malte-welding.com: Generation Wix (Teil 1) langer, kluger, lesenswerter textausschnitt über das onanieren aus malte weldings noch viel längerem buch „Frauen und Männer passen nicht zusammen - Auch nicht in der Mitte“. ob malte jetzt sein buch peu a peu in blogform veröffentlicht?
spiegel.de: Im Zweifel links: Das Internet gehört uns allen jakob augstein: »„Das Internet ist ein Freiheitsmedium“, hat Springer-Chef Mathias Döpfner neulich in einem Artikel für die „Neue Zürcher Zeitung“ geschrieben. Für die öffentlich-rechtlichen Sender soll das aber nicht gelten.«
morgens in der ibahn ubahn: immer mehr menschen haben statt einer zeitung ein ipad oder iphone oder aphone oder htcphone vor dem gesicht. neben mir sitzt eine frau, die aus dem augenwinckel aussieht, als ob sie stricken würde. ist aber nur ein iphone mit weissen rumbaumelnden kopfhörerkabeln. sie streicht — und strickt gar nicht.
mir gegenüber sitzt eine frau mit schimmrig-blau beleuchtetem gesicht, sie strahlt, ihr ipad strahlt sie an und ich denke: das ist die zukunft! nicht das introvertierte strahlen, nicht das fernsehlicht im gesicht, sondern dass man heutzutage die zeitung das lesegerät falschrum halten kann und keiner lacht. vielleicht ist das die eigentliche innovation, dass man ipads mit dem arschloch dem steckerloch nach oben halten kann und trotzdem alles richtig ist.
ruhrbarone.de: Pro NRW: Berufsstudent Kevin Gareth Hauer sorgt sich um Steuerzahler mieses populistisches hetzgeschwätz gegen miese rechtspopulistische hetzpressemitteilungskacke. kann auch keine lösung sein, was stefan laurin da macht. haust du griechen in die pfanne, zieh ich dir was mit den kochlöffel über. ganz schwach, extrem ruhrbaronig.
spiegel.de: Apple, Facebook & Co.: Großwesire des Web guter fragenansatz von konrad lischka: was können wir gegen die übermacht und willkür grosser konzerne im netz tun? wer bestimmt die regeln oder »Wo ist die Berufungsinstanz?«, wie lischkas überschriftendesigner fragt. oder wie ich es in 140 zeichen versucht habe zu sagen: »eigentlich lauten die fragen doch nicht internet vs. privatsphäre, appstore oder google vs. transparenz, sondern AGBs vs.bürgerrechte.«
in der ARD lief vor einigen tagen die dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“ von wilfried huismann über die arbeit und die verstrickungen des WWF. ziemlich erschüttern, wie schlecht der WWF dabei wegkam. nach dem betrachten der reportage (in der ARD-mediathek oder auf youtube teil 1 und teil 2), kommt einem der WWF ziemlich dubios, intransparent, unehrlich und unsympathisch vor, und das ist noch milde ausgedrückt.
in der dokumentation sind einige WWF-werbespots zu sehen. unter anderem dieser ziemlich emotionale spot und dieser. beiden spots fehlt es nicht an pathetischer musik und aufmachung, konsequenter publikumsduzung und der klaren handlungsanweisung geld zur rettung von tigern und orang utans per SMS zu spenden. in der reportage entsteht allerdings der eindruck, dass es dem WWF mit der rettung von affen oder tigern nicht so wichtig ist, sondern dass man vor allem wert auf ökotourismus und der kooperation mit soja- und palmölproduzenten legt.
mit ein paar dieser vorwürfe konfrontiert antwortet dörte bieler vom WWF (laut dokumentation „beim WWF für biomasse zuständig“) nicht sonderlich befriedigend und verhaspelt sich teilweise kräftig. kann man sich ausschnittsweise hier ansehen.
wir arbeiten „science based“. das heisst, wir haben immer erst eine studie, bevor wir eine meinung äussern und versuchen nicht auf emotionalität zu setzen. und mit diesen wissenschaftlich basierten aussagen haben wir schon einiges bewegen können.
guter witz. aber vielleicht kennt frau bieler die werbespots vom WWF nicht.
schon klar, der WWF muss wie jeder NGO zur mobilisierung auf emotionen und empörung setzen. nur, der ARD-film schafft das ehrlichgesagt sehr viel überzeugender als der WWF. und auf die empörungsmobilisierung scheint der WWF nicht gut zu reagieren. thomas knüwer hat das ziemlich ernüchternd analysiert. robert basic hat es sauber aggregiert. gunther wegner hat gleich seine mitgliedschaft im WWF gekündigt und ein paar zusatzinformtionen zusammengestellt. um aus dem imageloch rauszukommen, muss der WWF kräftig was tun. leugnen einfach das gegenteil behaupten reicht wohl eher nicht.
[nachtrag 30.06.2011] hans-peter fricker, der „chef“ des WWF schweiz, nimmt im interview mit der NZZ stellung (zu ein paar) vorwürfen der ARD-dokumentation. nicht so irre überzeugend.
martin schrob in den kommentaren und ich antworte mal hier statt unter dem kommentar:
Dass Basic ein bißchen balla balla ist - geschenkt. Trotz allem ist der Text Unsinn. Es gibt nunmal content bei dem der Autor froh sein darf, dass er gelesen wird, und es gibt welchen bei dem der Leser froh sein darf ihn konsumieren zu dürfen und deswegen auch bereit ist dafür zu zahlen.
die frage, was will basic eigentlich verkaufen, bzw. was sind leser eigentlich bereit zu kaufen geht mir seit einigen tagen durch den kopf. naja, vielleicht auch seit jahren. klar ist, dass es leute gibt, die bereit sind geld für texte zu zahlen. oder eben gerade nicht. muss ich mal kurz ausholen:
ne zeitung kauf ich mir ja nicht wegen der texte, sondern weil ich mich mit ihr effektiv auf den aktuellen stand der nachrichtenlage (von gestern) bringen kann. und zwar deshalb effektiv, weil sich die zeitung die mühe gemacht hat, alles zu wichten und zusammen zu fassen. ich weiss auch, dass es meinungsstücke gibt, die mir vielleicht helfen mir eine eigene zu bilden oder mich anregen. aber ich kaufe ein paket und weil ich einige erfahrungen mit zeitungen gemacht habe, weiss ich auch was ich bekomme, bzw. ich weiss nicht genau was ich bekommen, aber dass ich etwas bekomme, was einen gewissen qualitätsstandard hat. das geht ein bisschen in die richtung wundertüte, eine these die gabriele fischer im interview mit der gründerszene aufgebracht hat und die von martin weigert als romantisierung von papier abgetan wird.
gleiches gilt für sach-bücher. die kaufe ich auch nicht wegen des wissens das drinsteckt, das krieg ich zur not auch indem ich selbst recherchiere, studiere oder rumfrage, also mühe, zeit und aufmerksamkeit bezahle. sachbücher kaufe ich, weil sich jemand die mühe gemacht hat das vorhandene wissen einzudampfen, zu strukturieren oder verständlich zu machen.
für alles andere gilt: ich bin bereit zu bezahlen, wenn ich erwarte gut unterhalten zu werden. auch das hat wieder mit mühe (des autors) zu tun.
was ich sagen will: erfahrungen und wissen will niemand (mehr) kaufen. erfahrungen und wissen werden nur im gesamtpaket mit anderen teilen gekauft: sorgfältige, schöne, mühevolle aufmachung, exklusivität, sammelwert. was niemand mehr kaufen mag, sind von ahnungslosen journalisten oder bloggern zusammengeklaubte infohäppchen die sie per interview oder rechercheanruf aus experten gequetscht (und unter umständen verfälscht) haben. experten aus allen möglichen bereichen schreiben mehr und mehr selbst ins internet und ich kann mir das wissen dort direkt holen. oder anders gesagt, warum soll ich die 100 besten steuerspartipps in der wiwo kaufen, wenn ich das auch in null komma nix online recherchieren kann oder mich direkt an einen experten (steuerberater) wenden kann. oder die 100 besten windows-tipps und tricks. wer meint damit noch eine zeitschrift verkaufen zu können oder die leute hinter eine paywall locken zu können scheint mir ein bisschen zu gestrig zu sein.
katzen im sack kauft niemand gerne. wenn, und das mag robert basics hoffnung sein, von wohl-etablierten marken oder menschen zu denen ich über die zeit grosses vertrauen aufgebaut habe (es soll ja leute geben, die basic vertrauen oder etwas zutrauen). wenn menschen denen ich vertraue eine empfehlung aussprechen (und sagen, die katze im sack taugt etwas), vermag ich meinen kauf-widerstand vielleicht tatsächlich zu überwinden. aber auch nur dann.
hinzu kommt, dass ich glaube dass die menschen immer weniger bereit sind kostenpflichtige abonnements abzuschliessen. das funktioniert nur bei absoluter knappheit oder exklusivität.
wer wissen verkaufen will muss doppelte oder dreifache mühe aufwenden. einfache mühe reicht gerade mal für interesse. ich weiss, das sind relativ steile thesen die noch einiges an nachdenken erfordern. ich glaube durchaus, dass das mit dem verkaufen von inhalten funktionieren kann, aber dafür muss einiges getan werden.
fuenf-filmfreunde.de: True Blood In Under 5 minutes renington steele: »Nettes Video mit den ersten drei True Blood-Staffeln in grob fünf Minuten. Da merkt man nochmal ganz komprimiert, wie bekloppt die Serie eigentlich ist, obwohl ich sie ja tendenziell ganz gerne mag.«
der text ist viel zu zivilisiert und höflich als dass er als „rant“ durchgehen würde. ist aber trotzdem einer. und zwar gerichtet an die „onlinecommunitybenutzer“ und „günter dueck“ und die „ungeheure Hybris der Netz-People gegenüber allen anderen“.
gigaom.com: The downside of Facebook as a public space: Censorship facebook sperrt und löscht oft übereilig. das problem ist, dass niemand weiss nach welchen regeln. gegen staatliche wilkür gibts bürgerrechte. was gibts gegen facebook- twitter-, apple- oder amazonwillkür? eigentlich höchste zeit für eine neue bürgerrechtsbewegung. /via scripting.com
die nächste ausgabe der brandeins (druckfrisch), die in — glaube ich — fünf oder sechs tagen erscheint. und wenn ich nochmal hier einchecke, werd ich mayor.
[auf dem bild (mehr oder weniger) zu sehen: liu bolin]
eigentümliche argumentation: es gibt, sagt robert basic, blogger die sich darüber beklagen, dass ihnen inhalte geklaut oder „wegschmarotzt“ werden (ohne dank und ohne feedback) und dass sie ihre inhalte nicht irgendwie „schützen“ können. robert basic hat ähnliche erfahrungen gemacht, das stört ihn aber nicht: „So what, gestört hat es mich nicht.“ obwohl es ihn nicht stört („Bis jetzt. Auch morgen.“) dass seine inhalte manchmal wegschmarotzt werden, weil er aber schon immer ein „macher“ war, macht er es jetzt einfach mal, nämlich fachbeiträge „zum Thema Bloggerei“ hinter einem paywall schützen. robert basic möchte eine bezahlschranke errichten, nicht weil er glaubt, dass seine inhalte missbraucht werden und nicht weil er die schnauze voll hat von irgendeiner kostenlos- oder dankloskultur hat, sondern weil er es den schwätzern mal zeigen will, wie es gehen könnte, indem er es einfach macht.
mich erinnert das ein bisschen an den schaufenster-aktivismus mancher politiker. nicht weil er glaubt das ein bestimmtes gesetz hilfreich oder nützlich ist, stimmt und kämpft er für ein gesetzt, sondern weil es zeigt, dass er und seine genossen handlungsfähig sind und wenigstens etwas tun, stimmt er für das gesetz. klassicher aktionismus: ich glaube nicht dass es ein problem gibt, aber ich tue jetzt mal was dagegen!
jaja. schon klar; um es mit sascha lobo und gerade nicht mit konrad adenauer auszudrücken: was wir jetzt nicht brauchen, sind keine experiemente. nur, gerade an bezahlschranken-experimenten herscht meiner wahrnehmung nach kein mangel. und ich frage mich, was will robert basic eigentlich verkaufen?
seine erfahrungen, sein wissen? warum sollte man erfahrungen, wissen oder selbstreflektion gerade in hektisch und unpräsize geschriebener blogartikel-form kaufen?
wissen funktioniert nicht wie schuhe, die man im laden erstmal ausprobiert und dann vielleicht kauft. wissen oder erfahrungen bezahlt man mit aufmerksamkeit und mühe. schuhe mit geld. wissen kann man nicht ausprobieren, wenn man es kaufen möchte, kauft man es im sack. robert basic will also säcke verkaufen.
ich glaube ich muss weiter ausholen um mein unverständnis für diese aktion zum ausdruck zu bringen. denn ich sehe es anders als basic geradezu als privileg an, als ehre, dass andere sich (manchmal) die mühe machen meine texte zu lesen. möglicherweise habe ich tatsächlich das eine oder andere wissensfragment oder die eine oder andere erfahrung gemacht und vielleicht gar nicht mal so dumme schlussfolgerungen daraus gezogen, die ich in meinen texten weitergeben kann, aber ich sehe tatsächlich mich in der bringschuld und nicht meine leser.
das privileg das ich geniesse ist, dass es menschen gibt die mir aufmerksamkeit schenken, die meine zusammengeklaubten gedanken, erfahrungen und wissen und meine reflektion darüber aufnehmen, weiterverarbeiten, weitertragen, korrigieren, neu ausrichten oder mich gar zum umdenken, nachdenken, reden oder dazulernen bringen. dafür müsste ich doch eigentlich zahlen. und tatsächlich zahle ich dafür, mit ein bisschen mühe und ein bisschen zeit, aber was ich bekomme ist viel mehr wert als geld: aufmerksamkeit. gesprächseinladungen. aufforderungen weiter nachzudenken. möglichkeiten zu wachsen und zu lernen.
ich habe auch eine paywall. eine umgekehrte. schon immer. ich bezahle meine leser, mit mühe. mal mehr, mal weniger. aber eines ist klar. nicht die leser sind schuld wenn dieser deal ins ungleichgewicht gerät, sondern ich allein. manchmal bin ich nicht bereit genug mühe aufzuwenden und wähle den billigen, müheloseren weg, billige polemik, lieblose texte, halbgare gedanken, aufmerksamkeitsbettelei, doofe fotos, halbgare gedanken. wenn ich nicht genug zahle, bekomme ich auch nichts zurück.
beim müll ist das übrigens ähnlich. ich zahle dafür, dass ihn jemand wegschafft. das diejenigen, die meinen müll gegen geld wegschaffen damit teilweise ein vielfaches verdienen, durch recycling, verbrennung oder staatliche subventionstopfananbohrung ist mir doch erstmal egal (aber sowas von). wenn ich hingegen der meinung bin, mein müll sei bares geld wert, dann kann ich ihn natürlich zuhause sammeln und versuchen dem meistbietenden zu verkaufen. wenn ich ein „macher“ bin, bereitet mir diese müllsammlung vielleicht sogar vergnügen und vielleicht lerne ich daraus sogar etwas. aber falls mich jemand fragen sollte: ich bin froh dass jemand den müll wegbringt und damit macht was er will.
[nachtrag 23.06.2011] hier hab ich noch ein paar vertiefende steile thesen angehängt.
naja. ja. klar. aber das mit der moral, mit dem sich anständig benehmen hat auch andere vorteile. man kann besser schlafen und muss nicht ständig auf der lauer sein. und moral als richtschnur für das eigene handeln hat noch viele andere vorteile. unter anderem neigt man vermehrt dazu, das richtige zu tun.danisch.de: Warum das neue Cyber-Abwehrzentrum der Bundesregierung so nicht funktioniert »Wie man nun meinen Ausführungen vielleicht etwas angemerkt hat, traue ich dieser Regierung einfach nicht (mehr) zu, weder fachlich noch charakterlich, IT-Sicherheit ernsthaft herzustellen.« stimmt wahrscheinlich alles was hadmut danisch schreibt. für mich hat sicherheit ganz viel mit daumen drücken zu tun und „ernsthafte“ sicherheit was mit wunschdenken. wird schon gut gehen, wenn das kind ohne helm zur schule fährt, wird schon gutgehen, wenns im zug komisch klappert oder riecht, wird schon gut gehen, der gurkensalat. /via rivva.delawblog.de: Flächendeckende Bespitzelung »Wenn man der Polizei technische Möglichkeiten gibt, werden sie genutzt.«
ich habe am wochendene mal wieder schlecht programmiert. ich kann ja bekanntlich nicht programmieren, sondern nur schlecht programmieren. deshalb freue ich mich natürlich immer noch auf kathrin passigs buch „Weniger schlecht programmieren“ (zusammen mit jan bölsche und johannes jander) das vielleicht ende des jahres erscheint.
ich habe etwas wegprogrammiert, was mich schon lange genervt hat. bisher habe ich die links die ich auf regelmässig delicious sammle (eigentlich sind das leseempfehlungen) per feedburner „linksplicer“ in den RSS-feed integrieren lassen. das führt dazu, dass die links auf wirres.net gar nicht sichtbar sind (hier, hier und hier schon), dass ich den veröffentlichungszeitpunkt und die überschrift nicht anpassen kann. genervt hat vor allem die abhängigkeit von delicious (und feedburner). was ist wenn ich mal woanders links speichern will? wie krieg ich die links dann in den feed?
glücklicherweise hat mein CMS eine funktion, die regelmässig feeds abgrast und die dauerhaft und ohne dopplungen in der datenbank abspeichert. da die version des CMS die hier läuft gut 10 jahre alt ist, war die funktion etwas eingerostet und funktionierte nicht richtig. die habe ich wieder auf vordermann gebracht und mit einem cron-job kombiniert, der morgens einen artikel aus den links des letzten tages zusammenbaut und veröffentlicht. sehen kann man davon noch nichts, weil ich seit tagen keine links mehr bei delicious abgespeichert habe.
und als ich das fertig hatte, dachte ich: was für feeds kann ich denn noch verwursten (von wegen rss ist tot)? warum nicht den feed mit meinen twitterfavoriten einlesen und einmal monatlich einen artikel auto-generieren, der meine lieblingstweets auflistet? anke gröner klöppelt das ja jeden monat (märz, april, mai) liebevoll per hand zusammen (und macht sich gottseidank die mühe die tweets zu verlinken, so dass man sie auch selbst favorisieren kann).
nur screenshots automatisch generieren ist schwierig. dann erinnerte ich mich an twitter blackbird pie, ein dings dass einem HTML und CSS liefert, wenn man eine twitter-url eingibt. per hand ziemlich unpraktisch zu handhaben, aber für ein automatikdings perfekt. für die automatik gabs auch einen wordpress-plugin den ich sezieren, auseinanderbauen und wieder zusammenbauen konnte. das erste ergebnis davon kann man jetzt unten sehen. ob das in allen browsern und feedreadern korrekt aussieht wird sich zeigen, sollte aber. klagen dazu gerne in die kommentare.
ausserdem neu unter allen artikeln, ein einigermassen datenschutzkonformer facebook-share-button. der kommt nur auf verlangen, wenn man einmal auf „empfehlen“ klickt. auch die anzahl der bereits getätigten „empfehlungen“, „likes“ oder „shares“ werden ohne dass die IP des benutzers an facebook übertragen wird angezeigt. und zwar indem ein javascrip-befehl ein proxy-script auf meinem server triggert und das script eine json-abfrage an facebook stellt (mit der server-IP) und auswertet. das gleiche gilt für die anzahl der tweets die einen artikel erwähnen oder die anzahl der delicious-bookmarks. die einzigen beiden widgets die noch die IP der besucher an fremde dienste übermitteln sind das kommentar-widget und das flattr-widget.
gleich ganz rausschmeissen möchte ich die dinger nicht. aber für die umsetzung der primitiv-facebook-, twitter- und delicious-buttons hab ich bei nico brünjes wertvolle hinweise und anregungen gefunden, unter anderem den social grabber von david maciejewski.
Die Tetrapak-Hollandaise? Geschenkt. Aber dass man Spargel so schlecht zubereiten kann, hielt ich für technisch unmöglich.
Ich bin als Kind nicht in dem Bewusstsein aufgewachsen, jeden Tag in einem Atomkrieg verglühen zu können, um jetzt Angst vor GURKEN zu haben
Vodafone bedauert per Mail, dass sie uns zum Thema "Permanente Belästigung durch das Vodafone-Callcenter" nicht telefonisch erreicht haben.
Gibt 2 Arten v. Umgang mit Daten: Die pseudorationale lieblose & die spielerisch leidenschaftliche. In D ist wohl erstere en vogue. #next11
Ich stehe auf tumbe Typen, der Mann mag komplizierte Frauen. Geheiratet haben wir jeweils das Gegenteil. Wir sollten Ratgeber schreiben.
ich glaube die wired las ich 1996 zum erstenmal. damals studierte ich in stuttgart architektur und im stuttgarter bahnhof konnte man sie sich für einen apothekenpreis von ich glaube 20 oder 25 DM kaufen. das heft war so vollgepfropft mit werbung, dass man sich erst durch 10 doppelseiten werbung kämpfen musste, bis man überhaupt beim inhaltsverzeichnis angekommen war.
ich mochte die wired immer sehr. leider konnte ich sie mir wegen des astronomischen kiosk-preises nicht regelmässig kaufen. wenn ich mich recht erinnere hat die wired auch schon in der dunklen webfrühzeit ihre kompletten ausgaben online gestellt. richtigen lesespass machte aber nur das heft. online wars nur halb so gut, was neben dem mittelmässigen webdesign auch daran gelegen haben könnte, dass man die wired damals nicht auf dem klo oder im bett oder im café lesen konnte, da computer damals fast ausschliesslich mit klobigen röhrenmonitoren verbunden waren.
damals war das heft den trends er computer und netzwelt jeweils weit voraus. in letzter zeit hechelt das blatt auch den trends hinterher, wie alle anderen.
zum beispiel der angebliche „push“-trend. der titelgeschichte vom märz 1997 hat mir damals schlaflose nächte bereitet, so sehr habe ich über das dort geschriebene nachgedacht.
Sure, we'll always have Web pages. We still have postcards and telegrams, don't we? But the center of interactive media - increasingly, the center of gravity of all media - is moving to a post-HTML environment, a world way past a Web dominated by the page, beyond streamed audio and video, and fast into a land of push-pull, active objects, virtual space, and ambient broadcasting. You might not want to believe us, but a place where you can kiss your Web browser goodbye.
auf einer sehr abstrakten ebene mag wired irgendwie recht gehabt haben, da der artikel sich aber nicht allzusehr mit dem abstrahieren aufhielt, kann man klar sagen: wired lag damals (und heute) komplett falsch. die technologien von denen wired damals schrob sind alle verschwunden. das web, aber auch alle anderen technologien die sich des internets bedienen funktionieren nach wie vor über das anfordern von inhalten. selbst das follower-prinzip hat daran nicht viel geändert.
keine ahnung ob ich mich damit jetzt zu weit aus dem fenster lehne oder ob die these zu steil für mein wissen ist, aber soweit ich weiss, funktioniert die welt insgesamt eher über sog als druck. sog (oder unterdruck) ist einfach effektiver als druck.
aber letztendlich ist das mit dem recht haben oder falsch liegen auch egal. wired hat den mut zu scheitern. thesen, so steil dass normale journalisten sie nichtmal zu denken wagen, packten die journalisten von wired aufs titelblatt. das heft triefte, zumindest früher, vor leidenschaft und lust. lust und leidenschaft an technologie, kultur und lesenswertem journalismus. grosse bilder, grosse storys und interviews mit den klügsten köpfen der welt.
leidenschaft sieht anders aus. die lust ein regelmässiges, geiles heft zu machen, mit grossen themen, steilen thesen, grossartigen autoren scheint schon im keim durch das von thomas knüwer sonst immer so leidenschaftlich kritisierte kissenpupser-bürokratie-dickicht von grossverlagen erstickt zu werden. hatten wir schon das eine oder andere mal. gruner und jahr stellte nach nur 13 ausgaben den konr@d ein. der manager-magazin-verlag stellt die econy (später brandeins) nach nur zwei ausgaben ein. condé nast deutschland fuhr die deutsche vanity fair bereits nach zwei jahren gegen die wand.
statt sich zu fragen wie man ein grossartiges blatt machen kann: schaun mer mal.
Heute machen wahrscheinliche Weblogs ein solches Magazin nahezu überflüssig.
und ich muss sagen, ich fürchte da ist vielleicht sogar was dran. zumindest die weblogs der wired erregen bei mir mehr aufmerksamkeit als das heft selbst. hin und wieder stösst das magazin diskussionen an, die mich dann auch wieder über blogs erreichen. der versuch dampf und rauch aus der netzwelt auf papier kondensieren zu lassen, so dass er lesenswerter als der dampf und rauch dauerbeschuss im internet wird benötigt schon einiges an (journalistischer) könnerschaft und leidenschaft.
Um es nicht mit Adenauer zu sagen: Was wir jetzt nicht brauchen, sind keine Experimente.
apropos lobo. der gehört nicht zum redaktionsteam der deutschen wired. sagt knüwer. die frage nach peter glaser wurde noch nicht in den faqs gestellt. aber der fühlt sich in seinen blogs (1, 2, 3) ja auch ganz wohl. andererseit hat glaser sowohl bei konr@d, als auch der tempo kräftig mitgemischt — und würde einer deutschen wired sicher gut tun.
wie sascha lobo.
ich bin ja bekennender lobo-fan. so ganz allgemein. im speziellen mag ich seine kolumne auf spiegel online. und allein die letzte ausgabe seiner kolumne zeigt, dass er intelligent und witzig genug über die vernetzte welt schreiben kann um einem magazin die nötige interessanz zu verleihen.
saschas neologismen und wortkombinationen würde ich gerne auch mal in der badewanne lesen, also auf papier. hier ein paar beispiele aus der aktuellen kolumne:
„verbuzzworten“:
Allerdings liegt bei der NEGS die Betonung klar auf E-Administration und weniger auf E-Democracy, wie Digitale Demokratie heißt, wenn sie verbuzzwortet wird.
„medienhupen“:
Martin Lindner - nicht der medienhupende FDP-Politiker gleichen Namens, sondern einer der sachkundigsten deutschsprachigen Forscher zu Netz und digitaler Öffentlichkeit aus Freising - schreibt in dem kostenlos downloadbaren Buch Reboot_D - Digitale Demokratie.
ausserdem benutzte sascha die schönen worte „hinterherforschen“ und „unterkommunizieren“ und das lobo-zitat oben stammt ebenfalls von dieser woche.
und was sascha lobo auch kann: jede verdammte woche einen text abliefern der was taugt, nicht nur fertig wird, sondern auch noch treffend, auf den punkt und ein bisschen witzig ist. nicht mal einen text schreiben und dann mal schaun. sondern woche für woche. auf gleichbleibend hohem niveau.
und wenn der spiegel es schaffen würde nicht nur sascha lobo dazu zu bringen jede woche (alle zwei oder drei wochen würde mir auch reichen), sondern auch peter glaser, malte welding, don dahlmann, christoph kappes oder detlef borchers schreiben zu lassen, wozu dann noch ne deutsche papierausgabe der wired?
ach ja. fürs klo. und die badewanne. und zum experiemntieren. und viellicht klappt das ja noch mit der leidenschaft. vielleicht auch ohne die bürokratischen kissenpupser, rechenschieber, leidenschaftsbremser und medienhupen von condé nast. leidenschaft und gelingen (und nicht allzuviel pathos und verbuzzwortung) wünsch ix thomas knüwer auf jeden fall.
[nachtrag 17.06.2011] jürgen vielmeier hat sich was ausgedacht:
“Wired” ist ein Magazin, das der Verleger Condé Nast im Januar 1993 zum ersten Mal auf den US-Markt brachte. Damals war das Internet mit dem World Wide Web gerade kommerziell geworden und die Welt war mittendrin im Internet- und PC-Boom.
sowohl der erste, als auch der zweite satz sind natürlich schwachsinn. der zweite aus sprachästhetischen gründen, der erste aus inhaltlichen: condé nast hat wired 1993 nicht „auf den markt gebracht“, sondern condé nast hat wired 1998 gekauft. gegründet wurde wired von einer gruppe um louis rossetto und jane metcalfe, die später als „wired ventures“ bekannt wurde (quelle, dort ist auch ein sehenswerter film zur geschichte von wired eingebettet).
[genausowenig hat 2004 übrigens onlinekosten.de basicthinking.de auf den markt gebracht.]
[11:41 uhr: jürgen vielmeier hat die condé-nast-auf-den-markt-bring-fantasie korrigiert.]
[nachtrag 17.06.2011, 10:37] ich höre leise klagen, bei meiner autorenliste nicht an frauen gedacht zu haben. was ich tatsächlich unerhört finde: dass mir gestern abend nicht katrin passig als autorin eingefallen ist. danke für die erinnerung. katrin passig gehört natürlich oben in die liste und könnte die wired.de auch alleine füllen (von der interessanz her).
morgen früh bin ix so von 11 bis 12 im radio, bzw. im funkhaus und plaudere laut radio „über die deutsche Blogosphäre, über Journalismus und Leistungsschutzrecht und darüber, warum das Internet Scheisse ist.“
gestern bekam ich vom radio ein paar vorbereitungsfragen geschickt, unter anderem „nach einem besonders gelungenem, resonanzstarken, kontroversem oder auch mißlungenem Eintrag/Thema im Blog“ — und ob ich vielleicht was vorlesen wollte. aus den letzten jahren fäll mir partout nichts vorlesbares ein, ein paar ältere geschichten die ich auf früheren lesungen mal vorlas, sind glaube ich immer noch lesabr. die bernie-geschichte von 2003 zum beispiel, oder spingbär. irgendwie witzig find ich auch immer noch haare oder den lieferwagenwitz. den witz dieses eintrags verstehe ich selbst nicht mehr.
und gelungene oder misslungene einträge? am resonanzstärksten sind immer lästertexte (rants), die aber leider meist nur aus der situation heraus funktionieren und alles andere als zeitlos sind. schrödern, geheimes budget in danger, vodafone rohrkrepierer 2.0 oder kontrollfreaks waren ziemlich resonanzstark — sind aber nur bedingt gelungen. am resonanzstärksten (und gelungstens) in letzter zeit war hier auf wirres.net aber leider ein rant von sascha lobo. vielleicht sollte ich den vorlesen.
wirres kann man jetzt auch bei facebook empfehlen, nicht mit einem klick wie sonst überall, sondern mit zwei. der facebook-button lädt sich nämlich erst nach einem klick auf „empfehlen“ (unten).
[nachtrag 11.06.2011, 13:29] hiererscheint vermutlich bald die aufzeichnung der einstündigen, unterbrechungsfreien sendung.
Vodafone startet Micro-Payment-Dienst "Vodafone Mobiles Bezahlen" und will gezielt Verleger als Kunden gewinnen.
als ich im januar 2010 mal was über micropayments schrob, und mich darüber beklagte, dass es kein „einheitliches zahlungssystem gäbe, mit dem man bequem kleinstsummen zahlen könnte“, wiesen mich ein anonymer kommentator und eine mitarbeiterin von vodafone darauf hin, dass vodafone „seit jeher mobiles Bezahlen, das sogenannte Micropayment“ anbiete, unter anderem ein produkt namens „Vodafone Mobiles-Bezahlen“.
dass turi2 den „start“ zur vodafone-pressemitteilung hinzudichtet wundert mich nicht, wohl aber warum vodafone so erfolglos mit seinem „seit jeher“ existierenden system ist. hat jemand schonmal eine webseite oder applikation gesehen bei der man micropayments per vodafone handy tätigen konnte? ich nicht, aber ich kenne mich in der arsch-, titten- und lügenverlagswelt von springer und burda auch nicht so gut aus.
und warum sagt vodafone nicht, was der micropayment-spass den anbieter kostet? achso. bei vodafone redet man nicht so gerne über preise.
über einen tweet von frédéric valin bin ix auf dieses sehr lesenswerte interview mit claudius seidl und stefan willeke im „journalist“ gestossen. eigentlich ging es um den sinn und unsinn des henri-nannen-preises und um den spiegel und um reportagen und so journalistisches zeug eben.
im interview dann ein link (lobenswert!) auf eine ältere und mit dem kisch-preis ausgezeichnete reportage von stefan willeke, herr mo holt die fabrik.
in der wirklich ausgezeichneten reportage geht um es eine kokerei die nach acht jahren ausser betrieb genommen wurde und komplett nach china verkauft wurde. im wikipedia-artikel über die kokerei kaiserstuhl stand auch ein hinweis darauf, dass es über den abbau nicht nur willekes reportage, sondern auch eine fernseh-dokumentation gäbe.
was ich allerdings nicht finden konnte: eine dokumentation oder reportage über die kokerei die jetzt in china koks herstellt.
aus unerfindlichen gründen mögen journalisten nicht das wort „ich“ benutzen. faz-journalisten blasen ihr ich oft auf, indem sie statt „sagte mir“ die variante „sagte gegenüber dieser zeitung“ wählen. das soll sich wohl professionell und objektiv anhören.
manche journalisten (oder chefredakteure) meinen, dass ein „ich“ unschicklich, ein „wir“ aber voll OK sei. ich finde es hört sich vor allem überheblich und arrogant an. aber vielleicht ist ja auch genau das die intention. oder das „wir“ soll zum ausdruck bringen, dass der artikel keine einzelleistung, sondern eine teamleistung ist. so oder so, das journalisten-„wir“ wirkt gekünstelt und albern.
rainer ruthe hat dem journalisten-wir jetzt auch noch eine polygamie-komponente hinzugefügt. im autoteil des tagesspiegels am samstag schrob er:
Das Gepäckraumabdeckrollo schnappt auf Handdruck mit Getöse nach hinten. Der Ausbau der Rollokassette ist nichts für zarte Frauenhände. Wir haben es mit unserer Partnerin ausprobiert.
das hört sich so an, als habe die ganze redaktion „es“ mit seiner „partnerin“ ausprobiert — und gleichzeitig scheint auch die ganze redaktion mit ruthes partnerin verpartnert zu sein. was für ein absurder, trauriger satz: „Wir haben es mit unserer Partnerin ausprobiert.“
abgesehen davon ist „partnerin“ natürlich auch so ein wort. meine „partnerin“ haut mir auf den kopf, wenn ich das wort im zusammenhang mit ihr verwende. sie sagt, sie sei meine frau — auch als wir noch nicht verheiratet waren. und ich muss ihr zugestehen, sie hat recht.
wenn man sich das wort „partnerin“ auf der zunge zergehen lässt, bemerkt man, dass es einen ähnlichen nachgeschmack wie das wort „geschlechtsverkehr“ hat — es ist irgendwie korrekt, aber eben auch ziemlich daneben.
was ich mich noch frage, meinte rainer ruthe eigentlich folgendes?
Der Ausbau der Rollokassette ist nichts für motorisch Minderbemittelte. Ich habe es mit meiner Frau ausprobiert. Sie hats nicht geschnallt.