ein etwas atemlos begeisterter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio gestaltete benutzerinterface des neuen elektrischen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vorbeigeht und sagt:
it’s a seat … whatever
… und weitergeht um die einzelteile des tachos und lenkrads zu begrapschen.
ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man sicherlich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funktioniert kann ich mich auch das das unfreundlichste design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-generationen die design ideen von jony ive und seinem team hemmungslos geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kombiniert, dass sie befriedigen scheint das ive-design eindrucksvoll zu demonstrieren.
sportrodel? ich würde das eienn bob nennen, aber gut. wie so oft habe ich, bevor ich das video gesehen habe, gedacht: laaangweilig. aber die details, wie thomas egger einzelteile fertigt, verleimt, verklebt und zusammen fügt ist dann doch durch und durch faszinierend. ich hatte danach das gefühl viel gelernt zu haben. nur mein interesse selbst so einen bob haben zu wollen (oder zu bauen) ist weiterhin bei exakt null.
ich bin nicht sicher ob es ein doofer vergleich ist, aber ich ziehe ihn trotzdem. und zwar ein leckerchen-vergleich.
leckerchen sind für die hundeerziehung ein wichtiges werkzeug. auch wenn frida unser erster hund ist und ich keine ahnung von hundeerziehung hatte, war meine erste erziehungs-aktion frida beizubringen leckerchen aufzufangen, die ich ihr zuwerfe. frida hat so in ihrem ersten halben lebensjahr fast die hälfte ihres regulären trockenfutters von mir in einzelstückchen zugeworfen bekommen. monatelang. das war gut um ihre reaktionsfähigkeit zu trainieren, aber es hat ihr auch ein gefühl vermittelt, dass der aufenthalt an meiner linken seite irgendwie gut und richtig ist.
mittlerweile verstehen frida und ich uns auch ohne leckerchen, sie erkennt an meinen lauten, gesten, meiner körperhaltung, ob ich etwas gut finde oder eher nicht. trotzdem habe ich imemr noch, fast immer, leckerchen dabei und belohne alles was sie aus meiner sicht richtig macht. wenn sie einfach an krähen oder tauben vorbeiläuft ohne aufregung zu zeigen (was ihr mittlerweile leicht fällt): lerckerchen. wenn sie sich beim warten an einer roten ampel an mein linkes bein drückt: leckerchen. wenn sie ein eichhörnchen sieht und es nicht jagen möchte (was ihr schwer fällt): leckerchen.
der witz ist allerdings: die leckerchen an sich, sind für frida gar nicht das interessante. es ist die geste. ein leckerchen verstärkt nur nochmal das das was ich mit meinen lauten, meinen gesten, meiner körperhaltung ohnehin schon ausdrücke: ich find gut was du machst, das kannst du genau so weiter machen.
hunde sind sehr gut im erkennen von intention. wir menschen auch. online, wenn gesten, mimik und körperhaltung fehlen, wird es für uns menschen manchmal schwerer intention zu erkennen oder intention auszudrücken.
ich habe ein paar monatliche abos, die für sich genommen eher klein und unbedeutend sind, von denen ich mir allerdings einbilde, damit auch wertschätzung für die zum ausdruck zu bringen, an die ich diese kleinen monatlichen beträge zahle. wie bei frida könnte ich diese wertschäzung auch anders zum ausdruck bringen, freundliche emails oder blogbeiträge schreiben oder empfehlungen aussprechen; das würde wahrscheinlich eine ähnliche wirkung haben.
und trotzdem finde ich, dass die regelmässige zahlung von kleinen, aber regelmässigen beträgen eine wichtige und richtuge geste ist. deshalb zahle ich (zum beispiel) der wikipedia, netzpolitik, übermedien, dem guten internet, home-assistant, dem plötzblog und rivva regelmässig monatiche beträge zwischen einem und zehn euro. ich kaufe gelegentlich apps die ich nicht unbedingt brauche, aber unterstützenswert finde, ich mache gelegentlich bei open source projekten einmalzahlungen, wenns einfach geht und mir die projekte, warum auch immer, gefallen.
das sind einerseits alles peanuts, keine weltbewegenden beträge von denen jemand leben könnte, aber eben auch jeweils eine geste. eine geste die sagt: ich finde gut was ihr macht, macht von mir aus genau so weiter.
und ich finde rivva seit seiner geburtsstunde so nützlich, dass ich bereits seit sieben jahren mit kleinen finanziellen gesten wild gestikuliere.
offensichtlich denken nicht alle so wie ich. das ist einerseits gut so, aber andererseits auch ein bisschen traurig, zumindest wenn ich mir diesen screenshot von der rivva-unterstützerseite auf steady ansehe.
21 leute? ich bin sicher, dass sich in deutschland mehr als 21 leute finden die frank westphal sagen würden: „ich finde gut was du machst, macht bitte genau so weiter und gerne auch darüber hinaus.“ (ich weiss, insgesamt unterstützen frank mehr als 21 leute.)
spätestens jetzt, wo frank sein spendenaufrufbanner von oben auf der den rivva-seiten nach unten verlagert hat, müssten ihm eigentlich allein schon deswegen ganz viele leute eine fünf-euro-geste entgegenschleudern.
viele leute, ich auch, stellen derzeit fest, dass es eine kleine blog-renaissance gibt. ich kann aus erfahrung berichten, dass die erste welle von blogs vor ~15 jahren auch zu einem grossen teil auf dienste zurückzuführen war, die die vernetzung von blogs unterstüzten: technorati.com als blogsuchmaschine und tag-aggregator, der google reader mit sozialen funktionen, mit denen man blogbeiträge mit einer einfachen klick-geste anderen in den feed aggregieren konnte. der frühe erfolg von blogs damals™ wäre ohne diese und ein paar andere dienste kaum möglich gewesen.
was ich sagen will: die revolution braucht werkzeuge. und die renaissance erst recht. und ohne rivva siehts in sachen sichtbarkeit für viele blogs düster aus. oder anders gesagt: wer das bloggen liebt, sollte rivva auch (ein bisschen) lieben und das auch mit der einen oder anderen geste zeigen.
welche gesten möglich sind hat frank hier selbst aufgeschrieben, ich empfehle jeder und jedem sich ein steady-konto einzurichten, dann kann man neben rivva, auch das eine oder andere projekt mit kleinen finanziellen gesten unterstützen. oder wie frank zu seinem paypal-konto sagt:
jetzt isses auch schon wieder neun jahre her, dass ich ds9 neu geguckt habe. und dieses selbstziat erklärt ganz gut, warum ich starfleet academy, trotz allem, ertrage.
die serie erinnerte mich wieder daran, warum ich die star-trek-welt und ihre serien so sehr schätze. sie verfolgen konsequent ein positives menschenbild und lassen uns unsere welt, unsere gesellschaftlichen probleme mit einem gewissen abstraktionsgrad reflektieren. die parallelen sind offensichtlich, aber nicht platt. die cardassianer zeigen parallen mit den deutschen oder den japanern, der widerstand der bajoraner zeigt parallelen zu widerstandsbewegungen im nahen osten oder dem besetzten frankreich, der religiöse fanatismus einiger bajoraner zeigt parallelen zu anti-sekulären bewegungen in der ganzen welt. rassismus, freiheit und grenzen der wissenschaft, diversität, gerechtigkeit, all das wird von folge zu folge debatiert. hört sich langweilig an: eine fernsehserie in der debatten zu sehen sind, aber ich finde der vergleich passt. in den erzählungen der einzelnen folgen werden immer mindestens zwei seiten eines problems gezeigt und immer der mühsame prozess, zu gerechten und praktikablen lösungen zu kommen. teilweise, wie in der folge progress, wird auch keine wirklich befriedigende lösung erreicht, sondern es werden die schwierigkeiten durchgespielt, zwischen pflicht und menschlichkeit, gemeinwohl und einzelinteressen, gehorsam und empathie abzuwägen.
manchmal überrasche ich mich selbst mit eastereggs, die ich in home assistant versteckt habe (und offensichtlich wieder vergessen habe).
ich: hey snips, wie spät? home assistant: hey siri, wie spät? siri: es ist elf uhr sechsundfünfzig.
weil mir heute mein letterboxd-konto wieder einfiel, fiel mir auch ein, dass ich die mini-reviews die ich dort hinterlassen habe, eigentlich auch hier archivieren könnte. mit einem php script habe ich die beiträge alle (als entwürfe) eingesammelt, aber noch nicht veröffentlich.
diese kurzkritik zu under the skin hatte ich schon auf wirres.net veröffentlicht, aber weil ich den film damals so faszinierend fand, ist das hier sozusagen eine erinnerung an mich und aufforderung an alle mitlesenden, den film (nochmal) zu schauen. den film kann man, wie ich vor 11 jahren, bei itunes oder bei amazon kaufen und leihen.
dieses video hat mich in ein kleines rabbit hole gestürzt (gefunden bei eay.cc).
ich war sofort angetan von scott jensons angenehm euphorischer und unkonfrontativen art sein lieblings-thema (benutzer-schnittstellen-funktion) anderen menschen nahezubringen. unterwegs schnitt er so viele inspirierende ideen und kleine details kurz an, ohne sie weiter zu verfolgen, dass sich in meinem kopf gleich merhere DIN A4 seiten füllten mit todos und sachen denen ich mal nachgehen will.
dann seine webseite. endlich mal wieder eine webseite die das auge entspannt und den geist reizt. allein der letzte artikel, „Boring is good“, ist so voller guter neuer ansätze über die welt, LLMs, das schreiben, das denken nachzudenken, dass ich seine webseite gerne in den urlaub mitnehmen möchte, um sie dort in ruhe von vorne bis hinten zu lesen.
But writing is hard for a deeply human reason. You don’t know what you don’t know. You write to understand, which usually means writing a ton of awful text that must then be ruthlessly thrown away. Trying to ‘write automatically’ using LLMs completely circumvents this pain.
Ultimately, a mature technology doesn’t look like magic; it looks like infrastructure. It gets smaller, more reliable, and much more boring.
jedenfalls ist das video ein toller einstieg nicht nur ins thema benutzer-schnittstellen-funktion und design (im sinne von design is how it works), sondern auch ins thema lernen (im weitesten sinne). dieses zitat hänge ich mir möglicherweise übers bett:
in den letzten tagen habe ich mich hier und da mit den themen monetarisierung und reichweite beschäftigt und mir kam der gedanke, was für ein wahnsinn das eigentlich ist, dass es für unabhängige bewegtbild-produzierende eigentlich nur eine einzige stelle im internet gibt, wo sie ihre reichweite und brötchen herbekommen: youtube.
ein gigantischer monolith, der im prinzip bestimmen kann, was hunderte millionen sehen und ein paar hunderttausend verdienen. wahrscheinlich ist es höchste zeit mir mal ein nebula abo zu besorgen, auch wenn die trumpisten noch nicht ihre axt-hände an youtube gelegt haben mögen.
mir kam beim lesen dieser meldung beim netzfeuilleton aber ein ganz anderer gedanke. die BBC wird inhalte speziell für youtube produzieren, „auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds erscheinen können“ (sollen, werden?). das erinnert mich an die indieweb-philosophie Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere (POSSE). wenn man die inhalte bei sich „zuhause“ vorhält, sie aber an andere orte syndiziert/kopiert, um einerseits die reichweite oder monetarisierung zu erhöhen, behält man andererseits (theoretisch) ein paar ticken mehr unabhäbgigkeit, als wenn man exklusiv „elsewhere“ publiziert.
theoretisch machen das ja auch die deutschen öffentlich rechtlichen schon mit ein paar kanälen für jüngeres publikum, mit dem unterschied, dass das eine art PUPZ-POSSE ist: publish elsewhere und dann bei sich selbst depublizieren.
If you want to understand what goes into a big YouTube production, this behind-the-scenes look from the tenth most popular tech channel seems to be a good place to start. It is remarkable how Marques Brownlee has grown from being just a guy making webcam videos from home to having a dedicated production space full of staff — and it all kind of hinges on YouTube, a singular video hosting platform. That would make me anxious daily, but Brownlee has made it work for about nine years.
das behind the scenes video ist andertalb stunden lang und ich habe es (noch) nicht zuende geschaut, auch weil ichs ein bisschen langweilig finde. aber wie nick herr sagt, das ist schon alles ziemlich remarkable.
bei mir sinds im moment 291 tage, die ich jeden tag etwas auf der startseite veröffentlicht habe. allein in diesem jahr, sind es schon wieder 104 beiträge, so viel wie ich von 2022 bis 2024 pro jahr auf instagram gepostet habe. visualisierungen davon auf der rückseite. ich habe nicht vor das zu ändern und ich hab eigentlich auch nicht vor darauf künftig weiter drauf hinzuweisen. ich schreib und fotografier einfach weiter ins internet.
bei heiko, wahrscheinlich beim rumklicken in seinem auf kirby migrierten blog, hab ich vor ein paar tagen diesen alten tweet trööt von sascha lob gefunden.
ich finde nach drei jahren kann man saschas aussage nochmal evaluieren. im grossen und ganzen gilt saschas aussage wohl noch. mastodon scheint twitters platz weder eingenommen zu haben, noch auf dem weg dahin zu sein. andererseits kann man aber auch sagen, dass „x“ ebenso wenig twitters platz eingenommen hat — und threads und bluesky auch nicht.
meine vermutung ist, dass keine plattform, oder kein soziales netzwerk, jemals wieder die globale öffentlichkeit herstellen wird, die twitter einmal hergestellt haben mag. ganz ähnlich wie es wahrscheinlich nie wieder eine sendung geben wird, die an einem abend 18 millionen menschen in DACH vor dem bildschirm versammelt, wie es 1999 noch wetten, dass…? konnte.
auch wenn die erfolgreicchsten videos, zum beispiel von kurzgesagt, zwischen 20 und 30 millionen views auf youtube erreichen, ist das unterm strich wohl nicht vergleichbar mit der reichweite und durchschlagskraft von fernsehsendungen in der guten alten fernsehzeit.
jetzt könnte ich sagen: mastodon ist eben nicht vergleichbar mit twitter oder alles ist eben anders, oder wie sascha es vor 3 jahren sagte: „Social Networks müssen sich ständig weiterentwickeln“ und entwickeln sich eben ständig weiter. instagram ist nicht mehr das instagram das es vor 10 jahren war, x ist kein twitter mehr und wer nutzt eigentlich noch facebook?
der witz ist allerdings, mastodon hat für mich den platz von twitter übernommen. ich nutze mastodon genau so, wie ich vor ein paar jahren twitter genutzt habe.
ich lese gelegentlich in meiner timeline, aber nicht öfter als ein, zweimal täglich. meine „öffentlichkeit“ fand nie in der twitter-timeline statt, genauso wie sie jetzt nicht in der mastodon-timeline stattfindet. meine öffentlichkeit habe ich mir selbst in meinem RSS-reader zusammenkuratiert. gelegentlich scrolle ich auch länger in meiner mastodon-timeline und ich freue mich, wenn ich interessantes entdecke, aber das sind dann eben zufallsfunde oder dinge die aufschwimmen, die ich auch anderswo gefunden hätte.
ich poste täglich ein, zwei mal auf mastodon, meisten dinge die ich vorher ins blog geschrieben habe, oft fotos. gelegentlich entwickeln sich um einzelne post von mir konversationen und ich gebe mir mühe auf antworten oder kommentare zu reagieren.
natürlich nutze ich mastodon auch in der hoffnung öffentlichkeit, aufmerksamkeit für meine beiträge herzustellen. allerdings weiss ich auch, dass das eher selten funktioniert, so wie das früher auch auf twitter war. hier mal ein like, mit etwas glück mal ein boost. manchmal treffe ich einen nerv und beiträge multiplizieren (boosten, retweeten) sich etwas weiter. auch das war auf twitter nicht anders.
vielleicht kann man das am besten mit einem bild beschreiben, was twitter für mich war und mastodon für mich heute ist: schaufnester in einer einkaufsstrasse. ich gehe nicht ständig einkaufen, aber wenn ich einkaufen gehe, schaue ich mir die auslagen anderer an. manchmal erhascht eine auslage meine aufmerksamkeit und ich bleibe stehen. vielleicht mache ich ein foto, vielleicht gehe ich in den laden und rede mit den inhabern des schaufensters. meisten lauf ich einfach durch oder kümmere mich um mein eigenes schaufenster. ich geb mir mühe selbst eine schöne auslage zu haben, aber ich weiss, dass die meisten an meiner auslage vorbeigehen — so wie ich es bei anderen tue. umso erfreuter bin ich, wenn gelegentlich ein paar leute vor meiner auslage stehenbleiben oder sogar andere leute herbeirufen. gelegentlich passiert das und wenn es mal interesse an meinem laden gibt, gebe ich mir mühe präsent zu sein und gegebenenfalls fragen zu beantworten oder die auslage zu erklären.
städte ändern sich ständig, genau wie soziale netzwerke. das muss auch nicht immer eine weiterentwicklung sein, das kann auch eine regression sein. in städten schätze ich deshalb auch oft die dinge, die sich nicht ändern. kneipen, restaurants, läden, die aus der zeit gefallen sind, seit jahrzehnten unverändert.
mastodon ist ein bisschen wie eine alte stammkneipe. die kneipe musste gelegentlich umziehen, aber das stamm-publikum folgte ihr zu grossen teilen. neue leute kommen jetzt auch wieder mehr, aber die stimmung, der vibe ist unverändert und vertraut.
ja mastodon ist nach wie vor „filterblasig“ und hyperlokal. es ist immer noch kompliziert und die bedienung erfordert eine lernkurve. alles in selbstbedienung mit furchtbar komplizierten apparaten. man kann auch seine eigenen apparate mitbringen und einstöpseln. das publikum ist vertraut und grundsätzlich sympathisch. manchmal richtet sich die aufmerksamkeit kurz auf einen selbst, meistens kann man komfortabel in der menge einfach rumhängen. oder nach hause gehen.
vielleicht ist das auch das beste an mastodon: es ist unaufgeregt, es bietet keine grosse show, es liegt eher ruhig in einer seitenstrasse. ich weiss ich verpasse nichts, wenn ich zuhause bleibe, aber wenn ich da bin isses vertraut und angenehm und wenn man hinschaut passiert auch mal was spannendes, vielelicht auch nur in einem kleinen nebenraum. schreihälse und deppen verirren sich selten zu mastodon, weil es ihnen zu langweilig erscheint und die bühne zu klein ist.
und wie so oft hat sascha lobo gleichzeitig 100% recht und liegt doch ganz leicht daneben.
rands rantet sehr ausführlich über produktivitäts-werkzeuge. naja, er stellt eher fest, dass sie in der regel nichts für ihn sind. mir gefällt die idee, die er nach 20-30 minuten lesezeit entwickelt: eine todo-liste die alte einträge einfach nach einer weile löscht, ohne weitere rückfrage. find ich gut. mach ich schon lange, allerdings nicht durch löschen, sondern durch vergessen.
ich kann meine herangehensweise glaube ich am besten mit einer wasser-metapher beschreiben. das was wichtig ist schwimmt auf. entweder weils leicht ist, jemand dran zieht oder drückt oder es festgebunden hat oder weils strampelt oder gestrampelt wird. was aufhört zu strampeln sinkt langsam aus dem blickfeld. ich arbeite im alltag mit (zu) vielen verschiedenen werkzeugen, leider nicht besonders strukturiert, aber oft sehr intuitiv.
mein wichtigstes werkzeug um zu tuendes zu identifizieren und im auge zu behalten ist meine email-inbox. seit mail-programme emails in strängen zusammenfassen bleibt einerseits (meistens) der kontext erhalten und andererseits lassen neue mails die jeweiligen stränge aufschwimmen.
ich kopieren jeden tag die todos vom vortag „handschriftlich“ auf eine neues blatt und füge im laufe des tages neue hinzu. mit „handschriftlich“ meine ich zettel = textdatei und schrift = tippen und copy & pasten. das ist mühsam, aber hilfreich beim priorisieren und fürs merken. und das „manuelle“ be- und verarbeiten hilft mein unbewusstsein zu füttern.
danach kommen — zumindest auf der arbeit — diverse ticketsysteme. denen fehlt eigentlich allen ein befriedigender soundeffekt beim erledigen, aber ich finde es auch ohne soundeffekt befriedigend, dinge in ticketsystemen auf erledigt zu stellen und den fluss der erledigten dinge anschwellen zu sehen. in der praxis landen leider zu viele tu-dinge im pending.
mein hauptproblem beim erledigen hat nichts mit werkzeugen oder prozessen zu tun, sondern mit haltung oder genauer: anspruch. ich schiebe dinge auf weil ich sie richtig und gut machen will, aber weiss, dass das gegebenenfalls etwas länger braucht — also jetzt gerade noch nicht geht aber vielleicht später, oder morgen oder nächste woche.
diesen knoten habe ich beim bloggen gelöst: ich hab kein problem damit einen beitrag hinzurotzen, gerade mal gut genug zu machen, zur not später nochmal etwas zu polieren. beim rest meiner aufgaben bin ich zwar kein perfektionist, aber ich strebe schon einen gewissen qualitätsstandard an, der zumindest nicht den eindruck von hingerotzt erweckt. und genau da fängt das aufschieben dann an und man landet bei einer art magischen zweieck (statt dreieck).
Nach nun 5 Episoden setze ich mich als jemand, der seit 1991 Trekkie ist, offenbar deutlich von anderen Alt-Trekkies ab, wenn ich sage: Academy überrascht mich bisher. Seit 30 Jahren dachte ich, dass es eine solche Serie nicht braucht, dafür habe ich richtig viel Spaß an ihr.
thomas findet SFA (starfleet academy) durchgehend gut. ich ertrage den pathos, das bunte, die lautstärke, das ständige, unsubtile in your face nur schwer, muss aber sagen, dass die geschichten, die SFA bisher erzählt hat, mir im kern gefallen, die inszenierung hingegen nicht.
während die inszenierung und die kulissen alle völlig over the top sind, finde ich gerade das ensemble erschütternd langweilig. alle nice und glatt und schön und makellos. ausnahme (neben holly hunter): kerrice brooks die SAM spielt und in der vierten folge im fokus steht. die ist so erfrischend, dass es einen fast umhaut.
die videos von beat bunny (oder captain pikant?) zeigen wie ikonische songs im schlagzeug-computer nachgebaut werden können. ich verstehe nix, sehe aber fasziniert zu, wie hier zum beispiel new orders blue monday nachgebaut wird. und ich frage mich, was aus mir geworden wäre, wenn wir sowas damals im musikunterricht gemacht hätten. dann hätte ich mich vielleicht doch ein bisschen mehr für musik interessiert?
faszinierend. ich glaube, man kann sagen, die erfindung der künstlichen kühlung ist ein ähnlich wichtiger wendepunkte in der menschlichen zivilisation, wie die beherrschung des feuers. dieses video zeigt wie man vorher gekühlt hat und welche einschneidenden (positiven) folgen die künstliche kühlung hatte und hat.
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ich bin seit dem 22.01.2011 mitglied bei pinboard, habe 46.172 bookmarks dort angelegt und habe das konto 2021 für $150 für 60 monate in ein bezahl-konto umgewandelt. die 60 monate (5 jahre) sind am 21. februar um.
ich mag pinboard und ich mag maciej ceglowski der pinboard.in betreibt und gelegentlich bloggt oder vor publikum spricht. pinboard funktioniert seit jahren zuverlässig und ich nutze es mit einem bookmarklet um bookmarks anzulegen und mit einer integration in meinem RSS-reader miniflux, der automatisch ein bookmark bei pinboard anlegt, wenn ich etwas im RSS reader mit einem ⭐ markiere.
früher (so bis 2018), als ich fast täglich linkposts auf wirres.net veröffenticht habe, habe ich die links mit html auf pinboard kommentiert, mit s und w getaggt und dann importiert und morgens automatisch ein linkpost generieren lassen.
ich habe backlinks (leute die auf wirres.net linken) mit pinboard getrackt. der übergeordnete tag war linking2wirres und einzelne zitate, wie das hier auf turi2 war dann ein pinboard-bookmark in das einen tag mit der wirres.net-url hatte: link:http://wirres.net/article/articleview/10072/1/6/. indem ich die pinboard-api abfragte, konnte ich diese backlinks dann unter dem artikel anzeigen.
die technischen details sind eigentlich wurst. was ich sagen will, ich habe pinboard früher intensiv als werkzeug genutzt. seit mehreren jahren eigentlich nicht mehr wirklich. es flossen immer noch bookmarks aus meinem feedreader in pinboard, in der hoffnung, dass ich die bookmarks später nochmal ansehe und auf verwendbarkeit als link im blog prüfe.
aber seit dem relaunch vor knapp einem jahr frage ich mich, warum soll ich die werkzeuge mit denen ich arbeite auf basis von diensten bauen, die ich nicht kontrolliere und die jederzeit verschwinden können oder an arschlocher verkauft werden können?
ich glaube zwar nicht dass maciej ceglowski pinboard verkaufen würde, aber richtig sicher, ob pinboard noch 30 jahre existieren wird, bin ich auch nicht.
jetzt wo ich bookmarks und favoriten mit einem klick direkt in ströme hier auf wirres.net werfen kann, sie mit ein, zwei weiteren klicks nach vorne ins schaufenster holen kann frage ich mich: warum soll ich noch pinboard nutzen? ein grund fällt mir ein: um maciej ceglowski zu unterstützen. aber geld für einen dienst zu bezahlen, den ich nicht mehr wirklich nutze ist dann acuh für mich einen ticken zu absurd.
ich habe mich trotz der freundlichen erinnerungsmails von maciej ceglowski dafür entschieden, mein pinboard-abo nicht mehr zu verlängern. stattdessen habe ich mir ein kleines script gebaut, dass alles was ich in meinem RSS-reader markiere jetzt in den bookmarks-fluss wirft, von wo ich das bookmark dann weiterverarbeiten kann oder, wie auf pinboard, einfach rumliegen lassen und vergessen kann. auch youtube-favoriten landen jetzt automatisch im favoriten-fluss und ich bin mir sicher, mir fallen nopch viele neue automatisierungen und arbeitserleicherungen ein, die ich mit meinen eigenen werkzeugen, in meiner eignen hemishäre bauen kann.
tl;dr: ich bin seit 15 jahren aktiver pinboard.in nutzer, möchte das ab jetzt aber alles lieber selbst machen und bin deshalb ab jetzt inaktiver pinboard.in-nutzer.
… der Film wurde künstlich erzeugt, recht weit unten steht auf YouTube "The person in this video is AI-generated, not a real individual"
bin ich wohl drauf reingefallen. ich war schon voller bewunderung, dass man mit 92 jahren noch frei, so lange am stück sprechen kann. trotz all der glätte und mehr oder weniger schnittlosigkeit, bin ich nicht misstrauisch geworden, im gegenteil, ich dachte: „ob man sowas künftig wohl mit KI hinbekommt?“
trotzdem, der text hat bei mir gewirkt, deshalb lasse ich meine initiale reaktion unten stehen.
Lorraine spent thirty eight years as a high school guidance counselor in Pittsburgh. This video is about what she wishes someone had told her before she turned seventy. Recorded January 2026 at age ninety two.
sich mit dem altern, mit dem tod auseinander zu setzen ist unangenehm. deshalb fand ich es unangenehm mir dieses video anzusehen, allerdings nicht wegen lorraine. sie sagt die richtigen sachen auf die richtige art und weise. achte auf deinen körper, bau muskeln und stärke auf, die du im alter nicht mehr hinbekommst, verzeih anderen menschen bevor es zu spät ist oder dich der ärger anfrisst, sei da, aber halte dich mit ratschlägen zurück („Your adult children do not need your advice. They need your presence“).
über den part mit den erwachsenen kindern, die keinen rat brauchen, musste ich ein bisschen lachen, weil lorraine natürlich im video als obercheckerin auftritt und man ihr die 38 jahre als „guidance counselor“ (vertrauenslehrerin/mentorin) anmerkt. aber das ist andererseits auch der witz an diesem video: sie weiss es definitiv besser als du und ich. und das was lorraine sagt ist teilweise so aufrichtig, ehrlich und persönlich, dass es mir fast die tränen in die augen trieb.
Lesson number eight, write things down because you are going to forget everything. if you do not prepare for it, you will lose things that matter. Write down your memories. Write down your family stories. Write down the recipes your mother taught you and the way your father laughed and the name of your first dog. Write down what you want your grandchildren to know about who you were before you were old.
das sag ich ja auch ständig (und viele andere natürlich auch): schreibt tagebuch. öffentlich oder privat. aber schreibt auf, was euch durch den kopf geht, es hilft nicht nur beim verfertigen von gedanken, sondern eben auch beim erinnern, wo die ganze zeit hingelaufen ist.
tl;dr: das video ist eher unangenehm anzuschauen weil lorraine einen mit gedanken konfrontiert, denen man lieber ausweicht. aber da sollte man durch, auch weil man im leben selten gelegenheit hat, sich sowas anzuhören. und danach kann mal „hart nachdenken“. (via)
p.s.: auf den stock-foto-slop hätte man bei der produktion des videos sehr gut verzichten können. p.p.s.: das video ist KI-generiert, siehe oben.
um 12 uhr mache ich mittag. manchmal auch fünf bis zehn minuten später. dann sage ich: „hey snips, 25 minuten mittagsschlaf“, was einen sanften wecker stellt, den rechner ausschaltet und 25 minuten alle geräte auf DND (oder wie apple sagt, fokus auf „nicht stören“) stellt und lege mich hin.
sobald ich wieder wach bin, mache ich mir einen quark mit süssstoff und TK obst und lese 15 minuten in meinem RSS reader. neben dem morgenspaziergang, dem frühstück und dem feierabendbier ist das der beste teil meiens tages.
heute habe ich dann dann eine sehr schöne entdeckung gemacht, die mich dann vom weiteren RSS-konsum abhielt.
When I was 22 I would stand on the roof of my apartment at Smith & 9th St. in Brooklyn and watch the elevated MTA F-train go back and forth, and wonder, Where will I go? The answer: Back and forth.
paul ford schreibt beruflich und das sehr viel und gut. vor ein paar monaten entschied sich paul ford seinen „stuff scattered all over the web“ in seinen eigenen „blob“ zu ziehen. ein zuhause im netz für sein zeug. tweets, veröffentlichungen, links und gedöns. mit viel expertise gevibecodet. in etwa das was ich mir hier auch baue, nur in strukturierter.
mittlerweile glaube ich, dass die gefühlte blog-renaissance auch zu einem grossen teil auf LLM-basierte coding-assistenz zurück zu führen ist. heiko hat mit hilfe von claude den sprung von wordpress zu kirby gemacht, paul ford hat seine imports mit claude gemacht und ich hätte den umzug aus meinem antiken und kaputten ezpublish auch nicht ohne maschinen-assistenz hinbekommen. ich verstehe den reiz von wordpress: das funktioniert wie ein pop-up-zelt: hinstellen, an einer leine ziehen und zack steht das zelt und just works. aber genau so verstehe ich den reiz sich einen soliden baukasten zu besorgen und dann alles, mit etwas assistenz, selbst zu bauen.
sich ein zuhause im web zu bauen ist weiterhin nicht trivial, aber mit etwas expertise und erfahrung eben auch keine grossbaustelle und mit ein bisschen hingabe und beharrlichkeit für fast jede erreichbar.
paul fords berichte aus dem maschinenraum haben etwas poetisches. ich lese (und sehe) sehr, sehr gerne was andere über die technik in ihren maschinenräumen berichten. aber bei paul ford ist das ein besonderes vergnügen. hier schreibt er über den irrsinn der manischen bot-armeen, die wie berserker webseiten abhämmern. wenn so ein zuhause ungeschützt im windigen, weltweiten netz steht, ist es erstaunlich zu beobachten, was diese bot-armeen so treiben.
in den letzten monaten ging mein server auch gelegentlich durch solche besuche in die knie, bis ich die bots mit mit einer 5 minuten langen aktivierung von cloudflare vertreiben konnte. anfang der woche schossen meine besucherzahlen über zwei tage von 300 täglichen besuchern auf fast 1000. irgendwer hatte sich die mühe gemacht ein „headless“ chrome so viele meiner seiten wie möglich lesen zu lassen. dieses headless chrome konnte, im gegenteil zu anderen crawlern, auch javascript und den matomo-js-schnipsel ausführen, weshalb es sich in meiner, ansonsten ziemlich botfreien, matomo-statistik deutlich bemerkbar machte — als besucher aus allen teilen der welt.
jedenfalls ist das alles irrsinn und ich bin erstaunt wie kopflos, stumpf und brute forcig diese bots vorgehen. auch deshalb mag ich schon länger nicht mehr glauben, dass selbstfahrende autos, also bot-autos, irgendwas an der verkehrssituation zum positiven verbessern würden. da hinter jedem bot auch menschen stehen, sorgt es wahrscheinlich für keinen merklichen unterschied, wenn bots, statt menschen autos steuern, auch wenn manche das noch fest glauben. die nutzung von LLMs, die zusammenarbeit mit bots und die beobachtung ihres trainings in der freien wildbahn zeigen: es sind dann nicht weniger fehler, nur andere fehler, anderer irrsinn, die dann passieren.
statt eines schlussworts, heute ein schlussgeräusch.
doch noch ein schlusswort. aus dem strom der favoriten und bookmarks, die ich im hinterhof sammle, habe ich jetzt einen „river“ gemacht, der favoriten und bookmarks gemeinsam anzeigt. die favoriten und bookmarks, die ich in artikeln verwende, werden etwas ausgefadet angezeigt. ich finde das sehr praktisch. und ich sehe paralellen: ich bin auch so art eine crawlender, haulender bot im netz und sammle erstmal, leicht kopflos, alles was mir auf den ersten blick gefällt. und später wird das alles dann nochmal ausgewertet und auf weiterverwendbarkeit und teilbarkeit geprüft.
schnee und eis haben jeden morgen einen anderen klang, andere konsistenz und ausrutschbarkeit. heute waren die gehwege wieder mit eienm frischen, glänzenden eispanzer überzogen und in den rehbergen hat sich unter dem rauen eispanzer eine luftschicht gebldet. das verhindert das rutschen für wesen > 20 kilo, frida rutschte heute kräftig und fand die raue lauffläche eher unangenehm.
ich bin kein grosser fan von newslettern. mein newsletter ist RSS. ich habe sogar mal einen dienst benutzt, mit dem ich den tagesspiegel-checkpoint in einen RSS feed wandeln konnte. funktionierte dann allerdings irgendwann nicht mehr, wie fast alles um das man sich nicht selbst kümmert. um meine abonnierten RSS-feeds kümmere ich mich sehr intensiv. derzeit zählt mein miniflux 424 abonnierte feeds und 5298 ungelesene beiträge. ungelesene feed-items stressen mich nicht im geringsten. alle paar monate setz ich die einfach alle auf gelesen. RSS lese ich immer umgekehrt chronologisch. wichtiges schwimmt immer irgendwie nach oben oder erreicht mich auf anderen wegen.
andererseits glaube ich, dass nicht alle wie ich ticken. viele mögen podcasts, manche mögen newsletter. deshalb habe ich vor ein paar tagen angefangen mich nach diensten umzuschauen die RSS in e-mails umwandeln können. da gibt’s irgendwie nicht viele. ich dachte vielleicht kann steady sowas, aber leider pustekuchen. was selbstgehostetes wäre einerseits schön, andererseits ist email-versand etwas um das man sich doch sehr kümmern können muss und ein bisschen expertise mitbringen sollte. entgegen aller digitaler-unabhäng9gkeits-trends habe ich mich entschieden einen einfachen, automatisch generierten RSS-feed-newsletter mit hilfe des amerikanischen anbieters mailchimp zu bauen.
der werkzeugkasten von mailchimp erscheint mir auch in der kostenlosen version ziemlich gut. damit war es mir innerhalb von wenigen stunden möglich, eine ganz ok aussehnde version meines RSS feeds ins email-format umwandeln zu lassen. etwas besseres habe ich nicht gefunden, wem vergleichbare dienste bekannt sind: ich freue mich davon zu hören. jetzt geht erstmal mit mailchimp los.
täglich um 6 uhr morgens werden die, im vergleich zum vortag, neuen beiträge aus dem RSS feed dann per mail versendet. das tracking habe ich, soweit wie es in den einstellungen möglich war, deaktiviert, aber in den test-emails wurden weiterhin die links mit klick-trackern via us8.mailchimp.com verunstaltet.
eigentlich hatte ich als zielgruppe jemanden wie meine mutter für so einen newsletter im sinn. die liest seit einer weile wieder hier mit und eigentlich ist das auch die wurzel dieser seite. einerseits dient wirres.net mir dazu, dass ich mich an mein leben erinnere, andererseits habe ich damit angefangen ins internet zu schreiben, damit menschen die mir nahestehen die möglichkeit haben nachsehen zu können, was ich gerade so treibe oder denke.
irgendwann um die jahrtausendwende habe ich angefangen mit yahoo-groups regelmässig mails an freunde und bekannte zu versenden. dadrin stand schon damals eine wirre mischung aus blöden witzen, links und dingen die mir durch den kopf gingen. ein paar dieser mails habe ich archiviert. bitte nicht lesen!
irgendwann habe ich dann von push auf pull umgestellt. newsletter sind ja ein bischen pushy, wenn sie sich in die inbox drängen. RSS ist pull, man zieht sich das selbst in den leseapparat und kann das dann auch gut wegignorieren. aber wem’s gefällt, kann sich jetzt wieder einer push mechanik bedienen um wirres zu lesen: eepurl.com/jyHDZA
haha, sehe gerade: eigentlich sind nur 16 plätze frei. 500 emails darf ich mit dem kostenlosen mailchimp-tarif versenden. das sind ca. 16 × 31 mails. vielleicht mach ich nenn wöchentlichen newsletter draus? dreitägig? oder ich mach ne steady-seite auf um die 30 euro zu refinanzieren, die das nächst grösere paket bei mailchimp jostet? oder es interessiert sich ausser meiner mutter eh niemand für den newsletter?
Wann hast du zum letzten mal richtig hart nachgedacht?
wenn ich über die frage nachdenke muss ich sagen: nie.
ich denke nicht „hart“. ich taste mich eher an antworten, lösungen, ziele oder auch texte heran. ich sitze zum beispiel gerade hier auf dem sofa, bin inspiririert von thomas frage und denke nicht über eine antwort nach, sondern suche formulierungen oder bilder um die antwort die mir vorschwebt zu fassen oder zu begreifen.
diese antwort ist nichts über das ich hart nachdenken müsste (oder könnte), sie ist schon halb fertig da, vielleicht noch fragil, weich und formbar, ich muss sie nur herausarbeiten. ich muss dem prozess in meinem kopf nur zuzuarbeiten. das eigentliche denken findet dann ohne mich statt. ich muss nur für inspiration sorgen, skizzen anfertigen, wortballons steigen lassen, vielleicht ein bisschen abschweifen und quatsch machen.
eigentlich bedeutet nachdenken für mich mit einem thema zeit zu verbringen. wenn ich mich einmal in ein thema eingehakt habe, verändert sich meine wahrnehmung. ich kann ich mich relativ weit vom thema entfernen und trotzdem inspiriert alles dem ich begegne die sache mit der ich mich gerade beschäftige.
der entscheidende punkt ist also nicht härte oder konzentration, sondern die hingabe, die beharrlichkeit, der wille zeit mit einem problem, einer frage, einer lösungsfindung zu verbringen. je weicher, je flexibler ich diesen prozess steuere, desto besser das ergebnis.
eine bessere frage könnte also lauten: wann hast du dich zum letzten mal einer sache hingegeben und bist beharrlich dran geblieben?
ich kam mir heute beim morgenspaziergang vor wie in einem bruegel gemälde
This Github project from Ankur Gupta allows you to “generate beautiful, minimalist map posters for any city in the world”. There are a variety of different themes you can choose from and the resulting images are big enough to print out actual posters (20-inch height maximum).
mit diesem projekt ist es wirklich einfach sehr schöne karten oder karten-poster herzustellen. basiert (natürlich) alles auf open street map.
das habe ich auf meiner linux-kiste eingegeben:
curl -LsSf https://astral.sh/uv/install.sh | sh
git clone https://github.com/originalankur/maptoposter.git
cd maptoposter
uv run ./create_map_poster.py --city "Wedding" --country "Germany" --theme "neon_cyberpunk" -d 7200
wir sind grosse discounter fans. gerne immer die günstigen dosentomaten, die schmecken auch in ganz günstig mindestens so gut wie sugo aus frischen treibhaus-tomaten. jahrzehntelang haben wir immer die ganz günstigen dosentomaten gekauft.
vor ein paar wochen erwähnte eine freundin der beifahrerin, dass es bei ihnen immer nudeln mit tomatensosse aus mutti-dosentomaten gäbe.
also kaufte die beifahrerin zwei dosen mutti-tomaten. gut zwei bis dreimal so teuer wie der discounter-preis — aber, leider, merklich sehr viel leckerer, sämiger, fruchtiger, süsser als unsere bisherigen dosentomaten.
mir ist das eigentlich nicht recht, weil ich gerne behaupte dass die qualität von discounter-produkten mindestens so gut ist, wenn nicht sogar besser, als die von markenprodukten. das gibt’s auch in journalistisch aufgearbeitet beim SWR: „(Marke vs. No-Name-Produkte – was ist besser?)“. aber in diesem fall bleiben wir jetzt leider mal bei der marke.
eine dose mutti auf dem boden, damits schön aussieht
Am Sonntag findet der 60. Super Bowl statt. Für alle, die sich nicht für Football interessieren, sind eher die Halftime-Show von Interesse sowie die in den Unterbrechungen gezeigten Werbespots, wovon schon einige veröffentlicht wurden und z.T. bereits zuvor viral gehen. Einer davon ist der Werbespot des Internet-Providers Xfinity, der zeigt, dass die Probleme im originalen Jurassic Park mit ihrer zuverlässigen Internetverbindung und ihren Support-Mitarbeitenden nicht aufgetreten wären.
ich hab jurassic park zwar nie gesehen und mich auch nie dafür interessiert, aber der clip ist witzig. der clip ist neben einem link zum making-of bei eay.de eingebettet, hier trotzdem eine linkabkürzung zur xfinity werbung auf youtube.
Immerhin gibt es ein deutsches Projekt namens "Wedium". Im Oktober in Berlin gegründet. Mit dem Ziel, ein entshittetes, faires, botloses und hassfreies Instagram zu schaffen. Kommerziell soll es werden, aber gleichzeitig auch gut. Die wichtige Frage, die sich mir stellt, ist, wie man verhindert, dass Meta oder Bytedance die Firma irgendwann aufkauft, aber sonst finde ich es aus wirtschafts- und sozialpolitischer Sicht ein sehr interessantes Projekt. Man kann sich bereits voranmelden. Aber es geht erst im Juni live. Oder so.
weiss nicht. sie werben mit einem manipulierten bild, dass nicht als manipuliert gekennzeichnet ist. sie behaupten „The first social network you can trust“, sagen aber nicht warum. sie werden KI zur moderation nutzen, steht in der datenschutzerklärung, sagen aber nicht welche. sie wollen eine alternative zu instagram, tiktok und youtube sein (laut diesem wedium-werbepost auf instagram) und ich frage mich, warum nicht auch noch gleich zu facebook?
ich hab mich trotzdem mal registriert für die warteliste. wirklich interessieren würde mich vor allem: gibt’s eine API, kann ich auf meine daten per api zugrreifen, damit ich kopien meiner posts auch hier auf meiner seite vorhalten kann, oder werden sie ähnlich abgeschlossen wie instagram/meta agieren (die dafür ja auch gerne datenschutz vorschieben).
also mit anderen worten, werden sie ein angenehmer mitbürger hier im netz sein wollen, oder ein weiterer abgeschlossener, ummauerter garten?
heute früh um 7:30 uhr hatten wir einen termin um das auto in tegel zur inspektion zu bringen. der plan war: hinfahren abgeben, eine stunde morgenspaziergang und danach mit der bahn bis nach hause fahren.
das hinfahren klappte gut. autofahren im tiefsten winter in berlin ist wirklich angenehm. während man sich auf dem bürgersteig nicht wie ein bürger, sondern eher wie ein affe auf dem schleifstein fühlt, der von einer split-spur zur nächsten balanciert um sich nicht die knochen zu brechen, fühlt man sich als autofahrer in berlin wie ein kaiser. die strassen sind trocken, das auto ist geheizt, dass wetter lässt sich zu 100% ausblenden — bis man aussteigt.
der rückweg klappte weniger gut, wegen des warnstreiks der BVG in berlin fuhren weder busse, noch u- oder strassenbahnen. von der werkstatt in tegel bis nach hause wären es andertalb stunden fussweg gewesen. bei -7°C eine herausforderung. glücklicherweise fuhren die s-bahnen. so sind wir eine stunde von tegel über gesundbrunnen nach westhafen gefahren und dann vom westhafen 30 minuten bis nach hause gelaufen.
die luft war stechend kalt, so kalt, dass ich hoffte ein stück unter tage gehen zu können, durch den ubahnhof amruner strasse, um frida und mich zumindest 400 meter lang ein bisschen aufwärmen zu können. das ging natürlich nicht, weil der ubahnhof abgeschlossen war. ich fragte mich, wo denn wohl die obdachlosen die sonst da unten sitzen ihren tag verbringen würden, wenn die ubahnhöfe alle geschlossen sind. ich will mich nicht über streiks und streikende aufregen, aber den nahverkehr für leute ohne auto aus geheizten blechbüchsen an die frische, sehr, sehr kalte luft zu verlegen kam mir am heutigen tag nicht besonders solidarisch vor.
dank der s-bahn gab es dann letztendlich keine verzögerungen im betriebsablauf meines arbeitstages, ich hatte sogar noch zeit ordentlich zu frühstücken vor dem daily.
abends die dritte folge von a knight of the seven kingdoms geguckt. das war die bisher beste folge, auch wenn die beiden vorher auch toll waren. ich mag dass die serie klein bleibt, hauptsächlich die perspektiver der einfachen und nicht der adeligen leute zeigt. game of thrones war pink floyd. knight of the seven kingdoms ist johnny cash. freude an den kleinen dingen, an den details. alltag statt weltpolitik. salzfleisch, statt fasan. und nicht nur arschlöcher, auch mal nette menschen.
seit wann zeigt google maps bei der navigation ein kleines auto, statt eines pfeils an?
für einen moment dachte ich: woher zum teufel weiss google maps, dass ich einen grauen ID3 fahre? dann fiel mir auf: ein grauer ID3 ist so generisch, dass es generischer nicht mehr geht. das icon in google maps ist kein grauer ID3, sondern ein generische auto-icon.
heiko ist jetzt (auch) auf kirby umgestiegen. find ich gut. hut up was er da schon hingezaubert hat. jetzt darf er auch optimieren, was ein grosser spass ist.
nachtrag 03.02.2026:
dank der anregung von christoph in den kommentaren mal in den google maps einstellungen geguckt. scheint ein generisches icon zu sein, aber passend automatisch ausgesucht. so sieht’s in den einstellungen aus. ich hatte da vorher nur „e-auto“ ausgewählt, die autoavatare sind neu, jetzt hab ich allerdings die farbe von weiss zu grau umgestellt.
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas ins eingabefeld und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne.
denn wenn man etwas veröffentlicht, speist man das einerseits in feeds ein, will es aber gegebenenfalls auch mit einer permanenten adresse versehen, also auf einer eindeutigen, verlinkbaren seite veröffentlichen. und webseiten haben traditionell nicht nur einen inhalt, sondern auch einen seiten- (oder tab-) titel. plattformen, auf denen man titellose statusmeldungen veröffentlichen kann, generieren dann titel wie …
[person xy] auf [plattform abc] hat was gepostet was mit diesen worten anfängt …
in blogs behilft man sich ähnlich, als titel werden einfach die ersten paar worte der titellosen statusmeldung als titel genommen. dieser beitrag hätte denn den titel:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
so sähe die statusmeldung dann auch in einem RSS reader aus. RSS erfordert zwar in der von dave winer erdachten spezifikation kein titel-attribut, aber RSS readern ist das egal, sie wollen (fast) immer einen titel darstellen. da stünde dann:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas rein und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne. […]
jedenfalls habe ich für mich eine lösung gefunden, mit der ich sehr gut leben kann. ich vergebe auch kurzen statusmitteilungen einen titel, zeige diesen aber nicht an (beispiel). da er aber dann doch da ist, zeigen browser, RSS-feeds, suchergebnisseiten ihn dann aber trotzdem an. für eine weile hab ich meine content managment systeme auch 128-zeichen lange zusammenfassungen aus dem beitrag generieren lassen, als titelersatz. aber so finde ich das sehr viel logischer, angenehmer und pragmatischer.
sportrodel? ich würde das eienn bob nennen, aber gut. wie so oft habe ich, bevor ich das video gesehen habe, gedacht: laaangweilig. aber die details, wie thomas egger einzelteile fertigt, verleimt, verklebt und zusammen fügt ist dann doch durch und durch faszinierend. ich hatte danach das gefühl viel gelernt zu haben. nur mein interesse selbst so einen bob haben zu wollen (oder zu bauen) ist weiterhin bei exakt null.