Die Gra­fi­ke­rin Juli Gu­de­hus sam­melt seit 20 Jah­ren Klo­pa­pier. 800 Blät­ter hat sie mitt­ler­wei­le ka­ta­lo­gi­si­ert und in die­ser You­Tube-Play­lis­te zeigt sie den Zu­hau­se­ge­blie­be­nen ein paar Ih­rer Ka­ta­lo­ge.

Be­mer­kens­wert ist die­se Samm­lung nicht nur we­gen des tol­len Ti­tels, son­dern auch so­zio­lo­gisch. Klo­pa­pier hat zwar ei­nen kris­tall­klar de­fi­nier­ten Zweck, die­ser wird aber nie­mals in den Klo­pa­pier-Mo­ti­ven oder den Ver­pa­ckun­gen di­rekt the­ma­ti­si­ert: „Was ihr […] auf Klo­pa­pier nie­mals se­hen wer­det, ist Kot und Urin“, sagt Juli Gu­de­hus in Fol­ge 3.

Auch auf Be­die­nungs­an­lei­tun­gen wird, so­weit ich weiß, bei Klo­pa­pier ver­zich­tet. Das führt dazu, dass es je­der be­nutzt, wie es ihm passt. In der Brand­eins las ich vor 17 Jah­ren:

Eu­ro­pä­er und Ame­ri­ka­ner [sind] bei ih­ren Wisch-und-Weg-Ge­wohn­hei­ten grund­sätz­lich [un­ter­schied­lich]. So sind zum Bei­spiel fast die Hälf­te der Ame­ri­ka­ner so ge­nann­te Knül­ler, die Toi­let­ten­pa­pier zu di­cken Ku­geln knül­len, be­vor sie sich den Po ab­wi­schen. In Deutsch­land hin­ge­gen zäh­len 83 Pro­zent der Ver­brau­cher zu den Fal­tern, die meh­re­re Blatt Toi­let­ten­pa­pier zu or­dent­li­chen Bün­deln über­ein­an­der le­gen. Bei den Bri­ten wie­der­um liegt das Ver­hält­nis Knül­ler zu Fal­ter bei zwei zu eins.

Was mich na­tür­lich auch um­treibt: War­um sieht man auf Hut­ab­la­gen von Au­tos heut­zu­ta­ge kaum noch Klo­pa­pier-Hüt­chen? Ist das ein Trend, der nach Co­ro­na wie­der­be­lebt wer­den könn­te?

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