten nicht ge­trennt auf­be­wahrt, alle lau­fen ge­mischt durch die hal­le (das habe ich eben auch schon im ra­dio ge­sagt). was ich auch eben im ra­dio ge­sagt habe; der glos beck­stein ist ein lie­ber on­kel. zu­min­dest wenn man schräg vor ihm steht, 20 ka­me­ras auf ihn ge­rich­tet sind und hin­ter ei­nem eine gross­bild­lein­wand ist. dann grinst der näm­lich ganz su­per freund­lich und man kann sich ein­bil­den er grinst ei­nen an.

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jetzt re­det der herr söder. statt zu kom­men­tie­ren was er re­det („gerd-show ist bald zu­en­de“, „wech­sel“, „blah“) link ich mal auf den herrn ros­si, der hat den herrn söder bes­tens por­trai­tiert. han­na (vom ra­dio) ist ge­ra­de aufs klo ge­gan­gen. jetzt kann ich den scheiss end­lich on­line stel­len ohne die gan­ze zeit da­bei zu re­den.


csu-par­tei­tag: fahrt nach nürn­berg

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich fah­re nach nürn­berg. dort holt mich eine dame die für ir­gend­ein ra­dio ar­bei­tet vom bahn­hof ab. mal gu­cken ob ich sie er­ken­ne:

bin so ne gro­ße blon­de evtl. mit pseu­do-gra­fik­de­si­gner­bril­le.

die da­men und her­ren von der pres­se ha­ben den spei­se­wa­gen ge­en­tert. der eine ver­sucht sei­nen be­ruf durch ein laut­stark ge­führ­tes ge­spräch auch dem dümms­ten spei­se­wa­gen­be­nut­zer klar zu ma­chen. der typ la­bert die ihm ge­gen­über­sit­zen­de blon­di­ne eis­kalt tot. spä­ter liest er ihr sei­ne lieb­lings­zi­ta­te aus der zei­tung vor. mei­ner be­sch­ei­de­nen mei­nung nach et­was zu laut. ein­wür­fe kann sie nur ma­chen, wenn er ab­ge­lenkt ist und über sei­ne ei­ge­nen witz­chen lacht. ein an­de­rer ar­bei­tet sich durch 7 ta­ges­zei­tun­gen. der typ ne­ben mir, trinkt weiss­wein und hus­tet lun­gen­res­te in sein stoff­ta­schen­tuch. rechts sitzt auch ein spacko im an­zug mit turn­schu­hen, wie ich. er ist al­ler­dings noch ne num­mer coo­ler als ich und früh­stückt mit son­nen­bril­le.

mitt­ler­wei­le bin ich in nürn­berg, auf dem mes­se­ge­län­de, hier gibts auch wlan, von der te­le­kom. ich kauf mal zur si­cher­heit ne stun­de für 9 euro, falls ich den herrn fre­se­ni­us nicht fin­de oder eine dose wo ich mein an­ti­kes ether­net­ka­bel mit RJ45 buch­se an­schlies­sen kann.

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die blon­di­ne vom ra­dio will mich jetzt um vier­tel vor drei am ein­gang tref­fen. eine brü­net­te ver­sucht ge­ra­de mit ih­rem lap­top über die be­reit­ge­stell­ten te­le­fon­do­sen ins in­ter­net zu kom­men. der te­le­kom­tech­ni­ker hat pipi-lang­strumpf als klin­gel­ton. was ist bloss mit der pres­se los? ha­ben die noch nie was von wlan ge­hört? umts? ich guck mal was das buf­fet her­gibt. bil­der dem­nächst in die­sem flickr-set.


csu par­tei­tags­ge­b­log­ge

felix schwenzel , teil der sammlung: #wahl05

eben in nürn­berg an­ge­kom­men, die „gros­se blon­di­ne mit pseu­do-gra­fik­de­si­gner­bril­le“ vom ra­dio hat sich mit ih­ren zü­gen ver­tan und mich des­halb nicht vom bahn­hof ab­ge­holt.

wlan gibts, al­ler­dings teu­res, mal gu­cken ob ich den herrn fre­se­ni­us noch fin­de, der mir wired lan ver­spro­chen hat. dem­nächst mehr auf wahl­blog.de.

[nach­trag]


nach­trag 06.08.2026 aus mei­ner fo­to­me­dia­thek:



das nbi in der kul­tur­braue­rei zockt pfand ab

felix schwenzel

ok. ich gebe zu, es ist schon ei­gen­ar­tig, wenn drei mild adi­pö­se blog­ger 5 euro ein­tritt für eine ver­an­stal­tung im nbi in der kul­tur­braue­rei be­zah­len um sich dann nach draus­sen, auf die ter­ras­se zu set­zen und dort nach und nach, von 9 bis 12 uhr ins­ge­samt 12 bier trin­ken. dass die­se bier je­weils mit 50 cent pfand be­legt sind ist ja ok, wenn aber dann die spa­cki­ge be­die­nung sich um 24 uhr wei­gert das pfand wie­der her­aus­zu­ge­ben, weil das bier seit 30 mi­nu­ten ohne pfand aus­ge­ge­ben wird, dann ist mir das ehr­lich­ge­sagt zu blöd mich mit ei­nem blon­den voll­pfos­ten auf eine dis­kus­si­on ein­zu­las­sen, war­um sie mir nicht „al­les“ zu­rück­ge­ben „kann“. da sie sich mit ih­rer vor­ge­set­zen ab­sprach, gehe ich da­von aus dass es nicht nur an der dumm­heit der be­die­nung lag, son­dern dass das nbi ein ve­ri­ta­bler saft­la­den ist.

er­freu­lich fand ich es hin­ge­gen, beim ge­hen von ei­nem faz re­dak­teur mei­ne wä­sche­klam­mer auf die nase ge­steckt be­kom­men zu ha­ben und aus­ser­dem frau pas­sig vor­ge­stellt ge­wor­den zu sein.


vom spd-par­tei­tag: „die spd hat im in­ter­net die na­se vorn“ (teil 6)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich habe es be­fürch­tet. die ver­an­stal­tung wur­de furcht­bar selbst­be­schau­lich. nicht nur dass ich eben fast 45 mi­nu­ten mit ei­ner jour­na­lis­tin vom ta­ges­spie­gel sprach (also ein in­ter­view) die hier un­ter schreck­li­chen ar­beits­be­din­gun­gen ar­bei­ten muss: ganz ohne on­line zu­gang! so muss­te ich ihr al­les er­zäh­len was ich un­ter mü­hen for­mu­liert, auf­ge­schrie­ben und ge­bloggt habe. ich muss­te mich selbst er­klä­ren. wer mich kennt, weiss wel­che qua­len ich durch­leb­te. dann war die gute frau auch ein biss­chen in hek­tik, denn bis um halb fünf müs­se ihr ar­ti­kel fer­tig sein. mal schaun was die dame, ich nen­ne sie mal off­line­la­dy, mor­gen in den ta­ges­spie­gel rein­schreibt.

ein an­de­rer blog­ger hat­te ein rtl2 fern­seh­team da­bei, das ihn auf schritt und tritt be­glei­te­te.

der par­tei­tag rausch­te an mir vor­bei. hän­gen blieb der ein­druck ei­ner staub­tro­cke­nen ver­an­stal­tung be­ge­wohnt zu ha­ben. da war selbst der links­par­tei­tag lei­den­schaft­li­cher und emo­tio­na­ler. der un­ter­schied be­stand im we­sent­li­chen in der grös­se, der an­zahl an­we­sen­der jour­na­lis­ten und gäs­te (bei der spd wa­ren es ein paar mehr). der par­tei­tag wur­de ein­ge­läu­tet von ein paar ak­kus­tisch und in­halt­lich kaum zu er­tra­gen­den schrei­häl­sen red­nern, fand sei­nen flau­en hö­he­punkt in schrö­ders rede (die laut mit­ge­hör­tem jour­na­lis­ten­ge­spräch an­dert­halb stun­den dau­er­te und 12 mi­nu­ten ap­plaus ern­te­te). nach schrö­ders rede stürm­te der hal­be saal nach draus­sen und schwang sich ans buf­fet. ich auch. ich wur­de mit mei­nem tel­ler straf­reis mit hüh­ner­fri­ka­sse fast vom pan­zer über­fah­ren. an den steh­ti­schen im pres­se­zen­trum wur­de ein biss­chen ge­fach­sim­pelt („län­ger als sonst hat er ge­re­det“) und al­ko­hol­frei­es ge­trun­ken. die spd mu­tet es den zah­len­den par­tei­mit­glie­dern of­fen­bar nicht zu den al­ko­ho­lis­mus der an­we­sen­den pres­se mit ih­ren bei­trags­gel­dern zu un­ter­stüt­zen. sau­fen ja, aber nur auf ei­ge­ne kos­ten (da fällt mir, ich weiss nicht war­um, rütt­gers ein: „ehr­lich­keit und an­stand!“). mün­te­fe­ring hielt eine gute rede, schnapp­te ich ir­gend­wo auf. nur woll­te kaum ei­ner zu­hö­ren. am ende, als eine berg­mannn­ka­pel­le rumsang, sass kaum noch ei­ner im saal, die paar die noch da wa­ren, stan­den und rie­fen, so hör­te ich es von ganz hin­ten im saal: „schrö­der du weich­ei.“ se­bas­ti­an rei­chel, der on­line­wahl­kampf­ko­or­di­na­tor der sich um uns blog­ger küm­mer­te, ant­wor­te­te mir, auf auf mei­ne fra­ge war­um die spd­ler denn so­was sa­gen, dass sie „schrö­der für deutsch­land“ rie­fen. ach­so.

auch die ein­ge­la­de­nen weich­ei­erpro­fi­lier­ten blog­ger“ mach­ten früh fei­er­abend, die off­line­la­dy schrieb an ih­rem ar­ti­kel für mor­gen und all­le pack­ten lang­sam zu­sam­men.

der par­tei­tag schlug, mei­ner be­sch­ei­de­nen mei­nung nach, wie eine tro­cke­ne staub­bom­be ein.



vom spd-par­tei­tag: csu-con­tent (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich habe eben, hier auf der pres­se­tri­bü­ne des spd-par­tei­ta­ges eine email von to­bi­as fre­se­ni­us be­kom­men. der bloggt, glau­be ich, für die csu und hat auf mei­nen vor­wurf die csu habe zwar lap­tops, aber kein in­ter­net ge­ant­wor­tet: „Über­zeugt Euch vom Ge­gen­teil: Die CSU ver­fügt über Lap­tops und In­ter­net!“

da ich das als ein­la­dung auf­ge­fasst habe, habe ich mich für den csu-par­tei­tag in nürn­berg ak­kre­di­tiert — aus­drück­lich als blog­ger und nicht als jour­na­list — und um wlan-zu­gang ge­be­ten. die ant­wort spricht bän­de:

Ich habe per­sön­lich ge­checkt, ob Ihre Ak­kre­di­tie­rung an­ge­kom­men ist. Das ist der Fall. Dan­ke. Jetzt ha­ben wir ein klit­ze­klei­nes Pro­blem: In Nürn­berg wird es nur wired-Lan ge­ben. Als Jour­na­list steht Ih­nen ja dann aber ein Pres­se­ar­beits­platz zu.

na das kann ja lus­tig wer­den. muss ich mich wirk­lich jour­na­list nen­nen las­sen? wei­ter gehts — gleich — mit spd-con­tent.

[mo­men­tan ist hier eh nicht viel los; die leu­te schrei­en und klat­schen, schrö­der hält die arme hoch, nimmt sie wie­der run­ter, läuft auf und ab, kommt zu­rück in die mit­te der büh­ne, hebt die arme, senkt sie, geht an sei­nen platz, etc, etc. ich geh mal ap­fel­saft­schor­le trin­ken.]


vom spd-par­tei­tag: kirch­of ab­ge­schrö­dert (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

schrö­der be­zeich­net kirch­hof stän­dig als „je­nen pro­fes­sor“, er ver­mei­det es sei­nen na­men aus­zu­spre­chen. statt des­sen: „je­ner pro­fes­sor da aus hei­del­berg“, „je­ner pro­fess­sor den ich er­wähnt habe“. ge­nau­so nennt er mer­kel „die dame“. kirch­of ist dann „je­ner pro­fes­sor der bei der dame für die steu­ern ver­ant­wort­lich ist“.

schrö­der schiesst sich auf kirch­hof ein, er sug­ge­riert kirch­of sei ein lu­xus-pro­fes­sor, habe kei­ne vor­stel­lung von der le­bens­wirk­lich­keit von schrö­ders klei­nem mann, bzw. vom le­ben ein­fa­cher men­schen.

was mir ge­fällt ist wie er ei­nen reu­ters oder dpa-mel­dung vor­liest, in der kirch­of von ei­ner „durch­schnitts­se­kre­tä­rin“ mit 1,3 kin­dern re­det um sein steu­er­sys­tem zu er­läu­tern. die se­krtä­rin sei zu ei­nem ge­wis­sen pro­zent­satz ver­hei­ra­tet sei. als er vor­liest und die men­ge schon beim se­kre­tä­rin­nen-jah­res­ge­halt von 40.000 euro lacht und johlt, sagt er im­mer, „nee, passt auf, das wird noch bes­ser …“. wenn schrö­der so blog­gen wür­de, könn­te das viel­leicht noch was wer­den, mit der welther­schaft.

hab ich schon er­wähnt, das schrö­der die men­ge mitt­ler­wei­le mehr­fach rich­tig heiss und dann wie­der müde ge­re­det hat?


vom spd-par­tei­tag: selbst­be­trach­tun­gen (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

bleibt ja nicht aus, so kurz vor der rede des bun­de­kanz­lers, sich mal zu­rück­zu­leh­nen und sich ge­die­gen selbst zu be­trach­ten. oder die an­de­ren. don zum bei­spiel. der liest heim­lich spie­gel-on­line statt zu blog­gen, ist aber noch feuch­ter am ober­kör­per als ich. john­ny schwitzt auch, stöhnt aber zu­sätz­lich ganz laut rum. aus­ser­dem schreibt er sich den arsch ab. jetzt ist sein ser­ver ka­putt. die an­de­ren her­ren die hier ne­ben mir blog­gen, ken­ne ich zu mei­ner schan­de nicht. aber das blaue licht am wlan­stick vom kol­le­gen links von mir, macht mich noch fah­ri­ger als ich eh schon bin.

mich hat eben eine re­por­te­rin vom ta­ges­spie­gel er­kannt. sie wol­le mal mit mir re­den. mhh. wor­über bloss? was ich so ma­che woll­te sie zwi­sche­durch mal wis­sen. das was ich ihr sag­te, ver­stand sie nicht, weil da ge­ra­de der schrei­hals ull­brich­te. ich wür­de es ihr jetzt hier­hin­schrei­ben, was ich so ma­che, nur er­in­ne­re ich mich nicht mehr was ich ihr sag­te. mein ge­däch­nis ist eh nicht bei mir, son­dern hier.

jetzt re­det schrö­der. im ge­gen­teil zu sei­nen vor­red­nern ist sei­ne laut­stär­ke auf ein ei­ni­ger­mas­sen er­träg­li­ches le­vel ge­re­gelt. er schreit auch nicht so kei­fig wie wo­we­reit und uwe hück (ja wo­we­reit schreit selbst ta­ges­ord­nungs­punk­te). was mich wun­dert: der ver­hal­te­ne, spo­ra­di­sche ap­plaus für schrö­der. so rich­tig geil fin­det man den ger­hard hier ir­gend­wie nicht. viel­leicht bin ich auch ver­wöhnt von den jun­ge uni­on-ju­bel­ari­en und den acht­tau­send ju­bel­per­sern in der west­fa­len­hal­le. da­ge­gen ist es hier mucks­mäus­chen still. ap­plaus, leich­tes klat­schen, mehr nicht. bin ich im fal­schen film? apro­pos stil­le. hin­ten rechts auf ei­ner zu­schau­er­tri­bü­ne sitzt eine ge­bär­den­dol­met­sche­rin und schaut und ges­ti­ku­liert ins pu­bli­kum.

vor ein paar mi­nu­ten hat schrö­der ge­sagt, das was die op­po­si­ti­on ma­che sei „eine in­sze­nie­rung ohne jede sub­stanz“. wit­zig, das scheint so eine art all­zweck­waf­fe zu sein. ich bin sub­stanz­los, rütt­gers sag­te vor ein paar ta­gen die re­gie­rung ma­che eine sub­stanz­lo­se „show“ und nun nennt der schrö­der­kanz­ler die an­de­ren sub­stanz­los. ich pro­bier das jetzt auch mal: das ist doch al­les to­tal sub­stanz­los hier.

jetzt, nach 30 mi­nu­ten re­de­zeit, re­agiert die men­ge ein biss­chen spon­ta­ner und wil­li­ger auf schrö­der. schrö­der wird lau­ter, das pu­bli­kum auch. gleich­zei­tig hat die spd aber auch ju­bel­per­ser mit ro­ten tshirts in die rei­hen zwi­schen den de­le­gier­ten ge­trie­ben. das sind sehr gut ge­laun­te jun­ge men­schen, die keh­lig „juuuuuuuh“ ru­fen wenn ih­nen et­was ge­fällt, aber sehr zi­ckig re­agie­ren wenn ih­nen eine ka­me­ra­mann auf die schul­ter klopft um sich vor­bei­zu­zwän­gen.

fo­tos lade ich ge­ra­de in die­ses set.


vom spd-par­tei­tag

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

seit­dem ich das let­ze mal hier war, hat sich die grös­se der hal­le ver­dop­pelt. auch die ro­ten fo­li­en von den de­cken­schein­wer­fern sind ver­schwun­den, aus­schliess­lich weis­ses licht mit blau­en ak­zen­ten. was sich nicht ver­än­dert hat; über­all sit­zen „ge­nos­sen und ge­nos­sin­nen“. ziem­lich vie­le.

aus­ser­dem schwit­ze ich wie ein tier. vie­le leu­te, vie­le olf, viel ab­wär­me. ir­gend­wie ist das auch ein biss­chen un­ent­spann­ter als bei den ge­müt­li­chen on­kels von der links­par­tei. viel­leicht liegts auch an den an­de­ren blog­gern die ei­nen (wie ich) un­ge­fragt fo­to­gra­fie­ren, die schnel­ler und mehr (oder bes­ser) schrei­ben (wett­be­werb) und ei­nen un­ter druck set­zen: „schreib mal was, doo!“ ich kann so nicht ar­bei­ten. nur rum­schwit­zen. mich selbst­be­trach­ten. ver­su­chen den et­was zu lau­ten stuss vom red­ner­pult aus­zu­blen­den.

der herr rei­chel, der den on­line­wahl­kampf or­ga­ni­si­ert, hat sich eben et­was ge­wun­dert als ich ihn ge­fragt habe wo denn im pres­se­zen­trum das bier sei: „am vor­mit­tag?“ was ist bloss aus den ge­nos­sen ge­wor­den. frü­her ha­ben die doch alle ge­sof­fen wie stiegler tie­re.

ge­ra­de re­det wal­ter ull­bricht. oder je­mand der meint die stim­me am ende ei­nes ver­meint­lich wich­ti­gen sat­zes laut quiet­schend und kei­fend nach oben zie­hen zu müs­sen. funk­tio­niert das? mo­ti­viert so ein fick­ri­ges ge­kei­fe die de­le­gier­ten? der schluss­ap­plaus lässt die­se ver­mu­tung zu.


spd-par­tei­tag

felix schwenzel , teil der sammlung: #wahl05

so. ge­ra­de an­ge­kom­men, leicht feucht un­ter den ach­seln, blog­ge ich jetzt gleich auf dem wahl­blogg.de vom spd-par­tei­tag. aber erst mal emails le­sen und blogstats an­gu­cken.

[nach­trag]

nach­trag 05.08.2026 aus mei­ner fo­to­me­dia­thek:


re­spekt­los?

felix schwenzel

die taz schreibt über mich, ich sei „re­spekt­los“. das stimmt na­tür­lich nicht. sonst stimmt al­les, aus­ser mei­ner url. [die taz re­det da­von, dass man mich auf mei­ner web­sei­te „nach al­len Sei­ten dre­hen“ kön­ne. das geht üb­ri­gens hier.] [bild vom taz ar­ti­kel bei frau frank und hier]

herr ma­ji­ca hat in der ber­li­ner zei­tung auch über mich ge­schrie­ben. bei ihm stimmt aus­nahms­los al­les (so­gar die url) aus­ser dass er „der“ blog schreibt. be­son­ders ge­fällt mir, dass er mein sub­stanz­lo­sen par­tei­tags­ge­b­log­ge ein „or­tho­gra­fisch mu­ti­ges Pro­to­koll“ nennt.

neu beim par­tei­tags­ge­b­log­ge ist eine qua­si ein­la­dung nach nürn­berg um von dort vom csu par­tei­tag zu blog­gen. wenn die mich (als „blog­ger“, nicht als „jour­na­list“) ak­kre­di­tie­ren, wer­de ich am frei­tag auch dort­hin fah­ren und über­prü­fen ob es bei der csu, wie be­haup­tet, auch crist­so­zia­les wlan gibt.

auch wenn das wahl­blog, bzw. nico mir zu­ge­sagt ha­ben ein paar mei­ner spe­sen zu über­neh­men, wür­de ich mich über (wei­te­re) spen­den freu­en. bis jetzt ist das gan­ze mehr oder we­ni­ger ein pri­vat­ver­gnü­gen mei­ner­seits. mit be­to­nung auf ver­gnü­gen.

nach­trag]
der ta­ges­spie­gel hat auch noch ei­nen ar­ti­kel (von in­grid mül­ler) über mich als par­tei­tags­blog­ger.

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auf­merk­sam­keits­er­zeu­gung

felix schwenzel

heu­te hat blogg.de/der hal­tungs­tur­ner ja eine pres­se­mel­dung ver­öf­fent­licht, in der ich um ein haar als „lai­en­jour­na­list“ be­zeich­net wur­de. selbst­ver­ständ­lich er­zeug­te die­se „PM“ ein rie­si­ges echo: und zwar ge­nau ein an­ruf von ma­rin ma­ji­ca von der po­li­tik-re­dak­ti­on der ber­li­ner zei­tung.

er woll­te mich in­ter­view­en, wir tra­fen uns um 18 uhr im star­bucks am ha­cke­schen markt. er kam fünf mi­nu­ten zu spät, aber ich schleim­beu­tel lob­te ihn für sei­ne pünkt­lich­keit. ich wur­de, par­tei­tags­ge­stählt, gleich in­ves­ti­ga­tiv: „le­sen sie blogs? wel­che?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kann­te er, aber von jam­ba und spree­blick hat­te er noch nix ge­hört. ich trug ihm mit mei­ner un­ver­bes­ser­li­chen ar­ro­ganz auf das zu goog­len und drück­te ihm den bes­ten ar­ti­kel über blogs (ever) in die hand, den ich zu­fäl­lig (wirk­lich), aus­ge­druckt, da­bei hat­te. kurz dar­auf fli­cker­te ich ihn noch.

na­tür­lich ging es ums wahl­blog und mein par­tei­tags­blog­gen, aber auch ums blog­gen all­ge­mein. auf sei­ne fra­ge war­um ich blog­ge hat­te ich kei­ne gute ant­wort pa­rat, aber ich er­zähl­te ihm wahr­heits­ge­mäss, dass das blog­dings kei­ne kon­ku­renz zum jour­na­lis­mus sei, son­dern, frei nach six­tus, et­was ganz an­de­res, eine art kom­mu­ni­ka­ti­ons­raum. auch wie­der­hol­te ich das kurz vor­her ge­sag­te, dass ich den klas­si­schen me­di­en nicht­ein­mal an­satz­wei­se kon­ku­renz ma­chen wol­le — und auch über­haupt nicht kön­ne. ein un­ter­schied kön­ne aber even­tu­ell dar­in be­stehen, dass ich das was ich auf den par­tei­ta­gen bis­her sah, nicht so ernst näh­me wie die eta­blier­ten und hof­fe, eine leicht ver­scho­be­ne per­spek­ti­ve auf ei­nen par­tei­tag ge­ben zu kön­nen. ich schwärm­te ihm wie ein ir­rer vom blog­dings vor, was ich ger­ne lese, wie sehr ich ma­rio six­tus (und chris­tof wolff) sei­ne blog­tour ver­eh­re und aus­ser­dem die rie­sen­ma­schi­ne. da! da war es, der fun­ken sprang über. die kann­te er. er ken­ne kath­rin pas­sig und holm frie­be. puh, wenn er die gött­li­che pas­sig und den ge­nia­len frie­be kennt, kann der ar­ti­kel ja ei­gent­lich nicht scheis­se wer­den.

über­prü­fen kann man das am mitt­woch in der ber­li­ner zei­tung.


sub­stanz­lo­ses par­tei­tags­ge­b­log­ge

felix schwenzel

was ma­che ich da ei­gent­lich?

kei­ner fragt sich das, ich auch nicht wirk­lich, trotz­dem, an­bei, eine ant­wort dar­auf. am sams­tag fuhr ich ins neu­köll­ner est­rel ho­tel, hör­te und guck­te mir an was man mir und der pres­se dort vor­mach­te — und schrieb dar­über was ich sah und hör­te. am sonn­tag fuhr ich nach dort­mund und mach­te dort das sel­be. hö­ren, se­hen, drü­ber schrei­ben. das­sel­be wer­de ich am mitt­woch bei der spd und nächs­ten mo­nat bei der fdp ma­chen. dass der eine oder an­de­re dar­über ent­täuscht sein mag, das was ich schrei­be „sub­stanz­los“ ist, juckt mich nicht. es stimmt näm­lich. ich schrei­be ober­fläch­lich, ohne tie­fe­re re­cher­che­re, ohne gros­se vor­be­rei­tung und vor al­lem sub­jek­tiv und un­aus­ge­wo­gen. vor al­lem schrei­be ich aus­schliess­lich das auf was mei­ne auf­merk­sam­keit oder mein in­ter­es­se weckt.

soll­te sich je­mand für ob­jek­ti­ve­re be­richt­erstat­tung in­ter­es­sie­ren, die da­men und her­ren von den eta­blier­ten me­di­en ma­chen das ganz her­vor­ra­gend — und zwar aus al­len mög­li­chen blick­win­keln. das kann man dann mor­gens in ver­schie­dens­ten ge­schmacks­rich­tun­gen am ki­osk kau­fen oder im fern­se­hen se­hen.

was ich ma­che, ist das ge­naue ge­gen­teil von pro­fes­sio­nell, aber es macht mir spass, sonst wür­de ich kei­ne zeit und kein geld da­für in­ves­tie­ren. die ein­zi­gen bei­de din­ge auf die ich wert lege sind, dass ich nicht in pein­li­che ju­bel­ari­en ab­glei­te und die vor­ge­druck­ten phra­sen weg­blog­ge und dass ich nicht lang­wei­le. soll­te ich das doch tun: basht mich, hef­tig.

heu­te früh geht eine pres­se­mel­dung (so, oder leicht mo­di­fi­ziert) raus (vom hal­tungs­tur­ner ge­schrie­ben), die das oben ge­sag­te et­was for­mel­ler und für merk­be­frei­te for­mu­liert:

Erst­mals Live-Blog­ging von den Par­tei­ta­gen

Ham­burg (ots)

Mit dem Blog­ger Fe­lix Schwen­zel (http://wir­res.net) hat das Wahl­blog (http://wahl­blog.de) erst­mals ei­nen un­ab­hän­gi­gen Blog­ger auf Par­tei­ta­ge ge­schickt. Die­ses Wo­chen­en­de be­rich­te­te Schwen­zel un­ter dem Pseud­onym "ix" von den Par­tei­tag der Links­par­tei (27.8) und der CDU (28.8). Es fol­gen am Mitt­woch (31.8) der Par­tei­tag der SPD. Am 9.9 ist Schwen­zel live beim FDP-Par­tei­tag da­bei.

Mit den Be­rich­ten im Wahl­blog be­tritt die Platt­form Neu­land. Erst­mals in Deutsch­land ist ein un­ab­hän­gi­ger Blog­ger als Lai­en­jou­na­list bei al­len gro­ßen Par­tei­ta­gen ak­kre­di­tiert und schreibt live und sub­jek­tiv im Blog.

Fe­lix Schwen­zel (http://wir­res.net) ge­hört zu den be­kann­tes­ten Blog­gern in Deutsch­land und bloggt seit sechs Jah­ren. Sein Blog ge­hört zu den Top 10 der meist­ver­link­ten Blogs und zu den Top 50 in der Be­su­cher­sta­tis­tik. Der Ber­li­ner In­for­ma­ti­ons­ar­chi­tekt und Ent­wick­ler ist von An­fang an Co-Au­tor im Wahl­blog.

Das Wahl­blog (http://wahl­blog.de) ist am 1. Juni von den lang­jäh­ri­gen Blog­gern Nico Lum­ma ("Lum­ma­land", http://lum­ma.de), Nico Brün­jes ("Web­pro­pa­gan­da", http://web­pro­pa­gan­da.de/) und Wolf­gang Lü­nen­bür­ger-Rei­den­bach ("Hal­tungs­tur­nen", http://hal­tungs­tur­nen.de) ge­grün­det wor­den und hat zur­zeit 20 Au­toren aus al­len po­li­ti­schen Rich­tun­gen. Die Tech­nik stellt der Blog­ser­vice BLOGG.DE (http://blogg.de) zur Ver­fü­gung.

Was ist ein Web­log?

Ein Web­log oder "Blog" ist ein per­sön­li­ches On­line-Jour­nal, das ähn­lich ei­nem Ta­ge­buch chro­no­lo­gi­sche Ein­trä­ge auf­weist und in der Re­gel frei zu­gäng­lich ist. Die Au­toren der Web­logs wer­den "Blog­ger" ge­nannt. In Deutsch­land gibt es un­ge­fähr 70.000 ak­ti­ve Web­logs.

Über BLOGG.DE

BLOGG.DE ist das deut­sche Web­log-Por­tal und bie­tet seit 2003 zahl­rei­che Diens­te rund um das Blog­gen an. Un­ter an­de­rem kön­nen Nut­zer bei Blogg.de ein ei­ge­nes Web­log füh­ren. Mit Blogstats.de (http://blogstats.de) hat BLOGG.DE die füh­ren­de deut­sche Such­ma­schi­ne für Web­logs ge­schaf­fen, die u.a. ak­tu­el­le The­men in Web­logs an­schau­lich auf­be­rei­tet und Ver­lin­kun­gen dar­stellt.>