nach­träg­lich vom cdu-par­tei­tag

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ed­mund stoi­ber sag­te eben in der west­fa­len­hal­le: „rot-grün ist tech­nik­feind­lich“. er mein­te das na­tür­lich, weil die ge­gen den trans­ra­pid, ge­gen atom­kraft und „grü­ne“-gen­tech­nik sei­en. die cdu hin­ge­gen ist ganz und gar nicht tech­nik­feind­lich, ein­fach nur tech­ni­k­in­kom­pe­tent. da ver­an­stal­tet die cdu ei­nen par­tei­tag mit viel brim­bo­ri­um und tral­la­la und nir­gend­wo wlan. ein ho­tel ne­ben­an hät­te even­tu­ell wlan, sag­ten die da­men an der in­for­ma­ti­on, aber das täte es wohl nicht.

so ist das nichts ge­wor­den mit dem „live-blog­gen“ vom cdu par­tei­tag. ich sit­ze jetzt noch zwei stünd­chen im nh ho­tel und blog­ge mal so­weit ich kom­me, be­vor ich zu­rück nach ber­lin fah­re.

cdu: die par­tei ohne wlan, csu: die par­tei mit lap­tops, ohne in­ter­net. 


kat­zen­in­halt

felix schwenzel

was in so ei­ner kat­ze drin ist in­ter­es­siert na­tür­lich kei­nen. wohl aber of­fen­sicht­lich die kat­ze an sich als „con­tent“. die pa­pier­nen me­di­en und wir ar­ro­gant-blog­ger hal­ten kat­zen-bil­der ja für ein ver­ach­tens­wer­tes phä­no­men des blog­dings. stimmt aber gar nicht. zur zeit ist ganz ber­lin voll mit rosa und lila kat­zen(fut­ter) wer­bung und wenn man ge­nau hin­guckt sind auch die pro­le­ten-ma­ga­zi­ne.

als ich kürz­lich bei der su­shi-hap­py-hour beim ja­pa­ner an der ecke adal­bert-/ora­ni­i­en­stras­se sass (sehr zu emp­feh­len üb­ri­gens, auch wenn die kein kat­zen­fleisch zu­be­rei­ten) und mei­nen 4 euro su­shi tel­ler im mich rein­drück­te, blät­ter­et ich in den an­er­kann­ten pro­le­ten-fach­ma­ga­zi­nen „bz“ und „frei­zeit re­vue“: al­les voll mit kat­zen und an­de­ren haus­tie­ren. wer ist bloss da­r­uf ge­kom­men das als blog­phä­no­men zu be­zeich­nen? 

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vom links­par­tei­tag: nach der re­de ist nach dem par­tei­tag (teil 9)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

nach der rede von gysi habe ich ein biss­chen oh­ren­schmer­zen be­kom­men. das war sehr laut und sehr lan­ge laut. glück­li­cher­wei­se war der ap­plaus recht ent­span­nend, an­ge­nehm lei­se (weil un­ver­stärkt) und kurz.

nach der rede in­sze­nier­ten gysi und la­fon­taine noch ein biss­chen ver­brü­de­rung auf dem po­di­um, schüt­tel­ten sich die hän­de und wur­den hun­dert­fach da­bei fo­to­gra­fiert. da­nach be­gann der teil auf den die links­par­tei be­son­ders stolz ist, näm­lich dass ihr „ent­wurf“ des wahl­pro­gramms vom par­tei­tag per ab­stim­mung ge­bil­ligt wür­de und erst dann zum end­gül­ti­gen „wahl­pro­gramm“ wer­de. da­mit de­mons­trie­re die links­par­tei ihre ab­grund­tie­fe ver­eh­rung von de­mo­kra­tie. al­ler­dings ver­lies­sen zu die­sem zweck fast alle füh­rungs­per­so­nen das po­di­um und über­lies­sen den de­mo­kra­ti­schen pro­zess dem fuss­volk. wäh­rend der fol­gen­den ab­stim­mun­gen ist der ein­zi­ge mir er­kenn­ba­re pds- oder wasg-spit­zen­po­li­ti­ker auf dem po­di­um, der pds-par­tei­vor­sit­zen­de lo­thar bis­ky. al­ler­dings kämpft gysi auch ge­ra­de an der me­dief­ront, er ist bei phoe­nix im in­ter­view. da­nach gibt er noch ein ra­dio-in­ter­view.

ich muss zwi­schen­zeit­lich ein­ge­schla­fen sein. la­fon­taine sitzt plötz­lich wie­der auf dem po­di­um. er shakert mit ul­rich mau­rer, wäh­rend lo­thar bis­ky hef­tig mit der blon­di­nen mit der wal­len­den mäh­ne shakert. be­son­ders alt ist die dame nicht, was selbst­ver­ständ­lich nichts zur sa­che tut, aber weiss je­mand wie dei dame heisst und wie sie es in die ers­te rei­he ge­schafft hat?

wo war ich?

gysi, vie­le wor­te, re­den, re­den, re­den, ab­stim­mun­gen, blon­di­nen. mir wird lang­sam warm. und lang­wei­lig. den ein­zel­nen än­de­rungs-an­trä­gen kann und mag ich nicht fol­gen. viel­leicht soll­te ich ein kur­zes fa­zit zie­hen?

so ein par­tei­tag ist nicht be­son­ders lus­tig. die paar wit­ze die man hört sind grot­ten­schlecht und auf eine sehr spe­zi­el­le ziel­grup­pe aus­ge­rich­tet. alle be­tei­lig­ten, in­klu­si­ve der an­we­sen­den pres­se und blog­ger (ix), schei­nen sich sehr ernst zu neh­men. es wird wahn­sin­nig viel ge­re­det, zum teil auf ei­nem ni­veau wie ich zu­letzt im schü­ler­thea­ter er­lebt habe. man­che de­le­gier­te re­den wie klei­ne kin­der die ein ge­dicht auf­sa­gen, man­che schrei­en als ob es um le­ben und tod gin­ge. die far­be rot ist über­all, in der saal-be­leuch­tung, auf ober­kör­per-be­klei­dung, so­cken, schlip­sen und sehr oft, manch­mal nur in spu­ren, in den haa­ren von de­le­gier­ten.

sehr ger­ne wur­de das wort „neo­li­be­ra­lis­mus“ be­nutzt, neu war mir das von gre­gor gysi be­nutz­te wort „re­re­gu­lie­rung“. es gibt nicht nur „ge­nos­sen und ge­nos­si­nen“ (muss man ganz schnell spre­chen, das hört sich dann an wie „gnossndg­nis­sn“), son­dern auch „zäh­ler und zäh­le­rin­nen“, „kaf­fee­trin­ker und kaf­fee­trin­ke­rin­nen“ usw. po­li­tisch voll kor­rekt.

aus­ser­dem habe ich noch eine fra­ge. nervt das, wenn ich alle paar stun­den ei­nen neu­en bei­trag schrei­be und soll­te ich über­le­gen ei­nen par­tei­tag in ei­nem bei­trag zu­sam­men­zu­fas­sen, also den bei­trag stän­dig un­ten er­gän­zen?

aus­ser­dem freue ich mich dar­auf am mitt­woch zu­sam­men mit nico und john­ny vom spd-par­tei­tag zu blog­gen. mor­gen gehts erst­mal wei­ter aus dort­mund, dort re­det mich dann die CDU müde.

mich drängt es jetzt dazu nach hau­se zu ge­hen. ir­gend­wie kann ich mir nicht vor­stel­len, dass hier no­chet­was span­nen­des pas­siert. wenn doch, bit­te in die kom­men­ta­re da­mit. dan­ke.

[nach­trag]

hier noch­mal ein link zu ei­nem klei­nen links­par­tei­tags-fo­to­set bei flickr. 


vom links­par­tei­tag: gy­si fin­det sich nicht un­ter­wür­fig (teil 8)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

leu­te, ich brau­che drin­gend ei­nen par­tei­tags­blog­ger-spon­sor. von ei­nem par­tei­tag zu blog­gen ist fast so teu­er wie den gan­zen tag in ei­nem lu­xus­re­stau­rant zu sit­zen. fürs wlan hab ich nun schon 15 euro be­zahlt, dass mit­tag­es­sen 5 euro (würst­chen aus wien, kar­tof­fel­win­kel) und das bier in neu­kölln ist teue­rer als in mit­te, 2 euro ach­tig für ein klei­nes ber­li­ner kindl.

mo­men­tan re­det gre­gor gysi. brut­to und net­to bringt ihn zwar auch ein paar­mal ins stot­tern, aber er macht das par­tei­tags­volk mun­ter. der saal grölt. kann auch sein dass er aus­ge­lacht wird. ich weiss es nicht. der im ent­wurf des wahl­pro­gramms be­schlos­se­ne min­dest­lohn von tau­send euro scheint es ihm aber an­ge­tan zu ha­ben. fin­det er „rich­tig und wich­tig“.

jetzt spricht auch er (nach bodo ra­me­low) von „dem foto“. er freut sich: „we­nigs­tens se­hen wir nicht frus­triert aus“. bodo ra­me­low mein­te zu dem foto, dass es zei­ge man kön­ne auch mit ei­nem schalk im na­cken das land ver­än­dern. mei­ne theo­rie ist ja, dass la­fon­taine gy­sie in die eier kneift und gysi ihn dar­um bit­tet sie wie­der los­zu­las­sen.

bild von holm frie­be

die rie­sen­ma­schi­ne und chris­ti­an esch ha­ben sich auch ge­dan­ken um „das foto“, bzw. das pla­kat ge­macht. 


vom links­par­tei­tag: glanz und glo­ria und glat­zen (teil 7)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

gysi glänzt sit­zend auf der büh­ne. also er sitzt glän­zend auf der büh­ne, bzw. sei­ne glat­ze glänzt. bei la­fon­taine glänzt nicht die glat­ze, die ist ja ver­deckt, son­dern die gan­ze per­son. ja, so­bald er sich durch den saal be­wegt, was er in der letz­ten hal­ben stun­de ca. 5mal ge­macht hat, blitzt es und mur­melt. so­bald er durch den saal stol­ziert folgt ihm eine meu­te von 40 jour­na­lis­ten und ca. 5 per­so­nen­schüt­zern, er wird von meh­re­ren vi­deo­ka­me­ras bes­tens aus­ge­leu­che­tet. stän­dig wird er in­ter­viewt, als ob die gan­zen fer­seh­sen­der nur für ihn ge­kom­men wä­ren.

gysi bleibt sit­zen. stän­dig, im­mer in der ers­ten rei­he. mal schau­en ob er sich nach sei­ner rede in­ter­view­en lässt.

ich wer­de jetzt mal, wie die meis­ten de­le­gier­ten, ein bier­chen trin­ken. die ge­nos­sen (und ge­nos­si­nen) ha­ben zwar ei­nen un­auf­hol­sa­men vor­sprung (die sau­fen seit 9 uhr), aber wenn ich ul­rich mau­rer wei­ter zu­hö­re schla­fe ich so­fort ein. der letz­te satz von ihm, un­glaub­lich lang­sam und mo­no­ton ge­spro­chen: „wir ha­ben lei­den­schaft […] und das ist wich­tig.“

[was ham die po­li­ti­ker bloss im­mer mit ih­ren haa­ren?] 



vom links­par­tei­tag: la­fon­taine re­det und re­det und re­det (teil 5)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

la­fon­taine hat sich ans red­ner­pult ge­stellt. mit ihm eine meu­te von ca. 60 pres­se­leu­ten, die ihn an­gu­cken, fil­men und fo­to­gra­fie­ren.

la­fon­tai­nes an­zug sitzt haut­eng. ich ver­mu­te er hat ei­nen al­ten, be­reits et­was ab­ge­tra­ge­nen an­zug aus dem klei­der­schrank ge­kramt. aber der knall­enge sitz hat den vor­teil, dass er la­fon­tai­nes beim re­den das bauch­ein­zie­hen leich­ter macht. das fas­zi­nie­ren­de an la­fon­tai­nes rede, alle paar sät­ze taucht das wort „ich“ auf. da scheint sich eine neue spiel­art im lin­ken spek­trum ab­zu­zeich­nen: so­zi­alichmus.

eben fiel mir auf, dass la­fon­taine nicht nur sei­ne ver­gan­gen­heit in der bun­des­re­gie­rung und sei­nen bauch zu ka­schie­ren ver­sucht, nein er ver­sucht auch eine rie­si­ge glat­ze auf sei­nem haupt zu ka­schie­ren. im fern­se­hen fällt ei­nem das gar nicht auf, da sieht man nur eine ko­mi­sche fri­sur. in echt of­fen­bart sich das gan­ze haa­ri­ge elend, viel­leicht ist es ja auch pro­gram­ma­tisch ge­meint: ich habe zwar nichts auf dem kopf, aber wenn ich wo­an­ders mei­ne haa­re wach­sen las­se, kann ich das ver­de­cken. po­li­tisch ist die glat­ze der bun­des­haus­halt und sein de­fi­zit, die sei­ten­haa­re mas­si­ve steu­er­erhö­hun­gen die dann das haus­halts­de­fi­zit mit ei­nem kamm­strich ka­schie­ren.

foto57.jpg

in­ter­es­sant ist auch, wie be­weg­lich la­fon­taine ist. er beugt sich vor, stützt sich mit dem lin­ken el­len­bo­gen ab, fuch­telt mit den ar­men und dem zei­ge­fin­ger und er wa­ckelt stän­dig mit dem kopf, manch­mal nickt er sich selbst zu. die rech­te hand wan­dert manch­mal in die ho­sen­ta­sche.

fremd­ar­bei­ter hat er bis jetzt nicht ge­sagt. noch nicht­ein­mal in an­füh­rungs­zei­chen. ach. jetzt doch. er mo­niert, dass alle das wort be­nut­zen dür­fen (faz, spie­gel, usw), nur er selbst nicht. wie ge­mein.

be­son­ders gut ge­fällt al­len an­we­sen­den la­fon­tai­nes schluss­wort: „mei­ne zeit ist zu­en­de, de­halb, mei­ne freun­de, noch ein paar wor­te zum schluss.“ (wahr­schein­lich falsch zi­tiert, trotz­dem schön, die­se selbst­be­wuss­te, selbst­kri­ti­sche hal­tung) 


vom links­par­tei­tag: la­fon­taine und un­ge­rech­tig­kei­ten (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

jetzt ist mit­tags­pau­se. sehr wit­zig fand ich die an­kün­di­gung eben­die­ser: „wir näh­ren uns in zwei mi­nu­ten der mit­tags­pau­se.“ wow. hier herrscht noch ord­nung. und ich kann jetzt end­lich mal in ruhe, ohne stän­di­ges ge­quat­sche schrei­ben.

ich habe in der zeit in der ich hier rums­ass, mehr­fach os­kar la­fon­taine be­ob­ach­tet. ein hob­by von vie­len an­we­sen­den jour­na­lis­ten, die ihn auch in ru­deln auf­such­ten um ihn zu fil­men oder fo­to­gra­fie­ren. kein wun­der, denn herr la­fon­taine sticht aus der men­ge auf der büh­ne her­aus (jetzt kommt mein lieb­lings­satz):

os­kar la­fon­taine ist sehr braun. tief­braun. wie je­der weiss, war er in mal­lor­ca. der auf­ent­halt dort hat sich de­fi­ni­tiv ge­lohnt, ei­ner­seits weil er jetzt hier auf dem par­tei­tag so toll auf­fällt und an­de­rer­seits, weil jetzt die pres­se so­viel über ihn schreibt. bodo ra­me­low fin­det es üb­ri­gens ok, dass os­kar la­fon­taine „ver­mö­gen“ habe. ja, er sol­le sein „ver­mö­gen“ auch ge­nies­sen, kei­ner kön­ne et­was da­ge­gen ha­ben — so­lan­ge er da­für ver­mö­gens­steu­er zah­le. auch en­gels hät­te ver­mö­gen ge­habt, auch marx habe ver­gnü­gen ge­kannt. be­ein­dru­cken­de rhe­to­rik, mit der ein für al­le­mal die lu­xus­al­lü­ren von os­kar „tos­ka­na“ la­fon­taine vom tisch ge­wischt sind. ge­ne­ral­ab­so­lu­ti­on vom par­tei­stra­te­gen für la­fon­taine.

lei­der habe ich ver­ges­sen wer es ge­sagt hat, aber ein red­ner be­klag­te bit­ter­lich, dass es für arme in deutsch­land kei­nen da­ten­schutz gäbe. ar­beits­lo­se müss­ten auf ih­ren an­trä­gen für ALG2 teil­wei­se äus­serst pri­va­te und in­ti­me an­ga­ben ma­chen. ein mil­lio­när müss­te das nicht ma­chen, das sei zu­tiefst un­ge­recht. über­haupt, ganz deutsch­land sei zu­tiefst un­ge­recht. bei die­ser rhe­to­rik bin ich mir im­mer nicht ganz si­cher was ei­gent­lich ge­meint ist. die an­pran­ge­rung der ver­hält­nis­se um zu­stim­mung und stim­men zu er­hei­schen, eine po­la­ri­sie­rung zwi­schen arm und reich? was wird ei­gemnt­lich ge­for­dert? die ab­schaf­fung der harz IV fra­ge­bö­gen oder die aus­wei­tung der fra­gen­ka­ta­lo­ge auch auf mil­lio­nä­re.

na gut, ich bin un­ge­recht. die an­wort ist klar. al­les ab­schaf­fen, ar­beits­lo­sen­geld zwei, harz vier, schrö­der und „sei­ne“ ar­beits­lo­sig­keit. ge­rech­tig­keit für alle, ver­mö­gens­steu­er für mil­lio­nä­re. fer­tig. die for­de­run­gen der de­li­gier­ten zer­ge­hen ei­nem alle wie sah­ne auf der zun­ge, aber beim run­ter­schlu­cken merkt man, dass sie nicht durch die spei­se­röh­re pas­sen. qua­si. 


vom links­par­tei­tag: dop­pelt ge­mop­pelt (teil 3)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich woll­te es nur mal aus­pro­bie­ren und es funk­tio­niert: man dreht kom­plett durch wenn man auf der pres­se­büh­ne sitzt, ei­ner mit­tels mi­kro und ver­stär­ker sehr laut spre­chen­den red­ne­rin zu­hört und sich gleich­zei­tig den phoe­nix live-stream vom links­par­tei­tag an­guckt und an­hört. kaum aus­zu­hal­ten das. bringt ja auch nix.

foto489.jpg

der stream hat üb­ri­gens ca. 20 se­kun­den lag, also zeit­ver­zö­ge­rung. 


vom links­par­tei­tag: al­les sehr wort­reich hier (teil 2)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

ich weiss ja nicht viel über par­tei­ta­ge. im fern­se­hen gibt es im­mer son­der­sen­dun­gen von par­tei­ta­gen, meist ganz spät abends. der par­tei­tag selbst dient im fern­se­hen ei­gent­lich vor al­lem als hin­ter­grund um ei­nen a-blog­ger par­tei-leit­ham­mel zu in­ter­view­en und ein biss­chen rum­zu­mo­de­rie­ren.

der ei­gent­li­che sinn von par­tei­ta­gen — so­weit ich das nach 2 stun­den be­ur­tei­len kann — scheint aber die pro­duk­ti­on von wor­ten zu sein. es wer­den sehr, sehr vie­le wor­te in re­den ge­spro­chen, die­se wor­te wer­den bei man­chen red­nern auch auf pa­pier ge­druckt ver­teilt, zum nach­le­sen, wenn man zum bei­spiel aus den re­den ei­nen neu­en text ma­chen möch­te, für eine zei­tung oder ein web­log.

der wahl­kampf­ma­na­ger der links­par­tei, ein hei­se­rer herr ra­me­low hat mei­ne ver­mu­tung üb­ri­gens eben in sei­ner an­spra­che be­stä­tigt; er bat (wort­reich) dar­um nicht zu viel zu re­den (oder zu dis­ku­tie­ren), da­mit man „zü­gig“ zu er­geb­nis­sen kom­me. denn die­se er­geb­nis­se sol­len „so­fort“ nach dem par­tei­tag in 100 000den ex­em­pla­ren ge­druckt wer­den. der par­tei­tag ist also dazu da am ende eine art wort­samm­lung (wahl­pro­gramm) zu dru­cken.

ein wei­te­rer sinn von par­tei­ta­gen ist mög­lichst viel auf­merk­sam­keit zu er­re­gen. denn auf­merk­sam­keit hat wei­te­re wor­te zur fol­ge. ei­ner red­ne­rin ist be­reits auf­ge­fal­len, dass das be­reits im vor­feld ge­klappt hat. so­viel pres­se, so­vie­le ka­me­ras, das hät­te man noch nie ge­habt.

wer nun nicht auch noch mei­ne wor­te ha­ben will, kann sich ja mei­ne bil­der bei flickr vom links­par­tei­tag an­gu­cken 


live vom links­par­tei­tag, teil 1

felix schwenzel in artikel

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(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

un­bü­ro­kra­tisch sind sie ja, die lin­ken. blog­ger­ty­pisch, ohne an­mel­dung, ohne ah­nung, be­trat ich um 10 uhr das est­rell in ber­lin-neu­kölln um mir dort den links­par­tei.tag an­zu­schau­en. die akre­di­tie­rung be­stand aus der an­ga­be mei­ner „re­dak­ti­on“, mei­nes na­mens und mei­ner un­ter­schrift. drin. kei­ne si­cher­heits­schleu­se, kei­ne wei­te­ren kon­trol­len, da­für war das früh­stücks­buf­fet kos­ten­pf­lich­tig.

foto-474-2.jpg

die tisch­chen für die pres­se sind ent­we­der schon be­setzt oder mit jäck­chen, täsch­chen oder hand­tü­chern als be­setzt mar­kiert. also setz­te ich mich (hin­ten), rechts aus­sen auf ein be­su­cher­stühl­chen.

auf der büh­ne ein bi­zar­rer set­up, links das red­ner­pult rechts drei rei­hen hin­ter de­nen die wich­ti­ge­ren de­le­gier­ten wie ra­te­kan­di­da­ten in ei­ner fer­seh­show prä­sen­tiert wer­den. sehr fern­seh­ge­reccht.

im mo­ment re­det hans mod­row. an­fangs mach­te er so­gar zwei klei­ne, fre­ne­tisch auf­ge­nom­me­ne witz­chen; ir­gend­was mit ei­nem baye­ri­schen er­ho­lungs­klos­ter, in dem stoi­ber ir­gend­et­was beich­ten sol­le. jetzt zer­re­det er sich die letz­ten ver­blie­be­nen stimm­bän­der. was ihm an fes­tig­keit der stim­me fehlt, macht er mit dem blick gut. jetzt hat er den par­tei­tag er­öff­net.

uhh, so­eben er­fah­re ich, dass der par­tei­tag bis 18 uhr ge­hen soll und jetzt we­gen ei­nes an­trags noch­mal um eine hal­be stun­de ver­län­gert wird.

und jetzt be­sor­ge ich mir erst­mal ein wlan-pass­wort.

[sehr so­zia­ler preis, zwei stun­den 7,50 €] 


links­par­tei­tags­blog­gen

felix schwenzel , teil der sammlung: #wahl05

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ich sit­ze ge­ra­de im est­rel in ber­lin-neu­kölln. nein, noch nicht an der ho­tel­bar, son­dern beim par­tei­tag der links­par­tei.pds. so­lan­ge mein ak­ku­saft reicht und mein wlan ac­count, blog­ge ix im wahl­blog.de was es dort so zu se­hen gibt.

[nach­trag]
es sind 9 bei­trä­ge ge­wor­den und ich fra­ge mich ob ich das mor­gen aus dort­mund, von der cdu auch so ma­chen soll, oder al­les in ei­nen bei­trag rein­schrei­ben soll. die bil­der habe ich ge­fli­ckert und in die­ses set ge­legt.

mor­gen, wie ge­sagt, fah­re ich nach dort­mund und blog­ge von dort fürs wahl­blog.de. heir noch­mal dei bei­trä­ge von heu­te:


nach­trag 07.08.2026 aus mei­ner fo­to­me­dia­thek 


Tschö mit ö

dasnuf

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Ich wollt noch Tschüss sa­gen. War schön hier. Dan­ke Herr ix für die Gast­freund­lich­keit! Ich schät­ze, Sie und Ihre Le­ser wer­den die Herz­chen ver­mis­sen...
Ich gehe jetzt wie­der auf die rosa Sei­te. Wer ger­ne las, was ich schrieb, der ver­lin­ke mich, auf dass ich so be­kannt wer­de wie Herr ix, ins Fern­se­hen kom­me, Bü­cher ver­öf­fent­li­che und reich wer­de. 


blog­tausch be­en­det

felix schwenzel

so, jetzt schreib ix hier wie­der. dem­nächst. der frau nuf lass ich den zu­gang, viel­leicht schreibt sie ja noch­mal nen gas­t­ein­trag, falls sich je­mand über ein kat­zen­bild oder ei­nen wit­zi­gen ein­trag wun­dern soll­te mal nen blick in die au­toren-zei­le wer­fen. an­sons­ten sind sämt­li­che bei­trä­ge von frau nuf in die­ser ka­te­go­rie zu fin­den. 


Mehr als nur ei­ne Be­treff­zei­le

dasnuf

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Mail Per­son 1: Schau, ein Ita­lie­ner hat den PC er­fun­den.

Mail Per­son 2: Was ist dar­an neu? Wir Ita­lie­ner ha­ben al­les er­fun­den.
Das Auto, die Dampf­ma­schi­ne, die Spra­che über­haupt, das Feu­er... die Lis­te lie­ße sich un­end­lich fort­set­zen.
So­gar die ers­ten Men­schen im Welt­all wa­ren ei­gent­lich Ita­lie­ner! Man hat ih­nen, da­mit sie nach der Mond­be­ge­hung ein pa­pa­raz­zifrei­es Le­ben füh­ren kön­nen, an­de­re Na­men ge­ge­ben. Um ge­nau zu sein, es wa­ren kei­ne Ita­lie­ner, nein Si­zi­lia­ner.
Es wird Dich er­stau­nen, aber Je­sus war eben­falls Si­zi­lia­ner, so­wie alle Apos­tel Fi­scher und so­mit Si­zi­lia­ner wa­ren.
Da die Si­zi­lia­ner nichts mit den Stie­fe­lita­lie­nern zu tun ha­ben woll­ten, ha­ben sie schon sehr früh den Bag­ger er­fun­den, um die da­mals si­zi­lia­ni­sche Halb­in­sel vom Fest­land zu tren­nen. Glück­li­cher­wei­se sind die Nord­ita­lie­ner nicht so klug wie die Süd­ita­lie­ner und es ist ih­nen des­we­gen bis heu­te nicht ge­lun­gen eine Brü­cke nach Si­zi­li­en zu bau­en.

Der ers­te Hub­schrau­ber wur­de von da Vin­ci, der selbst­ver­ständ­lich auch Si­zi­lia­ner war, ent­wi­ckelt. Du musst wis­sen, da Vin­ci war schwul, was Si­zi­lia­ner nicht so ger­ne mö­gen. Da Vin­ci wur­de folg­lich des Lan­des ver­wie­sen (Um ihn un­auf­fä­lig aus Si­zi­li­en zu ent­fer­nen, wur­de die U-bahn er­dacht).
Dar­über hin­aus ha­ben die Si­zi­lia­ner er­fun­den : Was­ser, Erde, Luft, Nu­deln, See­fahrt, Sand­bän­ke.

Mail Per­son 1: Schatz, was hat­test Du zu Mit­tag? 


Ach­tung Frau­en­bei­trag: Kat­zen- und Mo­de­con­tent in ei­nem!

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Le­sen Sie zu­nächst Fräu­lein Ste zum Ein­stieg in das The­ma weib­li­che Klei­dungs­pro­ble­me:

...also ich bin dort ele­gant wie eine stadt­prin­zes­sin an­ge­kom­men und nach ei­nem tag war ich, egal wo und egal fuer wel­che an­ge­le­gen­heit und am ende egal was fuer eine tem­pe­ra­tur, wie rein­hold mess­ner am hi­ma­la­ia an­ge­zo­gen...

Wie im Ar­ti­kel da­vor be­reits er­läu­tert, sucht die Mo­de­indus­trie ver­zwei­felt nach We­gen uns Frau­en trotz der jah­res­zeit­un­ab­hän­gi­gen Käl­te deut­lich als Weib­chen er­kenn­bar zu ma­chen.
(Ach­tung Ein­satz Quell­po­li­zei!)
Die mo­de­be­wuss­te Fran­zö­sin sagt über deut­sche Frau­en, man kön­ne sie le­dig­lich an der Schrim­far­be er­ken­nen. Schwarz für die Männ­chen, bunt für die Weib­chen - an­sons­ten kei­ne op­tisch un­ter­scheid­ba­ren De­tails.
Ein wei­te­rer Aus­rut­scher in den Mo­de­emp­feh­lun­gen war letz­tes Jahr der Moon­boot:

Klassische Moonboots - der letzte Schrei!
Klassische Moonboots - der letzte Schrei!
Klas­si­sche Moon­boots - der letz­te Schrei!

Jetzt ist es tat­säch­lich so, dass die Dis­zi­plin zu Röck­chen und Pumps bei mi­nus 20 Grad le­dig­lich bis zum 20. Le­bens­jahr reicht.
Ir­gend­wann hat man es ein­fach satt per­ma­nent zu frie­ren und trägt so­gar Woll­un­ter­wä­sche.
Al­len Frau­en geht das so. Al­len? Nein, nicht al­len. Nord­west­lich von Deutsch­land gibt es die­se klei­ne In­sel und dort ha­ben die Frau­en et­was ge­fun­den, was sie ge­gen Mi­nus­gra­de im­mun macht. Je­des Mal, wenn ich dort bin, zie­he ich re­spekt­voll in­ner­lich den Hut vor den Da­men, die trotz des Eis­re­gens in Mi­ni­rö­cken auf Sti­let­tos durch die Ge­gend stak­sen.
Kenn je­mand das Ge­heim­nis?
Ich habe mal ge­le­sen, dass sog. Wolfs­kin­der tem­pe­ra­tur­un­emp­find­lich sind. Da­durch dass sie in der Wild­nis oder im Kel­ler ein­ge­sperrt auf­wach­sen, ent­wi­ckeln sich ihre Wär­me- und Käl­te­re­zep­to­ren nicht ord­nungs­ge­mäß. Ist das das Ge­heim­nis? Müs­sen wir un­se­re Töch­ter, da­mit sie, wenn durch die Kli­ma­ver­schie­bung in Deutsch­land zu­neh­mend das Kon­ti­nen­tal­kli­ma vor­herrscht, noch ver­hei­ra­tet wer­den kön­nen, in der Tun­dra aus­set­zen, um sie 16 Jah­re spä­ter wie­der ab­zu­ho­len? Oder gibt es Al­ter­na­ti­ven? 

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Der neue IKEA-Ka­ta­log ist da, na und?

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Der IKEA-Ka­ta­log. Auch die­ses Jahr wie­der eine Ent­täu­schung.
Wenn ich nur dar­an den­ke, mit wel­chem Auf­wand ich ihn mir "be­sorgt" habe! Ich lau­er­te tra­di­tio­nell tage- und näch­te­lang in un­se­rem Trep­pen­haus, schups­te eine Mit­be­woh­ne­rin, die mir gleich­tat, die Stu­fen her­ab, da­mit ich schnel­ler am Post­kas­ten bin und habe dem Post­bo­ten schon den gan­zen Juli Be­stechungs­gel­der zu­ge­steckt und dann die­se Ent­täu­schung!
Es fehlt dem IKEA-Ka­ta­log je­der Es­prit. Nicht ein Pro­dukt, wel­ches das kauf­be­rei­te Weib­chen rei­zen wür­de. Nicht mal Bett­wä­sche. Nur die­ser drecks­häss­li­che Land­haus­stil­scheiß. Wer will den so et­was? Und war­um gibt es kei­ne hel­len Mö­bel mehr? Wer will Ma­ha­go­ni­i­mi­tat und Ei­che rus­ti­kal? WEEEER???
Ich neh­me an, die ha­ben bei IKEA die Kom­pe­tenz­di­men­si­on Krea­ti­vi­tät und Ri­si­ko­be­reit­schaft kom­plett aus dem An­for­de­rungs­pro­fil der De­si­gner ge­stri­chen. Oder ei­ner der Vor­stand­mit­glie­der hat sei­ne straff­bu­si­ge Af­fä­re aus der Ab­tei­lung De­sign und neue Pro­duk­te zum Chef­de­si­gner be­för­dert ob­wohl die ei­nen Bil­dungs- und An­reiz­hin­ter­grund wie Vic­to­ria Hin­ter­schin­ken hat.
Ich spu­cke geis­tig aus vor so viel Ein­falls­lo­sig­keit. 


Un­er­wünsch­te Aus­beu­lun­gen

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Äs­the­tik­ver­stö­ße gibt es vie­le. Man­che wer­den so­gar Mode. So las ich ges­tern in ei­nem Frau­en­ma­ga­zin, dass es die­sen Herbst in ist, of­fe­ne San­da­len mit Strümp­fen zu tra­gen. Ver­mut­lich ist dies ein Phä­no­men des ver­patz­ten Som­mers, in dem Frau­en ihre hüb­schen San­da­len nicht zur Schau tra­gen konn­ten.
Ne­ben den ver­gäng­li­chen Ent­glei­sun­gen ei­ner ein­zel­nen Sai­son, gibt es dau­er­haf­te Ver­stö­ße ge­gen jede An­schau­lich­keit.
Bei Män­nern fiel mir heu­te früh wie­der das Ku­rio­sum des Geld­beu­tel­del­len­ge­sä­ßes un­an­ge­nehm auf. Ab­ge­se­hen von je­dem Ge­schmacks­emp­fin­den emp­fiehlt es sich oh­ne­hin nicht das Porte­mon­naie in der Ge­säß­ta­sche zu trans­por­tie­ren, da dies den ge­mei­nen als sol­ches Ta­schen­dieb ge­ra­de­zu ein­lädt.
Ich will nicht leug­nen, dass das Geld­ge­klaut­be­kom­men tat­säch­lich Pri­vat­sa­che ist. Das Schei­ße-Aus­se­hen hin­ge­gen nicht.
Vie­le Män­ner ha­ben Flach­po­pos und mei­nen des­we­gen an ge­nau die­ser Stel­le Platz für Le­der­täsch­chen zu ha­ben. Doch ob Flach­po­po oder nicht, das Ein­ste­cken des Geld­beu­tels in die hin­te­re Ho­sen­ta­sche ver­ur­sacht ein op­ti­sches Un­gleich­ge­wicht, wel­ches ich nicht se­hen möch­te. Es macht mich ner­vös. In mir regt sich ein Im­puls, ganz ähn­lich dem, der mich über­kommt, wenn ich Blis­ter­fo­li­en* sehe. Die will ich zer­drü­cken. Plop! Plop! So möch­te ich das mit den geld­beu­tel­ge­füll­ten Ho­sen­ta­schen auch ma­chen. Durch die U-Bahn­sta­ti­on lau­fen und Män­nern auf die Hin­ter­tei­le hau­en und da­bei den Kopf hin und her­wer­fen und da­bei ru­fen: „Nein! Nein! Nein!“.
Wenn die Beu­le nicht platzt, so häm­me­re ich im­mer hef­ti­ger auf den Po ein und wer­fe mich zu gu­ter letzt zu­ckend auf den Bo­den.
Weil das na­tür­lich nicht geht, habe ich stets ein Bil­der­buch da­bei, das ich auf­schla­ge und hin­einstar­re, wenn ich wie­der ei­nen die­ser Frev­ler sehe und da­bei man­tra­ar­tig mur­me­le: Nicht hin­schau­en, nicht hin­schau­en, nicht­hin­schau­en, nich­hin­schau­en [...] .

*Blis­ter­fo­lie ist das fal­sche Wort für das was ich mei­ne, was aber schnö­de „Luft­pols­ter­fo­lie“ ge­nannt wird. 


Die trau­ri­ge Ge­schich­te von Sa­bi­ne S.

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Ich er­zäh­le nun die er­fun­de­ne Ge­schich­te ei­ner jun­gen Frau, nen­nen wir sie Sa­bi­ne S., die in ei­nem Büro ar­bei­tet, in dem alle an­de­ren Frau­en (nicht na­ment­lich ge­nannt) weit über 50 sind.
Sa­bi­ne S. hat ei­nen ei­ge­nen Haus­halt. Da sie eine Putz­frau be­schäf­tigt, ist die­ser meis­tens in ei­nem hy­gie­ni­schen Zu­stand. Den­noch sieht ihre Woh­nung nie dau­er­haft aus, als sei sie fo­to­gra­fier­be­reit für "schö­ner woh­nen". Klei­dung liegt her­um, es wird nicht täg­lich ge­spült und manch­mal türmt sich im Flur das Alt­pa­pier. Sa­bi­ne S. wun­dert sich, wie Frau­en der Ge­ne­ra­ti­on ih­rer Mut­ter es schaf­fen, ihre Woh­nun­gen im­mer in top­form zu hal­ten.
Wenn sie sich an die Woh­nung der ei­ge­nen Mut­ter er­in­nert, kommt ihr nie ein Bild von Un­auf­ge­räumt­heit in den Sinn. Men­schen, wie Sa­bi­ne S. Bü­ro­kol­le­gin­nen ti­cken ähn­lich. Sie bü­geln so­gar Hand­tü­cher, So­cken und Un­ter­wä­sche.
Sa­bi­ne S. hat aus die­sem so­zia­len Druck her­aus auch schon mal ver­sucht ihre Tan­gas zu bü­geln. Die Tan­gas sa­hen da­nach aus wie da­vor, nur die Hän­de von Sa­bi­ne S., die wa­ren an ver­schie­de­nen Stel­len ver­brannt.
Sa­bi­ne S. ist ein nach­denk­li­cher Mensch und so fragt sie sich, wenn sie im Büro die sa­ni­tä­ren An­la­gen be­nutzt, wie es sein kann, dass sie dort im­mer wie­der so­ge­nann­te "Brems­spu­ren" ent­deckt. Sa­bi­ne S. ist ent­setzt. In der Ab­tei­lung gibt es kei­nen Kun­den­be­such, SIE hin­ter­lässt die­se Spu­ren nicht. Wer dann?
Die jun­ge Frau hat die Hy­po­the­se das Frau­en über 50, die 80% ih­rer Frei­zeit mit wa­schen, ko­chen und bü­geln ver­brin­gen, ihre Du­sche nach je­dem Ge­brauch ab­le­dern, alle zwei Tage staub­saugen, Licht­schal­ter po­lie­ren und Steck­do­sen rei­ni­gen, wäh­rend ih­rer Ar­beits­zeit all ih­ren zwang­haf­ten Sau­ber­keits­wahn los­las­sen und ein­fach mal ge­die­gen in die Por­zel­lan­schüs­seln ka­cken - al­les raus las­sen so­zu­sa­gen - sich dann nicht um­dre­hen und be­frie­digt an ih­ren Com­pu­ter zu­rück­keh­ren. 


An­gie ver­ab­schie­det sich mit Mu­sik

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An­ge­la Mer­kel darf den Rol­ling Stones Ti­tel An­gie ver­wen­den. Fin­de ich spit­ze, denn dann gibt es end­lich mal die von Hu­gon Egon Bal­der ge­for­der­te Ehr­lich­keit bei Po­li­ti­kern. Hier ei­ni­ge Text­aus­zü­ge:

An­gie, An­gie
Wann wer­den all die­se Wol­ken ver­schwin­den?
An­gie, An­gie
Wo­hin wer­den wir von hier aus ge­lei­tet wer­den?
(Fra­ge ich mich auch!)

Ohne Lie­be in un­se­ren See­len
und ohne Geld in un­se­ren Män­teln
Oh, du kannst nicht sa­gen, wir wä­ren zu­frie­den...
(Kanns­te auch nich, mit dem bö­sen Hartz IV und wo frü­her bei Hel­mut al­les bes­ser war!)

An­gie, An­gie
Oh, du kannst nicht sa­gen, wir hät­ten es nie ver­sucht
Oh, An­gie. Du bist wun­der­schön,ja...
(Schön­heit liegt ja im Auge des Be­trach­ters)

aber ist es nicht Zeit, dass wir uns jetzt ver­ab­schie­den?
(Is­ses in je­dem Fall, also schüss An­gie)

All die­se Träu­me, die wir so nahe bei uns hiel­ten, schei­nen sich in Rauch auf­ge­löst zu ha­ben
(Blü­hen­de Land­schaf­ten, kei­ne Steu­er­erhö­hung für die Wie­der­ver­ei­ni­gung, etc. pp.)

[...]
Oh An­gie, weinst du?
Dei­ne Küs­se schme­cken im­mer noch süß...
Ich has­se die­se Trau­er in dei­nen Au­gen...
aber An­gie, An­gie
ist es nicht Zeit, uns ver­ab­schie­den?...Ja...
(Doch, doooch! Tut weh, muss aber sein, echt ma)

[...]
Es gibt kei­ne Frau, die an dich her­an kommt.
(Ger­hard wür­de sa­gen: und das ist auch gut so)

[...]
An­gie, An­gie
Wäre es nicht schön zu le­ben?
An­gie, An­gie
Sie kön­nen nicht be­haup­ten, wir hät­ten es nicht ver­sucht...

Den Mar­ke­ting­hei­ni von An­ge­la wür­de ich feu­ern. Aber hey, viel­leicht hat sie ein­fach nur Hu­mor?