alles

sohn lernt fürs abi. ich so: "von wem issn das buch, wor­über ihr in deutsch schreibt?" er so: "GTA hoff­mann"

ka­tia (@kne­tag­abo03.04.2016 20:47


Photo by felix schwenzel in Greenwichpromenade. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

zwei schwä­ne.


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  mueh­sam on Twit­ter

mueh­sam:

Ich seh über­all und in al­lem den ka­cken­den Hund von @di­plix pic.twit­ter.com/YXIAN­JaRVK



schon klar, nur ver­wischt die ge­schich­te ge­nau die­se fra­ge, u.a. durch die ge­stört­heit ih­rer prot­ago­nis­ten.


black mir­ror s01e03 (the en­ti­re histo­ry of you)

felix schwenzel in gesehen

ich hat­te, be­vor ich an­ge­fan­gen habe black mir­ror zu gu­cken, mehr­fach ge­hört, dass die ers­te fol­ge die schlech­tes­te sei und die fol­gen­den im­mer bes­ser wür­den. bis jetzt emp­fin­de ich das ge­naue ge­gen­teil. die ers­te fol­ge fand ich am bes­ten, die zwei­te ziem­lich gut und die drit­te, the en­ti­re histo­ry of you, eher so naja.

in die­ser fol­ge geht es um ei­nen ra­send ei­fer­süch­ti­gen ty­pen, der, wie am an­fang an­ge­deu­tet wird, auch von all­ge­mei­nen selbst­zwei­feln ge­plagt wird und aus­ser viel geld of­fen­bar kaum an­de­re her­aus­ste­chen­de cha­rak­ter­merk­ma­le hat. die­se ge­schich­te hät­te auch in ei­nem 70er-jah­re set­ting er­zählt wer­den kön­nen, was wit­zi­ger­wei­se auch durch die 70er-jah­re au­tos, die die prot­ago­nis­ten fah­ren (wenn sie mal kein taxi fah­ren), un­ter­stri­chen wird. die ge­schich­te könn­te auch als lü­cken­fül­ler in ei­ner fol­ge game of thro­nes er­zählt wer­den oder als kos­tüm­dra­ma an kö­nig lud­wigs hof. ei­gent­lich wur­de die­se ge­schich­te auch schon tau­send­mal er­zählt. dass sich in die­ser va­ri­an­te die ei­fer­sucht, un­si­cher­heit und ego­ma­nie über eine tech­no­lo­gie ka­na­li­siert, mit der men­schen all ihre er­in­ne­run­gen spei­chern und wie­der und wie­der ab­spie­len kön­nen, kommt mir kom­plett ver­nach­läs­sig­bar vor.

die ei­gent­li­chen fra­gen nach ver­trau­en, of­fen­heit oder be­zie­hungs­fä­hig­keit stel­len sich mit und ohne tech­no­lo­gie. men­schen su­chen seit tau­sen­den jah­ren nach ant­wor­ten auf die fra­ge, wie sie mit ih­rer ei­fer­sucht oder ver­trau­ens­kri­sen um­ge­hen sol­len.

soll ich sei­ne/ihre brie­fe le­sen? soll ich auf ih­ren/sei­nen han­dy rum­schnüf­feln? mal­te wel­ding wer­den sol­che fra­gen of­fen­bar hin und wie­der ge­stellt. und sei­ne ant­wort ist wei­se: „Ver­trau­en ist gut, mehr Ver­trau­en ist bes­ser.“

[W]enn man naiv ist, was ver­liert man da­bei? Es ist noch kei­ne Be­zie­hung durch um­fas­sen­des Mit­le­sen ge­ret­tet wor­den, aber maß­lo­se Über­wa­chung hat noch jede ge­tö­tet.

weil die in the en­ti­re histo­ry of you er­zähl­te ge­schich­te so vor­her­seh­bar war und das ende nach un­ge­fähr 10 mi­nu­ten klar war, habe ich mich in die­ser fol­ge black mir­ror furcht­bar ge­lang­weilt. die ge­schich­te ist mir auch nicht in den kopf ge­kro­chen, im ge­gen­teil: sie liess mich nicht über tech­no­lo­gie­fol­gen nach­den­ken, son­dern über die be­kloppt­heit der prot­ago­nis­ten. dazu kam, dass in die­ser fol­ge die zei­ge­fin­ger der au­toren sicht­bar wa­ren. in den vor­he­ri­gen bei­den fol­gen, ha­ben sie sich be­müht, ihre zei­ge­fin­ger, das be­wer­ten von tech­no­lo­gie­fol­gen, sorg­fäl­tig zwi­schen den zei­len zu ver­ste­cken.

nach die­sen drei fol­gen ha­ben ich be­reits die ers­te staf­fel black mir­ror durch. fol­ge 1 habe ich die höchst­wer­tung (5/5) ge­ge­ben, weil sie mich auf eine an­ge­neh­me art ver­stört hat, fol­ge 2 hat mich noch im­mer be­geis­tert (4/5), ich fand sie klug dra­ma­ti­siert und eben­falls ver­stö­rend. die­se fol­ge hat mich ag­gres­siv ge­lang­weilt und ge­nervt.

(black mir­ror kann man auf net­flix se­hen.)


aus­ser man heisst @das­nuf.


black mir­ror s01e02 (15 mil­li­on me­rits)

felix schwenzel in gesehen

nicht ganz so ver­stö­rend wie die ers­te fol­ge, aber auch ver­stö­rend. in 15 mil­li­on me­rits wird eine her­me­ti­sche welt ge­zeigt, in der die men­schen in klei­nen me­di­en­bo­xen woh­nen und sich den gan­zen tag mit me­di­en­in­hal­ten be­schal­len las­sen (müs­sen). ad­blo­cker kos­ten geld, weg­gu­cken wird be­straft. geld (me­rits) ver­die­nen die men­schen, in­dem sie den gan­zen tag lang fahr­rad fah­ren, geld ge­ben sie für es­sen, ad­blo­cking oder für kla­mot­ten für ihre ava­tare aus. das ist al­les schön bunt und ziem­lich dys­to­pisch dar­ge­stellt.

ver­stö­rend ist die un­ent­rinn­bar­keit des sys­tems, nie­mand be­gehrt auf, je­der be­kommt aus­rei­chend brot und spie­le und das sys­tem scheint in ge­wis­ser wei­se selbst­or­ga­ni­sie­rend, es wird kein gros­ser, bö­ser füh­rer ge­zeigt oder re­pres­si­on, die über die so­zia­le kon­trol­le durch mit­men­schen hin­aus­geht.

ge­nau wie die ers­te fol­ge, kann man auch die­se fol­ge als in­tel­li­gen­te ge­sell­schaft­kri­tik ver­ste­hen, in­dem vor­han­de­ne ge­sell­schaft­li­che zu­stän­de über­spitzt ge­zeich­net wer­den und wei­ter­ge­dacht wer­den. war das in der ers­ten fol­ge die druck- und macht­ver­schie­bung durch so­zia­le me­di­en und das netz, ist es in die­ser fol­ge das spiel der mas­sen­me­di­en und cas­ting­shows mit au­then­ti­zi­tät, mas­sen­ge­schmä­ckern und dem pri­mat der un­ter­hal­tung, dem sich die men­schen­wür­de und an­stand, nach der lo­gik der mas­sen­me­di­en, un­ter­zu­ord­nen ha­ben.

das al­les wird sehr plas­tisch und dras­tisch, mit re­la­tiv mi­ni­ma­len mit­teln, dar­ge­stellt und ist al­lein da­durch — ha — un­ter­halt­sam. na­tür­lich ist es ein biss­chen pa­ra­dox sich eine sen­dung auf ei­nem hoch­auf­lö­sen­den bild­schirm an­zu­gu­cken, in der men­schen kri­tisch dar­ge­stellt wer­den, die sich sen­dun­gen auf hoch­auf­lö­sen­den bild­schir­men an­se­hen.

was die­se fol­ge, wie die ers­te, bei mir ge­schafft hat: sie hat sich in mei­nem kopf fest­ge­setzt und es wie­der ge­schafft, bil­der in mir ent­ste­hen zu las­sen, die ich nicht mehr so ein­fach los­wer­de. das schaf­fen die we­nigs­ten fern­seh­se­ri­en — und black mir­ror hat’s nun schon zwei­mal ge­schafft.

(black mir­ror kann man auf net­flix se­hen.)


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„hall of events“ (bei moa-bo­gen)


(bei aldi nord)


(bei ikea)


goog­le AMP — com­ple­te and ut­ter fail­ure

felix schwenzel in artikel

seit der an­kün­di­gung von AMP habe ich mich, vor al­lem aus tech­no­lo­gi­scher neu­gier, be­müht das for­mat be­reit­zu­stel­len. im ja­nu­ar be­gann goog­le mei­ne AMP-for­ma­tier­ten sei­ten in den in­dex auf­zu­neh­men, etwa 500 AMP sei­ten auf wir­res.net wa­ren am 2.2.2016 in­de­xiert. zu die­sem zeit­punkt hat­te ich auch be­reits die meis­ten feh­ler der sei­ten be­sei­tigt, heu­te sind mei­ne sei­ten, AMP-tech­nisch, laut web­mas­ter con­so­le und laut de­bug­ging tool, fehelrfrei.

aber goog­le hat nicht nur über die letz­ten wo­chen hin­weg ge­merkt, dass mei­ne AMP-sei­ten syn­tak­tisch kor­rekt sind (die 6 mo­nier­ten feh­ler da­tie­ren al­le­samt auf ver­sio­nen von vor dem 2.1.2016), son­dern auch nur 4 mei­ner AMP-sei­ten im in­dex.

auch als ich noch mehr sei­ten im goog­le-in­dex hat­te, hat­te ich ma­xi­mal 1-2 be­su­cher pro tag auf mei­nen AMP-sei­ten, im goog­le-in­dex war ich, so­weit ich se­hen konn­te, AMP-mäs­sig un­sicht­bar. das heisst auch mo­bi­le such­ergeb­nis­sei­ten, zeig­ten nie mei­ne AMP-sei­ten an, son­dern stets die re­gu­lä­ren sei­ten. das ist ja nicht wei­ter schlimm, aber ich habe das ge­fühl, dass goog­le white oder black­lists führt und AMP-sei­ten nur von re­no­mier­ten, reich­wei­ten­star­ken web­sei­ten in die (mo­bi­len) such­ergeb­nis­sei­ten auf­nimmt.

ich fin­de die idee und die aus­füh­rung hin­ter dem AMP-pro­jekt nach wie vor fas­zi­nie­rend, weil es ver­spricht, sei­ten im web — und nicht etwa nur in apps — ef­fek­tiv und von stö­ren­dem und ir­ri­tie­ren­den müll be­freit, aus­zu­lie­fern, aber die im­ple­men­tie­rung und ad­ap­ti­on von AMP scheint, selbst bei goog­le selbst, un­ter al­ler ka­no­ne zu sein. des­halb bin ich ge­spannt auf den öf­fent­li­chen face­book in­stant ar­tic­les roll­out mit­te april, auch wenn sich die vor­tei­le vor al­lem in der app aus­wir­ken wer­den, aber im­mer­hin ist die face­book-im­ple­men­tie­rung so ge­löst, dass es im­mer ei­nen fall­back auf die web­ver­si­on gibt und die in­stant-ar­tic­les-ver­si­on wie ein sah­ne­häub­chen funk­tio­niert.


ap­ple news ist üb­ri­gens auch eine mitt­le­re ka­ta­stro­phe, zu­min­dest, wenn man ein me­di­um mit nur um die 100tau­send sei­ten­an­sich­ten im mo­nat (30.000 web, 60.000 RSS) be­treibt. ich habe mich dort vor ei­nem hal­ben jahr test­wei­se an­ge­mel­det und vor­erst nur ei­nen (eng­lisch­spra­chi­gen) RSS-ka­nal an­ge­mel­det, was ei­ner mitt­le­ren ka­ta­stro­phe gleich kam, weil sich die ap­ple news in­hal­te per RSS nicht ak­tua­li­sier­ten und auch nicht edi­tie­ren lies­sen. jetzt ist das ap­ple news for­mat teo­re­tisch für je­den of­fen, aber ap­ple lässt auch hier sei­nen ma­ni­schen kon­troll­wahn wal­ten. mei­ne bit­te um frei­ga­be mei­nes ap­ple news ka­nals wur­de be­reits zwei­mal ab­ge­lehnt, weil die ap­ple-tür­ste­her zwei­mal mein­ten, dass mein ka­nal­na­me ih­nen nicht passt und mich zwei­mal zu­rück­ge­wi­sen ha­ben. von mir aus kann ap­ple sei­nen news-for­mat al­lei­ne nut­zen, das zu­dem auch noch irre kom­pli­ziert und sehr pro­prie­tär ist.


li­mit­less mit brad­ley coo­per & de niro ist jetzt auf net­flix: net­flix.com/title/70142827
hier mei­ne kurz­kri­tik dazu: wir­res.net/9174


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  an­ke­groe­ner.de: Ta­ge­buch, Frei­tag, 1. April 2016 – Die Böh­mer­mann-Edi­ti­on

nach­dem ich mich eher ober­fläch­lich mit jan böh­mer­manns be deutsch-vi­deo be­schäf­tigt habe, hat sich ges­tern sa­scha lobo sehr klug da­mit aus­ein­an­der­ge­setzt, und jetzt hat anke grö­ner ganz wun­der­bar be­schrie­ben, war­um sie das vi­deo kri­tisch be­trach­tet, nach­dem sie es vor zwei ta­gen erst ganz lus­tig fand.

sehr le­sens­wert, sehr grö­ne­rig.


the path s01e01 (what the fire throws)

felix schwenzel in gesehen

un­in­ter­es­sant, lang­wei­lig, ste­reo­ty­pen­rei­tend, pa­the­tisch und öde. eine gan­ze stun­de lang habe ich mir ge­lang­weilt eine ge­schich­te an­ge­se­hen, die ver­sucht span­nung auf­zu­bau­en und kon­flik­te und klei­ne mys­te­ri­en auf­zu­bau­en, ohne auch nur ei­nen in­ter­es­san­ten men­schen zu zei­gen, des­sen schick­sal mich die boh­ne in­ter­es­sie­ren wür­de.

die ge­schich­te lässt sich in ei­nem satz be­schrei­ben: es wird eine art sek­te ge­zeigt in der sich alle irre wohl­zu­füh­len schei­nen und ei­ner (ge­spielt von aa­ron paul), der nach ein biss­chen zu viel dro­gen, leich­te zwei­fel an der leh­re in sich auf­kei­men sieht.

das ist al­les nicht nur irre lang­wei­lig, son­dern auch to­tal flach, lust­los und viel zu lang­at­mig in­sze­niert. hier ein paar sex­sze­nen, von de­nen man eine so­gar zwei­mal ge­zeigt be­kommt, stumpf­sin­ni­ge vor­trä­ge, die der re­li­giö­sen in­dok­tri­na­ti­on die­nen sol­len („wollt ihr mir ins licht fol­gen?“) und im­mer wie­der durch­sich­ti­ge, sen­dungs­in­ter­ne cliff­han­ger, die von wer­be­pau­se zu wer­be­pau­se mit­ge­schleppt wer­den, um dann un­spek­ta­ku­lär auf­ge­löst zu wer­den.

schau­pie­le­risch ist das al­les auf schlech­tem tat­ort-ni­veau und aa­ron paul horst tap­pert un­ge­lenk durch die sen­dung und reisst das ni­veau noch­mal ein paar punk­te run­ter.

glat­te 0 punk­te von 5. 


[nach­trag 02.04.2016]

eine kom­plett an­de­re wahr­neh­mung scheint hen­ning har­der von den se­ri­en­jun­kies ge­habt zu ha­ben, der die pi­lo­t­epi­so­de „top be­setzt“, „in­tel­li­gent“ und „fes­selnd“ fand. er fand es auch völ­lig nor­mal, dass sich frau­en in der se­rie im­mer wie­der „se­xu­ell an­bie­ten“ (sei­ne wor­te), dass aa­ron paul „her­vor­ra­gend emo­tio­nal“ spie­le und gibt 5/5 punk­ten.


Face­time:
- Wow, Du hast ne sehr gute Ka­me­ra!
- Seh ich gut aus?
- Ne, das hab ich nicht ge­sagt. Dein Bild hat nur we­nig Ar­te­fak­te.

Pa­tri­cia Camma­ra­ta (@das­nuf01.04.2016 14:16


trump hat schon den ame­ri­ka­ni­schen bot­schaf­ter ein­be­stellt:

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  vice.com: Sor­ry, aber Böh­mer­manns ‚BE DEUTSCH‘ ist echt nicht die Lö­sung   #

ich muss­te bei die­sem vi­deo an­satz­wei­se über ei­nes la­chen: wie ein­fach jan böh­mer­mann til lin­de­mann par­odiert. an­sons­ten eher nicht; ich konn­te nicht be­son­ders viel la­chen und habe das vi­deo auch nicht zu­en­de ge­guckt. aber das soll ja auch so sein, weil das vi­deo kom­plett iro­nie­frei ist. jan böh­mer­mann trans­por­tiert in dem vi­deo eine bot­schaft, an der es über­haupt nichts aus­zu­set­zen gibt, aber der hei­li­ge ernst, mit dem böh­mer­mann das vor­trägt, das feh­len von jeg­li­chem witz, oder ge­nau­er, je­der dop­pel­bö­dig­keit, ist eben un­wit­zig. es ist die glei­che idee, wie beim köl­ner kar­ne­val, den ich auch völ­lig witz­los fin­de: sich ne pe­rü­cke oder ein kos­tüm an­zu­zie­hen und sich selbst für sein jeck-sein zu lo­ben ist nicht au­to­ma­tisch un­ter­halt­sam.

na­tür­lich meint jan böh­mer­mann es gut, aber das macht es eben auch so un­er­träg­lich.

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  face­book.com/sa­scha.lobo: We­ni­ger be­kannt habe ich bis­her wer­den las­sen, dass...   #

sa­scha lobo hat nicht nur 270 ko­lum­nen für spie­gel-on­line ge­schrie­ben, son­dern auch die knapp 54000 kom­men­ta­re da­drun­ter ge­le­sen. und jetzt ist et­was in ihm zer­bro­chen.

Die kleins­ten, nur noch dif­fus er­kenn­ba­ren De­tails auf die emp­find­lichs­te Gold­waa­ge zu le­gen, die man krie­gen kann. Und gleich­zei­tig selbst un­ge­nau, nach­läs­sig und ver­schwie­melt zu kom­mu­ni­zie­ren und vor­zu­ge­hen. Nur dann al­les ganz, ganz ge­nau zu neh­men, wenn es ei­nem ins längst vor­ge­fer­tig­te Bild passt, aber in al­len an­de­ren Be­rei­chen gilt kei­ne Re­gel, kei­ne Lo­gik, kei­ne Kon­sis­tenz, kein gar nichts – das ist er, der Netz­aber­glau­be.

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  tech­dirt.com: Af­ter Lea­ding The At­tack On In­ves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lism, Pre­si­dent Oba­ma Whines About A Lack Of In­ves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lism   #

die über­schrift sagt es schon, ba­rack oba­ma be­klagt sich über feh­len­den in­ves­ti­ga­ti­ven jour­na­lis­mus, ohne zu be­mer­ken, dass sei­ne re­gie­rung nicht gan­zun­be­tei­ligt dar­an ist, dass es der in­ves­ti­ga­ti­ve jour­na­lis­mus be­son­ders schwer hat. die gna­den­lo­se ver­fol­gung von whist­le­b­lo­wern, das un­ter druck set­zen von jour­na­lis­ten (fra­gen sie mal lau­ra poi­t­ras oder da­vid mi­ran­da, wel­chen spass es macht in­ves­ti­ga­tiv un­ter­wegs zu sein) und die ra­di­ka­le in­trans­pa­renz der re­gie­rung, las­sen oba­mas kla­ge, nun ja, an­satz­wei­se schein­hei­lig er­schei­nen. und ge­ra­de die­se schein­hei­lig­keit, die lü­cke zwi­schen an­spruch und wirk­lich­keit, könn­te ei­ner der grün­de sein, dass die oba­ma-re­gie­rung so be­son­ders ver­schwie­gen ist:

Way back in 2011, I saw Da­ni­el Ells­berg speak, and he spe­cu­la­ted that a key re­ason why Pre­si­dent Oba­ma was so in­cre­di­bly ho­sti­le to a free and open press was be­cau­se he was em­bar­ras­sed by his own ac­tions that they were in­ves­ti­ga­ting. Ells­berg poin­ted out that the pre­vious pre­si­dent, Ge­or­ge W. Bush was known for wi­de­ly ab­using the power of his po­si­ti­on, but he see­med proud of do­ing so. Pre­si­dent Oba­ma, on the other hand, got elec­ted with pro­mi­ses of mo­ving away from such ab­u­ses and res­to­ring ci­vil li­ber­ties. But that did­n't hap­pen. Things went in the other di­rec­tion un­der his watch and his com­mand. So you could un­der­stand why the Pre­si­dent re­mains less than keen about leaks and the me­dia dig­ging into things like mass sur­veil­lan­ce of Ame­ri­cans, or se­cret dro­ne bom­bing cam­paigns.

dazu passt auch, was netz­po­li­tik auf­ge­schrie­ben hat:

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  netz­po­li­tik.org: Vier von fünf Ant­wor­ten ge­schwärzt: US-Be­hör­den un­ter Oba­ma im­mer in­trans­pa­ren­ter   #

arne sems­rott:

Bei ins­ge­samt 769.903 An­fra­gen be­deu­tet dies fast 600.000 Schwär­zun­gen und Ab­leh­nun­gen. Zu Be­ginn von Oba­mas Amts­zeit 2008 lag die Ab­leh­nungs­quo­te noch bei 65 Pro­zent. Zum Ver­gleich: In Deutsch­land gab es im ver­gan­ge­nen Jahr we­ni­ger als 10.000 An­fra­gen. Die Ab­leh­nungs­quo­te schwankt hier je­des Jahr deut­lich, liegt aber im Schnitt etwa bei ei­nem Drit­tel.

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  buzzfeed.com: The Un­be­ara­ble Sad­ness Of Ben Af­fleck   #

scho­nungs­lo­ses, tief­schür­fen­des, sehr lan­ges und ein biss­chen ge­mei­nes por­trait über ben af­fleck, von anne he­len pe­ter­sen. es geht in dem por­trait zwar auch um ben af­flecks pri­vat­le­ben, aber wirk­lich in­ter­es­sant ist, dass ge­nau die­se de­tails un­ter dem aspekt der kar­rie­re­pla­nung und der PR-stra­te­gie ana­ly­siert wer­den. ich fand das sehr er­hel­lend und auch ein biss­chen un­ter­halt­sam für mei­ne dunk­le, vo­y­o­ris­ti­sche sei­te.

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  mar­gi­nal­re­vo­lu­ti­on.com: How to hide from the po­li­ce in Los An­ge­les   #

das ist ei­nes der pro­ble­me der to­tal­über­wa­chung: wirk­lich kri­mi­nel­le, fin­den die lü­cken im sys­tem im­mer und nut­zen sie ge­konnt aus. hier ein bei­spiel, in dem ver­bre­cher ihre flucht­we­ge an den ein­flug­schnei­sen von flug­hä­fen aus­rich­ten, weil sie dann nicht von po­li­zei­hub­schrau­bern ver­folgt und er­fasst wer­den kön­nen.

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  spie­gel.de: „Rock Me Ama­de­us“ von Fal­co: Die Ge­schich­te des deut­schen US Nr.1 Hit   #

ni­klas sai­ler über hans höl­zel. le­sens­wert.

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  te­xas­month­ly.com: Sa­mu­al Wal­ker, Sa­mu­el Colt, and the Six-Shoo­ters That Won the West   #

eine ge­schich­te über ei­nen sol­da­ten (der ge­gen ein­ge­bo­re­ne ame­ri­ka­ner kämpf­te) und ei­nen waf­fen­pro­du­zen­ten. ei­gent­lich ist das un­wahr­schein­lich, dass mir so eine ge­schich­te ge­fal­len wür­de, aber sie ent­behrt nicht ei­ner ge­wis­sen fas­zi­na­ti­on. des­halb: auch le­sens­wert.

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  bild­blog.de: Schnell, schnel­ler, „Fo­cus On­line“   #

mats schö­nau­er:

Ja, „Fo­cus On­line“ ist schnell. Schnel­ler als die meis­ten an­de­ren. Aber wenn der Piz­za-Lie­fer­dienst nur zwei Mi­nu­ten braucht und statt ei­ner war­men Piz­za eine kal­te Rat­te bringt, soll­te man sich viel­leicht mal fra­gen, ob Schnel­lig­keit wirk­lich al­les ist.

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  bbc.com: Le­gen­da­ry di­no­saurs that we all ima­gi­ne com­ple­te­ly wrong   #

sieht aus, als müss­te ju­ras­sic park neu ver­filmt wer­den.


bet­ter call saul se02e07 (in­flata­ble)

felix schwenzel in gesehen

ich guck bet­ter call saul nach wie vor irre ger­ne. und auch wenn es ak­tu­ell so um die drei hand­lungs­strän­ge gibt, fü­gen die sich an­ge­nehm an­ein­an­der. dazu kommt, dass die span­nung sich nicht aus be­son­ders span­nen­den vor­gän­gen speist, son­dern aus der zeit­lu­pen-ar­ti­gen — oder eher echt­zei­ti­gen — er­zäh­lung speist. die fra­ge ist nicht, wie bei brea­king bad, „über­le­ben wal­ter oder jes­se das jetzt?“, „brin­gen sie den mann um?“, „kom­men sie da wi­der raus?“, son­dern „nimmt kim das gros­se an­ge­bot an, oder das klei­ne?“ oder „schläft jim­my jetzt wie­der im na­gel­stu­dio?“

apro­pos gross oder klein, den pipi-ka­cka-witz fand ich ganz gran­di­os. bjar­ne bock sieht das auf se­ri­en­jun­kies.de ganz an­ders:

An die­sem Punkt soll­te an­ge­merkt wer­den, dass we­der Co­me­dy noch Dra­ma per se gut oder schlecht sind - ich per­sön­lich ver­eh­re Gil­ligan und Co. nor­ma­ler­wei­se für ih­ren be­son­de­ren Sinn für Hu­mor. Doch bei die­ser Epi­so­de bin ich et­was kri­ti­scher ein­ge­stellt. Da­bei be­zie­he ich mich in ers­ter Li­nie auf den Part, in dem Jim­my, nach­dem er sich end­lich dazu durch­ge­run­gen hat, sei­nen se­riö­sen Job bei Da­vis & Main auf­zu­ge­ben, al­les dar­an setzt, ge­feu­ert zu wer­den, da­mit er zu­min­dest noch die Will­kom­mens­prä­mie ab­grei­fen kann.

So ver­gnüg­lich und ein­falls­reich die Mon­ta­ge­se­quenz mit dem „Wab­bel-Wa­ckel-Ar­mi­gen-Wind­ho­sen-Ka­me­rad“ auch ist, Jim­mys Fi­gur läuft dar­in gleich mehr­mals Ge­fahr, den sprich­wört­li­chen „Shark zu jum­pen“, also et­was der­art Lä­cher­li­ches oder Un­glaub­wür­di­ges zu tun, dass man als Zu­schau­er auf­hört, sich mit ihm zu iden­ti­fi­zie­ren. Wem sein Toi­let­ten­spü­lungs­boy­kott noch nicht ge­nug war, der hat sich wohl spä­tes­tens beim Du­del­sack­kon­zert im Büro ge­wun­dert.

ge­nau an die­sen bei­den stel­len konn­te ich mich ganz be­son­ders mit „jim­mys fi­gur“ iden­ti­fi­zie­ren, ei­gent­lich so­gar zum ers­ten mal in der gan­zen se­rie. sonst iden­ti­fi­zie­re ich mich in die­ser se­rie na­tür­lich mit mike!

ich bin auch froh, dass anke grö­ner die se­rie auch ger­ne guckt. ich bin ei­gent­lich um je­den men­schen froh, der sich die­se se­rie mit ver­gnü­gen an­guckt, weil es zeigt, dass auch se­ri­en, die ge­gen den span­nungs­er­war­tungs­strom schwim­men, er­folg­reich und sehr un­ter­halt­sam sein kön­nen.


bil­li­ons s01e10 (qua­li­ty of life)

felix schwenzel in gesehen

nicht un­in­ter­es­sant, wie die zeit­ebe­nen in die­ser fol­ge ver­schach­telt wa­ren. im prin­zip läuft die gan­ze sen­dung über don­nies be­er­di­gung, die mit rück­blen­den durch­zo­gen ist. teil­wei­se ist das ein biss­chen ver­wir­rend, an­de­rer­seits schafft das eine in­ter­es­san­te zwie­bel-er­zähl­struk­tur, in der sich bei je­der ab­blät­tern­den schicht das bild ver­voll­stän­digt und am ende das zeigt, was die se­rie im grun­de schon die gan­ze zeit über zeigt: bob­by axel­rod und chuck rhoa­des sind bei­de rie­si­ge arsch­lö­cher, bei­de furcht­bar klug und stra­te­gisch den­kend — mal der eine ein biss­chen bes­ser als der an­de­re, aber im prin­zip im­mer auf ei­nem ni­veau. mit die­sem gleich­ge­wicht, kann das pim­melfech­ten noch 2-3 staf­feln wei­ter­ge­hen.

auf rhoa­des sei­te fin­det ein ge­ord­ne­ter rück­zug statt, der nicht ganz frei­wil­lig war, aber trotz­dem wohl­über­legt ist, so dass man in den nächs­ten bei­den staf­feln rhoa­des beim wei­te­ren auf­set­zen sei­ner stra­te­gi­schen pla­nun­gen be­ob­ach­ten wird kön­nen. ent­we­der wird das ganz furcht­bar lang­wei­lig oder, im ge­gen­teil, ganz span­nend. mal schaun.

ich gebe wie­der 4 punk­te, weil bil­li­ons gu­cken tat­säch­lich spass macht; das schau­spie­le­ri­sche ni­veau ist enorm hoch (wenn man bei mag­gi siff ein auge zu­drückt) und die in­sze­nie­rung ge­fällt mir auch, nach wie vor.