alles

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink


au­to­ma­ti­sie­rung ist kom­pli­ziert

felix schwenzel in notiert

als mei­ne ob­ses­si­on mit der woh­nungs­au­to­ma­ti­sie­rung an­fing, war der grund­ge­dan­ke ei­gent­lich ganz sim­pel: ein paar steck­do­sen per wlan ein und aus­schal­ten und die­se schal­ter in der home-app mei­nes te­le­fons ab­bil­den. kurz nach­dem ich das ei­ni­ger­mas­sen zu­ver­läs­sig zum lau­fen ge­bracht hat­te, bro­del­ten neue be­gehr­lich­kei­ten in mir. ich woll­te ste­cker und (vor­han­de­ne) lich­ter ger­ne (ein biss­chen) au­to­ma­ti­sie­ren, op­ti­ma­ler­wei­se mit ei­nem be­we­gungs­mel­der. ein pro­blem da­bei: die home-app wei­ger­te sich, mir bei die­sem vor­ha­ben zur sei­te zu ste­hen.

für au­to­ma­ti­sie­rung, meint ap­ple, soll­te ich mir ein neu­es ap­ple tv kau­fen — oder ein ipad, das aber dann op­ti­ma­ler­wei­se im­mer zu­hau­se lie­gen sol­le. die op­ti­on, so­was mit der von ap­ple seit vie­len jah­ren stief­mütt­ler­lich be­hand­le­ten os-x-ser­ver-soft­ware, die auch auf un­se­rem mac-mini läuft, ist of­fen­bar nicht vor­ge­se­hen.

mitt­ler­wei­le ver­ste­he ich in an­sät­zen war­um das so ist. au­to­ma­ti­sie­rung ist kom­pli­ziert — und zwar auf meh­re­ren ebe­nen. der wich­tigs­te punkt: um ei­ni­ger­mas­sen wirk­sam zu sein, müs­sen au­to­ma­ti­sie­run­gen fle­xi­bel und kom­plex sein. das habe ich beim an sich ein­fa­chen vor­ha­ben ei­nes au­to­ma­ti­schen lichts im flur be­merkt. ei­gent­lich ein­fach: mel­det ein be­we­gungs­mel­der be­we­gung, schal­te das licht ein. op­ti­ma­ler­wei­se nur wenn es dun­kel ist oder kei­ne an­de­ren lich­ter bren­nen. aus­ser­dem soll­te das licht nicht aus­ge­hen, so­lan­ge be­we­gung im flur de­tek­tiert wird. da­mit ist man aber schon bei po­ten­zi­ell 2-3 pa­ra­me­tern: dem sta­tus vor­han­de­ner lich­ter, hel­lig­keit (ta­ges­zeit oder son­nen­stand) und zeit (ak­ti­vie­rungs­zeit­raum, der bei be­we­gung ver­län­gert wird). man kann die kom­ple­xi­tät aber be­lie­big in die höhe schrau­ben: was ist wenn nie­mand zu­hau­se ist und der be­we­gungs­mel­der aus­schlägt? soll­te das licht nachts we­ni­ger hell leuch­ten und zwi­schen mit­ter­nacht und 6 uhr mor­gens viel­leicht auch gleich das bad­licht mit ein­schal­ten? soll­te es für das put­zen eine son­der­schal­tung ge­ben, die hel­ler leuch­tet und das licht nicht stän­dig au­to­ma­tisch aus­schal­tet? soll­te das flur­licht nicht schon an­ge­hen, wenn ich nach­hau­se kom­me und vor der tür ste­he?

noch kom­pli­zier­ter wur­de es im wohn­zim­mer, in dem ich ei­nen selbst­ge­bau­ten be­we­gungs­mel­der in­stal­lier­te, vor al­lem um das nacht­licht­pro­blem zu lö­sen: wenn ich nachts aufs klo ge­hen muss, hät­te ich ger­ne ein (biss­chen) licht für den weg durchs wohn­zim­mer. nicht zu viel, nur ein biss­chen ge­dimm­tes licht. ei­gent­lich ein­fach: wenn das wohn­zim­mer dun­kel ist und die son­ne un­ter­ge­gan­gen ist (und nur dann) schal­te die steh­lam­pe mit der hue-bir­ne nach de­tek­tier­ter be­we­gung für 5 mi­nu­ten auf 20% hel­lig­keit. mit dem ho­me­as­sistant sind das stol­ze 24 zei­len code und zwei mit­ein­an­der ver­schach­tel­te scrip­te:

das er­geb­nis war für mich (ei­gent­lich) sehr be­frie­di­gend: nachts, wenn ich die tür zum wohn­zim­mer auf­ma­che, geht ein ge­dimm­ter licht­kor­ri­dor vom wohn­zim­mer ins bad an und nach ein paar mi­nu­ten wie­der aus. jetzt hat­te aber die bei­fah­re­rin das pro­blem, dass ihre steh­lam­pe mor­gens, wenn sie sich ins wohn­zim­mer setz­te, nur ge­dimmt an­ging, wenn sie ihre hue-lam­pen ein­schal­te­te. aus­ser­dem ging die steh­lam­pe mor­gens und abends ge­le­gent­lich nach 5 mi­nu­ten ein­fach aus. also habe ich eine zu­sätz­li­che au­to­ma­ti­on ge­schrie­ben, die mor­gens, kurz nach son­nen­auf­gang, ein­mal bei­de wohn­zim­mer­lich­ter auf 100% hel­lig­keit schal­tet und dann wie­der aus­macht. die­se hel­lig­keit mer­ken sich die hue-lam­pen und die bei­fah­re­rin hat es mor­gens aus­rei­chend hell. das aus­schal­ten lag dar­an, dass ich ein sze­na­rio über­se­hen habe: dass je­mand das dunk­le wohn­zim­mer nach son­nen­un­ter­gang be­tritt und nicht auf dem weg zum klo ist, son­dern im wohn­zim­mer blei­ben will. mei­ne ein­fa­che au­to­ma­ti­sie­rungs­re­gel oben hat das nicht be­dacht, son­dern schal­tet nach be­we­gung, nach son­nen­un­ter­gang die steh­lam­pe kon­se­quent wie­der aus, auch wenn zwi­schen­zeit­lich an­de­re lich­ter ein­ge­schal­tet wur­den. auch das liess sich mit 8 zei­len zu­sätz­li­chem code be­he­ben (bis ein wei­te­res sze­na­rio auf­taucht, dass ich auch über­se­hen habe. was ist zum bei­spiel, wenn wir gäs­te ha­ben, die im wohn­zim­mer schla­fen?):


die heim­au­to­ma­ti­sie­rung ist voll mit sol­chen bei­spie­len, de­ren lö­sung man sich nur lang­sam anäh­ren kann, durch aus­pro­bie­ren, nach­den­ken, be­ob­ach­ten und ler­nen. ent­schei­dend ist al­ler­dings, dass man das ge­lern­te nach wie vor kom­plett ma­nu­ell au­to­ma­ti­sie­ren muss. ent­we­der mit ei­ner vom schwei­ne­teu­ren ap­ple-tv-un­ter­stüt­zen ap­ple lö­sung oder ei­ner open source lö­sung wie home-as­sistant oder fhem, open­hab, domo­tics oder sons­ti­gen. nur ist das er­geb­nis dann eben kein smart home, son­dern ein an­ge­lern­tes heim. je kom­ple­xer man die au­to­ma­tis­e­rung kon­zi­piert, des­to fle­xi­bler wird die steue­rung und des­to mehr wird der ein­druck er­weckt, hier sei smart­ness oder in­tel­li­genz am werk. ist es aber nicht. al­les was smart ho­mes heu­te leis­ten ist ak­ti­on, re­ak­ti­on, kom­mu­ni­ka­ti­on und fern­be­die­nung.

ich stö­re mich ganz of­fen­sicht­lich am be­griff smart home. denn der ist wirk­lich ir­re­füh­rend, aus­ser man in­ter­pre­tiert ihn so, dass man re­leativ smart sein muss, um au­to­ma­ti­sie­run­gen ei­ni­ger­mas­sen be­frie­di­gend zum lau­fen zu be­kom­men.

aus­ser­dem bin ich mir auch noch nicht ganz si­cher, ob ich ein wirk­lich smar­tes, also selbst­ler­nen­des zu­hau­se über­haupt ha­ben möch­te. ei­ner­seits weil an­satz­wei­se ler­nen­de sys­te­me der­zeit, wenn über­haupt, nur über eine clou­dan­bin­dung an­ge­bo­ten wer­den und an­de­rer­seits weil ich aus ei­ge­ner er­fah­rung weiss, wie feh­ler­an­fäl­lig das al­les sein kann und zu wel­chen un­vor­her­ge­se­he­nen er­eig­nis­sen und stö­run­gen be­stimm­te re­geln po­ten­zi­ell füh­ren. selbst hoch­prei­si­ge lö­sun­gen von phil­ips (und nicht etwa nur bil­li­ge chi­ne­si­sche im­port­wa­re) ha­ben feh­ler oder schwach­stel­len ins sys­tem ein­ge­ba­cken, die ver­her­ren­de fol­gen ha­ben könn­ten. von vier fa­brik­neu­en tado-ge­rä­ten, die ich zum tes­ten er­hielt, muss ich mitt­ler­wei­le ge­nau die hälf­te we­gen leich­ter oder schwer­wie­gen­der de­fek­te zu­rück­schi­cken (ne­ben dem de­fek­ten heiz­kör­per­ther­mo­stat, scheint auch die in­ter­net­bridge de­fekt zu sein und spo­ra­disch jede lust auf kom­mu­ni­ka­ti­on zu ver­lie­ren). den home-as­sis­tent und sei­nen ei­gent­lich grund­so­li­den py­thon-code zer­fa­sert es bei je­dem zwei­ten ver­si­ons-up­date. manch­mal schla­gen die be­we­gungs­mel­der auch bei luft­be­we­gung aus. manch­mal geht un­ser flur­lich an statt aus und nicht an, wenn ei­ner von uns den flur be­tritt.

trotz­dem, auch wenn das al­les über­haupt nicht smart ist und stän­dig nach­ge­steu­ert, neu­ge­star­tet oder nach­ge­bes­sert wer­den muss: das macht al­les im­mer noch gros­sen spass. das nächs­te pro­jekt auf das ich mich nach weih­nach­ten freue: ein per wlan steu­er­ba­rer, per but­ton aus­lös­ba­rer oder au­to­ma­ti­sier­ba­rer gong-schlag-me­cha­nis­mus mit ei­nem schritt­mo­tor (grob nach die­sem vor­bild). im rah­men des­sen wer­de ich wohl nicht nur ein biss­chen elek­tro­nik zu­sam­men­flan­schen müs­sen, son­dern auch ent­we­der ein paar tei­le 3D-dru­cken oder CNC-frä­sen müs­sen. da­für habe ich ges­tern test­wei­se mal das hap­py­lab in ber­lin an­ge­schnüf­felt und das sieht al­les sehr viel­ver­spre­chend aus.


noch­mal zu­rück zu ap­ple, de­ren au­to­ma­ti­sie­rungs­lö­sung ich we­gen man­gel an ei­nem neu­en ap­ple-tv oder ipad nicht aus­pro­bie­ren kann. ich ver­mu­te, dass auch die ap­ple lö­sung au­to­ma­ti­sie­rungs­pro­ble­me nur in an­sät­zen be­frie­di­gend löst und kom­ple­xi­tät ein­fach aus­sperrt und de­ren lö­sung ent­we­der an die an­ge­schlos­se­nen ge­rä­te aus­la­gert — oder auf spä­ter ver­schiebt. aber wer die­se nuss, bie­die­nungs­freund­li­che und trotz­dem nicht un­ter­kom­ple­xe oder un­si­che­re heim­au­to­ma­ti­sie­rung, lö­sen kann, der wird sehr, sehr viel geld ver­die­nen. bis da­hin bas­te­le ich fröh­lich wei­ter.


la­sa­gne

felix schwenzel in gekocht

(nach die­sem re­zept, al­ler­dings hab ich noch ne pa­ckung cham­pi­ons in die bo­lo­gne­se ge­schnit­ten.)


po­li­tisch ist das ame­ri­ka­ni­sche wahl­er­geb­nis eine ka­ta­stro­phe. aber die äs­the­ti­schen fol­gen, dürf­ten min­des­tens ge­nau­so schlimm sein.


heu­te früh sind sehr, sehr vie­le fil­ter­bla­sen ge­platzt.



De­li­ka­tes­sen aus Lon­don. (Jaha, ich weiß, kann man auch sel­ber­ma­chen. Dau­ert nur so lang, bis ein Glas voll ist.) pic.twit­ter.com/46VsrKhT­QK

Ralph Cas­pers (@hy­per­jinx06.11.2016 19:18


oli­ver kalk­ofe ist ge­gen ei­gen­wer­bung

felix schwenzel in notiert

auf spie­gel on­line die­sen „klas­si­ker“ von oli­ver kalk­o­fes matt­schei­be ge­fun­den und an­ge­se­hen. dar­in macht er sich (zu recht) über bibi und ih­ren „tasty do­nut“ dusch­schaum lus­tig.

youtube-video laden, info, direktlink

ich konn­te mich für kalk­o­fes matt­schei­be noch nie be­geis­tern und ich glau­be in die­sem vi­deo wur­de mir auch klar war­um: er per­si­fliert sei­ne op­fer nicht, er äfft sie nach. das kann auch wit­zig sein, kalk­o­fes hu­mo­ris­ti­sches ta­lent reicht da­für aber nicht ganz aus. un­term strich fin­de ich bei­de gleich­schlimm, bibi und olli. bi­bis ekel­haf­te und durch­schau­bar be­rech­nen­de ei­gen­wer­bung, ihre halb­wahr­hei­ten („ich habe mei­ne ei­ge­ne be­au­ty­mar­ke ent­wi­ckelt“) und ihr ge­drech­sel­tes mar­ke­ting­deutsch („das pro­dukt ist zu 100% ve­gan, das pro­dukt hat von dem der­ma­test note sehr gut be­kom­men, […]“). al­les ek­lig. aber kalk­ofe auch. er tri­via­li­siert bu­le­mie, nennt die zu­schau­er von bibi dumm und nennt bibi (in­di­rekt) raff­gie­rig („gree­dy bitch“). na­tür­lich ist die art und wei­se wie bibi (und an­de­re you­tuber, blog­ger, zeit­schrif­ten und zei­tun­gen) wer­bung be­trei­ben oft kri­ti­sie­rens­wert und zum über­wie­gen­den teil ver­ach­tens­wert. aber statt poin­tier­ter kri­tik (oder wit­zen) über die me­tho­den, über­zieht kalk­ofe al­les mit klas­si­schem, deut­schem neid­de­bat­ten­lack:

wer­bung ma­chen bringt schon rich­tig koh­le, aber wer­bung für ei­ge­ne pro­duk­te ma­chen … und dann noch ver­die­nen an den vi­de­os die all die dum­men tee­nie mä­dels an­kli­cken, das ist … bin­go!

wer­bung ma­chen für ei­ge­ne pro­duk­te ist ver­ach­tens­wert? kurz nach sei­ner bibi-nach­äf­fung kann man im vi­deo se­hen, wie kalk­ofe wer­bung für sei­ne sen­dung auf dem pre­mi­um-ka­nal tele5 macht, sei­ne twit­ter- und face­book-ka­nä­le an­preist und (sei­ne „dum­men“ fans?) dazu auf­for­dert sei­nen you­tube­ka­nal zu abon­nie­ren.

das hat mich al­ler­dings nicht vor­nehm­lich des­halb ir­ri­tiert, weil er kurz nach sei­ner (im­pli­zi­ten) kri­tik an klick­hei­sche­rei, selbst um klicks bit­tet, son­dern weil die bibi-stim­me of­fen­bar gar kei­ne nach­äf­fe­rei ist, son­dern sei­ne na­tür­li­che stim­me zu sein scheint.


wirk­lich wit­zig fin­de ich, dass dm den bibi „Dusch­schaum Tasty Do­nut“ mit fol­gen­dem warn­hin­weis ver­sieht:

Rutsch­ge­fahr. Nicht zum Ver­zehr ge­eig­net. Au­gen­kon­takt ver­mei­den.
Darf nicht in die Hän­de von Kin­dern ge­lan­gen.


#twin­peaks ist ja wohl die per­fek­te herbst-se­rie! ers­te mal 1994 auf VHS, selbst auf­ge­nom­men ausm tv, syn­chro­ni­siert, nix ka­piert. jetzt ja

ka­tia (@kne­tag­abo05.11.2016 20:39


"die 80ger sind so lan­ge her wie die 50ger in der 80gern" (zi­tat @di­plix beim ahm­brot)

ka­tia (@kne­tag­abo05.11.2016 20:42


YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

fas­zi­nie­rend. ein vo­gel der vor­gibt aus holz zu sein und auch nicht da­von ab­lässt, wenn ein tier­fil­mer sich auf we­ni­ge me­ter nä­hert.


funk­tio­niert bei dir die ho­me­ki­t­in­te­gra­ti­on zu­ver­läs­sig? bei mir sind die up­date­zy­klen teil­wei­se so lang­sam, dass die home-app/ho­me­kit mir 20 mi­nu­ten alte da­ten an­zeigt und zu 60-70% mel­det die home-app, dass die tado-bridge und die an­ge­schlos­se­nen ther­mo­sta­te nicht er­reich­bar sei­en.


*

  spie­gel.de: Elb­phil­har­mo­nie: Jac­ques Her­zog über Kos­ten und Auf­trag­ge­ber   #

der ar­ti­kel ist kos­ten­pflich­tig, aber ich habe ihn sehr ger­ne ge­le­sen, weil ja­ques her­zog er­fri­schend ehr­lich und auf ge­wis­se art auch be­schei­den wirkt. klug so­wie­so.

Her­zog: […] Es gibt aber ins­ge­samt kein Rich­tig und kein Falsch.

SPIE­GEL: Nicht?

Her­zog: Nein, auch nicht in äs­the­ti­schen Fra­gen. Ich zum Bei­spiel habe kaum ir­gend­wel­che äs­the­ti­schen oder sti­lis­ti­schen Prä­fe­ren­zen. Der so­ge­nann­te gute Ge­schmack ist doch oft nichts an­de­res als das Re­sul­tat ei­nes ein­ge­schränk­ten Blicks auf die Welt. Heu­te fällt es doch al­len viel schwe­rer, ab­wei­chen­de Mei­nun­gen, Men­ta­li­tä­ten, Ge­schmä­cke, eben Viel­falt gel­ten zu las­sen. Statt­des­sen Aus­gren­zung, Leu­te, die un­ter sich blei­ben. So ent­ste­hen dann auch Städ­te, die aus­gren­zen, Gated Ci­tys.

© Her­zog & de Meu­ron Ba­sel Ltd., Ba­sel, Schweiz mit Vogt Land­schafts­ar­chi­tek­ten AG, Zü­rich/Ber­lin

apro­pos gu­ter ge­schmack. der­zeit läs­tern vie­le über den ent­wurf von her­zog de meu­ron für das mu­se­um des 20. jahr­hun­derts. den ar­chi­tek­ten ste­phan braun­fels er­in­nert der ent­wurf an ei­nen zweck­bau von aldi. mich nicht, aber selbst wenn er das täte, fän­de ich das ziem­lich gross­ar­tig. die idee et­was ab­ge­lutsch­tes, all­täg­li­ches, nicht be­son­ders er­quick­li­ches zu neh­men, zu zi­tie­ren und dann eben bes­ser zu ma­chen, es aus­zu­rei­zen, zu ka­ri­kie­ren und mit neu­er be­deu­tung auf­zu­la­den, fin­de ich be­stechend.

am klars­ten ha­ben her­zog und de meu­ron das mei­ner mei­nung nach mit dem haus ru­din um­ge­setzt. die ku­ba­tur ei­nes klas­si­schen ein­fa­mi­li­en­haus ge­nom­men, von al­lem über­flüs­si­gen be­freit und ge­schaut, was als qua­li­tät üb­rig­bleibt. die­se her­an­ge­hens­wei­se ist üb­ri­gens auch nicht iro­ni­sie­rend oder ver­ächt­lich­ma­chend, son­dern, in mei­ner wahr­neh­mung, re­spekt­voll. und trotz­dem schaf­fen her­zog und de meu­ron es mit sol­chen ent­wür­fen ihre bau­ten und ihre vor­bil­der auf meh­re­re me­ta­ebe­nen zu he­ben, die ei­nen dann nicht nur auf­mer­ken las­sen, nach­denk­lich wer­den las­sen, son­dern auch hel­fen, ver­steck­te qua­li­tä­ten zu ent­de­cken.

kurz ge­sagt, ich fin­de den ent­wurf für das mu­se­um des 20. jahr­hun­derts span­nend und das in­ter­view mit ja­ques her­zog le­sens­wert.

*

  frau­ruth.de: Volks­büh­nen­dis­kurs Teil 4   #

… aber ich habe nichts ge­sagt, son­dern mich ein­fach nur dar­an er­freut, wie sie sich über­le­gen fühlt, weil ich mich da­durch auch über­le­gen füh­len konn­te, denn am über­le­gens­ten füh­le ich mich im­mer dann, wenn die an­de­ren mich für doof hal­ten.

*

  tech­crunch.com: El­ga­to in­tros a stan­da­lo­ne mo­ti­on de­tec­tor for Ap­ple Ho­me­Kit   #

ich habe lan­ge­auf den be­we­gungs­mel­der für die hue ge­war­tet und sehn­süch­tig auf lö­sun­gen wie die­se von el­ga­to ge­schaut. bis ich dann in der war­te­zeit zu­erst für €20 ei­nen 433mhz-funk be­we­gungs­mel­der ge­kauft habe und dann mit ein­zel­tei­len für et­was über 10 euro selbst meh­re­re gen­baut habe. jetzt wo ich sehe wie güns­tig und gut die­se selbst­ge­mach­ten din­ger sind, rage ich mich ernst­haft, wo­her die her­stel­ler die chuz­pe ha­ben, die din­ger für 40, 50 oder über 100 euro euro zu ver­ti­cken.

*

  kott­ke.org: The wes­tern rock co­vers in West­world   #

ja­son kott­ke ver­gleicht west­world ein biss­chen mit lost. sehe ich ge­nau­so. die leicht mys­ti­sche auf­la­dung al­ler hand­lungs­strän­ge, die an­deu­tun­gen und aus­las­sun­gen um den ein­druck zu er­we­cken, dass hin­ter al­lem of­fen­sicht­li­chen, noch jede men­ge ver­bor­ge­nes liegt, funk­tio­niert in west­world per­fekt. und die angst, dass die au­toren von west­world nach ein paar staf­feln den fa­den ver­lie­ren habe ich auch.

noch in­ter­es­san­ter und sehr schlüs­sig, kott­ke’s link auf die­ses vi­deo, das eine mög­li­che mul­ti­ple zeit­strang theo­rie pos­tu­liert.

*

  face­book.com: Mal­te Klauck - Ham­bur­ger Un­ter­neh­men den­ken an ihre Mit­ar­bei­ter …   #

mit yelp bin ich nie warm ge­wor­den und kann mich auch nicht er­in­nern, das je­mals sinn­voll ge­nutzt zu ha­ben. gute tipps in frem­den städ­ten habe ich im­mer an­ders­wo be­kom­men (zum bei­spiel über fours­qua­re oder trip ad­vi­sor). und jetzt, nach ei­ner rau­schen­den ein­wei­hungs­par­ty, macht yelp das ham­bur­ger büro (und an­de­re) dicht, um sich auf den ame­ri­ka­ni­schen markt zu kon­zen­trie­ren.

*

  face­book.com: Luca Ca­rac­cio­lo shared Matt Or­fa­le­a's vi­deo.   #

frap­pie­rend.

*

  chef­koch.de: Grieß­pud­ding   #

der war sehr, sehr le­cker.


*

  se­ri­en­jun­kies.de: Play By Day: Deutsch­land­pre­mie­re von The Ex­pan­se bei Net­flix

heu­te star­tet auf net­flix die un­ge­fähr ein jahr alte se­rie the ex­pan­se. ich habe die se­rie vor 9 mo­na­ten ge­guckt und zu fast je­der fol­ge eine kurz­kri­tik ver­fasst und am ende fol­gen­des fa­zit ge­zo­gen:

nach 10 fol­gen the ex­pan­se muss ich nach dem staf­fel­fi­na­le sa­gen: das war or­dent­li­che sci­ence-fic­tion, auch wenn es am ende et­was ins mys­tery-gen­re ab­rutsch­te und sehr „die hard“ wur­de. aber ab­ra­ten das an­zu­se­hen, wür­de ich nie­man­dem.


war­um der check­point nach wie vor mei­ne lieb­lings­mor­gen­lek­tü­re ist

felix schwenzel in notiert

Auch Check­point-Le­ser Hart­mut Land­wehr muss noch was zur Elb­phil­har­mo­nie sa­gen - er schreibt: „Hal­lo Sie klei­ner Klug­schei­ßer“ (of­fen­bar meint er mich), „als ehe­ma­li­ger Ham­bur­ger, der sich seit drei Jah­ren das ost­deut­sche und ber­li­ne­ri­sche Elend als Neu­pots­da­mer an­sieht, weiß ich ge­nau­er als Sie um das Ge­sche­hen in Ham­burg.“ Es folgt eine län­ge­re Ab­hand­lung, die Ein­drü­cke ver­mit­telt von der be­rühm­ten han­sea­ti­schen Höf­lich­keit - Quint­essenz: Das Pro­jekt star­te­te nicht mit der „Bier­tisch-Schät­zung“ von 77 Mio, wie im CP be­haup­tet, son­dern von 78 Mio, also be­trägt die Stei­ge­rung auf 789 Mio nur 923 Pro­zent. Don­ner­lütt­chen! Und wei­ter: „Ob Sie in der Lage sind, das ein­mal öf­fent­lich zu kor­ri­gie­ren, Sie schwa­ches On­line-Bürsch­chen, be­zweif­le ich stark!“ Nun, ich den­ke drü­ber nach.

check­point.ta­ges­spie­gel.de



ich habe 44 fern­seh­se­ri­en­fol­gen im ok­to­ber ge­se­hen. kam ja fast nichts, letz­ten mo­nat. #wat­ched­li


blogs sind tot — und quick­le­ben­dig

felix schwenzel in notiert

andy baio über das blog­gen (2012 ge­schrie­ben):

It’s gi­ven me ex­po­sure, a place to share my pro­jects and cra­zy ex­pe­ri­men­ta­ti­on with tech­no­lo­gy. It’s crea­ted new op­por­tu­ni­ties for me, di­rect­ly or in­di­rect­ly re­spon­si­ble for every ma­jor pro­ject I’ve got­ten in­vol­ved in. It’s a place to play and ex­pe­ri­ment with ide­as, some of which led to big breakth­roughs and pas­si­ons. And it con­nec­ted me to peo­p­le who cared about the things I did, many of whom be­ca­me li­fel­ong fri­ends.

was andy baio ak­tu­ell über das blog­gen ge­schrie­ben hat schät­ze ich kom­plett ex­akt so ein. der (bal­di­ge) tod von vine zeigt es wie­der ein­mal. wer nicht (auch) auf sei­ner ei­ge­nen, selbst kon­trol­lier­ten platt­form ver­öf­fent­licht, ver­liert un­ter um­stän­den sei­ne da­ten — oder min­des­tens ein paar sei­ner links und urls. viel wich­ti­ger als die kon­trol­le über mei­ne in­hal­te, ist mir aber das was baio oben über das blog­gen schrieb: die mög­lich­keit ma­chen zu kön­nen was ich will und trotz­dem, egal wie ab­sei­tig das the­ma ist, an­stös­se und „con­nec­tions“ zu fin­den, die leicht pa­ra­do­xe mög­lich­keit, ei­ner­seits ra­di­kal ego­zen­trisch und in­tro­ver­tiert al­les ma­chen zu kön­nen, was ich ge­ra­de möch­te und das gleich­zei­tig mit an­de­ren, po­ten­zi­ell in­ter­es­sier­ten tei­len zu kön­nen. mir ist das ein quell gros­ser freu­de.

wit­zig und gleich­zei­tig in an­sät­zen frus­trie­rend fand ich das er­geb­nis ei­ner an­fra­ge kürz­lich, die ich ei­nem her­stel­ler schrieb, um an (mög­li­cher­wei­se) kos­ten­lo­se test­ge­rä­te zu kom­men. ich be­schrieb aus­führ­lich mein blog und des­sen ziel­rich­tung und le­ser­schaft (kei­ne be­son­ders gros­se an­zahl von le­sern, al­ler­dings ein recht ho­her RSS-abo-an­teil, und un­ter den le­sern ein paar po­ten­zi­el­le mul­ti­pli­ka­to­ren, dar­un­ter auch ein paar in­ter­es­sier­te an ab­sei­ti­gem tech­nik-ge­döns) und dass mein blog durch­aus in der lage ist ge­le­gent­lich leich­te vi­ra­le wel­len zu schla­gen. die ant­wort war gleich­zei­tig er­freu­lich und frus­trie­rend:

Auf­grund Ih­rer Twit­ter-Reach kann ich Ih­nen ein Test­ge­rät an­bie­ten.

blog­ger-re­le­vanz wird nicht auf­grund ih­res blogs ge­mes­sen, son­dern an­hand des „twit­ter-reachs“? so is­ses dann wohl — und ich kann, trotz leicht ver­letz­tem blog­ger-stolz, ganz gut da­mit le­ben.


@wat­ched­li black mir­ror ist zwar mist, aber ich wür­de trotz­dem ger­ne mei­ne ge­se­he­nen fol­gen mar­kie­ren. geht aber nicht :(


ich hab nichts da­ge­gen spä­ter von ei­nem ro­bo­ter ge­pflegt zu wer­den. mir sitzt seit jah­ren ei­ner im büro ge­gen­über. #an­ne­will