einsiedlerscheisse

… haben die popnutten. und noch mehr aufgehübschte fäkalien (neben einem tollen logo, siehe auch hier) gibts bei der sprinklebrigade.
… haben die popnutten. und noch mehr aufgehübschte fäkalien (neben einem tollen logo, siehe auch hier) gibts bei der sprinklebrigade.
wenn ich ahmadinedschads blog (siehe auch spon) in safari angucke sehe ich nix. sehr angenehm, kann eh kein persisch/farsi. da ist gaddafi schon weiter; sein blog geht auch in safari und in englisch.
[gaddafis blog via sascha lobo, dem wie mir nix lustiges eingefallen ist um gaddafi zu verlinken. nur dass mir das nix ausmacht, wenn mir nix einfällt. aber architekten sind ja eh froh, wenn ihnen nichts einfällt.]
[nachtrag 15.08.2006]
ist ahmadinejads blog ein hoax? fragt boingboing. al zarqawis moms blog sagt, es sei echt.
nach einem langen streit:
typ links [mit schmaler oberlippe]: „du nimmst immer alles viel zu persönlich!“
typ rechts [schnoddrig]: „ja, tu ich auch. aber du auch.“
typ links [beleidigt]: „nö, tu ich nicht!“
typ rechts [patzig]: „tust du wohl. oder willst du mir erzählen du wärst entspannt?“
typ links [unentspannt]: „ja, bin ich!“
typ rechts [immer noch patzig]: „dann kannst du mich ja jetzt auch inn arm nehmen!“
typ links macht ne kurze denkpause, dann: „ja, das kann ich auch!“ und nimmt den typen rechts inn arm.
[text geklaut bei schwadroneuse]
was passiert wenn zwei blogger auf ne taufe gehen, sich gegenseitig aber nicht lesen, sieht man bei stefan niggemeier und sigrid neudecker.
kann man ja so einiges sprichwörtliches finden:
mark twain zum beispiel sagte „Die Wahrheit ist das kostbarste, was wir besitzen. Gehen wir sparsam damit um!“, wolfgang neuss „Man muss die Leute belügen, damit sie die Wahrheit herausfinden“. das passt alles ganz wunderbar zur bildzeitung. am besten könnte man aber ein zitat von josef broukal anpassen, der sagte „Der ORF sagt immer die Wahrheit. Aus Zeitgründen freilich manchmal nicht die ganze.“ aber am besten passen doch immer noch die guten alten sprichwörter.
[vorlage via don]
→ weiterlesenmein vater kann vögel am gesang erkennen. oder am schwanz. oder an der farbe. tote vögel hat er früher aufgehoben und in unsere tiefkühltruhe gelegt um sie später ausstopfen zu lassen. manchmal wurde er sogar angerufen wenn bei uns im dorf irgendwo ein orientierungsloser vogel herumlief. einmal war es ein eisvogel der wohl gegen eine verandatür geflogen war, sich dabei einen flügel brach und danach orientierungslos im garten rumsass. wir versuchten ihn aufzupäppeln, ihn zu füttern, seinen flügel zu schienen. er starb 2 tage später und wanderte danach in die tiefkühltruhe. manchmal wandereten vögel aus der tiefkühltruhe zum tierpräparator und kamen ein paar wochen später ausgestopft und lebensecht, auf einem ast sitzend zurück. das ganze zimmer meines vaters ist voll mit diesen ausgestopften, auf ästen sitzenden vögeln. fast alle sind opfer von glasscheiben oder autounfällen — plus ein paar erbstücke.
ich habe vieles von meinem vater übernommen, aber nicht den wunsch vogel-leichen oder kruzifixe in meinem wohnraum zu versammeln. bis vor ein paar tagen, als ich diese kuckucksuhr von michael sans gesehen habe. seitdem kann ich mir vorstellen soetwas wie ein kruzifix oder einen ausgestopften vogel bei mir ins zimmer zu hängen. nur leisten werde ich ihn mir nicht können. nix desto trotz. falls jemand einen toten kuckuck finden sollte, ich würde mich freuen wenn er sich melden würde. dann bau ich das ding nach.
[via kunstbetrieb und re, dank an michael sans für die bilder]
→ weiterlesenIch hatte das Wort ’Publizistik’ auf einer Feier augeschnappt, damals, als man noch aus dem Hause ging um zu vögeln und nicht nach Hause. Aus Versehen studierte ich es dann (Publizistik). Ein Mädchen wollte ständig eine Reportage über das Schiffshebewerk Niederfinow schreiben, der Dozent bügelte sie ab mit den Worten ’Menschen interessieren Menschen’. Mit dem Mädchen habe ich später kurz geknutscht, der Spruch begleitet mich immer noch; in meinem Viertel gibt es Menschen, die mich besonders interessieren.
Ein einbeiniger Fahrradfahrer, um den herum Fellinifilme gedreht werden könnten. In früheren Sommern fuhr er fast jeden Morgen mit seinem Dreiradfahrrad herum, sein Bein ans Pedal geschnallt, das andere Pedal fehlt. Ein dünner Mann, seine Cordhosenbeine flatterten im Wind, eins mehr als das andere. In seinem Gesicht war ein Grinsen eingraviert, ein unaustreibbares, verzücktes ’Brazil’-Grinsen. Der Amputierte - ’er ist genau wie wir’, hörte ich eine Mutter ihrem Kind erzählen, ’nur ohne Bein’. Das Kind wird zynisch werden. Diesen Sommer habe ich ihn nicht mehr gesehen und ich habe mich dabei ertappt, zu wünschen, dass er glücklich gestorben sei, dabei lebt er vielleicht noch. Ein Hauch Euthanasie weht in uns allen.
Genau gegenüber wohnt ein Mann, der eine sexuelle Beziehung zu seiner Wand hat. Schon oft hat er sich viertelstundenlang an ihr gerieben. Ein Wandficker. Kaum Beschimpfungspotenzial offensichtlich, dafür hohes Mitleidspotenzial. Warum eigentlich? Da reibt sich jemand an der Wand, na und? Ich habe es auch probiert; es ist so mittelbefriedigend. Wenn man es auf einer höheren Sinnebene betrachtet, dreht sich diese Obsession um die Härte der vergeblichen Umarmung. Aber die Kälte der Wand wird irgendwann zu Wärme, wenn man genug gerieben hat.
An der Kasse des Supermarkts sitzt oft ein hässliches, junges Mädchen. Auf ihrem linken Ringfinger Höhe Ehering trägt sie einen tätowierten fünfzackigen Stern mit einem ’M’ darin. Früher habe ich auf Martin, Max oder Maja gewartet, die sie anrufen, abholen, sich irgendwie zu erkennen geben. Nie etwas. Seit diesem Sommer sieht sie nicht mehr nur hässlich aus, sondern auch traurig, und sie hat eine andere Frisur. Inzwischen warte ich auf ein Pflaster um ihren Finger, aber sowenig Markus sich damals um sie kümmerte, sowenig scheint sie sich um das hinfällige ’M’ zu kümmern. Ich habe einen hässlichen Bekannten namens Matthias, vielleicht sollte ich die beiden mal vorstellen. Im Herbst, dann.
das iptv der telekom startete letzten samstag mit 43 zuschauern. sagt die sz. wenns stimmt, verleih ich der telekom den ehrentitel telekom2.0 mit seifenblase:
43 Haushalte, das ist ein bisschen wenig, wenn man bedenkt, dass die Telekom der Deutschen Fußball-Liga pro Saison 50 Millionen Euro für die Rechte zahlt - jeder Spieltag schlägt mit fast 1,5 Millionen Euro zu Buche. Da wäre es einfacher, jedem der neuen Telekom-Abonnenten Tickets für ein Bundesligaspiel zu schenken, inklusive Flug, Logis und exklusiver Verpflegung. […] Dabei war schon im Mai klar, dass die Technik noch nicht so weit ist. Ungerührt aber schwadronierten Telekom-Manager von mehr als drei Millionen Haushalten in zehn Ballungszentren wie München, Berlin und Hannover, die zum Liga-Start erreichbar wären. Zu den angeblich 43 Kunden sagt T-Online-Sprecher Martin Frommhold jetzt auf Anfrage: „Kundenzahlen für das seit dem 2. August an Bestandskunden vermarktete IP-TV-Bundesliga-Paket werden nicht veröffentlicht.“
via dwdl.
„warum bist du denn heute so spät gekommen?“
„ich hatte darmbesuch.“
hier und hier. und das gerade jetzt.
→ weiterlesenherr glanzschwanz hat sich ne unterlassungsklage eingefangen (1, 2, 3). das verstehe ich. warum, verstehe ich nicht ganz. kann mir das jemand erklären, damit ich mich ordentlich empören kann?
jeder kennt die neue plage die handybenutzer jetzt schon heimsucht, bluetooth-spam. am sap-gebäude in berlin mitte war (noch immer?) in der gegenüberliegenden litfasssäule ein bluetooth sender eingebaut, der vorbeigehenden per bluetooth eine nachricht aufs handy spamt um ihn auf die installation („raw data“) in der fassade des sap-gebäudes hinzuweisen und das man mit ihr (telefonisch) interagieren könne. ebenso, an einigen orten spammen einen sog. bluespots der wall ag mit nachrichten zu um einem irgendwelchen scheiss zu verkloppen, „lokales marketing“ nennt man das.
einen etwas anderen ansatz verfolgen ein paar studenten der fh potsdam. am samstag den 12. august zeigen sie am u-bahnhof eberswalderstrasse eine installation die mit den aktivierten bluetooth handies der passanten oder zuschauer interagiert: from dusk till dawn.
Jeder Nutzer eines Mobiltelefons verändert heute mit seinem Mobilfunkgerät durch mobile Kommunikation oder den Austausch von Daten aktiv, jedoch für niemanden sichtbar, seine Umgebung.
„From Dusk Till Dawn“ greift genau diese Thematik auf: Mobilfunkgeräte werden von einem System wahrgenommen und visualisiert. Die Installation macht dadurch mobile Kommunikation sichtbar und schafft ein öffentliches Bewusstsein für die Transparenz, Gläsernheit und Angreifbarkeit der Nutzer dieser Technologien.
im klartext, wenn man dort mit seinem bluetooth-handy auftaucht, liest ein system den namen des handies, die bauart und ähnliches aus und projeziert diese, evtl. mit blöden sprüchen garniert, auf eine projektionsfläche.
hört sich interessant an, leider bin ich am samstag nicht in berlin um mir das anzugucken.
[siehe auch berlin.metblogs.com]
[nachtrag 14.8.2006]
frau m war dort.
neues hobby von mir: auf öffentlichen toiletten oder auffer arbeit im stehen pinkeln und die reste und streifen der vorhergehenden scheisser wegpissen. geht restlos aber nur mit ganz frischen spuren.
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Richtige Männner haben Brusthaare auch am Rücken.
peter köhler auf seite 113 in dummy frauen, überhaupt, wie die meisten dummies, sehr lesenswert.
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Schach ist die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz, die sich außerhalb einer Werbeagentur finden lässt.
raymond chandler, gefunden in der sz vom 9.8.2006 (seite 18/wirtschaft).
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Und doch klingt Cashs Version von „If You Could Read My Mind“, einem Song, den man in anderen Interpretationen getrost als wehleidig bezeichnen kann, hier dramatisch statt jämmerlich und trotz aller Dramatik unterstützend statt resignierend. Wer beim halbwegs konzentrierten Zuhören keinen Kloß im Hals bekommt ob dieses Vortrags, der gehört zu denjenigen unter dem Einfluss zu vieler US-Soaps aufgewachsenen Zeitgenossen, die unter „Emotion“ die Worte „Oh, my god!“ beim Anblick eines etwas größeren Eisbechers verstehen.
das stimmt. ich habs im urlaub auf dem mp3 player meiner beifahrerin gehört, quasi am strand sitzend und konnte mir die tränen kaum verkneifen. ein unglaubliches lied.
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ansage im zug: „wegen unserer verspätung die aufgrund einer sperrung des hauptbahnhof dortmund erfolgte, möchten wir uns bei ihnen nochmal recht herzlich entschuldigen.“ kurz danach auf englisch: „we are dealyed: sorry.“
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„ulknudel“: taz, faz, wirres, via eselkult.
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nach gefühlten 2 jahren, wenig output (selbst nach einer woche urlaub nur 4 artikel im feedreader) jetzt endlich mal ein artikel nach meinem geschmack in der „readers edition“ (so sehr nach meinem geschmack, dass ich fast die überschrift geklaut habe):
DerZune-Insiderberichtet, dass der Begriff “Zune” im kanadischen Französisch ungefähr so viel wie “Pimmel” oder “Schwanz” bedeutet - ein Slangwort für das primäre männliche Geschlechtsorgan.Und auch aus Israel kommt eine Hiobsbotschaft für Microsoft: Dort weist ein Blogger darauf hin, dass der Begriff “Zune” auf hebräisch für “Ficken” steht. (weiterlesen)
obs stimmt steht freilich auf einem anderen blatt.
→ weiterlesenstefan niggemeier schreibt jetzt endlich auch selbst ins internet. nicht dass ich froh wäre ihn los zu sein, insgeheim hoffe ich immer noch, dass er hier ab und an wieder was schreibt, aber jetzt endlich, hat er seine textpattern installation soweit in den griff bekommen, dass er sie endlich nicht nur zum ablagern seiner fas-texte benutzt, sondern auch zum regelmässigen udn persönlichen ins internet schreiben mit kommentarfunktion.
sein erster artikel fügt sich nahtlos an seine texte (1, 2, 3) zu „pi“ an und ist wie alle seine texte eine saubere fleissarbeit:
Die folgende Auflistung ist eine willkürliche, aber nicht untypische Auswahl von Kommentaren auf “Politically Incorrect” aus dem vergangenen Jahr. Fast alle stammen von regelmäßigen Kommentatoren, die auch immer wieder als Anreger und Zulieferer von Blog-Beiträgen auftauchen. (weiterlesen)
wir bewegen uns alle auf einem sehr schmalen grat wenn wir ins internet schreiben. überall liegen digitale steinchen und stöckchen rum, die wir nur aufheben müssen, seien es bilder, zitate, liedtexte, musik oder filmchen. wir heben sie auf, kopieren sie, verwenden, verfremden, kommentieren sie, machen uns lustig drüber. jeder der ins internet schreibt oder sich irgendwie kreativ betätigt, sei es als blogger, als musiker, (web-)designer oder sonstwas bedient sich an den werken anderer, greift ihre ideen, (quell-)texte, ihre werke auf und verfremdet, zitiert, sampelt oder zeigt sie einfach. die hälfte dieser seite besteht aus zitaten oder geklauten und verfremdeten bildern. selbst wenn man aus begeisterung und respekt vor der leistung anderer etwas veröffentlicht kann man sich kräftig auf die schnauze legen, und muss unter umständen zahlen. wir alle bewegen uns ständig am äussersten rand des urheberrechts und müssen ständig mit irgendwelchen arschlöchern oder ethikbauftragten rechnen die uns abmahnen oder irgendwelche konsequenzen androhen, rechnungen schreiben wollen oder vor gericht kennenlernen wollen.
trotzdem. kopieren, klauen, anderer leute ideen aufgreifen ist gut. 90% aller kulturellen leistungen bauen auf denen anderer auf, das ist in der musik so, in der literatur so und auch im internet.
andererseits, was für ein arschloch muss man sein, um nachdem man ein bild von jemand anders gegen seinen erklärten willen klaut und ohne quellenhinweis benutzt, sich auch noch über denjenigen lustig zu machen und ganze horden von hirnlosen, feigen anonymen wichsern gegen denjenigen aufzuhetzten? sebastian s. aus buxtehude und seine kumpels von „klabusterbeere.net“ machen das gerade. sebastian s. hat elle ein bild aus ihrem flickr-account geklaut und auf klabusterbeere veröffentlicht. freundliche bitten per email, das bild zu entfernen hat er ignoriert, ans telefon ist er trotz mehrere versuche ihn zu erreichen nicht gegangen und nun wird im forum der verfilzten kotkügelchen und in deren blog kräftig zum trollen aufgefordert (die kommentare bei elle sind mittlerweile moderiert und der grossteil der troll-scheisse gelöscht). keine ahnung ob stefan a. als inhaltlich verantwortlicher „gemäß § 10 Absatz 3 MDStV“ sich für sowas wirklich verantwortlich fühlt oder ob das arschloch, dass sich „jurist“ nennt und bei elle auf dem blog schamlos juristisches halbwissen und peinliches, gockelhaftes rumgedrohe ausstösst wirklich etwas mit klabusterbeere.net zu tun hat, aber merkwürdig ist das schon, dass leute die sich ihre inhalte munter zusammenklauen und zur tarnung ihrer dummheit satire drüberschreiben, die ersten sind die in kommentaren ihre abgrundtiefe grunzigkeit beweisen und mit paragrafenzeichen um sich werfen und abmahnungen ankündigen. ehrlichgesagt wünsche ich mir für elle ganz inständig, dass dieser anonyme feigling namens „jurist“ wirklich ne abmahnung losgeschickt hat und sich damit einer noch grösseren lächerlichkeit preisgibt und aus seiner vermmeintlichen anonymen verschanzung begibt (das ist ne aufforderung, arschloch, mahn mich ab).
eigentlich denkt man ja oft, morgens beim aufwachen, oder nach ein paar bier ab und an mal, dass das mit der welt alles nicht so schwierig sein kann. ein bisschen anstand, ein bisschen rücksicht, dann geht das auch mit dem schreiben im internet ohne buchstabengetreue auslegung von urheberrecht und zivilrecht. bis man dann über die betreiber von klabusterbeere.net stolpert und deren armee von hirnlosen trollmobs die aufgestachelt im halbgeschlossenen forum über vorher beklaute herfallen und diese wüst beschimpfen.
angeblich wird man klabusterbeeren übrigens mit „nicht-fusselndem Toilettenpapier, dem Tragen von fusselfreier Bekleidung […] und regelmäßiger Intimrasur“ los. glaub ich aber nicht so ganz. ignorieren wäre besser gewesen.
[nachtrag]
siehe auch sebas eintrag zum gleichen thema.
[nachtrag 05.08.2006, 21h]
heute abend hat sebastian s. elles bild offenbar aus seinem flickr-account und damit auch von der klaubusterbeerenseite gelöscht und mich ausserdem gebeten seinen namen hier nicht mehr zu nennen. mir solls recht sein.
Gestern schrieb mir Nico Wilfer, der myblog.de-Verantwortliche, er werde im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen „Politically Incorrect“ noch die Generierung der Liste der „meistgelesenen Weblogs gestern“ auf myblog.de überarbeiten lassen. Erst heute weiß ich, was er damit meinte: „Politically Incorrect“ ist nicht mehr in dieser Liste vertreten. Gestern war das Blog noch auf Platz 1, heute ist es nicht mal mehr unter den Top 100.
Ich gehe davon aus, dass das nicht den Tatsachen entspricht. Dass „PI“ nicht plötzlich all seine Leser verloren hat, im Gegenteil. Nun ist es natürlich ein Effekt solcher Charts, diejenigen, die ganz oben stehen, noch weiter zu pushen – und insofern könnte man sagen, ist es ein guter Effekt, dass „PI“ auf diese Weise keinen weiteren Zulauf bekommt.
Trotzdem finde ich das heuchlerisch, falsch und undemokratisch: Entweder „PI“ hält sich an die AGBs von myblog.de (und das Gesetz), dann hat „PI“ jedes Recht, in der Liste der meistbesuchten Blogs an genau der Stelle aufzutauchen, die seinen Besucherzahlen entspricht. Oder „PI“ hält sich nicht an die AGBs von myblog.de (und das Gesetz), dann hat es nicht nur in der Liste nichts zu suchen, sondern überhaupt bei myblog.de nicht.
myblog.de verheimlicht die Tatsache, welches Blog ihm den meisten Traffic verschafft, um nicht als Blog-Netzwerk der Rechtsextremen, Idioten und Undemokraten darzustehen, aber weiter von den Rechtsextremen, Idioten und Undemokraten profitieren zu können. Verlogener geht’s nicht mehr.
Heute abend geht nicht nur die wirres-Urlaubsvertretung von Herrn Niggemeier und mir zu Ende - nein, wir wollen auch als Abschluss ein Zeichen setzen; ein Zeichen, das wir in der Blogosphäre als längst überfällig empfinden. Wir möchten eindringlich gegen die übergrosse Selbstreferentialität von Blogs zu wenden, über die ich auch hier, hier und hier geschrieben habe.
Wir haben uns nun entschlossen, endlich nicht mehr nur Worte, sondern Taten folgen zu lassen, und veranstalten heute abend ein Bloggertreffen gegen Selbstreferentialität, zu dem auch wirres.net-Blogger Felix Schwenzel erscheinen wird. Wir werden von dieser Aktion live bloggen, und zwar genau hier in diesem Blog, ab in einigen Minuten. Wer teilnehmen will, wird das in den Kommentaren auf dieser Seite tun können.
Das Foto, das ein gewisser Paule von einem bärtigen Familienvater und seiner verschleierten Frau in der Schwebebahn gemacht hat, ist nicht mehr online. myblog.de hat dieses Bild und alle anderen aus dem konkreten Eintrag bei „Politically Incorrect“ entfernt, weil es zweifelsfrei einen Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild darstelle (§ 22 KunstUrhG). Das ergibt sich schon aus der Beschreibung des Fotografen selbst: „Das obere Bild habe ich beim Aussteigen gemacht, so dass die nicht erwartet haben, daß man sie fotografiert.“
Ich hatte beim myblog.de-Verantwortlichen Nico Wilfer nachgefragt, was sich ein bei ihm gehostetes Blog denn noch zu Schulden kommen lassen muss, um die Kündigung zu bekommen. In den Allgemeinen Geschäftsbedindungen heißt es ja immerhin, dass keine „diffamierenden, verleumderischen, beleidigenden, bedrohenden, volksverhetzenden oder rassistischen Inhalte“ zulässig seien – das beschreibt eigentlich genau das, woraus „Politically Incorrect“ besteht. Nico Wilfert antwortete mir, es gebe folgende interne Richtlinien bei myblog.de:
„1. Wird uns ein offensichtlicher Rechtsverstoß bekannt, deaktivieren wir den betreffenden Beitrag/Kommentar/Gästebucheintrag direkt und informieren den Autor darüber -- oder, bei ‚weniger schlimmen’ Verstößen -- wir machen den Autor darauf aufmerksam, mit der Auflage, die Rechtsverstöße innerhalb von 24 oder 48 Stunden zu beseitigen
2. Kommt es sehr häufig zu offensichtlichen Rechtsverstößen, sperren wir das Blog, nach einer Vorwarnung, die 48 Stunden vorher erfolgt, bzw. bitten den Autor, sich eine andere Plattform zu suchen.
3. Bei einer ganzen Liste von Verstößen legen wir die Liste dem Autor vor mit der Bitte, sämtliche Verstöße innerhalb von 48 Stunden zu entfernen. Tut er das nicht, deaktivieren wir das Blog.
4. Dient ein Blog lediglich illegalen Zwecken (möglich: Porno-Blogs, Blogs ausschließlich zur Beleidigung von Klassenkameraden), wird es umgehend deaktiviert und der Autor benachrichtigt.“
Vorwürfe (zum Beispiel von Dr. Dean, bluejax, Daniel, Don Alphonso und vielen anderen), wonach myblog.de Beschwerden über „Politically Incorrect“ bislang immer ignoriert habe, seien falsch, sagt Nico:
„Es gab im konkreten Fall 1. äußerst selten Hinweise auf mögliche Rechtsverstöße, von denen 2. die meisten nicht als klare Rechtsverstöße erkenntlich waren. Waren sie doch berechtigt, haben wir umgehend reagiert und die Texte oder wie in diesem Fall Fotos entfernt. Es waren nicht so viele Rechtsverstöße, dass wir bislang eine Schließung des gesamten Blogs für gerechtfertigt halten. (...)
Wir fordern übrigens auch in unserem Impressum explizit dazu auf, Rechtsverstöße an support@myblog.de zu melden. Das betreffende Weblog werden wir nun weitergehend prüfen.“
Nico schreibt, ich solle ihm Zitate aus „Politically Incorrect“ zuschicken, die die Grenzen der Meinungsfreiheit überschreiten und rechtswidrig sein könnten, dann werde er der Sache nachgehen. Deshalb meine Bitte an alle, die sich schon länger und gründlicher mit der Sache beschäftigen als ich: Schickt mir solche Zitate mit Quellenangabe. Ich werde sie an Nico weiterleiten. Und dann schauen wir, ob etwas passiert.