die (fast) täglichen links hab ich heute beim bildblog, bzw. bei 6vor9 gepostet. das mach ich morgen auch nochmal.
von gestern mittag bis heute mittag lief wirres.net gar nicht bis holprig. mein server-vermieter (kein eigentum, kein haus, nur ne kleine wohnung in einem mehrfamilienhaus) hat den server auf dem ich mich seit fast 10 jahren eingemietet habe auf neue hardware umgezogen. das hatte auch zur folge, dass die lange angedrohte umstellung auf php5 und apache2 erfolgte. das hat leider alles nicht so toll geklappt, einerseits weil der apache auf einige alte einträge in der .htaccess-datei zickig reagierte und andererseits weil ein paar einstellungen nicht vom alten zum neuen server mitgezogen wurden. jetzt sollte alles wieder funktionieren.
theoretisch sollte jetzt auch alles etwas schneller funktionieren. ob der server allerdings so stabil ist, dass er eine erwähnung in einem tweet von @timpritlove oder @sixtus verkraftet, glaub ich noch nicht so ganz. mal schauen. vielelicht schreib ich ja mal was ausreichend interessantes um das zu testen.
Markus Rindermann hat das viel gelobte Layout der deutschen WIRED entwickelt. Er wird die Optik des Magazins auch weiterhin als Art Director verantworten.
echt? „viel gelobte Layout“? ich hatte das gefühl, die rezensionen der ersten deutschen wired ausgabe einigermassen verfolgt zu haben. im gedächnis blieb zumindest mir wenig lob für das design. was mir im gedächnis blieb war massive kritik am design, durch das der redaktionelle und der werbeteil mitunter nicht voneinander unterscheiden zu waren. ich hab also nochmal nachgesehen. eine suchanfrage nach „deutsche wired design“ ergab nicht allzuviele treffer.
Das Design stört allerorten meinen Lesefluss und beschießt mit penetrantem Aktionismus den Sinn der Texte, als hätte man Dutzenden von Freelancern gesagt: Los, macht es schön. Und schön ist es dann auch geworden. Menschen mit Sinn fürs Detail sollten einmal jeden Pfeil verfolgen und versuchen, seine Bedeutung einem Gegenüber in einer Kommunikationsform auszudrücken, die vor Internet, Buchdruck und Schrift prägend war.
viel mehr hab ich auf den ersten paar trefferseiten von duckduckgo oder google nicht finden können. also hab ich mal auf die ersten „medienreaktionen“ geschaut, die thomas knüwer damals im wired.de-blog gesammelt hat: nichts zum design bei etwas lob off the record:
Denn spätestens ab der Mitte des Heftes gewinnen Layout und Illustrationen eine gewisse Leichtigkeit, Verspieltheit und auch Übersichtlichkeit und Zugänglichkeit. Da setzt das Heft wirklich optische Akzente. Dazwischen wunderbare Bildideen, Fotostrecken und kleine, feine inhaltliche Sprengsel […].
ein bisschen, etwas zurückhaltendes lob bei dradio wissen von thomas knüwer himselbst, nichts über design oder gestaltung in einer weiteren blattkritik bei der wuv.
stefan winterbauer meckert (zu recht) im interview mit moritz von laffert auf meedia, dass die gestaltung „die Grenzen zwischen Redaktion und Werbung“ verwische. die blattkritik von stefan winterbauer auf meedia sagt auch nichts zur gestaltung oder dem design ausser:
Man hat aber offensichtlich die Strecken so gestaltet, dass sie exakt so aussehen, wie der redaktionelle Teil.
gestalterisch trägt das heft für meinen geschmack ein bisschen zuviel ornament. möglicherweise wurde aus dem guten vorsatz opulenz im eifer des gefechts schnörkel.
die verschnörkelte heftgestaltung ist gleichzeitig irre trend-fixiert. das führt bedauerlicherweise dazu, dass zum beispiel die aktuelle lenovo-kampagne die gleiche visuelle sprache spricht, wie viele redaktionelle seiten. durch das ganze heft hinweg sind werbung und inhalt kaum voneinander zu unterscheiden.
hört sich auch nicht nach lob an. unter meiner blattkritik hab ich ein paar andere blattkritiken verlinkt. mal sehen ob da das viele lob zu finden ist. christian stöcker:
"Wired" ist auf mattes, handschmeichelndes Papier gedruckt. Man fasst das Heft gerne an.
und
Das Layout ist verspielt bis chaotisch, und wenn es auf Papier schon nicht blinken und flackern kann, dann kann man doch wenigstens an jeder zweiten Ecke noch ein kleines grafisches Element plazieren, typografische Spielereien à la M.C. Escher einbauen. Das Heft quillt über vor Fotos und teils zauberhaften Illustrationen, die Aufmachung wechselt häufig von einer Seite zur nächsten.
Das Layout hingegen ist, welch Glück, nur leicht ans Original angelehnt, nicht so zerfasert-fusselig, sondern aufgeräumt im besten Sinne, mit wohldosiertem Weißraum und einleuchtender Leserführung.
Beim ersten Blättern fallen mir – neben der guten Gestaltung – zwei Dinge negativ auf: Das Heft hat wenig Rhythmus, zu viele kleine Geschichten und letztlich keine große Geschichte, die bei mir hängenbleibt.
Der erste Teil bestehe hauptsächlich aus kleineren Elementen und Gadgets. Im zweiten Teil wirkten die deutschen Artikel eher wie in einer klassischen Zeitschrift, etwas länger als sonst bei "Wired" üblich und das Design der Seiten ist "etwas konventioneller". Wobei Engel dies begrüßt: "Denn zu viel Design macht das Magazin unübersichtlich."
möglicherweise bin ich nicht so klug, aufmerksam und belesen wie alexander von streit. aber viel mehr von dem vielen lob für das design der deutschen wired konnte ich nicht finden. vielleicht kann mir ja jemand helfen?
[nachtrag, 22:32h] ich habe dem text noch lob hinzugefügt, das ich beim ersten durchscannen in einigen der verlinkten artikel übersehen hatte. aber viel oder gar viel uneingeschränktes lob konnte ich nicht finden. oder bin ix zu negativ?
benjamin stuckrad barre hat möglicherweise probleme von seinen honoraren zu leben. diesen eindruck kann man bekommen, wenn man beobachtet wie er mit satire und witzen die sich gegen ihn richten umgeht: indem er die hand aufhält.
im jahr 2000 klagte er (laut wikipedia und sz) vom internetportal thema1 die einen witz über ihn gemacht hatten ein „schmerzensgeld“ von 30000 DM ein. 2001 klagte er gegen die titanic, die gefakte anzeigen für die lesereise stuckrad barres mit bildern von den mördern stefan jahn und timothy mcveigh illustriert hatte (wegen der „frappierenden Frisurenähnlichkeit“).
ich habe benjamin von stuckrad barre übrigens nie „arschloch“ genannt. aber ich versteh das was ich mache und nicht mache auch nicht immer.
was ich aber auch nicht verstehe: bvsb lebt davon sich über andere leute lustig zu machen. zuletzt über jürgen fliege. warum hält er das selbst nicht aus?
abgesehen von der blödsinnigen frage und der frage warum sich fernsehsender und fernsehköche unbedingt als losverkäufer betätigen müssen (jaja, schon klar, wegen des geldes), frage ich mich ob diese preisangabe für anrufe aus dem mobilfunknetz witzig oder arschig ist.
ich poste zwar fast nie videos, aber wenn ich mal welche poste mache ich das jetzt mit einem HTML5-videoplayer. dem projekktor. das klappt in alten artikeln mit verlinkten mp4-dateien, oder per CMS eingebetteten youtube-videos. youtube-videos bei denen ich den html-einbettcode benutzt habe bleiben natürlich wie sie sind, was auch nicht schlimm ist, da sie einerseits dank eines kleinenhacks auch reaktionsfähig (responsive) sind, also immer maximal so breit wie die seite. aber die HTML5-videos sind natürlich auch responsive und per CSS-gestaltbar. das ergibt ne wunderschöne fehlermeldung, falls das eingebettete video nicht mehr da ist, zum beispiel weil watchberlin zu gemacht hat.
[nachtrag 05.02.2012, 23:20] beim eingebetteten maus-.mp4 hatte ich wohl nen fehler gemacht: das poster, also das bild das vor dem play angezeigt wird war falsch (ohne domain) referenziert. so gehts jetzt ohne auto-play. beim einbetten von youtube videos geh ix glaub ich zurück zum youtube-iframe-einbett-code. der spielt auch auf iOS-gedöns und im feed, glaub ich. oder ich bette es ohne controller-option ein, dann wird nur das poster angezeigt und drunter ist der youtube-link. ach, was weiss ich, vielleicht poste ich einfach keine videos mehr — und wenn doch hinter dem sprung, dann wirds nicht im feed angezeigt.
[nachtrag 18.02.2012] ich habe nochmal was geändert: sowohl youtube-videos, als auch die von vimeo und die die ich per projekktor abspiele zeigen jetzt standardmässig nur das „poster“-bild an. als einfaches bild. in browsern die javascript aktiviert haben, lade ich per jquery den einbettcode nach und das video speilt per autoplay ab. browser ohne javascript werden einfach zur video-quelle weitergeleitet. das hat zwi vorteile: im RSS feed oder altertümlichen browsern wird ein bild angezeigt (das können alle browser und feedreader), alle anderen sehen das eingebettete video. der andere vorteil ist, dass die einbettcodes oder der flash-player erst separat aktiviert werden, also nicht beim pageload laden. damit telefoniert der browser des besuchers nicht unaufgefordert zu youtube, vimeo oder sonstwem.
auch das poster bild wird nicht direkt bei youtube oder vimeo abgeholt, sondern bei mir zwischengespeichert und mit einem play-button versehen. ich finde die lösung jetzt beinahe optimal.
wir haben jetzt einen dörrautomaten. darin kann man einen sack in geschälte und in scheiben geschnittene äpfel legen, 8 stunden laufen lassen und danach eine tupperschüssel getrocknete apfelschiben rausholen. lässt man sie 12 stunden drin, hat man apfelchips. 24 stunden bei 500 watt kosten ca. einen euro strom, das kommt am ende billiger als trockenobst im laden zu kaufen. und dörren kann man wirklich alles: tomaten, fruchtmus (ergibt fruchtgummi), ananas — und alles ist lecker. die anschaffung des jahres.
ich weiss nicht, bin ich zu doof zum iphone-twittern oder ist das ein bedienungsfreundlichkeitsproblem? wahrscehinlich beides. wieder einen tweet ins falsche account abgesetzt und ausserdem vertippt. also den witz nochmal hier, korrekt verdingst:
winter ist die zeit im jahr, wo man das bier in den kühlschrank tut, ums warm zu halten.
kürzlich lief das kind an der bullerei, dem restaurant von tim mälzer vorbei. tim mälzer stand draussen. das kind rief ihm zu, dass sein stiefvater hin und wieder nach seinen rezpten koche und das das sehr lecker sei. das kind meinte, dass mälzer eher genervt reagiert hat: „er hat nur irgendwas unfreundliches gegrummelt. jaja, oder so. vielleicht hat er gemerkt, dass ich ein bisschen betrunken war.“
aber recht hat das kind. fats alles was ix von mälzer nachkoche schmeckt. ausser wenn kein fleisch, zuviel gemüse oder tofu im essen sind. wenn ich mal was koche was nicht schmeckt, sagt die beifahrerin jetzt immer: „nicht von mälzer, oder?“
ich habe bei typekit mal ein account angelegt und dort die brevia von hannes von döhren ausgewählt/abonniert. die schrift ist schon etwas kompakter als die helvetica neue die ich zuerst als brotschrift ausgewählt hatte, ich hab sie aber noch einen ticken kleiner gemacht. auch die überschriften sind jetzt statt futura in brevia semibold gesetzt.
zuerst war ich kurz davor die ganze site mit der futura zu setzen. ich mag die futura ja sehr gerne, aber ich glaube dann hätte ich mir einiges von wegen lesabrkeit und so anhören können:
ein auge hatte ich auch auf die camingodos von jan fromm geworfen. sie ist der brevia gar nicht mal so unähnlich, hat aber weniger auffälligkeiten. die beifahrerin fand sie auf den ersten blick „zu glatt“. die brevia hat ein abgefahrenes, irritierendes kleines k, das g mag ich auch, auch wenn es unterstrichen nicht so super aussieht. auch die brevia-zahlen mag ich lieber. in der engeren auswahl war auch die gesta von rui abreu. der setzt sie auch auf seiner website als brotschrift ein und ich mag vor allem die buchstaben die unten rausragen (j, y, p und g).
jetzt bin ich mal gespannt, ob die brevia mich irgendwann anfängt zu nerven und vor allem wie das mit typekit funktioniert. typekit liefert die fonts von deren server, angeblich für alle betriebsysteme und browser. zumindest auf iOS funktioniert das ganz gut.
[die schrift und die grösse für die kommentare wird von echo festgelegt. ich habe eben mal probiert sie mit der brevia auszutauschen, das sah aber nicht so toll aus. deshalb lasse ich die kommentar-schrift auf der standard-einstellung, auch wenn das im gegenteil zu den anderen schriften etwas mikrig aussieht.]
wirres hat angefangen mit einem tabellen-basierten layout. ganz schreckliche konstruktionen waren das damals, aber so hat man das halt damals gemacht.
vor ein paar jahren habe ich das layout dann ohne tabellen, mit CSS und HTML gebaut.
jetzt fand ich es an der zeit, ein layout zu bauen das zumindest ansatzweise auf HTML5 basiert. ansatzweise deshalb, weil die konstruktion, glaube ich, nichtmal im traum den validator-test besteht. aber auch das ist ein dauerzustand, seit beinahe 10 jahren. ausserdem war mir nach mehr weissraum und vor allem nach einem reaktionsfähigen (responsive) layout, ein layout also, dass keine separate mobil-site benötigt um auf mobilen geräten einigermassen auszusehen, sondern sich mit hilfe von media-queries an das ausgabegerät, bzw. die darstellungsfähigkeiten anpasst (das ist unter anderem hier ganz schön erklärt). denn auch das nervte mich ein bisschen, wie wirres.net auf dem mobiltelefon aussah. vor zwei jahren war ich kurz davor eine separate mobile version zu bauen, die die browser-kennung analysiert und entsprechend zur desktop- oder mobilvariante weiterleitet. das hätte aber für jeweils eine seite, verschiedene URLs erfordert. das fand ich dann doch irgendwie doof.
die basis für mein redesign war die HTML5 boilerplate. in diesem grundgerüst war die grundstruktur vorgegeben und bibliotheken wie modernizr.js, respond.js (bei mir noch nicht 100%ig implementiert) oder die CSS-ansätze für CSS-resets und media-queries enthalten, auf die ich aufbauen konnte. dank HTML5 ist die struktur der seite auch ansatzweise semantisch und etwas DIV-reduzierter als vorher. aber auch das ist noch verbesserungswürdig. ein paar microformate hatte ich bereits in der alten version eingebaut, neben hcard und dem datumsgedöns wie microformats es empfiehlt, ist jetzt auch das hnews-microformat, wie es von readability empfohlen wird, eingebaut. apropos datumsformat. bisher habe ich das datum immer so codiert, damit es suchmaschinen auch erkennen (bei google klappt das ganz gut):
da ich das datum jetzt zweimal anzeige, steht das jetzt weiterhin unten mit <abbr> codiert und oben in html (der time-auszeichnung traue ich noch nicht so ganz):
nach dem boiler-plate-grundgerüst hab ich mir die ia-seite ziemlich genau angesehen und von dort einige CSS-styles einfach übernommen. anfangs auch das raster und die in sich zusammenfallenden spalten-konstruktionen für weniger breite browser-fenster.
von der boilerplate und dem ia-design habe ich auch die schriftgrössen übernommen: 100% oder 1em. ob das so bleibt oder welche schriften ich künftig verwende überlege ich noch. das feedback auf die 100%-schrift war ja auch nicht so dolle. vielleicht ist das alles wirklich noch nen tacken zu gross.
der spass am responsive-design ist natürlich, dass man nicht für ein layout, sondern mindestens drei layouts gestalten muss. die seitenleiste mit den artikelbildern oder der „factbox“ die im desktop-layout links rausragt, hat im layout fürs telefon oder tablet keinen platz mehr, muss also hübsch kollabieren. so sieht das dann aus:
auch die dreiecke für die aufklapp-slider haben auf mobilen geräten keinen platz, dort werden also per mediaquery statt dreiecken plus- und minuszeichen angezeigt. auch die favicons bei den links rücken auf dem desktop (grösser als 1024px) nach links, bei kleineren layout nicht.
die navigation hat mir ein bisschen kopfzerbrechen bereitet. grundsätzlich wollte ich das layout so minimalistisch wie möglich haben, fand aber eine hauptnavigation ausschliesslich am fuss etwas zu minimalistisch. für telefone bleibts dabei, ein klick aufs logo springt an den fuss zur hauptnavigation, von wo aus man auch wieder hochspringen kann. auf dem desktop öffnet sich rechts ein slider, der die hauptnavigation, aber auch die hauptkategorien und ein paar einstellmöglichkeiten anzeigt. der nachteil ist natürlich, dass man zum navigieren immer mindestens zwei klicks braucht. der vorteil ist, dass man in so einem slider ne menge unterbringen kann und den rest der seite schön minimalistisch halten kann.
einstellungen
die werbung konnte man auf wirres.net schon immer abstellen. früher über einen button in der hauptnavi und die taste „w“ (wie werbung). das kann man jetzt im seiten-slider machen. wenn man will. ebenso kann man auf den übersichtsseiten eine kompaktansicht aktivieren, entweder per button oder mit der taste x. das geht auch schon seit ein paar jahren (weil ich es praktisch fand), war aber nirgendwo dokumentiert. das isses jetzt. früher war die darstellung allerdings einfach so, dass der ganze artikel per jquery ausgeblendet wurde, jetzt habe ich das statt wie anfangs angedacht mit einem jquery-plugin der die texte kürzt, mit der höhe der article-auszeichnung gemacht, die ich per CSS verkleinere, unten eine linie und in webkit und mozilla browsern noch einen CSS-schatten einblende (CSS-code für den schatten im google-reader geklaut). find ich ziemlich toll, da so auch die bilder angeteasert werden. weitere einstellungen über die ich derzeit noch nachdenke sind ein optionaler instapaper-button hinter jedem täglichen link („read later“) und eine option die schriftart auf serifen oder so umzustellen. das funktioniert natürlich alles mit keksen, der browser merkt sich die einstellung also (für zwei wochen — könnt ich eigentlich auch länger speichern?).
faltmenues und social buttons
das social-button-gedöns nervt eigentlich ziemlich, aus genau drei gründen. die facebook-, +1- oder flattr-buttons sind alle irre hässlich, erhöhen die ladezeiten und erlauben den betreibern die besucher zu tracken. deshalb habe ich für facebook, google und flattr schon länger als heise eine zwei-klick-lösung eingebaut. das heisst die buttons werden nicht nur ausgeblendet, sondern sind bei zugeklappten menüs auch nicht geladen. erst wenn man den button explizit aufruft, wird der javascript-code der jeweiligen betreiber nachgeladen und der button gezeichnet. das ist jetzt etwas leichter zu erkennen als vorher, aber eigentlich ein alter hut.
ebenso die anzahl der reaktionen die ich von einem unterprogramm per json bei google, facebook, delicious, twingly, echo, twitter und flattr abfrage und zwischenspeichere (15 minuten). so kann ich unter und über jedem beitrag dynamisch die anzahl der reaktionen anzeigen, ohne dass eine http-anfrage vom benutzer an den jeweiligen button-betreiber geht. die queries und den code dafür kann ich bei interesse gerne hier veröffentlichen.
die blase neben der anzahl der reaktionen habe ich bei spreeblick geklaut, die grosse blase mit den einzelnen zahlen, macht der jquery-plugin tipped. ohne javascript sieht man die zahl der reaktionen natürlich nicht. wobei die noscript-version der seite und die printversion noch baustellen sind.
CSS3 pseudo-klassen
irre was man mit CSS-selectoren so alles selektieren kann. oder anders gesagt: darüber habe ich in den letzten wochen so einiges gelernt. man kann mit CSS zum beispiel alle bilder selektieren, die das alt-attribut „*“ haben:
der selektor mit der url des bildes oder links ist ja bereits ein klassiker:
oder wenn man einen anker in der url hat, kann man die DIV oder die HTML auszeichnung mit der gleichen ID wie der anker selektieren und beispielsweise den hintergrund ändern (mach ich beispielsweise bei den permalinks für links (beispiel)):
keine pseudoklasse, aber auch sehr hilfreich folgender CSS-code:
damit werden beispielsweise bei iOS eingabe-felder die 100% breit sein sollen auch wirklich 100% breit angezeigt. ohne den code oben sind bestimmte felder trotz der 100%-breiten-deklaration breiter. trieb mich fast in den wahnsinn und sollte eigentlich in alle CSS-reset vorlagen mit aufgenommen werden.
keine selektoren, aber die CSS-transitions für effekte sind auch ganz toll und sparen ne menge jquery. das mokono-logo oben rechts hab ich vorher beispielsweise bei einem hover per jquery langsam ein und ausgeblendet. das geht jetzt per CSS. muss man nur wissen.
jquery
ich beschreibe jquery immer so: das ist so einfach, dass selbst ein honk wie ich es versteht. neben allerlei selbst zusammengehackten code, benutze ich neuerdings folgende plugins:
auf meiner todo-liste stehen noch ganz viele kleinigkeiten und beispielsweise ein HTML5-videoplayer, derzeit benutze ich einen flash-plugin ohne HTML5-fallback von 1975.
technisch begeistert mich das neue layout ziemlich doll. ich habe viel gelernt und habe noch viel zu lernen, was HTML5, semantik, schlanken aufgeräumten code und so angeht. sehr schön gemacht, vor allem im hinblick auf den code hat jeriko sein responsive-design übrigens. ein sehr schönes reaktionsfähiges layout, sauber gecodet. unübertroffen natürlich ia. oder diese 10. oder das wordpress react theme. alles ziemlich toll. und viel arbeit.
auch wenn das neue layout (noch) nicht allen gefällt und sich sicher noch ändern wird, mir gefällt die haptik der seite jetzt wieder. fühlt sich einfach besser an. und das war ja auch der sinn der aktion.
in den db-lounges gibts neuerdings kostenloses wlan. wenn man sich allerdings in den wlan-hotspot einklinkt und die startseite (bzw. irgendeine seite aufruft), bekommt man nur den quelltext der login-seite zu sehen.
im quelltext stehen freundlicherweise die logindaten im klartext, mit denen man sich auf der regulären hotspotseite (die eigenartigerweise funktioniert) einloggen kann. die logindaten lauten:
login: „G-Bahnlounges.rs@t-mobile.de“ passwort: „ f8w9lrf6k“ (mit einem leerzeichen am anfang!)
mit diesen logindaten sollte man sich eigentlich überall in telekom-hotspots einloggen können. danke telekom.
[nachtrag 02.02.2012 12:30]
ich weiss nicht wie es bei anderen hotspots aussieht, aber als ich mich heute früh in altona in einen telekom-hotspot einwählen wollte hat er das passwort nicht akzeptiert. kann natürlich auch sein, dass ich mich vertippt habe — oder dass die telekom den zugang mit dem lounge-passwort tatsächlich auf hotspots in den db-lounges beschränkt hat. obwohl ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann. scheint aber so, schreibt auch nico in den kommentaren.
ich habe gestern, quasi in vor letzter minute meinen vorschlag für meinen vortrag auf der republica 12 eingereicht. da ich bisher nur ein paar vage ideen habe und das thema relativ unscharf formuliert ist, würde ich mich natürlich freuen hier feedback oder gar impulse für den vortrag zu bekommen. und natürlich würde ich mich freuen, wenn der vorschlag vom organisationskomitee der republica angenommen würde.
soylent green, äh, the internet is people!
die sogenannte reale welt, unsere zivilisation, ist voll mit virtuellen und künstlichen konstrukten: geistiges eigentum, weltfinanzsystem, landesgrenzen, nationalitäten, hitparaden, vollbeschäftigung — um nur einige zu nennen die mir in der viel zu kurzen vorbereitungszeit für diese bewerbung einfielen.
auf der anderen seite wird dem ebenso künstlichem konstrukt der „netzgemeinde“ häufig vom nicht minder virtuellen konstrukt der politischen und journalistischen klasse vorgeworfen, weltfremd und in virtuellen konstrukten beheimatet zu sein.
ist es aber nicht vielleicht eher so, dass das angeblich virtuelle, algorithmische und raumslose viel realer, viel einflusstärker ist, als wir alle uns das vorzustellen vermögen? ist in wirklichkeit das was wir uns bisher als realität vorstellen, viel konstruierter und geistiger als die angeblich virtuelle, computer- und netzbasierte welt?
um diese steile these ansatzweise zu belgen, werde ich mit hilfe von architektur, hobby-soziologie und -kulturwissenschaft, musik, film, dem netz und sozialen netzwerken aufzeigen, wie virtuell die welt in der wir leben bisher ist und wie sehr das angeblich virtuelle hilft die realität zu formen, erleben und zu erkennen.
ich habe wirres.net mal ein bisschen umgestaltet. möglicherweise klappt noch nicht alles. wenn was kaputt ist oder nicht funktioniert, bitte einen kommentar hier drunter und ich reparier es. was ich wie und warum gemacht habe schreib ich später gesondert auf.
kurz vorher hate ich diesen spon-artikel gelesen, in dem die empörung im internet beschrieben wurde, die die äusserungen des chefs des filmindustrieverbandes MPAA chris dodd hervorriefen, als der drohte, obama künftig keine spenden mehr für seinen wahlkampf zu geben, weil obama sich gegen ein das SOPA-gesetzesvorhaben ausgesprochen hatte.
offensichtlich glaubt dodd, dass die tatsache, das man politiker unterstützt und diese unterstützung mit der künftigen verfolgung der eigenen interessen verknüpft irgendwie normal sei. soweit ich weiss ist es auch in der amerikanischen politik üblich, dass politiker sich dem wohl des volkes verpflichten und nicht dem wohl ihrer finanziellen unterstützer. in deutschland, das habe ich zumindest in der schule gelernt, ist ein abgeordneter im bundestag seinem gewissen verpflichtet — und nicht seinen spendern oder sonstwem.
die haltung die aus dodds äusserungen spricht, empfinde ich in der tat mafiös. alles was ich aus medien, film und fernsehen über die mafia weiss folgt dem gleichen muster: ich helfe dir, du hilfst mir, aber wenn du nicht loyal bist, bist du am ende.
Bestechung begeht, wer einem Amtsträger (Wahlamt, Beamter, Angestellter im öffentlichen Dienst usw.), einem für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr als Gegenleistung dafür, dass er eine Amtshandlung vorgenommen hat oder künftig vornehmen wird, einen Vorteil für sich oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt.
anders gesagt: wer spenden oder finanzielle unterstützung an bedingungen oder vorteilsgabe knüpft, begeht bestechung. dass genau das in den USA gängige praxis ist mag sein, aber der widerstand gegen diese schändliche praxis beginnt sich dort gerade zu formen. zumindest die etwas helleren menschen dort beginnen zu erkennen, dass etwas am system faul sein könnte.
obwohl mike masnik genau dieses problem das lawrence lessig und jon stewart kürzlich diskutierten, so zusammenfasst
The key point is not -- as some assume -- that money buys results, but that money buys access and attention, and Congress knows this.
zeigt sich spätestens durch die äusserungen dodds, dass spender etwas mehr als zugang und aufmerksamkeit erwarten.
und das ist auch das hauptproblem mit SOPA/PIPA. es ist eine gesetzgebung die ausschliesslich die interessen einer kleiner gruppe mit bestimmten wirtschaftlichen interessen berücksichtigt. formal demokratisch legitimiert, faktisch aber an der öffentlichkeit und ihren interessen vorbei.
das waren so in etwa meine gedanken, als ich johnny haeuslers überschrift las. dass johnny haeusler aber etwas ganz anderes in seinem artikel behandelte, nämlich die verharmlosung von kim schmitz und seinem megaupload-dings durch die piraten und anderen und schlussfolgerte
Sollten sich die Vorwürfe gegen Kim Schmitz und Kumpanen bewahrheiten, gibt es mindestens zwei Definitionen für den Begriff „Content-Mafia“.
hat mich dann doch ein bisschen enttäuscht, weil er über die andere art der definition für content-mafia nichts sagte.
ich glaube auch, dass wir es mit zwei arten von content-mafia zu tun haben. die einen wie kim schmitz, die (vermutlich) rechte anderer missachten und rücksichtslos für ihre eigenen profite nutzen und die anderen, die ihre rechte auch rücksichtslos gegen die (bürger-)rechte und interessen anderer durchzusetzen versuchen, um ihre profite zu maximieren.
beide „content-mafias“ sind extreme, an gegenüberliegenden polen und beide haben augenscheinlich jedes mass verloren. die content-industrie möchte gerne leicher filtern, inhalte entfernen und hinz und kunz noch einfacher verklagen können, die anderen glauben alles sei OK was geht. völlig grössenwahnsinnig und in ihrer selbsteinschätzung komplett allem irdischen entrückt, sind beide.
und dann war da noch christoph keese. der meint, dass eine gesetzesinitiative, die es rechteinhabern noch leichter macht leute zu verklagen, inhalte aus dem netz zu entfernen und eine zensurinfrastruktur aufzubauen, sei eine prima sache, „maßvoll und durchdacht“. er „analysiert“ den gesetzentwurf auf vielen seiten in seinem „privaten“ blog, in dem er auch hin und wieder gegen urheberrechte verstösst. keese verharmlost die gesetzesvorlage nach kräften, behauptet, dass sich das gesetz ausschliesslich auf ausländische seiten beziehe und ohnehin vorhandene rechte der rechteinhaber gegen „Netzpiraterie“ stärke. auch ein missbrauch sei so gut wie ausgeschlossen.
ich habe keeses text gelesen, werde mich aber nicht auf allzuviele details eingehen, ich will nämlich heute abedn noch eine DVD die ich mir privat geliehen habe ansehen. aber drei dinge sind mir aufgefallen:
einerseits argumentiert keese, wie gesagt, dass das gesetz ausschliesslich ausländische seiten betreffe:
Wichtig an dieser Stelle ist vor allem die Definition von „Foreign Internet Site“, denn die neuen SOPA-Rechte des Staates gegen Piraten erstrecken sich ausschließlich auf ausländische Seiten.
aber wie kann man technisch oder juristisch unterscheiden ob eine site „ausländisch“ ist? am domainnamen? bit.ly ist keine lybische site, sondern eine amerikanische, obwohl ihr domainname nicht in amerika registriert ist. und ist beispielsweise axel-springer.nl ein niederländisches unternehmen, weil es eine niederlänsische domain benutzt?
dann verharmlost er die neuen zivilrechtlichen klage-rechte, die der gesetzentwurf rechteinhabern einräumt:
Amerikanischen Rechteinhabern wird damit das Recht eingeräumt, zivilrechtliche Ansprüche, die sie heute schon haben, auch gegen die inländischen Geschäftspartner ausländischer Webseiten durchzusetzen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sich. [schreibfehler ausnahmsweise nicht von mir, sondern von keese]
seiten die piraterie ermöglichen, egal ob inländisch oder ausländisch können in grund und boden geklagt werden. wer nicht die mittel für eine schlagkräftige rechtsabteilung hat, sollte künftig lieber die finger von websites lassen, die nutzerinhalte erlauben. denn jeder link auf beanstandete seiten der von benutzern gepostet wird, öffnet die möglichkeit für rechteinhaber zu klagen. das kann man unter anderem hier nachlesen. oder hier.
viel rätselhafter aber ist, warum christoph keese zwar die gesetzesvorlage fleissig „analysiert“, aber nicht ein wort, nicht einen gedanken daran verschwendet, was diese netzpiraterie denn nun eigentlich ist, wie piraterie genau definiert ist? oder wer ist ein pirat? bereits jetzt können rechteinhaber familien-videos von youtube entfernen lassen, wenn im hintergrund urheberrechtlich geschütze musik läuft. das amerikanische FBI kann die verhaftung von deutschen staatsbürgern in neuseeland verlassen, wenn der verdacht besteht, dass sie urhebrrechte verletzt haben. aber wo läuft die grenze zwischen herrn kunz der sein baby filmt während das radio läuft und auf youtube lädt und kim schmitz? ist keese ein pirat, weil er auf mario sixtus’ urheberrecht scheisst und gegen seine lizenzbedingungen verstösst? wo ist der unterschied zwischen dem bereitstellen von torrent-dateien oder suchergebnissen und journalisten die auf facebook oder in anderen medien öffentlich einsehbare fotos klauen um ihren boulevard-scheiss zu illustrieren?
was ist piraterie? wer sind die piraten die es zu bekämpfen, zu filtern oder zu verklagen gilt? warum reichen die vorhandenen gesetze nicht aus (mit denen man bereits erfolgreich gegen kino.to, axel-springer-bilderklau oder megaupload vorgehen kann), bzw. warum werden im gegenteil die gesetze nicht so stark vereinfacht, dass auch journalisten wie christoph keese sie verstehen und beispielsweise fotos lizenzrechtlich einwandfrei verwenden können ohne in die fallen des urheberrechts zu tappen? /via rivva.
[nachtrag 25.01.2012, 01:12h] netzpolitik:
Aussagen von MPAA-Chef Chris Dodd, der den direkten Zusammenhang zwischen dem Geldfluss an Politiker und der Unterstützung der Gesetzesvorhaben durch diese bestätigte, hatten denn auch eine Petition mit derzeit knapp 27.000 Unterzeichnern zur Folge, in der das Weiße Haus aufgefordert wird, gegen Dodd wegen Bestechung zu ermitteln.
eben gabs nach einem kleinen unwetter (so gegen 17:00h) in hamburg eine massive störung bei o2: weder mein o2-DSL-, noch mein o2-G3-internet funktionierten danach. dementsprechend konnte ich nicht mehr über das festnetz telefonieren, das handy funktionierte aber noch. dem o2-premium-hotline-märchenonkel rutschte dan raus: in hamburg ist immer ne störung. aha. dann fiel er aber wieder in den schulungsmodus und leierte dann den standardsatz „aufgrund von unerwartet hoher verkaufszahlen von smartphones ist in weiten gebieten mit einschränkungen im mobilen datenverkehr zu rechnen“. nee. ne DSL-störung habe er nicht auf dem schirm, er verbinde mich aber mal weiter an die DSL-abteilung.
die DSL-abteilung sagte mir dann nach 20 minuten wartezeit, dass es eine störung gebe, die kollegen wären schon dran, sie könne mir aber gerne ne SMS schicken, wenn die störung behoben sei. ich schwunzelte und sagte: oh, da würd ich mich aber freuen, bei den letzten 20 störungen die ich gemeldet habe, haben sie mir das auch immer versprochen — und ich hab nie ne SMS bekommen. da musste auch die callcenterfrau lachen. ne sms hab ich bekommen:
Lieber o2 Kunde, die von Ihnen gemeldete Störung wird unter der Fall-Nr.: 579649449 bearbeitet. Ihr o2 Team!
obwohl das DSL-geraffel seit 19:30h wieder funktioniert, hab ich (natürlich) bisher keine störungsbehebungs-SMS bekommen. und werde auch keine bekommen. warum verspricht o2 ständig sachen, die sie nicht einhalten können? kundenmissmutigkeitsmassnahmen?
[nachtrag 20.01.2012] mein erstes mal, ein kleines wunder:
Lieber o2 Kunde, wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, das die Störung mit der Fall-Nr.: 579649449 behoben ist. Ihr o2 Team!
auch wenn die SMS orthografisch von mir sein könnte, will ich mich jetzt einfach mal freuen.
wenn DuckDuckGo nicht in der Liste steht, zu duckduckgo gehen und unten rechts klicken („Add to Chrome“)
„als standard festlegen“ klicken
fühlt sich am anfang etwas komisch an, aber ich mag jetzt schon den minimalismus von duckduckgo. so war google auch mal. ich probier das jetzt mindestens ne woche aus. wenn ich unzufrieden bin, probier ich bing ne woche aus.
was tatsächlich unter umständen bald an duckduckgo nerven könnte ist die vornehmliche ausrichtung auf den us-markt. [nachtrag: man kann die ausrichtung der suchergebnisse auf verschiedene regionen einstellen] keine deutsche version, keine deutsche lokalisierung. aber vielleicht ist das ja auch gut so. ich mag jetzt auf jeden fall schon die !bangs und die keyboard shortcuts.
ins internet zu schreiben macht mir auch nach über 10 jahren spass. hat nie aufgehört. am liebsten schreibe ich nach wie vor hier ins internet. twitter folge ich fast gar nicht per twitter.com oder app, sondern indirekt per flipboard oder rivva.de. auf google+ kann man manchmal ganz nett diskutieren, meistens aber eher spackig. facebook läuft bei mir auch per flipboard rein, ansonsten benutze ich es vor allem zum gratulieren, veranstaltungen zu denen ich eingeladen werde abzulehnen oder um familien- oder freundesbilder anzugucken.
sachen die ich hier ins internet schreibe pack ich glegentlich auch auf google+ oder facebook, aber nicht systematisch und stringent.
seitdem ich regelmässig links hiereinlaufen lasse wundere ich mich und lerne ich ständig neu. sachen die ich als artikel hiereinschreibe bekommen regelmässig viel mehr feedback, wenn aber mal die links morgens ausbleiben, pingt mich regelmässig jemand an und fragt wo denn die links bleiben. die links werden also gelesen und geklickt, aber eben weniger gefeedbackt. trotzdem machts spass (und arbeit), vor allem deshalb weil das linken und kommentieren per pinboard so informell, unkompliziert und zur not auch per handy geht.
erstaunlich: es hat auf anhieb geklappt (app öffnen, vorgeschlage adresse stimmte, auch die hausnummer, „bestellen“ klicken, frage ob die bestellung ernstgemeint ist bestätigen, kurz warten, bestätigung erhalten).
praktisch: es wird angezeigt wie der taxifahrer heisst, wo er gerade ist und wie lange es dauert bis er da ist.
besonders praktisch: die angezeigte zeit bis zur ankunft des taxis stimmt. aus dem haus gehen und im gleichen moment das taxi vorfahren sehen ist ziemlich praktisch.
wenn das immer so gut klappt, müssen sich die klassischen taxizentralen warm anziehen.
am ende kann man den taxifahrer bewerten. ich frage mich, ob der taxifahrer am ende den fahrgast auch bewerten kann.
ich glaube christian wulff sollte ein paar schlücke tigerblut trinken und bleiben. alleine schon um dem schmierigen kai diekmann nicht den triumph zu gönnen, künftig behaupten zu können, dass er präsidenten stürzen könne. der leicht hysterischen presse insgesamt gönnte ich einen rücktritt auch nicht. nicht dafür. wulffs fehltritte sind allesamt irre peinlich und offenbaren eine völlige unfähigkeit menschen hinter sich zu bringen und sich positiv darzustellen. aber meiner meinung nach sind sie kein rücktrittsgrund.
politisch begabten menschen bieten solche skandale die möglichkeit sich zu stärken, unterstützer zu gewinnen und sich zu profilieren. wulff kann das nicht. er bewegt sich auf dem politischen parkett wie ein kleinkind. niedlich, aber ungeschickt.
nur wegen dieser ungeschicklichkeit, bzw. wulffs unfassbar schlechten krisenmanagement, erscheinen seine fehltritte so empörend. aus der distanz, zum beispiel in ein, zwei jahren, betrachtet, wird das jedem auffallen: „warum haben wir uns darüber aufgeregt, statt zu lachen?“
nein. die pressefreiheit hat wulff mit seinem anruf bei diekmann nicht mal im ansatz gefährdet. dass es bei wulffs anruf bei diekmann nicht um pressefreiheit geht, stellt max steinbeis schön heraus:
Die Pressefreiheit, die mir wichtig ist, ist nicht die Freiheit von Herrn Diekmann, von Anrufen der Opfer seiner Methoden verschont zu bleiben, auch nicht, wenn diese höchste Staatsämter bekleiden. Solange er ihm nicht die Polizei auf den Hals schickt, soll er von mir aus Herrn Diekmann Tag und Nacht anrufen.
auch die vorteilsnahme oder -gabe im amt hat wulff sicher nicht weitergetrieben als jeder andere ministerpräsident vor ihm in hanover. er ist nur nicht fähig sie so gut zu vertuschen vorteilhaft darzustellen.
dass wulff unfähig und langweilig ist, war bereits vor seiner wahl zum bundespräsidenten jedem klar. dass er in den letzten 3 wochen den beweis dafür geliefert hat, ist kein rücktrittsgrund.
wulff sollte (und wird) jetzt nicht zurücktreten. er sollte aber von nun an schweigen. den rest seiner amtszeit schweigend — so kann ich mir wulff sogar ganz präsidial und würdevoll vorstellen:
wullf schweigt erneut zu den gegen ihn erhobenen vorwürfen. wulff schweigt zur tagespolitik. wulff macht staatsbesuche und spricht kein wort. er gibt interviews und sagt kein wort. er schweigt die neujahransprache. er ernennt und entlässt schweigend minister. und unterschreiben tut er eh nix. das wäre mal was.
aber zurücktreten und den journalistendarstellern im springer-verlag einen triumph gönnen? das nicht zuzulassen, ist wulff der gesellschaft schuldig.
junge, junge. das hätte ich nicht gedacht. gero von randow ist nicht mehr der jüngste, aber was für ein aufreisser! wo wir normalsterblichen schon überfordert sind, in gemütlichen, demokratisch und rauchfrei geführten gaststätten junge frauen kennenzulernen, schafft es gero von randow mitten in den tunesischen revolutionswirren, in tränengasschwaden gar, eine junge („sie war 20 jahre alt“), gutaussehende („sie war hübsch und hatte lange haare“) und tapfere junge frau kennenzulernen. gero von randow:
Safa lernte ich im Januar 2011 in Tunis kennen, da war sie 20 Jahre alt und der Diktator noch an der Macht. Sie stand an eine Mauer gelehnt, zitternd und weinend, inmitten einer Schwade aus Tränengas. Tapfere junge Leute waren das, die im Polizeistaat Ben Alis demonstrierten; etwa 300 von ihnen starben während der Revolution.
[ich kann das wegen meiner pathos-allergie leider nicht weiterlesen. obwohl der text vielleicht auch der pathos-hypersensibilisierung dient?]
One of the main skills of research scientists of any type is knowing how to work comfortably and productively in a state of confusion.
das passt ja super. so gesehen bin ich voll der wissenschaftler. ich komme gut und produktiv zurecht mit meiner ahnungslosigkeit und der verworrenheit der meiner welt. obwohl ich es ein bisschen differenzieren würde:
ich möchte gerne alles wissen, kann aber gut damit leben, nicht alles zu verstehen.
dazu passt im weitesten sinne, was markus spath schreibt: mit ahnungslosigkiet muss man leben lernen, genau so wie mit dem informationsüberfluss.
auch wenn der folgende text wenig fragezeichen beinhaltet, so glaube ich, dass das vor allem fragen und kaum antworten sind die ich anzubieten habe. konkret geht es um ein ziemlich bescheuertes foto, das laut google-bildersuche auf ein paar tausend webseiten veröffentlicht wurde und dessen fotograf das nicht OK fand und ein paar blogger die das bild benutzt haben eine rechnung schrob. ole reissmann hat das für spiegel-online aufgeschrieben. carsten herkenhoff ist einer der betroffenen blogger die das foto benutzt haben, hat seine sicht der dinge hier aufgeschrieben.
"Stimmt schon, es gibt kein Unrechtsbewusstsein. Aber es gibt auch keine Bemühungen, eines zu schaffen." schreibt +Felix Schwenzel . Wir haben "kein moralisches Problem"? Die Kommentare zu einem aktuellen Fall sprechen da leider eine ganz andere Sprache. Als Beispiel genannt: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806756,00.html
es gibt ein super beispiel dafür, wie man es schafft ein unrechtsbewusstsein zu schaffen — oder genauer, wie man es schafft den wert digital vertriebener schöpfungen zu visualisieren. louis ck hat gezeigt wie es geht: etwas anbieten was nicht kaputtgeDRMt ist, überall abspielt (wert) und darauf hinzuweisen, dass man an das gute im menschen glaubt (respekt) und die das die menschen freiwillig zahlen (bereitschaft), wenn man sie drum bittet und es ihnen einfach macht (komfort).
genau so erreicht man unrechtsbewusstsein, bzw. respekt vor dem künstler und dem werk: indem man die kunden ebenso respektvoll behandelt, ihnen den wert der eigenen arbeit klarmacht und ihnen so eine motivation und grund zu zahlen gibt.
das was der fotograf bei carsten herkenhoff macht wirkt eher kontraproduktiv auf das unrechtsbewusstsein. ja, klar, der fotograf, sein werk wurde respektlos behandelt, aber er behandelt seine kunden, also leute die seine bilder nutzen wollen auch tendenziell respektlos. der hinweis auf die unrechtmässigkeit der bildnutzung erscheint vor dem hintergrund der tausendfachen urheberrechtsverletzung (laut google bildersuche) ein bisschen weltfremd. defakto ist sein urheberrecht nicht durchsetzbar. es doch zu tun — auf eine art und weise die den eindruck vermittelt ein paar doofe die virtuelle rechnung für tausende zahlen zu lassen — hilft weder bei der schaffung von unrechtsbewusstsein, noch bei der schaffung von respekt gegenüber den werken von fotografen. es ist die gleiche taktik mit der sich die musik- film- und neuerdings auch buchindustrie in die scheisse reiten: nicht mit respekt, verständnis und auf augenhöhe den kunden gegenübertreten, sonderm drohen, klagen, auf seinen rechten bestehen und mondpreise verlangen.
juristisch ist das alles ein nobrainer. der fotograf ist im recht, so wie die unterhaltungsindustrie. langfristig durchsetzen können urheber ihre rechte aber nur, wenn sie ihre kunden überzeugen, dass es gute gründe gibt sie für ihre arbeit zu entlohnen und sie so von einem unrechsbewusstsein überzeugen, statt wie bisher (vergeblich) zu versuchen, sie zu einem unrechtsbewusstsein zu prügeln. werte bieten und nachvollziehbar darstellen, respekt zeigen, zahlungsbereitschaft motivieren und es einfach machen, anders geht es meiner meinung nach nicht.
gesetze schaffen kein unrechtsbewusstsein. dafür braucht es gründe. louis ck hat welche genannt. gesetze die sich nicht durchsetzen lassen, erscheinen lächerlich. gesetze die sich nicht durchsetzen lassen mit unverhältnismässigen massnahmen (filter, überwachung, massenabmahnungen, DRM) durchzusetzen zu versuchen erregt unverständnis und zerstört im schlimmsten falle bürgerrechte. so gehts auf dauer ganz sicher nicht.
dass er das bild nicht auf seinem server liegen hatte, sondern es nur eingebettet hätte. dass sich der fotograf doch über soviel werbung freuen solle. dass der fotograf keine verluste erlitten hätte.
einerseits feixt die halbe blogossphäre, wenn eine bloggerein dem burda verlag eine rechnung schreibt, weil die sich einfach, ohne zu fragen, ein bild von ihr geklaut haben, andererseits soll die ungefragte nutzung von bildern aber irgendwie auch OK sein, wenn sie auf tumblr oder blogs erfolgt?
ich glaube man kann die tatsache, dass andere mit den eigenen werken geld verdienen, durchaus als verlust bezeichnen. das argument des burda-redakteurs, die fotografin solle sich über die abgedruckten bilder freuen, die seien ja werbung für sie und vielleicht, wenn sie nicht klagt, kämen auch folgeaufträge raus, ist genauso bigott und verlogen wie die argumente einiger kommentatoren auf toomuchinformation.de. ich erleide auch keinen verlust, wenn die bildzeitung eines tages ungefragt mit meinem portrait wirbt. trotzdem ist es eine schweinerei. wächst urheberunrechtsbewusstsein nur im zusammenhang mit grossen verlagen?