links vom 03.08.2011

felix schwenzel

*

  dra­dio.de: Recht auf Un­be­lehr­bar­keit
ach­so! man muss sich gar nicht an die recht­schreib­re­geln hal­ten?

*

  kanz­lei­kom­pa.de: Die Wi­ki­pe­dia-Ab­mah­nun­gen des Sven Tesch­ke
liest sich wie ne tas­se es­pres­so ohne zu­cker.

*

  ma­cosx­hints.com: 10.7: Shrink page width in full-screen Sa­fa­ri
ja, das funk­tio­niert. stellt sich al­ler­dings noch die fra­ge: wozu der sa­fa­ri-full­screen-mode gut sein soll, aus­ser, zum bei­spiel, ner prä­sen­ta­ti­on?

*

  wired.de: Mir kom­men die Trä­nen
na geht doch. klas­se blog­ein­trag über den re­cher­che­all­tag.

*

  faz.net: Blog­ger im Ge­spräch mit Peer Stein­brück: Jetzt tun Sie doch nicht im­mer so ohn­mäch­tig!
vier alte män­ner, in­ter­view­en peer stein­brück und zi­tie­ren ni­klas luh­mann und carl schmitt. stein­bück wirkt in sei­nen ant­wor­ten er­staun­lich ge­ra­de­her­aus und ver­ständ­lich. eine da­von: »Die Reich­wei­te staat­li­cher Po­li­tik hat in der Glo­ba­li­sie­rung ab­ge­nom­men, aber das Auf­tre­ten der na­tio­na­len Po­li­tik ver­mit­telt den Bür­gern den Ein­druck ei­ner Om­ni­po­tenz. Tat­säch­lich hat die Re­ge­lungs­fä­hig­keit der Po­li­tik ab­ge­nom­men, sie lei­det an Ohn­machts­an­fäl­len.«

ins­ge­samt ganz le­sens­wert, aber mir fiel auf, dass das wort „blog­ger“ ei­nen pel­zi­gen ge­schmack be­kommt, wenn schirr­ma­cher es be­nutzt. 

*

  ak-zen­sur.de: Nach­ruf: Olaf, Du wirst uns feh­len!
ma­nu­ell er­zeug­tes kon­do­lenz­buch.

*

  riv­va.de: netz­po­li­tik.org: Wir trau­ern um Joerg-Olaf Schae­fers
au­to­ma­tisch er­zeug­tes kon­do­lenz­buch. 


jörg-olaf schä­fers ist tot

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen

jörg-olaf schä­fers ist tot. sein ali­as war, wie mei­ner, ix, auch wenn er das pseud­onym in letz­ter zeit nicht mehr oft be­nutz­te. ich las von sei­nem tod heu­te zu­erst auf mei­nem han­dy per email, über die jo­net-mai­ling­lis­te. den dort ver­link­ten ein­trag auf netz­po­li­tik las ich im kai­sers an der wurst­the­ke und ich muss­te beim le­sen mei­ne trä­nen un­ter­drü­cken. trä­nen und wurst­the­ke pas­sen nicht zu­sam­men. tod und jörg-olaf schä­fers pas­sen al­ler­dings auch nicht zu­sam­men.

ich habe jörg-olaf ein­mal kurz auf der re­pu­bli­ca ge­trof­fen, kann­te und schätz­te ihn aber schon viel län­ger. wir ha­ben uns ge­le­sen.

jörg-olaf schwomm nie mit dem strom, son­dern stets mit sei­nen über­zeu­gun­gen. wir wa­ren nicht im­mer der glei­chen mei­nung, aber ich hat­te stets das ge­fühl, dass sei­ne über­zeu­gun­gen oder ar­gu­men­te fun­dier­ter als mei­ne wa­ren. er hat­te die sel­te­ne fä­hig­keit din­ge zu ende zu den­ken — oder zu­min­dest wei­ter als ich. auch des­halb wird er nicht nur mir, son­dern der welt feh­len. 


mei­ne lieb­lings­t­weets im ju­li

felix schwenzel

sam­son aus der se­sam­stra­ße ist ei­gent­lich nur der geis­tig be­hin­der­te bru­der von chew­bac­ca.
@sil­vestah
sil­vestah
Here's a thought. When was the last time you ac­tual­ly cli­cked so­me­thing wi­thin a tag cloud? Ans­wer: never? I thought so.
@cold­heat
Chris­ti­an Mü­cke
konn­te omas kü­chen­brett­chen­op­tik in #lion noch to­le­rie­ren - aber die­se ka­len­der­op­tik NICHT. ohn­oez! m(
@m4rch
march
Bahn­ver­käu­fer: "Ha­ben Sie Ih­ren Schwer­be­hin­der­ten­aus­weis da­bei?" Ich: "Nein, aber ich habe ex­tra mei­nen Roll­stuhl mit­ge­bracht..."
@RAUL­de
Raul Kraut­hau­sen
In Mit­te kann man sich bald nur noch wa­xen las­sen und da­bei fro­zen yo­gurt es­sen.
@car­hartl
Klaus Hartl
Sein Image könn­te Mur­doch auch ver­bes­sern, in­dem er blin­de Rob­ben­ba­bies mit glü­hen­dem Sta­chel­draht er­würgt.
@sa­scha­lobo
Sa­scha Lobo
Ist euch schon mal auf­ge­fal­len, dass 100% al­ler Welt­krie­ge vor der Er­fin­dung des In­ter­nets statt­ge­fun­den ha­ben? Denkt mal drü­ber nach!
@343max
Max Win­de
Frau­en sind wie Ele­fan­ten. Wenn man sie er­schießt, sind sie tot.
@hoch21
Ro­man Held
Ich habe mir ex­tra für Twit­ter zwei Kat­zen, ein iPho­ne und ein Baby zu­ge­legt, ich wer­de für euch nicht auch noch an­fan­gen, Tat­ort zu gu­cken.
@lars­rei­ne­ke
Lars Rei­ne­ke
To­tal an­stren­gend: Er­ken­ne nie­man­den bei #goo­gle­Plus, weil alle ihre ech­ten Na­men und Fo­tos ver­wen­den. Wer sind die­se Leu­te?
@Pau­sa­ni­as
Ma­xim Loick
Man­che Leu­te se­hen ja echt aus wie auf Fo­tos!!
@al­les­karl
Käptn Karl
Es gibt Men­schen, de­nen wün­sche ich vom gan­zen Her­zen, gan­ze Her­zen.
@mal­te­re
Mal­te
Ich fin­de Wort­fin­dungs­stö­run­gen ex­trem Dings.
@isdjan
isdjan
Goog­le+ ist eine Mi­schung zwi­schen Twit­ter ohne Fol­lower­count, Face­book ohne Farm­ville, Chat­rou­let­te ohne Pe­nis­se und Dia­spo­ra mit Fea­tures.
@zeit­wei­se
zeit­wei­se [macm]
Das weib­li­che Fuß­ball­na­tio­nal­team macht Re­kla­me für BILD. Eman­zi­pa­ti­on be­deu­tet eben auch: Frau­en dür­fen ge­nau­so schei­ße sein wie Män­ner.
@Deef
Deef Pir­ma­sens
Al­les Fot­zen au­ßer Mu­schi.
@die­stof­fel
Stof­fel

[au­to­ma­tisch ge­ne­rier­te black­bird pie an­sicht (fast) al­ler tweets, an die ich im juli ein stern­chen ge­macht habe.] 


links vom 01.08.2011

felix schwenzel

*

  print-wuergt.de: Gut­men­schen
mi­ch­a­lis pan­te­lou­ris: »Denn das ist die Ideo­lo­gie: Gut­men­schen, lau­tet der im­mer im­pli­zier­te Vor­wurf, glau­ben an das Gute im Men­schen, und das sei naiv.«

*

  hal­tungs­tur­nen.de: Gut­mensch und Wut­bür­ger als rech­te Kampf­be­grif­fe
wolf­gang lü­nen­bür­ger-rei­den­bach: »Und weil, wer Gut­mensch oder Wut­bür­ger sagt, Men­schen und ihre Hal­tun­gen und Hand­lun­gen ver­ächt­lich macht, de­nen es dar­um geht, dass die Welt bes­ser wird an­statt schelch­ter oder gleich schlecht zu blei­ben, ist die­ses Re­den zu­tiefst rechts­ra­di­kal, min­des­tens aber re­ak­tio­när.«

wo­bei man na­tür­lich auch be­haup­ten kön­ne, dass man sol­che kampf­be­grif­fe auch ka­pern kann. die pi­ra­ten­par­tei­en ver­su­chen das und mal­te wel­ding hat es kürz­lich mit der über­schrift „ lie­be schlecht­men­schen “ ver­sucht.

*

  herz­da­men­ge­schich­ten.de: Das neu­ro­ti­sche Pferd im Fahr­stuhl
fein be­ob­ach­tet. 



nach­rich­ten­ge­stal­tung

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen

andy rut­ledge schreibt am 17.07.2011, dass die di­gi­ta­len nach­rich­ten ka­putt sei­en („Di­gi­tal news is bro­ken“). er zeigt ein paar sehr mi­ni­ma­lis­ti­sche de­sign-al­ter­na­ti­ven am bei­spiel der new york times. sei­ne al­ter­na­ti­ven, meint er, sei­en über­sicht­li­cher und be­nut­zer­freund­li­cher als die ge­stal­tung der web­sites der gros­sen nach­rich­ten­sei­ten.

paul scri­vens se­kun­diert und dif­fe­ren­ziert ein biss­chen und er­wei­tert die bei­spiel­lis­te.

khoi vinh, ein de­si­gner, der un­ter an­de­rem am de­sign der new york times mit­ge­wirkt hat, nennt das was andy rut­ledge macht „un­so­li­ci­ted re­de­signs“ und er­klärt, war­um er es in die­sem fall kom­plett igno­rie­ren wird, kei­nen na­men nen­nen und kei­nen link auf rut­ledge set­zen wird.

ich fand das al­les sehr le­sens­wert und da­zu­ler­nens­wert. und ja, das ist al­les irre selbst­re­fe­ren­zi­ell, wie im üb­ri­gen auch ärz­te­kon­gres­se oder ver­an­stal­tun­gen der tex­til­in­dus­trie oder hand­werks­mes­sen irre selbst­re­fe­ren­zi­ell sind. oder die­ses gan­ze blog­dings oder die­ses neue plus­dings. 


„zü­cker­chen“

felix schwenzel

tho­mas knü­wer kün­digt die wired-ipad-app mit „zü­cker­chen“ an:

[…] Ne­ben den Ma­ga­zin-In­hal­ten [wird die iPad-App] eine Rei­he von Zü­cker­chen ent­hal­ten: Vi­de­os, zum Bei­spiel, und in­ter­ak­ti­ve Gra­fi­ken.

und ich haue mir mit der hand auf die stirn. ob die wired-app vi­de­os „be­inhal­tet“ in­ter­es­siert doch wirk­lich kein schwein. echt, wel­chen dorf­dep­pen will knü­wer mit die­ser an­kün­di­gung aus dem häus­chen lo­cken? das netz ist voll mit vi­de­os, je­der, wirk­lich je­der kann sich un­ge­fähr zwan­zig schril­lio­nen vi­de­os an­se­hen oder auf eben­so­vie­len ka­nä­len emp­feh­len las­sen.

und die dorf­dep­pen be­nut­zer ma­chen das auch. für 22% des mo­bi­len traf­fics ist you­tube ver­ant­wort­lich. knü­wers an­kün­di­gung hat die qua­li­tät ei­ner bier­gar­ten-wer­bung, die mit „ex­tra viel fri­scher luft“ wirbt.

wie wäre es statt ei­ner luft-an­kün­di­gung, mit ei­ner an­kün­di­gung wie die­ser: „wir pro­du­zie­ren ex­tra für die ipad-aus­ga­be hoch­wer­ti­ge vi­de­os und neh­men da­für rich­tig viel geld in die hand.“ na­tür­lich kann tho­mas knü­wer so­et­was nicht an­kün­di­gen, weil es da­für mit ziem­li­cher si­cher­heit kein bud­get gibt.

dann glaubt knü­wer auch noch, dass man mit „in­ter­ak­ti­ven gra­fi­ken“ be­nut­zer be­geis­tern könn­te. auch hier scheint ein miss­ver­ständ­nis vor­zu­lie­gen. oder will knü­wer tat­säch­lich sa­gen, dass die gra­fi­ken im heft so scheis­se und lang­wei­lig sind, dass sie erst durch in­ter­ak­ti­vi­tät aus­sa­ge­kräf­tig wer­den? oder an­ders­rum: war­um in­ter­ak­ti­ve gra­fi­ken be­nut­zen, wenn die nicht in­ter­ak­ti­ven gra­fi­ken gut ge­nug sind? oder will knü­wer, als blatt­ma­cher auf ab­ruf sa­gen: auf pa­pier kann man kei­ne an­stän­di­gen gra­fi­ken ab­bil­den, wir müs­sen die in­ter­ak­tiv ma­chen, da­mit sie was nut­zen?

andy rut­leg­de be­schreibt das pro­blem das knü­wer und sei­ne re­dak­ti­on ha­ben auf den punkt (auch wenn er na­tür­lich et­was ganz an­de­res meint):

In an ef­fort to dis­gu­i­se and mi­ti­ga­te the fact that they have litt­le idea how to pu­blish di­gi­tal con­tent pro­per­ly—of­ten snea­ki­ly cal­led “dif­fe­ren­tia­ti­on”—some news out­lets re­lease apps for di­gi­tal de­vices.

rut­leg­de be­zieht sich na­tür­lich nicht aufs pa­pier, son­dern sagt (und zeigt) deut­lich, dass me­di­en­häu­ser zu­nehemnd un­fä­hig sind, in­ter­es­san­te in­hal­te in­ter­es­sant an den mann zu brin­gen und ipad-apps als lö­sung ih­rer in­kom­pen­tenz an­se­hen.

rut­leg­de wei­ter:

In­s­tead of working with a handful of red­un­dant, mi­ti­ga­ting for­mats (web­sites, mo­bi­le sites, apps, etc…) for con­tent de­li­very to po­pu­lar de­vices, news or­ga­niza­ti­ons should sim­ply de­li­ver it cor­rect­ly in the first place, one time; using html, css, Ja­va­Script, …oh, and de­sign. The em­ploy­ment of con­tent de­sign would be quite re­fres­hing, ac­tual­ly.

also statt kin­ker­litz­chen wie in­ter­ak­ti­ve gra­fi­ken in eine ipad-app ein­zu­bau­en, macht ein or­dent­li­ches heft und linkt in der ipad-app auf teu­fel komm raus auf eure quel­len oder wei­ter­füh­ren­de in­for­ma­tio­nen oder fil­me die im in­ter­net rum­lie­gen. hört sich ein­fach an, ist aber of­fe­nar schwer in die köp­fe von me­di­en­fuz­zis rein­zu­krie­gen.

im­mer­hin hat knü­wer nicht „mul­ti­me­dia“ ge­sagt. das ist ja auch schon was. 


links vom 27.07.2011

felix schwenzel

*

  taz.de/wortis­tik: Cu­kunft
det­lef guert­ler: »Ich mag “C wie Zu­kunft".«

*

  tau­to­ko.info: We are vul­nerable by choice.
hört sich an wie aus der rat­ge­ber-sek­ti­on der bri­git­te, ist aber was dran. wah­re stär­ke und sou­ve­rä­ni­tät zeigt sich nicht durch ma­cker­haf­tes, ag­gres­si­ves auf­tre­ten, son­dern durch selbst­be­wusst­sein, angst­frei­heit und of­fen­heit. 

(die­sen satz wer­de ich ir­gend­wann be­reu­en:) das ist auch der grund, war­um fahr­rad­hel­me so lä­cher­lich aus­se­hen.

*

  mal­te-wel­ding.com: Lie­be Schlecht­men­schen
man kann mal­te po­le­mik vor­wer­fen, un­ter der gür­tel­li­nie zu ar­gu­men­tie­ren, un­sach­lich zu sein oder aber gar nicht zu ar­gu­men­tie­ren -- aber an ei­ner stel­le hat er ein korn ge­fun­den, das viel­leicht der schlüs­sel zum sinn des le­bens, des uni­ver­sums und über­haupt al­lem sein könn­te:
»Ihr habt kei­nen Hu­mor.«

*

  taz.de/rep­ti­li­en­fonds: Thi­lo, geh doch nach Oslo
hei­ko wer­ning hält thi­lo sar­ra­zin für ein „sen­si­bel­chen“ und schreibt über die re­ak­tio­nen auf den fürs fern­se­hen in­sze­nier­ten kreuz­berg-be­such von thi­lo sar­ra­zin:

Noch nach der Aus­strah­lung des Films schreibt [Vera Lengs­feld] vom „Be­such Thi­lo Sa­razz­ins, der we­gen tät­li­cher Haß­at­ta­cken auf den ehe­ma­li­gen Fi­nanz­se­na­tor ab­ge­bro­chen wer­den muss­te.“ Da­bei kann je­der se­hen, dass die bei­den Kreuz­berg-Aben­teu­er­tou­ris­ten alle ge­plan­ten Sta­tio­nen ih­res Be­suchs voll­stän­dig und un­ver­sehrt ab­fah­ren konn­ten, nur, dass sich die Kreuz­ber­ger eben da­bei nicht so ge­äu­ßert ha­ben, wie Herr Sar­ra­zin sich das wo­mög­lich ge­wünscht hat. Son­dern, ein­fach so und ganz un­an­ge­mel­det, eine ei­ge­ne Mei­nung ha­ben zu je­mand, der von ge­ne­ti­schen Un­ter­schie­den zwi­schen den Ras­sen pre­digt, von der Ge­fahr, die durch die Mas­sen­ver­meh­rung der fal­schen Ras­se aus­geht, und die ihn des­we­gen ein­fach so als Ras­sist be­zeich­nen.«

*

  zeit.de: Jens Stol­ten­berg: Nor­we­gens Art, die Frei­heit zu ver­tei­di­gen
Jens Stol­ten­berg: »Noch sind wir ge­schockt, aber wir wer­den un­se­re Wer­te nicht auf­ge­ben.  Un­se­re Ant­wort lau­tet: mehr De­mo­kra­tie, mehr Of­fen­heit, mehr Mensch­lich­keit.«


the ad­jus­t­ment bu­reau

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen

wäh­rend ich den film sah, war ich ziem­lich be­geis­tert. dann dach­te ich wie­der: soll ich so die­sen be­deu­tungs­schwan­ge­ren hol­ly­wood-scheiss, der vor pseu­do-phi­lo­so­phi­schen weis­hei­ten nur so strotzt, der fra­gen nach dem schick­sal und dem frei­en wil­len so flach­bürs­tet, dass es der hin­ter­letz­te dorf­depp ka­piert, wirk­lich emp­feh­len?

aber als ich im ab­spann las: »Ba­sed upon the short sto­ry „Ad­jus­t­ment Team“ by Phil­ip K. Dick« war mir klar, den film kann man rund­her­aus emp­feh­len.

Peo­p­le who rea­li­ze free will is a gift you’ll never know how to use un­til you fight for it. I think that’s the chair­man’s real plan, that may be one day we dont’t wri­te the plan. You will.

[sym­bol­fo­to foto cc li­zen­siert von cote] 


links vom 26.07.2011

felix schwenzel

*

  blog.ron­nie­grob.com: Ein Ma­ni­fest auf dem Sil­ber­ta­blett
ron­nie grob: »Der Ter­ro­rist, der in Nor­we­gen am Frei­tag­nach­mit­tag fast 100 Men­schen um­ge­bracht hat, füt­tert die Me­di­en in ei­ge­ner Sa­che. Die Jour­na­lis­ten ver­hal­ten sich ge­nau so, wie er sich das vor­ge­stellt hat.«

*

  faz.net: El­mar The­ve­ßen und der "sau­be­re Jour­na­lis­mus" der Ter­ro­ris­mus­exper­ten
ste­fan nig­ge­mei­er fühlt sich von el­mar the­ve­ßens recht­fer­ti­gungs-blog­ein­trag an­ge­spro­chen und guckt sich noch­mal ge­nau an was the­ve­ßen ge­sagt ha­ben will und tat­säch­lich ge­sagt hat. zwi­schen­fa­zit ste­fan nig­ge­mei­er:
»The­ve­ßen hat hier of­fen­bar sei­nen Ter­ro­ris­mus­exper­ten-Hut ge­gen sei­nen Stell­ver­tre­ten­der-Chef­re­dak­teur-Hut aus­ge­tauscht und be­schei­nigt sich selbst, "jour­na­lis­tisch sau­ber" ge­ar­bei­tet zu ha­ben. Das heißt wohl so­viel wie: Wir ha­ben uns zwar kom­plett ver­fah­ren, aber im­mer die Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung ein­ge­hal­ten.«

*

  lars­rei­ne­ke.de: Pi­ra­ti­ge Pein­lich­kei­ten
»Die Pi­ra­ten­par­tei Deutsch­land hat heu­te eine Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht , die deut­lich zeigt, dass “gut ge­meint" oft­mals das Ge­gen­teil von “gut ge­macht" be­deu­tet.« 


links vom 25.07.2011

felix schwenzel

*

  lum­ma.de: C wie däm­lich
hihi.

*

  blog.dum­my-ma­ga­zin.de: Der ZEIT-On­line-To­ten­rech­ner: 1500 deut­sche Op­fer in Nor­we­gen
»Für man­che Jour­na­lis­ten ist es schwie­rig, zu schwei­gen, wenn man schwei­gen soll­te. Des­we­gen pas­sie­ren an­ge­sichts von un­fass­ba­ren Ka­ta­stro­phen auch im­mer wie­der pein­li­che Ar­ti­kel, die ver­su­chen, Sprach­lo­sig­keit mit viel zu viel Spra­che aus­zu­drü­cken.«

*

  blog.ta­ges­schau.de: Mas­sa­ker als Mar­ke­ting: Das Ma­ni­fest des Mas­sen­mör­ders
gu­ter text. 


gur­ken­sa­lat

felix schwenzel in rezepte, teil der sammlung: meine besten rezepte

foto des gurkensalats nach tim mälzer

ich bin ja be­ken­nen­der in­ter­net­re­zept­aus­dru­cker. goog­le ist ei­nes der bes­ten vor­stell­ba­ren re­zept­bü­cher: zu­ta­ten goog­len, stau­nen dass chef­koch.de für fast jede zu­ta­ten-such­an­fra­ge an platz eins oder zwei steht, zwei, drei re­zep­te an­gu­cken, das bes­te aus­dru­cken, ko­chen, es­sen.

gut funk­tio­niert auch tim mäl­zer im fern­se­hen oder auf sei­ner web­sei­te beim ko­chen zu­zu­gu­cken und das eine oder an­de­re nach­zu­ko­chen.

in letz­ter zeit gibts bei uns fast jede wo­che den gur­ken­sa­lat, den tim mäl­zers oma ur­sprüng­lich mal ge­macht hat. das re­zept dazu bei tim mäl­zer oder wei­ter un­ten.


gurkensalat von tim mälzers oma

der gurkensalat schmeckt am besten mit gurken vom markt. discounter-gurken gehen auch, sind aber sehr viel weniger knackig und etwas wässriger. wichtig ist natürlich auch möglichst frischen dill zu nehmen — nicht nur die spitzen, auch ein paar stengel auf denen man rumbeissen kann. das beste: der salat schmeckt auch nach dem fünfzigsten mal sensationell lecker.

foto des gurkensalats nach tim mälzer

zutaten

  • 2 gurken
  • 1 zwiebel oder (besser) 2 schalotten
  • 0,5 bund dill
  • 2 esslöffel weisser weinessig
  • 5 esslöffel sahne
  • salz, pfeffer, zucker

ergibt: 4 portionen

zubereitung

  1. die gurken in dünne scheiben schneiden und mit salz, pfeffer und dem zucker bestreuen und 10 minuten stehen lassen.

  2. das gurkenwasser abgiessen (ix trink das immer weg).

  3. zwiebel und dill fein schneiden und hinzugeben.

  4. zwei esslöffel essig hinzugeben und gut verrühren.

  5. 5 esslöffel sahne hinzugeben, nochmal verrühren.

 


links vom 24.07.2011

felix schwenzel

*

  faz.net: Thi­lo Sar­ra­zin im „Aspek­te“-Film: Emo­tio­nal ein biss­chen zu­ge­spitzt
sar­ra­zin der olle zu­spit­zer. manch­mal sind an­geb­li­che wahr­hei­ten so zu­ge­spitzt und so über­trie­ben, dass es plat­te lü­gen wer­den: »Ent­schei­dend für die My­then, die in der is­lam­feind­li­chen Ge­gen­öf­fent­lich­keit schon um Sar­ra­zins Kreuz­berg-Vi­si­te ge­strickt wer­den, ist die Sze­ne im Re­stau­rant „Ha­sir“ in der Adal­bert­stra­ße. Die „grö­len­de Grup­pe“ des „Welt“-Ar­ti­kels von Frau Bal­ci be­zie­hungs­wei­se der „Men­schen­auf­lauf“ in Sar­ra­zins Pro­to­koll ist im Film auf „zwei Pas­san­ten“ ge­schrumpft, ein jun­ges Paar.«

*

  form­spring.me: Fühlst Du Dich in Kran­ken­häu­sern wohl? Und war­um/war­um nicht?
mei­ne güte, jetzt ver­link ix schon mei­ne ei­ge­nen ant­wor­ten auf form­spring. aber mir fiel nach der fra­ge auf, dass ich mich zu mei­ner ei­ge­nen über­ra­schung in kran­ken­häu­sern wohl füh­le. muss man ja auch mal sa­gen dür­fen.

*

  form­spring.me: Glaubst du, dass es auf ei­nem an­de­ren Pla­ne­ten in­tel­li­gen­te We­sen gibt?
hihi. 


les­bar­keit

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen

es gibt ja im­mer wie­der leu­te die sich dar­über be­kla­gen, dass die schrift hier zu klein oder zu un­le­ser­lich ist. auf macs, die die mo­na­co in­stal­liert ha­ben, wird die schrift in der tat ziem­lich klein dar­ge­stellt, aber ich mag die mo­na­co in ge­nau die­ser grös­se.

screenshot safari (mac)
screen­shot sa­fa­ri (mac)

auf al­len an­de­ren sys­te­men wird die schrift et­was grös­ser aus­ge­ge­ben, aber, wenn die mo­na­co nicht in­stal­liert ist, mit ei­nem der fol­gen­den nicht-pro­por­tio­na­len fonts: con­so­las, de­ja­vu sans mono, lu­ci­da con­so­le, in­con­so­la­ta.

screenshot internet explorer (windows7), chrome auf windows sieht exakt gleich aus
screen­shot in­ter­net ex­plo­rer (win­dows7), chro­me auf win­dows sieht ex­akt gleich aus

wer das nicht mag kann jetzt auf das klei­ne re­a­da­bili­ty-icon am ende je­des ar­ti­kels kli­cken und die ar­ti­kel von re­a­da­bili­ty ge­r­en­dert le­sen (bei­spiel).

screenshot readability.com
screen­shot re­a­da­bili­ty.com

beim desk­top-sa­fa­ri gibts für eine ähn­lich funk­tio­na­li­tät ja schon län­ger, ein­fach den „Rea­der“-but­ton in der URL-zei­le kli­cken.

screenshot safari „reader“
screen­shot sa­fa­ri „rea­der“

und sonst so? 


feh­lek­to­rat

felix schwenzel

tho­mas ram­ge schreibt in der ak­tu­el­len brand­eins-aus­ga­be über das hal­len­ser un­ter­neh­men da­ta­meer. in­ter­es­san­ter ar­ti­kel über eine in­ter­es­san­te fir­ma, die mit der da­ten­ge­win­nung aus struk­tu­rier­ten und un­struk­tu­rier­ten da­ten geld ver­die­nen will und die ri­si­ko­ka­pi­tal­ge­ber von KPCB hin­ter sich ste­hen hat und so theo­re­tisch zum nächs­ten goog­le, ama­zon oder face­book wer­den könn­te.

wenn ich als hob­by-leg­asthe­ni­ker aber beim über­flie­gen ei­nes ar­ti­kels zwei di­cke klös­se fin­de, ist das ein tot­si­che­res an­zei­chen da­für, dass ein eben­sol­cher kor­rek­tur ge­le­sen hat.

der ers­te di­cke klops liest sich so:

Am liebs­ten wür­de er von dem Kun­den an er Wall Street er­zäh­len, der mit ei­ner hal­ben Mil­li­on in Hal­le an der Saa­le ge­schrie­be­nen Ja­va­script-Pro­gram­mier­zei­len ver­sucht, Ver­hal­tens­mus­ter an den Ak­ti­en­märk­ten zu ent­de­cken.

bild in großansicht öffnen

ei­ner­seits ist das wort pro­gram­mier­zei­len ein biss­chen über­kan­di­delt. war­um nicht ein­fach pro­gramm­zei­len sa­gen? man sagt ja auch nicht toas­tie­rer oder brau­rier­kes­sel. eine quell­text-zei­le ei­nes pro­gramms ist eine pro­gramm­zei­le. an­de­rer­seits: ja­va­script?

ha­doop, das frame­work auf dem das DAS-sys­tem (da­ta­meer ana­ly­tics so­lu­ti­on) auf­setzt, ist in java ge­schrie­ben. und java ist et­was ziem­lich an­de­res, als ja­va­script. das ist in etwa der glei­che un­ter­schied wie zwi­schen ei­nem pres­se­spre­cher und ei­nem jour­na­lis­ten. bei­de re­den und schrei­ben oft viel dum­mes zeug, sind aber völ­lig an­ders struk­tu­riert und mo­ti­viert. salz und zu­cker sind bei­de kris­talin, aber schme­cken ganz an­ders. java und ja­va­script eben­so.

klar es gibt auch ser­ver­sei­ti­ges ja­va­script und ich irre mich auch ger­ne, aber wenn selbst „wid­gets“ für DAS in java ge­schrie­ben wer­den, ist es doch sehr un­wahr­schein­lich, dass ein per­for­mance-kri­ti­sches pro­dukt, wie das von da­ta­meer in ja­va­script ge­schrie­ben ist. 

na gut. tech­nik­scheiss. nerd-be­griff­lich­kei­ten. wen in­ter­es­siert es schon, ob ein auto we­gen ei­nes an­las­sers oder ei­nes ver­ga­sers an­springt — so­lan­ge es beim um­dre­hen des zünd­schlüs­sels an­springt. ja, ich ma­che auch feh­ler. vie­le. aber ei­nes das pas­siert mir nie, weil ich das wort, be­vor ich es schrei­be im­mer erst goog­le:

bild in großansicht öffnen

pro­fes­sio­nel­le wahr­neh­mungs­ver­schie­bung

felix schwenzel

spi­ros81 hat mir auf form­spring fol­gen­de fra­ge ge­stellt:

Wird ei­nem im Ar­chi­tek­tur­stu­di­um bei­gebracht, wie man ein häss­li­ches Ge­bäu­de schön­in­ter­pre­tiert? Je­des noch so häss­li­che Ge­bäu­de (sie­he neue Stutt­gar­ter Bi­blio­thek) wird mit ei­ner Be­deu­tung auf­ge­la­den, dass man sich wun­dert.

mei­ne ant­wort fiel et­was län­ger aus:

im ar­chi­tek­tur­stu­di­um lernt man — wie ver­mut­lich in je­dem an­de­ren stu­di­um — zu dif­fe­ren­zie­ren und ge­nau hin­zu­se­hen. oder an­ders ge­sagt, egal was man stu­diert, man schult sei­nen blick für de­tails. der li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler liest dann in ei­nem buch ganz an­de­re din­ge her­aus, als ein laie. der be­griff der schön­heit, wird um tech­ni­sche und kon­zep­tio­nel­le aspek­te er­gänzt, bzw. man er­kennt die hand­werk­li­chen tricks und lö­sun­gen, die der au­tor, der ar­chi­tekt, der schrei­ner be­nutz­te und lernt sie, im bes­ten fal­le, zu schät­zen.

die schwal­ben­schwanz-eck­ver­bin­dung bei schub­la­den ist so ein bei­spiel für die ver­schie­bung von wahr­neh­mungs­mus­tern. schön fan­den schrei­ner schwal­ben­schwanz-eck­ver­bin­dun­gen frü­her nicht, da die ver­bin­dung aber zweck­mäs­sig und irre sta­bil ist — und vor al­lem die ein­zig ver­nünf­ti­ge art mas­siv­holz-bret­ter über eck dau­er­haft zu ver­bin­den — wur­de sie sehr ger­ne be­nutzt, aber eben auch fast im­mer mit sicht­blen­den ver­se­hen. sicht­blen­den des­halb, weil sich lai­en nicht für die ver­bin­dungs­tech­nik be­geis­tern kön­nen, bzw. konn­ten und lie­ber schö­ne, or­na­men­tier­te fron­ten se­hen woll­ten. das hat sich in zei­ten von ikea und span­plat­ten­schub­la­den ge­än­dert: schwal­ben­schwanz-ver­bin­dun­gen gel­ten jetzt als ein zei­chen für qua­li­tät, für sau­be­res hand­werk. da hat sich qua­si ein ex­per­ten­kri­te­ri­um in ein mas­sen­kri­te­ri­um ver­wan­delt und da­mit gleich­zei­tig auch die wahr­neh­mung. plötz­lich wer­den die schwal­ben­schwanz­ver­bin­dun­gen stolz vor­ge­zeigt, statt ver­blen­det.

bild in großansicht öffnen

bes­tes zei­chen für die­se wahr­neh­mungs­ver­schie­bung: ikea ver­kauft mas­siv­holz­mö­bel, die schwal­ben­schwanz­ver­bin­dun­gen nach­ah­men. ikea sägt tat­säch­lich stück­chen aus der front­blen­de aus, setzt klei­ne holz­blö­cke dar­ein, so dass es nach hand­werk aus­sieht.

bild in großansicht öffnen

was ich ei­gent­lich sa­gen will: die wahr­neh­mung von schön­heit än­dert sich stän­dig, vor al­lem aber un­ter­schei­det sie sich oft mas­siv bei ex­per­ten und lai­en, weil bei­de (oft, nicht im­mer) auf ver­schie­de­ne din­ge ach­ten.

ich kann mir zum bei­spiel vor­stel­len, dass ich die neue bi­blio­thek in stutt­gart to­tal su­per fin­de. die vi­sua­li­sie­run­gen se­hen sie erst­mal sehr mi­ni­ma­lis­tisch und wohl­pro­por­tier­niert (qua­dra­te!) aus. ich mag din­ge, de­ren kom­ple­xi­tät man nicht auf den ers­ten blick er­kennt, oder all­ge­mei­ner, din­ge die ein­fa­che be­nut­zer­ober­flä­chen an­bie­ten. wenn die kon­struk­ti­on dann auch noch hand­werk­lich ein­wand­frei, zweck­mäs­sig oder kon­zep­tio­nell gross­ar­tig ist, kann ich oft auch zweck­mäs­sig­keit zu schön­heit um­de­fi­nie­ren. und mei­ne the­se wäre, das eben die­se fä­hig­keit zweck­mäs­sig­keit in schön­heit um­zu­deu­ten, das (oder zu­min­dest ein) er­geb­nis ei­nes stu­di­ums ist.


[nach­trag 23.07.2011, 8:57h]
se­bas­ti­an sach­se (spi­ros81) hat über „Bi­blio­the­ken und Ar­chi­tek­tur“ ge­schrie­ben. aus­ser­dem habe ich ein „s“ ge­stri­chen (dan­ke jo­vels­te­fan). 


wie da­ten die welt for­men

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen

ke­vin sla­vin, den ix kürz­lich auf der next11 ge­se­hen hat­te (und über des­sen the­sen ich da­mals ein biss­chen nach­ge­dacht habe) hat ei­nen ähn­li­chen vor­trag auf der ted-kon­fe­renz in edin­burgh ge­hal­ten. so fasst die ted-sei­te den vor­trag zu­sam­men:

Ke­vin Sla­vin ar­gues that we'­re li­ving in a world de­si­gned for -- and in­cre­asing­ly con­trol­led by -- al­go­rith­ms. In this rive­ting talk from TED­Glo­bal, he shows how the­se com­plex com­pu­ter pro­grams de­ter­mi­ne: es­pio­na­ge ta­c­tics, stock pri­ces, mo­vie scripts, and ar­chi­tec­tu­re. And he warns that we are wri­ting code we can't un­der­stand, with im­pli­ca­ti­ons we can't con­trol.

sehr se­hens­wert, ins­be­son­de­re ge­fällt mir die schö­ne wie-da­ten-die-welt-for­men-ana­lo­gie an­hand von bil­dern von mi­cha­el na­j­jar (trotz flas­h­alarms un­be­dingt an­gu­cken, hier eine sei­te mit fo­tos von mi­cha­el na­j­jar ohne flash). 




li­on

felix schwenzel

bild in großansicht öffnen
  • der down­load ging flott (an­fangs ca. 60 mi­nu­ten an­ge­zeigt, down­load nach 50 mi­nu­ten ab­ge­schlos­sen)
  • in­stal­la­ti­on ging auch flott (an­fangs ca. 50 mi­nu­ten an­ge­zeigt, in­stal­la­ti­on ab­ge­schlos­sen nach 3 stun­den)
  • aber das email-pro­gramm star­ten, hat wirk­lich lan­ge ge­dau­ert (kei­ne vor­aban­zei­ge, bzw. schät­zung der zeit aus­ser „kann ei­ni­ge mi­nu­ten dau­ern“. nach 5 stun­den noch nicht ab­ge­schlos­sen, der­zeit zeigt das pro­gramm an: „nach da­ten­über­tra­gung auf­räu­men …“)
  • flash geht nicht. zu­min­dest nicht das von you­tube. vi­meo geht.
  • PPC-pro­gram­me ge­hen nicht mehr. kein ro­set­ta mehr. scha­de. sehr scha­de.
  • der neue hin­ter-hin­ter­grund er­in­nert mich an das mus­ter, das pog­gen­phl kü­chen frü­her in­nen hat­ten. graus­lich (das von pog­gen­pohl).
  • die in­te­gra­ti­on des full-screen-mo­dus von pro­gram­men in „spaces“ ist ge­ni­al.
  • war­um hat das da­sh­board plötz­lich anti-rutsch-nop­pen?
  • das „na­tür­li­che“ scrol­len (=um­ge­kehrt scrol­len) macht mich kir­re. ich wer­de mich aber wohl dran ge­wöh­nen.

al­les wei­te­re zu lion hat john si­ra­cu­sa auf­ge­schrie­ben. 


der gro­ße meck-pomm-cam­ping-er­fah­rungs­be­richt

beifahrerin

[gast­bei­trag der bei­fah­re­rin]

aus ei­nem grund, den ich ver­ges­sen habe, woll­te der mann die­ses jahr mal an die meck­len­bur­gi­sche seen­plat­te.

ANFAHRT

wir lie­hen uns den vw lupo mei­ner mut­ter und los. man ahnt nicht, was in so ei­nen lupo al­les rein­geht. ne­ben 3 per­so­nen (va­ter, mut­ter, kind) noch ein haus­zelt, ein pad­del­boot, ein kühl­schrank, tisch, 3 stüh­le, son­nen­se­gel, strand­mu­schel, eine koch­plat­te, di­ver­se töp­fe und ge­schirr, eine hän­ge­mat­te, 4 rei­se­ta­schen mit kla­mot­ten und luft­ma­trat­zen. frem­de men­schen auf der stras­se ap­plau­dier­ten.

bild in großansicht öffnen
bild in großansicht öffnen

CAMPINGPLATZ

ich hat­te ei­nen cam­ping­platz im in­ter­net raus­ge­sucht, der „na­tur­cam­ping mal­chow“ hiess. es gibt ja vie­le cam­ping­plät­ze die mit „na­tur“ ei­gent­lich nur noch ent­fernt zu­tun ha­ben – die­ser hier al­ler­dings ver­sprach nicht zu­viel. auf ei­ner saf­ti­gen grü­nen wie­se un­ter bäu­men bau­ten wir auf. vom plau­er see sah man zwar nichts durch das ge­strüpp aber da­für war di­rekt ne­ben un­se­rem zelt ein klei­ner pit­to­res­ker tüm­pel mit nied­li­chen frö­schen und an­de­ren krab­bel­tie­ren. von den bäu­men reg­ne­te es schwar­ze rau­pen und ein igel wohn­te auch auf un­se­rer wie­se.

bild in großansicht öffnen

zu un­se­rer freu­de brauch­ten wir das son­nen­se­gel gar­nicht aus­zu­pa­cken. die bäu­me und die di­cken wol­ken dar­über lies­sen dem haut­krebs kei­ne chan­ce. es war, im ge­gen­teil, den gan­zen tag so dun­kel und kühl dass hand­tü­cher selbst im zelt nicht trock­ne­ten. 

kli­ma­tisch konn­te man mei­nen, es sei ok­to­ber. und für ok­to­ber hat­te ich ein­deu­tig falsch ge­packt. statt shorts und son­nen­tops hät­te ich doch bes­ser ein zwei­tes paar ho­sen ein­pa­cken sol­len.

al­les deu­te­te stark dar­auf hin dass ich zwei wo­chen lang in der sel­ben feuch­ten jog­ging­ho­se rum­lau­fen wür­de.

im­mer­hin hat­te ich zwei fla­schen au­tan ein­ge­packt. man sagt ja, dass die­ses gan­ze gut­ge­mein­te bio­zeug aus tan­nen­zap­fen­saft nix bringt. dass al­ler­dings auch das lö­sungs­mit­tel au­tan nix bringt hät­ten wir nicht ge­dacht. ab ca. 17 uhr ging es los. im sturz­flug schos­sen sie auf uns nie­der. den ers­ten abend über­stan­den wir noch so, den zwei­ten ver­brach­ten der sohn und ich im zelt hin­ter mos­ki­to­net­zen.

bild in großansicht öffnen

DAS ZELT UND DIE AUSRÜSTUNG

über un­ser zelt kann ich nur gu­tes sa­gen. es ist das viel­ge­prie­se­ne aldi-haus­zelt, ein ge­räu­mi­ges sta­bi­les ding, das jetzt be­reits die zwei­te sai­son ohne nen­nens­wer­ten scha­den über­stan­den hat. 

wenn man die mög­lich­keit hat, sich ei­nen stand­platz aus­zu­su­chen soll­te man viel­leicht in zu­kunft die nähe zu zelt­dör­fern mit bier­ti­schen und selbst­er­rich­te­tem kin­der­spiel­platz mei­den. un­se­re nach­barn je­den­falls wa­ren 3 jun­ge fa­mi­li­en mit ca. 10 klein­kin­dern von de­nen im­mer 2 gleich­zei­tig schrien, nacht­ru­he war zwi­schen 3 und 6.

die ers­te nacht war so auch nur teil­wei­se ent­span­nend. ab­ge­se­hen von den nach­barn und ei­nem loch in der luft­ma­trat­ze, das da­für sorg­te, dass man schon nach kur­zer zeit wie­der am bo­den an­ge­kom­men war, riss mich der plat­tern­de re­gen aus dem schlaf. mit­ten in der nacht be­fiel mich eine ah­nung. ich tas­te­te ne­ben mir das ge­wühl aus ta­schen, kla­mot­ten und zeit­schrif­ten ab auf der su­che nach der cam­ping­lam­pe, ein rie­si­ges ding was man erst ei­ni­ge mi­nu­ten an­kur­beln muss­te, bis 4 win­zig­klei­ne leucht­di­oden da­für sor­gen, dass man in ei­nem ra­di­us von 20 zen­ti­me­tern um­ris­se er­ken­nen konn­te.

ich ar­bei­te­te mich bis ins vor­zelt vor, hin­ter das mos­ki­to­netz. hier be­fand sich, ab­ge­se­hen von den mü­cken, un­ter an­de­rem eine ka­bel­trom­mel, ein mehr­fach­ste­cker mit ei­nem hau­fen la­de­ge­rä­te, ei­nem was­ser­ko­cher und kühl­schrank dran.

al­les stand in ei­ner etwa 4 cm tie­fen brau­nen pfüt­ze. ich mach­te mich an die ar­beit und brach­te un­ter an­de­rem ei­nen sack durch­weich­ter grill­koh­le, papp­kar­tons mit früh­stücks­flo­cken und ei­nen berg schu­he in si­cher­heit. dann leg­te ich mich wie­der auf die lee­re luft­ma­trat­ze und schloss die au­gen.

am mor­gen er­gänz­te ich un­se­re cam­ping­lis­te um „1 feu­del“.

mys­te­riö­ser­wei­se hat­ten wir un­ser zelt ganz zu­fäl­lig auf ei­ner art in­sel auf­ge­baut. über nacht war um das zelt her­um ein sumpf ent­stan­den. früh­stü­cken im frei­en wur­de also fürs ers­te ver­tagt und wir schlepp­ten den trop­fen­den tisch ins vor­zelt. 
es emp­fiehlt sich üb­ri­gens, die zu­sam­men­stel­lung zelt vs. tisch vs. stüh­le vor­her zu­hau­se mal zu tes­ten wenn man ver­mei­den will, mit ei­nem tisch zu ver­rei­sen der nicht ins zelt passt oder so­viel zu hoch ist dass man auf­recht sit­zend sein kinn ab­le­gen kann.

bild in großansicht öffnen

KOSTEN

ei­ner der vor­tei­le, im os­ten ur­laub zu ma­chen sol­len ja die prei­se sein. wenn man aus ham­burg kommt könn­te man aber so­ge­se­hen auch in ber­lin ur­laub ma­chen, das ist nicht nur bil­li­ger son­dern auch in­ter­es­san­ter.

und es stimmt eben auch nicht. wenn man bei beim „na­tur­cam­ping mal­chow“, wie wir, im auto an­reist, ei­nen teen­ager da­bei hat (im os­ten gel­ten per­so­nen äl­ter als 13 of­fen­bar schon als er­wach­se­ne) und sich da­bei ein le­ben ohne strom nicht vor­stel­len kann, zahlt man für 7 über­nach­tun­gen im zelt knapp 220 euro.

im preis in­be­grif­fen ist eine zahl­kar­te die man un­ter an­de­rem zum ge­schirr­spü­len braucht. man legt die kar­te auf eine da­für vor­ge­se­he­ne ab­rech­nungs­flä­che und kann dann per knopf­druck das was­ser be­nut­zen. 

ab­ge­se­hen viel­leicht vom um­welt­aspekt hat das im­mer­hin ei­nen ent­schei­den­den vor­teil: man kann fau­le teen­ager leich­ter zur mit­ar­beit be­we­gen. man wet­tet ein­fach, wer we­ni­ger was­ser ver­braucht und ver­sucht sich nicht vor­zu­stel­len, wie es der teen­ager je­des­mal schafft, für we­ni­ger als 20 cent ab­zu­wa­schen (ich bin nie un­ter ei­nem euro ge­blie­ben). 

in­ter­es­sant ist viel­leicht auch, dass die män­ner die­ser fa­mi­lie nie un­ter zwei eu­ros ge­duscht ha­ben, die frau aber un­ter 50 cent.

ins­ge­samt ha­ben wir in kaum ei­nem ur­laub so­viel aus­ge­ge­ben wie in meck­len­burg-vor­pom­mern. das liegt aber viel­leicht auch an um­stän­den für die kei­ner was kann: bei re­gen liegt kei­ner so gern in der hän­ge­mat­te und man kann auch nicht so toll stun­den­lang in der strand­mu­schel dö­sen. man muss et­was un­ter­neh­men um die zeit rum zu krie­gen und un­ter­neh­men kos­tet geld. man geht in ein mu­se­um, ei­nen zoo oder ins kino und al­les kos­tet geld.

an ei­nem et­was we­ni­ger nas­sen tag mie­te­ten wir uns fahr­rä­der und be­schlos­sen, den see zu um­fah­ren. in ei­nem un­se­rer rei­se­füh­rer wur­de die tour als wan­de­rung „für fort­ge­schrit­te­ne“ be­wor­ben, un­ge­fähr 30 ki­lo­me­ter. mit dem rad, dach­ten wir, schaf­fen wir das lo­cker.

dass der re­gen die wege zum größ­ten teil in schwar­ze schlamm­gru­ben ver­wan­delt hat­te, und un­se­re rä­der eher so­ge­nann­te „ci­ty­rä­der“ der un­te­ren preis­klas­se wa­ren, die schon ins schleu­dern ge­rie­ten, wenn auf der stras­se et­was sand lag, hat­ten wir nicht mit ein­ge­rech­net. 

uns war tat­säch­lich voll­kom­men schlei­er­haft, wie man die­se stre­cke zu­fuss hät­te be­wäl­ti­gen sol­len. wir brauch­ten 6 stun­den.

der rei­se­füh­rer hat­te als end­punkt den plau­er ha­fen vor­ge­se­hen, von dem aus eine fäh­re uns zum an­fangs­punkt zu­rück brin­gen soll­te. völ­lig zer­stört stan­den wir also ge­gen 16 uhr im plau­er ha­fen und war­te­ten auf die fäh­re. die über­fahrt kos­te­te uns 27 euro (9 euro pro per­son).  

ENTERTAINMENT

wer es ru­hig und leer mag ist in meck­len­burg-vor­pom­mern ge­nau rich­tig. wir moch­ten es bis zu die­sem ur­laub auch ru­hig und leer und viel­leicht ist das das ei­gent­li­che er­leb­nis in meck­len­burg-vor­pom­mern: zu mer­ken, dass laut und voll doch gar­nicht so schlecht ist.

ein ru­hi­ger mor­gen mit vo­gel­ge­zwisch­ter, ru­fen­dem uhu und klop­fen­dem sprecht ist na­tür­lich traum­haft und lee­re stras­sen et­was fei­nes. auch lee­re kas­sen im su­per­markt sind an­ge­nehm, wenn man denn ei­nen fin­det. für die ki­lo­me­ter die wir al­lein um ei­nen bau­markt zu fin­den zu­rück­ge­legt ha­ben hät­te man aber schon ei­nen ur­laub in nord­ita­li­en in er­wä­gung zie­hen kön­nen und wenn man auf der su­che ist nach ei­nem net­ten café, in dem man mal ein paar stun­den den re­gen ab­war­ten kann, wird man wohl ohne na­vi­ga­ti­ons­ge­rät nichts fin­den – aber mit war­schein­lich auch nichts.

ins kino ge­hen fällt kom­plett flach weil man für die 3 fil­me im um­kreis von 200 ki­lo­me­tern kei­ne 8 euro pro per­son aus­ge­ben will.

emp­feh­lens­wert ist da­für der be­such der som­mer­ro­del­bahn der straus­sen­farm der fa­mi­lie brandt, so­wie ein aus­flug nach schwe­rin. schwe­rin ist wirk­lich eine bild­schö­ne stadt. aus­ser­dem un­be­dingt mal ge­ges­sen ha­ben muss man kett­wurst.

bild in großansicht öffnen
bild in großansicht öffnen
bild in großansicht öffnen

was wir auch im­mer ger­ne an­ku­cken, sind alte kir­chen. theo­re­tisch so­gar ein tot­si­che­rer tip bei re­gen­wet­ter. alte kir­chen gibt es über­all, sie sind über­dacht, schön und kos­ten kei­nen ein­tritt. auf un­se­rer meck­len­burg-vor­pom­mern-rei­se ka­men wir an un­ge­fär 10 al­ten kir­chen vor­bei und in 3 wa­ren wir auch drin. alle an­de­ren hat­ten ent­we­der zu oder wa­ren um­funk­tio­niert zu ir­gend­wel­chen or­gel- oder re­gio­nal­mu­se­en, de­ren ein­tritt wir aus po­ten­ti­el­ler lan­ge­wei­le nicht zah­len woll­ten.

bild in großansicht öffnen

üb­ri­gens ist die idee strand­mat­ten und eine strand­mu­schel ein­zu­pa­cken, was den plau­er see be­trifft, auch nur eine mä­ßig gute idee. auf der stre­cke die wir mit dem fahr­rad um den plau­er see ab­ge­fah­ren sind gab es kei­nen ein­zi­gen strand.

FAZIT

2 wo­chen wa­ren ge­plant, nach 5 näch­ten war­fen wir das hand­tuch. aus­ser un­se­re nach­barn war nie­mand mehr in sicht­wei­te. der sumpf um un­ser zelt war mitt­ler­wei­le bis in die schlaf­ka­bi­ne vor­ge­drun­gen (das muss man dem zelt aber nach­se­hen, ein zelt ist schliess­lich kein boot).

wir seit ei­ner wo­che sind wir wie­der zu­hau­se. ich bin noch nicht eher dazu ge­kom­men, dies auf­zu­schrei­ben, weil ich erst­mal die 2 letz­ten staf­feln lost ku­cken muss­te. leu­ten zu­zu­se­hen, die auf ei­ner ein­sa­men in­sel in schlamm und re­gen fest­sit­zen, nach­dem man ge­ra­de selbst von ei­ner ent­kom­men konn­te, ist doch sehr be­frie­di­gend. 

bild in großansicht öffnen