alles

po­li­tisch ist das ame­ri­ka­ni­sche wahl­er­geb­nis eine ka­ta­stro­phe. aber die äs­the­ti­schen fol­gen, dürf­ten min­des­tens ge­nau­so schlimm sein.


heu­te früh sind sehr, sehr vie­le fil­ter­bla­sen ge­platzt.



De­li­ka­tes­sen aus Lon­don. (Jaha, ich weiß, kann man auch sel­ber­ma­chen. Dau­ert nur so lang, bis ein Glas voll ist.) pic.twit­ter.com/46VsrKhT­QK

Ralph Cas­pers (@hy­per­jinx06.11.2016 19:18


oli­ver kalk­ofe ist ge­gen ei­gen­wer­bung

felix schwenzel in notiert

auf spie­gel on­line die­sen „klas­si­ker“ von oli­ver kalk­o­fes matt­schei­be ge­fun­den und an­ge­se­hen. dar­in macht er sich (zu recht) über bibi und ih­ren „tasty do­nut“ dusch­schaum lus­tig.

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ich konn­te mich für kalk­o­fes matt­schei­be noch nie be­geis­tern und ich glau­be in die­sem vi­deo wur­de mir auch klar war­um: er per­si­fliert sei­ne op­fer nicht, er äfft sie nach. das kann auch wit­zig sein, kalk­o­fes hu­mo­ris­ti­sches ta­lent reicht da­für aber nicht ganz aus. un­term strich fin­de ich bei­de gleich­schlimm, bibi und olli. bi­bis ekel­haf­te und durch­schau­bar be­rech­nen­de ei­gen­wer­bung, ihre halb­wahr­hei­ten („ich habe mei­ne ei­ge­ne be­au­ty­mar­ke ent­wi­ckelt“) und ihr ge­drech­sel­tes mar­ke­ting­deutsch („das pro­dukt ist zu 100% ve­gan, das pro­dukt hat von dem der­ma­test note sehr gut be­kom­men, […]“). al­les ek­lig. aber kalk­ofe auch. er tri­via­li­siert bu­le­mie, nennt die zu­schau­er von bibi dumm und nennt bibi (in­di­rekt) raff­gie­rig („gree­dy bitch“). na­tür­lich ist die art und wei­se wie bibi (und an­de­re you­tuber, blog­ger, zeit­schrif­ten und zei­tun­gen) wer­bung be­trei­ben oft kri­ti­sie­rens­wert und zum über­wie­gen­den teil ver­ach­tens­wert. aber statt poin­tier­ter kri­tik (oder wit­zen) über die me­tho­den, über­zieht kalk­ofe al­les mit klas­si­schem, deut­schem neid­de­bat­ten­lack:

wer­bung ma­chen bringt schon rich­tig koh­le, aber wer­bung für ei­ge­ne pro­duk­te ma­chen … und dann noch ver­die­nen an den vi­de­os die all die dum­men tee­nie mä­dels an­kli­cken, das ist … bin­go!

wer­bung ma­chen für ei­ge­ne pro­duk­te ist ver­ach­tens­wert? kurz nach sei­ner bibi-nach­äf­fung kann man im vi­deo se­hen, wie kalk­ofe wer­bung für sei­ne sen­dung auf dem pre­mi­um-ka­nal tele5 macht, sei­ne twit­ter- und face­book-ka­nä­le an­preist und (sei­ne „dum­men“ fans?) dazu auf­for­dert sei­nen you­tube­ka­nal zu abon­nie­ren.

das hat mich al­ler­dings nicht vor­nehm­lich des­halb ir­ri­tiert, weil er kurz nach sei­ner (im­pli­zi­ten) kri­tik an klick­hei­sche­rei, selbst um klicks bit­tet, son­dern weil die bibi-stim­me of­fen­bar gar kei­ne nach­äf­fe­rei ist, son­dern sei­ne na­tür­li­che stim­me zu sein scheint.


wirk­lich wit­zig fin­de ich, dass dm den bibi „Dusch­schaum Tasty Do­nut“ mit fol­gen­dem warn­hin­weis ver­sieht:

Rutsch­ge­fahr. Nicht zum Ver­zehr ge­eig­net. Au­gen­kon­takt ver­mei­den.
Darf nicht in die Hän­de von Kin­dern ge­lan­gen.


#twin­peaks ist ja wohl die per­fek­te herbst-se­rie! ers­te mal 1994 auf VHS, selbst auf­ge­nom­men ausm tv, syn­chro­ni­siert, nix ka­piert. jetzt ja

ka­tia (@kne­tag­abo05.11.2016 20:39


"die 80ger sind so lan­ge her wie die 50ger in der 80gern" (zi­tat @di­plix beim ahm­brot)

ka­tia (@kne­tag­abo05.11.2016 20:42


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fas­zi­nie­rend. ein vo­gel der vor­gibt aus holz zu sein und auch nicht da­von ab­lässt, wenn ein tier­fil­mer sich auf we­ni­ge me­ter nä­hert.


funk­tio­niert bei dir die ho­me­ki­t­in­te­gra­ti­on zu­ver­läs­sig? bei mir sind die up­date­zy­klen teil­wei­se so lang­sam, dass die home-app/ho­me­kit mir 20 mi­nu­ten alte da­ten an­zeigt und zu 60-70% mel­det die home-app, dass die tado-bridge und die an­ge­schlos­se­nen ther­mo­sta­te nicht er­reich­bar sei­en.


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  spie­gel.de: Elb­phil­har­mo­nie: Jac­ques Her­zog über Kos­ten und Auf­trag­ge­ber   #

der ar­ti­kel ist kos­ten­pflich­tig, aber ich habe ihn sehr ger­ne ge­le­sen, weil ja­ques her­zog er­fri­schend ehr­lich und auf ge­wis­se art auch be­schei­den wirkt. klug so­wie­so.

Her­zog: […] Es gibt aber ins­ge­samt kein Rich­tig und kein Falsch.

SPIE­GEL: Nicht?

Her­zog: Nein, auch nicht in äs­the­ti­schen Fra­gen. Ich zum Bei­spiel habe kaum ir­gend­wel­che äs­the­ti­schen oder sti­lis­ti­schen Prä­fe­ren­zen. Der so­ge­nann­te gute Ge­schmack ist doch oft nichts an­de­res als das Re­sul­tat ei­nes ein­ge­schränk­ten Blicks auf die Welt. Heu­te fällt es doch al­len viel schwe­rer, ab­wei­chen­de Mei­nun­gen, Men­ta­li­tä­ten, Ge­schmä­cke, eben Viel­falt gel­ten zu las­sen. Statt­des­sen Aus­gren­zung, Leu­te, die un­ter sich blei­ben. So ent­ste­hen dann auch Städ­te, die aus­gren­zen, Gated Ci­tys.

© Her­zog & de Meu­ron Ba­sel Ltd., Ba­sel, Schweiz mit Vogt Land­schafts­ar­chi­tek­ten AG, Zü­rich/Ber­lin

apro­pos gu­ter ge­schmack. der­zeit läs­tern vie­le über den ent­wurf von her­zog de meu­ron für das mu­se­um des 20. jahr­hun­derts. den ar­chi­tek­ten ste­phan braun­fels er­in­nert der ent­wurf an ei­nen zweck­bau von aldi. mich nicht, aber selbst wenn er das täte, fän­de ich das ziem­lich gross­ar­tig. die idee et­was ab­ge­lutsch­tes, all­täg­li­ches, nicht be­son­ders er­quick­li­ches zu neh­men, zu zi­tie­ren und dann eben bes­ser zu ma­chen, es aus­zu­rei­zen, zu ka­ri­kie­ren und mit neu­er be­deu­tung auf­zu­la­den, fin­de ich be­stechend.

am klars­ten ha­ben her­zog und de meu­ron das mei­ner mei­nung nach mit dem haus ru­din um­ge­setzt. die ku­ba­tur ei­nes klas­si­schen ein­fa­mi­li­en­haus ge­nom­men, von al­lem über­flüs­si­gen be­freit und ge­schaut, was als qua­li­tät üb­rig­bleibt. die­se her­an­ge­hens­wei­se ist üb­ri­gens auch nicht iro­ni­sie­rend oder ver­ächt­lich­ma­chend, son­dern, in mei­ner wahr­neh­mung, re­spekt­voll. und trotz­dem schaf­fen her­zog und de meu­ron es mit sol­chen ent­wür­fen ihre bau­ten und ihre vor­bil­der auf meh­re­re me­ta­ebe­nen zu he­ben, die ei­nen dann nicht nur auf­mer­ken las­sen, nach­denk­lich wer­den las­sen, son­dern auch hel­fen, ver­steck­te qua­li­tä­ten zu ent­de­cken.

kurz ge­sagt, ich fin­de den ent­wurf für das mu­se­um des 20. jahr­hun­derts span­nend und das in­ter­view mit ja­ques her­zog le­sens­wert.

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  frau­ruth.de: Volks­büh­nen­dis­kurs Teil 4   #

… aber ich habe nichts ge­sagt, son­dern mich ein­fach nur dar­an er­freut, wie sie sich über­le­gen fühlt, weil ich mich da­durch auch über­le­gen füh­len konn­te, denn am über­le­gens­ten füh­le ich mich im­mer dann, wenn die an­de­ren mich für doof hal­ten.

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  tech­crunch.com: El­ga­to in­tros a stan­da­lo­ne mo­ti­on de­tec­tor for Ap­ple Ho­me­Kit   #

ich habe lan­ge­auf den be­we­gungs­mel­der für die hue ge­war­tet und sehn­süch­tig auf lö­sun­gen wie die­se von el­ga­to ge­schaut. bis ich dann in der war­te­zeit zu­erst für €20 ei­nen 433mhz-funk be­we­gungs­mel­der ge­kauft habe und dann mit ein­zel­tei­len für et­was über 10 euro selbst meh­re­re gen­baut habe. jetzt wo ich sehe wie güns­tig und gut die­se selbst­ge­mach­ten din­ger sind, rage ich mich ernst­haft, wo­her die her­stel­ler die chuz­pe ha­ben, die din­ger für 40, 50 oder über 100 euro euro zu ver­ti­cken.

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  kott­ke.org: The wes­tern rock co­vers in West­world   #

ja­son kott­ke ver­gleicht west­world ein biss­chen mit lost. sehe ich ge­nau­so. die leicht mys­ti­sche auf­la­dung al­ler hand­lungs­strän­ge, die an­deu­tun­gen und aus­las­sun­gen um den ein­druck zu er­we­cken, dass hin­ter al­lem of­fen­sicht­li­chen, noch jede men­ge ver­bor­ge­nes liegt, funk­tio­niert in west­world per­fekt. und die angst, dass die au­toren von west­world nach ein paar staf­feln den fa­den ver­lie­ren habe ich auch.

noch in­ter­es­san­ter und sehr schlüs­sig, kott­ke’s link auf die­ses vi­deo, das eine mög­li­che mul­ti­ple zeit­strang theo­rie pos­tu­liert.

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  face­book.com: Mal­te Klauck - Ham­bur­ger Un­ter­neh­men den­ken an ihre Mit­ar­bei­ter …   #

mit yelp bin ich nie warm ge­wor­den und kann mich auch nicht er­in­nern, das je­mals sinn­voll ge­nutzt zu ha­ben. gute tipps in frem­den städ­ten habe ich im­mer an­ders­wo be­kom­men (zum bei­spiel über fours­qua­re oder trip ad­vi­sor). und jetzt, nach ei­ner rau­schen­den ein­wei­hungs­par­ty, macht yelp das ham­bur­ger büro (und an­de­re) dicht, um sich auf den ame­ri­ka­ni­schen markt zu kon­zen­trie­ren.

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  face­book.com: Luca Ca­rac­cio­lo shared Matt Or­fa­le­a's vi­deo.   #

frap­pie­rend.

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  chef­koch.de: Grieß­pud­ding   #

der war sehr, sehr le­cker.


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  se­ri­en­jun­kies.de: Play By Day: Deutsch­land­pre­mie­re von The Ex­pan­se bei Net­flix

heu­te star­tet auf net­flix die un­ge­fähr ein jahr alte se­rie the ex­pan­se. ich habe die se­rie vor 9 mo­na­ten ge­guckt und zu fast je­der fol­ge eine kurz­kri­tik ver­fasst und am ende fol­gen­des fa­zit ge­zo­gen:

nach 10 fol­gen the ex­pan­se muss ich nach dem staf­fel­fi­na­le sa­gen: das war or­dent­li­che sci­ence-fic­tion, auch wenn es am ende et­was ins mys­tery-gen­re ab­rutsch­te und sehr „die hard“ wur­de. aber ab­ra­ten das an­zu­se­hen, wür­de ich nie­man­dem.


war­um der check­point nach wie vor mei­ne lieb­lings­mor­gen­lek­tü­re ist

felix schwenzel in notiert

Auch Check­point-Le­ser Hart­mut Land­wehr muss noch was zur Elb­phil­har­mo­nie sa­gen - er schreibt: „Hal­lo Sie klei­ner Klug­schei­ßer“ (of­fen­bar meint er mich), „als ehe­ma­li­ger Ham­bur­ger, der sich seit drei Jah­ren das ost­deut­sche und ber­li­ne­ri­sche Elend als Neu­pots­da­mer an­sieht, weiß ich ge­nau­er als Sie um das Ge­sche­hen in Ham­burg.“ Es folgt eine län­ge­re Ab­hand­lung, die Ein­drü­cke ver­mit­telt von der be­rühm­ten han­sea­ti­schen Höf­lich­keit - Quint­essenz: Das Pro­jekt star­te­te nicht mit der „Bier­tisch-Schät­zung“ von 77 Mio, wie im CP be­haup­tet, son­dern von 78 Mio, also be­trägt die Stei­ge­rung auf 789 Mio nur 923 Pro­zent. Don­ner­lütt­chen! Und wei­ter: „Ob Sie in der Lage sind, das ein­mal öf­fent­lich zu kor­ri­gie­ren, Sie schwa­ches On­line-Bürsch­chen, be­zweif­le ich stark!“ Nun, ich den­ke drü­ber nach.

check­point.ta­ges­spie­gel.de



ich habe 44 fern­seh­se­ri­en­fol­gen im ok­to­ber ge­se­hen. kam ja fast nichts, letz­ten mo­nat. #wat­ched­li


blogs sind tot — und quick­le­ben­dig

felix schwenzel in notiert

andy baio über das blog­gen (2012 ge­schrie­ben):

It’s gi­ven me ex­po­sure, a place to share my pro­jects and cra­zy ex­pe­ri­men­ta­ti­on with tech­no­lo­gy. It’s crea­ted new op­por­tu­ni­ties for me, di­rect­ly or in­di­rect­ly re­spon­si­ble for every ma­jor pro­ject I’ve got­ten in­vol­ved in. It’s a place to play and ex­pe­ri­ment with ide­as, some of which led to big breakth­roughs and pas­si­ons. And it con­nec­ted me to peo­p­le who cared about the things I did, many of whom be­ca­me li­fel­ong fri­ends.

was andy baio ak­tu­ell über das blog­gen ge­schrie­ben hat schät­ze ich kom­plett ex­akt so ein. der (bal­di­ge) tod von vine zeigt es wie­der ein­mal. wer nicht (auch) auf sei­ner ei­ge­nen, selbst kon­trol­lier­ten platt­form ver­öf­fent­licht, ver­liert un­ter um­stän­den sei­ne da­ten — oder min­des­tens ein paar sei­ner links und urls. viel wich­ti­ger als die kon­trol­le über mei­ne in­hal­te, ist mir aber das was baio oben über das blog­gen schrieb: die mög­lich­keit ma­chen zu kön­nen was ich will und trotz­dem, egal wie ab­sei­tig das the­ma ist, an­stös­se und „con­nec­tions“ zu fin­den, die leicht pa­ra­do­xe mög­lich­keit, ei­ner­seits ra­di­kal ego­zen­trisch und in­tro­ver­tiert al­les ma­chen zu kön­nen, was ich ge­ra­de möch­te und das gleich­zei­tig mit an­de­ren, po­ten­zi­ell in­ter­es­sier­ten tei­len zu kön­nen. mir ist das ein quell gros­ser freu­de.

wit­zig und gleich­zei­tig in an­sät­zen frus­trie­rend fand ich das er­geb­nis ei­ner an­fra­ge kürz­lich, die ich ei­nem her­stel­ler schrieb, um an (mög­li­cher­wei­se) kos­ten­lo­se test­ge­rä­te zu kom­men. ich be­schrieb aus­führ­lich mein blog und des­sen ziel­rich­tung und le­ser­schaft (kei­ne be­son­ders gros­se an­zahl von le­sern, al­ler­dings ein recht ho­her RSS-abo-an­teil, und un­ter den le­sern ein paar po­ten­zi­el­le mul­ti­pli­ka­to­ren, dar­un­ter auch ein paar in­ter­es­sier­te an ab­sei­ti­gem tech­nik-ge­döns) und dass mein blog durch­aus in der lage ist ge­le­gent­lich leich­te vi­ra­le wel­len zu schla­gen. die ant­wort war gleich­zei­tig er­freu­lich und frus­trie­rend:

Auf­grund Ih­rer Twit­ter-Reach kann ich Ih­nen ein Test­ge­rät an­bie­ten.

blog­ger-re­le­vanz wird nicht auf­grund ih­res blogs ge­mes­sen, son­dern an­hand des „twit­ter-reachs“? so is­ses dann wohl — und ich kann, trotz leicht ver­letz­tem blog­ger-stolz, ganz gut da­mit le­ben.


@wat­ched­li black mir­ror ist zwar mist, aber ich wür­de trotz­dem ger­ne mei­ne ge­se­he­nen fol­gen mar­kie­ren. geht aber nicht :(


ich hab nichts da­ge­gen spä­ter von ei­nem ro­bo­ter ge­pflegt zu wer­den. mir sitzt seit jah­ren ei­ner im büro ge­gen­über. #an­ne­will


soll ich mir sor­gen ma­chen? ich glau­be ap­ple hat ein biss­chen den fo­kus ver­lo­ren.


die kol­le­gin (@das­nuf) hat das bild, dass der kol­le­ge kürz­lich auf­ge­hängt hat (wir­res.net/10323) ein biss­chen an­ge­passt.


an­ne will 30.10.2016

felix schwenzel in gesehen

aus ir­gend­ei­nem grund habe ich mir ges­tern die gan­ze sen­dung von anne will am 30.10 an­ge­se­hen. ich glau­be vor al­lem habe ich mir das an­ge­se­hen, weil ab­seh­bar war, dass zwei der gäs­te an­ein­an­der­ge­ra­ten wür­den: sa­scha lobo und man­fred spit­zer. je­mand schrieb mir, dass die sen­dung sehr wit­zig sei, weil sa­scha lobo spit­zer stän­dig bret­ter hin­hiel­te und er je­des ein­zel­ne mal sprän­ge.

spit­zers punkt sei, leg­te er in sei­nem er­öff­nungs­stem­ent aus­führ­lich dar, dass wenn es um kin­der und ju­gend­li­che gehe, „man“ sich fra­gen müs­se, wie lan­ge „man“ sie „da­vor“ schüt­zen müs­se. mit die­sem omi­nö­sen „da­vor“ meint er „di­gi­ta­le me­di­en“. die wür­den, und das sei to­tal klar, star­ke ri­si­ken und ne­ben­wir­kun­gen ha­ben: angst, ag­gres­si­on, auf­merk­sam­keits­stärung, de­pres­si­on, de­menz, sucht, „dia­be­tes noch da­zwi­schen“, schlaf­stö­run­gen, schul­ver­sa­gen. dar­über habe er „auch noch ein buch ge­schrie­ben“ und das sei wich­tig und nie­mand rede dar­über. die­se war­nung wie­der­hol­te er im lau­fe der sen­dung im­mer wie­der, le­dig­lich un­ter­bro­chen mit der auf­zäh­lung von „stu­di­en“ und re­gel­mäs­si­gen zwi­schen­ru­fen wie „falsch, ganz falsch“.

was dann tat­säch­lich amü­sant war: spit­zer da­bei zu be­ob­ach­ten wie er alle 10 mi­nu­ten in rage ge­riet und sei­ne ag­gres­si­on, auf­merk­sam­keits­stö­rung und talk­show­ver­sa­gen nicht mal in an­sät­zen ver­heh­len konn­te. sa­scha lobo konn­te spit­zer tat­säch­lich im­mer wie­der mit kur­zen, prä­gnan­ten sät­zen und punkt­ge­nau­en an­mer­kun­gen ge­zielt zur ex­plo­si­on brin­gen: „sie dif­fe­ren­zie­ren nicht“, „sie wol­len bü­cher ver­kau­fen und schü­ren da­für ge­zielt angst“, „sie ha­ben schlech­te um­gangs­for­men“. bei je­der ein­zel­nen die­ser an­mer­kun­gen hat­te ich das ge­fühl, dass man­fred spit­zer ger­ne auf sa­scha lobo los­ge­gan­gen wäre.

ne­ben ein paar be­find­lich­kei­ten und ab­seh­ba­ren state­ments („ich ver­su­che nicht nach halb sie­ben ein­kau­fen zu ge­hen!“ (leni breyt­mei­er), „wir brau­chen nicht mehr re­gu­lie­rung und bü­ro­kra­tie!“ (chris­ti­an lind­ner), „wir brau­chen mehr qua­li­fi­zier­te ar­beits­kräf­te!“ (bern­hard roh­le­der)) wars das im gros­sen und gan­zen auch schon. anne will ver­such­te hel­den­haft ab und zu fra­gen zu stel­len, de­ren ant­wor­ten si­cher er­hel­lend ge­we­sen wä­ren („was wür­den sie denn kon­kret vor­schla­gen?“), aber es wur­de schnell klar: be­ant­wor­ten woll­te ihre fra­gen nie­mand, nicht­mal in an­sät­zen. statt­des­sen ab­seh­ba­re state­ments, for­de­run­gen nach mehr und bes­se­rer bil­dung, be­find­lich­kei­ten und schreie von spit­zer, dass al­les falsch sei und alle kei­ne ah­nung hät­ten. ge­le­gent­lich ver­such­te sa­scha lobo (ver­geb­lich) „pflö­cke“ ein­zu­schla­gen und die dis­kus­si­on weg von theo­re­tisch-kon­stru­ier­ten sze­na­ri­en auf kon­kre­te pro­ble­me zu len­ken.

zum sen­dungs­the­ma „Schö­ne neue Ar­beits­welt - Ist der Com­pu­ter der bes­se­re Mensch?“ habe ich eine stun­de vor­her sehr viel mehr denk­an­stös­se und stoff zum nach­den­ken be­kom­men, als ich mir die fünf­te fol­ge west­world an­ge­se­hen habe.

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App­le's fas­test gro­wing pro­duct ca­te­go­ry. pic.twit­ter.com/d1sel4N5Yc

Drew Breu­nig (@db­reu­nig28.10.2016 17:04