der vollständigkeit halber mein (gerade) eingereichter vorschlag für die #rpten (bin nicht sonderlich zufrieden):
Lob der Blase
Alles wird Nische. Die Globalisierung führt offenbar nicht zu einem grossen Raum, sondern viel eher zu grossen Mengen Schaum.
Die Globalisierung schreitet angeblich unaufhaltsam voran, trotzdem lassen wir uns weiterhin unsere Nachrichten auf unseren Aufenthaltsort oder unser soziales Umfeld zurechtfiltern.
Auch die globale Expansion von Film- und Fernsehstreamingdiensten zeigt, dass die Vernetzung und globale Verfügbarkeit von Inhalten nicht etwa zu einer Massenverflachung von Unterhaltungsangeboten führt, sondern, im Gegenteil, zur Blüte von Filmen und Serien, die garantiert nicht den Massengeschmack treffen werden — und trotzdem unterm Strich wirtschaftlich erfolgreich sind.
Alles, bis auf wenige Ausnahmen, wird zur Nische, wir fühlen uns in unseren Blasen wohl. Ist das gut oder schlecht oder beides?
folge 4 geht vornehmlich um die zeugenaussage von brendan avery, durch die er von einem entlastungszeugen für steven avery zu einem belastungszeugen wurde. in einer der vorherigen folgen konnte man gut sehen, wie diese aussage zustande kam und dass sie mehr mit dem geschick der vernehmer und der nicht besonders hohen intelligenz von brendan zusammenhing — und weniger mit der wahrheit. man sieht wie der (pflicht-) verteidiger von brendan avery alles unterlässt, ihn zu verteidigen und ihn zu einem schuldeingeständnis drängen möchte. das zu sehen, ist extrem erschütternd, aber dieses telefonat von brendan mit seiner mutter ist ganz besonders erschütternd:
brendan avery: they said that, that my statements were ‘inconsistent’. what does inconsistent mean? mutter: i don’t know exactly … brendan: may be that they’re false or something? mutter: i don’t know. brendan: well that’s what i’m thinking.
ausserdem sieht man die vorbereitungen und die beweisaufnahme der verteidigung, die sehr in richtung unsaubere polizeiarbeit und manipulation deutet, ein thema, dass in folge 5, in der es vor allem um den begonnenen prozess gegen steven avery geht, dann noch verstä#rkt beleuchtet wird. als cliffhanger zur 6 folge sieht man die zeugenaussage eine polizisten, nach der man nur noch „WTF?“ schreien möchte und ahnt: auch diese widersprüche, die inkonsistenzen der ermittlungen die die verteidigung präsentiert, werden die verurteilung von steven avery nicht aufhalten können.
wieder — und leider — sehr grosses kino fernsehen.
ich mag so ungefähr gar nichts an der late late show mit james corden, angefangen beim set, der inszenierung, der abfolge, dem moderator und selbst gäste, die ich mir in anderen sendungen gerne ansehe, kann ich bei james corden auf dem sofa nicht ausstehen.
nach mehrfachem vorspulen hab ich dann bei minute 24 aufgegeben.
das ende dieser episode war ziemlich unentschlossen. eventuell sollten die autoren besser bezahlt werden, denn ausser ein paar gags, sass in dieser folge gar nichts. ich belasse es mal bei dieser etwas lieblosen sendungskritik, die sendung war ja auch eher lieblos.
heute aus tim mälzers „heimat“-kochbuch die senfeier gemacht. eigentlich wäre der name des gerichts besser senf-ei-kartoffelsuppe. möglicherweise ist das rezept aber auch einfach falsch abgedruckt. lecker wars aber trotzdem. die beifahrerin hat gleich als sie den teller sah — ohne zu probieren — gesagt: „die senfeier nach stevan paul waren besser!“ auf jeden fall raffinierter und vor allem mit biss.
der kartoffelpüree-part in „heimat“ ist so oder so quatsch: 250 gramm kartoffeln für 4 personen? ich hab 900 gramm gemacht und das hat auch gerade mal so gereicht. zu den 250 gramm sollen dann auch, laut mälzer, 150 gramm milch und 50 gramm sahne. ich habe (hochgerechnet) ein drittel der menge verwendet — und das war immer noch zu viel. die eier schkägt mälzer vor in salzigem essigwasser zu kochen. 2-3 pro person. wir haben alle je 4 stück gegessen. die sosse war im gegenteil zu den eiern schön unkompliziert: 100 mililiter hühnerbrühe, 100 mililiter milch 3 minuten kochen, dann 20 gramm butter und 2 esslöffel scharfen senf mit dem pürierstab einmixen — fertig. ich habe von der sosse (natürlich) doppelt so viel gemacht.
hier nochmal die korrigierte zutatenliste für 3 personen.
kartoffelpüree:
900 gramm kartoffel, gekocht
mit 150 mililiter heisser milch und 50 mililiter heisser sahne und etwas salz pürieren
eier:
12 eier in heissem, gut gesalzenem wasser
mit 2 esslöffeln hellen essig pochieren
sosse:
200 mililiter brühe und
200 mililiter sahne 3 minuten köcheln und mit
40 gramm butter und
2 esslöffeln scharfem senf durchpürieren
mit frischen spinat- oder salatblättern dekorieren.
Reports of a Deadwood comeback have not been greatly exaggerated. Quite the opposite, in fact. HBO programming president Michael Lombardo confirmed to TVLine that he personally gave series creator David Milch the green light to resurrect the acclaimed yet painfully short-lived Western.
das ist eine sehr gute nachricht. deadwood war eine der besseren western-serien, wenn nicht sogar der western schlechthin. die serie lief ab 2004 drei staffeln lang auf HBO und wurde vorzeitig beendet. das ensemble der serie hat darunter nicht gelitten, ich glaube jeder einzelne mitwirkende hat nach deadwood in anderen serien karriere gemacht. die gesichter aus deadwood haben sich seither auf dutzende serien verteilt:
timothy olyphant konnte man danach in damages und justified sehen
ian mcshane in die säulen der erde, ray donovan und unzähligen filmen
auch nach 10 jahren pause, sollten die charaktere übergangslos weitermachen können. in hollywood altern die gesichter in 10 jahren nämlich optisch nur um ungefähr ein halbes jahr. im westen war das damals™ natürlich ganz anders: da sind die gesichter in einem halben jahr um 10 jahre gealtert. passt ja auch. (via df und sj)
grossartiges und (sehr) langes portrait des filmstudios STX und seines chefs adam fogelson.
Movie theatres are no longer where we go for stories about who we are. That’s become television’s job. We go to the movies now for the same reasons that Romans went to the Colosseum: to laugh, to scream, and to cheer.
One longtime film executive predicted, “With Google, Verizon, A. T. & T., Comcast, Hulu, YouTube, Facebook, Amazon, and Netflix getting into original content, studios won’t be able to compete with digital distribution. Within three years, Paramount won’t be in existence, Sony will disappear, Fox will buy Warner Bros., and you’ll have Fox, Disney, and Universal left.”