Adolf Hitler, der den BKA-Präsidenten Horst Herold spielt, ist bis zur Schlussszene die einzige Figur, durch die die Autoren zu uns sprechen. [satz im zusamenhang lesen]
ich bin mir noch nicht ganz klar, warum, aber ich bin erschüttert. nachdem ich heute mittag im de:bug-blog über eine diskussionsveranstaltung in der akademie der künste gelesen hatte, entschoss ich mich relativ spontan mir heute abend das „Akademie-Gespräch“ über „Das System Google“ anzusehen. das podium war ziemlich hochkarätig besetzt:
annette kroeber riel, die europäische lobby-tante für google in deutschland, östereich und der schweiz („Google’s European Policy Counsel für Deutschland, Österreich und die Schweiz“)
peter schaar, bundesbeauftragter für den datenschutz und die informationsfreiheit
klaus staeck, präsident der akademie der künste und plakatgestalter
und mercedes bunz, chefredeurin des tagespiegel.de als moderatorin
während mercedes bunz 15 lange minuten von adam und eva die 10jährige geschichte von google nacherzählte und erklärte was man mit google so alles machen kann, machte sich annette kroeber riel bereits fleissig notizen und guckte latent genervt. keine ahnung ob sie von mercedes bunz etwas neues erfuhr oder sich noch aktiv auf ihre redebeiträge vorbereitete. ich habe zumindest in den ersten 15 minuten nichts neues erfahren.
chervel, schaar und reischl eröffneten die diskussion mit redebeiträgen die sich kurz mit folgenden worten zusammenfassen lassen: „google und was google macht, ist nicht ganz unproblematisch.“ ich glaube reischl fasste es folgendermassen zusammen „google ist cool, googles datensammelwut ist uncool.“ schaar bemühte für diese aussage eine kleine analogie: kindern müsse man beim fernsehen anfangs erklären, dass die menschen im fernseher einen gar nicht sehen können, dass das nur so aussehe und dass sie ruhig „in der nase bohren“ könnten, die menschen im fernsehen sähen einen dabei nicht. im internet sei das anders, da hinterliesse zwar nicht das nasebohren, aber jeder schritt spuren. bei den daten die da gesammelt würden, fing es an kompliziert zu werden. ip-adressen würden zusammen mit suchanfragen gespeichert, über cookies könnten die suchanfragen und ip-adressen „theoretisch“ zu profilen geformt werden und google wisse so, wer man sei. die ip-adressen und suchanfragen seien früher „unbefristet“ gespeichert worden, datenschützer hätten aber erreicht, dass google die daten jetzt noch für 18 monate speichere und davon rede, die daten künftig nur noch 9 monate zu speichern. welche daten nun genau gespeichert würden und vor allem wozu, wisse er aber auch nicht genau. ausserdem beklagte er, dass den benutzern oft das bewusstsein fehle dass sie datenspuren hinterliessen. die antwort von annette kroeber riel von google auf die frage wozu google diese daten benutze fiel dann leider auch unbefriedigend aus und deutete bereits das dilema der ganzen diskussion um google, internet und datenschutz heute abend, aber auch darüber hinaus an.
google nutze die daten dafür die produkte zu verbessern und „die sicherheit“ zu verbessern. beides präzsisierte sie zwar noch noch, indem sie sagte, die daten der suchabfragen würden beispielsweise dafür genutzt die suchergenisse „kleiner“ sprachen zu verbessern, man brauche einfach eine gewisse zahl an daten um gute ergebnisse zu liefern, bei grossen sprachen wie englisch oder deutsch deutlich weniger, als für kleine sprachen. leider sagte sie das nicht, aber vermutlich meinte sie damit funktionen wie korrekturvorschläge, semantische analysen über statistische auswertung um ähnliche wortbedeutungen zu erfassen und beispielsweise bei der suche nach einem wort im singular auch die pluralformen im suchergebniss anzuzeigen. ebensowenig sagte sie, wozu dafür ip-adressen oder daten aus denen potenziell profile konstruiert werden können, gespeichert werden müssten. auch als sie später auf nachfrage den recht generischen begriff der „sicherheit“ etwas differenzierte, blieb sie eine antwort schuldig wozu diese potenziell persönlichen daten denn überhaupt und vor allem so lange gespeichert werden müssten.
das dilema der diskussion lautet ahnungslosigkeit. der datenschutzbeauftragte der bundesregierung weiss nicht welche daten gespeichert werden und wozu, die google-lobbyistin weiss es auch nicht und kann es noch weniger plausibel erklären, so dass sowohl die nutzer als auch die zuhörer der diskussion es nicht erfahren, geschweige denn verstehen und am ende bleiben diffuse ängste, verdächtigungen und wilde spekulationen.
irgendwann sagte annette kroeber riel zu peter schaar, google habe auf die anfrage der europäischen datenschützer „ausführlich dargelegt“ wozu google die daten sammelt. präzise und befriedigend wiederholen konnte oder wollte sie es aber nicht. ebenso schien es im späteren diskussionsverlauf, dass peter schaar weder verstehen wolle oder könne, wozu diese daten genutzt werden, geschweige denn, dass der normale benutzer oder zuhörer in der diskussion es verstünde.
klaus staeck verdeutlichte später mit seinen zwei oder drei redebeiträgeen das elende dilema, als er seiner ahnungslosigkeit donnernd ausdruck verlieh, indem er das „system google“ in sein beinahe wahnhaftes gesellschaftsbild und seine fundamentale kapitalismuskritik einzumontieren versuchte und wild rumsuggerierte, ob das „system google“ nicht die demokratie in frage stelle. er kippte eine ganze LKW-ladung vorurteile und hysterie aus und nannte das später „kritik üben“.
ein zuhörer fasste diese absurde situation am ende mit einem filmzitat zusammen: „wenn dich die komplexität nicht schafft, dann tuts am ende der widerspruch.“ nochmal langsam zum mitdenken: google schafft ungeheuer komplexe technische systeme, die wegen ihrer überragender qualität oft eine marktbeherrschende stellung erreichen, schafft es aber nicht die bedenken die durch diese situation entstehen glaubwürdig zu entkräften. auf der anderen seite sind diejenigen die sich mit oder ohne mandat dazu berufen fühlen dieses system zu kontrollieren, zu regulieren oder zu kritisieren völlig von der komplexität, den technischen und politischen gegebenheiten überfordert. sie verstehen weder wie es funktioniert, noch wissen sie was sie eigentlich fordern wollen oder sollen. gänzlich überfordert scheinen die gemeinen nutzer zu sein. sie hören mal fundierte warnungen, mal unfundiertes vorurteils- und hysterie-geplärre und basteln sich aus lückenhaftem wissen, manglhafter medienkompetenz und vorurteilen eine gefährliche amgst-melange zusammen, die dann zu äusserungen führt wie „wie kann ich verhindern, dass meine ganzen persönlichen daten veröffentlicht werden“ oder zur absurden behauptung, dass früher die viel aufwändigere recherche in bilbiotheken oder enzyklopädien den recherchierenden viel klüger gemacht hätten als das heutige „google-geklicke“.
der grund für meine erschütterung nach dieser diskussion ist, dass ich sowohl auf dem podium, also auch bei der google-vertreterin, als auch im publikum völlige ahnungslosigkeit festgestellt habe. und ich will das gar nicht als vorwurf formulieren, sondern eben als eine erschütternde erkenntnis. und auch der google-vertreterin will ich nicht zu nahe treten, sie war umgeben von agression, einen bräsig-aggressiven gerald reischl, der sich bitterlich beklagte nicht genug gesprächspartner bei google zu finden, einem onkelig-aggressiven peter schaar, der rhetorisch glänzend aber auch stetig halbwissen demonstrierend rumnörgelte und einem vor klassenkampf-aggro-rhetorik beinahe platzendem klaus staeck. das publikum strahlte ebenso konstant eine latente aggressivität aus. da ist es sicherlich nicht einfach gegenzuhalten, aber ein wenig rhetorische brillianz und wissen hätten da sicher nicht geschadet.
keien frage, google muss kontrolliert werden, bzw. braucht starke gegenspieler die es verstehen und klar in seine schranken verweisen (können). nur müssen diese gegenspieler verstehen um was es geht, müssen die technische kompetenz besitzen um einzuschätzen was google überhaupt treibt, einschätzen können was fortschritt ist und was rückschritt und vor allem verstehen was im interesse der benutzer ist. letztendlich geht es um die fähigkeit zu formulieren was wir, die bürger, die benutzer eigentlich wollen, es geht um politische willensbildung, um aufklärung, um fundierte kritik. ein gedanke von peter schaar blieb mir hängen, ein gewinnorientiertes unternehmen wie google, das an den nutzern einen riesenhaufen geld verdient hat eine verpflichtung den nutzern möglichkeiten zu bieten, sich spurenlos und ohne angst vor repression im netz zu bewegen. nur wie? niemand will auf die grandiosen dienste von google verzichten und trotzdem muss das digitale leben soetwas wie klare, unverrückbare menschenrechte bieten. mit den bisherigen gestzlichen rahmen kommen wir da nicht unbedingt viel weiter, wir brauchen eine politische willensbildung, um uns klar zu werden was „informationsfreiheit“ überhaupt bedeutet, wie demokratie und freiheit im netz funktionieren sollen und wir brauchen kompetente politiker (oder datenschützer) die diese auf augenhöhe mit dem gesetzgeber oder unternehmen wie google durchsetzen können.
und wir brauchen aufklärung. bildung. transparenz. google muss deutlich klarer und transparenter agieren und sollte ein grösstmögliches interesse daran haben, den nutzer zu erklären was sie tun, was mit ihren daten geschieht und — wichtiger noch — den nutzern die macht über ihre daten (zurück)geben. eine lobbyistin die auf einer podiumsdiskussion auf fast alle fragen stotternd antwortet, dass die das eigentlich nicht wisse, ist da nicht hilfreich. eine mini-ausgabe von oskar lafontaine die auf dem podium cholerisch, demagogisch und ahnungslos vorurteile rausposaunt und von demokratie schwafelt ist da ebensowenig hilfreich. und ein autor der ein „kritisches“ buch zu google verfasst, aber ausser klagen, dass er von google bisher nicht als gesprächspartner akzeptiert wurde so gut wie nichts substanzielles sagt ist auch nicht hilfreich.
ich glaube google täte sich einen riesengefallen seine vertreter in der öffentlichkeit nicht nur medienkompetenz fordern zu lassen, sondern diese auch aktiv und agressiv zu fördern. warum gibt google kein geld, um in schulen medien- und internet-kompetenz-untericht zu fördern? was hält google davon ab, menschen beizubringen wie sie ihre daten schützen, wie sie sich sicher, anonym im internet, auf google bewegen? nicht „don’t be evil“: „do good.“
vorurteile, halbwissen, paranoia, ängste sind die grössten konkurenten von google, nicht microsoft oder apple oder die zeitschriftenverleger oder der perlentaucher.
aber: das was ich heute abend gesehen habe, stimmt mich nicht zuversichtlich, im gegenteil. ich bin erschüttert.
[die diskussion wurde aufgezeichnet, ich vermute sie wird irgendwann in den nächsten wochen hier zu sehen sein.]
[nachtrag 02.10.2008] volkhard bode schreibt auf boersenblatt.de ungefähr von den gleichen eindrücken wie ix. gefunden beim perlentaucher.
[nachtrag 05.10.2008] ein paar zitate von der veranstaltung beim deutschlandfunk, zusammengetragen von frank hessenland.
letztes jahr fand die web 2.0 expo auf dem berliner messegelände statt. es war schrecklich weitläufig, leer und überdimensioniert und vor allem komplett ab vom schuss (foto von dort). dieses jahr findet die konferenz im „berliner congress center“ (das ist denglisch für „berliner kongress-zentrum“) statt, mitten in berlin, zentral gelegen:
Co-produced by O’Reilly Media and TechWeb, the second Web 2.0 Expo Europe, taking place 21-23 October, will welcome delegates to a new venue - the Berliner Congress Center, a beautifully-designed space in a central Berlin location. [quelle]
bei o’reilly ist man also durchaus bereit dazuzulernen (wie heisst nochmal das gegenteil von beratungsresistent?). letztes jahr las man die grössten klagen über die web 2.0 expo über die räumlichkeiten und die versorgung mit nahrungsmitteln. selbst kaffee-engpässe waren letztes jahr zu beklagen.
inhaltlich war ich letztes jahr nicht unzufrieden. ich fand tim o’reillys keynote inspirierend, die anderen vorträge die ich sah ebenso — wenn ich sie denn fand. die verteilung der vorträge, der workshops, die ganze organisation war, nun ja, thomas knüwer nannte es damals so:
Das Programm zur Expo ist unübersichtlich und die Organisation ohnehin grausam schlecht. Im Presseraum wirbelt dafür eine huhnhysterische Tanja-Anja und stellt Journalisten aus dem gleichen Land wahllos einander vor.
nach letztem jahr kann es also eigentlich nur besser werden.
beim ort wirds sicher besser und vor allem enger. kuscheliger vielleicht gar.
fehler beim essen führen dieses jahr sicherlich zu einem aufstand. leute die um die 1000 euro für eine konferenz zahlen lassen sich sicher nicht ein zweites mal mit einem apfel, nem sandwich, wasser und keinem kaffee abspeisen.
die programm-übersicht scheint dieses mal übersichtlicher und vor allem benutzbar zu sein.
überhaupt, das programm. nebenbei, im windschatten der expo, finden ungefähr zehntausend andere veranstaltungen statt. durch die zentrale lage der veranstaltung dieses jahr wird das sicher zu einem angenehmen gewusel führen.
bleibt nur noch eine frage: was ist mit den inhalten? wird man dieses jahr wieder, wie letztes jahr von offenen standards, von offenen schnittstellen, von der widgetisierung und zunehmenden geräteunabhängigkeit des webs reden?
vermutlich. wird aber sicher trotzdem spannend.
nutriculinary.wordpress.com von herrn paulsen. es geht dadrin ums essen, eine tätigkeit der ich auch sehr gerne nachgehe, neuerdings auch wieder vermehrt der zubereitung derselben. ich mochte zwar auch immer paulsen gemischtwaren-kiosk, aber offenbar sind fachblogs, bzw. thematisch eng gefasste blogs jetzt irgendwie ein grosses ding. apropos essen. jochen reinecke hat am sonntag auf der kaffee-satz-lesung auch nur übers essen gelesen. er scheint so beschäftigt mit essen und übers essen-schreiben, dass er jetzt fürs normale rumeierernde geblogge gar keine zeit mehr zu haben scheint. schade.
[„neu auf meiner blogrolle“ ist übrigens nur so ein spruch, auch wenns stimmt. eigentlich bedeutet das „neu in meinem feedreader“.]
die kollegin hatte heute drei windeln auf ihrem schreibtisch liegen. als ich sie fragte ob das ihre windeln seien, bejahte sie und bot mir freundlicherweise auch eine windel an: „du kannst gerne auch eine haben, die gehen allerdings nur bis 12 kilo.“
das erstaunte mich wirklich sehr und ich antwortete ihr, dass das ja irre lieb von ihr sei, aber dass ich maximal so um die 700 gramm schaffen würde und das auch meist zielgenau anderswo versenken könne.
spanier reden immer so als würden sie gerade als volkstribun eine wichtige reden halten. auch wenn sie ihrer freundin nur sagen, dass der kaffee sehr lecker schmecken würde und dass sie später unbedingt noch zum brandenburger tor laufen müssten. ES SCHEINT SPANIERN SEHR WICHTIG ZU SEIN, LAUT ZU REDEN!
kürzlich dachte ich, wäre doch toll, wenn es einen mashup aus google-maps und freien call-a-bikes gäbe (google mapshup, quasi). schliesslich liegen die daten der freien mietfahrräder vor und so ein mashup soll ja angeblich so leicht zu programmieren sein, dass selbst leute wie du und ich das können sollen können. und siehe da, die bahn hat es tatsächlich getan, es gibt einen call-a-bike-mashup.
dass die karte irre umständlich zu bedienen ist und auf dem taschen-telefon nicht funktioniert scheint der bahn sowas wie eine ehrensache zu sein.
apropos „taschen-telefon“. vor ein paar wochen habe ich mir ein taxi bestellt, um 00:19h hatte ich die taxizentrale angerufen und um 00:21h bekam ich eine SMS in der stand, dass mein „Taxi 809“ vom „Halteplatz Wismarplatz“ kommen würde und dass man sich bedanke, dass ich 0800 222 22 55 gewählt hätte. sehr lobenswert.
web2.0, lange nix mehr von gehört. in letzter zeit reden ja alle von google und von telefonen, aber von web2.0 und 2econd life hört man fast nix mehr. jetzt, mitte oktober, will der erfinder der zahl „2.0“ wieder nach berlin kommen, vom 21. bis zum 23. oktober, damit wieder mehr von diesem zweinull-dings reden.
ehrlichgesagt hab ich von der konferenz bis vor ein paar tagen auch nichts gehört. gehört in dem sinne, dass davon fast nichts in meinen rss-reader gespült wurde. eigentlich erstaunlich, da man dieses jahr versucht, bereits weit im vorfeld blogger die umsonst auf die konferenz wollen für pr-massnahmen einzuspannen:
The way the blogging programme will work is that we’ll ask participants to do these few things between now and 6th October:publish at least 4 Web 2.0 Expo-related blog posts, podcast episodes or videocasts, e.g. announcement of the event, speaker information, speaker interviews, or any other event-related stuff encourage readers, friends, and/or community to register for the event display the Web 2.0 Expo logo on their blog, with a link to the registration page, until the day of the conference
[…] In return, bloggers will get a full conference pass that to either use themselves or give away to readers.
kann auch sein, dass ich in letzter zeit noch ignoranter als sonst bin, aber, ausser diesem artikel hab ich noch nirgendwo einen artikel zur web2.0 expo gelesen. auch als ich auf venteria.com nach „web2.0-expo“ gesucht habe, fand ich zuerst nix. ich hätte natürlich nach „web 2.0 expo“ suchen müssen um den expo-eintrag zu finden. nicole simon meint das sei klar, dass auf venteria nix zu finden sei, da die meisten teilnehmer nicht aus deutschland kämen und es leider „schlichte internationale Realität“ sei, dass teilnehmer an einer web2.0-konferenz sich web2.0-diensten wie venteria oder upcoming verschliessen würden.
soll mir recht sein. trotzdem hört sich das für mich so ein bisschen danach an, dass sich weder veranstalter, noch gäste einer web2.0-konferenz für schödes web2.0-zeug interessieren. schlussendlich ist das ja auch konsequent, benutzer-generierte inhalte den benutzern zu überlassen, bzw. das ganze gedöns was einem im internet jetzt zur verfügung steht einfach links liegen zu lassen. das event ist weder bei qype noch bei xing angelegt, es gibt wieder keine abonierbare oder runterzuladende .ics-kalenderdatei von der veranstaltung (oder sie ist wieder zu gut versteckt, bzw. nicht der startseite würdig) und selbst so völlig unaufwendig umzusetzende kleinigkeiten wie das hcal-microformat zur maschinenlesbaren auszeichnung von kalenderdaten sucht man vergeblich bei o’reilly.
mir bleibt jetzt nix anderes übrig als darauf hinzuweisen, dass man sich hier für die konferenz registrieren kann, wen man verstanden hat wie, auch mit rabatt. damit ich umsonst an der konferenz telnehmen kann, schreib ich jetzt die ganze woche über die web2.0-expo.
wenn sich kommentare so ähneln wie die beiden hier und im dummyblog abgegebenen, wenn der text dann auch noch so nach pr-gewäsch klingt und sich die ip-adresse des kommentators auch noch erstaunlich nah an der impressums-adresse des gepriesenen unternehmens befindet, dann riecht es ein bisschen nach eigenlob, dosenfleisch oder tanja-anja-parfum.
apropos eigenlob. ich habe gestern frikadellen gebraten, mit der beifahrerin ein paar davon gegessen und dann mittagsschlaf gemacht. normalerweise habe ich nachdem ich aus einem mittagsschlaf aufwache ein unbändiges verlangen nach schokolade oder einem nutella-brot. gestern wachte ich auf und hatte ein unbändiges verlangen nach meinen übrigen frikadellen. eine erstaunliche erfahrung. die frikadellen warn aber auch lecker. deshalb hier das „bulletenrezept“:
500g rinderhack
2 zwiebeln, relativ feingehackt
1 kleine dose kichererbsen (kichererbsen waschen und polieren pürieren)
1 mittlegrosses stück, in kleine würfel geschnittener, feta-käse
1 ei ohne schale
salz, pfeffer
2 teelöffel kräuter der provence
alles mischen, kugeln, würstchen oder häufchen daraus formen, braten.
das formel1-nachtrennen in singapur verspricht neben wirklich sensationellenbildern genau das was formel1 für mich ausmacht: völlig überflüssig, irre verschwenderisch, wahnsinnig risikoreich und gefährlich, völlig unvernünftig, plemplem und grosskotzig. eben genauso, wie mein leben meistens nicht ist.
am liebsten schau ich formel1 sonntags mit einem leichten kater. und auch wenn ich die rennen zum grössten teil spannend finde, schlafe ich bei fast jedem rennen ein. heute döse ich zur abwechselung mal wieder hier.
westwing s04e20, josh lyman bei einem bewerbungsgespräch mit joe quincy als nachfolger für ainsly hayes:
Quincy: »You know, a friend of mine is a comedian. He was doing his standup here in town. A bunch of people from the German Consulate came down to see him and they came backstage afterwards, and they said to him: „How come we dont’t have anyone as funny as you back home?“ And my friend said, „Because you killed them all.“«
Lyman: »Well that’s a bit of an overstatement. Isn’t it?«
Quincy: »Maybe.«
[nachtrag 23.09.2008] fiktiver dialog zwischen barack obama und jed bartlet vom autor von „the west wing“, aaron sorkin:
Obama: »I’m interested in your advice.«
Bartlet: »I can’t give it to you.«
Obama: »Why not?«
Bartlet: »I’m supporting McCain.«
Obama: »Why?«
Bartlet: »He’s promised to eradicate evil and that was always on my “to do” list.«
gestern stand ich in irgendeiner kleinstadt auf einem bahnsteig. nach einer kurzen durchsage („achtung eine zugdurchdfahrt“) donnerte ein von einer diesellok gezogener regionalzug durch den bahnhof. sicherlich nicht schneller als 90 kilometer pro stunde. trotzdem vergegenwärtigte mir diese zugdurchfahrt die rohe gewalt der eisenbahn die einem als passagier im inneren solcher züge mittlerweile gar nicht mehr auffällt.
als die diesellok (quasi) auf mich zufuhr, brüllend, fast kreischend, schwarze diselabgaswolken in den fahrtwind drückend, den bahnsteig erzitternd, war das völlig überwältigend. noch überwältigender war die ruhe, nachdem der zug nach gefühlten 2 sekunden den bahnhof wieder verlassen hatte und nur noch entfernt ratterte. [so ähnlich muss das sein, wenn steve ballmer an einem vorbeigeht.]
merke: züge sind in erster linie stinkende, monströse und brüllende stahlungetüme und nur in zweiter linie gepolsterte, gelegentlich leicht verspätete, fahrende sitzgelegenheiten. [das soll jetzt nicht heissen, dass steve ballmer ein stinkendes, monströses und brüllendes ungetüm ist — und vor allem soll es nicht heissen, dass windows sitzgelegenheiten bietet.]
3.45 Uhr: Jon Stewart und Stephen Colbert vergeben Film- und Miniserienpreise und sind sich einig: Heute keine Politik. Colbert fängt an, verschrumpelte Trockenpflaumen zu essen. Von denen könne man nie genug bekommen. Runzelige, alte Früchte brächten die nötige Erfahrung mit. Stewart fragt, ob es nach acht Jahren Pflaumen nicht endlich genug sei. Die Namen Bush und McCain fallen kein einziges Mal.
Zum offiziellen Start auf der internationalen Funkausstellung (IFA) konnte BTX bereits auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Denn schon auf der IFA 1977 freute sich der damalige Postminister Kurt Gscheidle, das britische Viewdata-System präsentieren zu können, aus dem nach einer Idee im Postministerium BTX werden sollte. Dass es sechs Jahre statt wie geplant ein Jahr dauerte, bis BTX starten konnte, lag erstens am erbitterten Widerstand der Zeitungsverleger, die in den von Gscheidle gepriesenen „Online-Nachrichten“ eine Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Grundlagen sahen.
Die Zeitungsverlage betrachten Google News darum ohnehin mit gemischten Gefühlen. [Man] sei […] alles andere als amüsiert, wenn die mit hohem Aufwand erstellten Nachrichten von Google wie mit einem Staubsauger abgesaugt würden, sagt Hans-Joachim Fuhrmann, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger BDZV.
So kann nun der Betrachter den ganzen, wunderbaren Intimbereich mit dem schönen Po betrachtend genießen, umso mehr als der Bildhauer bei der Formabnahme auf weitgehende Porengenauigkeit, insbesondere im Schambereich achtete.
ich verzichte mal ausnahmsweise auf nen deeplink: 1hag.de
vor ein paar monaten habe ich mir bei amazon DVD-UK-importe von der fünften staffel von „the wire“ und der vierten staffel von „battlestar galactica“ bestellt. die staffeln kosten jeweils so um die 45 euro und hatten lieferzeiten bis ende september und mitte oktober.
gestern habe ich mir mithilfe von zwei amerikanischen itunes-gutscheinen ein amerikanisches itunes-account zugelegt (oliver gassner hat mal prima erklärt wie das geht). mit einem deutschen account kann man sich zwar den amerikanischen itunes-store ansehen, aber nichts anfassen kaufen. das haben wohl die rechteinhaber so gewollt. zwar bekommt man im deutschen itunes-store mittlerweile auch ein paar amerikanische serien im original zum download (und kauf) angeboten, aber aktuelle ware ist da nicht dabei. warum die rechteinhaber das so wollen kann ich mir nicht erklären. der markt ist da, ich bin ganz sicher nicht der einzige, der sich amerikanische serien gerne zur gleichen zeit unsynchronisiert in originalfassung kaufen würde sobald sie verfügbar sind. US- und UK-importe von DVDs verkaufen sich (sicher nicht nur an mich) wie warme semmeln. warum man diesen markt ein paar importeuren überlässt und nicht selbst bedient, ich weiss es nicht.
ist mir jetzt auch egal. denn jetzt kann ich amerikanische serien auch direkt im amerikanischen itunes-store kaufen. jetzt. und nicht erst in vier wochen wenn die DVDs im deutschen amazon-lager angekommen sind. und irre viel günstiger. die zehn folgen „galactica“ und „the wire“ der aktuellen staffel haben mich jetzt zusammen 39,80 dollar gekostet, wobei die erste staffel „galactica“ auch noch kostenlos war, also nur 37,81 dollar. das sind ungefähr 27 euro, statt knapp 90 euro.
der nachteil ist natürlich, dass ich die staffeln jetzt nicht mehr tauschen kann. frau gröner, herr niggemeier, das nuf und ix haben nämlich einen veritablen DVD-tausch-ring aufgebaut der mir bereits mehrere staffel „the west wing“, „frasier“, „six feet under“ leihweise ins haus gebracht hat. ich habe auch ein paar pappkartons mit DVDs verliehen, aber längst den überblick verloren an wen genau. denn brennen kann man die gekauften fernsehserien nicht. man kann sie nur mit itunes und apples quicktime-player abspielen und auch nur auf computern die von itunes mit meinem amerikanischen itunes-account freigeschaltet wurden. auf einem fernseher oder normalen DVD-player soll ich die sachen nciht abspielen dürfen. ich will mich angesichts der enormen ersparnis nicht allzu doll beschweren, aber das ist doch völlig inkonsistent, dieses DRM-gehabe.
es hiess immer, apples „fair play“ DRM-system erlaube gekaufte musik 5 mal DRM-frei auf CD zu brennen. bei filmen gilt das nicht. warum? schlimmer noch, obwohl ich die filme gekauft habe, kann apple mir nach gutdünken verbieten diese filme weiter anzuschauen. sperrt man mir mein account, kann ich die filme nicht mehr sehen.
mir sind noch weitere inkonsistenzen, bzw. blödheiten bei all diesen kopierschutz- und DRM-massnahmen aufgefallen:
von filmen die in apples dvd-player.app laufen kann man keine screenshots anfertigen, apple sperrt einfach den bildschirm-fotorafier-mechanismus. bei gekauften filmen aus dem itunes-store kann ich screenshots anfertigen.
alle reden von DRM-freier musik, amazon jagt damit apple marktanteile ab, selbst steve jobs schreibt (mit guten gründen) elogen auf DRM-freie musik. von DRM freiem fernsehen und kino redet niemand.
musik kommt immer weltweit auf den markt. glaub ich zumindest. blödsinnige verzögerungen um mehrere monate wie beispielsweise der deutschlandstart von „wall•e“ kann sich keine band der welt leisten. wen metallica ein neues album auf den markt bringt, dann in allen märkten. andererseits werden neue platten von amerikanischen bands (zum glück) auch nicht erst übersetzt oder synchronisiert. warum soll das nciht auch mit filmen oder fernsehen gehen? warum werden auch hier die kunden die bereit sind zu zahlen schlechter behandelt als die die sich das zeug kostenlos aus tauschbörsen besorgen? warum schafft die industrie es nicht einen zweifellos vorhandenen markt zu bedienen?
manchmal bin ich wirklich dafür die globalisierung konsequent umzusetzen.
die CSU hat sich vor ungefähr drei jahren zur bundestagswahl mal gedacht, dass man kurz vor dem ende des wahlkampfes einfach mal ein paar email-adressen und telefonnummern aus „öffentlich zugänglichen Verzeichnissen“ zusammenkaufen könnte und diese adressen und telefonnummern dan mit wahlwerbung beglücken könne. damals wurde das auf einem CSU-wahlblog grossspurig und stolz angekündigt und führte zu ziemlich heftigen reaktionen. udo vetter fand es damals „Widerlich. Und möglicherweise rechtswidrig“, thomas knüwer „ahnungslos“. CSU-fans fanden „diese amerikanische art des wahlkampfes gut!!!“. kurz nachdem das vorhaben „bis zu 300.000 E-Mails und mehrere tausend Voice-Mails“ zu verschicken um „Jungwähler ansprechen und zum Wählen [zu] motivieren“ angekündigt wurde und entsprechend kontrovers diskutiert wurde, ging das CSU-blog offline und ward seit dem nicht mehr gesehen. ob die aktion dann tatsächlich durchgeführt wurde, kann ich nicht mehr sagen. aber man könnte sagen, die CSU hat sich mit dieser aktion ordentlich auf die fresse gelegt.
jetzt meldet spiegel-online, dass die CSU wieder in die gleiche staubige, dunkle mottenkiste gegriffen hat und ein ähnliches vorhaben für die landtagswahl plane:
Parteichef Huber hatte bereits eine „Mobilisierungskampagne, wie wir sie noch nie erlebt haben“ angekündigt. Nach SPIEGEL-Informationen läuft der Geheimplan unter dem Codewort „Schweden“, weil besagte Offensive in Skandinavien schon getestet wurde: Zwei Tage vor der Wahl werden die Wähler mit SMS, E-Mails und persönlichen Briefen bombardiert. So sollen die Unentschlossenen für die CSU zur Wahlurne getrieben werden.
prima, mit solchen, möglicherweise rechtswidrigen methoden wahlkampf zu machen, scheint für die CSU so eine art gewohnheit zu werden.
solche aktionen schärfen sicherlich den wählersinn für verschärften datenschutz, illegalen adresshandel und missbrauch von angeblich „öffentlich zugänglichen“ adressverzeichnissen. andererseits, das mit dem recht, scheint für die CSU ja eh so ne sache zu sein, die man auf eigene faust, je nach façon auslegen kann.