alles



haus­au­to­ma­ti­sie­rung kann auch be­frie­di­gend sein: in den mo­men­ten, wenn mal, für ein paar stun­den, al­les zu funk­tio­nie­ren scheint.

(aber, am ran­de, na­tür­lich ist der weg das ziel und die ei­gent­li­che be­frie­di­gung.)

(ich hab ne an­ten­ne ge­kauft für den rfx­trx den ich ge­ra­de tes­te: ama­zon.de/gp/pro­duct/B00JG4XNBY)



PM von der te­le­kom; im dis­clai­mer steht, dass man den aus­sa­gen „nicht zu viel Ge­wicht bei­mes­sen“ soll­te.



whis­ky-ka­len­der 12

felix schwenzel in getrunken

im ge­gen­teil zu ges­tern ein sehr dunk­ler whis­ky. wie meis­tens, nahm ich dem whis­ky die far­be nicht ab, son­dern dach­te an zu­cker­ku­lör. rauch oder torf habe ich nicht ge­ro­chen, die bei­fah­re­rin be­stand aber dar­auf: „da issn biss­chen rauch!“ der ge­ruch war sehr, sehr mild, sehr rund und sehr an­ge­nehm. beim schlu­cken emp­fand ich eine mi­schung aus mil­de und schär­fe. vor­ne an der zun­ge brann­te erst­mal nichts, es mach­te sich eher ein süss­li­ches aro­ma breit, hin­ten an der zun­ge brann­te die flüs­sig­keit dann höl­lisch. auch das habe ich mehr­fach ver­sucht zu re­pro­du­zie­ren: die flüs­sig­keit kurz an der zun­gen­spit­ze hal­ten und erst dann wei­ter nach hin­ten lei­ten, je­des mal das glei­che.

zum ers­ten mal fiel mir bei der ver­kos­tung die tem­pe­ra­tur des whis­kys auf: an­ge­nehm kühl. seit ta­gen steht der ka­len­der-kar­ton in un­se­rer kam­mer, die der­zeit so 18 bis 19° kühl ist, aber bei die­sem fläsch­chen fiel mir die tem­pe­ra­tur erst­mals auf.

die #12 war ein fet­ter­cairn fior high­land-whis­ky, der so­wohl von whis­ky + cir­gars, als auch whis­ky.de als nach kaf­fee-no­ten und scho­ko­la­de schme­ckend be­schrie­ben wird. in an­sät­zen konn­te ich das mit der zun­gen­spit­ze wahr­neh­men, wenn er sich im mund­raum aus­brei­te­te, blieb da­von, ne­ben dem bren­nen, fast nichts üb­rig. der fior hat kei­ne al­ters­an­ga­be, dürf­te also aus ver­schie­de­nen bat­ches zu­sam­men­ge­mischt sein, um sei­nen an­geb­lich wahr­haf­ten ge­schmack zu ent­wi­ckeln. ich emp­fand den whis­ky eher ir­ri­tie­rend, als wahr­haft. nicht schlecht, aber auch nicht über­ra­gend.


dirk gent­lys ho­li­stic de­tec­ti­ve agen­cy

felix schwenzel in gesehen

be­klopp­te se­rie, die ich ge­hasst habe, 8 fol­gen lang. eli­jah wood spielt gräss­lich, sa­mu­el bar­nett ist ei­ner der flachs­ten schau­spie­ler die ich seit lan­gem in ei­ner haupt­rol­le ge­se­hen habe, die se­rie ist über­be­lich­tet und zer­fa­sert — und trotz­dem konn­te ich nicht auf­hö­ren sie zu se­hen.

ich bin mir nicht si­cher wor­an es lag, dass ich den scheiss un­be­dingt zu­en­de gu­cken woll­te, ver­mut­lich weil sie so vie­le über­dreh­te er­zähl­strän­ge auf­spannt und ein paar die­ser hand­lungs­strän­ge und prot­ago­nis­ten mich aus­rei­chend neu­gie­rig mach­ten. tat­säch­lich sind ein paar hand­lungs­trän­ge so ab­surd und an den haa­ren her­bei­ge­zo­gen, dass es, trotz der gröss­ten­teils mie­sen schau­spie­le­rei, un­ter­halt­sam war ih­nen zu fol­gen.

ich war von fol­ge zu fol­ge hin und her­ge­ris­sen, was ich von der se­rie denn nun hal­ten soll­te. die ab­sur­di­tä­ten und im­mer ab­ge­dreh­te­ren er­zähl­kon­struk­tio­nen sta­pel­ten sich zu ei­nem wir­ren, bun­ten, ner­vi­gen knäul, das wie ein wild­un­fall auf mei­nem bild­schirm flim­mer­te und von dem ich mei­ne au­gen nicht ab­wen­den konn­te, ob­wohl ich ei­gent­lich weg­gu­cken woll­te.

ich habe die bü­cher der dirk-gent­ly-rei­he von dou­glas adams nicht ge­le­sen, bzw. nicht län­ger als 10 sei­ten durch­ge­hal­ten, habe aber das ge­fühl, dass die au­toren der fern­seh­ad­ap­ti­on sich nur sehr lose an die vor­la­ge ge­hal­ten ha­ben, bzw. die­se le­dig­lich als in­spi­ra­ti­on ge­nutzt ha­ben. ein biss­chen scheint mir die her­an­ge­hens­wei­se wie bei der jüngs­ten sher­lock-hol­mes-ad­ap­ti­on der BBC zu sein; ein ei­ge­nes uni­ver­sum auf­span­nen und es bei an­deu­tun­gen ans ori­gi­nal und den dort ver­wen­de­ten na­men zu be­las­sen. im ge­gen­teil zu sher­lock al­ler­dings kon­se­quent mit schlech­ten schau­spie­lern und dop­pelt dick auf­ge­tra­ge­ner ab­sur­di­tät.

ich kann nie­man­dem gu­ten ge­wis­sens emp­feh­len die se­rie zu gu­cken, die ab so­fort auf net­flix läuft. sie hat durch­aus ih­ren reiz, eine even­tu­el­le zwei­te staf­fel wer­de ich mir auf je­den fall an­se­hen, aber sie ist auch … hm … spe­zi­ell. ich kann we­der be­haup­ten, dass ich mich beim gu­cken ge­lang­weilt habe, noch dass sie mir ge­fal­len hat. was die se­rie al­ler­dings schafft: sie ist auf ge­wis­se wei­se un­vor­her­seh­bar und sie gibt sich gros­se mühe al­len ab­sur­di­tä­ten, die sie im lau­fe der fol­gen über­ein­an­der­sta­pelt, am ende, in an­sät­zen, so­et­was wie sinn und zu­sam­men­hang zu ge­ben. weil ja al­les ir­gend­wie zu­sam­men­hängt.

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whis­ky-ka­len­der 11

felix schwenzel in getrunken

nach der plei­te ges­tern, war ich heu­te na­tür­lich et­was ner­vös beim blind­ver­kos­ten der num­mer 11 aus mei­nem whis­ky-ad­vents­ka­len­der. un­ver­kenn­bar nahm ich ein kräf­ti­ges torf­aro­ma wahr. nur halb im spass sag­te ich zur bei­fah­re­rin: na toll, heu­te er­ken­ne ich wahr­schein­lich den laphro­aig nicht. für den laphro­aig roch die #11 aber ein biss­chen zu mild und hat­te nicht die­sen herr­li­chen, leicht bra­cki­gen ge­ruch vom laphro­aig. aus­ser­dem war die #11 auf­fal­lend hell, so­wohl von der far­be, als auch vom ge­ruch.

er­staun­lich un­mild dann der ge­schmack: hef­ti­ges bren­nen, dass ei­nen an­ge­neh­men ko­kel­ge­schmack im mund hin­ter­liess. ich habs mehr­fach ge­prüft: bei je­dem schluck blieb da­nach rauch­ge­schmack im mund, aber nicht torf­rauch, son­dern ein­deu­tig der rauch von ver­brann­ter kie­fer. den ge­ruch ken­ne ich ganz gut aus mei­ner zeit als schrei­ner, vom sä­gen und zu heiss schlei­fen von kie­fern­holz.

j sei dank war in der #11 dann kein laphro­aig, son­dern ein acht jah­re al­ter lag­avu­lin. vom ge­ruch her hab ich den is­lay-cha­rak­ter er­kannt, der kie­fern­holz­rauch-ge­schmack ist mys­te­ri­ös, aber toll. kommt ir­gend­wann auch auf mei­ne ein­kaufs­lis­te.


[wer­bung] hei­zungs­steue­rung mit ta­do, up­date

felix schwenzel in artikel

an­dert­halb mo­na­te ist die tado-hei­zungs­steue­rung jetzt bei uns im ein­satz (hier mein ers­ter ein­druck) und ich kom­me mei­nem ziel, mich nicht um die hei­zung küm­mern zu müs­sen, im­mer nä­her. der haupt­grund die tado-hei­zungs­steue­rung an­zu­schaf­fen, war un­ser wunsch nach mehr kom­fort. en­er­gie­spa­ren ist bei un­se­ren heiz­kos­ten kaum noch mög­lich, wir zah­len im mo­nat ca. 30 euro fürs gas, wo­mit wir hei­zen und ko­chen.

un­se­re hoff­nung war end­lich auch im bad kom­for­ta­ble tem­pe­ra­tu­ren zu ha­ben, bzw. heiz­leis­tung auf ab­ruf zur ver­fü­gung zu ha­ben. das war mit un­se­rer al­ten, leit­raum­ge­steu­er­ten hei­zungs­steue­rung nicht, bzw. nur auf um­we­gen (dau­er­hei­zen) mög­lich. mit den zwei heiz­kör­per­ther­mo­sta­ten und dem „smar­ten“ raum­ther­mo­stat, die uns tado kos­ten­los zum tes­ten (und be­hal­ten) über­las­sen hat (wes­halb über dem ar­ti­kel auch wer­bung steht), funk­tio­niert das jetzt ein­wand­frei — mit ein biss­chen ver­spä­tun.

(eins der ur­sprüng­lich ge­lie­fer­ten heiz­kör­per­ther­mo­sta­te war de­fekt, er­satz ha­ben wir nach zwei wo­chen be­kom­men. seit­dem lässt sich die tem­pe­ra­tur so­wohl im wohn­zim­mer, als auch im bad fle­xi­bel re­geln.)

die kurz­ver­si­on die­ses tex­tes lau­tet also: ich bin jetzt, mit zwei heiz­kör­per­ther­mo­sta­ten, sehr be­ein­druckt von der fle­xi­blen und ge­ziel­ten tado-tem­pe­ra­tur­steue­rung in al­len wich­ti­gen räu­men. sie funk­tio­niert ge­nau­so gut, wie ich mir das er­hofft habe.

die län­ge­re ver­si­on:

weil wir noch auf un­se­re be­stel­lung von zwei wei­te­ren heiz­kör­per­ther­mo­sta­ten war­ten (mehr dazu wei­ter un­ten), steu­ern wir der­zeit le­dig­lich zwei räu­me über tado: das bad und das wohn­zim­mer. das schlaf­zim­mer ha­ben wir seit mo­na­ten, wenn nicht so­gar jah­ren nicht ge­heizt, dort lie­gen die tem­pe­ra­tu­ren, seit ich sie mes­se, kon­stant um die 18, 19°. die kü­che hei­zen wir auch nicht, der boi­ler der gas­eta­gen­hei­zung und der herd sor­gen für mehr als ge­nug wär­me, auch im tiefs­ten win­ter. auch das kin­der­zim­mer funk­tio­niert der­zeit gut ohne tado-steue­rung, das hei­zungs­ven­til ist seit wo­chen zwi­schen 2 und 3 ge­stellt, was eine kon­stan­te tem­pe­ra­tur von um die 21° zur fol­ge hat. wer­den wohn­zim­mer oder bad ge­heizt, pro­fi­tiert das kin­der­zim­mer von der pro­du­zier­ten wär­me.

am wich­tigs­ten: un­ser jun­kers-boi­ler funk­tio­niert jetzt auch (end­lich) wie­der zu­ver­läs­sig. seit un­ge­fähr zwei jah­ren mel­de­te der boi­ler ge­le­gent­lich ei­nen feh­ler (A2) und de­ak­ti­vier­te sich dann, meis­ten, zum glück, nur kurz. be­un­ru­hi­gen­der­wei­se mel­det der A2-feh­ler (ei­gent­lich) (ab-) gas­aus­tritt. ich ver­mu­te­te schon län­ger ei­nen sen­sor­feh­ler. der ers­te hei­zungs­tech­ni­ker den uns die haus­ver­wal­tung nach sehr lan­gem war­ten vor­bei­schick­te emp­fahl eine re­gel­mäs­si­ge war­tung und rei­nig­te den boi­ler erst­mal gründ­lich von in­nen, et­was das seit un­se­rem ein­zug vor drei jah­ren noch nie ge­macht wur­de. mit­te no­vem­ber schick­te uns die haus­ver­wal­tung (nach wei­te­rem sehr lan­gem war­ten) ei­nen hei­zungs­tech­ni­ker vor­bei, der auch die brenn­kam­mer rei­nig­te, was­ser nach­füll­te, noch­mal al­les rei­nig­te und nach­dem auch nach der war­tung der feh­ler wei­ter­hin beim auf­hei­zen über 50° auf­tauch­te, an­kün­dig­te, dem­nächst vor­bei­zu­kom­men um den sen­sor aus­zu­tau­schen. lei­der half auch der sen­sort­ausch nicht, wes­halb er eine wo­che spä­ter gleich die gan­ze steue­rungs­elek­tro­nik aus­tausch­te. auch das half nichts und er kün­dig­te uns ei­nen be­such ei­nes werks­ei­ge­nen jun­kers-tech­ni­ker in den nächs­ten wo­chen an. statt des jun­kers-tech­ni­kers kam dann aber noch­mal un­ser tech­ni­ker vor­bei und mein­te, der jun­kers sup­port hät­te ihm ge­steckt, dass es noch ei­nen zwei­ten sen­sor gäbe. ob der un­do­ku­men­tiert ist, oder nur im feh­ler­be­he­bungs­flow­chart fehl­te hab ich nicht er­fah­ren kön­nen. je­den­falls be­hob die­ser sen­sort­ausch dann end­lich den A2-feh­ler.

tado woll­te mich auf nach­fra­ge nicht wis­sen las­sen, was man hei­zugs­tech­ni­kern, ver­mie­tern oder an­de­ren tech­nik-skep­ti­kern sa­gen könn­te, wenn die der fremd-hei­zungs­steue­rung von tado nicht trau­en oder gar be­haup­ten, das wür­de die elek­tro­nik „durch­ein­an­der­brin­gen“. wie die hei­zungs­her­stel­ler zu tado ste­hen, die ja be­haup­ten zu na­he­zu al­len hei­zungs­sys­tem kom­pa­ti­bel zu sein, wür­de mich nach wie in­ter­es­sie­ren. fra­gen nach zer­ti­fi­zie­run­gen oder stel­lung­nah­men von hei­zungs­her­stel­lern lie­fen bei tado lei­der (bis jetzt) ins lee­re.


mei­ne zu­frie­den­heit mit der tado-hei­zungs­steue­rung kommt vor al­lem da­her, weil ich ihre funk­ti­on jetzt über wo­chen sehr ge­nau be­ob­ach­tet habe. an­fangs hat das sys­tem zwar et­was arg früh an­ge­fan­gen für den „ear­ly start“ mor­gens zu hei­zen, aber nach­dem ich mich ein biss­chen dar­über lus­tig ge­macht habe, wur­de die heiz­kur­ve promt an­ge­passt. ei­gent­lich soll­te das sys­tem so­was mit der zeit selbst ler­nen und viel­leicht tut es das ja auch be­reits, wenn man ihm ein biss­chen zeit lässt. ein biss­chen müh­sam war die an­pas­sung der ther­mo­sta­te an die raum­cha­rak­te­ris­tik. tem­pe­ra­tur-mess­wer­te, die di­rekt am heiz­kör­per ge­mes­sen wer­den ha­ben ja nicht un­be­dingt et­was mit der raum­tem­pe­ra­tur zu tun. im kin­der­zim­me misst das raum­ther­mo­stat an der wand ge­gen­über des heiz­kör­pers und zeigt mehr oder we­ni­ger ex­akt die wer­te an, die ich auch mit mei­nem ei­ge­nen ther­mo­me­ter mes­se.

al­ler­dings muss­te ich die vom tado-raum­ther­mo­stat er­fass­te tem­pe­ra­tur um ein grad nach un­ten kor­ri­gie­ren, da­mit die kur­ven sich so ab­de­cken. im bad muss­te ich die tem­pe­ra­tur gleich um drei grad nach un­ten kor­ri­gie­ren, da­mit die tem­pe­ra­tur sich un­ge­fähr mit mei­nem ther­mo­me­ter (hängt ca. 2 me­ter ent­fernt vom heiz­kör­per) deckt.

was man nicht so deut­lich sieht: tado schafft es tags­über die ein­ge­stell­te tem­pe­ra­tur von 20° kon­stant zu hal­ten. die tem­pe­ra­tur os­zil­liert sanft um die 20° mar­ke. die nacht­ab­sen­kung misst tado mit ca. drei grad, mein ther­mo­me­ter misst ge­ra­de mal ein grad ab­sen­kung was ich für ak­zep­ta­bel hal­te. ab mor­gens um sechs ist die tem­pe­ra­tur nach kur­zem auf­hei­zen dann wie­der auf 20°.

um die raum­tem­pe­ra­tur kon­stant auf 20° zu hal­ten muss die hei­zung über den tag ver­teilt nicht be­son­ders stark hei­zen. der kes­sel heizt sich alle paar stun­den auf 30-40° auf und das reicht dann auch, le­dig­lich wenn es der bei­fah­re­rin kalt ist und sie das ther­mo­stat hoch­dreht, geht die an­ge­for­der­te heiz­leis­tung et­was stär­ker in die höhe. gröss­ter vor­teil des nun kon­stant war­men bads: nach dem du­schen be­schlägt der spie­gel kaum noch und die re­la­ti­ve luft­feuch­tig­keit ist kon­stant nied­ri­ger als in vor-tado-zei­ten.

kom­pli­zier­ter war die raum-ka­li­brie­rung im wohn­zim­mer. das ist et­was grös­ser als das bad und tado be­rech­net die heiz­leis­tung nicht nach der raum­tem­pe­ra­tur, son­dern nach der tem­pe­ra­tur am heiz­kör­per­ven­til un­ter dem fens­ter. am fens­ter und am heiz­kör­per fluk­tu­iert die tem­pe­ra­tur na­tür­lich et­was stär­ker als in der raum­mit­te oder -ecke. aber mit eine tem­pe­ra­tur­kor­rek­tur von mi­nus 3 grad zei­gen so­wohl das tado-ther­mo­me­ter als auch mein ei­ge­nes ther­mo­me­ter in der raum­ecke un­ge­fähr ana­lo­ge wer­te an.

auch hier sieht tado die nacht­ab­sen­kung kras­ser als mein ther­mo­me­ter, dass in den 8 stun­den heiz­pau­se von 23 bis 7 uhr ge­ra­de mal ein grad ab­sen­kung misst. am fens­ter misst tado vier grad ver­lust. je­den­falls ist das er­geb­nis von den tags­über ein­ge­stell­ten 22° eine mehr oder we­ni­ger kon­stan­te tem­pe­ra­tur zwi­schen 22 und 23° in der raum­ecke. ein bil­li­ges, un­ver­netz­tes ther­mo­me­ter in der raum­mit­te, zeigt kon­stant um die 22° an.

mir sind die 22° im wohn­zim­mer zu warm, aber die bei­fah­re­rin fühlt sich bei der tem­pe­ra­tur of­fen­bar wohl.


offline-modus

vor drei ta­gen fiel bei uns das in­ter­net aus (die bei­fah­re­rin hat­te aus­ver­se­hen — und un­be­merkt — das DSL-ka­bel aus der TAE-dose ge­ris­sen). die fra­ge, was die tado-steu­er­ein­heit ohne ver­bin­dung in die cloud ma­chen wür­de hat­te ich bis da­hin noch nicht ein­deu­tig be­ant­wor­ten kön­nen, am don­ners­tag konn­te ich es aber ge­nau nach­voll­zie­hen: die ein­ge­stell­te ziel­tem­pe­ra­tur in al­len zo­nen/räu­men wur­de kon­stant ge­hal­ten, die tem­pe­ra­tur­kur­ven fluk­tu­ier­ten auch im off­line-mo­dus lang­sam auf und ab. le­dig­lich eine än­de­rung der ziel­tem­pe­ra­tur über die app war im off­line-mo­dus nicht mög­lich.

API und bridgeausfälle

die gra­phen zeich­ne ich üb­ri­gens mit graf­a­na. hier hat­te ich das schon­mal be­schrie­ben, wie ich die web­api, die auch von der tado web- und ios-app ge­nutzt wird, in­of­fi­zi­ell aus­le­se. die­ses aus­le­sen hat­te ich im ver­dacht, dass es durch ir­gend­wel­che schutz­mass­nah­men oder ab­fra­ge­li­mits rote flag­gen bei tado aus­löst und ir­gend­wie dazu führt, dass die tado-in­ter­net-bridge bei uns nicht mehr er­reich­bar ist. das pas­sier­te in den ers­ten sechs wo­chen ziem­lich re­gel­mäs­sig: fast je­den mor­gen wach­te ich auf und die tado-app mel­de­te mir, dass mei­ne ge­rä­te off­line sei­en. das pro­blem liess sich mit ei­nem neu­start der tado-bridge be­he­ben, aber um ein hard­ware-pro­blem aus­zu­schlies­sen, mel­de­te ich den feh­ler bei tado. die tausch­ten mei­ne bridge auch promt aus, aber das pro­blem der ge­le­gent­li­chen bridge-aus­fäl­le blieb be­stehen. dann hat­te ich die ret­ten­de idee: haus­au­to­ma­ti­sie­rung! ich las­se home-as­sistant oh­ne­hin re­gel­mäs­sig scans un­se­res netz­werks durch­füh­ren, wes­halb home-as­sistant stets weiss, wel­che ge­rä­te on­line und off­line sind. war­um nicht ein­fach eine au­to­ma­ti­sie­rung schrei­ben, die die bridge bei ei­nem aus­fall au­to­ma­tisch neu­star­tet? mit home-as­sistant und ei­ner schalt­ba­ren steck­do­se war das schnell um­ge­setzt. seit­dem muss­te ich mich um das pro­blem nicht mehr küm­mern. in den letz­ten zwei wo­chen sind die aus­fäl­le all­ge­mein sehr viel we­ni­ger ge­wor­den, nur noch alle 3-4 tage, und in den letz­ten 4 ta­gen gar nicht mehr.

qualitätskontrolle, verfügbarkeit und support

was ich tado po­si­tiv an­rech­ne ist der kom­pe­ten­te und freund­li­che sup­port. manch­mal dau­ert die be­ar­bei­tung ein paar tage, aber alle mei­ne tech­ni­schen an­fra­gen wur­den bis­her be­frie­di­gend be­ant­wor­tet. am häu­figs­ten be­zo­gen sich mei­ne tech­ni­schen an­fra­gen al­ler­dings auf ge­rä­te­de­fek­te. nach­dem das ers­te hei­zungs­ther­mo­stat bei uns dead on ar­ri­val an­kam, hat­te das er­satz­ge­rät ein so schwer­gän­gi­ges tem­pe­ra­tur­ein­stel­lungs­dreh­rad, dass die bei­fah­re­rin das hei­zungs­ther­mo­stat drei­mal vom heiz­kör­per riss (die zu­sen­dung ei­nes er­satz­ge­räts wur­de nach der mo­nie­rung promt zu­ge­sagt). die tado-ge­rä­te sind im prin­zip su­per, sau­ber ver­ar­bei­tet und ta­del­los ge­stal­tet, aber bei der qua­li­täts­kon­trol­le scheint es ein biss­chen zu ha­pern.

aber auch bei der be­frie­di­gung der nach­fra­ge scheint sich tado über­nom­men zu ha­ben. die tado-twit­ter- und face­book-kon­ten lie­fen in den letz­ten mo­na­ten über von kom­men­ta­ren, in de­nen sich kun­den bit­ter­lich über aus­blei­ben­de oder er­heb­lich ver­zö­ger­te lie­fe­run­gen be­klag­ten. die kom­mu­ni­ka­ti­on von tado zu die­sem the­ma war lan­ge eher hin­hal­tend, mit­te no­vem­ber be­gann man dann vie­len kun­den eine lie­fe­rung vor weih­nach­ten zu ver­spre­chen. ich habe ende sep­tem­ber zwei wei­te­re heiz­kör­per­ther­mo­sta­te be­stellt (und be­zahlt), noch be­vor die test­ge­rä­te bei mir ein­tra­fen und aus­ser ei­ner be­stell­be­stä­ti­gung nichts mehr zu der lie­fe­rung ge­hört. bis vor ein paar wo­chen eine mail bei mir an­kam, die mir an­bot auf eine lie­fe­rung bis fe­bru­ar zu ver­zich­ten und da­für 20% ra­batt zu be­kom­men. weil wir so­weit gut ver­sorgt sind und die fle­xi­ble steue­rung des kin­der- und schlaf­zim­mers nicht drängt, habe ich mich ger­ne auf die­se deal ein­ge­las­sen.

ver­wun­der­lich fin­de ich das aber schon, weil tado sei­ne pro­duk­te teil­wei­se sehr ag­gres­siv be­wirbt und das mar­ke­ting ganz of­fen­bar auf höchst­tou­ren läuft. so pro­du­ziert man sich aber doch eine men­ge un­zu­frie­de­ner ear­ly ad­op­ter, die mo­na­te­lang auf ihre lie­fe­rung war­ten — und das ge­ra­de im win­ter. ge­nau­so ver­wun­der­lich fand ich die of­fen­si­ve be­wer­bung von ta­dos ho­me­kit-in­te­gra­ti­on in den spä­ten som­mer­mo­na­ten, die, so­weit ich mich er­in­ne­re, auch noch wei­ter­lief, als ich mei­ne test­ge­rä­te be­kam, die auch mit der tado-bridge der drit­ten ge­ne­ra­ti­on aus­ge­lie­fert wur­den. zu mei­ner sehr gros­sen ver­wun­de­rung war die ho­me­ki­t­in­te­gra­ti­on mei­ner tado-test­ge­rä­te mi­se­ra­bel ge­löst (funk­tio­nier­te nicht) und vor ein paar wo­chen ver­schwan­den plötz­lich alle hin­wei­se auf ho­me­kit aus dem mar­ke­ting­ma­te­ri­al von tado. plötz­lich hiess es, dass der ho­me­kit-zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess ge­mein­sam mit ap­ple noch nicht ab­ge­schlos­sen sei und tado ver­schickt die ther­mo­sta­te auch nur mit der in­ter­net­bridge der zwei­ten ge­ne­ra­ti­on (mit ei­nem gut­schein für ein kos­ten­lo­ses up­grade auf die drit­te ge­ne­ra­ti­on, so­bald die zer­ti­fi­zie­rung ab­ge­schlos­sen ist). ich bin ge­spannt, wann die­ser pro­zess ab­ge­schlos­sen sein wird und noch ge­spann­ter, ob die ho­me­ki­t­in­te­gra­ti­on von tado dann funk­tio­nie­ren wird.

ob­wohl ich wirk­lich zu­frie­den mit mei­nem tado-set­up bin, ei­nen kauf kann ich zur zeit nicht wirk­lich emp­feh­len, weil die lie­fe­rung wahr­schein­lich erst im früh­jahr er­fol­gen wird und ich bei der der­zei­ti­gen an­ge­spann­ten lie­fer­si­tua­ti­on das ge­fühl habe, dass we­ni­ger auf ta­del­lo­se qua­li­tät ge­ach­tet wird, als das ei­gent­lich ge­bo­ten ist. wer hin­ge­gen kei­ne scheu hat re­gel­mäs­sig mit dem wirk­lich freund­li­chen und gut er­reich­ba­ren tado-sup­port zu te­le­fo­nie­ren um de­fek­te zu mel­den, wer ge­dul­dig mit lie­fer­ver­zö­ge­run­gen um­ge­hen kann und wer kein pro­blem mit haus­da­ten in der (tado) cloud hat, dem kann ich tado un­ein­ge­schränkt emp­feh­len. es funk­tio­niert und durch re­gel­mäs­si­ge soft­ware­up­dates wird es auch ste­tig bes­ser.


sour gra­pes

felix schwenzel in gesehen

schön ar­ran­gier­te do­ku­men­ta­ti­on über die idio­tie von wein als in­ves­ti­ti­ons­ob­jekt und die hon­ks, die sich ein­bil­den bei wei­nen, die meh­re­re tau­send dol­lar kos­ten, be­son­der­hei­ten her­aus­schme­cken zu kön­nen.

be­son­ders gut ge­fällt mir, dass am ende ei­ner der prot­ago­nis­ten kom­men­tar­los eine fla­sche bier auf­macht und ganz of­fen­sicht­lich sehr ge­niesst. läuft auf net­flix, via @hol­gi.


whis­ky-ka­len­der 10

felix schwenzel in getrunken

ich kann jetzt im prin­zip auf­hö­ren die­se alt­klu­gen ge­schmacks­be­schrei­bun­gen aus mei­nen whis­ky-ad­vents­ka­len­der-blind­ver­kos­tun­gen auf­zu­schrei­ben. ich bin näm­lich völ­lig un­fä­hig und ge­schmack­los und las­se mich von den mar­ken­na­men und den eso­te­ri­schen, mys­tisch auf­ge­la­de­nen ge­schich­ten die die whis­ky­her­stel­ler und -händ­ler er­zäh­len über­mäs­sig be­ein­flus­sen. das hier habe ich nach dem ein­schen­ken von fläsch­chen #10 no­tiert:

hel­ler, leicht ste­chen­der, al­ko­ho­li­scher ge­ruch, aber an­ge­nehm, mit ganz sub­ti­ler rauch­no­te. ich kann mich ir­ren oder falsch er­in­nern, aber mich er­in­nert der ge­ruch ein biss­chen an co­gnac.

der ge­schmack hat wie­der was tro­cke­nes, spi­ri­tus­ar­ti­ges, sticht ein biss­chen, scheint hoch­pro­zen­tig zu sein. nicht rund, aber in­ter­es­sant. bren­nen­des le­der, oder har­zi­ge ei­che. kann mich nicht ent­schei­den.

nicht mein ding, aber ger­ne pro­biert.

das pein­li­che an die­sen wor­ten ist: das war ein zehn­jäh­ri­ger ta­lis­ker, den ich ges­tern be­reits, zu­fäl­lig, aus sen­ti­men­ta­len grün­den, ge­kauft und ver­kos­tet habe. da hör­ten sich mei­ne ein­drü­cke noch ganz an­ders an:

kla­re torf­no­te, aber deut­lich an­ders als die torf­no­ten der is­lay whis­kys die ich so ken­ne. der ge­ruch ist ein biss­chen weih­nachts­fruch­tig, rund und zum ers­ten mal habe ich ne­ben dem te­er­ge­ruch auch deut­lich salz­ge­ruch wahr­ge­nom­men. auch der tal­si­ker hat spu­ren von le­der­ho­sen, aber ganz sub­til.

der ge­schmack, wenn das ers­te, deut­li­che bren­nen ab­ge­klun­gen ist, hat auch spit­zen, aber run­de spit­zen. es ent­wi­ckelt sich im mund eine an­ge­nehe­me al­ko­ho­li­sche wär­me, die lang an­hält.

ges­tern wars noch ei­ner mei­ner lieb­lings­whis­kys, jetzt in­ter­es­sant, nicht mein ding. mir zeigt das je­den­falls, wie sehr whis­ky-ge­schmack von der ei­ge­nen ta­ges­form oder ver­fas­sung ab­hängt. was man ge­ra­de ge­ges­sen hat — oder nicht. und was sich man sich von den eti­ket­ten oder den bei­pack­zet­teln ein­re­den lässt.



whis­ky-ka­len­der 8 und 9 plus bo­nus whis­kys

felix schwenzel in getrunken

8. dai­luai­ne 6y

moch­te ich über­haupt nicht. der ge­ruch hat­te die ty­pi­schen spi­ri­tus-no­ten die ich an man­chen whis­kys nicht mag, ob­wohl er nicht wirk­lich un­an­gen­hem roch. ich hat­te die ver­mu­tung, dass es sich viel­leicht gar nicht um ei­nen schot­ti­schen whis­ky han­del­te, wars dann aber doch, ein spey­si­de-whis­ky. beim pro­bie­ren kam al­les zu­sam­men was ich am whis­ky manch­mal nicht mag. spit­ze schär­fe, schar­fer al­ko­hol­ge­schmack der un­ge­dämpft durch­kommt, fri­sche ei­che.

der 6 jäh­ri­ge dai­luai­ne hat­te, fällt mir nach­träg­lich ein, al­les un­an­ge­neh­me am ei­chen­ge­schmack in sich, das an­de­re whis­kys of­fen­bar, sei es durchs al­tern und rei­fen oder die nut­zung von ge­brauch­ten, aus­ge­brann­ten fäs­sern ir­gend­wie über­kom­men. der ver­gleich ist über­zo­gen, aber ich muss jetzt dran den­ken, wie ich als kind ein­mal pro­bie­ren woll­te wie ei­cheln schme­cken. ein biss­chen so wie die­ser whis­ky, nur ohne al­ko­hol. dazu kommt, dass der sechs­jäh­ri­ge dai­luai­ne in fass­stär­ke ab­ge­füllt war und so über 54 vo­lu­men­pro­zen­te hat­te. whis­ky + ci­gars emp­fahl ihn „un­be­dingt mit ein paar trop­fen was­ser auf­zu­schlies­sen.“ hab ich ge­macht, das half aber auch nichts.

ard­beg 10y

aus­ser­halb der kon­kur­renz, bei freun­den ge­trun­ken und auch nicht blind ver­kos­tet, son­dern aus dem schnaps­schrank aus­ge­sucht, der zehn jah­re alte ard­beg. die ard­beg-de­stil­le­rie liegt, wie laphro­aig, auf is­lay und pro­du­ziert ähn­lich tor­fi­ge whis­kys wie laphro­aig. ich fand den ge­ruch und den ge­schmack herr­lich mild, als die bei­fah­re­rin ei­nen schluck pro­bier­te, lach­te sie über mei­ne cha­rak­te­ri­sie­rung „mild“. sie fand den gar nicht mild. der ard­beg ist im ge­schmack, vor al­lem im nach­ge­schmack, auch ein biss­chen dun­kel­scho­ko­la­dig. die ähn­lich­keit zum laphroiag ist of­fen­sicht­lich, un­ter­schei­det sich aber deut­lich durch die­se dunk­le ka­kao-note, die üb­ri­gens über eine stun­de lang als an­ge­neh­mer nach­ge­schmack im mund bleibt. sehr tol­ler stoff, von dem ich mir ir­gend­wann auch mal ne gan­ze fla­sche kau­fen wer­de.

9. ba­sil hay­den’s 8y

der ge­ruch hat mich ir­ri­tiert. ich roch eine leich­te ra­sier­was­ser­no­te, nicht un­an­ge­nehm, leicht led­ri­ge, fast nach mo­schus rie­chen­de no­ten — oder kurz ge­sagt: ich roch le­der­ho­se. auch wenn sich le­der­ho­se nicht wie ein kom­pli­ment an­hört, ich hät­te den ge­ruch an­ge­nehm ge­fun­den, wä­ren nicht wie­der die­se stö­ren­den, me­tal­li­schen, spi­ri­tus­ar­ti­gen spit­zen drin ge­we­sen.

die bei­fah­re­rin konn­te fruch­ti­ge no­ten raus­rie­chen die mir ver­bor­gen blie­ben und fand den ge­ruch weich und ein biss­chen va­nil­lig.

der ge­schmack war auch nicht mein ding, bei mir kräu­sel­te sich der hin­te­re gau­men ein biss­chen, wie das bei mir zu viel ta­nin im rot­wein auch macht. beim ge­schmack war ich mir nicht si­cher, was ich ex­akt nicht moch­te. das aro­ma ist in­ter­es­sant, der ge­schmack nicht mein ding, der zwei­te bour­bon, der mich nicht be­geis­tern konn­te. was ich dem ba­sil hay­den aber po­si­tiv an­krei­de: es bleibt stun­den­lang ein an­ge­neh­mes mo­schus-ar­ti­ges aro­ma im mund­raum.

ta­lis­ker 10y

auch aus­ser­halb der kon­kur­renz: der zehn jah­re alte ta­lis­ker. den hat­te ich vor ei­nem jahr bei un­se­rer schott­land­rei­se auf skye ge­trun­ken. der ta­lis­ker war über­haupt der ers­te sin­gle malt den ich seit vie­len jah­ren ge­trun­ken habe, im prin­zip fing da­mit die gan­ze whis­ky-pro­bie­re­rei an. aus sen­ti­men­ta­len grün­den woll­te ich schon lan­ge wie­der mal ei­nen schluck da­von trin­ken, meis­tens be­kommt man aber nur die ta­lis­ker blends storm und skye, die OK sind, aber de­nen mei­ner mei­nung nach der stür­mi­sche cha­rak­ter ein biss­chen fehlt.

und weil uns ges­tern (oder heu­te?) ein zehn euro wer­be­gut­schein für ama­zon now ins haus flog (min­dest­be­stell­wert 30 euro), hat zu­erst die bei­fah­re­rin mit ih­rem ama­zon-kon­to ge­mü­se und ra­sier­was­ser für 30 euro be­stellt (und 20 be­zahlt) und dann, 10 mi­nu­ten spä­ter, ich eine fla­sche 10 jah­re al­ten ta­lis­ker für 35 euro (und 25 euro be­zahlt). kurz nach der be­stel­lung hat dann zu­erst ein „mi­cha­el“ den ein­kauf der bei­fah­re­rin vor­bei­ge­bracht und kurz dar­auf „oleg“ mei­ne fla­sche. funk­tio­niert also, die­ses ama­zon now.

weils dann schon nach 21 uhr war, hab ich mir nach den 20 mil­li­li­tern ba­sil hay­den, gleich auch noch 20 mil­li­li­ter des ta­lis­ker ein­ge­schenkt. das aro­ma hat mich wie­der um­ge­hau­en: kla­re torf­no­te, aber deut­lich an­ders als die torf­no­ten der is­lay whis­kys die ich so ken­ne. der ge­ruch ist ein biss­chen weih­nachts­fruch­tig, rund und zum ers­ten mal habe ich ne­ben dem te­er­ge­ruch auch deut­lich salz­ge­ruch wahr­ge­nom­men. auch der tal­si­ker hat spu­ren von le­der­ho­sen, aber ganz sub­til.

der ge­schmack, wenn das ers­te, deut­li­che bren­nen ab­ge­klun­gen ist, hat auch spit­zen, aber run­de spit­zen. es ent­wi­ckelt sich im mund eine an­ge­nehe­me al­ko­ho­li­sche wär­me, die lang an­hält. weil mein ver­hält­nis zum ta­lis­ker ein biss­chen mit pa­thos auf­ge­la­den ist, wür­de ich hier so­gar das wort ka­min­feu­er auf­schrei­ben ohne rot zu wer­den.

der ta­lis­ker ist ein biss­chen wie ver­flüs­sig­ter rauch und ab­sur­der­wei­se ist er gleich­zei­tig scharf und mild. ich glau­be den kann (und will) ich nicht all zu oft trin­ken, weil er mich pa­the­tisch macht. ob­wohl ein biss­chen ein­schrän­ken muss ich mei­ne be­geis­te­rung doch, denn der ta­lis­ker hat deut­li­che ne­ben­ge­schmä­cke, die ich bei bour­bons oder an­de­ren whis­kys deut­lich kri­ti­sie­ren wür­de. aber beim ta­lis­ker sind die­se stö­run­gen, die spit­zen, die bit­ter­stof­fe, teer und spi­ri­tus­no­ten so aus­ge­wo­gen, dass sie ihn ge­ra­de in­ter­es­sant ma­chen. so wie bier eben ein biss­chen bit­ter sein muss, aber eben nicht zu viel. oder an­ders­rum: ge­wöhnt man sich an aus­ser­or­dent­lich bit­te­re bie­re, trinkt man sie ir­gend­wann ganz be­son­ders ger­ne.


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gu­ten mor­gen!


Photo by felix schwenzel in Berlin Mitte. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

gu­ten mor­gen.



whis­ky-ka­len­der 7

felix schwenzel in getrunken

bel­ve­nie 14y ca­rib­be­an cask

das habe ich mir nach ein­schen­ken no­tiert, be­vor ich auf eti­kett ge­schaut habe:

riecht nicht die spur tor­fig, aber sehr ei­chig. nach wein­kel­ler oder ge­nau­er nach ei­ner whis­ky-la­ger­hal­le die mit an­gel’s share ge­füllt ist. sehr run­der, mil­der ge­ruch.
beim schlu­cken ein paar kräf­ti­ge spit­zen, das zeug brennt ein biss­chen, aber der ge­schmack ist aus­ge­wo­gen. es ent­fal­tet sich ein an­gen­hemer duft im mund­raum, der fast dun­kel-scho­ko­la­dig ist.

ich habe den bel­ve­nie ge­goo­gelt und bin, wie im­mer, bei whis­ky.de ge­lan­det. die sind nicht nur ex­trem gut goog­le op­ti­miert, son­dern ha­ben auch im­mer sehr an­ge­nehm zu gu­cken­de vi­de­os von der ver­kos­tung je­des ein­zel­nen whis­kys. die­ses mal wars be­son­ders reiz­voll, weil ich ja kurz vor­her das glei­che ge­macht habe. und auch schön, dass horst lü­ning den whis­ky ganz ähn­lich be­schreibt wie ich. in­ter­es­sant auch, dass bel­ve­nie zu glen­fid­dich ge­hört, bzw. seit ge­ne­ra­tio­nen den glei­chen be­sit­zern ge­hört. beim ers­ten rie­chen, bei der völ­li­gen ab­we­sen­heit von torf­no­ten, muss­te ich näm­lich auch an glen­fid­dich den­ken. bei glen­fid­dich trock­net man den malz näm­lich nicht über torf­feu­er, son­dern über stein­koh­le (wenn ich mich recht er­in­ne­re).

mit um die 60 euro ist mir der 14 jah­re alte bel­ve­nie ei­gent­lich ei­nen ta­cken zu teu­er, aber ich fand den, im ge­ge­teil zu horst lü­ning, sehr le­cker.


sohn ist auf rei­sen und hat mir n bild von sei­nem es­sen ge­schickt. hat­te kein mes­ser zur hand pic.twit­ter.com/81vEsw1OFn

ka­tia (@kne­tag­abo06.12.2016 20:37


home drin­king

felix schwenzel in getrunken

zum ers­ten de­zem­ber habe ich ei­nen whis­ky+ci­gars-ad­vents­ka­len­der (ohne zi­gar­ren, nur mit whis­ky-pro­ben) vom kind und der bei­fah­re­rin ge­schenkt be­kom­men. der wahr­schein­lich bes­te ad­vents­ka­len­der, den ich seit 43 jah­ren be­kom­men habe.

je­den tag ein klei­nes fläsch­chen whis­ky zur blind­ver­kos­tung. der zet­tel, auf dem die whis­ky­sor­te und eine klei­ne be­schrei­bung steht, ist um­ge­kehrt auf die fla­sche ge­klebt. jetzt kann ich whis­ky tastings zu­hau­se ma­chen.

1. dal­mo­re 12y

ich kann mich schon nicht mehr ge­nau er­in­nern, ist schliess­lich schon 5 tage her. ich er­in­ner mich aber an ei­nen fruch­ti­gen ge­schmack und ei­nen mil­den, rei­chen ge­ruch. auf dem zet­tel steht, dass der whis­ky je zur hälf­te in bour­bon-fäs­sern und sher­ry-fäs­sern lag. eine gute er­öff­nung, nach der ich ger­ne noch zwei wei­te­re glä­ser dal­mo­re ge­trun­ken hät­te.

2. hyde no.5, aras casks

an den ge­ruch er­in­ne­re ich mich gut. et­was spitz, al­ko­ho­lisch, oder wie mein va­ter sa­gen wür­de: u-boot-treib­stoff. der ge­ruch ist nicht stö­rend, ein biss­chen va­nil­le kommt auch durch, aber mir fiel auf: eher kein klas­si­scher schot­te. und tat­säch­lich war’s ein iri­scher whis­ky. hab ich noch nie be­wusst ge­trun­ken, iri­schen whis­ky. der ge­schmack war run­der als der ge­ruch ah­nen liess, le­cker, aber ei­nen ti­cken an­ders als die aus schott­land, aber fan wer­de ich wohl erst, wenn ich mal nach ir­land rei­se.

3. eli­jah craig 12y

auch die­ser whis­ky hat­te ei­nen et­was spit­zen, al­ko­ho­li­schen ge­ruch. an­ge­nehm, in­ter­es­sant, leicht nach frisch des­in­fi­zier­tem jun­gem le­der. der ge­schmack war we­ni­ger mal­zig, was kein wun­der ist, denn der eli­jah craig ist ein bour­bon. we­ni­ger gers­ten­malz und ich mein­te das raus­schme­cken zu kön­nen. viel­leicht habe ich auch zu schnell auf den bei­pack­zet­tel ge­schaut, nach­dem ich wuss­te, dass die­ser whis­key mit e ge­schrie­ben wird, schmeck­te ich es je­den­falls ein­deu­tig raus. kei­ne fra­ge, das war ein sehr gu­ter whis­key, aber ne gan­ze fla­sche wür­de ich da­von nicht un­be­dingt kau­fen.

4. ben­rin­nes 18y

der ge­ruch war schön voll und rund. das muss­te wie­der ein schot­te sein. ist es auch. auf dem bei­pack­zet­tel stand: „nicht ei­nen hauch von rauch, statt­des­sen mit in ho­nig ge­tauch­tem ei­chen­wald mit blu­men­wie­se.“ das bild in­spi­rier­te mich nicht, aber süf­fig und leicht blu­mig war er dann schon, der ben­rin­nes.

5. laphro­aig sel­ect

schon beim ein­schen­ken traf mich eine hef­ti­ge torf­no­te. „toll!“, rief ich der bei­fah­re­rin zu. beim schnüf­feln konn­te ich leich­te bit­te­re teer­no­ten raus­dif­fe­ren­zie­ren. für ei­nen mo­ment dach­ten die bei­fah­re­rin und ich, dass das ein ta­lis­ker sein könn­te, der hat­te auch so ei­nen ganz leich­te ver­dün­ner-note. der ge­schmack: wie ich es am liebs­ten mag, sehr rund, der rau­chi­ge torf in­ten­siv, aber auch rund, kein bren­nen, kei­ne spur von süs­se und frucht. ich freu­te mich sehr, dass ich mich auch schon blind in den whis­ky ver­lieb­te, als ich den bei­pack­zet­tel las: mei­ne lieb­lings­bren­ne­rei!

der sel­ect ent­hält laut whis­ky.de „An­tei­le al­ler be­kann­ten Laphro­aig-Ab­fül­lun­gen (10 Jah­re, PX Cask, Quar­ter Cask und Tri­ple Wood)“ — also eine mi­schung ohne al­ters­an­ga­be die auf mil­de und rund­heit ge­trimmt ist. toll ist, dass hier wei­ter­hin der cha­rak­ter des laphro­aig durch­scheint, aber ich mags lie­ber ein biss­chen di­rek­ter. der 10 jah­re alte, re­gu­lä­re laphro­aig, bleibt mein ab­so­lu­ter fa­vo­rit. aber viel­leicht ist der sel­ect ein gu­ter ein­stieg für an­de­re?

6. auchroisk 24y

an­ge­neh­mer ge­ruch, hat mir aber nicht mal in an­sät­zen ge­schmeckt. ich habe mich ge­fühlt wie der 24 jäh­ri­ge fe­lix, der in schott­land erst­mals bei ei­nem bren­ne­rei­be­such ei­nen whis­ky pro­bier­te: un­wohl, nicht an­ge­tan: zu vie­le spit­zen, leicht me­tal­li­scher ge­schmack, kei­ne wär­me. nicht mein ding. eine fla­sche des 24 jah­re al­ten auchroisk konn­te ich auf die schnel­le nicht er­goo­geln, aber ähn­lich alte auchroisk sind sehr, sehr teu­er. hilft nichts, dass das zeug teu­er ist, ich mag den nicht.


die links habe ich er­ra­tisch aus­ge­wählt. ger­ne hät­te ich öf­ter whis­kyand­ci­gars.de ver­linkt, die meis­ten whis­ky habe ich aber dort nicht fin­den kön­nen oder kei­ne ge­duld für die lan­gen la­de­zei­ten der sei­te. whis­ky.de hin­ge­gen ist er­staun­lich gut such­ma­schi­nen­op­ti­miert, schnell und über­sicht­lich. aber whis­ky + ci­gars ist wohl auch eher ein la­den zum hin­ge­hen.


nach­trä­ge: