ein ♥ für blogs

felix schwenzel

ein herz für blogs? nicht ganz. ich lese blogs, ich herze sie nicht.

blogs lese ich auf ganz verschiedene arten, morgens, meist noch im bett, alle die die bei mir im google reader stecken. morgens bei meinen 2-3 morgen-kaffees und im laufe des tages les ich die, die ich in meinem netnewswire abonniert habe. die listen der beiden RSS-reader sind nicht deckungsgleich, aber die meisten die ich im netnewswire habe sind auch im google reader. stringent oder wirklich durchschaubar sortiert habe ich die einzelnen blogs nicht. ein bisschen nach vorlieben. blogs die ich mag, blogs die ich lese und blogs oder blogger die eigentlich nerven, von denen ich aber überzeugt bin sie lesen zu müssen — oder besser: überlesen zu müssen. da rivva bei mir in den feedreadern steckt, lese oder überlese ich auch alles was dort aufläuft. praktisch finde ich auch das google reader-sharing, was mir immer wieder blogeinräge von blogs in den reader spült, die ich nicht abonniert habe. ausserdem lese ich natürlich blogs die in den blogs die ich lese verlinkt sind und wenn ich mal ein bisschen im twitter-dings mitlese stolpere ich auch immer wieder über blogeinträge.

trotzdem gibt es in dieser masse von blogs natürlich blogs die herausragen, und blogs die ich bevorzugt als startpunkte fürs internet-leerlesen benutze. bei einigen lächeln mich neue artikel manchmal sogar an. einige dieser blogs folgen.

http://www.malte-welding.de/
grandios geschrieben, immer irgendwie an der grenze: zu lang, zu eklig, zu fiktiv, zu authentisch, aber eigentlich auch immer grandios.

http://anmutunddemut.de/
jemand der beinahe noch mehr rechtschreibfehler macht als ich und dem es noch scheissegaler ist. wunderbar anders und erfrischend, fast immer inspirierend, irgendwie.

http://www.dasnuf.de/
erschütternd lustig und schockierend klug. gilt seit vielen jahren als geheimtipp, was mich irritiert. also das es nicht schon lange jeder abonniert hat.

http://www.medienpiraten.tv/blog/
lese ich wahsinnig gerne.

http://coffeeandtv.de/
ich kann mich nicht entscheiden ob ich die schreibe oder die videos lieber mag, lese nicht alles, aber das was ich lese, ist immer toll.

http://www.racingblog.de/
don kann nicht nur schreiben, sondern konsequent, fundiert und mit ungeheurer ausdauer schreiben.

http://www.dondahlmann.de/
hier schreibt don viel zu selten rein, aber wenn dann mit hand und fuss seiner tastatur. das tolle an don: er meint nicht nur rum, sondern argumentiert auch wunderbar.

http://www.blog-cj.de/blog/
neuerdinsg ist christian jakubetz bildblogger, in seinem privat-blog mag ich die unbekümmertheit und unangestrengtheit, mit der er schreibt.

http://www.nerdcore.de/wp/
nerdcore ist wie zappen. das gegenteil von nachhaltig, aber bunt, schnell und reichhaltig.

http://fickr.org/
so geht bloggen (aber auch ganz anders). hier: eine kleine feine idee nehmen und konsequent und liebevoll ausbauen.

http://www.daily-ivy.de/
http://ahoipolloi.blogger.de/
einer der witzigsten menschen die ich kenne und einer der witzigsten menschen die ich nicht kenne.

http://blogs.23.nu/bubbleboy/
schreibt zu selten, aber wenn, dann lese ich es sehr gerne.

http://www.ankegroener.de/
http://stefan-niggemeier.de/blog/
ich traue mich ja kaum die gröner und den niggemeier aufzuzählen, einerseits weil sie jeder kennt und liest und jeder weiss, dass diese beiden wirklich wunderbar schreiben können. aber bei diesen beiden fällt mir immer wieder auf, dass ich nicht nur enttäuscht bin, wenn sie nichts schreiben, sondern auch enttäuscht bin wenn sie täglich weniger als 14 DINA4-seiten schreiben.

http://www.behindertenparkplatz.de/
http://willsagen.de/
http://www.shopblogger.de/
http://blog.kooptech.de/
http://fragmente.twoday.net/
diese blogs sind bei mir in der gedachten kategorie „fremde welten“ aber ich bin froh und es erhellt mich darüber mehr zu erfahren.

http://gedankentraeger.de/?page_id=204
moni schreibt in letzter zeit wenig, was schade ist, andererseits aber auch gut.

http://sprechblase.wordpress.com/
auch einer von den bloggern bei denen ich mich freue, wenn sie über etwas schreiben, über das auch alle anderen schreiben und rummeinen: bei cem finde ich immer eine neue perspektive, einen anderen dreh, eine andere sicht als überall anders. oder anders gesagt, cem ist jemand dessen meinung ich sehr schätze.

http://www.qxm.de/
lebt auch in einer völlig anderen welt („potsdam“), hat komplett andere ästhetische massstäbe als ich, ist aber eine wahre fundgrube. kein witz. von michael preidel habe ich viel gelernt. und ich liebe die einträge die mit „Liebes Tagebuch“ anfangen.

http://praegnanz.de/weblog
auch von gerrit hab ix viel gelernt. echt jetzt.

http://thesuperficial.com/
http://www.sprengsatz.de/
im prinzip sind beide hervorragend geschriebene tratsch-blogs. superficial ist ein bisschen böser, spreng ein bisschen tratschiger. spreng ist lesenswert wenn er tratscht erzählt aber unerträglich wenn er rummeint oder doziert.

http://www.thilo-baum.de/lounge/
apropos unerträglich. komplett unlesbar, kommt nie zum punkt, kann sich mir nicht verständlich machen. ich mache mir aber einen sport daraus zu versuchen mal was von thilo baum ohne fremdschämen zu lesen. bisher war ich dabei nicht erfolgreich, aber ich werde es weiter probieren.

http://turi-2.blog.de/
http://www.schockwellenreiter.de/
wo ich gerade bei unerträglich bin. diese beiden sind auch unerträglich. umso zwanghafter lese ich sie.

http://lanu.blogger.de/
eigentlich paradox, aber auch anonyme menschen können unfassbar egozentrisch sein. trotzdem hin und wieder sehr lesenswert.

http://www.hanno.de/blog/
klassischer fall von „schreibt viel zu wenig“.

http://blog.stuttgarter-zeitung.de/
ungefähr seitdem peter glaser schreibt, lese ich ihn mit begeisterung. früher wurden seine blogs noch gedruckt, das HTML hat seinen texten aber nicht geschadet. im gegenteil.

http://www.pop64.de/
es geht um hamburg und berlin und städte-punkte. nie verstanden wie das funktioniert oder ob es irgendwann mal einen gewinner gibt. liest sich trotzdem gut.

http://kaliban.de/
gunnar lott ist toll. er hat auch das einzige stern-blog, dass lesbar ist und das ich lese. konnte ich aber gerade nicht finden (das stern-blog).

http://saschalobo.com/
ich halte sascha lobo für einen der grandiosesten schreiber der welt, einen echten berserker. seine texte im höfliche paparazzi-forum zogen mir regelmässig die socken aus. leider fehlt saschalobo.com ein bisschen das alte berserkertum, die alte scheissegal-haltung. das kann daran liegen, dass sascha lobo nicht mehr alles, sondern nur noch 80 prozent scheissegal sind. trotzdem, ein sehr diszipiniert geführtes, tolles blog.

http://nutriculinary.com/
alles was der paulsen macht ist toll. aber vor allem sein essen.

http://benjaminnickel.com/blog/
herr nickel ändert ungefähr alle sechs monate seine blogadressen und blogsoftware und spitznamen, aber sein werk ist konsequent wunderbar absurd und abwegig.


zi­tat des ta­ges

felix schwenzel

chris­ti­an ja­ku­betz:

In Fra­ge ge­stellt ist tat­säch­lich nur ei­nes: ein Ge­schäfts­mo­dell, das dar­auf fußt, mit pri­va­ten Ge­schich­ten, mit Vor­ver­ur­tei­lun­gen Geld zu ma­chen.

po­tem­kin­sche po­li­tik mit der „zen­sur­ur­su­la“

felix schwenzel

kai „dann machts halt“ bier­mann machts ein­fach, das rich­ti­ge in­ter­view, zur rich­ti­gen zeit auf zeit.de. wer kai bier­manns in­ter­view mit chris­ti­an bahls, dem vor­stand von mo­gis (Miss­brauchs­Op­fer Ge­gen In­ter­net­Sper­ren) liest, er­fährt min­des­tens ge­nau­so ein­dring­lich wie in der c’t, dass die re­gie­rung hier eine wi­der­li­che wahl­kampf­show ab­zieht und sich nicht­mal an­satz­wei­se da­für schämt, ihre wäh­ler für dumm zu ver­kau­fen.

ei­gent­lich soll­te ich mor­gen, am frei­tag, auch früh auf­ste­hen und bei der „zen­zur­ur­su­la“ vor der tür ste­hen, statt nur rum­zu­lin­ken. ix kan aber lei­der nicht.

[bild­quel­le]

weiterlesen


WC

felix schwenzel


PR-fuz­zi-weis­heit

felix schwenzel


pro­ble­me die wir oh­ne wasch­ma­schi­nen nicht hät­ten

felix schwenzel

wolf­gang stie­ler ver­sucht auf pe­ter gla­sers text „In was für ei­ner di­gi­ta­len Ge­sell­schaft wol­len wir le­ben?“ zu ant­wor­ten. stie­ler er­hofft sich „Im Fo­rum“ sei­nes ar­ti­kels „eine rege Dis­kus­si­on, so dass wir im Ide­al­fall zu ei­ner neu­en, mög­li­cher­wei­se ganz an­de­ren, kol­lek­ti­ven Ant­wort auf die Fra­ge kom­men: In was für ei­ner di­gi­ta­len Ge­sell­schaft wol­len wir le­ben?“ drei kom­men­ta­re in vier ta­gen spre­chen für die sprit­zig­keit und ori­gi­na­li­tät sei­ner an­mer­kun­gen. viel­leicht auch ein biss­chen für die un­les­bar­keit sei­ner the­sen, denn statt ei­nes an­ge­mes­se­nen „block­quo­tes“ setzt er gla­sers text in den fliess­text und sei­ne an­mer­kun­gen kur­siv da­drun­ter. auf dem mo­bi­len ope­ra ist das kom­plett un­les­bar. ist aber auch egal. oder auch gut. ich habe so gla­sers text noch­mal kri­ti­scher ge­le­sen, weil ich im­mer ra­ten muss­ten, wel­che the­se nun von gla­ser und wel­che von stie­ler ist. bei­spiel:

Das Tei­len mit tech­no­lo­gi­scher Hil­fe führt nicht nur zur Ver­meh­rung von Ideen, son­dern auch zur Ver­meh­rung von Pro­ble­men. Com­pu­ter hel­fen uns da­bei, Din­ge schnel­ler zu er­le­di­gen, die wir ohne Com­pu­ter gar nicht hät­ten er­le­di­gen müs­sen, das wuss­te Mar­shall McLuhan schon in den sech­zi­ger Jah­ren... Im üb­ri­gen ist die Ver­meh­rung von Pro­ble­men nicht un­be­dingt ein Man­ko. Von Egon Frie­dell stammt der Satz „Kul­tur ist Reich­tum an Pro­ble­men“. Da­von ha­ben wir heu­te reich­lich.

wä­ren die­sen sät­ze von stie­ler, hät­te ich ihm wi­der­spro­chen, gla­ser möch­te ich nur er­gän­zen:

denn die art der pro­ble­me die wir nun ha­ben (und die wir ohne com­pu­ter gar nicht hät­ten) un­ter­schei­den sich qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv gar nicht so sehr von de­nen die wir vor­her hat­ten. oder an­ders ge­sagt, tech­no­lo­gie löst vie­le pro­ble­me, lässt aber auch vie­le of­fen und schafft ei­ni­ge neue. nur nei­gen wir dazu, die pro­ble­me die wir noch vor ein paar ge­ne­ra­tio­nen hat­ten aus un­se­rer heu­ti­gen, ge­sät­tig­ten per­spek­ti­ve zu ver­ges­sen oder zu ver­drän­gen. noch vor ein paar ge­ne­ra­tio­nen ha­ben uns raub­tie­re nicht in den zoo ge­trie­ben, son­dern in le­bens­ge­fahr ge­bracht, ha­ben kei­me, bak­te­ri­en und vi­ren mil­lio­nen von men­schen um­ge­bracht oder ver­stüm­melt und die fra­ge „kohl“ oder „kar­tof­feln“ war kei­ne die man sich an der ge­mü­se­the­ke ge­stellt hat, son­dern im an­ge­sicht des hun­gers.

na­tür­lich hat die er­fin­dung des pe­ni­cil­lin nicht alle krank­hei­ten ver­schwin­den las­sen, na­tür­lich ha­ben we­der das in­ter­net, wi­ki­pe­dia, das blog­dings oder der on­line-jour­na­lis­mus dumm­heit, igno­ranz und des­in­for­ma­ti­on ver­schwin­den las­sen — aber auch nicht ver­ur­sacht. na­tür­lich sind seit knut aus eis­bä­ren kei­ne ku­schel­tie­re ge­wor­den, wie man­che zu glau­ben schei­nen. we­der dün­ger, noch traktoen ha­ben den hun­ger ganz aus der welt ge­schafft.

na­tür­lich kön­nen wasch­ma­schi­nen, com­pu­ter oder trak­to­ren ka­putt­ge­hen, er­for­dern war­tung, kraft­stoff, strom, be­die­nungs­kom­pe­tenz und ste­ti­ge wei­ter­ent­wick­lung um nutz­brin­gend zu sein, aber war das le­ben ohne sie wirk­lich bes­ser oder un­pro­ble­ma­ti­scher? na­tür­lich nicht. und des­halb sind pro­ble­me, pe­ter gla­ser und faul­heit wich­tig.


ver­schwö­rungs­theo­rie

felix schwenzel

habe nach dem über­mäs­si­gem kon­sum von ame­ri­ka­ni­scher fer­seh­wa­re ge­ra­de eine ver­schwö­rungs­theo­rie auf­ge­stellt:
ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­wa­re soll nach über­mäs­si­gem kon­sum dazu ver­lei­ten, den kon­su­men­ten dazu zu brin­gen leich­ter an ver­schwö­rungs­theo­rien zu glau­ben. zu glau­ben, dass aus­ser den dreh­buch­au­to­ren ame­ri­ka­ni­scher fern­seh­wa­re, auch po­li­ti­ker und email­aus­dru­cker in der lage sind das ende ei­nes irre kom­ple­xen pla­nes vor­aus­zu­se­hen und ent­spre­chend zu han­deln. was na­tür­lich völ­li­ger blöd­sinn ist und bleibt, aber nach dem kon­sum ame­ri­ka­ni­scher fern­seh­wa­re wahr­schein­li­cher scheint. (kon­su­mier­te fer­seh­wa­re: „XIII“ und „doll­house“ - emp­foh­le­nes ge­gen­mit­tel „burn af­ter re­a­ding“. dank an surf­guard für die emp­feh­lung)


bö­ser bug in der FRITZ!Box WLAN 3270 im zu­sam­men­spiel mit free­net-dsl

felix schwenzel

ich bin ja wirk­lich ein gros­ser fan der fritz­box. die din­ger funk­tio­nie­ren gut, wer­den re­la­tiv lie­be­voll mit re­gel­mäs­si­gen firm­ware­up­dates ge­pflegt und das li­nux auf dem sie lau­fen lässt sich re­la­tiv gut ha­cken. hab ix ge­hört. fritz­bo­xen sind ein­fach ein­zu­rich­ten und ar­bei­ten klag­los und zu­ver­läs­sig.

in der fon-va­ri­an­te er­lau­ben sie sehr ein­fach alte, ana­lo­ge te­le­fo­ne per voip und fest­netz zu be­nut­zen, dass heisst an­ge­ru­fen wer­den kann man nach wie vor un­ter der al­ten fest­netz­num­mer, te­le­fo­nie­ren kann man mit leicht ein­zu­stel­len­den re­geln über bil­li­ge voip-an­bie­ter. wenn man nen „kom­plett“-an­schluss hat funk­to­nie­ren sie auch klag­los rein un­ter voip. be­son­ders toll: auch un­ter os x lässt sich kin­der­leicht ein vpn-tun­nel ein­rich­ten mit dem man dann auf die fritz­box und das da­hin­ter­lie­gen­de netz­werk aus der fer­ne zu­grei­fen kann. al­les toll so­weit.

nur wenn man den al­ten spruch, „never ch­an­ge a run­ning sys­tem“ nicht be­ach­tet und im­mer die ak­tu­el­le firm­ware auf­spielt, kann man ins klo grei­fen, zu­min­dest mit der FRITZ!Box WLAN 3270 und der ak­tu­el­len firm­ware-ver­si­on 67.04.70 und free­net-in­ter­net­zu­gang. da geht die fritz­box näm­lich da­von aus, dass man als free­net-kun­de auch te­le­fo­nie be­trei­ben möch­te. nur kann die 3270 das ei­gent­lich gar nicht — nur mit dem völ­lig über­teu­er­ten fritz-mini-dings. zu­min­dest hat die fritz­box sich seit dem letz­ten firm­ware-up­grade stän­dig, also un­ge­fähr alle 10 se­kun­den dar­über be­schwert, dass ppp­oe-feh­ler auf­trä­ten und die in­ter­net­ver­bin­dung (te­le­fo­nie) ge­trennt wur­de:

PPP­oE-Feh­ler: Zeit­über­schrei­tung
In­ter­net­ver­bin­dung (Te­le­fo­nie) wur­de ge­trennt.

in­ter­net ging zwar noch, aber das log lief voll mit die­sen mel­dun­gen und die fritz­box und das in­ter­net wur­den sehr lang­sam. zu­min­dest in ei­nem fo­rum fand ich ei­nen hin­weis auf das pro­blem. die lö­sung war aber mit der 3270 nicht zu ma­chen.

also habe ich die fritz­box zu­rück­ge­setzt und neu ein­ge­rich­tet. und sie­he da, plötz­lich war klar, dass die fritz­box mit der ak­tu­el­len firm­ware bei free­net-kun­den da­von aus­geht, dass voip-te­le­fo­nie ge­nutzt wer­den soll:

ohne die ein­ga­be der free­net-te­le­fon­num­mer, ver­wei­ger­te der as­sis­tent die dsl-ein­rich­tung. wir ha­ben zwar eine free­net voip-num­mer, aber auch die ein­ga­be der num­mer fürhr­te zum glei­chen, ät­zen­den ppp­oe-feh­ler und der mel­dung, dass die voip-ver­bin­dung nihct her­ge­stellt wer­den kön­ne. der ein­zi­ge aus­weg war ei­nen „an­de­ren“ dsl-an­bie­ter bei der ein­rich­tung der fritz­box aus­zu­wäh­len und die free­net da­ten in fol­gen­der form ein­zu­ge­ben:

frn6/LOG­IN­NA­ME
PIN­PASS­WORT

dann gehts. ich hof­fe AVM nimmt die­ses pro­blem zum nächs­ten firm­ware­up­grade zur kennt­nis.


jo­chen stahn­ke hat da was falsch ver­stan­den

felix schwenzel

jo­chen stahn­ke schreibt über die re­pu­bli­ca:

Ein an­de­res viel­dis­ku­tier­tes The­ma ist das Ur­he­ber­recht. Mit dem ame­ri­ka­ni­schen Rechts­pro­fes­sor Law­rence Les­sig tritt der pro­mi­nen­tes­te Ver­fech­ter ei­nes weit­ge­hend Co­py­right-be­frei­ten In­ter­nets auf. Les­sig hat die „crea­ti­ve com­mons“-Be­we­gung ge­grün­det, ein Mo­dell der frei­en Li­zenz für Me­di­en­er­zeug­nis­se. Nie­mand dür­fe für ver­meint­lich ur­he­ber­rechts­ver­let­zen­de Down­loads kri­mi­na­li­siert wer­den, trägt Les­sig in ei­ner er­staun­lich schlich­ten Power­point-Prä­sen­ta­ti­on vor: Kul­tur lebe von Frei­heit der Ge­dan­ken und (kos­ten-) frei­er Ver­wen­dung von Me­di­en­er­zeug­nis­sen. Ge­gen­wär­tig herr­sche ein „Kul­tur­kampf“, in dem Künst­ler und gro­ße Me­di­en­häu­ser aus Angst vor Ver­än­de­rung un­ge­recht­fer­tigt Be­sitz­stand wah­ren woll­ten.
Wür­de Les­sig, ein­mal an­ders ge­fragt, auch von Im­mo­bi­li­en­mak­lern, Steu­er­be­ra­tern und Rechts­pro­fes­so­ren ver­lan­gen, dass sie auf ih­ren Be­sitz­stand und die Be­zah­lung ih­rer Leis­tun­gen ver­zich­ten? Dass die Ur­he­ber von Ge­dan­ken, die nicht be­zahlt und ge­schützt wer­den, bald kei­ne Zeit und kein Geld mehr ha­ben, die­se zu den­ken, und dass eine Avant­gar­de, die über 140 Zei­chen und den Ho­ri­zont ih­res Pri­vat­le­bens nicht hin­aus­kommt, kaum ge­eig­net ist, die Welt­öf­fent­lich­keit auf­zu­klä­ren - an die­sen Wi­der­spruch moch­te Les­sig aus Angst vor Ver­än­de­rung kei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­den.

da hat er glau­be ich was falsch ver­stan­den.

#1 „Mit dem ame­ri­ka­ni­schen Rechts­pro­fes­sor Law­rence Les­sig tritt der pro­mi­nen­tes­te Ver­fech­ter ei­nes weit­ge­hend Co­py­right-be­frei­ten In­ter­nets auf.“
so­weit ich les­sig ver­stan­den habe, ver­tritt er kei­nes­wegs die mei­nung, dass das „co­py­right“ ab­ge­schafft wer­den sol­le. im ge­gen­teil, er hält dazu an, die kos­ten des, wie er es nennt „co­py­right-krie­ges“, ge­gen den nut­zen auf­zu­rech­nen. was kos­tet uns die ver­fol­gung an­geb­li­cher „co­py­right“-ver­stös­se? wel­che frei­hei­ten müs­sen wir für die­sen auf­ge­ben? ist es OK kin­der und ju­gend­li­che vor ge­richt zu zer­ren die ihre vi­de­os mit ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­ter mu­sik un­ter­ma­len, ist es hin­nehm­bar dass an­geb­li­che rech­te­inha­ber ver­stös­se ge­gen das ur­he­ber­recht als vor­wand neh­men, um un­lieb­sa­me in­hal­te ver­schwin­den zu las­sen? bei­spie­le da­für, dass rech­te­inha­ber die rech­te die ih­nen der „On­line Co­py­right In­f­rin­ge­ment Lia­bi­li­ty Li­mi­ta­ti­on Act“ auf übe­le­s­te wei­se miss­brau­chen fin­den sich al­lei­en auf hun­dert­fach. auch in deutsch­land zeigt sich die­ses phä­no­men mitt­ler­wei­le.

wie weit lohnt es sich ei­nen (aus­sich­to­sen) kampf ge­gen „co­py­right“-ver­stös­se zu füh­ren, men­schen zu kri­mi­na­li­sie­ren, bür­ger­rech­te ein­zu­schrän­ken, ei­ner in­dus­trie le­gis­la­ti­ve und exe­ku­ti­ve rech­te ein­zu­räu­men fragt les­sig und ant­wor­tet, dass es in vie­len fäl­len aus­sichts­los und un­sin­nig ist.

ab­ge­se­hen da­von gibt es in deutsch­land kein „co­py­right“ das ab­ge­schafft wer­den könn­te. hier gilt das so­ge­nann­te „ur­he­ber­recht“.

#2 „Wür­de Les­sig, ein­mal an­ders ge­fragt, auch von Im­mo­bi­li­en­mak­lern, Steu­er­be­ra­tern und Rechts­pro­fes­so­ren ver­lan­gen, dass sie auf ih­ren Be­sitz­stand und die Be­zah­lung ih­rer Leis­tun­gen ver­zich­ten?“
hat les­sig ge­sagt, ir­gend­wer sol­le auf die be­zah­lung sei­ner leis­tun­gen ver­zich­ten? ich kann mich da nicht dran er­in­nern. er wies je­doch dar­auf hin, dass sich ge­schäfts­mo­del­le stets wan­deln und dass es durch­aus vor­kom­men kann, dass ein ge­schäfts­mo­dell dass un­ter be­stimm­ten um­stän­den funk­tio­niert, un­ter an­de­ren nicht funk­tio­niert. sau­blö­des bei­spiel (von mir): am po­lar­kreis kann man eis auf dem wo­chen­markt, of­fen aus­lie­gend, ver­kau­fen. soll der eis­ver­käu­fer vom po­lar­kreis die son­ne ver­kla­gen, weil er in ita­li­en sein eis nicht of­fen aus­lie­gend ver­kau­fen kann udn sein vom po­lar­kreis er­prob­tes ge­schäfts­mo­dell in ita­li­en nicht funk­tio­niert?

was hiel­te herr stahn­ke da­von, wenn im­o­bi­li­en­mak­ler und ar­chi­tek­ten ihm und sei­nem stand ver­bie­ten wür­den, ihre ge­bäu­de zu fo­to­gra­fie­ren, we­gen ih­rer ur­he­ber­rech­te und weil sie die zu geld ma­chen wol­len? er wür­de ei­nen ganz­sei­ti­gen art­kel ver­fas­sen, in dem er den nie­der­gang der pres­se­frei­heit be­kla­gen wür­de. (ach das ur­he­ber­recht wird schon be­nutzt um fo­tos zu ver­bie­ten?)

was hiel­te herr stahn­ke da­von, dass steu­er­be­ra­ter und rechts­pro­fes­so­ren jour­na­lis­ten ver­bie­ten aus ih­ren ar­bei­ten oder gut­ach­ten zu zi­tie­ren? we­gen ih­rer ur­he­ber­rech­te und weil sie die glau­ben zi­ta­te müss­ten ab ei­ner län­ge von 20 buch­sta­ben be­zahlt wer­den? naja. wenn man für die faz ar­bei­tet, hält man es wahr­schein­lich mit dem her­aus­ge­ber, der ja den ein­druck er­weckt, dass aus­schliess­lich die faz selbst zi­tie­ren darf, aber sonst nie­mand.

#3 „Dass die Ur­he­ber von Ge­dan­ken, die nicht be­zahlt und ge­schützt wer­den, bald kei­ne Zeit und kein Geld mehr ha­ben, die­se zu den­ken, […] an die­sen Wi­der­spruch moch­te Les­sig aus Angst vor Ver­än­de­rung kei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­den.“
es geht eben nicht dar­um je­man­den um sei­nen be­sitz­stand, sei­ne rech­te oder sei­ne be­zah­lung zu brin­gen, son­dern vor al­lem dar­um, die be­zah­lung und den schutz der rech­te an die ge­ge­ben­hei­ten an­zu­pas­sen und fair zu ge­stal­ten. auch die rech­te die mit ei­ner CC-li­zenz li­zen­siert sind, sind durch­setz­bar und zu schüt­zen. das bes­te bei­spiel wie so­et­was funk­tio­nie­ren kann, sind cory doc­to­rows bü­cher, die er alle un­ter ei­ner CC-li­zenz ver­öf­fent­licht und zum down­load an­bie­tet. trotz­dem, oder ge­ra­de des­halb, er­freu­en sich sei­ne bü­cher al­ler­bes­ter ver­kaufszah­len. muss ma­rio six­tus hun­ger lei­den, weil „der elek­tri­sche re­por­ter“ und „six­tus vs. lobo“ und „lost in deutsch­land“ un­ter CC li­zen­siert sind? im ge­gen­teil. die­se bei­spie­len möch­te jo­chen stahn­ke nicht mal an­satz­wei­se nach­ge­hen, weil er dann ge­dan­ken ver­schwen­den müss­te.

ich wür­de herrn stahn­ke emp­feh­len, die vor­träg von les­sig und doc­to­row ein­fach noch­mal an­zu­schau­en und zur ab­wechs­lung mal zu­zu­hö­ren. kann na­tür­lich sein, dass er kein eng­lisch ver­steht.

[tho­mas knü­wer meint auch, dass stahn­ke was falsch ver­stan­den hat.]

weiterlesen

beck­mann ver­wei­gert die re­cher­che

felix schwenzel

am 30. märz wa­ren karl-theo­dor zu gut­ten­berg und otto graf lamb­s­dorff bei beck­mann zu gast. nach ca. 35 mi­nu­ten sen­de­zeit zeig­te beck­mann ein vi­deo das die re­dak­ti­on mit ziem­li­cher si­cher­heit aus mei­nem you­tube-ac­count ge­nom­men hat­te.

nicht dass ich da was ge­gen hät­te, von mir aus kann beck­mann sei­nen gäs­ten alle mei­ne vi­de­os zei­gen, was mich aber wun­der­te war, dass beck­mann das vi­deo in etwa fol­gen­der­mas­sen an­kün­dig­te:

es gibts schon im in­ter­net eine wirk­li­che par­odie die­ses fo­tos, da hat sich je­mand die mühe ge­macht, alle ken­nen den au­tor nicht, aber das gan­ze et­was künst­le­risch auf­zu­la­den.

wenn beck­mann be­tont den au­tor oder ur­he­ber von et­was nicht zu ken­nen, vor al­lem wenn er stets dar­um be­müht ist, wie ein jour­na­list zu wir­ken, kann man ja da­von aus­ge­hen, dass er oder sei­ne re­dak­ti­on zu­min­dest ein biss­chen rum­ge­fragt ha­ben um die­se wis­sen­lü­cke zu stop­fen. auch wenn man­che jour­na­lis­ten-dar­stel­ler sich mitt­ler­wei­le so­gar mit ih­rer un­fä­hig­keit zu re­cher­chie­ren öf­fent­lich brüs­ten („Nach­prü­fen lässt sich für uns we­der die eine, noch die an­de­re Ver­si­on.“) — beck­mann hat mich nicht ge­fragt. we­der per te­le­fon, mail oder kom­men­tar un­ter dem vi­deo.

kurz: beck­man nimmt ein vi­deo aus mei­nem you­tube-ac­count, fragt we­der wo­her es kommt noch obs OK ist es zu be­nut­zen und be­haup­tet im fern­se­hen, er wis­se nicht wer das vi­deo ge­macht hat.

am mon­tag früh habe ich eine mail an die beck­mann-re­dak­ti­on ge­schrie­ben um nach­zu­fra­gen ob man mit ei­nem sol­chen vor­ge­hen neue jour­na­lis­ti­sche stan­dards set­zen möch­te. aber ehr­lich­ge­sagt glau­be ich es gibt gar kei­ne re­dak­ti­on für die sen­dung. der beck­mann macht das al­les sel­ber, wie frü­her der six­tus. der arme mann ist schlicht über­for­dert. oder?


ana­log-kä­se

felix schwenzel

er­schüt­ternd:

Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse. Denn beim so ge­nann­ten „Ana­log-Käse“, ei­nem Käse-Imi­tat, wur­de das teu­re Milch­fett ge­gen bil­li­ges Pflan­zen­fett aus­ge­tauscht. Das ist zwar er­laubt - nur darf man das Pro­dukt nicht mehr als „Käse“ be­zeich­nen.
[…]
Schät­zungs­wei­se an die 100.000 Ton­nen Ana­log-Käse wer­den jähr­lich in Deutsch­land pro­du­ziert. […] [Ana­log-Käse] ver­trägt bis zu 400 Grad Hit­ze. Selbst das ro­bus­te Tef­lon schmilzt bei 327 Grad. So kön­nen Fließ­band-Piz­zas dop­pelt so schnell ge­ba­cken wer­den wie mit ech­tem Käse, der schon bei 200 Grad an­brennt.

[via]


stell dir vor shift hap­pens und kei­ner geht hin

felix schwenzel

was wäh­rend der re­pu­bli­ca durch­ge­hend nerv­te, war die im­mer wie­der durch­schei­nen­de hal­tung, dass die or­ga­ni­sa­to­ren der re­pu­bli­ca die­ses oder je­nes nicht rich­tig ge­macht hät­ten, die­se oder jene grup­pe be­nach­tei­ligt hät­ten, die­se oder je­nes zu viel oder zu we­nig be­tont hät­ten. ich hab ja nix ge­gen kri­tik, auch ge­gen kri­tik un­ter der gür­tel­li­nie, aber die­ses dif­fu­se, pau­scha­le rum­nör­geln nervt.

na­tür­lich hät­te man vie­les auf der re­pu­bli­ca bes­ser, an­ders, ele­gan­ter, poin­tier­ter, pünkt­li­cher ma­chen kön­nen, vor al­lem aber hät­te man selbst et­was ma­chen kön­nen. die auf­ru­fe mit­zu­ma­chen, hal­len mir seit mo­na­ten in den oh­ren.

die re­pu­bli­ca war zu ober­fläch­lich, zu be­lang­los, zu la­ber­ta­schig? schlagt bes­se­re the­men und re­fe­ren­ten vor, setzt euch selbst auf die po­di­en. schreibt über­zeu­gen­de blogs mit gu­ten ar­gu­men­ten, ruft zu kam­pa­gnen auf, re­det mit den po­li­ti­kern, geht in den bun­des­tag oder auf aus­schuss­sit­zun­gen — und be­rich­tet drü­ber. im­mer nur zu sa­gen „macht doch mal was“, „macht das mal bes­ser“, nervt auf dau­er.

das pro­blem sind nicht nur „die da oben“, son­dern dass von un­ten, von rechts, von links nix kommt, dass kaum ei­ner be­reit ist selbst was zu ma­chen, selbst zu re­den, selbst zu schrei­ben, sich hin­zu­stel­len und stel­lung oder prü­gel zu be­zie­hen. ein klas­si­ker un­ter blog­gern ist ja, den jour­na­lis­ten (zu recht) man­geln­de re­cher­che, ober­fläch­lich­keit oder die fal­schen the­men vor­zu­wer­fen. selbst zu te­le­fo­nie­ren, selbst nach­zu­fra­gen oder selbst re­cher­chie­ren, dazu hat aber auch kei­ner bock. blog­ger wei­sen dann ger­ne dar­auf hin, dass man ohne pres­se­aus­weis ja eh nix ma­chen kön­ne als von an­de­ren sei­ten zu zi­tie­ren. was na­tür­lich quark ist wer o-töne ha­ben, mit po­li­ti­kern re­den, auf ei­nen par­tei­tag oder in den bun­des­tag will, be­kommt das auch so hin — wenn er will.

po­li­ti­kern ah­nungs­lo­sig­keit vom in­ter­net vor­zu­wer­fen ist ein­fach, mach ich auch ger­ne, aber mit ih­nen re­den, dazu reichts dann meis­tens nicht. bei mir spielt oft die angst mit, dass es auf­fal­len könn­te, dass ich in be­zug auf po­li­tik völ­lig ah­nungs­los bin. nur: ist das nicht auch ge­nau der grund (ne­ben zeit­knapp­heit) mit dem sich die po­li­ti­ker vor dem in­ter­net drü­cken?

ich mer­ke schon, das ent­wi­ckelt sich hier zu ei­nem rant ge­gen mich selbst, ge­gen mei­ne ei­ge­ne lahm­ar­schig­keit. und tat­säch­lich bin ich frus­triert, dass ich selbst stän­dig in dem chor der­je­ni­gen mit­sin­ge, der das lied singt, wie scheis­se al­les ist, wie ah­nungs­los alle sind, wie dumm und ver­bohrt po­li­ti­ker sind. noch frus­tier­ter bin ich aber, wenn ich mit po­li­ti­kern rede, über po­li­tik nach­den­ke oder dis­ku­tie­re und sehe, dass es kei­ne ein­fa­che lö­sun­gen gibt, dass po­li­tik irre kom­plex ist und wohl auch sein muss und eben nicht vom „ge­sun­den men­schen­ver­stand“ be­stimmt wird. son­dern von mehr­hei­ten, stim­mun­gen, po­le­mik, stra­te­gie, kom­pro­mis­sen und men­schen. und noch frus­trie­ren­der: der ein­zi­ge weg et­was zu ver­bes­sern ist es selbst zu ver­su­chen, selbst et­was zu ma­chen.

im mä­an­der­tal stehts so ähn­lich:

Es wird ver­flucht noch mal Zeit, dass die Ak­teu­re des Web 2.0, die So­cial Net­wor­ker, Twit­te­rer und vor al­lem die Blog­ger, von sich ab­las­sen, die selbst­be­schwo­re­ne Macht aus­üben und ih­ren Fo­kus auf die Pro­ble­me un­se­rer Zeit rich­ten! Vom Pa­thos hin­ge­ris­sen, möch­te ich sa­gen: Nehmt die Zü­gel in die Hand, macht Stim­mung im Land, reißt die Gren­zen ein und zeigt der Po­li­tik wo der Hase läuft. Die Lip­pen­be­kennt­nis­se der gro­ßen Po­li­tik in Rich­tung Ei­nig­keit im in­ter­na­tio­na­len Han­deln, und sei es nur auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne, rei­chen er­fah­rungs­ge­mäß bis zu dem Mo­ment, wo es ernst wird. Jetzt ist die Lage ernst! Es ist ge­nau der rich­ti­ge Mo­ment, in dem die Blogo­sphä­re be­wei­sen könn­te, dass sie sich nicht dem po­li­ti­schen Ver­hal­ten an­passt. Wel­cher Rah­men böte sich hier bes­ser an, als eine re:pu­bli­ca in die­sen Ta­gen? Das Pro­gramm lässt lei­der an­de­res ver­mu­ten. Hübsch ver­klau­su­lier­tes Sto­chern um den hei­ßen Brei her­um. Nicht mehr tun das! Shift hap­pens? Ver­än­de­rung pas­siert nicht von al­lei­ne! What are you do­ing? At the mo­ment I do de­mo­cra­cy. Cau­se it’s my fuck­ing job!

in der ak­tu­el­len brand­eins (04/2009) wit­zi­ger­wei­se auch:

Bar­ba­ra Kel­ler­mann: Wir se­hen Pro­tes­te in Is­land und Russ­land, aber die Leu­te hier wis­sen nicht ein­mal mehr, wie man Wi­der­stand or­ga­ni­siert. Es herrscht un­glaub­lich viel Wut und Zorn in der Blogo­sphä­re — aber sich im In­ter­net zu be­kla­gen ist kein wirk­li­cher Pro­test. Es kann gut sein, dass der Är­ger ei­ner hand­fes­ten Pro­test­be­we­gung die Kraft ent­zieht. Es kann auch gut sein, dass die Men­schen ihre En­er­gien in die Fan­ta­sie­vor­stel­lung ka­na­li­siert ha­ben, dass Oba­ma sie auf wun­der­sa­me Wei­se ret­ten wird.

Da­mit sind wir wie­der bei der Fra­ge nach der Lea­der­ship-In­dus­trie: Wir star­ren wie ge­bannt auf den Rit­ter in der strah­len­den Rüs­tung.


es geht auch kür­zer

felix schwenzel

manch­mal quält mich das schrei­ben. be­son­ders quä­lend ist es, wenn man mal was ge­schrie­ben hat, was ei­nem ganz gut ge­fällt und man merkt, das das ni­veau am nächs­ten tag nicht mal an­satz­wei­se zu hal­ten ist. dann schreibt man sich nen wolf und her­aus kommt nur lang­at­mi­ger quark, den an­de­re schon längst bes­ser auf­ge­schrie­ben ha­ben oder von an­de­ren kom­plett do­ku­men­tiert wur­de. frü­her half es mir beim ver­ste­hen von vor­trä­gen oder dis­kus­sio­nen un­ent­wegt no­ti­zen zu ma­chen, da­nach al­les run­ter­zu­schrei­ben und da­bei über das ge­sag­te nach­zu­den­ken und zu re­flek­tie­ren. mitt­ler­wei­le re­flek­tie­re ich lie­ber ohne mich mit dem schrei­ben zu quä­len.

aber ich woll­te was ganz an­de­res sa­gen. ich habe ge­merkt, dass ich die kur­zen zu­sam­men­fas­sun­gen vom drit­ten tag der re­pu­bli­ca, die ich ges­tern im zug von ber­lin nach ham­burg zu­sam­men­ge­schrie­ben habe, auch kür­zer (≤140 zei­chen) fas­sen kann, bei­na­he ohne er­kennt­nis­ver­lust:

lang: „jim­bo“ wales
auf ei­nes war auf der re­pu­bli­ca ver­lass: auf den ter­min­ka­len­der konn­te man sich nicht ver­las­sen. das pass­te heu­te früh ganz gut, statt zum vor­trag von jim­my wales zu spät zu kom­men („jim­bo wales“ stand im pro­gramm — ich fin­de den spitz­na­men ja ein biss­chen ob­zön), war ich dann viel zu früh, ob­wohl ich ei­gent­lich zu spät war. nach­dem ich ein­mal vor ein paar wo­chen ge­hört hat­te was herr wales als ho­no­rar fü ei­nen vor­trag nimmt, wa­ren mei­ne er­war­tun­gen an den vor­trag je­doch ei­nen tick zu hoch. für ei­nen saal vol­ler email-aus­dru­cker wäre der vor­trag si­cher eine sen­sa­ti­on ge­we­sen, so war er nur so, naja mit­tel­mäs­sig. im­mer­hin ken­ne ich jetzt alle mög­li­chen sta­tis­ti­schen eck­da­ten der wi­ki­pe­dia und von wi­kia, habe ei­ni­ges über das we­sen von en­zy­klo­pä­dien ge­lernt (sie sind nicht al­les an­de­re) und er­fah­ren, dass es sich loh­nen könn­te mal nach mup­pets und ma­trix zu goog­len und dass es min­des­tens ei­nen be­su­cher auf der re­pu­bli­ca gab, der nicht wuss­te das „wiki“ auf ha­waian­isch „schnell“ heisst.
kurz: jim­my wales, egal wie­viel ho­no­rar er be­kom­men hat, war sein geld nicht wert. im­mer­hin kenn ich jetzt die kenn­zah­len der wi­ki­pe­dia.

lang: rech­te kann man nicht es­sen
da­nach sprach cory doc­to­row, ohne rech­ner und ohne power­point, nur mit ein paar zer­knüll­ten pa­pier­fet­zen vor sich. cory doc­to­row kann ich stun­den­lang zu­hö­ren und all sei­ne ar­gu­men­te ge­gen DRM, „ta­ke­down no­ti­ces“ udn die­sen gan­zen co­py­right-wahn­sinn, die gel­ten­ma­chung von ur­he­ber­rech­ten für will­kür­li­che zen­sur­zwe­cke (ge­ra­de auch wie­der ak­tu­ell von ste­fan nig­ge­mei­er be­leuch­tet und in ei­nem et­was an­de­rem zu­sam­men­hang von der FAZ) sind so ein­leuch­tend, so kris­tall­klar, dass ich mich wun­de­re, dass die ver­ant­wort­li­chen der me­di­enn­dus­trie nicht rei­hen­wei­se mit­glie­der in der pi­ra­ten­par­tei wer­den. ernst­haft.
[sind cory doc­to­rows ro­ma­ne ei­gent­lich le­sens­wert? hat die schon­mal je­mand ge­le­sen?]
kurz: ich bin da­von über­zeugt, dass mu­sik­ma­na­ger oder film­bos­se nach ei­nem vor­trag von cory doc­to­row so­fort mit­glied in der pi­ra­ten­par­tei wür­den.

lang: dada-fa­l­a­fel
der fa­l­a­fel-mann am ora­ni­en­bur­ger tor war auch am zwei­ten tag gross­ar­tig. das haar im scha­warma war glück­li­cher­wei­se lang, dünn und blond — und nicht kurz, dick, ge­kräu­selt und schwarz.
kurz: im dada-fa­l­a­fel am ora­ni­en­bur­ger tor ein haar und ein scha­warma ge­ges­sen. http://is.gd/qHVc

lang: „ka­tho­li­sche femmi­nis­tIn­nen — äh fun­da­men­ta­lis­tIn­nen“
die dis­kus­si­on um die fra­ge „War­um Ba­by­kot­ze ge­nau­so re­le­vant ist wie das iPho­ne“ ist lei­der recht schnell in die 80er jah­re ab­ge­glit­ten. im­mer­hin ent­stand eine leb­haf­te dis­kus­si­on, wo­bei ich nicht ge­nau ver­stand um was es ei­gent­lich ging und war­um der ton­fall teil­wei­se so irre ag­gres­siv war. was ich ver­stan­den habe: es ging nicht um ba­by­kot­ze und nicht ums ipoh­ne, frau­en stel­len ihr licht ger­ne un­ter den schef­fel und krau­len sich nicht ge­gen­sei­tig die eier.
kurz: manch­mal habe ich den ein­druck, dass der gröss­te feind von frau­en die frau­en sind.

lang: po­li­ti­sche blogs
die­se dis­kus­si­on war eine der in­ter­es­san­te­ren, auch wenn sie von ei­nem als cher­no job­atey ver­klei­de­tem und wer­ner hö­fer imi­tie­ren­den falk lue­ke mo­de­riert wur­de. kai bier­mann schreibt über­zeu­gen­der als er spricht, ju­lia se­li­ger ist irre hib­be­lig und kommt auf dem po­di­um ex­akt so rü­ber wie auf twit­ter und ih­rem blog (hu­mor­los, an­griffs­lus­tig), mar­kus be­cke­dahl hat zwar kein cha­ris­ma, kann mich aber im­mer wie­der über­zeu­gen und jens ma­theus­zik war wit­zi­ger als man den­ken soll­te. in­halt­lich ging es in etwa um fol­gen­des: „mensch leu­te! macht doch selbst mal was!“
kurz: falk lue­ke hat sich als cher­no job­atey ver­klei­det. #rp09

lang: der wit­zigs­te ar­ti­kel zur re­pu­bli­ca stand in der taz: „Im Pu­bli­kum sit­zen vie­le be­kann­te Ge­sich­ter der Blogo­sphä­re: Sa­scha Lo­bos Iro winkt aus den Rei­hen, Ste­fan Nig­ge­mei­er quetscht sich durch die Rei­hen.“
kurz: hihi - http://www.taz.de/1/de­bat­te/ko­lum­nen/ar­ti­kel/1/ipho­nestrei­che-auf-gros­ser-bueh­ne/

lang: -
kurz: ich fand die re­pu­bli­ca 2009 ziem­lich gut. das wet­ter auch.


re:den

felix schwenzel

von der re­pu­bli­ca gabs ges­tern ei­gent­lich nichts zu be­rich­ten. es ist nichts be­mer­kens­wer­tes pas­siert, aus­ser dass den gan­zen tag lang ge­re­det wur­de. viel­leicht kann man die re­pu­bli­ca tat­säch­lich ge­nau so zu­sam­men­fas­sen:

vom 1. bis zum 3 april re­de­ten in ber­lin sehr vie­le leu­te mit­ein­an­der.

ich bin üb­ri­gens zur re­pu­bli­ca ge­gan­gen ohne vor­her ei­nen blick ins pro­gramm zu wer­fen und ohne ir­gend­et­was zu er­war­ten. aus­ser na­tür­lich, ein paar leu­te zu tref­fen die re­den und de­nen man zu­hö­ren kann und selbst ein biss­chen zu re­den, zu es­sen und zu trin­ken. in­so­fern sind mei­ne er­war­tun­gen nicht ent­täuscht wor­den.

ein paar din­ge ha­ben mich ges­tern (und vor­ges­tern) dann aber doch über­rascht. zum bei­spiel das wet­ter. oder die er­fah­rung, dass ra­de­ber­ger um 15 uhr bes­ser schmeckt, als um 23 uhr. ich über­le­ge ob ich mei­nen le­bens­rhyt­mus künf­tig um­stel­len soll­te, denn ich habe in den letz­ten wo­chen auch be­merkt, dass das mit­tag­essen um 10:30 bes­ser schmeckt als um 13 uhr. in­so­fern sind mei­ne er­war­tun­gen ges­tern so­gar über­trof­fen wor­den.

ges­tern habe ich be­merkt, dass man auch mal gut ei­nen tag ganz ohne in­ter­net ver­brin­gen kann.
naja fast. der vor­trag von pe­ter gla­ser war so in­spi­rie­rend, dass ich mich da­nach fast eine stun­de lang in den hof ge­setzt habe und per umts mei­nen rss-rea­der leer­zu­le­sen. da­bei habe ich mich wohl recht oft ge­räus­pert. naja, ein paar emails hab ich auch ge­le­sen und ge­schrie­ben, dann hab ich noch die fritz­box mei­ner el­tern über ei­nen ssl-tun­nel ein biss­chen um­kon­fi­gu­riert, 1und1 ver­flucht und ver­sucht den sup­port von 1und1 zu kon­tak­tie­ren. aber ins in­ter­net hab ich nix ge­schrie­ben, we­der auf twit­ter noch hier. gab ja auch kaum in­ter­net ges­tern. geht ja auch ohne in­ter­net. nicht.

es wur­de sehr viel ge­re­det ges­tern. ei­gent­lich be­steht die­se re­pu­bli­ca fast nur aus re­den. pe­ter schaar, man­che nen­nen ihn auch „den schah“, fing mor­gens an zu re­den, was hübsch an­zu­se­hen war was ganz in­ter­es­sant war, aber doch die ent­schei­den­de fra­ge of­fen liess: wie kön­nen wir ei­gent­lich un­se­re da­ten schüt­zen? wenn ich pe­ter schaar rich­tig ver­stan­den habe, geht das (noch) nicht. ganz schreck­lich wur­de es nach pe­ter schaar, beim zwei­ten vor­trag des ta­ges. da quäl­ten drei deut­sche sich und ihr pu­bli­kum, weil sie den ein­druck er­we­cken woll­ten, dass sie ihre vor­trä­ge auf eng­lisch vor­tru­gen. es gibt fast nichts pein­li­che­res, als wenn ein deut­scher „ztu­di­wieh­zieh“ oder „ztu­di­wieh­zett“ sagt, wenn er über stu­diVZ re­det. ach doch. wenn man das pu­bli­kum auf eng­lisch fragt ob „na­ti­ve spea­k­ers“ an­we­send sei­en und man dann, wenn sich nie­mand mel­det, un­ver­dros­sen wei­ter eng­lisch stam­melt (trotz­dem war die twit­ter­le­sung toll!).

ir­gend­wann re­de­te mar­kus hünd­gens. sein vor­trag hin­ter­liess mich eben­so rat­los wie herrn klein. was ge­nau woll­te er uns mit­tei­len? ich fil­me, also fil­me ich? hünd­gens wies zwar ziem­lich stolz dar­auf hin, dass er mit twitt­pic bil­der „bis zu ei­ner stun­de schnel­ler als die agen­tu­ren“ ver­öf­fent­li­chen kann, aber die ant­wort auf die fra­ge, wor­in ge­nau der vor­teil die­ser ge­schwin­dig­keit liegt, liess er of­fen. was ist gut an die­sem schnell? nur so ne­ben­bei, ich fand das bild des ab­ge­stürz­ten flug­zeugs im hud­son ri­ver nicht gut weil es schnell war, son­dern weil es gut war.

ich habe dann auch ir­gend­wann, so ge­gen die mit­tags­zeit an­ge­fan­gen zu re­den. auf der trep­pe, an der the­ke, im hof, beim fa­l­af­fel­mann. meis­tens ver­sucht man in den ge­sprä­chen ab­ge­bro­che­ne email-kon­ver­sa­tio­nen wei­ter­zu­füh­ren („tut mir leid, dass das mit den ti­ckets nicht ge­klappt hat“), auf­ge­schnapp­ten tratsch zu ve­ri­fi­zie­ren („bist du jetzt echt wie­der sin­gle?“) oder mit in blogs an­ge­le­se­nem wis­sen zu glän­zen („ist das dein hoch­zeits­an­zug?“). auch wenn ix ges­tern ein paar neue ge­sich­ter ken­nen­ler­nen durf­te („ich bin der den du vor nem jahr mal ge­disst hast“, „ich les dich“), sind die ge­sprä­che und ge­sprächs­part­ner zum gros­sen teil ex­akt die glei­chen wie vor ei­nem jahr. hört sich doof an, ist aber ziem­lich an­ge­nehm. we­ni­ger an­ge­nehm dürf­ten die in­ter­views sein, zu de­nen die ver­an­stal­ter von die­sen be­richt­erstat­tern ge­zwun­gen wer­den. ir­gend­wann ges­tern platz­te es aus aus mar­kus be­cke­dahl raus. in ei­ner in­ter­view-pau­se, mein­te er, dass er ein biss­chen müde sei, im­mer wie­der blogs für über 60jäh­ri­ge zu er­klä­ren.

am bes­ten von al­len re­den konn­te üb­ri­gens law­rence les­sig. teil­wei­se fühl­te ich mich an ei­ner der bes­se­ren fol­gen von „bos­ton le­gal“ er­in­nert. spä­tes­tens als ei­nes mei­ner bos­ton-le­gal-lieb­lings­wör­ter auf die lein­wand fiel: „OU­TRA­GE­OUS“. ge­gen les­sig ist alan shore ne null. na­tür­lich auch, weil shore ohne app­les „key­note“ ar­bei­tet.

was ix mich auch frag­te:

  • wer hat noch­mal ge­sagt, dass wir uns vom qua­li­täts­jour­na­lis­mus hin zum quan­ti­täts­jour­na­lis­mus be­we­gen?
  • wo war frank west­phal?
  • ist jens schrö­der ge­wach­sen?
  • färbt sich don dah­l­mann die haa­re grau?
  • be­kommt ma­rio six­tus den law­rence les­sig-award (in mes­sing), weil er dem 2DF und 3SAT CC-li­zen­zen auf­ge­schwatzt hat?
  • wer hört ei­gent­lich noch ra­dio?
  • war­um be­haup­tet tho­mas knü­wer, hei­ko he­big habe get­wit­tert „Wenn ich groß bin, möch­te ich so vor­tra­gen kön­nen wie Les­sig.“ ob­wohl er nur twit­ter­te „les­sig. rocks.“?

kä­se art

felix schwenzel

das ist kei­ne kunst, son­dern eine war­nung in ei­ner dö­ner­thek, dass der käse den man auf wunsch ins dö­ner be­kom­men kann, kein ech­ter käse ist:

KÄSE
ART
LE­BENS­MIT­TEL­ZU­BE­REI­TUNG
AUS MA­GER­MILCH UND PFLANZ­LI­CHEM ÖL IN
SALZ­LA­KE
45% FETT .I. TR

ZU­TA­TEN:
PAS­TEU­RIER­TE KUH­MILCH, PFLAN­ZEN­ÖL(20%)
MILCH­SÄU­RE­KUL­TU­REN, PFLANZ­LI­CHES­LAB,
SALZ, 21%FETT.

[feh­ler vom zet­tel über­nom­men]


01. april 2009

felix schwenzel

8:15 auf­ge­wacht. woll­te ei­gent­lich um 7:30 auf­ste­hen, aber der we­cker sah das an­ders. ix war dem we­cker dann aber doch dank­bar, weil ich eh ver­ges­sen hat­te, war­um ich so früh auf­ste­hen woll­te.

8:30 ge­duscht.

9:30 emails ge­schrie­ben, mei­ne ers­te grös­se­re typo3-site ge­launcht, mich über typo3 ge­är­gert, kaf­fee im cof­fee­ma­mas ge­trun­ken. wei­ter über typo3 ge­är­gert.

kol­le­gin an­ge­ru­fen, um zu fra­gen ob sie schon auf der re­pu­bli­ca ist. kol­le­gin ist nicht ran­ge­gan­gen.

09:41 kol­le­gin ruft zu­rück, bin nicht ran­ge­gan­gen, weil ich mich ge­ra­de über typo3 är­ger­te. noch nen kaf­fee ge­trun­ken.

09:50 kol­le­gin an­ge­ru­fen, um zu fra­gen ob sie schon auf der re­pu­bli­ca ist. kol­le­gin ist nicht ran­ge­gan­gen.

10:30 zum fried­rich­stadt­pa­last ge­gan­gen und im fried­rich­stadt­pa­last rum­ge­lau­fen. vie­le be­kann­te ge­sich­ter ge­se­hen und vie­le un­be­kan­te ge­sich­ter ge­se­hen, die mich an­sa­hen, als ob ich ein be­kann­tes ge­sicht hät­te.

11:00 vor­trag mit vie­len bun­ten vi­sua­li­sie­run­gen der ver­net­zung der in­ter­na­tio­na­len und ame­ri­ka­ni­schen blogo­sphä­re ge­se­hen. war fas­zi­niert, wie ge­naue aus­sa­gen man über die deut­sche blogos­hä­re tref­fen kann, ohne auch nur die leis­tes­te ah­nung von deut­schen blogs zu ha­ben. ah­nung von sta­tis­tik kann also durch­aus zu was nüt­ze sein.

11:30 die kol­le­gin setz­te sich ne­ben mich.

11:32 im pu­bli­kum läuft ein fon­si look-ali­ke her­um: cord­aus­tat­tung, schirm­müt­ze, n biss­chen pum­me­lig.

11:50 die dis­kus­si­on zum sta­tus quo des blog­dings in deutsch­land („blogs in deutschand“) an­ge­guckt. das war eine ganz okaye na­bel­schau, auch wenn ro­bert ba­sic, glau­be ich, die gan­ze zeit kroa­tisch sprach. ich habe zu­min­dest kein wort von dem ver­stan­den was er sag­te. aus­ser ein­mal, da hat er ei­nen wut­an­fall be­kom­men. er mein­te sinn­ge­mäss, dass ihn „das ne­ga­ti­ve“ in deutsch­land to­tal an­kot­zen wür­de, die­se scheiss ne­ga­ti­ve hal­tung deut­scher blog­ger, da wür­de er zu­viel krie­gen, er fän­de das to­tal scheis­se, dass die leu­te al­les so scheis­se fän­den. man merk­te, die­se ver­damm­te ne­ga­ti­ve ag­gro-hal­tung in der deut­schen blogo­sphä­re kotzt ro­bert ba­sic to­tal an, es schüt­tel­te ihn und er wur­de laut. kurz hat­te ich das ge­fühl, dass er kurz da­vor war aus­zu­ras­ten und selbst was ne­ga­ti­ves zu sa­gen. er fing sich dann aber wie­der und sprach dann ir­gend­wann wie­der im ge­wohnt ru­hi­gen kroa­tisch — oder so — wei­ter.

13:00 dö­ner ge­ges­sen, drit­ten kaf­fee ge­kauft, zu­rück in die fir­ma ge­gan­gen um den launch der neu­en site zu be­trin­ken. hat­te als ers­ter von neun leu­ten mein sekt­glas leer. das buf­fet wur­de auch von mir er­öff­net.

14:00 in die son­ne ge­setzt und auf­ge­schrie­ben wie ich bis­her den tag ver­bracht habe. ge­dan­ken ob das je­man­den in­ter­es­sie­ren wür­de bei­sei­te ge­wischt, wie ich das be­reits seit 10 jah­ren tue.

14:30 im fried­richs­stadt­pa­last fiel mir auf, dass ich lie­ber im dun­keln sit­ze als in der son­ne. trotz­dem: es ist sehr, sehr dun­kel im fried­rich­stadt­pa­last. das pu­bli­kum ist hier und da durch ein paar spots schumm­rig be­leuch­tet, die ge­sich­ter der an­de­ren hälf­te sind durch die dis­plays ih­rer lap­tops oder net­books oder ihre mo­bil­te­le­fo­ne be­leuch­tet. schön. aber dun­kel.

16:20 wie­der auf­ge­wacht.

16:30 habe er­fah­ren was rick­ro­ling ist und das das 4chan-board pos­tings nach we­ni­gen mi­nu­ten wie­der ver­gisst. füh­le mich in mei­ner al­ten the­se be­stä­tigt, dass ein­schrän­kun­gen und tech­ni­sche be­schrän­kun­gen der bes­te dün­ger für krea­ti­vi­tät sind. ir­gend­wann guck ich mir die­ses 4chan auch mal an.

18:00 auf der büh­ne un­ter­hal­ten sich drei tech­ni­ker über tech­nik und twit­ter und twit­ter-tech­nik. hin­ter mir un­ter­hal­ten sich zwei papp­na­sen dar­über, dass sie es scheis­se fin­den wenn die da un­ten über tech­nik re­den. auf der twit­ter­wall wird mo­niert, dass die tech­ni­ker sich über tech­nik un­ter­hal­ten und dass das ja eh schon al­les be­kannt sei, über was die da re­den. ich ent­schei­de mich das ge­spräch gut zu fin­den, schwei­fe aber im­mer wie­der in mei­nen ge­dan­ken ab, wenn der twhirl-pro­gram­mie­rer mo­no­lo­ge hält. max win­de ver­steh ich kaum. cem bas­mann kann eh sa­gen was er will, auch lang­wei­li­ges zeug, ich fän­de es nicht lang­wei­lig.

18:30 john­ny haeus­ler, tan­ja kreit­sch­mann, nilz bo­ckel­berg und eine frau mit CB-funk zeug am kopf lau­fen 10 mi­nu­ten auf der büh­ne auf und ab und stel­len sa­chen auf, ver­schie­ben die sa­chen, spie­len an ei­nem lap­top rum und ge­gen 18:40 fan­gen john­ny und nilz an zu schrei­en. da­nach gibts tech­ni­sche pro­ble­me (kein in­ter­net, kei­ne sms-wall, kei­ne twit­ter­wall) die des­halb doof sind, weil das pu­bli­kum im saal quiz-fra­gen auf der sms- oder twit­ter-wall be­ant­wor­ten soll. um die tech­ni­schen pro­ble­me zu über­brü­cken ver­sucht nilz bo­ckel­berg lus­tig zu sein. john­ny ist lus­tig. ix bin trotz­dem ge­lang­weilt und gehe raus.

18:50 holm frie­be grüsst mich nach­dem ich aus dem klo kom­me. ro­bert ba­sic grüsst mich und fängt an mit mir zu re­den. ich ver­ste­he je­des wort. er ist wirk­lich nett. al­ler­dings fin­de ich her­aus, dass er gar kei­ne ge­tön­te bril­le trägt, son­dern sei­ne dunk­len au­gen­rin­ge schat­ten aufs bril­len­glas wer­fen. kos­mars neue bril­le ist da­ge­ge­gen ge­tönt.

19:30 ich lei­he mir in der DVDhek „der mann, der nie­mals leb­te“ aus. mal se­hen ob ich der mann wer­de der nie­mals den mann der nie­mals leb­te sah, weil er zu müde war.


mo­bi­li­täts-dings

felix schwenzel

ich bin ja seit dem 1. ja­nu­ar stol­zer be­sit­zer ei­ner bahn­card 100. so stolz, dass ich sie bei je­der ge­le­gen­heit rum­zei­gen muss und bei­na­he ge­kränkt bin, wenn im mon­tag-mor­gen zug ham­burg-ber­lin vier an­de­re papp­na­sen mit der bah­card 100 sit­zen. von we­gen ex­klu­si­vi­tät und mal was be­son­de­res ha­ben. neu­er­dings be­kom­me ich auf der stre­cke ber­lin-ham­burg mit der bahn­card 100 so­gar was zu es­sen. weil die fahrt ne stun­de län­ger dau­ert, be­kom­men fahr­gäs­te auf je­der fahrt nen o-saft, ne käse-schin­ken-gum­mi stan­ge oder nen scho­ko-zu­cker-do­nut und 2-4 pra­li­nen. theo­re­tisch könn­te ich mich also in den zug nach ham­burg set­zen, zu­rück­fah­ren und kom­me nach 4-5 stun­den satt wie­der in ber­lin an.

aus­ser­dem habe ich durch den kauf der bahn­card 100 so­vie­le bo­nus-punk­te ge­sam­melt, dass ich 12 mal ers­te klas­se fah­ren darf. und fahr­rad­fah­ren mit den bahn-miet­fahr­rä­dern kos­tet mich den rest des jah­res auch nichts mehr, zu­min­dest für die ers­ten 30 mi­nu­ten. da­für muss man nur ein­ma­lig für 25 euro den ta­rif um­stel­len las­sen, fer­tig. so bin ich also auch ohne auto ziem­lich mo­bil: ich kann in ber­lin, ham­burg und fast al­len an­de­ren gross­städ­ten kos­ten­los mit bus und stras­sen­bahn fah­ren, kann je­der­zeit in ei­nen zug stei­gen, kann mir ein fahr­rad lei­hen und — das war mir neu — auch au­tos stun­den­wei­se mie­ten. nor­ma­ler­wei­se kos­tet die an­mel­dung für das db-car­sha­ring knapp 100 euro, für bahn­card 100 kun­den kos­tet es nix.

am sams­tag habe ich es mal aus­pro­biert. das auto muss man vor­her im in­ter­net re­ser­vie­ren, ich habe mor­gens ei­nen ford „fu­si­on“ für an­der­halb stun­den ge­bucht, was knap 9 euro kos­tet, plus neun­zehn cent ex­tra­kos­ten pro ki­lo­me­ter (ne­ben dem fu­si­on gibts auch jede men­ge an­de­rer au­tos). mach­te knapp 11 euro, was für das rum­gur­ken durch die hal­be stadt zu­min­dest bil­li­ger als ein taxi ist. die ab­wick­lung des miet­vor­gangs scheint auch ziem­lich ein­fach zu sein. nach der re­ser­vie­rung geht man zum park­platz des au­tos, in mei­nem fall ein park­haus hin­term schau­piel­haus am haupt­bahn­hof, sucht das auto, hält die bahn­card 100 an ein kar­ten­le­se­ge­rät, das auto en­rie­gelt sich, man steigt ein, nimmt den schlüs­sel aus dem hand­schuh­fach und fährt los. falls ge­tankt wer­den muss be­nutzt man die eben­falls im hand­schuh­fach lie­gen­de tank­kar­te und lässt die bahn den sprit zah­len. für die ab­ga­be parkt man das auto dort wo man es ab­ge­holt hat, legt den schlüs­sel zu­rück ins hand­schuh­fach, und legt die kar­te er­neut aufs kar­ten­le­se­ge­rät, was das auto wie­der ver­rie­glt.

wenn al­les gut läuft, be­kom­me ich in 2-3 wo­chen eine rech­nung auf der al­les stimmt, wenn nicht, eine rech­nung die vol­ler son­der­pos­ten und ex­tra­kos­ten ist, weil ich das auto 5 mi­nu­ten zu früh ge­öff­net habe und im auto ge­pupst habe.

trotz­dem. ei­gent­lich fin­de ich das ziem­lich klas­se.

im auto kos­te­te ein mo­nat pen­deln zwi­schen ham­burg und ber­lin (4*2*288 km*35,3 cent) be­reits 813 euro. bei spo­ra­di­schen fahr­ten ins grü­ne oder zu mei­nen el­tern ins rhein­land oder sonst­wo­hin (min­des­tens 6 mal jähr­lich, also 6*2*600km*35,3 cent = 2550 euro) spar ich mich auch reich. die knapp 300 euro die mich die bahn­card 100 mo­nat­lich kos­tet, ren­tie­ren sich aber auch wenn man die bahn­fahrt­kos­ten mit ei­ner bahn­card 50 ver­gleicht.

das wö­chent­li­che pen­deln kos­te­te mit ei­ner bah­card 50 ca. 240 euro, mo­nats­kar­ten in ham­burg und ber­lin kann ich mir spa­ren, macht ca. 100 euro und die 6 grös­se­ren fahr­ten die ich so im jahr un­ter­neh­me wä­ren auf den mo­nat run­ter­ge­rech­net ca. 60 euro, macht pro mo­nat et­was über 400 euro. macht mit der bahn­card 100 also 100 euro er­spar­nis ge­gen­über der bahn­card 50 und 700 euro mo­nat­li­che er­spar­nis ge­gen­über ei­nem golf. für das geld kann ix mir ziem­lich oft nen wa­gen „tei­len“ oder mie­ten. oder taxi fah­ren.

soll ix dem mehr­dorn jetzt ir­gend­wie dank­bar sein, oder was?


sei zwo­null, sei volks­po­li­zist, sei ber­lin

felix schwenzel

moni hat bei ih­rem sohn an der schu­le ein pla­kat ge­se­hen, auf dem die ber­li­ner po­li­zei (oder ge­nau­er, der „kri­mi­nal­po­li­zei­li­che staats­schutz“) fo­tos von schü­lern wur­den ab­ge­bil­det hat, die bei ei­ner schü­ler-demo fo­to­gra­fiert wur­den. der „staats­schutz“ bit­tet auf dem pla­kat um „an­ga­ben zur iden­ti­tät“ der „ab­ge­bil­de­ten per­so­nen“. moni meint, dass es sich bei den ab­ge­bil­de­ten of­fen­sicht­lich um ganz nor­ma­le schü­ler han­de­le und auch der fahn­dungs­text ist eher ne­bu­lös: die ab­ge­bil­de­ten per­so­nen sei­en bei de­lik­ten wie „be­son­ders schwe­rer land­frie­dens­bruch, ge­fähr­li­cher kör­per­ver­let­zung, volks­ver­hetzng, dieb­stahl, haus­fi­re­dens­bruch usw.“ „fest­ge­stellt“ wor­den. fest­ge­stellt?

ver­steh ich nicht. sind sie bei den de­lik­ten be­ob­ach­tet wor­den? sind sie der tat ver­däch­tig? oder be­reits ir­gend­wie in ab­we­sen­heit ver­ur­teilt wor­den? ist der ve­dacht zwei­fels­frei vor­han­den, dass man die ge­sich­ter der schü­ler ein­fach so auf ein fahn­dungs­pla­kat dru­cken kann und mit den ge­nann­ten de­lik­ten in di­rek­ten zu­sam­men­hang bringt? macht die pol­zei das neu­er­dings bei al­len ver­däch­ti­gen de­ren iden­ti­tät nicht zwei­fels­frei fest­steht?

ich mein, es kann ja sein, dass man la­den­dieb­stäh­le schnel­ler auf­klärt, wen man alle kun­den ei­nes su­per­mark­tes fo­to­gra­fiert und alle die ver­däch­tig aus­se­hen oder zu ei­nem be­stimm­ten zeit­punkt an der aus­ge­raub­ten kä­se­the­ke stan­den, auf ei­nem pla­kat ab­bil­det und die ge­sich­ter in der gan­zen stadt aus­hängt. auch meh­dorn wäre si­cher schnel­ler zu­rück­ge­tre­ten, wen die ber­li­ner po­li­zei ihn auf ei­nem fahn­dungs­pla­kat ab­ge­bil­det hät­te und ihn dar­auf ein­fach mal vor­sorg­lich öf­fent­lich des bruchs des fern­mel­de­ge­heim­nis­ses oder bahn­frie­dens­bruchs ver­däch­tigt hät­te.

moni for­mu­liert das so:

Was ist das nun aber für eine Ge­sell­schaft, in der jun­ge Men­schen, die ein­mal über die Strän­ge ge­schla­gen ha­ben, an öf­fent­li­chen Or­ten auf gro­ßen Fahn­dungs­pla­ka­ten wie Ter­ro­ris­ten ge­sucht wer­den? Ge­nau wie die pe­ne­tran­te Fo­to­gra­fie­re­rei der Po­li­zei ist die­se über­bor­den­de Kri­mi­na­li­sie­rung ein für mei­ne Be­grif­fe völ­lig un­zu­läs­si­ges Mit­tel der Re­pres­si­on.

apro­pos staats­schutz. es wird wirk­lich zeit, dass mal je­mand an­fängt bür­ger vor dem staat zu schüt­zen.

weiterlesen

s p e r r e n !

felix schwenzel

sehr gross­ar­ti­ger text vom spie­gel­fech­ter (naja. mit aus­nah­me des letz­ten ab­sat­zes): „Schö­nes neu­es Netz - Deutsch­land im Jah­re 2015“.

rich­tig ein­dring­lich und er­schre­ckend wird der text, wenn man die­sen text von udo vet­ter liest.

noch nie ha­ben mir re­gie­ren­de, die es ja wahr­schein­lich ir­gend­wie „gut mei­nen“, mehr angst ge­macht als in die­sen wo­chen. be­kannt­lich ist das ge­gen­teil von gut, gut ge­meint.


schie­fe ebe­ne

felix schwenzel

ix hab kei­ne ah­nung was die da mit der flä­che auf der mal der pa­last der re­pu­blik stand ma­chen, aus­ser, dass dort enor­me mas­sen sand an­ge­karrt und ver­teilt wer­den.

[nach­trag 26.03.2009]
ich habe doch noch raus­ge­fun­den was auf der flä­che des ehe­ma­li­gen pa­lasts pas­sie­ren soll: eine gros­se grün­flä­che mit holz­ste­gen, ge­plant vom land­schafts­ar­chi­tek­ten-büro „re­lais“. sieht gut aus. und ich wet­te, es bleibt bis zum jahr 2020 bei der pro­vi­so­ri­schen grün­flä­che.

[nach­trag 27.03.2009]
mit freund­li­cher ge­neh­mi­gung der re­lais land­schafts­ar­chi­tek­ten die­se vi­sua­li­sie­rung der über­gangs­nut­zung am schloss­platz.

© re­lais Land­schafts­ar­chi­tek­ten