gehören selfies ins blog?

felix schwenzel, , in wirres.net    

daniel peter hat meinen vortrag auf der nebenan bei den netzpiloten zusammengefasst:

Zu Beginn seines Vortrags, räumt Felix Schwenzel gleich ein, dass der gewählte Titel eigentlich totaler Quatsch sei, da er im Rahmen seines Vortrags eigentlich zeigen möchte, warum das Indiweb seiner Meinung nach die Zukunft ist.

besonders hat mir die stelle gefallen, in der er über meine kleine demonstration schreibt, von der ich dachte, dass jeder der sie sieht laut aha rufen würde:

Für Leute die nicht gerade tief in der [Indieweb-] Materie stecken, ist es in dieser kurzen Zeit so gut wie unmöglich, einen Durchblick zu erlangen.

Als Beispiel für die guten Aspekte der Plattformen, macht Schwenzel ein Selfie und postet es auf Instagram. Durch eine Funktion wird der Post anschließend sowohl bei Facebook, als auch auf Twitter geteilt. Allerdings passiert das Ganze so schnell, dass man weder versteht wie es funktioniert, noch worin der Sinn bzw. der Bedarf dahinter liegt. [link von mir hinzugefügt]

gute frage, auch wenn er vergessen hat den entscheidenden punkt zu erwähnen: der selfie landete hier im blog.

ich hol mal aus. als flickr vor vielen, vielen jahren neu war, war das der total heisse scheiss. 2006 hatte ich eine presseakkreditierung für die bambi-verleihung (danach wurde ich witzigerweise nie wieder eingeladen) und habe zwei akku-ladungen lang am roten teppich gestanden und sehr viel mit meinem nokia n70 fotografiert — und die bilder zu flickr geladen. das ging damals per e-mail und fühlte sich damals ultramodern und super benutzerfreundlich an. gebloggt hbe ich auch von der veranstaltung (mehrere „live“-artikel und einen nachgeschobenes fazit, ich verlinke aber nur diesen hier), aber ein grossteil der bilder wanderte ausschliesslich auf flickr. als flickr ein paar jahre später an yahoo verkauft wurde und vor allem wegen dumpfbackiger management-entscheidungen unerträglich, unsexy und unvereinbar mit meinem gewissen wurde, habe ich mein flickr-konto gelöscht.

die bilder konnte man damals zwar mit ein paar tricks und scripten sichern (runterladen), aber der grossteil meiner bilder verschwand damit aus dem netz. irgendwo habe ich die sicherung bestimmt noch als archiv auf einer meiner festplatten und ein paar sind auch noch in meinem blog, nämlich genau die, die ich verbloggt habe. alle anderen sind aber de-fakto weg.

war die kontolöschung bei flickr damals meine eigene entscheidung, gibt es auch einige beispiele von web-diensten die abgeschaltet oder umgewidmet wurden. erinnert sich noch jemand an studiVZ? uboot? geocities? myspace? twitpic? oder gar watchberlin? es ist ein mythos, dass das internet nicht vergisst. so vieles was ich auf anderen seiten als meinem blog gepostet habe, ist verschwunden oder nicht mehr auffindbar.

selbst bei diensten denen es gut geht, von facebook, über instagram oder twitter, sind meine inhalte keineswegs sicher. sollte sich facebook — aus welchen gründen auch immer — entscheiden dass ich gegen deren richtlinien verstossen hätte, könnten sie mich von einem tag auf den anderen sperren oder rausschmeissen. instagram und facebook sind dafür bekannt inhalte die ihnen nicht in den kram passen zu löschen. alle meine mühsam mit metadaten, bildunterschriften oder blöden witzchen versehenen bilder (oder texte) in diesen privatsilos, könnten von einem tag auf den anderen mit alles likes oder benutzerkommentaren verschwunden sein — wenn facebook das wollte. deshalb versuche ich spätestens seit dem flickr-desaster alles was mir wichtig ist auch auf meinem blog zu posten — und erst dann auf twitter, facebook oder sonstwo. das funktioniert natürlich nicht immer.

essensbilder? unwichtig, fand ich noch vor ein paar monaten, und stellte sie ausschliesslich auf facebook ein. wenn ich aber ein bestimmtes rezept suche, werde ich meistens nur dann fündig, wenn ich mir die mühe gemacht habe das rezept zu bloggen. suchen und finden auf facebook oder instagram? ha! twitter hatte jahrelang nur eine völlig verkorkste suchfunktion (die von flickr hingegen war immer schon ganz gut, aber was nützt einem das, wenn man seine bilder gelöscht hat?

und das ist der grund, warum ich von der möglichkeit ein instagrambild mit sämtlichen metadaten, automatisch auf mein blog zu syndizieren begeistert bin. auf instagram mag das bild sein publikum und likes finden, auf meinem blog findet es seine heimat (sorry für den pathos). und wenn das bild erstmal bei mir im blog ist, kann ich machen was ich will damit: es per RSS weiterverteilen, es zu facebook und twitter weitersyndizieren, wenn ich wollte auch zu flickr und wenn google es wollte, auch zu googleplus.

bei twitter tauchen die bilder auch gleich unterm tweet auf, ohne dass der geneigte betrachter sich erst zu instagram durchklicken müsste oder einen spezielle twitter-app nutzen müsste, die das instagram direkt unter dem tweet anzeigt.

das bedeutet für mich kontrolle über meine eigenen daten: nicht dass ich den daten restriktionen anlegen wollte, sondern dass ich mit meinen daten machen kann was ich will — und sie im zweifelsfall auch wiederfinden kann.

dass unter den instragram-bildern, die ich auf mein blog gezogen habe, auch die kommentare, likes oder retweets anderer erscheinen (beispiel) finde ich in diesem zusammenhang auch folgerichtig, auch wenn das genaugenommen gar nicht meine daten sind. aber weil ich diese daten auch kontrolliere, kann ich sie, bei bedarf, auch (selektiv) ausblenden, löschen oder anders präsentieren.

* * *

das schöne ist aber auch, dass ich theoretisch auch stille artikel (oder bilder) veröffentlichen kann, die nur auf meinem blog erscheinen. ben werdmüller hat das kürzlich so formuliert:

One reason to publish on the web is to make a name for yourself, and create an audience for your content or services. But that's not the only reason, or even the best one. I think structured self-reflection is more valuable - with or without feedback.

We've been trained to worry about audience and analytics for our posts. How many people read a piece about X vs a piece about Y? Is it better to post at 2pm on a Thursday or 10pm on a Sunday? Which demographic segments are most interested?

That's fine and dandy if you're a brand, but not all of us need to be brands. Not every piece of content needs to be a performance. If we unduly worry about audience, we run the risk of diluting our work in order to appeal to a perceived segment. Sometimes the audience is you, and that's enough.

nochmal: die kontrolle habe ich. ich kann machen was ich will. und im moment will ich vor allem eins: das blog zuerst, aber auf die reichweite der netzwerke, die möglichkeit menschen ausserhalb meiner filterblase zu erreichen, möchte ich (momentan) nicht verzichten. ausser manchmal.

14 von 66 seen

felix schwenzel, , in wirres.net    

der letzte spaziergang auf unserem 66 seen rundwanderwegvorhaben war eher kurz, dieser war ziemlich lang: um die 25 kilometer. es ging von wandlitzsee zum bahnhof biesenthal, vorbei an ziemlich vielen seen, ich glaube es waren so um die sieben.

streckenübersicht von wandlitzsee nach biesenthal

 

die strecke war wunderbar abwechslungsreich, auch wenn es fast ausschliesslich durch den wald ging. die meisten waldstücke unterwegs schienen unter naturschutz zu stehen, bzw nicht bewirtschaftet zu werden; überall lagen umgestürzte bäume im wald, im wasser, auf den wegen und zum teil auch auf den häusern.

auf häuser gefallene bäume
auf häuser gefallene bäume

auch viele der häuser an denen wir vorbeikamen schienen unter naturschutz zu stehen, bzw. nicht bewirtschaftet zu werden.

ein haus, das unter naturschutz zu stehen scheint
ein haus, das unter naturschutz zu stehen scheint

auch wenn die strecke durchs briesetal wirklich wunderschön ist, fanden wir diesen streckenabschnitt fast noch schöner. der wald wirkte an sehr vielen stellen sehr dramatisch und inszeniert. das licht war sehr gut gesetzt und die arbeiten von pilzen, wind und wetter waren teilweise so beeindruckend, dass sich die beifahrerin ein paar mal dazu hinreissen liess zu sagen: „wer braucht bei sowas noch kunst?“

dramatisches licht im wald
dramatisches licht im wald
balanceakt
balanceakt
wer macht denn sowas?
wer macht denn sowas?
pilze wie elefantenfüsse
pilze wie elefantenfüsse
geteilter baum der weiter lebt
geteilter baum der weiter lebt
noch mehr dramatisches licht
noch mehr dramatisches licht
gefallener baum
bäume mit farbverläufen
bäume mit farbverläufen

spuren vom biber gabs auch diesmal zu sehen, ich finde den fleiss und die akkuratesse von den tieren sehr beeindruckend.

des bibers arbeit
des bibers arbeit

auf diesem streckenabschnitt war die ausschilderung, also die blauen punkte des 66-seen-weges, hervorragend ausgeschildert. zur sicherheit habe ich mir allerdings nochmal eine offline-version des streckenabschnitts in mein trails geladen. damit funktioniert die navigation auch offline ganz hervorragend und wir haben uns kein mal verlaufen. obwohl wir die handys die meiste zeit offline im flugzeugmodus hatten, reichten unsere akkus gerade so die neun stunden die wir unterwegs waren. das nächste gerät das ich mir kaufe wird ein mobiles akku-pack sein, um unterwegs die handys laden zu können.

schilder aufhängen auf eigene gefahr
schilder aufhängen auf eigene gefahr
blanko-schild zum selbst ausfüllen
blanko-schild zum selbst ausfüllen

die sieben seen an denen wir vorbeikamen waren alle extrem malerisch. der liepnitzsee soll zudem noch eines der saubersten gewässer deutschlands brandenburgs sein. auf dem liepnitzsee gibt’s auch ne fähre.

noch mehr gefallene bäume
noch mehr gefallene bäume
einer von 66 seen
einer von 66 seen
noch einer von 66 seen
noch einer von 66 seen

auf der hälfte der strecke haben wir rast bei uli’s fischhaus gemacht. das war OK, aber für die preise zu wenig befriedigend und sättigend. dafür isses aber wunderschön gelegen und elektrolyte haben wir auch zu uns genommen.

steg am obersee (von uli’s fischhaus aus fotografiert)
steg am obersee (von uli’s fischhaus aus fotografiert)

wir haben beide so viele fotos gemacht, dass unsere telefone sich ständig über mangelnden platz beklagten. ich habe jetzt auf dem telefon nur noch apps, die ich in den letzten 6 monaten mal benutzt habe, alles andere ist gelöscht.

gabelpanorama
drama!
drama!
wald
die rosen riechen offenbar
die rosen riechen offenbar

* * *

nächstes mal backen wir dann wieder kleinere brötchen. die 25 kilometer waren zwar nicht allzu unangenehme, aber die letzten 3-4 kilometer haben sich dann doch sehr gezogen. was auch an der bahnhofsstrasse in biesenthal liegen kann, die sich 3 kilometer lang kerzenfrage kerzengrade zieht, bis am dorfausgang der bahnhof kommt. die bahnhofsstrasse ist zwar sehr divers und abwechslungsreich bebaut, von wunderbar sanierten altbauten, denen man eine glänzende vergangenheit ansieht, über grässlich tot-sanierte alte häuser, zu neureichen-klimbim mit elektrischen hoftoren und carport, verfallenen flachbauten und villa kunterbunts.

was sich auch als enorm toll herausstellt: dass wir von bahnhof zu bahnhof wandern ist zwar mitunter eine etwas längere strecke, aber praktisch ohne ende: kein im kreis laufen, keine gedanken wo man parkt. einfach in den zug, raus und wieder in den zug.

nebenan.hamburg

felix schwenzel, , in artikel    

noch ein paar worte zur nebenan-konferenz letztes wochenende. freundlicherweise hatte mich ole reißmann gefragt ob ich zum thema indieweb und reclaim etwas erzählen konnte, was im effekt zu wochenlanger recherche führte, die mir grossen spass machte und zu einigen technischen änderungen an diesem blog führten. das ergebnis habe ich hier aufgeschrieben: indie war gestern — oder umgekehrt.

(weitere reaktionen zu meinem vortrag auf twitter)

* * *

die konferenz war klein, aber freundlich und vor allem freundlich organisiert. es gab leberwurst- und erdbeermarmeladenbrote zum selberschmieren, für die vortragenden ein paar getränkegutscheine und mittags einen veganen foodtruck, dem ich allerdings zwei selbstgeschmierte leberwurstbrote vorzog. aber die süsskartoffel-pommes waren toll (ich hab eine einzelne probiert). ulrike klode hat über die organsation der konferenz sehr nachvollziehbar gebloggt:

ich fand das programm überraschend, aber insgesamt eher durchwachsen. ich konnte nicht mit allem etwas anfangen und das ist ja auch gut so und bei der #rp15 oder bei netflix nicht anders. dafür waren aber auch ein paar highlights im programm, von dem ich an dieser stelle nur eins herauspicken möchte. den vortrag von frau crafteln. sie redete über das bloggen in sehr belebten und lebendigen nischen (am beispiel der #nähnerds) darüber dass das internet und die nischen im internet aus menschen bestehen und wie wichtig mut und respektvoller umgang miteinander sind. sie schreibt drüben, bei sich selbst, darüber. das kann man lesen und staunen und wenn die vortragsvideos online sind, weise ich hier auch darauf nochmal darauf hin und dann kann man sich vortrefflich unterhalten fühlen, so wie ich am samstag.

vom respektvollen umgang miteinander redeten eigentlich fast alle vortragenden und speziell jürgen geuters vortrag über die ethik des nicht-teilens war geradezu ein musterbeispiel dafür, wie viel arbeit wir noch vor uns haben, einen gesellschaftlichen konsens und regeln über das leben im cyberspace vernetzte zusammenleben finden (darüber habe ich im prinzip auch auf der rp15 gesprochen). ich bin sicher, @tante spielt bei diesem prozess weiter eine wichtige rolle.

* * *

was ich insgesamt an der #nebenan angenehm fand, war der fokus; nur ein track, keine parallelveranstaltungen, eine übersichtliche anzahl an teilnehmern. die teilnehmerzahl war zwar immer noch zu gross um mit allen zu sprechen, mit denen ich gerne gesprochen hätte, aber das kann auch an meinen schlechten smalltalk-skills liegen. trotzdem habe ich mit erstaunlich vielen menschen geredet die ich vorher noch nicht kannte oder die ich vorher noch nicht in der fleischwelt getroffen hatte. ausnahmslos alle waren dem motto entsprechend extrem freundlich. nicht auf der konferenz gesprochen hat ulrike bartos. aber mit mir. und ich kam aus dem staunen nicht mehr heraus: ulrike bartos führt ein blog mit dem sie ihren lebensunterhalt bestreiten kann: missbartoz.de. erstaunlich, aber auch folgerichtig, dass ich in meiner kleinen internet-wahrnehmungs-blase noch nie von ihrem blog gehört hatte; ich brauche zwar auch übergrössen, interessiere mich aber weder für männer- noch für frauen-mode. aber gerade dieses beispiel eines äusserst erfolgreichen blogs zeigt, dass man mit vorurteilen wie: „niemand bloggt mehr“ oder „das bloggen stirbt“, sehr vorsichtig sein muss.

auch interessant und vielleicht auch für die freundliche atmosphäre mitverantwortlich, war der anteil der frauen auf der konferenz. bei den vortragenden waren sie sogar in der mehrheit, im publikum schien es nicht viel anders zu gewesen zu sein.

* * *

ich habe viel gesehen und viel gelernt am samstag. die konferenz war nicht nur freundlich, sondern auch eine prima gelegenheit über den tellerrand zu schauen. etwas was ich selbst viel öfter machen sollte. danke dafür und danke für die leberwurstbrote!

* * *

nebenan.hamburg
nebenan.hamburg

hashtag #nebenan auf twitter.

indie war gestern — oder umgekehrt

felix schwenzel, , in wirres.net    

vortrag über das bloggen und das indieweb, den ich am 6. juni 2015 auf der nebenan.hamburg gehalten habe. auf youtube gibt es eine aufzeichnung.

* * *

den titel für diesen vortrag, habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern ole reißmann. so lautete die ankündigung auf der veranstaltungsseite:

Indie war gestern. Warum niemand mehr bloggt oder seine eigene Seite fürs Publizieren nutzen möchte und warum sich niemand für das Indieweb und reclaim.fm interessiert.

und bevor ich erkläre was „indieweb“ und „reclaim“ überhaupt sind, würde ich gerne darauf hinweisen, dass der titel und der anreissertext totaler quatsch sind.

ich würde nämlich gerne behaupten, dass „indie“ eine grosse zukunft hat und dass man eigentlich nicht behaupten kann, dass „niemand mehr bloggt“. ich glaube nämlich mittlerweile, dass das bloggen in bestimmten bereichen boomt, nur nicht so sehr im mainstream, bzw. unsichtbar in nischen versteckt, die wir gelegentlich abfällig mit mutti-, strick, food- oder whatever-blogs abtun.

diese frage hingegen

warum sich niemand für das indieweb und reclaim.fm interessiert

ist leicht zu beantworten: für das indieweb und reclaim interessiert sich niemand weil’s zu kompliziert istniemand kaum jemand, hat den sinn sinn vom indieweb verstanden. kaum jemand hat den sinn sinn von reclaim verstanden.

ich habe mich, als ich vor zwei, drei jahren versucht habe reclaim zu bauen, mal intensiver mit dem indieweb auseinandergesetzt und dabei weniger als die hälfte verstanden. normalerweise werfe ich anderen gerne vor, dass ihnen bei der entwicklung von web-projekten oft das abstraktionsvermögen und die fähigkeit potenziale zu erkennen fehlt. die potenziale des indiewebs habe ich damals ansatzweise verstanden, die konzepte, protokolle und technologien dahinter hingegen kaum. mir fehlt teilweise immer noch das abstraktionsvermögen, um auf manchen indiewebseiten einen sinn, potenziale oder struktur zu erkennen.

die webseiten von aaron perecki sind exemplarische und vorbildliche indiewebseiten — und während gut nachvollziehbar ist was artikel oder notizen (kurze, tweetartige artikel ohne überschrift) sind, ist die frage bei antworten schon schwieriger. antworten? auf wen? warum? warum dort?

replies on aaronparecki.com

was steht auf dieser seite? eine antwort auf ne antwort? kann ich auf die antwort auch antworten? wo? wie? kann ich auf diese antwort auch auf twitter antworten?

kann ich hier auch kommentieren? wo ist das kommentarfeld? was ist ein webmention, den ich von dort aus senden kann? wohin geht das? an wen?

das gleiche galt und gilt für das reclaim-projekt: da haben ich und einige andere potenziale, sinn und praktischen nutzen erkannt, aber viele andere nicht.

ich sehe schon, ich komme nicht drum rum, kurz zu erklären was indieweb und reclaim eigentlich sind. obwohl ich eigentlich vorher noch klären sollte was bloggen ist. denn die wurzeln des indiewebs stecken natürlich im bloggen — glaube ich zumindest. zum bloggen habe ich vor allem eins zu sagen:

ich blogge in erster linie erstmal nur für mich.

vor allem um dinge, ideen, momente festzuhalten — und mich später dran zu erinnern oder das verflossene wiederzufinden. wenn ich dinge aufschreibe ist das eine art verdauungsvorgang. ich strukturiere die gedanken, formuliere sie aus, bearbeite sie tiefer, als wenn ich nur in der dusche oder auf dem weg zur arbeit drüber nachdenken würde. tatsächlich habe ich vor 15 jahren angefangen mit dem schreiben, dem regelmässig ins internet schreiben, als mich meine arbeit, mein studium anfingen zu langweilen und zu frustrieren. schreiben war ein kreativer gegenpol. neben dem festhalten von gedanken, erlebtem, war (und ist) das schreiben eine form der kreativen selbstbefriedigung.

antje schrupp sieht das ähnlich: für sie ist das dokumentieren ihrer ideen eine neue, eine andere art zu denken.

Das Wesentliche ist das Dokumentieren meiner Einfälle und Wahrnehmungen, wofür es seit dem Internet eine technologische Möglichkeit gibt, die es früher nicht gab. Mit „Mikropostings“ im Internet denke ich sozusagen öffentlich. Früher gab es nur die Möglichkeit, diese Eindrücke mit denjenigen zu teilen, die zufällig in der betreffenden Situation ebenfalls anwesend sind – he, guck mal hier! Ich denke dazu das, was meinst du?

sie erweitert den dokumentationsgedanken hier allerdings noch um einen wichtigen aspekt, den der kommunikation, des gesprächs, des plauderns. technologie ermöglicht es uns mit leuten zu plaudern die gerade nicht körperlich anwesend sind. und das ist der aspekt, der bloggen erst wirklich interessant macht — im gegenteil zum beispiel zum tagebuch-, oder genauer, nicht-öffentlichen schreiben.

und noch spannender ist natürlich das ganze blogding als eine art gehirnerweiterung, als externes denkwerkzeug zu sehen:

Dieser kleine, tägliche, unspektakuläre Austausch ist für mich inzwischen so eine Art Werkzeug meines Denkens geworden, ein Tool, auf das ich nicht verzichten möchte. Denken funktioniert ja nicht im abgeschlossenen Gehirn einer isolierten Persönlichkeit, sondern im permanenten Austausch mit der Welt und mit anderen Leuten.

das ist keine allgemeingültige definition des bloggens, aber eine mögliche, meine:

verdauen — denken — veröffentlichen

oder anders: ich veröffentliche, also denke ich …

der witz ist allerdings, dass die verständnisprobleme schon genau hier anfangen:

  • warum machst du das?
  • was sagt dein arbeitgeber dazu?
  • was ist mit deiner privatsphäre?
  • mir wäre das zu anstrengend!
  • liest das denn überhaupt jemand?
  • das gibt doch nur ärger …

die faszination des bloggens ist in der tat wahnsinnig schwer zu vermitteln und die einstiegshürden (gar nicht mal unbedingt die technischen) scheinen irre hoch zu sein. als ich angefangen habe zu bloggen dachte ich: „mann! dieses bloggen ist toll, das will bestimmt jeder.“

und meine enttäuschung darüber, dass das nach wie vor so wenige tun, ist seit 15 jahren auf einem gleich hohen niveau.

ABER! … in den letzten fünf, sechs jahren hat sich etwas verändert. die leute schreiben plötzlich ins internet! allerdings nicht in blogs. sondern ins facebook. und ganz ehrlich: ich finds grossartig. ich finds grossartig das plötzlich ganz viele ins internet schreiben.

dass facebook funktioniert liegt übrigens nicht nur an niedrigeren technischen hürden, sondern daran dass facebook bestimmte psychologische hürden senken konnte: dort zu reden, zu schreiben wo niemand oder wenige sind, ist kommunikation eher frustrierend. dort reden wo alle sind, ist party.

facebook hat das jedenfalls ganz gut hinbekommen. ich hatte vor vielen jahren mein facebook-konto auch ruhen gelassen, bis ich merkte: auf facebook sind mittlerweile „alle“. facebook ist kuschelig und freundlich. blogs, das internet, wirken auf viele kalt und abweisend.

aber ich schweife ab. ich wollte erklären was reclaim ist und was das indieweb ist. aber eigentlich bin ich gar nicht abgeschwiffen, denn das grossartige was facebook, twitter, instagram oder das hier bewirkt haben (niedrigschwelliger zugang zum veröffentlichen, gemeinschaftsbildung, kommunikation über grenzen hinweg) ist gleichzeitig auch der grund für bestimmte frustrationen.

ich wollte zum beispiel immer gerne meine letzten tweets, twitpics, instagramme auf der rückseite von wirres.net sammeln. und auch wenn die meisten dieser dienste eine API-schnittstelle bieten, war es doch irre kompliziert die daten dort zur eigenen verwendung rauszuholen. ich habe mir über monate hinweg scripte zusammengeschraubt, die ein paar meiner daten aus den silos der grossen anbieter per API rausholten, um sie auf meiner rückseite anzuzeigen. (die „widgets“ der hersteller wollte ich dafür nicht benutzen, da sie fast ausnahmslos scheisse aussehen und tonnenweise javascript in die eigene seiten injezieren.)

irgendwann fragte mich sascha lobo ob er auch sowas haben könnte und ich habe versucht die scripte die ich zusammengehämmert hatte ein bisschen zu systematissieren und professionalisieren. daraus ist dann das projekt reclaim geworden, ein auf wordpress basierender plugin, mit dem man sich tatsächlich alle seine aktivitäten aus sozialen netzwerken ziehen kann (tweets, facebook- und googleplus-aktivitäten, pins, flickr-bilder, instagramme, youtubevideos, favs und likes) und auf einem/seinen wordpress-blog republizieren kann.

vimeo-video
direkt vimeo-link

wir konnten plötzlich alles was wir in die silos bliesen durchsuchen, sortieren, archivieren oder darstellen.

aber ausser uns uns sahen es eher wenige als erstrebenswert an, all die inhalte die man favt, liked, shared oder manchmal selbst veröffentlicht auf der eigenen seite zu sammeln. dazu kam, dass die technischen hürden für die software sehr hoch waren (und sind) und es viele ungeklärte rechtliche fragen gibt. vor allem aber hatte ich furchtbar wenig zeit und motivation um die entwicklung voranzutreiben. die APIs ändern sich ständig. irgendwas war ständig kaputt. alle wollten ein fertiges produkt, aber nur wenige wollten mitentwickeln.

* * *

als eine der ersten versionen von reclaim fertig war entdeckte ich das indieweb. ich erfuhr, dass die indiewebleute das was reclaim macht „PESOS“ nannten (post elsewhere, syndicate [to your] own site). den rest verstand ich nur so halb. ich las faszinierende ideen und konzepte, konnte aber nicht alzuviel damit anfangen. was ich verstand: das bevorzugte konzept bei den indiewebleuten lautete übrigens nicht PESOS, sondern „POSSE“ (post [on your] own site, syndicate elsewhere). ich habe das damals fasziniert beobachtet, aber konzeptionell kritisch gesehen. denn einer der vielen vorteile von PESOS ist ja, dass man teilweise sehr tolle und benutzerfreundliche web- oder app-interfaces nutzen kann um inhalte zu veröffentlichen und dann zu sich rüberziehen:

das ganze web und das ganze app-universum der welt als schnittstelle für das eigene blog benutzen.

mein eindruck damals, wie heute, war: alles furchtbar kompliziert.

dazu kam, in den letzten monaten fehlte mir für reclaim ein echter, befreidigender nutzen. so habe ich zum beispiel in den letzten monaten relativ viele essensbilder auf facebook gepostet. das gab dort erfreulich viel feedback und reichweite. ich mag auch die einfache, unkomplizierte methode bilder auf FB posten zu können. klick, klick, fertig. die essensbilder wurden von meiner reclaim-instanz kopiert, aber die essenbilder dann auch dort in kopie zu haben, war unbefriedigend, leblos. ich hätte die essensfotos und das feedback und die reaktionen gerne auf meinem richtigen blog. aber wirres.net läuft eben nicht auf wordpress, sondern auf einem 14 jahre alten CMS.

dann wurde ich auf die nebenan.hamburg-konferenz eingeladen. ole reissmann schlug mir vor über das indieweb und reclaim und das bloggen zu reden. also musste ich über den ganzen scheiss nochmal nachdenken und recherchieren, was ich, während ich essensfotos auf facebook veröffentlichte, stark vernachlässigt hatte.

und dann sowas: kritik an meinem vortrag, meiner thematischen-kompetenz, noch bevor ich den vortrag überhaupt vorbereitet hatte. das war aber in der tat ne gute frage. bis zu diesem tweet wusste ich nämlich, wie 99,99999 % der weltbevölkerung nicht, was h-card und h-entry sind.

vorab: sie sind total praktisch! und sie sind grundbausteine des indiewebs. h-card und h-entry sind teil der sogenannten microformate. im prinzip machen sie webseiten für maschinen, für programmierer, für crawler, für scripte lesbar.

so kann man zum beispiel aus dieser seite, das hier machen — wenn die seite microformate enthält. das sind strukturierte daten. angaben über den autor, den titel, die enthaltenen bilder, die artikel-art und so weiter und so fort.

das gleiche liefert twitter übrigens über jeden tweet, wenn man den passenden schlüssel hat, kann man diese daten über die twitter-API für jeden tweet abrufen:

twitter json — strukturierte daten

aber statt einer API hat eine webseite, die mit microformaten formatiert ist, maschinenlesbares, semantisches HTML. aaron parecki nennt das folgerichtig: HTML is my API — oder anders gesagt: wenn jeder zugriff auf die strukturierten daten einer website hat, kann jeder damit sachen machen.

zum beispiel faven. weil sowohl mein blog, als auch aaron pareckis blog microformate enthalten, bzw. „indieweb-ready“ sind, kann ich diese seite einfach faven:

vimeo-video
direkt vimeo-link

ich versuche mal kurz, schritt für schritt, zu erklären was da passiert ist:

how to fav the indieweb way

mit einem quill-bookmarklet habe ich per klick einen artikel auf wirres.net erstellt der per microformat-auszeichnung (like-of) die information enthält: felix schwenzel mag einen artkel mit der url https://aaronparecki.com/articles/2015/04/26/1/html-is-my-api. sende ich jetzt einen webmention von wirres.net zu aaronpareki.com guckt aaronpareki.com was der schwenzel da gemacht hat — aha — ein like, und vermerkt das unter dem artikel.

genauso funktionierte das mit einem kommentar, den ich auf meiner seite veröffentliche und dann einen webmention verschicke oder einem repost.

einfach, ne?

in wirklichkeit stecken dahinter natürlich ein paar technische feinheiten die nicht ganz ohne sind, aber leicht genug, dass ich sie als nicht-programmierer an ein paar abenden umsetzen konnte und mein altes CMS damit aufrüsten konnte. wichtig ist aber: die anwendung an sich ist einfach — und ist im prinzip auch mit buttons möglich.

das problem sind beim indieweb aber nicht nur die technische hürden und noch nicht ganz ausgereifte technologien, sondern wie beim bloggen konzeptionelle hürden. oder anders gesagt: die frage warum man das mit indieweb-technologien alles auf seinem eigenen blog machen soll, wenn es doch mit facebook, twitter oder tumblr alles viel einfacher und per knopfdruck geht.

nutzungsbedingungen versus zivilgesellschaft

das ist einer von vielen gründen, etwas hochtrabend formuliert, das trifft aber einen ganz wichtigen punkt. facebook, twitter, blogger.com sehen so aus wie öffentlicher raum, sind aber private räume in denen der hausherr oder die hausfrau tun kann was sie will.

jüngstes beispiel politwoops, eine plattform die tweets sammelt, die politiker wieder zu löschen versucht haben. twitter hat denen einfach den saft abgedreht, unter hinweis auf deren nutzungsbedingungen. ausserdem gibt es fälle bei denen auf facebook oder instagram einträge gelöscht wurden, die mütter beim stillen zeigten oder von frauen, die meinen sie sollten die gleichen rechte wie männer haben und bilder von ihrem unbekleideten oberkörper veröffentlichen dürfen. die liste, warum es vorteile haben könnte auf der eigenen seite zu veröffentlichen und sich nicht zu abhängig von silo-anbietern zu machen, lässt sich beliebig fortsetzen. hier nur ein paar erratische beispiele:

webdienste die schliessen (geocities, twitpic), sich ständig ändernde AGB oder APIs, absurde nutzungsbedingungen, nicht vorhandene oder bekloppte suchfunktion, mangelhafte GIF-unterstützung, keine übersicht über reaktionen über dienste hinweg, geringe auffindbarkeit, geringe zugänglichkeit, keine möglichkeit suchmaschinenoptimierung für silo-inhalte zu betreiben, selbstermächtigung, keine unterstützung von microformaten, keine webmention-unterstützung.

auf der nebenan-konferenz habe ich an dieser stelle des vortrags einen etwas unvorteilhaften selfie mit instagram gemacht und auf instagram veröffentlicht. wenige sekunden später war der selfie auf wirres.net, twitter und facebook veröffentlicht. alles automatisch getriggert durch die veröffentlichung auf instagram.

die magie basierte auf diversen indieweb-technologien und dem grandiosen ownyourgram.com von aaron parecki.

how ownyourgram works

im detail funktioniert das so: instagram pingt nach der veröffentlichung ownyourgram an, ownyourgram veröffentlicht per micropub-schnitstelle das bild auf meinem blog und mein blog pingt bridgy an das bild auch auf twitter und facebook zu posten.

das alles ist jedenfalls dann einfach, wenn man sein blog ein bisschen gepimmt hat, sprich, für das indieweb vorbereitet hat. das kann man schritt für schritt auf indiewebify.me durchgehen und testen. was dann neben den massnahmen die auf indiewebify.me aufgezählt sind fehlt: ein micropub-endpunkt und eine anmeldung per indieauth bei ownyourgram. mein micropub-endpunkt basiert auf diesem script und einer anpassung der XMLRPC-funktion meines CMS.

was ich am indieweb besonders angenehm finde ist, dass man unter artikeln auf der eigenen seite die reaktionen auf die syndizierten kopien per bridgy wieder einsammeln kann (zumindest die von twitter, instagram, g+ und facebook). das sieht man auch unter dem podiums-selfie.

reaktionen auf meinen podiums-selfie von twitter, facebook und instagram

zum prinzip der syndizierung von eigenen inhalten habe ich vor ein paar wochen schonmal was geschrieben. das prinzip ist auch schon mit dem guten alten volltext-RSS etabliert: wenn ich mich als leser entscheide einer seite per RSS zu folgen, muss ich die seite zum konsumieren nicht extra ansurfen. ich kann im RSS-reader bleiben. auch facebook hat die vorteile erkannt, die es haben kann, wenn man den lesern entgegen kommt und ihnen klicks und wartezeit erspart. bei facebook nennt man diese art von inhalte-syndizieruzng instant articles.

ich finde, indieweb-technologien wie POSSE oder syndizieren, sollten sich auch um die beantwortung dieser frage drehen: wie kann ich leser besser erreichen?

und in der tat ist das auch eines der prinzipien die sich die indieweb-menschen ausgedacht haben:

POSSE lets your friends keep using whatever they use to read your stuff (e.g. silo aggregators like Facebook, Tumblr, Twitter, etc.).

die leser so lesen lassen, wie sie gerne lesen möchten …

(siehe auch „könige, kaiser und lakaien“)

(zeitungen liegen ja auch nicht nur im verlagshaus aus. sie werden dahin gekarrt, wo die leute sind. in kaffeehäuser. in wohnungen. zu friseuren.)

das instagram-beispiel ist eines der beispiele, warum ich glaube dass das indieweb zukunft hat. ich kann inhalte erstellen, egal ob per per POSSE oder PESOS, ich lasse die inhalte dort konsumieren und diskutieren wo die interessenten sind.

und auch die technische weiterentwicklung von blogs, die manche sehr vermissen, geht hier in gutem tempo voran. auch das hat mit indieweb-prinzipien zu tun. dort liegt der fokus auf der konkreten umsetzung von konzepten, nicht auf der theoretischen ausarbeitung von ideen. in einem interview im screenguide magazin (leider nicht online verfügbar), sagte aaron parecki über die prinzipien des indiewebs:

machen statt reden
benutze deine eigenen tools
kontrolliere deine daten

diejenigen die das indieweb vorantreiben zu versuchen, benutzen die technologien alle selbst (eat-your-own-dogfood-prinzip). jeder in anderen geschmacksrichtungen, beinahe alle mit verschiedenen CMSystemen … aber fast alles was im rahmen des indiewebs entwickelt wird, ist natürlich open source. das was ich mit der indiewebifizierung meines blogs in ein paar wochen gemacht habe, konnte ich trotz programmier-analphebetismus in wenigen wochen abendfreizeit umsetzen, dank der grandiosen vorarbeit von vielen indiewebmenschen.

das ist alles kein erfolgsgarant, oder ein mittel schnell die massen, „alle“ zu begeistern und zum mitmachen zu motivieren, aber es ist eine sehr lebendige gemeinschaft, die ich als sehr hilfsbereit und kompetent erfahren habe. so ähnlich hat sich das auch zur frühzeit (in der steinzeit) der „blogoshäre“ angefühlt.

insofern ist die frage warum sich niemand für das indieweb interessiere eigentlich falsch gestellt. für das indieweb interessieren sich nicht alle, aber sehr viele. und das ist zum teil auch absicht, weil die technologieen alle noch nicht reif für einen massenmarkt sind, richtet sich das indieweb bisher explizit nur an entwickler und designer.

da ich aber weder entwickler, noch designer bin, hat mit meinen interesse am indieweb wohl bereits die popularisierung des indiewebs begonnen. und auch wenn die konzeptionellen zugangsschwellen noch recht hoch liegen, ich rufe gerne dazu auf, sich das alles mal näher anzusehen, denn der nutzen und der spass an diesen technologien ist grossartig.

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relativ gefahrlos und mit niedriger einstiegsschwelle kann man sich diese technologien übrigens mit withknown.com ansehen. eine gehostete und selbst-installierbare blogsoftware, die viele indiewebtechnologien bereits eingebaut hat.

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[nachtrag 11.09.2015]
aufzeichnung des vortrag auf youtube:

youtube-video
direkt youtube-link

peter turi über turi2.de: ein hahn ohne libido

felix schwenzel, in wirres.net    

ist mir jetzt erst aufgefallen, auf turi2 gibt’s seit ein paar monaten keine kommentarfunktion mehr. und was sagt der chef und app-entwickler peter turi dazu?

Ein Blog ohne Kommentarfunktion ist wie ein Hahn ohne Libido.

hm. das hat er natürlich nicht über seine eigene libido sein eigenes blog gesagt, sondern über das bildblog. vor 10 jahren.

auf turi2.de (veröffentlichungsjahr 2007) ist aber auch zu lesen, dass man sich ohne kommentarfunktion einer diskussion „entziehen“ würde:

… die Lektüre trotz flotter Schreibe mitunter zäh werden lassen. Zumal sich „Bildblog“ einer Diskussion seiner Inhalte entzieht, indem er die Kommentarfunktion abgeschaltet hat.

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turi2 ist jetzt ja auch eigentlich turi3, sagt peter turi (veröffentlichungsdatum ende 2014):

turi3 ist der Newsstream der Branche. […] Optimiert für Smartphones können Medienmacher zu jeder Tages- und Nachtzeit bei uns sehen, suchen und kommentieren, was weltweit in der Medienbranche gerade passiert und diskutiert wird.

und dann kommt „turi3“ so libidolos daher:

libodoloses turi3

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[nachtrag 03.06.2015]

peter turis erklärung: it’a fehler, not an absicht.

#netflixselfiepartyberlin

felix schwenzel, , in wirres.net    

netflix hatte anlässlich des baldigen starts von sense8 und der dritten staffel von orange is the new black zu einem cocktail-empfang geladen. am anfang gabs ein bisschen rumstehen …

füsse auf der netflixpartyberlin

… und leider nur berliner pilsener — das gleiche mistbier wie auf der republica. da musste ich halt cocktails trinken. ich habe irgendwas mit rum getrunken, der dem thema (netflix) entsprechend frank underwood hiess.

frank underwood (cocktail)

screwdriver (wodkahaltig) gabs auch. die beifahrerin hat ihren eigenen angaben nach 7 davon getrunken.

screwdriver (cocktail)

häppchen gabs und …

netflixpartyberlin: essen!

… ne fotowand gabs auch.

netflixpartyberlin: ix
netflixpartyberlin: laverne cox, taylor schilling, laura prepon, uzo aduba,
netflixpartyberlin: die beifahrerin und taylor schilling
netflixpartyberlin: diverse youtuber und oitnb schauspielerinnen

nicht nur weil die beifahrerin zum geburtstag ne selfiestange geschenkt bekommen hatte, wurde aus dem empfang bald ein selfiefest.

selfiestangenselfie mit laura prepon
selfiestangenselfie mit dem nuf und daryl hannah
das nuf und daryl hannah
netflixpartyberlin: laverne cox und die beifahrerin

vor dem selfie, bzw. bild mit taylor schilling (die die piper chapman in #oitnb spielt) hatte die beifahrerin ein bisschen — nun denn — zweifel.

nach etwas überzeugungsarbeit näherten sich dasnuf und die beifahrerin langsam taylor schilling, die aber leider gerade in ein gespräch vertieft war mit jemandem der wichtig erschien.

die angst vor dem selfie oder dem promi-gespräch

aber am ende wurde dann doch alles gut, als fast alle schon weg waren und taylor schilling eigentlich gerade gehen wollte habe ich sie kurz gefragt ob sie was gegen ein foto hätte. hatte sie nicht und sie liess sich auch geduldig von der beifahrerin ein bisschen was aus unserem leben erzählen.

die beifahrerin und taylor schilling
netflixpartyberlin: die beifahrerin und taylor schilling

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das war ein sehr angenehmer abend, auch wenn wir über sense8 und orange is the new black eher wenig erfahren haben. ich habe orange is the new black nach der vierten oder fünften folge der ersten staffel übrigens abgebrochen zu gucken, aber die schaupspielerinnen schienen mir alle sehr sympathisch und leuchtend — um nicht zu sagen wunderschön. aber das kann auch am licht oder den frank underwoods die ich getrunken habe gelegen haben.

usability

felix schwenzel, , in wirres.net    

ich kann mich nicht daran erinnern jemals eine wettervorhersage im fersehen gesehen zu haben und mich danach daran erinnert zu haben, wie das wetter denn nun am nächsten tag wird. die informationen die die wettermenschen einem im fernsehen präsentieren sind meisten komplexer als meine erwartungen ans wetter (kalt/warm, sonnig/bewölkt, regen?). abgesehen davon ist es natürlich gerade im fernsehen interessanter die menschen die das wetter präsentieren anzusehen und zu bewerten als ihren spanisch klingenden ausführungen konzentriert zu folgen.

j sei dank können die mobilgeräte die wir mittlerweile fast alle mit uns herumschleppen ganz gut zusammenfassen wie das wetter ist und wie es werden könnte. aber auch das überfordert mich meist. ich habe mein telefon eben gefragt und es antwortet:

Meist bewölkt mit einem Wind aus West mit 35 km/h. Die Höchsttemperatur wird bei 17° liegen. Heute Nacht: Teilweise bewölkt bei einer Tiefsttemperatur von 7°.

alternativ, nach einem weiteren klick, bietet mir mein telefon eine ansicht die das wetter ganz gut zusammenfasst. damit schaffe ich es meisten auf einen blick zu erkennen, wie das wetter gerade draussen ist. wie das wetter wird, vermag ich nur mit extremer konzentration zu erfassen.

kürzlich, nach einer aufforderung der beifahrerin („regnets heute?“ — „häh? weiss nicht …“ — „google mal wetter berlin!“), habe ich das hier zum ersten mal (bewusst) gesehen:

wetterwidget von google

das ist mal eine zusammenfassung die ich ansehen kann und auf einen blick verstehen. ich finde den kontrast zu, beispielsweise, dieser ansicht bemerkenswert:

wetterwidget von wetter.com

warum ich das alles aufschreibe? weil es ja auch immer wieder diskussionen um die vorherrschaft von google oder anderen anbietern aus übersee geht. aber aus benutzersicht ist das eigentlich ganz gut nachvollziehbar. die benutzbarkeit, die qualität der benutzerführung und der suchergebnisse von google-diensten, stehen regelmässig in starkem kontrast zu bestehenden angeboten. google wird nicht gewählt weil google so ne tolle marke ist, sondern weil es funktioniert. nicht nervt. gut lesbar und gut benutzbar ist. das nur mal am rande zum ewigen gejammer, dass google in allen möglichen bereichen eine „marktbeherrschende“ stellung erreicht. diese vorherrschaft besteht nur so lange, bis auch andere anbieter lernen, dass es sich lohnt, dem benutzer das gefühl zu geben im vordergrund zu stehen. (ob der benutzer bei google wirklich im vordergrund steht, ist ne ganz andere frage.)

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das prinzip erstreckt sich übrigens auch in viele andere lebensbereiche. in vielen deutschen (einzelhandels-) geschäften habe ich das gefühl als kunde ein störfaktor zu sein, der die gespräche des verkaufspersonals oder deren angeregtes rumstehen unterbricht und die geschäftsprozesse durcheinanderwirbelt. kürzlich erst wieder gehört: getränke nur am seitenfenster, essen am vorderfenster und mit dem essen vom vorderfenster dürfen sie dann aber nicht hier sitzen. das ist alles aus der perspektive der geschäfte nachvollziehbar, abrechnungsgründe, organisatorische fragen — nur was interessiert mich das als kunden? als kunde bekomme ich das gefühl einfach nur zu stören.

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kürzlich ne fusswanne bei amazon bestellt. die war lächerlich klein und nur für kinderfüsse benutzbar, was aber online, bei der bestellung, nicht erkennbar war. also hab ich auf der amazon-website eine retoure beantragt. amazon antwortete mir: „danke schön, die 5 euro schreiben wir ihnen gut, die wanne brauchen sie nicht zurückzuschicken.“

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sehr sehenswert fand ich am wochenende den pseudo-dokumentarfilm deutschboden von moritz von uslar. der lief im rahmen der „der film zum wochenende“-reihe auf spiegel-tv. zuende gesehen habe ich ihn nicht, weil ich am wochenende irgendwann zu müde war. weitergucken kann ich aber auch nicht, weil er nach dem wochenende depubliziert wurde. na gut, rechtefragen und so. soll mir recht sein. der entscheidendere, störendere punkt war aber die benutzerführung auf der spiegel-tv-seite. erstmal soll ich flash benutzen. na gut, starte ich halt den alten chrome-browser, der hat noch flash. vorabwerbung — auch ok, auch wenn es natürlich toll wäre, sie überspringbar zu haben. fullscreen geht. leertaste zum pausieren allerdings nicht. obwohl ich mittlerweile (sehr) schnelles internet zuhause habe: der film ruckelt und buffert hin und wieder. kann ich auch mit leben, genauso wie ich damit leben kann, dass sich spiegel-tv nicht die alte abspielposition merkt, wenn ich die filmseite nach einem spaziergang erneut aufrufe. aber alles zusammengenommen ist das genau betrachtet eine usability-katastrophe.

der spiegel-tv-video-player wäre in den 80er jahren sicherlich eine sensation gewesen. aber in zeiten von netflix, das kein flash verlangt, (fast) nie ruckelt, sich meine abspielposition nicht nur an einem gerät, sondern auf allen geräten merkt, ein fluffiges benutzerinterface bietet, das meinen (alten) nutzungsgewohnheiten entgegenkommt, in diesen zeiten kommt man sich von so einer technologie wie sie spiegel-tv online bietet — verarscht vor.

früher™ fiel das nicht weiter ins gewicht. es gab kaum vergleichsmöglichkeiten und wir hatten ja nix. aber heutzutage™, wo das netz mit allen möglichen, überlegenen, besser funktionierenden angeboten überquillt, ist es eigentlich of-the-essence alles dafür zu tun, dass die nutzer sich nicht verkackeiert vorkommen und die eigenen angebote auf einen mindeststandard an benutzerfreundlichkeit anzuheben, damit einem die nutzer nicht weglaufen. das ist nicht einfach, ich weiss, aber das klagen, dass die nutzer alle zur konkurenz aus übersee gehen, ist auch nicht einfach.

7 von 66 seen

felix schwenzel, , in wirres.net    

nach dem letzten spaziergang auf unserem 66 seen rundwanderwegvorhaben, der dann doch ziemlich lang war, haben wir diese woche eine etwas kürzere strecke erwischt, von wensickendorf nach wandlitzsee.

gleich bei der ankunft (mit der RB26) in wernsickendorf haben wir etwas gesehen, das ich so noch nie gesehen habe: ein per hand bedienter bahnübergang.

manueller bahnübergang in wensickendorf

danach wiesen, wälder und leider relativ viele strassen. erstmal keine seen.

wald und wiese

die häuser wurden, je näher man wandlitz kam, immer nobler und zauniger. um stolzenhagen herum hielt sich die noblesse allerdings noch in grenzen.

smiley satellitenschüssel
privatweg

an der wensickendorferstrasse, kurz vor dem stolzenhagener see gibt’s einen rotteplatz auf dem man offensichtlich an jedem ersten samstag im monat zwischen 10 und 13 uhr gartenabfälle abgfeben kann. gleich neben dem anderen rotteplatz, dem friedhof.

rotteplatz neben dem friedhof

manchmal ist in brandenburger dörfern die dorftristesse doch sehr greifbar.

dorftristesse

aber kurz bevor die tristesse einem das gemüt trübt, kommt eine rast. heute wars die fischerstube am stolzenhagener see. auf yelp sind die ansichten über dieses restaurant eher gemischt. die karte war jedenfalls sehr OK, fischig und anregend. wir sassen draussen, mit blick auf den see und der kellner schien sehr viel zu tun zu haben. allerdings eröffnete er uns, als er dann kam, dass es für das essen eine wartezeit von mindestens einer stunde gäbe. essen gäbe es aber auch am fenster vorne zum parkplatz, getränke am seitenfenster und wenn man am parkplatzfenster essen kaufe, müsse man mit den partybänken an der seite vorlieb nehmen, die nicht direkt am see sind.

tatsächlich gab es am parkplatzfenster dann fischbrötchen (€2,50), aber keine getränke. die gabs nur am seitenfenster (bier €3,00).

„fischerstube“ am stolzenhagener see
im „imbissbereich“ der „fischerstube“ wird nicht bedient!
im „imbissbereich“ der „fischerstube“ wird nicht bedient!
hier gibt’s essen
hier gibt’s essen
hier gibt’s getränke
hier gibt’s getränke

nach der fischerstube bs dann wieder dorftristesse, aber immerhin auch den willen zum humor:

wetterbericht von stolzenhagen — hahahahahaha
was man aus birkenbast alles machen kann

(auch auf instagram und hier)

reflektionsbild von 4 spaziergängern mit hund

(auch auf instagram und hier)

stolzenhagener see
wandlitzsee
müsliriegel auf einem moderen zaun
müsliriegel auf einem moderen zaun
verein der stegbenutzer, was es alles gibt
verein der stegbenutzer, was es alles gibt
unser weg

5 von 66 seen

felix schwenzel, , in wirres.net    

die beifahrerin hat sich in den kopf gesetzt, dass wir einmal um berlin wandern, auf dem 66-seen-wanderweg. dafür hat sie sich sogar dieses buch gekauft und nach einer etappe vor 8 monaten und einer in der letzten woche, haben wir heute die dritte etappe in angriff genommen. diesmal gings von birkenwerder, durchs briesetal, nach wensickendorf.

im wanderführer stand, dass dies eine der schönsten strecken sei und ich kann nicht widersprechen. wir sind zwar fast nur durch wald gelaufen, aber der abwechslungsreich, tierreich und relativ naturbelassen. wir haben auch mehrere von bibern gebaute dämme gesehen, deren echtheit ich aber erst im internet verifizieren musste bevor ich es glauben konnte. am wegesrand lagen zwar auch baumstämme, deren bissspuren eindeutig nach biber aussahen — aber glauben wollte ich das, wie gesagt nicht.

biberstamm
biberdamm
bibersee
bibersee
bibersee mit sehr, sehr viel entengrütze

durch das briesetal fliesst zwar nur ein kleines bächlein, die briese, aber das ganze teil ist sehr feucht und moorig. früher wurde hier wohl auch torf abgebaut, jetzt kreuchen und fleuchen nur noch tiere und wanderer da durch.

hab ich schon gesagt, dass das alles wunderschön war?

feuchtwald
feuchtwaldweg

wald

tiere haben wir auch jede menge gesehen, mistkäfer, waldameisen, rentner, einen frosch (oder ne kröte?), enten, entengrütze, …

eine kröte oder ein frosch

von manchen tiere konnten wir nur die spuren sehen (vom biber den damm zum beispiel), von anderen konnte man nur hören:

von den holz-harvestern konnte man die spuren sehen, die arbeitsergebnisse und kurz vor wensickendorf auch ein real-life-exemplar.

spuren von schwerem holz-harvester-gerät
holz-harvester-gerät arbeitsergebnis
holz-harvester-gerät arbeitsergebnis

holz-harvester

teilweise war auch verarbeitetes holz zu sehen.

holzscheibe im baum
holzlager
holzbohlen

vor allem aber wars schön.

wald, wald, wald
eine kutsche auf der wiese

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gerastet haben wir nach einem kleinen verlaufer und schlenker dann im alten forsthaus wensickendorf. das war angenehm billig (tasse kaffee ein euro, eine flasche hefeweizen zwei euro, leckerer kuchen, leberwurstbrötchen, bockwürste für je ein oder zwei euro). dafür das das forsthaus am arsch der welt liegt und kaum mit dem auto zu erreichen ist, war erstaunlich viel dort los. überhaupt war auf der strecke ungewöhnlich viel wanderverkehr.

altes forsthaus wensickendorf
kalter hund und marmorkuchen

sehr schöne strecke, nächste woche wollen wir an der gleichen stelle weitermachen und von wensickendorf zum wandlitzer see laufen. da ist die strecke dann auch etwas kürzer, die 18 kilometer heute waren schon recht viel.

die ganze strecke

fairrechnet

felix schwenzel, , in wirres.net    

 kilo fair gehandelter kaffee kostet 30 €, 1 kilo kapselkaffee kostet 90 €

dieses bild, dass das radio bayern 3 auf facebook veröffentlicht hat, ist stark ergänzungsbedürftig. (abgesehen davon, dass nespresso auch ausserhalb deutschlands alu-kapsel-kaffee zu relativ hohen preisen verkauft.)

radio bayern drei sagt also:

  • 1 kilo fair gehandelter kaffee kostet 30 €
  • 1 kilo kapselkaffee kostet 90 €

es geht aber noch teurer. wenn man zum beispiel zu starbucks geht um dort einen espresso zu ca. 2 euro zu trinken, zahlte man fürs kilo kaffee ungefähr 200 euro. in form von cappuccino käme man ungefähr auf 350 euro pro kilo. (wenn man davon ausgeht, dass für einen espresso ca. 10 g kaffee verbraucht werden.) erschwerend kommt hinzu, dass der kaffee von starbucks fair gehandelt wird.

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vor ner weile habe ich mal an wasserpreisen rumgerechnet: ein kasten apollinaris silence kostet ungefähr 14 euro. das macht pro liter 1,55 €. ein liter leitungswasser kostet in hamburg 0,00376 €. für 100 liter apollinaris silence zahlt man also 155 euro, für 100 liter leitungswasser 38 cent. selbst bei aldi zahlt man für 100 liter flaschenwasser noch zwischen 13 und 42 euro, also mindestens 12,62 euro mehr als aus der leitung.

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landliebe griessbrei kostet ungefähr 5 euro pro kilogramm. kaufte man sich griess im laden (ca. 2 €/kg) und milch (ca. 0,79 €/l) könnte man sich ein kilo griessbrei für knapp 1 euro herstellen.

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die liste liesse sich ohne ende fortsetzen. restaurantbesuche, speiseeis, fleischersatz, fast food — überall zahlen wir für (vermeintlich) überlegenen geschmack und vor allem bequemlichkeit teilweise das vielfache vom rohstoffpreis. und meistens auch gerne. insofern hat das radio bayern 3 natürlich recht mit seiner impliziten botschaft: menschen sind unfassbar dumm. naja, oder eben auch nicht