Fünf Faustregeln für nachhaltige digitale Dienste - und ein großartiges Beispiel namens Known konradlischka.info/?p=6763 #Indieweb
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billions s01e01

in der ersten szene lässt sich der gefesselte staatsanwalt chuck rhoades von einer domina auf die brust pinkeln. danach lässt er sich auf mehrere indirekte und ein direktes pimmelfechten mit dem billionär bobby axelrod ein. viel mehr passiert nicht. ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die serie gut finden werde, aber der kontrast zu, beispielsweise, morgen hör ich auf ist frappierend. während in der deutschen serie gleich in der ersten folge die halbe geschichte erzählt und der rest hektisch angelegt wird, kümmert sich billions ein stunde lang, fast ausschliesslich, um das zeichnen der charaktere. eine stunde lang wer ist wie, statt was passiert.
sehr erfrischend und glänzend besetzt und gespielt. nur die besetzung von rhoades frau mit maggie siff irritiert mich, weil ich, immer wenn ich ihr gesicht sehe, an das grässliche sons of anarchy erinnert werde. aber das geht vorbei, zumal ihre rolle in billions, ganz andere klischees bedient, als die in SOA und die beiden rollen, ausser ihrem gesicht, nichts gemeinsam haben.
die machart der serie gefällt mir, der oben etwas despektierlich beschriebene grundkonflikt zwischen dem staatsanwalt und dem billionär, verspricht gute und spannende unterhaltung. ich glaub das guck ich erstmal weiter.
[nachtrag 09.01.2016]
trailer für billions :
floskelinformationssystem
ich habe keine armbanduhr, aber hätte ich eine, würde ich mir die bedienung in etwa so vorstellen: wenn ix wissen will wie spät es ist, hebe ich den arm, halte die uhr vor mein gesicht und lese die uhrzeit ab.
so ähnlich stelle ich mir das mit „fahrgastinformationssystemen“ vor. ich warte auf eine bahn oder einen bus und wenn ich wissen will wie lange ich noch warten muss, schaue ich auf einen der info-schirme, die überall hängen.
manche verkehrsbetriebe sehen das allerdings anders. die meinen, ich sollte, wenn ich abfahrtzeiten erfahren möchte, erstmal ein paar neujahrswünsche entgegennehmen. besonders bekloppt macht das in hamburg die hochbahn. dort muss man alle paar sekunden eine animation ertragen, in der einem eine ubahn dann ein neues Jahr wünscht. um die abfahrtszeit zu erfahren, muss man dann eben warten.
halb so schlimm, aber immer noch bekloppt, ist das in berlin. dort werden zwischen anfang dezember und ende märz erst schöne feiertage und dann ein neues jahr gewünscht — auf der hälfte der bildschirme. ständig und überall:
Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr
auf der oberen hälfte wird weiterhin die nächste bahn angezeigt. die darauf folgende bahn gar nicht mehr oder nach gutdünken. das ist insbesondere zu stosszeiten doof, wenn die bahnen proppevoll sind und man optimalerweise auf die nächste bahn wartet, die dann meistens sehr viel leerer ist. aber statt zu erfahren ob es sich lohnt kurz zu warten, erfährt man auf dem floskelinformationssystem:
Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr .*** Die BVG wünscht ihren Fahrgästen einen guten Start ins neue Jahr

[nachtrag 06.01.2016]
einen tag später (am abend des 5. januar) sahen die schirme im ubahnhof französische strasse so aus. sehr gut!

Timeline Photos - Stefan Niggemeier | Facebook
In Märkisch-Oderland haben sie den coolsten Landrat von allen.
.@dasnuf erzählt, das die yetis in #starwars, wie kilgrave, fremde gedanken steuern können.
yeti? das ist fränkisch für jedi.
photoswipe.js statt fresco.js
heute die bild-lightbox fresco (@frescojs) mit photoswipe (@photoswipe) ersetzt. ich bin sehr begeistert von photoswipe. auf der demoseite sieht man schon ganz gut warum.

- angenehme animationen (ruckeln bei mir im firefox ein bisschen)
- flüssiges wischen/swipen auf dem desktop, aber vor allem auf mobilen geräten möglich
- vergrössern in der lightbox (kneifen/pinchen auf mobilen geräten)
- fühlt sich haptisch sehr, sehr gut an

fresco war auch sehr schön, fühlte sich aber nicht so gut an. vor ein paar versionen wurde das wischen/swipen auch zugunsten von klickgesten rausgenommen, was sich auf mobilgeräten immer ein bisschen komisch anfühlte.
ich hoffe, die änderung ist auf allen endgeräten gut angekommen, bei mir scheint alles OK.
die bildauslieferung selbst, habe ich vor ein paar tagen übrigens auch angepasst. die sollten jetzt zum grossen teil auch angepasst/responsiv ausgeliefert werden, bei kleinen bildschirmen kleinere bilder, bei grösseren und hochauflösenden bildschirmen entsprechend grösser. die grösseren bilder hatte ich früher™ per javascript nachgeladen/reingefummelt, die srcset-lösung ist aber eindeutig besser und sauberer.

saure linsensuppe mit lyoner wurst nach tim mälzers „heimat“. gutes zeichen: das kind mochte sie auch (wie übrigens auch die kohlroulade).
die sendung mit der maus vom 03.01.2016

eine sendung mit der maus ganz nach meinem geschmack. zwei gute sachgeschichten: eine über das geweih eines hirsches, über ein jahr hinweg gefilmt, in der man sehen konnte, wie der hirsch sein altes geweih zunächst verlor und wie es dann, bis zur brunftzeit, nachwuchs.
ausserdem der auftakt zu einem mindestens acht jahre langen projekt (pressemitteilung dazu), die begleitung des neubaus (und des abrisses) einer rheinbrücke bei leverkusen. in dieser sendung wurde erklärt, warum die brücke erneuert werden muss, welche schäden weshalb entstanden und wie die brücke befahrbar gehalten wird.
(in der ARD-mediathek, .mp4-datei, abrufbar bis zum 10.01.2016)

sieht jetzt nicht so irre appetitlich aus, war aber sehr lecker: kohlroulade nach tim mälzers „heimat“.

ich bin gestern ein bisschen am sowjetischen ehrenmal rumspaziert (und dann weiter nach neukölln gelaufen) und frage mich, was macht hier die faszination der symmetrie aus? wäre ein asysmmetrisches ehrenmal weniger ehrenvoll? oder ist ehere immer symmetrisch konstruiert? wenn ja, was ist unehrenhaft an organischen oder asymmetrischen formen? warum keine brüche zeigen?
obwohl, brüche gibt es auch am sowjetischen ehrenmal.

morgen hör ich auf (zdf), erste folge

leider total vorhersehbar, schrecklich geschauspielert und klischeehaft. die eindimensionalität der figuren kommt mir vor, wie frisch aus einem alten derrick entsprungen. lieblos gezeichnet und auf schultheaterniveau gespielt (mit ein paar ausnahmen).
die grundidee und ein paar inszenierungsideen der miniserie sind ganz offensichtlich von breaking bad übernommen, mit einem entscheidenden unterschied. war, zum beispiel, der teddy im swimmingpool bei breaking bad eine hintergründige, viele folgen lang unverständliche, andeutung an den verlauf der geschichte, ist der schwimmende geldschein bei morgen hör ich auf ein tapsiger, unsubtiler, viel zu oft eingeblendeter versuch zu suggerieren, die serie könnte noch spannend werden.
man merkt der serie jede sekunde die mühe an, die die macher in sie gesteckt haben. morgen hör ich auf ist ein ehrenwerter versuch unterhaltung ein bisschen anders aufzuziehen als üblich — der aber leider nicht besonders weit vom üblichen wegführt. ein paar der „action“-szenen sind ganz flüssig inszeniert, was auch daran liegt, dass pastewka hier sein (subtiles) komisches talent ausleben kann und seine ungelenken, unkoordinierten (flucht) bewegungen tatsächlich unterhaltsam sind. aber sobald die serie dialoge zeigt, offenbaren sich alle schwächen des deutschen fernsehens: schlecht geschrieben, schlecht gespielt und nur mit zugehaltenen ohren auszuhalten. szenen wie die, in der lehmanns tochter mit einer freundin in der fussgängerzone sitzt und ein skateboardfahrender jüngling seine hello-ladies-anbaggermasche abspult, sind so klischeegeladen, so gestrig, so sinnlos und stumpfsinnig, dass man dem produktionsteam nur zurufen möchte: habt ihr sie noch alle?
ich habe mitunter das gefühl, dass die macher der serie die neueren amerikanischen fernsehserien gar nicht selbst gucken, um sich dann von ihnen „inspirieren“ zu lassen, sondern dass sie das von praktikanten erledigen lassen und dann, ohne sinn und verstand, äusserlichkeiten oder einzelelemente kopieren.
das interesse an den figuren, an ihren motiven ordnet sich komplett der vorhersehbaren geschichte unter. das ist bei (guten) amerikanischen (oder französischen) serien genau anders herum. dort sieht man interessante menschen, um die herum sich eine geschichte kristalisiert. hier sieht man eine geschichte, um die herum sich charaktere versuchen zu kristalisieren — und dabei scheitern.
auch wenn das gegenteil von gut immer noch gut gemeint ist, gebe ich einen stern für die mühe und den versuch, mal etwas anders zu machen. eines ist jedenfalls sicher: ich höre heute auf, die serie zu gucken.
(in der ZDF mediathek gesehen, serienseite bei zdf.de, eine etwas wohlwollendere kritik auf spiegel online.)
beowulf return to the shieldlands

gähn.
bis minute 25 durchgehalten, dann musste ich aufhören. klassisches trittbrett-fernsehen. nicht auszuhalten.
sherlock: the abominable bride

leider total überkandidelt. überreizt und zu hoch gestapelt. man sieht das produktionsteam, den regisseur, die drehbuchautoren den ganzen film über im hinterkopf, wie sie sich die hände reiben und sich für ihre genialen einfälle, schnitte oder inszenierungsideen selbst gratulieren. das ist leider schwer anzusehen und auszuhalten.
täuschungen, tricks, illusionen, andeutungen sind, wie alle anderen unterhaltungsformen (und substanzen), eine frage der dosis. sherlock ist definitiv überdosiert.
leider muss ich zugeben, dass mir einige der einfälle der selbstzufriedenen sherlock-ausdenker ganz gut gefallen haben. trotzdem hat das nur für zwei sterne gereicht.
(ohne zu viel zu verraten, am ende wird der samen für mindestens eine weitere folge sherlock gelegt. leider.)
[nachtrag 03.01.2016]
bei den serienjunkies eine längere kritik, die zwar die ganze geschichte spoilert, aber etwas ausführlicher und begeisterter als meine ist.
the graham norton show, new years eve 2015/16 (s18)

(jennifer lawrence, eddie redmayne, will ferrell und mark wahlberg)
jennifer lawrence war wieder zuverlässig witzig und self deprecating, eddie redmayne hab ich kaum verstanden, aber ich glaube er war auch witzig. will ferrel ist irre komisch, aber auch ein bisschen mitleidserregend, weil er offenbar seine witzboldrolle nicht verlassen kann und an schwerer witzelsucht leidet. mark wahlberg hat sich in der sendung viermal bekreuzigt, einmal nachdem er einen witz auf kosten von will ferrell gemacht hat, der die worte „shit“, „fuck“ und ich glaube auch „asshole“ enthielt. die jungen musikanten, die später auf die bühne kamen, mochten ihn aber sehr, sehr gerne.
(auch auf youtube)
central park - das herz manhattans (3sat)
in der 3sat mediathek angesehen, allerdings nach 14 minuten abgeschaltet, weil ich die unsinnige musik, die pompösen kamera-, drohnen- und steadycameinstellungen, aber vor allem die inhaltsleere nicht mehr aushielt. das was hier bei mediasteak.com über den central park steht ist informativer und kompakter als die ganze sendung. grässlicher, wunderschön gefilmter, pseudo-doku-stuss.
@hughesroland seems the people and actions are on interesting axi and regions pic.twitter.com/2THCzlBF2T
der spiegel lobt in einem hintergrund-artikel zu diesem tweet die proportionen des bildes:
Im Netz wird vor allem der, nun ja, künstlerische Wert der Aufnahme gelobt. Das Bild entspreche nahezu perfekt des in der bildenden Kunst wichtigen Goldenen Schnitts, merkte etwa ein Nutzer auf Twitter an.
auf der startseite des spiegels kümmert sich die artdirektion allerdings nicht um die perfekten schnittverhältnisse des bildes und beschneidet es nach gutdünken:
[nachtrag 02.01.2016]
ah, twitter ist auch so frei zu schneiden:

usabilityalptraum

wired hat eine liste eine fotostrecke von den 15 angeblich besten serien 2015 zusammengestellt. es zeigt sich, dass das eigentlich ganz gute wired-redesign durchaus seine schwächen hat. neben den verwirrenden buttons ist das grösste ärgerniss, dass die fotostrecken mobil (iphone 5S) nicht benutzbar sind.
von den 15 aufgezählten serien habe ich überhaupt nur 4 gesehen (und für OK befunden):
- mad men: hatte in den ersten staffeln ein paar hänger, aber ich fand die letzten staffeln überragend und auch das ende befriedigend
- inside amy schumer: ausser ein paar clips davon auf youtube wollte und konnte ich mir nicht mehr davon ansehen
- empire: steht auf meiner zu-sehen-liste
- hanibal: nach einer folge aufgehört
- jessica jones: gute serie, hat mir sehr gefallen, kommt aber nicht über das label sehr gute mittelgute serie hinaus
- last week tonight: guck ich immer wieder gerne, aber nur gelegentlich. für regelmässiges sehen ist mir das zu anstrengend und zappelig
- mr. robot: eindeutig die beste und überraschenste serie 2015
- transparent: nicht gesehen
ich würde noch folgende hinzufügen: the knick, fargo, the returned (les revenants), the leftovers, justified und, wie jedes jahr, the good wife.
the graham norton show s18e12

(mit carrie fisher, daisy ridley, john boyega, david beckham, kylie minogue)
david beckham finde ich äusserst unsympathisch, aber in dieser sendung hat er es geschafft ein paar sympathien zu gewinnen. schön war auch der kontrast zwischen kylie minogue und carrie fisher: letztere fletzte sich ungehemmt auf dem sofa rum, kylie minogue behielt steif, und die spannung in jeder sichtbaren gliedmasse bewahrend, in jeder sekunde ihre haltung. carrie fisher ist, trotz ihrer offenbar ruinierten zähne, sehr, sehr witzig und sympathisch. von den beiden neuen, aufstrebenden star-wars darstellern ist mir nichts in erinnerung geblieben.
(auch auf youtube)



