
politisch ist das amerikanische wahlergebnis eine katastrophe. aber die ästhetischen folgen, dürften mindestens genauso schlimm sein.

politisch ist das amerikanische wahlergebnis eine katastrophe. aber die ästhetischen folgen, dürften mindestens genauso schlimm sein.
heute früh sind sehr, sehr viele filterblasen geplatzt.
Berlin in 1 Bild. pic.twitter.com/y83rQjUfCH
Delikatessen aus London. (Jaha, ich weiß, kann man auch selbermachen. Dauert nur so lang, bis ein Glas voll ist.) pic.twitter.com/46VsrKhTQK
auf spiegel online diesen „klassiker“ von oliver kalkofes mattscheibe gefunden und angesehen. darin macht er sich (zu recht) über bibi und ihren „tasty donut“ duschschaum lustig.
ich konnte mich für kalkofes mattscheibe noch nie begeistern und ich glaube in diesem video wurde mir auch klar warum: er persifliert seine opfer nicht, er äfft sie nach. das kann auch witzig sein, kalkofes humoristisches talent reicht dafür aber nicht ganz aus. unterm strich finde ich beide gleichschlimm, bibi und olli. bibis ekelhafte und durchschaubar berechnende eigenwerbung, ihre halbwahrheiten („ich habe meine eigene beautymarke entwickelt“) und ihr gedrechseltes marketingdeutsch („das produkt ist zu 100% vegan, das produkt hat von dem dermatest note sehr gut bekommen, […]“). alles eklig. aber kalkofe auch. er trivialisiert bulemie, nennt die zuschauer von bibi dumm und nennt bibi (indirekt) raffgierig („greedy bitch“). natürlich ist die art und weise wie bibi (und andere youtuber, blogger, zeitschriften und zeitungen) werbung betreiben oft kritisierenswert und zum überwiegenden teil verachtenswert. aber statt pointierter kritik (oder witzen) über die methoden, überzieht kalkofe alles mit klassischem, deutschem neiddebattenlack:
werbung machen bringt schon richtig kohle, aber werbung für eigene produkte machen … und dann noch verdienen an den videos die all die dummen teenie mädels anklicken, das ist … bingo!
werbung machen für eigene produkte ist verachtenswert? kurz nach seiner bibi-nachäffung kann man im video sehen, wie kalkofe werbung für seine sendung auf dem premium-kanal tele5 macht, seine twitter- und facebook-kanäle anpreist und (seine „dummen“ fans?) dazu auffordert seinen youtubekanal zu abonnieren.

das hat mich allerdings nicht vornehmlich deshalb irritiert, weil er kurz nach seiner (impliziten) kritik an klickheischerei, selbst um klicks bittet, sondern weil die bibi-stimme offenbar gar keine nachäfferei ist, sondern seine natürliche stimme zu sein scheint.
wirklich witzig finde ich, dass dm den bibi „Duschschaum Tasty Donut“ mit folgendem warnhinweis versieht:
Rutschgefahr. Nicht zum Verzehr geeignet. Augenkontakt vermeiden.
Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
#twinpeaks ist ja wohl die perfekte herbst-serie! erste mal 1994 auf VHS, selbst aufgenommen ausm tv, synchronisiert, nix kapiert. jetzt ja
"die 80ger sind so lange her wie die 50ger in der 80gern" (zitat @diplix beim ahmbrot)
faszinierend. ein vogel der vorgibt aus holz zu sein und auch nicht davon ablässt, wenn ein tierfilmer sich auf wenige meter nähert.
funktioniert bei dir die homekitintegration zuverlässig? bei mir sind die updatezyklen teilweise so langsam, dass die home-app/homekit mir 20 minuten alte daten anzeigt und zu 60-70% meldet die home-app, dass die tado-bridge und die angeschlossenen thermostate nicht erreichbar seien.
spiegel.de: Elbphilharmonie: Jacques Herzog über Kosten und Auftraggeber #
der artikel ist kostenpflichtig, aber ich habe ihn sehr gerne gelesen, weil jaques herzog erfrischend ehrlich und auf gewisse art auch bescheiden wirkt. klug sowieso.
Herzog: […] Es gibt aber insgesamt kein Richtig und kein Falsch.
SPIEGEL: Nicht?
Herzog: Nein, auch nicht in ästhetischen Fragen. Ich zum Beispiel habe kaum irgendwelche ästhetischen oder stilistischen Präferenzen. Der sogenannte gute Geschmack ist doch oft nichts anderes als das Resultat eines eingeschränkten Blicks auf die Welt. Heute fällt es doch allen viel schwerer, abweichende Meinungen, Mentalitäten, Geschmäcke, eben Vielfalt gelten zu lassen. Stattdessen Ausgrenzung, Leute, die unter sich bleiben. So entstehen dann auch Städte, die ausgrenzen, Gated Citys.

apropos guter geschmack. derzeit lästern viele über den entwurf von herzog de meuron für das museum des 20. jahrhunderts. den architekten stephan braunfels erinnert der entwurf an einen zweckbau von aldi. mich nicht, aber selbst wenn er das täte, fände ich das ziemlich grossartig. die idee etwas abgelutschtes, alltägliches, nicht besonders erquickliches zu nehmen, zu zitieren und dann eben besser zu machen, es auszureizen, zu karikieren und mit neuer bedeutung aufzuladen, finde ich bestechend.
am klarsten haben herzog und de meuron das meiner meinung nach mit dem haus rudin umgesetzt. die kubatur eines klassischen einfamilienhaus genommen, von allem überflüssigen befreit und geschaut, was als qualität übrigbleibt. diese herangehensweise ist übrigens auch nicht ironisierend oder verächtlichmachend, sondern, in meiner wahrnehmung, respektvoll. und trotzdem schaffen herzog und de meuron es mit solchen entwürfen ihre bauten und ihre vorbilder auf mehrere metaebenen zu heben, die einen dann nicht nur aufmerken lassen, nachdenklich werden lassen, sondern auch helfen, versteckte qualitäten zu entdecken.
kurz gesagt, ich finde den entwurf für das museum des 20. jahrhunderts spannend und das interview mit jaques herzog lesenswert.
frauruth.de: Volksbühnendiskurs Teil 4 #
… aber ich habe nichts gesagt, sondern mich einfach nur daran erfreut, wie sie sich überlegen fühlt, weil ich mich dadurch auch überlegen fühlen konnte, denn am überlegensten fühle ich mich immer dann, wenn die anderen mich für doof halten.
techcrunch.com: Elgato intros a standalone motion detector for Apple HomeKit #
ich habe langeauf den bewegungsmelder für die hue gewartet und sehnsüchtig auf lösungen wie diese von elgato geschaut. bis ich dann in der wartezeit zuerst für €20 einen 433mhz-funk bewegungsmelder gekauft habe und dann mit einzelteilen für etwas über 10 euro selbst mehrere genbaut habe. jetzt wo ich sehe wie günstig und gut diese selbstgemachten dinger sind, rage ich mich ernsthaft, woher die hersteller die chuzpe haben, die dinger für 40, 50 oder über 100 euro euro zu verticken.
kottke.org: The western rock covers in Westworld #
jason kottke vergleicht westworld ein bisschen mit lost. sehe ich genauso. die leicht mystische aufladung aller handlungsstränge, die andeutungen und auslassungen um den eindruck zu erwecken, dass hinter allem offensichtlichen, noch jede menge verborgenes liegt, funktioniert in westworld perfekt. und die angst, dass die autoren von westworld nach ein paar staffeln den faden verlieren habe ich auch.
noch interessanter und sehr schlüssig, kottke’s link auf dieses video, das eine mögliche multiple zeitstrang theorie postuliert.
facebook.com: Malte Klauck - Hamburger Unternehmen denken an ihre Mitarbeiter … #
mit yelp bin ich nie warm geworden und kann mich auch nicht erinnern, das jemals sinnvoll genutzt zu haben. gute tipps in fremden städten habe ich immer anderswo bekommen (zum beispiel über foursquare oder trip advisor). und jetzt, nach einer rauschenden einweihungsparty, macht yelp das hamburger büro (und andere) dicht, um sich auf den amerikanischen markt zu konzentrieren.
facebook.com: Luca Caracciolo shared Matt Orfalea's video. #
frappierend.
chefkoch.de: Grießpudding #
der war sehr, sehr lecker.
serienjunkies.de: Play By Day: Deutschlandpremiere von The Expanse bei Netflix
heute startet auf netflix die ungefähr ein jahr alte serie the expanse. ich habe die serie vor 9 monaten geguckt und zu fast jeder folge eine kurzkritik verfasst und am ende folgendes fazit gezogen:
nach 10 folgen the expanse muss ich nach dem staffelfinale sagen: das war ordentliche science-fiction, auch wenn es am ende etwas ins mystery-genre abrutschte und sehr „die hard“ wurde. aber abraten das anzusehen, würde ich niemandem.
Auch Checkpoint-Leser Hartmut Landwehr muss noch was zur Elbphilharmonie sagen - er schreibt: „Hallo Sie kleiner Klugscheißer“ (offenbar meint er mich), „als ehemaliger Hamburger, der sich seit drei Jahren das ostdeutsche und berlinerische Elend als Neupotsdamer ansieht, weiß ich genauer als Sie um das Geschehen in Hamburg.“ Es folgt eine längere Abhandlung, die Eindrücke vermittelt von der berühmten hanseatischen Höflichkeit - Quintessenz: Das Projekt startete nicht mit der „Biertisch-Schätzung“ von 77 Mio, wie im CP behauptet, sondern von 78 Mio, also beträgt die Steigerung auf 789 Mio nur 923 Prozent. Donnerlüttchen! Und weiter: „Ob Sie in der Lage sind, das einmal öffentlich zu korrigieren, Sie schwaches Online-Bürschchen, bezweifle ich stark!“ Nun, ich denke drüber nach.
ich habe 44 fernsehserienfolgen im oktober gesehen. kam ja fast nichts, letzten monat. #watchedli
andy baio über das bloggen (2012 geschrieben):
It’s given me exposure, a place to share my projects and crazy experimentation with technology. It’s created new opportunities for me, directly or indirectly responsible for every major project I’ve gotten involved in. It’s a place to play and experiment with ideas, some of which led to big breakthroughs and passions. And it connected me to people who cared about the things I did, many of whom became lifelong friends.
was andy baio aktuell über das bloggen geschrieben hat schätze ich komplett exakt so ein. der (baldige) tod von vine zeigt es wieder einmal. wer nicht (auch) auf seiner eigenen, selbst kontrollierten plattform veröffentlicht, verliert unter umständen seine daten — oder mindestens ein paar seiner links und urls. viel wichtiger als die kontrolle über meine inhalte, ist mir aber das was baio oben über das bloggen schrieb: die möglichkeit machen zu können was ich will und trotzdem, egal wie abseitig das thema ist, anstösse und „connections“ zu finden, die leicht paradoxe möglichkeit, einerseits radikal egozentrisch und introvertiert alles machen zu können, was ich gerade möchte und das gleichzeitig mit anderen, potenziell interessierten teilen zu können. mir ist das ein quell grosser freude.
witzig und gleichzeitig in ansätzen frustrierend fand ich das ergebnis einer anfrage kürzlich, die ich einem hersteller schrieb, um an (möglicherweise) kostenlose testgeräte zu kommen. ich beschrieb ausführlich mein blog und dessen zielrichtung und leserschaft (keine besonders grosse anzahl von lesern, allerdings ein recht hoher RSS-abo-anteil, und unter den lesern ein paar potenzielle multiplikatoren, darunter auch ein paar interessierte an abseitigem technik-gedöns) und dass mein blog durchaus in der lage ist gelegentlich leichte virale wellen zu schlagen. die antwort war gleichzeitig erfreulich und frustrierend:
Aufgrund Ihrer Twitter-Reach kann ich Ihnen ein Testgerät anbieten.
blogger-relevanz wird nicht aufgrund ihres blogs gemessen, sondern anhand des „twitter-reachs“? so isses dann wohl — und ich kann, trotz leicht verletztem blogger-stolz, ganz gut damit leben.
@watchedli black mirror ist zwar mist, aber ich würde trotzdem gerne meine gesehenen folgen markieren. geht aber nicht :(
ich hab nichts dagegen später von einem roboter gepflegt zu werden. mir sitzt seit jahren einer im büro gegenüber. #annewill
die kollegin (@dasnuf) hat das bild, dass der kollege kürzlich aufgehängt hat (wirres.net/10323) ein bisschen angepasst.
aus irgendeinem grund habe ich mir gestern die ganze sendung von anne will am 30.10 angesehen. ich glaube vor allem habe ich mir das angesehen, weil absehbar war, dass zwei der gäste aneinandergeraten würden: sascha lobo und manfred spitzer. jemand schrieb mir, dass die sendung sehr witzig sei, weil sascha lobo spitzer ständig bretter hinhielte und er jedes einzelne mal spränge.
spitzers punkt sei, legte er in seinem eröffnungsstement ausführlich dar, dass wenn es um kinder und jugendliche gehe, „man“ sich fragen müsse, wie lange „man“ sie „davor“ schützen müsse. mit diesem ominösen „davor“ meint er „digitale medien“. die würden, und das sei total klar, starke risiken und nebenwirkungen haben: angst, aggression, aufmerksamkeitsstärung, depression, demenz, sucht, „diabetes noch dazwischen“, schlafstörungen, schulversagen. darüber habe er „auch noch ein buch geschrieben“ und das sei wichtig und niemand rede darüber. diese warnung wiederholte er im laufe der sendung immer wieder, lediglich unterbrochen mit der aufzählung von „studien“ und regelmässigen zwischenrufen wie „falsch, ganz falsch“.
was dann tatsächlich amüsant war: spitzer dabei zu beobachten wie er alle 10 minuten in rage geriet und seine aggression, aufmerksamkeitsstörung und talkshowversagen nicht mal in ansätzen verhehlen konnte. sascha lobo konnte spitzer tatsächlich immer wieder mit kurzen, prägnanten sätzen und punktgenauen anmerkungen gezielt zur explosion bringen: „sie differenzieren nicht“, „sie wollen bücher verkaufen und schüren dafür gezielt angst“, „sie haben schlechte umgangsformen“. bei jeder einzelnen dieser anmerkungen hatte ich das gefühl, dass manfred spitzer gerne auf sascha lobo losgegangen wäre.
neben ein paar befindlichkeiten und absehbaren statements („ich versuche nicht nach halb sieben einkaufen zu gehen!“ (leni breytmeier), „wir brauchen nicht mehr regulierung und bürokratie!“ (christian lindner), „wir brauchen mehr qualifizierte arbeitskräfte!“ (bernhard rohleder)) wars das im grossen und ganzen auch schon. anne will versuchte heldenhaft ab und zu fragen zu stellen, deren antworten sicher erhellend gewesen wären („was würden sie denn konkret vorschlagen?“), aber es wurde schnell klar: beantworten wollte ihre fragen niemand, nichtmal in ansätzen. stattdessen absehbare statements, forderungen nach mehr und besserer bildung, befindlichkeiten und schreie von spitzer, dass alles falsch sei und alle keine ahnung hätten. gelegentlich versuchte sascha lobo (vergeblich) „pflöcke“ einzuschlagen und die diskussion weg von theoretisch-konstruierten szenarien auf konkrete probleme zu lenken.
zum sendungsthema „Schöne neue Arbeitswelt - Ist der Computer der bessere Mensch?“ habe ich eine stunde vorher sehr viel mehr denkanstösse und stoff zum nachdenken bekommen, als ich mir die fünfte folge westworld angesehen habe.
Apple's fastest growing product category. pic.twitter.com/d1sel4N5Yc




