ich hab mich heute früh gefragt, warum das wasser in den bäumen bei dieser saukälte nicht gefriert und die bäume nicht aufplatzen. die frage können offenbar klügere menschen als ich beantworten, freundlicherweise hat mir ein LLM der wahl das kurz zusammengefasst (es sind mehrere massnahmen die bäumer ergreifen, von „zucker“ als frostschutzmittel, gezielter entwässerung, supercooling, anpassung der zellmembranen und vitrifizierung. manchmal klappts mit den massnahmen nicht schnell genug, dann gibts auch mal frostbruch).
But the more we’ve learned over the last few decades, the clearer one thing has become: Trees are just so incredibly wild. And we have so much more to learn.
ramen mit rindfleisch von der mittagskarte fand ich sensationell lecker, die kleinen chili stückchen obendrauf liessen mir ein zweimal den atem kurz stocken, das ei war nen ticken zu hart, aber der geschmack war super. (K-BBQ)
wurden wir dann für kurze zeit, so vor neun jahren stellte vine dann seinen dienst ein, ein paar monate nach der gründung wurde vine von twitter gekauft.
ich weiss nicht genau wieso ich gestern an vine gedacht habe, aber meine erinnerungen sind positiv. ich habe mal ein einigermassen witziges video dort gepostet und ich erinnere mich, dass die sechs sekunden beschräkung ein toller motor für kreativiät war und viele posteten damals extrem luustige sachen. ich dachte wahrscheinlich, schade dass das alles weg ist.
und dann dachte ich, mal schauen, ob vielleicht doch noch was da ist. teile von vine schienen noch zu funktionieren, aber an die video-dateien schien ich nicht dranzukommen. dann fand ich diese seite des archiveteams: wiki.archiveteam.org/index.php?title=Vine
dort stand beschrieben …
Sometime ca Jan 3 2025 the site showing the videos finally broke, though it is accessible via a DNS hack.[3]
der dns hack ist folgendes in die /etc/hosts datei einzutragen:
damit funktionieren die embeds sogar teilweise wieder. mit dem rest der anleitung konnte ich dann die metadaten und video-dateien meiner wenigen embeds „retten“ und diese beiträge auf wirres.net mit vine-embeds wieder „rekonstruieren“:
vor 11 jahren haben dasnuf und ich uns gegenseitig bei der arbeit gefilmt. damals und auch im nachhinein ist das schon ein bisschen witzig, vor allem wenn man bedenkt, dass wir immer noch arbeitkolleginnen sind.
nachtrag: im wikipedia-artikel über vine steht, dass sowohl kack dorsey als auch elon musk von plänen gesprochen haben, vine wieder zu reaktivieren oder zugänglich zu machen. da bin ich mal gespannt ob und wie da was draus wird.
heute früh zum #morgenspaziergang -6°C, fast alle gehwege mit einem dicken eispanzer überzogen, dafür klar und sonnenaufgängig.
sonnenaufgang am schifffahrtskanal
auf dem weg am schifffahrtskanal huschten plötzlich schatten über uns. es waren wasservögel, die freie stellen im eis des kanals suchten und uns überflogen. das licht kam von einem kran über uns.
die geräusche des winters haben sich in den letzten 40 jahren massiv verändert. früher, wenn es schneite, hörte ich immer schneeschaufeln, gebogene blecke mit holzstil, die beim schippen und schleifen des schnees ein charakteristisches geräusch machten. hier in berlin wird der schnee auf dem gehweg von kleinen, röhrenden mini schneepflügen auf dem boden festgebürstet und dann, wenn man glück hat, mit etwas split bestreut. wenn man die motoren dieser kleinen flitzer morgens ab 5 uhr auf der strasse röhren hört hat das zwar auch einen informativen wert (es hat geschneit in der nacht), aber ich vermiusse das kratzen von blech auf rauen gehwegen.
die antipathie, die ich gelegentlich spüre, wenn ich KI-generierte bilder sehe, ist eine alte bekannte. ich kenne sie von stockfotos, übermässiger emoji-verwendung oder mehrfach-ausrufezeichen („!!!“). an sich ist ja nichts gegen fotos von freundlichen büromenschen oder die nutzung von emojis zu sagen (wohl aber gegen die verwendung von mehreren satzzeichen hintereinander).
schmerzhaft wird es immer genau dann, wenn der zusammenhang und die sorgfalt fehlen. oder anders gesagt: gedankenlosigkeit, die fehlende funktion, macht den slop, nicht die form oder die herkunft (egal ob aus einer KI, fotodatenbank oder emoji-bibliothek).
heute fühle ich mich leicht grössenwahnsinnig und habe mir gedacht, man könnte kleist doch mal updaten (verschwenzeln).
wenn du über etwas nachdenken willst und dir auch durch intensives nachdenken oder darüber meditieren nichts sinnvolles einfällt, dann rate ich dir einfach drüber zu schreiben. das muss auch an niemand bestimmtes gerichtet sein oder besonders scharfsinnig sein, schreib einfach drüber, was dir durch den kopf geht.
auch wenn immer noch viele menschen denken, man solle nur von dingen reden von denen man etwas versteht, hier geht es um etwas anderes als wissenvermittlung oder *splainen. es geht darum beim schreiben um einen gedanken herum zu tanzen. so wie der appetit beim essen kommt, kommen einem immer auch ideen beim schreiben.
ich sitze oft am rechner oder liege im bett und lese was andere schreiben. manchmal möchte ich dem gelesenen widersprechen, manchmal möchte ich es weiterdenken oder es anders betrachten. mir schiessen dann flüchtige ideen im kopf herum, ich weiss das könnte man weiter- oder ganz anders denken, aber ich weiss nicht wie, nur dass ich was dazu denken und sagen will. weil ich aber doch eine dunkle vorstellung von dem habe was ich vielleicht sagen will, fange ich einfach an zu schreiben und sätze zu konstruieren. sätze die ich angefangen habe, wollen dann auch zuende geführt werden. ich taste mich von wort zu wort, wie ein large language model versuche ich den satz so weiterzuführen, wie er richtig klingt. ich verhaspel mich oft bei diesem quasi auto-vervollständigen meiner sätze, aber das lässt sich dann meist beim späteren korrekturlesen ausbeulen.
gelegentlich hilft es mich zu fragen wer das denn lesen soll, ob die es auch nur im ansatz verstehen würden oder ob ich noch ein, zwei erklärende sätze nachschieben muss oder ein etwas zu luftiges gedankenkonstrukt auf eine solidere basis stellen muss. der gedanke den text später zu veröffentlichen wirkt ein bisschen wie ein stiller, treibender motor. obwohl ich alleine vor dem rechner sitze und tippe, bin ich bereits im dialog mit imaginierten lesern. ich weiss, dass der gedanke einen text zu veröffentlichen auch wie eine bremse wirken kann, aber ich glaube diese bremse nutzt sich durch ständiges, immer neues schreiben ab und kann sich dann zu einem schwungrad wandeln das helfen kann immer wieder neue gedanken loszurütteln.
früher nutzte ich oft noch ein zweites schwungrad: empörung. damit die empörung nicht ausufert, entwickelt der gedanke der späteren veröffentlichung eine willkommene bremswirkung. wie mit einem ventil kann man so das entweichen des empörungsüberdrucks gezielt steuern und ich finde in diesem zustand aus schwung und bremswirkung plötzlich worte und gedanken, auf die ich sonst wohl nie gekommen wäre.
diese mischung aus innerem dialog, abwägen der schärfe und den imaginierten lesenden führt im besten fall zu brillianten gedanken und im schlechtesten fall zu etwas aus dem man lernen kann und routine beim gedanken-lockern gewinnen kann. das verfassen schlechter texte, die vielleicht eine oder mehrere gute ideen enthalten, aber es irgendwie nicht zuende gedacht in sätze geschafft haben oder einfach unverständlich (wirr) sind, hilft vielleicht nicht beim gewinn von ansehen, aber bei gewinn von routine im balancieren und generieren von worten und gedanken. man muss sich immer vor augen halten: der meister kann’s nur deshalb besser, weil er mehr übung hatte.
ich glaube dieser schreibende tanz um einen gedanken herum, der ideen aus dem hirn schütteln kann, funktioniert auch ohne die kombinierte schwungradbremse der späteren öffentlichmachung, wenn man nur für sich allein schreibt. so wie man roulette auch alleine, gegen sich selbst, ohne echten einsatz spielen kann, kann man auch ohne den drohenden klick auf den publish-button schreiben. aber der spannungszustand, die erregung, in den man sich versetzen kann, wenn man etwas zu verlieren hat, ist vielleicht genau die energie die nötig ist, um vorhandene, festsitzende gedanken zu lösen und in sätze zu giessen. so wie elektronen ihre bahn nur unter spannung oder energiezufuhr (oder energieentzug) wechseln können, treten gedanken manchmal erst dann aus dem unterbewussten hervor, wenn man sich in einen gewissen spannungszustand versetzt hat.
weil ich mit einem rat angefangen habe, ende ich auch mit einem rat. das veröffentlichen von texten ist ein werkzeug um eine gewisse spannung zu erzeugen, die beim ernten von gedanken und ideen hilfreich ist. der innere, imaginierte dialog mit lesenden ist ein werkzeug, das auch beim schreibenden denken hilft. das gefühl etwas zu verlieren, weil die rezeption, die reaktionen auf den veröffentlichten text vielleicht negativ ausfallen oder kaum jemand den text zu lesen scheint, ist eine täuschung. mit dem schreiben eines textes tust du in erster linie etwas für dich, hast du etwas gelernt und gewonnen. und mit jedem neuen veröffentlichten text lernst du mehr.
die reaktionen auf deinen text sagen weniger über dich oder deine gedanken, sondern alles über die rezipienten. schreibe und du lernst zu denken, veröffentliche und du lernst sehr viel über menschen.
morgenspaziergang bei -2°C und sonne. manche menschen blieben stehen und konfrontierten die sonne minutenlang. wir sind einfach durch die rehberge gelaufen und haben gesehen wo schneebälle wachsen, dass sich schneemänner auch über sonne freuen und am ende waren wir beide ziemlich müde.
heute gabs wieder mal steinpilzrisotto. ich bin immer wieder erstaunt darüber welches aroma 20 gramm getrocknete steinpilze entwickeln, wenn sie 15 bis 30 minuten in heissem wasser ziehen. und eigentlich schmecken pilze die getrocknet und danach wieder hydriert wurden auch besser als frische pilze, die diese prozedur nicht über sich ergehen liessen.
ich habe mich diesmal nicht an das originalrezept gehalten und die in butter angedünsteten zwiebeln und knoblauch und den kurz danach hinzugefügten und mit angebratenenen reis nicht mit weisswei abgelöscht, sondern mit dem steinpilz-einwechwasser abgelöscht. ich bild mir ein das hat zu der etwas dunkleren farbe als sonst geführt. ansonstenenthält das steinpilzrisotto ausser weisswein, wasser und parmesam — und ganz am ende hinzugefügter petersilie — nichts.
als reis nehme ich seit ewigkeiten nicht den überteuerten risotto-reis, sondern einfachen discounter milchreis. klappt genauso gut, immer.
klimmzugstange gekauft, wurde heute geliefert, gleich montiert (in den türrahmen geklemmt). die beifahrerin meinte: „lass uns einen wettbewerb machen!“ weil wir beide keine klimmzüge können, hab ich gesagt: „ok, lass uns schauen wer länger hängen kann.“
die beifahrerin liess nach 6 sekunden los. ich hab ne minute geschafft. das ist anstrengender als man denkt, einfach so abzuhängen. es zieht in der hand und die schultermuskulatur hat zu tun. soll aber gut für den rücken sein, hab ich danach gelesen. hängen zu können sei auch ein wichtiger schritt zum klimmzug. danach hab ich ein paar negative klimmzüge gemacht, mich also langsam von oben wieder in die hängende position herabgelassen. das ist noch anstrengender.
ich glaube es ist noch ein weiter weg zum ersten richtigen klimmzug. langsame liegestützen sind noch anstrengender. der vorteil ist: man kommt zum atmen. zum spass versuche ich die im januar täglich eben langsam und auf den fäusten zu machen. das ziel sind 100 stück in drei sitzungen über den tag verteilt. ich bin zwei tage lang nur zu einer sitzung (eher liegung) gekommen, immerhin hab ich mich von 10 auf 12 gesteigert.
gemeni meint 60 sekunden hängen zu können sei leicht überdurchschnittlich. daraus folgere ich, dass das abnehmen nicht zu allzu viel muskelverlust geführt hat. trotzdem, wer klimm ziehen will muss auch muskeln ziehen.
unser flur, jetzt mit klimmzugstange
stranger things habe ich nach der ersten staffel aufgehört. waren mir etwas zu viele einfach gestrickte verschwörungstheorien drin. ich wills jetzt nochmal versuchen. bin bis jetzt underwhelmed und schreibe jetzt gerade lieber ins internet, als weiter zu gucken.
gestern running man in der version von 2025 angeschaut. war mir auch zu einfach gestrickt und mit zu viel pathos gespickt. habs trotzdem bis zum bescheuerten ende geschaut. die sozial- und medienkritik fand ich in einem solchen eindeutig auf blockbuster getrimmten film billig, zynisch und unglaubwürdig. lee pace hab ich in der ersten szene an der stimme erkannt.
vorgestern mit the north water angefangen. eine mini-serie mit colin farell in einer der hauptrollen. bisher das einzig überraschende: wie wandlungsfähig und gleichzeitig glaubwürdig colin farell ist. die geschichte ist nicht unspannend, gut erzählt, schön dreckig gefilmt aber fesselt mich nicht im geringsten. mal schauen ob ichs bis zum ende schaffe.
letztes jahr (ab april/mai) habe ich ca. 590 beiträge veröffentlicht. dieses bild auf der rückseite illustriert die frequenz meiner veröffentlichungen und ich möchte das hiermit dokumentieren, weil sich die grafik ja ständig verändert.
gestern haben mich die gif-wackelbilder von vor 13 jahren daran erinnert, dass meine neue kamera auch 3d-bilder aufmehmen kann. auf dem telefon machen sie sich gut als home-screenbilder, aber für hier auf wirres.net kann ich den derzeitigen technischen möglichkeiten nichts abgewinnen. mit spatialify kann man zwar weiterhin aus 3d-bildern wackelbilder machen, aber das ist schon sehr unbeeindruckend.
auf den ersten blick beeindruckender: immersify, auch als app. aber das ergebnis ist voller artfakte und verzerrungen. ich glaube 3d ist immer noch überbewertet.
dafür habe ich noch ein paar menschen gefunden, die — auf eine art — die tradition von iwdrm.tumblr.com fortführen:
vor ein paar tagen „sendete“ marques brownlee dieses video, das die grössen- oder besser microverhältnisse in microchips ziemlich gut visualisiert und illustriert. zuerst hatte ich keine lust das video zu sehen, weil das cover so sehr nach apple-stealth-marketing aussah. aber: never judge a youtube video by it’s cover. das ist wohl alles ohne apples hilfe entstanden, wohl aber mit hilfe von epic spaceman.
während ich marques brownlee dabei zusah wie er in microchips rum lief, dachte ich vor allem: wie können wir überhaupt so winzige strukturen schaffen, die gerade mal die breite von ein paar silikon-atomen haben? und wie schaffen wir diese leiterplatten zu belichten, wenn die wellenlänge des EUV lichts eigentlich viel grösser ist, als die strukturen die damit belichtet werden? die entworten lieferte ein paar tage später dieses video von veritasium.
veritasium erklärt die unglaubliche geschichte hinter der modernen „3nm“ und „2nm“ chip-herstellung. allein für die generierung des lichts dieser mehr als 400 millionen dollar teuren maschine waren mehr als 30 jahre forschung nötig und so gut wie niemand hielt es überhaupt für mögich dieses licht im röntgen-spektrum („extreme ultraviolet“) in ausreichender stärke herzustellen. alles was in diesem video zu sehen ist ist unglaublich und extrem faszinierend. und das alles, damit wir auf immer kleineren geräten mit bildschirm doom-scrollen können oder uns fragen von LLMs beantworten lassen können.
nachtrag: bonus watch: What's Actually Inside Your Phone's Brain? von epic spaceman. dieses ganze micro-chip-gedöns sprengt in gewisser weise jegliche vorstellungskraft. aber diese drei videos versuchen es doch irgendwie verständlich und nachvollziehbar zu machen.
ich habe eine seite angelegt, auf der alle gifs aufgelistet sind, die ich hier auf wirres.net bisher benutzt habe: alle gifs auf wirres.net
eigentlich nutze ich schon lange keine gifs mehr, sondern loope kleine video-dateien (ein mp4 mit den attributen autoplay loop muted playsinline). das klappt in fast allen modernen browsern und ist effektiver als gifs, die meist ein mehrfaches an dateigrösse mitbringen. das machen die grossen plattformen auch schon seit längerer zeit (ca. 2014 fing twitter damit an).
aber ich habe jetzt wieder angefangen gifs zu benutzen als fallback für die video-dateien im RSS-feed. da die meisten anbieter von rss-readern video-attribute ausfiltern, funktionieren die videodateien im feed meistens nicht. also gebe ich per RSS gifs, statt video-loops aus — wenn ich nicht vergesse das gif-fallback zu erzeugen und hochzuladen.
ein mp4 zu einem anständigen gif umwandeln geht mit diesem script ganz einfach (wenn ffmpeg installiert ist):
das script analysiert zuerst die farben des videos und passt die (eingeschränkte) farbpalette für das gif entsprechend an.
beispiel:
mp4 (899 kb)
gif (5 mb)
das schöne an gifs ist, dass sie (weiterhin) überall funktionieren. andererseits funktionieren mp4s auch fast überall, ich kann sie bei bluesky hochladen und in den meisten mastodon cients werden sie auch bewegt angezeigt. aber trotzdem fand ich es (für mich) praktisch eine übersicht über meine verwendeten echten gifs zu haben.
und kein artikel über gifs, in dem ich nicht auf das nach wie vor grossartige, 2015 eingestellte IF WE DON'T, REMEMBER ME. (iwdrm), wo irgendwer mit viel geduld subtil bewegte einzelbilder animierte und als gifs veröffentlichte. ich bin nach wie vor ein sehr grosser fan dieser animationen.
mein workflow um „live fotos“ vom iphone hier zu posten geht übrigens so:
live foto auf dem iphone zu einer „endlosschleife“ machen
airdrop auf den laptop (kommt als mp4 an)
mp4 in pixelmator öffnen und auf ca. 1000-1500 px breite skalieren
optimiertes jpg als poster-bild speichern
mp4 in pixelmator als optimiertes mp4 speichern (oder mit ffmpeg oder mediacms fürs web optimieren)
mit kirby baue ich dann ein figcaption-video-html konstrukt das in etwa so aussieht:
alle geschichten die wir uns erzählen handeln von reisen. das können innere reisen sein, aber auch reisen zu orten. jede reise verändert uns und jede reise in einer geschichte verändert die protagonisten, ihre sicht auf ihre identität, ihre vergangenheit, ihre ziele oder die welt in der sie leben. gute geschichten sollten uns staunen lassen, uns überraschen und mit mehr fragen zurücklassen, als wir vorher hatten. gute geschichten lassen uns nicht nur anders auf die welt oder uns selbst blicken, sondern vor allem tiefer. sie legen schichten frei, die vorher nicht sichtbar waren.
pluribus liegt eine einfache idee, eine art gedankenexperiemnt zugrunde. über die erste staffel hinweg wird aus dieser einfachen idee eine komplexe melange. die einfache idee entfaltet sich zu einem komplizierten, vielschichtigen etwas. die antworten die wir bekommen, werfen immer neue fragen auf.
ich mag serien die nachvollziehbar sind. viele serien bekommen das anfangs gut hin und verlieren mich dann auf der reise oder wenn die protagonisten sich im laufe ihrer reise entscheiden, dass die probleme denen sie begegnen am besten mit faustkämpfen oder schnellen autofahrten zu lösen sind. gute serien lassen mich der reiseroute folgen, ohne mich an die hand zu nehmen.
pluribus hat es geschafft mich an jeder stelle mitzunehmen und nachvollziehbar zu bleiben, obwohl ich mich mit keinem der protagonisten identifizieren konnte. aber die fragen die mir beim zuschauen in den sinn kamen, waren so interessant, dass ich gar nicht genug über die pluribus-welt erfahren konnte. obwohl natürlich jeder aspekt dieser welt sorgfältig konstruiert ist, wirkt nichts daran konstruiert. obwohl alles nachvollziehbar bleibt und man ständig bekannte elemente des geschichtenerzählens erkennt, wird man ständig überrascht.
james baldwin hat mal gesagt:
The purpose of art is to lay bare the questions which have been hidden by the answers.
der zweck von kunst ist es also, fragen blosszulegen, die von den antworten verdeckt werden. insofern hat die erste staffel von pluribus gute arbeit geleistet und schon früh klar gemacht, dass es zwar auch antworten geben wird, aber keine endgültigen. was es gibt sind fragen über fragen, die schicht für schicht freigelegt werden.
was ich sagen will: die erste staffel von pluribus hat mir sehr gut gefallen, die letzte, neunte folge war ein würdiger abschluss. und beim abschluss-cliffhanger habe ich gelacht, einerseits weils witzig war und andererseits weil der cliffhanger so viele neue fragen aufwarf.