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gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen vi­sua­li­sie­rung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch ver­stan­den zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und ge­ge­be­nen­falls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem drei­di­men­sio­na­len raum dar. sie verkect­ten sich zu einer re­prä­sen­ta­ti­on, die die texturen bereits be­inhal­tet. sie sind sehr viel leicht­ge­wich­ti­ger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.

auch ah­nungs­lo­se menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes ver­ständ­nis davon bekommen, was gaussian splats ei­gent­lich sind und warum sie so viel potenzial haben.



ela­bo­rier­te kul­tur­tex­te

felix schwenzel in artikel

cover von walter moers roman qwert

@jan­schmidt hat sei­ne fol­gen­den ge­fragt ob er qwert oder was an­de­res le­sen soll. qwert ist der neue ro­man von wal­ter moers (ver­lang­slink). wal­ter moers habe ich ein biss­chen aus den au­gen ver­lo­ren. nach­dem ich 2004 die 13 ½ le­ben des käpt’n blau­bär ganz gran­di­os fand, fand ich 2013 das la­by­rinth der träu­men­den bü­cher ganz furcht­bar und mit sei­nem kliff­hän­ger mit­ten in der ge­schich­te auch un­ver­fro­ren. rumo hab ich dann, glau­be ich, wie­der mit gros­sem ver­gnü­gen ge­le­sen und dann nix mehr. der out­put von moers über die letz­ten jah­re scheint aber laut ver­lags­au­to­ren­sei­te kaum nach­ge­las­sen zu ha­ben.

ich habe er­freut fest­ge­stellt, dass die e-buch-ver­si­on von qwert bei tha­lia zwar so viel wie die ge­bun­de­ne aus­ga­be kos­tet (39,99 €), aber man da­für eine epub-da­tei ohne ko­pier­schutz be­kommt. das ist mal lo­bens­wert und ich über­le­ge mir mal ein paar tage ur­laub zu neh­men um das buch auf dem sofa bin­ge­zu­le­sen.


gemälde von ferdinand pauwels miot dem titel: „luther entdeckt die bibel“. aber eigentlich scheint luther vor einer bibel zu stehen und sie auszumessen

lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baum­gär­tel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:

Tilman Baum­gär­tel beklagt in seinem Essay, dass ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te in der heutigen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie kaum noch Resonanz fänden, da die Reich­wei­te von Print­me­di­en schwinde, und Social-Media-Al­go­rith­men dif­fe­ren­zier­te Inhalte sys­te­ma­tisch be­nach­tei­li­gen würden.

über die­se eher un­dif­fe­ren­zier­te an­sicht woll­te ich mich gleich nach dem le­sen des teasers auf­re­gen und selbst was su­per-dif­fe­ren­zier­tes schrei­ben, aber das es­say von til­man baum­gär­tel liest sich bes­ser, als die teaser beim bild­blog oder über dem text bei der taz, ver­mu­ten las­sen. aber der text bie­tet trotz­dem nicht viel mehr als an­ek­do­ti­sche evi­denz: baum­gär­tel meint, frü­her habe es im­mer wie­der er­freu­li­ches Feed­back“ auf „lan­ge, feuil­le­to­nis­ti­sche Ar­ti­kel“ ge­ge­ben — und jetzt nicht mehr.

ich hab aus der ver­gan­ge­nen zeit der gate­kee­per auch die eine oder an­de­re an­ek­do­te. na­tür­lich ha­ben er­wäh­nun­gen von oder in­ter­views mit mir oder gar ar­ti­kel über mich in über­re­gio­na­len oder re­gio­na­len me­di­en ge­le­gent­lich spür­ba­res feed­back er­zeugt1 — wenn die gate­kee­per ihre tore mal ei­nen spalt öff­ne­ten. aber da­mals wa­ren mas­sen­me­di­en eben auch noch mas­sen­me­di­en und noch nicht durch­frag­men­ta­ri­si­ert. da­mals lenk­ten die tore, über die die gate­kee­per wach­ten, noch reis­sen­de flüs­se, jetzt plät­schert an die­se tore im bes­ten fall noch ein gluck­sen­der bach.

der auf­merk­sam­keits-markt ist grös­ser, lau­ter und un­über­sicht­li­cher ge­wor­den, für alle be­tei­lig­ten. es bil­den sich neue gate­kee­per-clus­ter, in­fluen­cer ge­win­nen an ein­fluss (scnr) und ge­druck­tes ist, wie vi­nyl, von ei­nem mas­sen­pro­dukt zu ei­nem lieb­ha­ber­pro­dukt ge­wor­den. ich hab hier ge­nau­so we­nig neue er­kennt­nis­se, wie til­man baum­gär­tel:

Dass man mit Vi­deo­schnip­sel-De­bat­ten­bei­trä­gen mehr Auf­merk­sam­keit als mit ela­bo­rier­ten Tex­ten er­hal­ten kann, ist zwar kei­ne neue Er­kennt­nis. Ich war bloß noch nie auf die Idee ge­kom­men, dass das auch für mich und mei­ne Kul­tur­ar­ti­kel gel­ten könn­te. Doch of­fen­bar be­we­gen wir uns dank So­cial Me­dia und Vi­deo­re­els wie­der in Rich­tung ei­ner ora­len Kul­tur, wie sie der Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Wal­ter Ong be­schrie­ben hat.

wal­ter ong hab ich nicht ge­le­sen. wohl aber neil post­man. vor vier­zig jah­ren. der wur­de nicht müde zu ar­gu­men­tie­ren, dass die vor­herr­schaft des ge­druck­ten worts durch das zeit­al­ter des fern­se­hens, der bil­der und des amü­se­ments ab­ge­löst wür­de, bzw. schon wur­de. des­halb fra­ge ich mich: wa­ren die­se „ela­bo­rier­ten Kul­tur­tex­te“ über­haupt je­mals be­son­ders po­pu­lär? wa­ren die le­ser von so­was nicht im­mer schon eine ver­schwin­dend klei­ne spe­cial in­te­rest frak­ti­on der be­völ­ke­rung? war­um hat der in­fl­luen­cer mar­cel reich ra­ni­cki das li­te­ra­ri­sche quar­tett in den 80er jah­ren ins fern­se­hen ge­hievt? weil sich schon da­mals kei­ne sau für „ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te“ oder buch­kri­ti­ken in den ge­druck­ten me­di­en zu in­ter­es­sie­ren schien. also hat er mit ein paar be­kann­ten mit 70 mi­nu­ten lan­gen vi­deo­schnip­sel-de­bat­ten­bei­trä­gen ver­sucht mehr auf­merk­sam­keit für bü­cher zu ge­ne­rie­ren.

wenn ich mich recht an mei­nen ge­schichts­un­te­richt er­in­ne­re war mar­tin lu­ther, ge­nau wie post­man und ong da­von ge­nervt, dass die ka­tho­li­sche kir­che den glau­ben vor al­lem durch bil­der, sta­tu­en, ri­tua­le und per­for­man­ces ver­mit­tel­te und nicht sola scrip­tu­ra („al­lein durch die schrift“).

was ich sa­gen will: dif­fe­ren­zier­te, ela­bo­rier­te tex­te ha­ben es schon im­mer schwer ge­habt ein brei­tes pu­bli­kum zu fin­den. und viel­leicht ha­ben sich in­tel­lek­tu­el­le vor 20, 30, 100 oder 500 jah­ren, ge­nau wie der eine oder an­de­re blog­ger vor 20 jah­ren, da­von ein­lul­len las­sen, dass die de­bat­ten in vie­len fil­ter­bla­sen eben von in­tel­lek­tu­el­len do­miert wur­den und so eine et­was ein­di­men­sio­na­le, un­rea­lis­ti­sche wahr­neh­mung von re­so­nanz, re­le­vanz oder po­pu­la­ri­tät er­zeug­ten.

viel­leicht müs­sen me­di­en­schaf­fen­de (da zäh­le ich mich durch­aus mit dazu) ein­fach da­mit le­ben ler­nen, dass ihre tex­te ei­ner­seits eine sehr be­grenz­te, sehr klei­ne ziel­grup­pe ha­ben und dass es an­de­rer­seits im­mer schon schwer war die­se über­schau­ba­re ziel­grup­pe über­haupt zu er­rei­chen. feuil­le­tons wa­ren so­was wie ag­gre­ga­to­ren und such­ma­schi­nen der frü­hen zeit für „ela­bo­rier­te“, an­spruchs­vol­le­re tex­te, werk­zeu­ge um auf­merk­sam­keit­strö­me in ei­nem ge­wis­sen rah­men zu len­ken und zu ma­ni­pu­lie­ren oder zu sub­ven­tio­nie­ren.

um so wich­ti­ger dür­te es sein, die nut­zung des of­fe­nen webs wei­ter für ver­net­zung, ag­gre­ga­ti­on, emp­feh­lun­gen und ei­gen­ver­lag zu nut­zen. die ziel­grup­pe, klein und über­schau­bar, ist noch da, sie fin­det den gan­zen ela­bo­rier­ten scheiss nur im­mer schwe­rer. das kann man än­dern, in­dem man sich nicht mehr an den gros­sen plat­for­men ori­en­tiert, son­dern sich so gut wie mög­lich ver­netzt, fö­de­riert und werk­zeu­ge wei­ter­ent­wi­ckelt, ex­pe­ri­men­tiert und sein pu­bli­kum selbst ein­sam­melt und be­dient.

lu­ther nutz­te da­mals auch mo­der­ne werk­zeu­ge beim ver­such die men­schen aus den bild­wel­ten der kir­che zu zer­ren. und wie lu­ther ste­hen wir mäch­ti­gen gi­gan­ten ge­gen­über, aber wenn wir uns auf die kraft des ge­schrie­ben wor­tes ver­las­sen, tech­no­lo­gien klug nut­zen, er­tra­gen, dass die meis­ten men­schen uns igno­rie­ren und kaum wahr­neh­men, ha­ben wir viel­leicht doch die chan­ce hier und da je­man­den zu be­rüh­ren und viel­leicht auch was zu ver­än­dern.

am ende ist re­le­vanz fir­le­fanz und statt ei­nes mas­sen­pu­bli­kums ist ein or­dent­li­cher, selbst­ge­bau­ter re­so­nanz­raum wahr­schein­lich oh­ne­hin die bes­se­re lö­sung.


  1. vor zwan­zig jah­ren gabs das mal, dass sich zeit­wei­se arte, die taz und ber­li­ner zei­tung oder me­di­en­ma­ga­zi­ne für blog­ger und ge­le­gent­lich auch mich in­ter­es­sier­ten. ↩︎


urban krankenhaus fotografiert über den landwehrkanal
ur­ban kran­ken­haus fo­to­gra­fiert über den ge­fro­re­nen land­wehr­ka­nal
flughafen tempelhof von der schwiebusser str. aus fotografiert
flug­ha­fen tem­pel­hof, fo­to­gra­fiert von der schwie­bus­ser str.

ges­tern abend in kreuz­berg ver­bracht, weils so schön war heu­te früh gleich noch­mal, mit nem klei­nen spa­zier­gang am land­wehr­ka­nal und um die mar­hei­ne­ke markt­hal­le.



li­mo­na­dier

felix schwenzel in checkins

der li­mo­na­dier in kreuz­berg hat die cock­tail­kar­te on­line (stand ja­nu­ar 2026).

mein ers­ter cock­tail war ein „pe­ni­ci­lin“: „Blen­ded Scotch, Zi­tro­nen­saft, Ing­wer­si­rup, Ho­nig­si­rup, Is­lay Whis­ky“. war le­cker und er­in­ner­te mich — na­tür­lich — an ei­nen whis­ky sour mit ho­nig­no­te. der tumb­lr tumb­ler war zu 90% pro­zent mit ei­nem eis­berg­stück ge­füllt, was scha­de war, weil ich ger­ne mehr als 10 ml da­von ge­trun­ken hät­te.

statt mehr pe­ni­ci­lin habe ich mir dann ei­nen „ma­p­le sto­ry“ be­stellt („But­ter Wal­nut Bour­bon, Wal­nut Bour­bon, Ahorn­si­rup, Weis­ser Port­wein, Salz­lö­sung, Bit­ters“). der schmeck­te dann tat­säch­lich wie pe­ni­ci­lin sich an­hört. die bit­ters do­mi­nier­ten, aber nicht auf eine schlech­te art. aber auch nicht so gut, dass ich nach dem re­zept fra­gen wür­de.

zum ab­schluss ei­nen „bey­ond the pi­nes“ (Pi­neapp­le Rum, Fa­ler­num, Chi­li­scho­te, Dry Cu­ra­cao, Zu­cker­si­rup, Li­met­ten­saft), die schär­fe war an­ge­nehm, er­in­ner­te mich aber wit­zi­ger­wei­se an die schär­fe von gin­ger beer. fa­ler­num muss­te ich nach­schla­gen und das fa­ler­num-zeug er­klärt viel­leicht auch den gin­ger-beer-ein­schlag. der bey­ond the pi­nes war süf­fig und an­ge­nehm, aber nicht flo­ral, wie das „aro­ma­rad“ be­haup­te­te.

wenn ich mich mit cock­tails aus­ken­nen wür­de, könn­te ich wahr­schein­lich be­haup­ten, dass das al­les klas­si­ker mit ei­nem ei­ge­nen li­mo­na­dier-twist wa­ren.

zur durst­ver­stär­kung wur­de röst­mais ge­reicht. also die­ser stein­har­te, aber le­cke­re, stark un­ami­sier­te mais. dan­kens­wer­ter­wei­se wur­de von den freund­li­chen kell­ne­rin­nen stän­dig fri­sches lei­tungs­was­ser in ka­raf­fen nach­ge­reicht. wäh­rend wir den röst­mais in uns rein­schauf­fel­ten, über­leg­ten wir ob man den wohl im air­fry­er her­stel­len könn­te. kann man of­fen­bar (re­zept), al­ler­dings emp­fielt sich da­für „rie­sen­mais“. den hab ich über­teu­ert bei ama­zon ge­se­hen, aber auch in min­des­tens ei­nem asia-la­den.

der tro­cke­ne rie­sen­mais muss erst­mal 8 bis 12 stun­den ge­wäs­sert/re­hy­driert und da­nach wie­der sorg­fäl­tig ge­trock­net wer­den. die kör­ner kann man dann ent­we­der klas­sisch frit­tie­ren oder mit et­was öl, salz, pa­ri­ka- und knob­lauch­pul­ver 15-20 mi­nu­ten bei 180°C in den air­fry­er (alle 5 mi­nu­ten schüt­teln).

das ver­gnü­gen im li­mo­na­dier hät­te mich 43 € ge­kos­tet, hät­te mich mei­ne gast­ge­be­rin nicht ein­ge­la­den.








favicon eay.cc eay.cc: Spaß mit Kommentaren

Bleiben wir im Maschinenraum1: Eigentlich wollte ich, nachdem ich von Felix ein Bookmark per Webmention erhielt, nur sicherstellen, dass diese hier nun auch korrekt dargestellt werden. Bisher gab es diese nämlich fast nie, weshalb ich ihnen keine Beachtung schenkte und stattdessen nur Like-Herzchen anzeigte. Was jedoch recht irre­führend ist, wenn es z.B. Like und Bookmark […]

Gibt es ir­gend­ei­ne men­schen­les­ba­re Be­schrei­bung von Web­men­ti­ons

ich fürchte nicht wirklich. das ist zwar alles wohl­de­fi­niert/stan­dard­ti­siert, aber kognitiv völlig un­zu­gäng­lich. auch LLMs kämpfen damit. ich musste grosse teile meiner im­ple­men­tie­rung selbst machen, weil meine coding assistenz bei der umsetzung immer fehler einbaute. für mich ist das ein ständiges her­an­tas­ten und ich nutze zum vergleich quasi die „re­fe­renz­in­ple­men­tie­rung“ von https://aa­ron­pare­cki.com/. danch va­li­die­rung mit ver­schie­de­nen indieweb-tools wie granary, monocle und mf2 parsern.

so schön die idee von web­men­ti­ons ist, die ma­sci­nen­les­a­bar­keit ins html ein­zu­bau­en, so sehr erschwert das die ge­ne­ri­sche ad­ap­tier­bar­keit. web­men­ti­ons lassen sich nicht einfach per plugin einbauen, sondern sind auch immer auf die zuarbeit des theme an­ge­wie­sen. ich finde das sehr be­dau­er­lich, weil das alles so nützlich, praktisch und mächtig ist.

(allein dass ich hier nach­träg­lich meine tipp­feh­ler kor­ri­gie­ren kann ist sooo gross­ar­tig.)