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vom spd-par­tei­tag

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

seit­dem ich das let­ze mal hier war, hat sich die grös­se der hal­le ver­dop­pelt. auch die ro­ten fo­li­en von den de­cken­schein­wer­fern sind ver­schwun­den, aus­schliess­lich weis­ses licht mit blau­en ak­zen­ten. was sich nicht ver­än­dert hat; über­all sit­zen „ge­nos­sen und ge­nos­sin­nen“. ziem­lich vie­le.

aus­ser­dem schwit­ze ich wie ein tier. vie­le leu­te, vie­le olf, viel ab­wär­me. ir­gend­wie ist das auch ein biss­chen un­ent­spann­ter als bei den ge­müt­li­chen on­kels von der links­par­tei. viel­leicht liegts auch an den an­de­ren blog­gern die ei­nen (wie ich) un­ge­fragt fo­to­gra­fie­ren, die schnel­ler und mehr (oder bes­ser) schrei­ben (wett­be­werb) und ei­nen un­ter druck set­zen: „schreib mal was, doo!“ ich kann so nicht ar­bei­ten. nur rum­schwit­zen. mich selbst­be­trach­ten. ver­su­chen den et­was zu lau­ten stuss vom red­ner­pult aus­zu­blen­den.

der herr rei­chel, der den on­line­wahl­kampf or­ga­ni­si­ert, hat sich eben et­was ge­wun­dert als ich ihn ge­fragt habe wo denn im pres­se­zen­trum das bier sei: „am vor­mit­tag?“ was ist bloss aus den ge­nos­sen ge­wor­den. frü­her ha­ben die doch alle ge­sof­fen wie stiegler tie­re.

ge­ra­de re­det wal­ter ull­bricht. oder je­mand der meint die stim­me am ende ei­nes ver­meint­lich wich­ti­gen sat­zes laut quiet­schend und kei­fend nach oben zie­hen zu müs­sen. funk­tio­niert das? mo­ti­viert so ein fick­ri­ges ge­kei­fe die de­le­gier­ten? der schluss­ap­plaus lässt die­se ver­mu­tung zu.


spd-par­tei­tag

felix schwenzel , teil der sammlung: #wahl05

so. ge­ra­de an­ge­kom­men, leicht feucht un­ter den ach­seln, blog­ge ich jetzt gleich auf dem wahl­blogg.de vom spd-par­tei­tag. aber erst mal emails le­sen und blogstats an­gu­cken.

[nach­trag]

nach­trag 05.08.2026 aus mei­ner fo­to­me­dia­thek:


re­spekt­los?

felix schwenzel

die taz schreibt über mich, ich sei „re­spekt­los“. das stimmt na­tür­lich nicht. sonst stimmt al­les, aus­ser mei­ner url. [die taz re­det da­von, dass man mich auf mei­ner web­sei­te „nach al­len Sei­ten dre­hen“ kön­ne. das geht üb­ri­gens hier.] [bild vom taz ar­ti­kel bei frau frank und hier]

herr ma­ji­ca hat in der ber­li­ner zei­tung auch über mich ge­schrie­ben. bei ihm stimmt aus­nahms­los al­les (so­gar die url) aus­ser dass er „der“ blog schreibt. be­son­ders ge­fällt mir, dass er mein sub­stanz­lo­sen par­tei­tags­ge­b­log­ge ein „or­tho­gra­fisch mu­ti­ges Pro­to­koll“ nennt.

neu beim par­tei­tags­ge­b­log­ge ist eine qua­si ein­la­dung nach nürn­berg um von dort vom csu par­tei­tag zu blog­gen. wenn die mich (als „blog­ger“, nicht als „jour­na­list“) ak­kre­di­tie­ren, wer­de ich am frei­tag auch dort­hin fah­ren und über­prü­fen ob es bei der csu, wie be­haup­tet, auch crist­so­zia­les wlan gibt.

auch wenn das wahl­blog, bzw. nico mir zu­ge­sagt ha­ben ein paar mei­ner spe­sen zu über­neh­men, wür­de ich mich über (wei­te­re) spen­den freu­en. bis jetzt ist das gan­ze mehr oder we­ni­ger ein pri­vat­ver­gnü­gen mei­ner­seits. mit be­to­nung auf ver­gnü­gen.

nach­trag]
der ta­ges­spie­gel hat auch noch ei­nen ar­ti­kel (von in­grid mül­ler) über mich als par­tei­tags­blog­ger.

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auf­merk­sam­keits­er­zeu­gung

felix schwenzel

heu­te hat blogg.de/der hal­tungs­tur­ner ja eine pres­se­mel­dung ver­öf­fent­licht, in der ich um ein haar als „lai­en­jour­na­list“ be­zeich­net wur­de. selbst­ver­ständ­lich er­zeug­te die­se „PM“ ein rie­si­ges echo: und zwar ge­nau ein an­ruf von ma­rin ma­ji­ca von der po­li­tik-re­dak­ti­on der ber­li­ner zei­tung.

er woll­te mich in­ter­view­en, wir tra­fen uns um 18 uhr im star­bucks am ha­cke­schen markt. er kam fünf mi­nu­ten zu spät, aber ich schleim­beu­tel lob­te ihn für sei­ne pünkt­lich­keit. ich wur­de, par­tei­tags­ge­stählt, gleich in­ves­ti­ga­tiv: „le­sen sie blogs? wel­che?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kann­te er, aber von jam­ba und spree­blick hat­te er noch nix ge­hört. ich trug ihm mit mei­ner un­ver­bes­ser­li­chen ar­ro­ganz auf das zu goog­len und drück­te ihm den bes­ten ar­ti­kel über blogs (ever) in die hand, den ich zu­fäl­lig (wirk­lich), aus­ge­druckt, da­bei hat­te. kurz dar­auf fli­cker­te ich ihn noch.

na­tür­lich ging es ums wahl­blog und mein par­tei­tags­blog­gen, aber auch ums blog­gen all­ge­mein. auf sei­ne fra­ge war­um ich blog­ge hat­te ich kei­ne gute ant­wort pa­rat, aber ich er­zähl­te ihm wahr­heits­ge­mäss, dass das blog­dings kei­ne kon­ku­renz zum jour­na­lis­mus sei, son­dern, frei nach six­tus, et­was ganz an­de­res, eine art kom­mu­ni­ka­ti­ons­raum. auch wie­der­hol­te ich das kurz vor­her ge­sag­te, dass ich den klas­si­schen me­di­en nicht­ein­mal an­satz­wei­se kon­ku­renz ma­chen wol­le — und auch über­haupt nicht kön­ne. ein un­ter­schied kön­ne aber even­tu­ell dar­in be­stehen, dass ich das was ich auf den par­tei­ta­gen bis­her sah, nicht so ernst näh­me wie die eta­blier­ten und hof­fe, eine leicht ver­scho­be­ne per­spek­ti­ve auf ei­nen par­tei­tag ge­ben zu kön­nen. ich schwärm­te ihm wie ein ir­rer vom blog­dings vor, was ich ger­ne lese, wie sehr ich ma­rio six­tus (und chris­tof wolff) sei­ne blog­tour ver­eh­re und aus­ser­dem die rie­sen­ma­schi­ne. da! da war es, der fun­ken sprang über. die kann­te er. er ken­ne kath­rin pas­sig und holm frie­be. puh, wenn er die gött­li­che pas­sig und den ge­nia­len frie­be kennt, kann der ar­ti­kel ja ei­gent­lich nicht scheis­se wer­den.

über­prü­fen kann man das am mitt­woch in der ber­li­ner zei­tung.


sub­stanz­lo­ses par­tei­tags­ge­b­log­ge

felix schwenzel

was ma­che ich da ei­gent­lich?

kei­ner fragt sich das, ich auch nicht wirk­lich, trotz­dem, an­bei, eine ant­wort dar­auf. am sams­tag fuhr ich ins neu­köll­ner est­rel ho­tel, hör­te und guck­te mir an was man mir und der pres­se dort vor­mach­te — und schrieb dar­über was ich sah und hör­te. am sonn­tag fuhr ich nach dort­mund und mach­te dort das sel­be. hö­ren, se­hen, drü­ber schrei­ben. das­sel­be wer­de ich am mitt­woch bei der spd und nächs­ten mo­nat bei der fdp ma­chen. dass der eine oder an­de­re dar­über ent­täuscht sein mag, das was ich schrei­be „sub­stanz­los“ ist, juckt mich nicht. es stimmt näm­lich. ich schrei­be ober­fläch­lich, ohne tie­fe­re re­cher­che­re, ohne gros­se vor­be­rei­tung und vor al­lem sub­jek­tiv und un­aus­ge­wo­gen. vor al­lem schrei­be ich aus­schliess­lich das auf was mei­ne auf­merk­sam­keit oder mein in­ter­es­se weckt.

soll­te sich je­mand für ob­jek­ti­ve­re be­richt­erstat­tung in­ter­es­sie­ren, die da­men und her­ren von den eta­blier­ten me­di­en ma­chen das ganz her­vor­ra­gend — und zwar aus al­len mög­li­chen blick­win­keln. das kann man dann mor­gens in ver­schie­dens­ten ge­schmacks­rich­tun­gen am ki­osk kau­fen oder im fern­se­hen se­hen.

was ich ma­che, ist das ge­naue ge­gen­teil von pro­fes­sio­nell, aber es macht mir spass, sonst wür­de ich kei­ne zeit und kein geld da­für in­ves­tie­ren. die ein­zi­gen bei­de din­ge auf die ich wert lege sind, dass ich nicht in pein­li­che ju­bel­ari­en ab­glei­te und die vor­ge­druck­ten phra­sen weg­blog­ge und dass ich nicht lang­wei­le. soll­te ich das doch tun: basht mich, hef­tig.

heu­te früh geht eine pres­se­mel­dung (so, oder leicht mo­di­fi­ziert) raus (vom hal­tungs­tur­ner ge­schrie­ben), die das oben ge­sag­te et­was for­mel­ler und für merk­be­frei­te for­mu­liert:

Erst­mals Live-Blog­ging von den Par­tei­ta­gen

Ham­burg (ots)

Mit dem Blog­ger Fe­lix Schwen­zel (http://wir­res.net) hat das Wahl­blog (http://wahl­blog.de) erst­mals ei­nen un­ab­hän­gi­gen Blog­ger auf Par­tei­ta­ge ge­schickt. Die­ses Wo­chen­en­de be­rich­te­te Schwen­zel un­ter dem Pseud­onym "ix" von den Par­tei­tag der Links­par­tei (27.8) und der CDU (28.8). Es fol­gen am Mitt­woch (31.8) der Par­tei­tag der SPD. Am 9.9 ist Schwen­zel live beim FDP-Par­tei­tag da­bei.

Mit den Be­rich­ten im Wahl­blog be­tritt die Platt­form Neu­land. Erst­mals in Deutsch­land ist ein un­ab­hän­gi­ger Blog­ger als Lai­en­jou­na­list bei al­len gro­ßen Par­tei­ta­gen ak­kre­di­tiert und schreibt live und sub­jek­tiv im Blog.

Fe­lix Schwen­zel (http://wir­res.net) ge­hört zu den be­kann­tes­ten Blog­gern in Deutsch­land und bloggt seit sechs Jah­ren. Sein Blog ge­hört zu den Top 10 der meist­ver­link­ten Blogs und zu den Top 50 in der Be­su­cher­sta­tis­tik. Der Ber­li­ner In­for­ma­ti­ons­ar­chi­tekt und Ent­wick­ler ist von An­fang an Co-Au­tor im Wahl­blog.

Das Wahl­blog (http://wahl­blog.de) ist am 1. Juni von den lang­jäh­ri­gen Blog­gern Nico Lum­ma ("Lum­ma­land", http://lum­ma.de), Nico Brün­jes ("Web­pro­pa­gan­da", http://web­pro­pa­gan­da.de/) und Wolf­gang Lü­nen­bür­ger-Rei­den­bach ("Hal­tungs­tur­nen", http://hal­tungs­tur­nen.de) ge­grün­det wor­den und hat zur­zeit 20 Au­toren aus al­len po­li­ti­schen Rich­tun­gen. Die Tech­nik stellt der Blog­ser­vice BLOGG.DE (http://blogg.de) zur Ver­fü­gung.

Was ist ein Web­log?

Ein Web­log oder "Blog" ist ein per­sön­li­ches On­line-Jour­nal, das ähn­lich ei­nem Ta­ge­buch chro­no­lo­gi­sche Ein­trä­ge auf­weist und in der Re­gel frei zu­gäng­lich ist. Die Au­toren der Web­logs wer­den "Blog­ger" ge­nannt. In Deutsch­land gibt es un­ge­fähr 70.000 ak­ti­ve Web­logs.

Über BLOGG.DE

BLOGG.DE ist das deut­sche Web­log-Por­tal und bie­tet seit 2003 zahl­rei­che Diens­te rund um das Blog­gen an. Un­ter an­de­rem kön­nen Nut­zer bei Blogg.de ein ei­ge­nes Web­log füh­ren. Mit Blogstats.de (http://blogstats.de) hat BLOGG.DE die füh­ren­de deut­sche Such­ma­schi­ne für Web­logs ge­schaf­fen, die u.a. ak­tu­el­le The­men in Web­logs an­schau­lich auf­be­rei­tet und Ver­lin­kun­gen dar­stellt.>


vom cdu-par­tei­tag: am en­de (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

stoi­ber und mer­kel wa­ren ja die haupt­at­trak­tio­nen der gros­sen par­tei­tags­show. lei­der war ich von den vie­len re­den der mi­nis­ter­prä­si­den­ten schon ziem­lich aus­ge­laugt. glück­li­cher­wei­se sag­ten stoi­ber und mer­kel nicht viel an­de­res als die mi­nis­ter­prä­si­den­ten. stoi­ber würz­te sei­ne rede mit ei­nem kräf­ti­gen und häu­fig ver­wen­de­ten „mei­ne da­men und her­ren“. er ist ja, äh, be­kannt, als ein freund der, äh, kla­ren, äh, wor­te, mei­ne da­men und her­ren. bei sei­ner rede schaff­te er es tat­säch­lich wei­tes­ge­hend auf äh und öh zu ver­zich­ten, er be­nutz­te statt des­sen ein­fach, „mei­ne da­men und her­ren“. pfif­fig. stoi­ber gab aber auch wie­der per­len von sich. über an­ge­la mer­kel sag­te er, „die men­schen schen­ken ihr nicht nur ver­trau­en, nein, sie ver­trau­en ihr auch.“ gut fand ich auch den satz: „schrö­der hat zu al­lem al­les ge­sagt — mei­ne da­men und her­ren — aber auch das ge­gen­teil.“ ja. nein. das wür­de ei­nem pro­fi wie ihm nicht pas­sie­ren. al­les zu sa­gen, aber auch das ge­gen­teil.

lus­tig, wie im kin­der­gar­ten, wur­de es auch, als stoi­ber ver­such­te hel­mut kohl und sei­ne po­li­tik vom schwar­zen pe­ter zu säu­bern. den ei­gent­lich sei schrö­der schuld dar­an, dass kohls wich­ti­ge und rich­ti­ge re­for­men ge­sch­ei­tert sei­en — er habe sie im bun­des­rat blo­ckiert und sa­bo­tiert. am schei­tern der re­gie­rung-kohl ist also der da­mals spd-do­mi­nier­te bun­des­rat schuld, am schei­tern der re­gie­rung-schrö­der ist nach stoi­ber­scher lo­gik der bun­des­rat un­be­tei­ligt und al­lein die schrö­der-re­gie­rung schuld. dass rot-grün tech­nik­feind­lich sei und kul­tu­rel­le selbst­ver­leum­dung be­trei­be und kein „na­tio­na­les wir-ge­fühl“ zu­las­se, der haupt­grund war­um es deutschh­land schlecht gehe also man­geln­de ge­sin­nung sei, ist wahr­schein­lich teil je­der stoi­ber-rede.

auch mer­kel hieb kräf­tig in die na­tio­nal­stolz-ker­be. das wich­tigs­te sei­en aus­ser­dem wer­te, des­halb müs­se „selbst­ver­ständ­lich“ über­all am re­li­gi­ons­un­te­richt fest­ge­hal­ten wer­den. auch an­net­te scha­van wur­de hef­tig ge­lobt. sie habe im „kopf­tuch­streit“ deut­lich ge­zeigt wie wer­te in ei­ner mo­der­nen ge­sell­schaft zu „set­zen“ sei­en. ehr­lich­keit und an­stand. mir wur­de das ir­gend­wann zu blöd, klapp­te mei­nen lap­top zu­sam­men, fo­to­gra­fier­te noch ein biss­chen im saal rum und en­ter­te dann das hal­be-bröt­chen buf­fet im pres­se­zen­trum. das bier war ja, wie er­wähnt, nicht zu ge­nies­sen.

nach dem par­tei­tag, als ich im nh ho­tel end­lich ein biss­chen wlan ge­fun­den hat­te (10 euro), fand noch ein klei­nes mini-blog­ger tref­fen statt, als ich mich mit dirk hes­se traf. lei­der konn­ten wir uns nur ca. 30 mi­nu­ten un­ter­hal­ten, war trotz­dem nett. aus­ser­dem habe ich ge­se­hen, dass mir 3 spen­den zu­ge­kom­men sind, vie­len dank da­für, ich habe da­von die 3 bier für mich und dirk be­zahlt.


vom cdu-par­tei­tag: wo die uni­on re­giert läufts bes­ser? (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

die west­fa­len­hal­le ist sehr, sehr gross. nach mei­nem be­such im pres­se­zen­trum, das ein biss­chen ab­seits lag, be­gab ich mich erst­mals in die hal­le selbst. wie be­reits er­wähnt lief dort eine ab­grund­tief schlech­te show aus dem re­per­toire des welt­be­kann­ten eu­ro­pa park rust. da­vor spiel­te eine co­ver­band alte queen-lie­der. „we are the cham­pi­ons“, „we will rock you“ und „wir wer­den kanz­le­rin“ und son zeug. die bei­den shows de­mons­trier­ten ein­drucks­voll wor­um es bei die­sem par­tei­tag ging: ein­hei­zen und auf­hei­zen, die rei­hen schlies­sen, sich „wie ein mann“ hin­ter an­ge­la mer­kel stel­len. der satz „wie ein mann“ hin­ter an­ge­la mer­kel stel­len stammt von cars­ten-cars­ten cars­ten­sen, oder wie der heisst. ach ja, pe­ter-har­ry cars­ten­sen glau­be ich. die­ser satz aus sei­nem mund, scherz­te er, habe ge­wicht.

apro­pos scher­ze. die cdu-mi­nis­ter­prä­si­den­ten die alle, qua­si zur er­öff­nung des par­tei­ta­ges, eine klei­ne an­spra­che („gruss­wor­te“) hal­ten durf­ten, streng­ten sich alle sehr an, min­des­tens ein, zwei witz­chen in ihre re­den ein­zu­bau­en. so ge­se­hen war der cdu-par­tei­tag im ver­gleich zum links­par­tei­tag bei­na­he lus­tig. wenn die wit­ze nicht alle so grot­ten­schlecht ge­we­sen wä­ren. ich hat­te zeit­wei­lig das ge­fühl bei oleo­leo­le.de live on stage da­bei zu sein. an­bei ein bei­spiel von chris­ti­an wulff, dem mi­nis­ter­prä­si­den­ten von nie­der­sach­sen und der­zeit, an­geb­lich, be­lieb­tes­ten deut­schen spit­zen­po­lit­ker. sein witz soll­te die un­glaub­lich ef­fek­ti­vi­tät sei­ner re­gie­rung un­ter­mau­ern, die er kurz vor­her wort­reich und mit sicht­li­chem stolz vor­trug: wenn ich mich recht er­in­ne­re trug er den witz in der ich-form vor. er er­zähl­te wie er einst bei ei­ner jagd zu­ge­gen war. ei­ner der jä­ger hat­te ein wild­schwein er­legt und zog es hin­ter sich her. er, wulff, frag­te den jä­ger war­um er denn das schwein ge­gen den strich, ge­gen die bors­ten hin­ter sich her­zö­ge? das sei doch viel an­stren­gen­der als es an­ders­her­um zu zie­hen. als er, wulff, den jä­ger kurz dar­auf wie­der­traf frag­te er, wulff, ihn, wie es denn jetzt gin­ge, das schwei­ne­zie­hen. der jä­ger sag­te es gehe jetzt viel bes­ser, nur fän­de er es doof, dass er jetzt von sei­nem auto weg­lau­fen wür­de. rie­sen brül­ler, der saal koch­te. apro­pos ko­chen. ro­land koch war mei­ner mei­nung nach der bes­te ein­peit­scher. schon sein be­grüs­sungs­ap­plaus war der lau­tes­te und hef­tigs­te (nach hel­mut kohl), ob­wohl er mei­ner fes­ten über­zeu­gung nach von der ze­re­mo­nien­meis­te­rin anet­te scha­van mit der „häss­li­che mi­nis­ter­prä­si­dent“ vor­ge­stellt wur­de.

ro­land koch war er­staun­lich prag­ma­tisch und liess sich so­gar dar­auf ein kon­kre­te for­de­run­gen an eine künf­ti­ge bun­des­re­gie­rung zu stel­len, so müss­ten ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­schleu­nigt wer­den und dem eu­ro­päi­schem stan­dard an­ge­passt wer­den. selbst mit staub­tro­cke­nen the­men peitscht die­ser mann die men­ge auf. da­nach griff er zwar noch­mal in die ganz alte, stau­bi­ge mot­ten­kis­te und bash­te hol­ger bör­ner („ein mi­nis­ter­prä­si­dent wie ein dach­lat­te“) da­für, dass er vor 250 jah­ren mal ge­sagt habe nicht mit den grü­nen zu ko­alie­ren und das dann kurz dar­auf doch ge­macht habe. das par­tei­volk liebt ro­land „schlab­ber­lip­pe“ koch. ich wür­de jetzt ger­ne ei­nen ab­satz lang spe­ku­lie­ren und fa­bu­lie­ren, kann man also über­sprin­gen, den nächs­ten ab­satz.

koch ist ziem­lich klug. wenn ich für die ful­da­er zei­tung schrei­ben wür­de, hät­te ich so­gar ge­sagt, er ist ein „schlitz­ohr“. er kann sei­nen ehr­geiz und macht­wil­len aber viel bes­ser ver­ber­gen als der un­ge­schick­te, ner­vö­se und fah­ri­ge ed­mund stoi­ber, bei dem man im­mer das ge­fühl hat er plat­ze gleich vor ehr­geiz. koch platzt auch vor ehr­geiz, aber er zeigt es kei­nem. er ist po­li­tisch und mit dem was er so von sich gibt auch we­ni­ger un­ge­schickt als stoi­ber. sein po­li­ti­sches meis­ter­stück be­steht im üb­ri­gen dar­aus, dass er eine be­zugs­quel­le für tef­lon­haut ge­fun­den hat, er be­nutzt sie seit­dem ähn­lich ge­schickt wie bill clin­ton. vor­wür­fe und skan­da­le per­len an ihm ab als sei er stän­dig in la­tex ge­klei­det. sein gröss­ter vor­teil ge­gen­über stoi­ber (und mer­kel) ist, dass er die spra­che der ba­sis spricht. nicht nur der ba­sis, er schafft es auch, ähn­lich wie schrö­der, stim­mun­gen in letz­ter mi­nu­te zu sei­nen guns­ten zu mo­bi­li­sie­ren. und da­für braucht er noch nicht­mal eine flut, ihm reicht es ein paar un­ter­schrif­ten­lis­ten aus­zu­tei­len und auf der ge­ne­rier­ten wel­le von em­pö­rung und emo­tio­na­li­sie­rung zu rei­ten. soll­te es mer­kel nicht schaf­fen die bun­des­tags­wahl zu ge­win­nen, der nächs­te kan­di­dat der uni­on wird ro­land koch sein. soll­te an­ge­la mer­kel ge­win­nen wird er ihr schlimms­ter alp­traum.

ro­land koch scheint üb­ri­gens eine weib­li­che per­so­nen­schüt­ze­rin zu ha­ben. sie stand bei ei­nem in­ter­view im flur der west­fa­len­hal­le hin­ter ihm, knopf im ohr, klein, zier­lich, na­del­strei­fen­an­zug, blon­der pfer­de­schwanz, knopf im ohr. es gab üb­ri­gens meh­re­re weib­li­che per­so­nen­schüt­ze­rin­nen. ei­gen­ar­ti­ge at­trak­ti­on die die­se ver­steck­te, po­ten­zi­el­le weib­li­che bru­ta­li­tät auf ver­wirr­te wie mich aus­üben.

zu­rück zum the­ma. die mi­nis­ter­prä­si­den­ten. alle durf­ten re­den. auch die die es nicht kön­nen, gün­ther h. oet­tin­ger zum bei­spiel, der typ der mich an ei­nen von den bei­den mtv-stars von da­mals, bea­vis und but­thead, er­in­nert. oet­tin­ger re­det nicht, er bellt. das ist im­mer noch ele­gan­ter als der re­de­stil von sei­nem ba­den-würt­tem­ber­gi­schen lands­mann vol­ker kau­der, der nach je­dem wort ei­nen punkt setzt und ver­sucht jede mo­du­la­ti­on der stim­me zu ver­mei­den. oet­tin­ger bellt also sei­ne rede. ich fra­ge mich was es mit dem schwar­zen stoff­pan­ther auf sich hat, den er mit auf die büh­ne ge­bracht hat. er spannt das pu­bli­kum und mich bis zum ende auf die fol­ter. als er auf­hört zu bel­len, über­reicht er den pan­ther tat­säch­lich an­ge­la mer­kel, weil kein tier so „gut und ziel­ge­nau“ sprin­ge wie ein pan­ther. aha. bea­vis hät­te noch ein „hähä“ dran­ge­hängt. oet­tin­ger geht still von der büh­ne.

beim mi­nis­ter­prä­si­den­ten mül­ler stau­ne ich ein we­nig. er fängt an eine art schwanz­ver­gleich un­ter den mi­nis­ter­prä­si­den­ten zu in­i­tie­ren: er be­haup­tet, als er im saar­land die amt­ge­schäf­te von der spd über­nahm, sei das saar­land das land mit der bun­des­weit elft-höchs­ten ar­beits­lo­sen­quo­te ge­we­sen. jetzt sei man be­reits auf platz fünf und wol­le schau­en wer bay­ern zu­erst über­ho­le, das saar­land oder sach­sen. auch herr mil­brandt, der mi­nis­ter­prä­si­dent von sach­sen, hat ein fai­ble fürs schwanz­ver­glei­chen. gleich am an­fang sei­ner un­glaub­lich lang­wei­li­gen rede ver­kün­de­te er stolz: sach­sen ist num­mer zwei bei pisa! ei­nen ext­gem lau­ten und be­geis­ter­ten ju­bel­sturm konn­te mül­ler üb­ri­gens noch mit ei­nem ex­trem schlech­ten witz aus­lö­sen. os­kar la­fon­taine ge­rie­re sich ja in letz­ter zeit als wil­li brands en­kel. das habe er über­prü­fen las­sen und kön­ne ver­si­chern, dass das auf gar kei­nen falll stim­me. nicht mit ab­so­lu­ter si­cher­heit aus­schlies­sen kön­ne er al­ler­dings, dass os­kar la­fon­taine der sohn von erich hon­ecker sei. bei sol­chen wit­zen beb­te die gan­ze hal­le.

als gros­sen kämp­fer ver­such­te sich jür­gen rütt­gers dar­zu­stel­len. er hat ganz of­fen­sicht­lich ei­nen gu­ten re­den­schrei­ber, die rede lief wie heis­se but­ter durch sämt­li­che kon­ser­va­ti­ven kli­schees, liess über­all ein biss­chen fett hän­gen. lei­der be­merk­ten aber auch die cdu-an­hän­ger, dass rütt­gers ei­nen leich­ten sprach­feh­ler hat und äff­ten ihn stän­dig nach. wäh­rend der rede zi­schel­te und ki­cher­te es von den rän­gen — wenn nicht fre­ne­tisch ge­brüllt wur­de. rütt­gers pin­sel­te den de­le­gier­ten und cdu-fans ihre bäu­che und brüll­te ih­nen gut ver­ständ­li­che po­pu­lis­ti­sche pla­ti­tü­den ent­ge­gen: ehr­lich­keit und an­stand, leis­tung müs­se sich „wie­der“ loh­nen, ehr­lich­keit und an­stand, ehr­lich­keit und an­stand, aus­ser­dem sei­en pünkt­lich­keit, fleiss und di­zi­plin kei­ne se­kun­där­tu­gen­den, son­dern „not­wen­dig“. dass er da­nach nach links­par­tei.pds-mus­ter so­zi­al­neid schür­te und den rent­nern für ihre stim­men in den end­darm sprang fand ich ein biss­chen ek­lig; zum ar­beits­lo­sen­geld zwei sag­te er, dass es nicht sein kön­ne das der­je­ni­ge der 30 jah­re „ein­ge­zahlt“ habe bei alg2 das glei­che raus­be­kom­me wie „ei­ner der noch nie eine schip­pe in der hand ge­habt habe“.

weil ich rütt­gers rede so aso­zi­al fand, bin ich jetzt auch mal ganz un­kor­rekt. im ta­ges­spie­gel las ich heu­te, dass es ein un­ge­schrie­be­nes ge­setz ist, kei­ne wit­ze über na­men von po­li­ti­kern zu ma­chen. schon gar kei­ne schlech­ten. fi­scher habe das ge­bot ge­bro­chen und ge­sagt: „auf die­sem kirch­hof liegt der so­zi­al­staat be­gra­ben.“ ich hin­ge­gen wer­de jetzt das ge­bot bre­chen, sich nicht über be­hin­de­run­gen lus­tig zu ma­chen, aber ich habe jür­gen rütt­gers heu­te die­sen satz sa­gen hö­ren: „bei der cdu kön­nen die men­schen si­cher sein, dass das was man ih­nen schuh ge­sagt hat auch um­ge­setzt wird.“

den ham­mer­gag brach­te jür­gen rütt­gers re­den­schrei­ber am ende, of­fen­sicht­lich wur­de die rede ge­schrie­ben, be­vor das rah­men­pro­gramm für die bun­des­par­tei­tags­show (mit tän­zern, tra­pez­künst­ler, gauk­lern, viel und we­nig licht, la­ser­show, ei­ner co­ver­band mit queen-lie­dern, ei­nem lied der rol­ling stones und ei­nem „lied der deut­schen“) fest­stand. denn rütt­gers las vor, was sich in deutsch­land un­ter der cdu än­dern wer­de: „[…] er­wirt­schaf­ten statt aus­zah­len […], sub­stanz statt show.“

kei­ne show mehr, doo!


be­richt von der cdu-par­tei­tags­show

felix schwenzel , teil der sammlung: #wahl05

es fing schon am haupt­bahn­hof an. vor­wie­gen­de klei­dungs­art war hemd, ja­cket und jeans. die jun­ge uni­on präg­te die stras­sen­bahn zur west­fa­len­hal­le mit ih­rer auf­fas­sung von „le­ger“. den cdu-par­tei­tag in dort­mund ge­noss ich off­line, schrob die bei­trä­ge im wahl­blogg nach der ver­an­stal­tung in ei­nem wlan-fä­hi­gen ho­tel und im zug. des­halb ist das zeug heu­te im wahl­blogg nicht be­son­ders live. auch nicht live on tape. ein­fach nur nach­träg­lich.

off­line sucks. wer lie­ber un­kri­ti­sche lo­bes­hym­nen vom cdu-par­tei­tag le­sen möch­te, hat üb­ri­gens hier die mög­lich­keit dazu:

frach mich wie der kol­le­ge dort ins netz ge­kom­men ist. seil­schaftsw­lan?


nach­trag 05.08.2026 aus mei­ner fo­to­me­dia­thek:


vom cdu-par­tei­tag: pre-show (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

die cdu war bei der ak­kre­di­tie­rung auch re­la­tiv un­bü­ro­kra­tisch. ein herr hen­ne­wig muss­te das mit dem blog­ger auf dem par­tei­tag zwar erst mit der „pres­se­stel­le“ be­spre­chen, aber die ak­kre­di­tie­rung sei kein pro­blem. ich sol­le mich ein­fach bei der frau schell am ak­kre­di­tie­rungs­coun­ter mel­den und auf herrn hen­ning ver­wei­sen. be­vor ich den satz am ak­kre­di­tie­rungs­schal­ter vor­ge­tra­gen hat­te, drück­te frau schell mir den pres­se­aus­weis mit dem ne­cki­schem, oran­ge­nem cdu-band in die hand und das wars. kei­ne aus­weis­kon­trol­le, nix. durch die schleu­se gings auch fix, da ich noch kein künst­li­ches hüft­ge­lenk habe.

das „pres­se­zen­trum“ hat­te voll­aus­tat­tung, buf­fet mit käse- und wurst­bröt­chen, erb­sen­sup­pe, kaf­fee und — selbst­ver­ständ­lich — frei­bier, wahr­schein­lich um den mis­lau­ni­gen jour­na­lis­ten das schrei­ben zu er­leich­tern. oder den mis­lau­ni­gen blog­gern die hier ohne wlan fest­sas­sen. punkt 16 uhr habe ich mal eins pro­biert, lei­der war das brink­hoffs num­mer eins schal wie ed­mund stoi­bers lä­cheln. we­nigs­ten war es auch so kalt wie sein lä­cheln. aber auch so un­ge­niess­bar.

das vor­pro­gramm wur­de von ei­ner trup­pe des eu­ro­pa park rust be­strit­ten. pa­the­ti­sche, bun­te scheis­se. die show wur­de kurz un­ter­bro­chen als hel­mut kohl den saal be­trat. er wur­de ju­belnd emp­fan­gen. man rief, nein man schrie über­all sei­nen na­men (hel­mut), im­mer wie­der. wohl ein aus­druck von freu­de, dass sich auch mal ein gros­ser staats­mann auf ei­nem par­tei­tag bli­cken lässt. „hel­mut, hel­mut, hel­mut, …“ mi­nu­ten­lang. ich habs mal auf­ge­nom­men (hel­mut.amr). er­schüt­tern­des ton­do­ku­ment kind­li­cher freu­de.

von der an­schlies­sen­den la­ser­show habe ich ein über­zeu­gen­des bild an­ge­fer­tigt. wei­te­re bil­der be­fin­den sich in ei­nem ei­ge­nen cdu-set.

im zug schrei­be ich wei­ter, im lau­fe des abends kommt also noch der eine oder an­de­re bei­trag. live blog­gen macht mehr spass als re­tro blog­gen. mal schaun wie die tech­nik­feind­li­chen spd­ler das hin­be­kom­men. ver­spro­chen ha­ben sie vol­len und kos­ten­lo­sen wlan zu­gang. was sie da­von ha­ben sind mitt­ler­wei­le vier blog­ger die sich an­ge­mel­det habe von dort zu blog­gen. ne­ben nico lum­ma, john­ny haeus­ler und mir, wird wohl auch don dah­l­mann an­we­send sein.


nach­träg­lich vom cdu-par­tei­tag

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ed­mund stoi­ber sag­te eben in der west­fa­len­hal­le: „rot-grün ist tech­nik­feind­lich“. er mein­te das na­tür­lich, weil die ge­gen den trans­ra­pid, ge­gen atom­kraft und „grü­ne“-gen­tech­nik sei­en. die cdu hin­ge­gen ist ganz und gar nicht tech­nik­feind­lich, ein­fach nur tech­ni­k­in­kom­pe­tent. da ver­an­stal­tet die cdu ei­nen par­tei­tag mit viel brim­bo­ri­um und tral­la­la und nir­gend­wo wlan. ein ho­tel ne­ben­an hät­te even­tu­ell wlan, sag­ten die da­men an der in­for­ma­ti­on, aber das täte es wohl nicht.

so ist das nichts ge­wor­den mit dem „live-blog­gen“ vom cdu par­tei­tag. ich sit­ze jetzt noch zwei stünd­chen im nh ho­tel und blog­ge mal so­weit ich kom­me, be­vor ich zu­rück nach ber­lin fah­re.

cdu: die par­tei ohne wlan, csu: die par­tei mit lap­tops, ohne in­ter­net.


kat­zen­in­halt

felix schwenzel

was in so ei­ner kat­ze drin ist in­ter­es­siert na­tür­lich kei­nen. wohl aber of­fen­sicht­lich die kat­ze an sich als „con­tent“. die pa­pier­nen me­di­en und wir ar­ro­gant-blog­ger hal­ten kat­zen-bil­der ja für ein ver­ach­tens­wer­tes phä­no­men des blog­dings. stimmt aber gar nicht. zur zeit ist ganz ber­lin voll mit rosa und lila kat­zen(fut­ter) wer­bung und wenn man ge­nau hin­guckt sind auch die pro­le­ten-ma­ga­zi­ne.

als ich kürz­lich bei der su­shi-hap­py-hour beim ja­pa­ner an der ecke adal­bert-/ora­ni­i­en­stras­se sass (sehr zu emp­feh­len üb­ri­gens, auch wenn die kein kat­zen­fleisch zu­be­rei­ten) und mei­nen 4 euro su­shi tel­ler im mich rein­drück­te, blät­ter­et ich in den an­er­kann­ten pro­le­ten-fach­ma­ga­zi­nen „bz“ und „frei­zeit re­vue“: al­les voll mit kat­zen und an­de­ren haus­tie­ren. wer ist bloss da­r­uf ge­kom­men das als blog­phä­no­men zu be­zeich­nen?

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vom links­par­tei­tag: nach der re­de ist nach dem par­tei­tag (teil 9)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

nach der rede von gysi habe ich ein biss­chen oh­ren­schmer­zen be­kom­men. das war sehr laut und sehr lan­ge laut. glück­li­cher­wei­se war der ap­plaus recht ent­span­nend, an­ge­nehm lei­se (weil un­ver­stärkt) und kurz.

nach der rede in­sze­nier­ten gysi und la­fon­taine noch ein biss­chen ver­brü­de­rung auf dem po­di­um, schüt­tel­ten sich die hän­de und wur­den hun­dert­fach da­bei fo­to­gra­fiert. da­nach be­gann der teil auf den die links­par­tei be­son­ders stolz ist, näm­lich dass ihr „ent­wurf“ des wahl­pro­gramms vom par­tei­tag per ab­stim­mung ge­bil­ligt wür­de und erst dann zum end­gül­ti­gen „wahl­pro­gramm“ wer­de. da­mit de­mons­trie­re die links­par­tei ihre ab­grund­tie­fe ver­eh­rung von de­mo­kra­tie. al­ler­dings ver­lies­sen zu die­sem zweck fast alle füh­rungs­per­so­nen das po­di­um und über­lies­sen den de­mo­kra­ti­schen pro­zess dem fuss­volk. wäh­rend der fol­gen­den ab­stim­mun­gen ist der ein­zi­ge mir er­kenn­ba­re pds- oder wasg-spit­zen­po­li­ti­ker auf dem po­di­um, der pds-par­tei­vor­sit­zen­de lo­thar bis­ky. al­ler­dings kämpft gysi auch ge­ra­de an der me­dief­ront, er ist bei phoe­nix im in­ter­view. da­nach gibt er noch ein ra­dio-in­ter­view.

ich muss zwi­schen­zeit­lich ein­ge­schla­fen sein. la­fon­taine sitzt plötz­lich wie­der auf dem po­di­um. er shakert mit ul­rich mau­rer, wäh­rend lo­thar bis­ky hef­tig mit der blon­di­nen mit der wal­len­den mäh­ne shakert. be­son­ders alt ist die dame nicht, was selbst­ver­ständ­lich nichts zur sa­che tut, aber weiss je­mand wie dei dame heisst und wie sie es in die ers­te rei­he ge­schafft hat?

wo war ich?

gysi, vie­le wor­te, re­den, re­den, re­den, ab­stim­mun­gen, blon­di­nen. mir wird lang­sam warm. und lang­wei­lig. den ein­zel­nen än­de­rungs-an­trä­gen kann und mag ich nicht fol­gen. viel­leicht soll­te ich ein kur­zes fa­zit zie­hen?

so ein par­tei­tag ist nicht be­son­ders lus­tig. die paar wit­ze die man hört sind grot­ten­schlecht und auf eine sehr spe­zi­el­le ziel­grup­pe aus­ge­rich­tet. alle be­tei­lig­ten, in­klu­si­ve der an­we­sen­den pres­se und blog­ger (ix), schei­nen sich sehr ernst zu neh­men. es wird wahn­sin­nig viel ge­re­det, zum teil auf ei­nem ni­veau wie ich zu­letzt im schü­ler­thea­ter er­lebt habe. man­che de­le­gier­te re­den wie klei­ne kin­der die ein ge­dicht auf­sa­gen, man­che schrei­en als ob es um le­ben und tod gin­ge. die far­be rot ist über­all, in der saal-be­leuch­tung, auf ober­kör­per-be­klei­dung, so­cken, schlip­sen und sehr oft, manch­mal nur in spu­ren, in den haa­ren von de­le­gier­ten.

sehr ger­ne wur­de das wort „neo­li­be­ra­lis­mus“ be­nutzt, neu war mir das von gre­gor gysi be­nutz­te wort „re­re­gu­lie­rung“. es gibt nicht nur „ge­nos­sen und ge­nos­si­nen“ (muss man ganz schnell spre­chen, das hört sich dann an wie „gnossndg­nis­sn“), son­dern auch „zäh­ler und zäh­le­rin­nen“, „kaf­fee­trin­ker und kaf­fee­trin­ke­rin­nen“ usw. po­li­tisch voll kor­rekt.

aus­ser­dem habe ich noch eine fra­ge. nervt das, wenn ich alle paar stun­den ei­nen neu­en bei­trag schrei­be und soll­te ich über­le­gen ei­nen par­tei­tag in ei­nem bei­trag zu­sam­men­zu­fas­sen, also den bei­trag stän­dig un­ten er­gän­zen?

aus­ser­dem freue ich mich dar­auf am mitt­woch zu­sam­men mit nico und john­ny vom spd-par­tei­tag zu blog­gen. mor­gen gehts erst­mal wei­ter aus dort­mund, dort re­det mich dann die CDU müde.

mich drängt es jetzt dazu nach hau­se zu ge­hen. ir­gend­wie kann ich mir nicht vor­stel­len, dass hier no­chet­was span­nen­des pas­siert. wenn doch, bit­te in die kom­men­ta­re da­mit. dan­ke.

[nach­trag]

hier noch­mal ein link zu ei­nem klei­nen links­par­tei­tags-fo­to­set bei flickr.


vom links­par­tei­tag: gy­si fin­det sich nicht un­ter­wür­fig (teil 8)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

leu­te, ich brau­che drin­gend ei­nen par­tei­tags­blog­ger-spon­sor. von ei­nem par­tei­tag zu blog­gen ist fast so teu­er wie den gan­zen tag in ei­nem lu­xus­re­stau­rant zu sit­zen. fürs wlan hab ich nun schon 15 euro be­zahlt, dass mit­tag­es­sen 5 euro (würst­chen aus wien, kar­tof­fel­win­kel) und das bier in neu­kölln ist teue­rer als in mit­te, 2 euro ach­tig für ein klei­nes ber­li­ner kindl.

mo­men­tan re­det gre­gor gysi. brut­to und net­to bringt ihn zwar auch ein paar­mal ins stot­tern, aber er macht das par­tei­tags­volk mun­ter. der saal grölt. kann auch sein dass er aus­ge­lacht wird. ich weiss es nicht. der im ent­wurf des wahl­pro­gramms be­schlos­se­ne min­dest­lohn von tau­send euro scheint es ihm aber an­ge­tan zu ha­ben. fin­det er „rich­tig und wich­tig“.

jetzt spricht auch er (nach bodo ra­me­low) von „dem foto“. er freut sich: „we­nigs­tens se­hen wir nicht frus­triert aus“. bodo ra­me­low mein­te zu dem foto, dass es zei­ge man kön­ne auch mit ei­nem schalk im na­cken das land ver­än­dern. mei­ne theo­rie ist ja, dass la­fon­taine gy­sie in die eier kneift und gysi ihn dar­um bit­tet sie wie­der los­zu­las­sen.

bild von holm frie­be

die rie­sen­ma­schi­ne und chris­ti­an esch ha­ben sich auch ge­dan­ken um „das foto“, bzw. das pla­kat ge­macht.


vom links­par­tei­tag: glanz und glo­ria und glat­zen (teil 7)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

gysi glänzt sit­zend auf der büh­ne. also er sitzt glän­zend auf der büh­ne, bzw. sei­ne glat­ze glänzt. bei la­fon­taine glänzt nicht die glat­ze, die ist ja ver­deckt, son­dern die gan­ze per­son. ja, so­bald er sich durch den saal be­wegt, was er in der letz­ten hal­ben stun­de ca. 5mal ge­macht hat, blitzt es und mur­melt. so­bald er durch den saal stol­ziert folgt ihm eine meu­te von 40 jour­na­lis­ten und ca. 5 per­so­nen­schüt­zern, er wird von meh­re­ren vi­deo­ka­me­ras bes­tens aus­ge­leu­che­tet. stän­dig wird er in­ter­viewt, als ob die gan­zen fer­seh­sen­der nur für ihn ge­kom­men wä­ren.

gysi bleibt sit­zen. stän­dig, im­mer in der ers­ten rei­he. mal schau­en ob er sich nach sei­ner rede in­ter­view­en lässt.

ich wer­de jetzt mal, wie die meis­ten de­le­gier­ten, ein bier­chen trin­ken. die ge­nos­sen (und ge­nos­si­nen) ha­ben zwar ei­nen un­auf­hol­sa­men vor­sprung (die sau­fen seit 9 uhr), aber wenn ich ul­rich mau­rer wei­ter zu­hö­re schla­fe ich so­fort ein. der letz­te satz von ihm, un­glaub­lich lang­sam und mo­no­ton ge­spro­chen: „wir ha­ben lei­den­schaft […] und das ist wich­tig.“

[was ham die po­li­ti­ker bloss im­mer mit ih­ren haa­ren?]



vom links­par­tei­tag: la­fon­taine re­det und re­det und re­det (teil 5)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

la­fon­taine hat sich ans red­ner­pult ge­stellt. mit ihm eine meu­te von ca. 60 pres­se­leu­ten, die ihn an­gu­cken, fil­men und fo­to­gra­fie­ren.**

la­fon­tai­nes an­zug sitzt haut­eng. ich ver­mu­te er hat ei­nen al­ten, be­reits et­was ab­ge­tra­ge­nen an­zug aus dem klei­der­schrank ge­kramt. aber der knall­enge sitz hat den vor­teil, dass er la­fon­tai­nes beim re­den das bauch­ein­zie­hen leich­ter macht. das fas­zi­nie­ren­de an la­fon­tai­nes rede, alle paar sät­ze taucht das wort „ich“ auf. da scheint sich eine neue spiel­art im lin­ken spek­trum ab­zu­zeich­nen: so­zia­lich**mus.

eben fiel mir auf, dass la­fon­taine nicht nur sei­ne ver­gan­gen­heit in der bun­des­re­gie­rung und sei­nen bauch zu ka­schie­ren ver­sucht, nein er ver­sucht auch eine rie­si­ge glat­ze auf sei­nem haupt zu ka­schie­ren. im fern­se­hen fällt ei­nem das gar nicht auf, da sieht man nur eine ko­mi­sche fri­sur. in echt of­fen­bart sich das gan­ze haa­ri­ge elend, viel­leicht ist es ja auch pro­gram­ma­tisch ge­meint: ich habe zwar nichts auf dem kopf, aber wenn ich wo­an­ders mei­ne haa­re wach­sen las­se, kann ich das ver­de­cken. po­li­tisch ist die glat­ze der bun­des­haus­halt und sein de­fi­zit, die sei­ten­haa­re mas­si­ve steu­er­erhö­hun­gen die dann das haus­halts­de­fi­zit mit ei­nem kamm­strich ka­schie­ren.

foto57.jpg

in­ter­es­sant ist auch, wie be­weg­lich la­fon­taine ist. er beugt sich vor, stützt sich mit dem lin­ken el­len­bo­gen ab, fuch­telt mit den ar­men und dem zei­ge­fin­ger und er wa­ckelt stän­dig mit dem kopf, manch­mal nickt er sich selbst zu. die rech­te hand wan­dert manch­mal in die ho­sen­ta­sche.

fremd­ar­bei­ter hat er bis jetzt nicht ge­sagt. noch nicht­ein­mal in an­füh­rungs­zei­chen. ach. jetzt doch. er mo­niert, dass alle das wort be­nut­zen dür­fen (faz, spie­gel, usw), nur er selbst nicht. wie ge­mein.

be­son­ders gut ge­fällt al­len an­we­sen­den la­fon­tai­nes schluss­wort: „mei­ne zeit ist zu­en­de, de­halb, mei­ne freun­de, noch ein paar wor­te zum schluss.“ (wahr­schein­lich falsch zi­tiert, trotz­dem schön, die­se selbst­be­wuss­te, selbst­kri­ti­sche hal­tung)


vom links­par­tei­tag: la­fon­taine und un­ge­rech­tig­kei­ten (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

jetzt ist mit­tags­pau­se. sehr wit­zig fand ich die an­kün­di­gung eben­die­ser: „wir näh­ren uns in zwei mi­nu­ten der mit­tags­pau­se.“ wow. hier herrscht noch ord­nung. und ich kann jetzt end­lich mal in ruhe, ohne stän­di­ges ge­quat­sche schrei­ben.

ich habe in der zeit in der ich hier rums­ass, mehr­fach os­kar la­fon­taine be­ob­ach­tet. ein hob­by von vie­len an­we­sen­den jour­na­lis­ten, die ihn auch in ru­deln auf­such­ten um ihn zu fil­men oder fo­to­gra­fie­ren. kein wun­der, denn herr la­fon­taine sticht aus der men­ge auf der büh­ne her­aus (jetzt kommt mein lieb­lings­satz):

os­kar la­fon­taine ist sehr braun. tief­braun. wie je­der weiss, war er in mal­lor­ca. der auf­ent­halt dort hat sich de­fi­ni­tiv ge­lohnt, ei­ner­seits weil er jetzt hier auf dem par­tei­tag so toll auf­fällt und an­de­rer­seits, weil jetzt die pres­se so­viel über ihn schreibt. bodo ra­me­low fin­det es üb­ri­gens ok, dass os­kar la­fon­taine „ver­mö­gen“ habe. ja, er sol­le sein „ver­mö­gen“ auch ge­nies­sen, kei­ner kön­ne et­was da­ge­gen ha­ben — so­lan­ge er da­für ver­mö­gens­steu­er zah­le. auch en­gels hät­te ver­mö­gen ge­habt, auch marx habe ver­gnü­gen ge­kannt. be­ein­dru­cken­de rhe­to­rik, mit der ein für al­le­mal die lu­xus­al­lü­ren von os­kar „tos­ka­na“ la­fon­taine vom tisch ge­wischt sind. ge­ne­ral­ab­so­lu­ti­on vom par­tei­stra­te­gen für la­fon­taine.

lei­der habe ich ver­ges­sen wer es ge­sagt hat, aber ein red­ner be­klag­te bit­ter­lich, dass es für arme in deutsch­land kei­nen da­ten­schutz gäbe. ar­beits­lo­se müss­ten auf ih­ren an­trä­gen für ALG2 teil­wei­se äus­serst pri­va­te und in­ti­me an­ga­ben ma­chen. ein mil­lio­när müss­te das nicht ma­chen, das sei zu­tiefst un­ge­recht. über­haupt, ganz deutsch­land sei zu­tiefst un­ge­recht. bei die­ser rhe­to­rik bin ich mir im­mer nicht ganz si­cher was ei­gent­lich ge­meint ist. die an­pran­ge­rung der ver­hält­nis­se um zu­stim­mung und stim­men zu er­hei­schen, eine po­la­ri­sie­rung zwi­schen arm und reich? was wird ei­gemnt­lich ge­for­dert? die ab­schaf­fung der harz IV fra­ge­bö­gen oder die aus­wei­tung der fra­gen­ka­ta­lo­ge auch auf mil­lio­nä­re.

na gut, ich bin un­ge­recht. die an­wort ist klar. al­les ab­schaf­fen, ar­beits­lo­sen­geld zwei, harz vier, schrö­der und „sei­ne“ ar­beits­lo­sig­keit. ge­rech­tig­keit für alle, ver­mö­gens­steu­er für mil­lio­nä­re. fer­tig. die for­de­run­gen der de­li­gier­ten zer­ge­hen ei­nem alle wie sah­ne auf der zun­ge, aber beim run­ter­schlu­cken merkt man, dass sie nicht durch die spei­se­röh­re pas­sen. qua­si.


vom links­par­tei­tag: dop­pelt ge­mop­pelt (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich woll­te es nur mal aus­pro­bie­ren und es funk­tio­niert: man dreht kom­plett durch wenn man auf der pres­se­büh­ne sitzt, ei­ner mit­tels mi­kro und ver­stär­ker sehr laut spre­chen­den red­ne­rin zu­hört und sich gleich­zei­tig den phoe­nix live-stream vom links­par­tei­tag an­guckt und an­hört. kaum aus­zu­hal­ten das. bringt ja auch nix.

foto489.jpg

der stream hat üb­ri­gens ca. 20 se­kun­den lag, also zeit­ver­zö­ge­rung.


vom links­par­tei­tag: al­les sehr wort­reich hier (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich weiss ja nicht viel über par­tei­ta­ge. im fern­se­hen gibt es im­mer son­der­sen­dun­gen von par­tei­ta­gen, meist ganz spät abends. der par­tei­tag selbst dient im fern­se­hen ei­gent­lich vor al­lem als hin­ter­grund um ei­nen a-blog­ger par­tei-leit­ham­mel zu in­ter­view­en und ein biss­chen rum­zu­mo­de­rie­ren.

der ei­gent­li­che sinn von par­tei­ta­gen — so­weit ich das nach 2 stun­den be­ur­tei­len kann — scheint aber die pro­duk­ti­on von wor­ten zu sein. es wer­den sehr, sehr vie­le wor­te in re­den ge­spro­chen, die­se wor­te wer­den bei man­chen red­nern auch auf pa­pier ge­druckt ver­teilt, zum nach­le­sen, wenn man zum bei­spiel aus den re­den ei­nen neu­en text ma­chen möch­te, für eine zei­tung oder ein web­log.

der wahl­kampf­ma­na­ger der links­par­tei, ein hei­se­rer herr ra­me­low hat mei­ne ver­mu­tung üb­ri­gens eben in sei­ner an­spra­che be­stä­tigt; er bat (wort­reich) dar­um nicht zu viel zu re­den (oder zu dis­ku­tie­ren), da­mit man „zü­gig“ zu er­geb­nis­sen kom­me. denn die­se er­geb­nis­se sol­len „so­fort“ nach dem par­tei­tag in 100 000den ex­em­pla­ren ge­druckt wer­den. der par­tei­tag ist also dazu da am ende eine art wort­samm­lung (wahl­pro­gramm) zu dru­cken.

ein wei­te­rer sinn von par­tei­ta­gen ist mög­lichst viel auf­merk­sam­keit zu er­re­gen. denn auf­merk­sam­keit hat wei­te­re wor­te zur fol­ge. ei­ner red­ne­rin ist be­reits auf­ge­fal­len, dass das be­reits im vor­feld ge­klappt hat. so­viel pres­se, so­vie­le ka­me­ras, das hät­te man noch nie ge­habt.

wer nun nicht auch noch mei­ne wor­te ha­ben will, kann sich ja mei­ne bil­der bei flickr vom links­par­tei­tag an­gu­cken