wer veränderung will, muss dafür argumentieren

felix schwenzel, in links    

megan phelps-roper @ ted

megan phelps-roper, die in der westboro baptist church aufwuchs und jahrelang für deren weltbild demonstrierte und PR machte, schaffte nach 20 jahren den ausstieg aus der kirche. vor etwa einem jahr habe ich ein langes portrait im new yorker über sie verlinkt, das nach wie vor lesenswert ist.

im februar hat megan phelps-roper einen kurzen vortrag über ihre erfahrungen und — wichtiger — ihre schlussfolgerungen daraus gehalten. aufgeschrieben habe ich mir diesen satz.

if we want change, we have to make the case for it.

aber eigentlich kann man sich alle sätze die sie in diesem vortrag sagt aufschreiben. oder einfach den vortrag ansehen oder lesen.

kurzkritik taboo s01

felix schwenzel, , in gesehen

goliath, das wie taboo auf amazon prime lief, hat mir gut gefallen. geschichten in denen ein mensch oder mehrere gegen vermeintlich unüberwidbare widerstände und riesen kämpfen sind fast immer sehenswert, wenn sie es nicht verpassen, ihre charaktere nicht all zu schwarz und weiss zu zeichnen. taboo ist goliath mal drei. james keziah delaney (toll gespielt von dem mann mit meiner lieblingsstimme, tom hardy) kämpft nicht nur gegen einen goliath, sondern gleich gegen 3 und sich selbst eigentlich auch.

die serie spielt im frühen neunzehnten jahrhundert, ist dunkel und brutal, achtet aber peinlich darauf keine weiblichen brustwarzen abzubilden. alles andere zeigt die serie aber ausführlich, brutalität, mord, sex, ausweidungen und drapierung von leichen in schweigen-der-lämmer-manier. trotzdem hat mich die serie von der ersten folge an tief reingezogen. zum grossen teil dürfte das an tom hardy gelegen haben, der seine rolle fast einen ticken zu cool ausfüllt, aber doch ein passend. auch am rest des ensembles ist nichts auszusetzen, im gegenteil, das casting hat überragend gut gearbeitet und unter anderem ein mädchen gefunden, dass franka potente wie aus dem gesicht geschnitten ähnlich sieht, so ähnlich, dass ich schon dachte hier sei .zauberei fx am werk gewesen. ausserdem scheint das halbe ensemble von game of thrones mitzuspielen.

die geschichte ist gut erzählt, auch wenn man von anfang an, durch die auslassungen und unbeleuchteten fragmente der vergangenheit, merkt, wohin die geschichte gedreht werden wird. von mir aus hätten die vodoo/esoterik und mystery-elemente auch rausgestrichen werden können, aber sie haben auch nicht gross weiter gestört, bzw. bekamen auch ab und zu einen kleinen comic-relief.

auch wenn die requisiten aus der gleichen BBC-aservaten-kammer stammen wie downton abbey, penny dreadful oder little dorit, in taboo erwachen sie zu wunderbar dunklen leben. ich hab’s gerne gesehen, ich glaube aber es ist nicht jedermanns geschmack. läuft auf amazon.

ich hab mir das video angesehen und kann an keiner stelle erkennen, dass es darüber ist, „warum Comedians so viel besser als Journalisten sind“. und an keiner stelle wird in dem video suggeriert, dass comedians vornehmlich „original reporting“ betrieben oder nicht auf die zuarbeit von journalisten angewiesen seien.

das video macht meiner ansicht nach eindrücklich klar, warum satire nützlich ist und dass die perspektive der comedians an vielen stellen günstiger ist als die der journalisten ist, um zum beispiel mit dem phänomen ablenkungslügen umzugehen. das video erinnert journalisten daran, den fokus weg von überzogener lügenberichterstattung und -debatte auf alltagsprobleme oder tieferliegende probleme zu lenken. und wer möchte da bei der betrachtung von US-nachrichtenkanälen widersprechen, die von einem reportbait zum nächsten hüpfen?

hast du ein beispiel für link-schwierigkeiten mit instant-articles (IA)? jeder instant article hat auch eine korrespondierende webseite, dessen url in facebook immer sichtbar ist, lediglich die mobile app nutzt die facebook-interne IA-adresse. aber auch aus dem artikel heraus kommt man, wenn man will, auf die original-url.