ich habe heute mehrere geschenke bekommen, über die ich mich sehr gefreut habe.
eine email
Am 16.03.2026 um 15:27 schrieb programme@re-publica.com:
Liebe*r Felix Schwenzel,
Vielen Dank für deine Einreichung für die re:publica 2026.
Wir freuen uns sehr, dir mitzuteilen, dass deine Session "Die Welt ist scheisse — und das ist auch gut so" für das Programm der #rp26 angenommen wurde!
gefühlte 10 jahre nach der ankündigung hat dreame unserem x50 das matter-update geschickt. das heisst unter anderem, dass der staubsauger jetzt auch nativ in der apple home.app zu sehen und zu steuern ist. das ging zwar auch schon vorher mit der grossartigen dreame-vacuum custom component, aber jetzt nen ticken einfacher und eben nativ.
eigentlich ist der plan — wie bei aller gut gemachten heimautomatisierung — dass man von dem gerät gar nichts mitbekommt. wenn ich morgens auf den morgenspaziergang gehe und die beifahrerin noch im bett bleibt, fährt der roboter los und putzt zuerst die küche. wenn dann noch zeit ist, probiert er es im bad und wenn da die tür zu ist, den flur. sobald ich nach hause komme oder die beifahrerin aufsteht, fährt er zurück in seine station und macht sich sauber. das klappt soweit auch ganz gut, aber manchmal steht die beifahrerin tagelang früher auf und die küche verdreckt dann. wenn die beifahrerin reinigungen dann mal manuell anstossen wollte, klappte das oft nur holprig, weil meine arbeitsanweisungen (scripte) nicht immer aktuell waren oder der dreame und seine KI einen schlechten tag hatten.
mit dem neuesten firmwareupdate (4.3.9_2199) sieht das nach ersten tests ganz gut aus. er scheint sich ein bisschen selbstsicherer in der wohnung zu bewegen und scheint sich nicht so schnell von störungen aus dem konzept bringen zu lassen. vor allem kann man aber jetzt auch eine reinigung direkt aus der home.app anstossen.
und home assistant beherrscht mittlerweile bei matter-fähigen saugern auch die raumzuordnung und sogar die reinigung einzelner räume lässt sich mit aktionen mit matter starten.
ein eher sisyphosesques geschenk, schenkte mir gestern nacht die matter-integration von home assistant. die matter integration funktioniert im prinzip sehr zuverlässig: docker container hochfahren, integration hinzufügen fertig. aber die teufel stecken wie immer im detail — oder genauer im netzwerk. wenn schon in der doku steht, dass es kompliziert ist, wird’s kompliziert:
Matter is based on IPv6 link-local multicast protocols and thus running the Matter Server (or developing it) is not as straightforward as any other application, mostly due to the bad shape of IPv6 support in various Linux distributions, let alone the IPv6 Neighbor Discovery Protocol, which is required for Thread.
nachdem meine (wenigen) matter geräte jetzt monatelang stabil liefen, verschwanden sie gestern nacht alle. die fehlermeldungen waren kryptisch aber meine coding assistenz schlug irgendwann vor folgendes auf dem docker-host zu machen:
damit ging es dann wieder. und wenn’s funktioniert, dann ist dieses matter schon toll!
ein buch
die beifahrerin hat mir ein selbstgeschriebenes buch geschenkt. oder genauer, einen ausdruck einer längeren unterhaltung mit chatgpt um (vergeblich) ein geschenk für mich zu finden. das ist sehr lustig, auch weil chatgpt im laufe der unterhaltung alle möglichen sachen vorschlägt, die ich schon lange habe, ein cheap yellow display für wetteranzeige, e-paper displays für status-anzeigen, esp-32 bastelkits, mmw sensoren, hardware buttons für home assistant — oder „Matter-fähige Geräte (neuer Smart-Home-Standard)“.
das ich das noch erleben darf: eine deutsche serie die ich ertrage. ich glaube das letzte mal war das bei how to sell drugs online (fast). jetzt hat das unfamiliar (wieder) auf netflix geschafft. nach der ersten folge war ich noch ein bisschen skeptisch, auch wenn die geschichte und schauspielerei sich unprätentiös entwickelten und zum beispiel in den ersten 10 minuten gar nicht geredet wurde. nachdem ich das aufgehübschte und gestelzte berlin nach einer folge hijack schon nicht mehr ertragen habe, gefällt mir wie unfamiliar berlin darstellt sehr gut. die serie taucht berlin zwar aus ästhetischen gründen grösstenteils in dunkelheit, aber trotzdem lassen sich die spielorte gut erkennen. teilweise erkenne ich die orte am sound. das wirkt alles sehr gut in der realität verwachsen, auch wenn BND- und krankenakten gelegentlich auf englisch verfasst sind. auch der realismus der (dankenswerterweise eher seltenen) prügelszenen ist gut, also unangenehm. während ich bei prügelszenen in amerikanischen blockbustern nur noch mit den schultern zucke oder vorspule, empathisierte ich in der grossen prügelszene in folge eins sehr stark mit.
endgültig hat mich die serie in folge zwei eingefangen, in einer szene aus dem zug, mit einem original: „sänk you for träveling wiz deutsche baahn“
auf dem gelände der ehemaligen steinmetzerei am friedhof an der barfussstrasse sitzt eine miniaturskelett mit einer freundlichen putte auf dem schoss.
hansis brot in der kiautschoustrasse im sprengelkiez hat immer zu, wenn frida und ich beim morgenspaziergang dort vorbeikommen. gestern musste ich die beifahrerin beim nachmittagsspaziergang vertreten und als wir am nachmittag bei hansis brot vorbeikamen hatte die bäckerei noch offen.
leider gab es kein roggenvollkornbrot mehr, nach reiflicher überlegung habe ich mir dann ein dinkel-hafer brot mitgenommen. das hat 8 euro gekostet und ich musste schon ein bisschen schlucken. die bioläden in der umgebung haben die brote seit dem ukraine krieg einfach kleiner gemacht um bei der preisnennung die kunden nicht zum schlucken zu bringen. aber hansis brote sehen weiterhin ziemlich gross aus und das dinkel-hafer brot waren eigentlich zwei kleine brote.
mit der erwartung, dass die beifahrerin mir angesichts des preises den kopf wäscht kam ich nachhause, aber sie fand das brot genauso lecker wie ich. die krume war fluffig und feucht, die kruste knusprig, aber nicht hart. die beifahrerin meinte: „die acht euro haben sich gelohnt.“
der karton sah aus als sei er direkt aus den neunziger jahren auf den bordstein gefallen. das buch, obwohl es von 2022 ist, sieht aus als sei es ein klassiker aus den späten siebzigern der es in eine neunziger WG-bibliothek geschafft hat.
und mal im ernst, wer verpestet denn heute noch seine wohnung mit feinstaub und russ aus pyro-kerzen?
das hat meine mutter heute in den familienchat gepostet. offensichtlich haben wir uns in den achtzigern gelegentlich gegenseitig fotografiert.
mir ist aufgefallen, dass ich das, was man heute gerne vibe coding nennt, schon seit jahrzehnten mache. nämlich an probleme mit wenig ahnung, aber einem ausgeprägten gefühl für einen lösungsansatz rangehen und solange an der lösung dengeln, bis das problem gelöst ist oder es so funktioniert wie ich mir das vorher vorgestellt habe.
schon die ersten versionen dieser website habe ich durchgehend mit fremder programmierhilfe selbst gebaut. weil es damals keine LLMs gab, die ihr angelesenes wissen mit mir teilen, musste ich damals selbst auf das wissen anderer menschen mit mehr ahnung zurückgreifen. deren wissen musste ich mir früher mühsam selbst zusammensuchen, meistens indem ich meine fragen in stichworte aufteilte und mich dann schritt für schritt einer lösung entgegenhangelte.
an der ersten inkarnation dieser website habe ich so um die 15 oder 20 jahre lang geschraubt, bis sie den funktionsumfang hatte, den ich mir vorgestellt habe. mittlerweile hat der funktionsumfang nach dem neustart dieser website, meiner einschätzung nach, wieder das niveau des vorgängers erreicht — in weniger als einem jahr. dieses mal ging es zwar schneller, aber ehrlichgesagt schätze ich dass die qualität dessen was hinten rausgekommen ist um ein vielfaches besser ist als die vorgänger-versionen.
ich höre schon die rufe: das ist dann aber kein wartungsfreundlicher code und würde dann antworten: stimmt. aber darum geht’s gar nicht. die imperfektion, die zwischenlösung, der weg ist das ziel.
Ein Experte ist jemand, der auf einem Spezialgebiet alle denkbaren Fehler bereits gemacht hat.
wie langweilig wäre das denn, wenn ich mich nicht mehr in die lösung selbstgestellter und selbstgemachter probleme knien könnte? möglicherweise kann man das mit dem bergsteigen vergleichen: es geht nicht darum die berge flacher oder steigfreundlich zu machen, sondern möglichst immer steilere berge zu finden. es geht weniger darum probleme zu lösen, als immer wieder neue probleme zu finden und die arbeit an ihrer lösung zu geniessen und die berge unterwegs besser kennen zu lernen. ich rolle den stein immer wieder bergauf, nicht weil mich die götter dazu verurteilt haben, sondern weil ich den stein gerne bergaufwärts rolle und bergabrollen langweilig wäre.
(12.03.2026) Erika Thomalla hatte einen alten Text von Christian Kracht vorgelesen, 1994 in der Zeitschrift Tempo erschienen, Thema: ein Porträt des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping (das ist der, der zurücktreten musste, weil er für Bunte mit einer Gräfin in einem Pool planschen war). Der Text, ganz normal vorgelesen, löste sofort Beklemmung, Ratlosigkeit, dann auch: Entsetzen aus, im Publikum wie bei uns auf der Bühne. Es war Popjournalismus pur, die damals absolut als toll empfundene Mischung aus Ultra-Snobismus, ja, auch Menschenverachtung, klar, (hier eher: Scharping-Verachtung), irrem Rumgelaber auf Seitenwegen (in diesem Kracht-Text: das Deutsche an sich, schwere Arbeit, schwer Böden, Bäuerinnen mit großen Brüsten, hä?) und ein paar sehr direkten, gut sitzenden Killersätzen.
ben_ zählt männervorbilder auf. muss ich glaube ich nochmal drüber nachdenken, aber spontan würde ich sagen: vorbilder hatte ich nie. es gab immer einige menschen, die ich gut oder interessant fand, deren verhalten oder deren art ich in bestimmten situationen auch mal nachahmen würde. prägender waren menschen die mich dazu brachten bestimmte dinge nicht zu tun, deren verhalten oder deren art ich unter keinen umständen replizieren wollen würde. ich wollte auch nie zu einer gruppe gehören, aber dafür habe ich immer wieder interesse an gruppen entwickelt, die ich gerne mal kennenlernen würde oder gerne aus der nähe beobachten würde.
viel mehr als vorbilder haben mich fragen beschäftigt: wie will ich sein, wie will ich mich verhalten, was will ich können, was brauche ich nicht, wie löse ich das nächste problem?
ich erinnere mich daran, irgendwann in den achtziger jahren im fernsehen einen sehr alten mann gesehen zu haben, der ganz anders war als alle anderen alten menschen, die ich bis dahin kannte. der alte mann, der vielleicht gar nicht mal so alt war, aber auf mein 14 oder 15 jähriges ich sehr alt wirkte, stach deshalb hervor, weil er bescheiden, klug, neugierig, positiv, wach, interessiert, euphorisch und der zukunft zugewandt schien. die alten menschen die ich bis dahin kannte lebten grösstenteils in der vergangenheit (oder erzählten grösstenteils geschichten aus ihrer vergangenheit), fanden die moderne welt nicht besonders gut, zeigten kaum neugier, waren grumpy und stachen nicht gerade durch klugheit hervor.
selbst ein alter mann zu werden schien mir angesichts der alten menschen die ich damals kannte nicht besonders erstrebenswert. bis ich diesen eigenartigen alten mann im fernsehen sah. ich weiss bis heute nicht wer der alte mann war und ob ich mir heute mehr dazu zurechtreime als damals, aber diesen menschen würde ich durchaus als vorbild bezeichnen, auch wenn ich mir auch dieses vorbild, wie die meisten anderen vorbilder, wohl vor allem selbst ausgemalt habe.
eben hab ich das staffelende von starfleet academygeguckt. das war wieder fast unerträglich. immerhin haben sie ein zitat gebracht, das mich zum mitschreiben inspirierte. man kann das zitat aus captain nahla akes schlussplädoyer — oder das ganze finale — auch als kommentar zur politischen lage in den USA lesen:
you never grew up. and it got us right here. so the questions i’d ask all these people watching: is this the person you want to follow into the future? an angry child with his finger on the trigger, whose entire worldview is based on a lie?
steven colbert, der den elektrischen KI-dekan aus der PA gesprochen hat, wird sich vielleicht auch drüber gefreut haben.
mir fiel auf, dass mitllerweile doch ein paar leute mit kirby bloggen, also dachte ich: mach mal ne liste.
schon seit ewigkeiten scheinen mir christoph und philipp mit kirby unterwegs zu sein. philipps knuspermagier.de hat mir jedenfalls damals bei meiner entscheidung auf kirby zu wechseln geholfen. christoph und philipp bloggen unregelmässig, aber ich freue mich immer wenn bei ihnen etwas neues auftaucht.
heiko hat vor ein paar wochen rübergemacht, zu kirby, von wordpress. deshalb lese ich ihn jetzt noch lieber, natürlich auch per rss, auch weil er seine rss-lesenden gut behandelt.
wenn ich mich recht erinnere hat wolfgang auch mal kurz versucht zu kirby zu wechseln, ist aber doch erstmal auf wordpress geblieben. deshalb honorable mention.
maurice hat mir auch sehr geholfen auf kirby umzusteigen, nicht zuletzt wegen seiner grossartigen plugins. viel gelernt habe ich auch beim medienbäcker thomas, auch wenn er nicht klassisch bloggt, aber doch regelmässig artikel veröffentlicht (auch per RSS) die ich sehr gerne lese. das reicht um sich bei mir als blogger zu qualifizieren.
bastian, der im hauptberuf kirby baut, qualifiziert sich per RSS auch als blogger, auch wenn der letzte artikel von vor zwei jahren ist.
ich habe meine bloggrolle auf der rückseite um die kirby-blogs erweitert und falls ich lesenswerte kirby-bloggende übersehen habe, sags mir.
ich kann nur mit dem finger drauf zeigen, das hier ist auf jeden fall das gegenteil von slop, also liebevoll, sorgfältig, fesselnd, fazsinierend, lecker:
gestern habe ich ein video gesehen, in dem gesagt wurde, das menschen und hunde bein gemeinsamen schlaf in einem bett ihre herzfrequenzvariabilität (HRV) synchronisieren. obwohl sich hunde und menschen im bett nachts ständig gegenseitig kurz wecken, steige trotzdem die subjektive schlafqualität.
frida lässt sich das natürlich nicht nehmen in unseren betten zu schlafen, egal ob wir im bett sind oder nicht. aber besonders gerne liegt sie natürlich im bett, wenn einer von uns auch drin liegt.
tagsüber liegt sie gerne bei der beifahrerin im wohnzimmer auf der couch, während ich im home office nebenan arbeite. ausser während meiner täglichen ca. 30 minuten mitagsschlaf. die möchte sie unbedingt bei mir verbringen. das ritual ist immer das gleiche. ich lege mich gegen 12 uhr in bett, sie kommt aus dem wohnzimmer gedackelt gepudelt, springt aufs bett, prüft wie ich aus dem mund rieche und legt sich dann, mit kontakt zu meinen beinen, ans fussende.
ich schlafe immer gut ein wenn ich mich ins bett lege, egal ob mittags oder abends oder spät nachts. aber wenn frida neben mir liegt, schlafe ich noch schneller ein. es ist in der tat erstaunlich, was für einen beruhigenden effekt ein hund am bein hat. und laut der studien, die das video zitiert, beruht das wohl auf gegenseitigkeit. es ist als würde man sich gegenseitig eine hand auflegen, mit dem unterschied, dass aufgelegte hände sich spätens nach 3 minuten unangenehm oder ungemütlich anfühlen. noch erstaunlicher, wenn frida das bett verlässt, zum beispiel weil die beifahrerin sich essen macht und sie prüfen möchte was es gibt und ob etwas für sie abfallen könnte, bleibt das gefühl, dass frida an meinem fussende liegt, wie ein abdruck bestehen.
ich frage mich in den letzten tagen: was ist es eigentlich, was mich in fernsehserien reinzieht? oder andersrum gefragt, warum langweilen mich die zweiten staffeln mancher serien so sehr? ich hab die tage mit der zweiten staffel the night manager angefangen und mäkelte innerlich die ganze zeit daran rum. zwei folgen hab ich geschafft, mehr geht glaube ich nicht.
die erste folge der zweiten staffel hijack spielt in berlin, was mich 2 minuten lang gefreut hat, bis es dann peinlich wurde, weil nichts was man dort sieht, mit dem übereinstimmt, was ich selbst so in berlin sehe oder erlebe.
die antwort auf die rhetorische frage, die ich mir selbst gestellt habe, scheint paradox, aber vielleicht ist was dran: wenn ich die erste folge einer serie ansehe und alles was ich sehe ein bisschen langweilig ist, weckt das unter umständen (vor allem wenn die serie nicht zu billig aussieht) mein interesse. ich glaube wenn eine serie zu ambitioniert und bemüht anfängt, entwickle ich sofort widerwillen. wenn ich hingegen normale leute sehe und das was sie machen und was ihnen passiert nachvollziebar ist, weckt das mein interesse (wenn die serie nicht zu billig aussieht). und tatsächlich ist das möglichweise die grundlage von gutem geschichtenerzählen. das funktioniert nur, wenn ich mich mit den protagonisten identifizieren kann und dafür braucht es erstmal normalität.
idris elba als sam nelson ist in der zweiten hijack-staffel von anfang an paranoid, sieht in jedem wimpernzucken der menschen in der ubahn etwas verdächtiges. in der ersten staffel ist er einfach in ein flugzeugt gestiegen und das hat als spannungsbogen ausgereicht.
tom hiddleston als jonathan pine hat in der zweiten staffel vom night manager durchgehend dramatische flashbacks im kopfkino, die der regisseur uns zuschauern dann brühwarm auf die augen bindet. wenn das alles etwas langweiliger oder subtiler inszeniert wäre, wie viel spannender hätte das werden können? überdramatisierung nimmt dem ganzen drama den schwung.
wenn ich mich recht erinnere, waren die ersten 30 minuten der ersten folge breaking bad irre langweilig. ich sah: das ist nicht billig produziert und mein interesse war trotz (oder wegen?) der langeweile geweckt. die folgenden eskalationen wurzelten in solider langeweile und blieben deshalb auf eine art nachvollziehbar. bei better call saul war die ganze erste staffel langweilig, damit die späteren eskalationen in ruhe wurzeln schlagen konnten. auch bei a knight of the seven kingdoms blieb es drei oder vier folgen lang sehr langweilig, aber dafür sah alles sehr schön aus — und ich fand den rest der ersten staffel grandios.
auf der arbeit habe ich mich in den letzten tagen viel mit tabellenkalkulation beschäftigt. konkreter mit google sheets. in erster linie versuche ich mir und meinem team ein paar werkzeuge zu bauen um besser und schneller preisauskünfte geben zu können. dabei fiel mir auf, wie archaisch es eigentlich ist, preise oder preislisten auf webseiten oder pdfs als einfache listen zu veröffentlichen.
mir kam der gedanke, dass ja eigentlich jede oder jeder die vor einer kaufentscheidung stehen in irgendeiner form preise und optionen vergleichen wollen oder müssen. warum kann man das alles nicht interaktiv wie bei einer tabellenkalkulation machen? wenn ich einen computer kaufeh will, warum in der preisliste statt „16 GB RAM“ hinzuschreiben, ein auswahlmenü mit 16, 32, 64 oder 128 GB RAM anbieten, und die summe dann dynamisch berechnen? warum statische tabellen layouten, wenn man genauso gut dynamische tebellen veröffentlichen könnte und die kunden so lange an den optionen drehen können, bis es ihnen passt? das muss ja auch nicht exklusiv sein, man kann ja beides veröffentlichen.
der status quo ist ja derzeit, dass firmen ihre preislisten aufwändig in einer tabellenkalkulation entwickeln, daraus aufwändige preislisten ableiten und die kunden diese preislisten dann wieder für den eigengebrauch in eine interaktive tabellenkalkulation umwandeln? wenn friedrich merz jammern würde dass statische oder pdf-preislisten die produktivität unserer ökonomie lähmen würden, dann gäbe es auch mal was wo ich ihm ausnahmseweise zustimmen könnte.
gestern habe ich angefangen dieses buch zu lesen. liest sich gut, obwohl ich ständig eingeschlafen bin (nicht wegen des buchs, sondern weil ich so gerne schlafe). ich habe ich mehr als die hälfte an einem nachmittag gelesen. beim lesen dachte ich: „das sind doch alles blogbeiträge!“ weil christian hanne zwei kapitel in seinem blog / auf seiner webseite veröffentlich hat, stimmt der gedanke also mindestens ein bisschen („Fear and Loathing auf dem Elternsprechtag“, „Epilog“).
ich denk beim lesen von büchern trotzdem immer: warum eigentlich texte auf papier drucken oder in ein e-book-dateiformat pressen? hat das finanzielle gründe? oder haben bücher wirklich immer noch eine bessere reputation als texte im web? die gemeinfreien klassiker fühlen sich doch auch im projekt-gutenberg.org wohl?
oder ist es es die haptik? das gefühl etwas kaufen zu können, was man dann in der hand halten kann? ich für meinen teil könnte gut damit leben ein buch zu kaufen und dann statt es eines buches eine url geschickt zu bekommen auf der ich das am rechner oder dem telefon lesen kann. ich finde das haptisch ausreichend. oder man verschickt bücher als kleine papkarten die auf der einen seite das buch-cover aufgedruckt haben und auf der anderen seite einen qr code mit der url, wo man das buch dann im web lesen kann.
wer gerne zeigt was er gerade liest, kann die pappkarte hinten aufs telefon kleben. für besonders hochwertigen karton kann man das dopplete bezahlen (hardcover), die billige version (taschenbuch) ist auf dünnem karton gedruckt. hardcover könnten kreisförmige magnete eingearbeitet haben, die dann an magsafe oder qi2 magnetringe am handy anklipsen.
warum ein buch nicht einfach wie eine webseite mit bezahlschranke veröffentlichen? übermedien veröffentlicht jeden tag (?) einen artikel und packt sie für eine weile exklusiv hinter eine steady bezahlschranke. warum sollte man das nicht auch mit einem buch machen? wenn das buch neu ist zahle ich 12 euro und jede woche — oder jeden tag — kommt ein neues kapitel. sind alle kapitel erschienen kaufen 12 euro den zugang zum ganzen buch. zahle ich ein paar euro mehr bekomme ich einen bedruckten karton den ich mir ans telefon heften kann, an die wand hängen oder ins regal stellen oder stapeln kann.
für menschen die ohne strom lesen wollen kann man natürlich immer noch eine kleine auflage auf papier ausdrucken oder den text in ein e-book-format statt html pressen. ich mag es mittlerweile wirklich am liebsten, wenn mich buchstaben von einer webseite anleuchten.
buchstaben mit sonnen-, kerzen- oder lampenlicht selbst zu beleuchten regt keine gefühle in mir an. oder hab ich was übersehen, was ausgedruckte buchstaben zwischen pappdeckeln oder e-book-datei-formate so speziell macht, dass niemand ein „buch“ als webseite veröffentlichen mag?
als ich dieses video sah, wollte ich es gleich nachkochen. hat ein paar tage gedauert, hat sich aber gelohnt. die beifahrerin fand es auch lecker, obwohl es sehr würzig ist. die zubereitung im airfryer, in einer backpapierschale, hat funktioniert, aber wir müssen glaube ich mal eine passende backform für den airfryer kaufen …
das ist eine sehr, sehr leckere salzige süssspeise nach fallow im airfryer gebacken. aufwand ist überschaubar, das essvergnügen ist sehr, sehr gross.
80 g dunkler muscovado-zucker (oder kokosblütenzucker)
80 g butter
ergibt: 8
zubereitung
für den teig
die datteln grob hacken, zwei drittel der datteln in eine schale geben. ein drittel zur seite stellen.
kaffee, wasser und vanille in einen topf geben und zum kochen bringen. sobald die flüssigkeit kocht über die datteln geben und 30 minuten ziehen lassen.
während die datteln ziehen das gehackte fett, das zuckerrübensitup und die eier in einen mixer geben und etwas mixen. ich habe die eingeweichten datteln nach 15 minuten samt flüssigkeit dazugegeben und nochmal kurz mit dem mixer gepulst.
die flüssige dattelmasse in eine rührschüssel geben und das mehl, natron, salz und das letzte drittel der Datteln vorsichtig unterheben. nicht zu kräftig rühren, nicht mixen; im video wird darauf hingewiesen, dass wir hier keine glutenbildung haben wollen.
die gefaltete masse in eine backschale umfüllen und 55 minuten bei 170°C im ofen backen, oder wie ich, in ein behältnis, das in den airfryer passt umfüllen. im airfryer roch es nach 10 minuten bei 170° leicht angebrannt, deshalb hab ich auf 130°C und später auf 120°C runtergestellt. also 10 minuten bei 170°, 30 minuten bei 130° und die restlichen 15 minuten bei 120°C.
während der pudding backt, alle zutaten für die sauce (ausser der sojasauce) in einen topf geben und bei mittlerer hitze rühren, bis die butter geschmolzen ist und der zucker sich aufgelöst hat. weiter rühren bis die sauce leicht eindickt und etwas dunkler wird.
sobald die konsistenz passt (eine schicht auf der rückseite eines löffeln bleibt) kommt die „geheimzutat“, die sojasauce dazu. ich hatte für die sauce bereits salzige butter benutzt, weshalb ich mich mit der sojasauce etwas zurückgehalten habe und sie pipetiert habe: drei pipetten haben meiner meinung nach gereicht.
wenn der teig zum pudding geworden ist, den teig noch warm und in der backform mit reichlich löchern versehen und mit einem drittel bis der hälfte der sauce begiessen. das habe ich andertalb stunden so stehen gelassen
ich habe ein paar esslöffel der sauce der aufgewärmten sauce auf einem teller verteilt, ein grosszügiges stück des teigs in die sosse gestellt und 20 sekunden in der mikrowelle aufgewärmt. dann oben ein loch mit clotted cream füllen, noch mehr sosse drüber und essen.
ja, schon schade, dass man heutzutage keine altbauten mehr baut.
aber im ernst, ich habe das alles mal überflogen und das interview mit dem architekten angesehen. auch wenn mir die architektur auf den ersten blick nicht wirklich zusagt und offensichtlich alles mit der vorgabe geplant wurde, bloss nicht anzuecken und keine grossen experiemente zu amchen, ist es vor allem eins nicht: protzig oder aggressiv. das sieht genauso langweilig und verdichtet wie der rest der stadt aus. ich kann mich da beim besten willen nicht drüber aufregen.
was mich allerdings beeindruckt hat ist die qualität der visualisierungen. man erkennt gerade noch, dass es visualisierungen sind, aber das licht und die texturen sind schon extrem realistisch. so realistisch, dass ich dachte: wow ist das langweilig, gewöhnlich und eng. und nach spätestens 5 jahren nutzung, wenn der schmutz der stadt sich auf der fassade abgesetzt hat, sieht das wahrscheinlich bereits aus wie ein leicht heruntergekommener altbau.
und über eigentumswohnungen denke ich spätestens seit mpfs artikel darüber, wie scheisse er miete bezahlen findet, ganz anders als noch vor ein paar jahren: https://mequito.org/stories/15146
seitdem ich dieses video von mikeg gesehen habe, wollte ich die reispapier-dinger die er nach einem tiktok-rezept im airfryer gebacken hatte nachbauen (ab 3:37 minuten).
heute hab ich mir reispapier gekauft und die dinger mal, leicht modifiziert nachgemacht.
reispapier schinken, ei und käse rollen
das original enthält kein gemüse und sehr viel mehr käse, aber auch mit gar nicht mal so viel käse und etwas chinakohl waren die ganz lecker. durch den crunch der kruste auch etwas leckerer als pures rührei mit kohl, schinken und käse. mit viel mehr käse dürfte das ganze noch sehr viel leckerer werden.
den schinken in etwas fett anbraten, die eier schaumig schlagen und zusammen mit dem kohl zum schinken geben. nicht zu doll anbraten, das zeug kommt noch in den ofen.
zwei weitere eier aufschlagen (eins hat nicht gereicht) und schaumig rühren und auf einen teller geben. 4 reispapiere von beiden seiten im ei einweichen und überlappend auf einer saubere fläche auslegen
eiermasse und käse auf dem reispapier verteilen.
das zusammenrollen ist schwieriger als ich dachtem, weil das reispapier an der arbeitsfläche klebte. aber auch eingeweicht ist das reispapier ziemlich stabil und ich habe es mit nur einem kleinen loch geschafft eine rolle zu formen und die dann zu eienr schnecke gedreht.
morgenspaziergang war kühl, aber sonnig. frida und ich und alle denen wir begegnet sind waren gut gelaunt. heute mal auf meinen pace geachtet und versucht unter 9'50"/km zu bleiben. nur am baum ne kurze pause gemacht.
wenn ich böse wäre, würde ich schreiben: thomas knüwer arbeitet jetzt für die republica und braucht offenbar geld. bin ich aber nicht mehr (böse), nur noch doof. tatsächlich finde ich das was thomas knüwer hier macht ein interessantes experiment: er fährt nach texas zur sxsw und statt nur drüber zu bloggen, schreibt er einen täglichen newsletter für den er auf steady um etwas finanzielle unterstützung bittet.
steady hat sich zu einem kleinen moloch entwickelt. über steady kann man die titanic, das plötzblog, übermedien, rivva und 2.833 andere projekte oder „Medienmacher:innen“ unterstützen. meinen newsletter hätte ich dort auch eingerichtet, unterstütze steady rss-zu-newsletter-konvertierung. stattdessen habe ich mir dort auch eine „unterstützerseite“ eingerichtet, auf der man sich ein gutes (3 €/monat), sehr gutes (5 €/monat) oder super gutes gefühl (10 €/monat) kaufen kann. das dort eingenomme geld würde ich dann auch wiederum dafür verwenden mir ein gutes gefühl zu kaufen — obwohl ich bezweifle dass das versprechen von guten gefühlen viele interessenten findet.
thomas knüwers newsletterangebot hingegen scheint interesse zu wecken. nach einem tag bereits 40 zahlende mitglieder. ich finde die transparenz die steady bietet (wenn der oder die medienmachende das will) sehr lobenswert und bin gespannt wie das experiement ausgeht, auch wenn ich kein grosser fan von bezahlschranken bin und auch für schrankenlose angebote zahlen würde.
ich habe zuerst nur die zitate gelesen, die volker weber aus barbara geyers text extrahiert hat und eine replik im kopf formuliert. dann fiel mir auf, dass das äusserst denkfaul ist und las barbara geyers text. der text gefiel mir, aber meine replik bleibt die gleiche. einer der hauptgedanken in barbara geyers text ist dieser:
Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv.
kritisches denken allein reiche nicht, man müsse schon substanzielles wissen mitbringen, um KI produktiv, nutzbringend zu nutzen — sagt barbara geyer. ich würde darauf antworten, dass das auch alles eine haltungsfrage ist. für mich ist der weg zu wissen neugier, also eine haltung (so wie kritisches denken auch eine haltung ist). neugier führt dazu, dass ich mich mit einfachen antworten, egal woher die kommen, nicht zufrieden gebe, sondern verstehen möchte und im besten fall etwas so tief verstehen möchte, dass ich es selbst machen oder anderen erklären kann.
wer neugierig ist gibt sich nicht mit wohlklingenden antworten eines lehrers, professors, eltern, buchs, videos oder einer KI zufrieden. neugier inspiriert zum tiefer, weiter fragen. dummerweise kann man neugier nicht (wirklich) lehren (oft im gegenteil), neugier kann man aber wecken, entfachen.
witzigerweise habe ich gerade heute beim morgenspaziergang an meinen kunstlehrer in der siebten oder achten klasse zurückgedacht. herr schiefer hiess er und alles was er uns an aufgaben antrug, entfachte neugier und aha-erlebnisse in mir. wir haben graustufenbilder aus punkten gemalt, benutzbare stühle aus pappe gebaut, dioramen im schuhakarton mit gucklöchern gebastelt.
bei herrn schiefer habe ich kein kritisches denken beigebracht bekommen, aber er hat neugier in mir geweckt, die dann auf dem weg auch kritisches denken ausbildete und dann langfristig zu einer anhäufung grösstenteils unnützen wissens in mir geführt hat.
was ich sagen will: wenn man KI nur zur generierung von antworten nutzt, wird ki schnell kontraproduktiv. wenn man KI zur generierung weiterer fragen nutzt kann man mit KI unterstützung sehr viel lernen.
ja, man könnte sein blog auch zuhause hosten. wojtek powiertowski zeigt wie er es macht. ich finde das wahnsinnig interessant, aber bin froh dass es auch anders geht.
heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel aufmerksamkeit und liebe schenken um damit die aufmerksamkeit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und leserinnen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.
ich finde es ganz schlimm, wenn leute äusserungen mit der floskel: „unpopuläre meinung“ und einem doppelpunkt eröffnen. ich finde es schon schlimm, wenn leute ihre meinung überhaupt mit „meine meinung“ labeln, als prefix, suffix oder als „meine 2 cent“. einerseits sind meinungen ja auch ohne expliziten hinweis gut als solche erkennbar, andererseits habe ich immer den verdacht, dass diese floskeln eigentlich nur ankündigen sollen, dass kritik oder widerspruch an einem abperlen werden und man die eigene position nicht begründen möchte.
jedenfalls scheine ich nun selbst eine unpopuläre meinung zu haben, zumindest nach all dem, was ich in den letzten monaten alles über apples neues liquid glass design gelesen und gehört habe. ich habe lange gewartet auf tahö tahoe zu aktualisieren, weil ich so viel schlimmes darüber gehört habe. wie schrecklich das transparenz-gedöns sei, die icons überall in den menüs, die zu stark abgerundeten ecken, verwurschtelte icons. aber komischerweise fühle ich mich nach ein, zwei wochen gewöhnung ganz wohl im flüssigen glas, sowohl auf dem mac, als auch auf dem telefon.
so, da haben wirs: jetzt hab ich ein gefühl geäussert, ohne es weiter begründen zu wollen. fertig ist meine unpopuläre meinung, die eigentlich nur so ein gefühl ist.
heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel aufmerksamkeit und liebe schenken um damit die aufmerksamkeit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und leserinnen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.