grossartige kleine (selbst)portraits von berlinern. das format ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil sich die bilder kaum bewegen. daran gewöhn man sich aber schnell und lernt es nach ein paar clips zu schätzen. /via der beifahrerin ihr facebook
The results are a little disappointing. Only four companies -- Dropbox, Google, SpiderOak and Sonic.net -- got a perfect score on the five categories measured.
google spielt das spiel, wir-kümmern-um-uns-die-belange-der-benutzer, am weitaus besten. zumindest wenns um technik geht. nicht unbedingt, wenns um nutzerdaten geht.
antonia baum über alice schwarzer. und paulita aus spanien über prostitution:
Als ich 17 Jahre alt war, habe ich auch so gedacht! Ich war gegen Prostitution. Jetzt verdiene ich mein Geld als Prostituierte und spiele in Pornos mit. Ich arbeite vier Tage und kann davon drei Monate leben. Das ist doch super! Ich musste vorhin auf die Bühne gehen und meinen Po zeigen, weil die Diskussion so dumm und einseitig ist. Prostitution ist nicht das Problem. Das Problem ist Sexismus, Rassismus und Armut! Darüber muss man reden!
Wenn das alles so super war, warum also ist das Ganze dann innerhalb von nur zwei Jahren derart gescheitert? Das Problem war die Userbasis, die nie groß genug wurde, um das Ganze aus Betreibersicht rentabel zu machen. Es scheint so zu sein, dass “gute Artikel im Netz lesen und empfehlen" eher nur ein Nischenpublikum anspricht, das nicht ausreicht, um ein entsprechendes Werkzeug profitabel zu machen.
muss man einfach mal festhalten. ein bild journalist, in diesem fall der social media kopf der bild zeitung, torsten beeck, moniert, dass ein anderer journalist „schlecht recherchiert und suggestiv“ schreibt. nochmal zum mitschreiben: am 18.11. hat ein bild-zeitungs-journalist sich über suggestives schreiben beklagt.
.@doktordab Geschichte ist einfach schlecht recherchiert und suggestiv - und zu sagen: "ich habe nur eine Frage gestellt" ist lächerlich.
Natürlich möchte man bei real den Eindruck erwecken, es sei auf jeglichen „Schnickschnack“, auf jegliche, überflüssige Gestaltung verzichtet worden. Durchkonzipiert und -gestaltet ist die Marke gleichwohl. Das Ergebnis ist eine aufwendige Markeninszenierung, die die Illusion vermitteln soll, es handele sich bei „Ohne teuer“ gar nicht um eine Marke im herkömmlichen Sinn. Auch auf Nachfrage wollte man mir nicht mitteilen, welche Agentur für die Gestaltung der Verpackungen verantwortlich zeichnet. Verständlich, denn es wäre der Illusion wenig zuträglich. Nichts soll von dem mutmaßlich kleinen Preis ablenken, schon gar nicht ein Budget für kreativen „Schnickschnack“.
wunderbares, kluges und gefaktes strategiepapier der SPD in der taz:
Statusanalyse des aktuellen Führungspersonals. [...] Nahles: Keine Zukunft. Wird sich spätestens 2017 als Personalie erledigt haben. Hat in keiner Weise die Funktion erfüllt, jüngere Wähler, vor allem Wählerinnen, zu binden, innerparteilich schwindende Unterstützung. Unmusikalisch.
Die Anti-Penetrations-Kampagne, deren Ausläufer mich auch in der DDR erreichten, fiel in einer Zeit in der Frauen hedonistisch wurden und hatte in meiner Umgebung ein Echo bei denen, für die Sex eher ein Problem war. Die Anti-Porno-Kampagne fiel absurderweise in die Zeit, in der Frauen Pornos für sich entdeckten und erweckte eher Zustimmung bei den sexuell konservativen Frauen meiner Umgebung. In der Kampagne zur Kriminalisierung der Prostitution ist ihr nun jeder Partner recht.
alice schwarzer hat mal eine „anti-penetrations-kampagne“ geführt? oh ja, tatsächlich. im spiegel nummer 37 von 1975 steht folgendes:
So kann sie ihre These halten: "Der die Frau zur Passivität verdammende Koitus" (!), für ihn spreche "nichts bei den Frauen, viel bei den Männern Koitus gleich "Penetration", gleich Eindringen, gleich "Schwanzficken".
Dieses Schwanzficken, läßt Alice Schwarzer vermuten, gehört abgeschafft, nicht etwa nur eingeschränkt. "Penetrieren" wollen sie sich nicht mehr lassen, sagen gleich mehrere der jungen frauenbewegten Gesprächspartnerinnen, und die Leserin muß im Kontext der ganzen übrigen Abhängigkeiten, die von den Frauen in diesem Buch so real und so richtig geschildert werden, glauben, daß hier und nur hier ihre Befreiung beginnen kann.
verstehe ich nicht alles und ich weiss auch nicht ob der eigenartige satzbau mit OCR zu tun hat, oder ob man früher im spiegel so geschrieben hat. auch interessant, wie sternig die titelbilder in den siebzigern beim spiegel waren.
In Kalifornien verlangt eine neue Arbeitsschutzrichtlinie den Gebrauch von “Personal Protective Equipment" bei Dreharbeiten für Pornofilme. Momentan im Entwurf, aber bereits von der Branche heiß diskutiert, wird Section 5193.1 (d) (4) (F) 6.:
Barrier protection for the eye, skin, and mucous membranes. The employer shall not permit ejaculation onto the employee's eyes, non-intact skin, mouth or other mucous membranes.
Sollte diese Richtlinie in Kraft treten, dann wird nur noch mit Schutzbrille gedreht.
die film-kritik ist äusserst positiv, was mich aber aufhorchen liess, war dieser satz, den man hervorragend generaliseren kann, für alle tätigkeiten die sich an ein publikum richten. sei es filmemachen, werbung treiben, bücher oder artikel schreiben oder politikdarstellung:
Eben weil er sein junges Zielpublikum nicht für dumm hält und unabhängig vom Unterhaltungsdiktat eine Haltung einnimmt, die auch jenseits der Pubertät begeistern kann.
das publikum nicht für dumm halten und haltung zeigen. das ist die zauberformel für alles.
Lobo: Das Studium war ein Hort der strukturierten Ineffizienz. Einige Dozenten konnten was, aber in den Seminaren habe ich nur die Theorien der Kommunikation gelernt - und die Bedienung von Geräten aus den frühen 1970er Jahren. Aber die Atmosphäre und die Leute hier, die waren entscheidend.
The trucks go backward in the video because “we all know that going in reverse is a bit more difficult than going forward," Vilhelmsson said. “We felt that would be the ultimate test, to have the trucks go in reverse with someone standing on the side mirrors performing a side split. And we knew that if anyone would be able to do that, it would have to be Jean-Claude Van Damme."
die wirklich beeindruckende volvo lastwagen-werbung mit jean-claude van damme hat wahrscheinlich schon das ganze internet gesehen, aber ich verlinke den clip trotzdem. was mir jetzt aber auch aufgefallen ist: ich habe noch nie einen film mit jean-claude van damme gesehen.
paradox, aber wahr: blogs und onlinemedien beschleunigen die verteilung von bullshit, hoaxes und stuss, sind aber auch das einzig wirksame gegenmittel das mir bekannt ist. es gilt auf jeden fall weiterhin der jahrhunderte alte spruch: im vorteil ist wer lesen kann (und mag) und nicht jeden mumpitz, der irgendwo steht, glaubt.
And then he orders his second big beer ten minutes after his first.
die vier portraits von tom junod über 4 hollywood stars habe ich in den letzten tagen mit grossem vergnügen gelesen. mehrfach habe ich beinahe vergessen aus der ubahn auszusteigen. wunderbarer lesestoff und eine gute gelegenheit sich ein instapaper-konto anzulegen und die app zu besorgen. /kottke.org
A few years ago, he was on a plane. He was flying to Russia. He was due to meet with Vladimir Putin at a conference Putin organized to help save the Siberian tiger. He's taken the tiger as his cause. He was on a Delta flight to Moscow. He often flies commercial, according to friends who say that, after all, he's just a regular guy. The flight had departed Kennedy and was already out over the ocean. He was looking out the window when he saw one of the engines explode.
He does not call himself an actor. On forms, he lists his occupation as self-employed. "I learned that from Bruce Paltrow," he says, referring to the father of his first famous girlfriend. "I always liked it. It's a humble way to describe what we do." And if a stranger on a plane were to ask what he does for a living, he would say, "Well, I'd be very Midwest about it, very Missouri. I'd say, This and that. I'd say, I'm a dad, just like you."
His answer shows how hard he tries not to be an asshole and how hard it is for a person as famous as he is not to sound like one. In fact, he hesitates to identify himself as an actor not for reasons of humility. He hesitates to identify himself as an actor because he considers himself primarily an artist, a doer, a maker, a craftsman, a man who felt the first thrill of artifice not onstage but in high school shop class, drawing up plans. He hesitates to identify himself as an actor because he is forthrightly interested in leaving a legacy much larger than the legacy of his performances, which, however meaningful, are simply not as concrete as houses and chairs and wine or as endlessly real as children. He likes the idea of being something more than an actor and he likes the idea of being something less than an actor.
He is the president of a club of famous people he doesn't consider assholes, and he convenes it every time he makes a movie. He has made movies with Brad Pitt, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Don Cheadle, Julia Roberts, and Cate Blanchett. He has never been in a movie with Leonardo DiCaprio or Russell Crowe.
Es kommen inzwischen die ersten Stimmen auf, dass ich ja selber z.B. Amazon-Links auf meiner Seite nutze. Na klar mache ich das und es ist eine wichtige Einnahmequelle fuer mich. Der Unterschied ist, diese Links sind entsprechend als Amazon-Links gekennzeichnet und ich benutze diese Art Werbung sehr pro-aktiv, sprich ich weise explizit darauf hin. Nach dem Motto: Kauft über unsere Links und unterstützt uns. Ich würde mir wünschen, wenn Medien generell angeben müssten, wer sie unterstützt. Soweit ich weiss, ist dies für Blogger in den USA seit fast 2 Jahren verpflichtend.
den link, den sascha pallenberg auf facebook gepostet hat um referal-werbung für onlycoin.com zu machen (womit er maximal $50 verdienen könnte), hat er jedoch nicht „proaktiv“ oder „explizit“ gekennzeichnet. aber vielleicht ist der referal-code ja gar nicht von ihm, sondern von jemand anders. zum beispiel einem bedürftigen hippster.
sehr lustig, das nuf wusste es schon immer, dass kinder sich nicht erziehen lassen und spürt es jetzt auch:
In meiner Verzweiflung versuche ich es auch schon mal mit Konsequenzen aufzeigen. “Wenn du dich nicht anziehst, nehme ich dich im Schlafanzug mit in die Kita!" Auch das perlt an Kind 3.0 ab. “Isch finde meinen Schlafanzug schick."
Wir sind gerade dabei, Werbung zu verlernen. Wir verführen die Menschen nicht mehr. Wir umgarnen sie nicht. Wir kämpfen nicht mehr um ihre Sympathie. Stattdessen nutzen wir neue Tools wie Targeting, Retargeting und Programmatic Buying um sie zu stalken, um ihnen unsere Kauf-mich-Reklame so lange um die Ohren zu hauen, bis sie entnervt aufgeben - oder wir sie auf ewig verlieren.
manche halten das für satire, ich glaube aber dass thomas koch recht hat. doof für die werber: die werbeopfer können sich gut gegen den müll wehren. besser als jemals zuvor.
manche werber würden an dieser stelle übrigens einwenden, dass mit online-werbung gute umsätze gemacht werden. das mag schon stimmen. wenn man eine bananenschlae in der fussgängerzone hinlegt, rutschen sicherlich einige menschen darauf aus, aber das ist kein zeichen dafür, dass bananenschalen-gags funktionieren.
unsere regierung trägt eine burka. die aktivitäten und grundrechtsbrüche der eigenen und befreundeten geheimdienste werden verschleiert, die drohneneinsätze der eigenen und befreundeter streitkräfte. immerhin trägt die regierung ihre burka aus eigenem willen. oder?
ken levines hat eine ode an the good wife geschrieben, zu recht:
Congratulations to Robert & Michelle King for mounting the best show on television, even if the cool kids don't know it. Ha ha. Us uncool kids know something you don't.
ich werde auch nicht müdethe good wife jedem zu empfehlen.
das was focus-money chefredakteur frank pöpsel in seinem editorial abgeliefert hat, ist selbst für focus-verhältnisse ausserordentlich peinlich. wobei ich mittlerweile glaube, dass genau das eine der grundvoraussetzungen ist, um bei burda in führungspositionen zu gelangen: anderen unvermögen und blödheit vorwerfen und sich dabei nicht zu schade sein, grosse wissenslücken, ausgeprägte merkbefreitheit und ein übergrosses ego zu exponieren.
Tatsächlich liefert die HuffPo nur noch sehr, sehr wenig Anlass, sich über sie ernsthaft zu unterhalten.
und noch weniger anlass, sie zu lesen. und auch cherno jabatey scheint des schreibens müde geworden zu sein, obwohl er doch so fluffig schreibt.
sascha lobo zeigt in der spähaffäre den grossen rahmen:
Doch keine Technologie hilft, wenn sie nicht vom politischen Willen begleitet wird, die verdachtslose Bürgerüberwachung - inklusive der Vorratsdatenspeicherung - endlich als systematische, freiheitsraubende, rechtsstaatsfeindliche Grundrechtsattacke zu brandmarken.
jacob grimm schrieb auch als teil der frankfurter nationalversammlung 1848 an der ersten deutschen verfassung mit, der paulskirchenverfassung:
In Paragraf 141 heißt es: „Die Beschlagnahme von Briefen und Papieren darf, außer bei einer Verhaftung oder Haussuchung, nur in Kraft eines richterlichen, mit Gründen versehenen Befehls vorgenommen werden“
1854 schrieb jacob grimm etwas ähnlich kluges:
den gleichverwerflichen misbrauch groszer buchstaben für das substantivum, der unserer pedantischen unart gipfel heiszen kann, habe ich [...] abgeschüttelt.
Der Gebrauch der Kleinschreibung durch einige Autoren des 19. Jahrhunderts ging stets mit der Verwendung der Antiqua-Schrift als Zeichen der Modernität einher.
jens weinreich über die durch eine bürgerbefragung abgelehnte bewerbung von münchen für die olympischen winterspiele 2022:
Sport als Opium für aufgeklärte Bürger? Die Droge wirkt nicht mehr flächendeckend. Es ist ein Unterschied, ob man Fernsehsport konsumiert, Weltcup-Wettbewerbe ausrichtet, wie es Schönau am Königssee (Bob und Rodeln), Inzell (Eisschnelllauf), Ruhpolding (Biathlon) und Garmisch-Partenkirchen (Ski Alpin) im kommenden Winter selbstverständlich wieder tun, oder ob man sich auf ein viele Milliarden Euro verschlingendes Abenteuer einlässt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat seinen in die Kritik geratenen Internet-Werbespot gegen den Einsatz von Glyphosat auf deutschen Äckern aus dem Netz entfernt. In einer Pressemitteilung begründet der Umweltverband den außergewöhnlichen Rückzieher damit, dass der 45-sekündige Film "seine Funktion offenbar nicht erfüllte".
bis auf die tatsache, dass der spot nicht funktioniert, meint der BUND, stimmt alles am spot. das wiederum finden nicht alle. /turi2.de
ich bin dafür die hysteriewellen die von spacken initiert werden und von ignoranten hirnlos durch das internet weitergetragen werden künftig nicht mehr shitstorms zu nennen sondern als das was sie sind: uninformierte hysteriewellen. oder wie mats schönauer das sagt:
Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, täten Journalisten, Politiker, Kirchenvertreter und Leser also gut daran, sich bei solchen Debatten in Zukunft gründlich zu informieren -- und vielleicht einfach mal ein bisschen entspannt zu bleiben.
entspannt. bleiben. ist. nicht. schwer. ernsthaft. das abendland geht nicht so schnell unter wie einem das rechte spacken immer wieder weis zu machen versuchen.
Liest man die Argumente der Flughafen-Anwälte kommen Zweifel auf, ob der neue BER überhaupt gebraucht wird. Tatsächlich sei der Flughafen Tegel „vollständig funktionsfähig und einschränkungslos in der Lage, den für BER geplanten Flugbetrieb im Rahmen des Berliner Flughafensystems abzuwickeln“, heißt es dort. Und an anderer Stelle steht zu lesen: „Der Flugbetrieb der Klägerin erfährt auch keine Einschränkungen durch angeblich nicht durchführbare Flüge in den Tagesrandzeiten“.
ich finde das sehr grossartig, dass die anwälte des neuen flughafen zur verteidigung von bauverzögerungen, den sinn des gesamtprojekts in frage stellen.
haha. das ist gut: vor ein paar wochen hat die neue chefredakteurin der bild am sonntag marion horn angekündigt, dass deutschland ein bisschen tea party guttun würde und jetzt fängt sie an panik vor sozialismus und staatsbankrott zu verbreiten. fehlt jetzt eigentlich nur noch, dass sie in ihrem nächsten kommentar die geburtsurkunde von merkel zu sehen verlangt.
ich weiss nicht, ob das eine gute idee ist, bei öffentlichen äusserungen so zu tun, als habe man den intelligenzquotienten von sarah palin.
david baum fügte hier noch die frage an: „Ob man an klaren Tagen vom Springerhochhaus Russland sehen kann?“
Moral outrage is fine. But moral panic is dangerous. And when vigilance warps into vigilantism, it increases the dangers for a group of people already on the margins of mainstream society. We should be making far more effort to include people with learning difficulties in our lives. Instead, all too often they are being abused, damned, excluded and, in the very worst cases, lynched for being different.
Gegen dieses Geflecht, das innerhalb Europas und in Absprache mit unseren eigenen Regierungen agiert wird uns keine europäische Datenschutzreform, kein gekündigtes Save Harbour, kein Deutschlandrouting und kein mit wie vielen Milliarden auch immer gefördertes Suchmaschinenprojekt schützen. Der Feind ist nicht die NSA, der Feind liegt mit im Bett und lacht sich scheckig darüber, wie wir planen, uns mit ihm zusammen einzumauern.
Schirrmacher, Yogeshwar und viele andere Old-Media-Guys können fröhlich in ihre “amerikanische Internetdienste sind der Teufel"-Tröte blasen, die ihnen ja seit jeher ein Dorn im Auge sind. Rene Obermann kann neue Gewinne einstreichen, weil er den Technik-Nichtauskennern neue Pseudosicherheit verkaufen kann und wir Nutzer werden vielleicht sogar gezwungen sein, Telekomdienste zu nutzen, weil andere nur noch schlecht erreichbar oder sogar verboten sind. Willkommen im voll datengeschützten Schlandnet!
was für ein dreck. wenn man sich einen film im itunes store ausleiht, kann man den erst per airplay aufs apple tv beamen, wenn er komplett geladen ist. DRM ist in der tat das beste argument für befreite downloads mit lizenzverstössen.
der film den ausgeliehen habe, war übrigens eine insel namens udo. leider kann ich für den film nur 2 von 5 sternen geben. immer wenn ich deutsche filme sehe, wundere ich mich über die holzhammer-methoden der deutschen regisseure, also die völlige abwesenheit von subtilität. auf dem titelbild des films sieht man kurt krömer (als udo) mit einem hemd, das das gleiche muster wie die tapete hinter ihm hat. im film darf krömer, als er in einer szene mit diesem hemd vor der tapete steht nicht darauf verzichten, gestenreich darauf hinzuweisen, dass das so ist.
ausserdem leiden deutsche schauspieler bedauerlicherweise an der irrigen annahme, dass schauspielkunst sichtbar sein muss. das man ein besserer schauspieler ist, wenn jeder bemerkt wie gut man spielt. sowohl die dialoge an sich, aber auch das spiel drumherrum, sind unersträglich artifiziell. fast immer. ausser wenn krömer hin und wieder mal krömeresque sein darf.
was mich auch fertiggemacht hat, waren die wilden und sinnlosen schnitte mit denen der film aneinandergeklebt wurde. in manchen szenen wechselten die spielorte fünf bis sechsmal, aus keinerlei ersichtlichen gründen.
bei zwei oder drei szenen habe ich mich tatsächlich weggeschmissen vor lachen, was darauf hindeutet, dass der film ein gutes fundament hatte. aber die ausführung war leider grottig.
ich hab mich immer gefragt, wer ausser elizabeth teissier das wort „erotik“ ernsthaft benutzt. jetzt weiss ich es: christoph keese:
Erotik gibt es nicht in House of Cards, nur abstoßenden Instant-Sex machtgieriger Menschen, die sich gegenseitig für ihr Fortkommen benutzen.
und natürlich hat keese auch sonst unrecht. natürlich bietet house of cards nicht den pathos von the west wing. und vor allem schafft house of cards in einer staffel nicht das an charakterentwicklung, was breaking bad über fast 5 ½ geschafft hat. und dann moniert keese auch noch, dass ihm in house of cards folgendes fehlen würde:
Gute Menschen, die an den Umständen scheitern und zu schlechtem Verhalten gezwungen werden, oft ohne sich dessen bewusst zu sein oder - noch interessanter - in ständiger, aber aussichtsloser Auflehnung gegen die Schwerkraft der Verhältnisse zu leben.
dabei geht es gerade (auch) darum. peter russo ist der prototyp des guten menschen in politiker-haut, der von den verhältnissen und frank underwood zu schlechtem verhalten gezwungen wird. ich vermute, keese hat tatsächlich, wie er es allen anderen empfiehlt, nach der vierten folge aufgehört die serie zu gucken.
His real crime, as often is the case, is not that he leaked secrets. Government employees do that all the time, with impunity. His crime is that he subverted hierarchy. He's a lowly person. A mere sysadmin. How dare he challenge the great people who run this country.
die oberschenkellücke über die in letzter zeitso viel in meinen timelines geredet wurde, hat im übrigen zum zerwürfnis zwischen luis buñuel und salvador dalí geführt:
We all had a drink together that evening, and the French party decided to walk us back to Dali's house. Gala was walking next to me, and on our way we talked of various trivial things. At one point, I found myself saying that what repelled me more than anything else in the female anatomy was when a woman had a large space between her thighs. The next day we all went swimming, and, to my embarrassment, I saw that Gala had just this unfortunate physical attribute.
actio et reactio: ein paar leute bei google sind ziemlich sauer, dass die NSA sich in die google-interne kommunikation eingehackt hat. das ist gut. aber mike masnick merkt an, dass das allein nicht reicht:
Hopefully, we'll start to see that employee anger over this turn into much more: including better privacy tools for users and using Google's political pull to fight the NSA in DC as well.
oliver gehrs schreibt über den spiegel, was ich auch manchmal schreibe. gehrs:
Es hat erst des dramatischen Sturzes der Auflage bedurft und Matusseks entlarvenden Auftritt bei Kurt Krömer, um zu erkennen, dass Egomanen wie Matussek geschäftsschädigend sind - vor allem in einer Zeit, in der Journalisten durch die Konkurrenz wohlinformierter Blogs eine gewisse Demut zeigen sollten.
vielleicht ist das unerträglichste am spiegel der ständige versuch zu suggerieren, dass die autoren immer dabei waren, hautnah und meistens im kopf der protagonisten. statt authentizitäts-simulation wäre mir etwas distanz, von mir aus auch sarkastische oder überhebliche distanz lieber.
oder - aber das wäre wohl wirklich zu viel verlangt - wie wärs mal mit ein bisschen demut, von mir aus auch nur als attitüde?
Yasmina Banaszczuk ist aus der SPD ausgetreten, weil Sigmar Gabriel in einem stern-Gespräch Netzaktivistinnen die Kenntnis wahrer Lebensrealitäten absprach.
... und zeigt ein video, in dem sigmar gabriel ziemlich bräsig erklärt, dass die arschlöcher im internet alle keine ahnung haben.
sebastian reichel hat 5 bitten an junge politiktalente (kompromissfähigkeit, kooperationsfähigkeit, geduld, zielstrebigkeit, aufrichtigkeit)
vice hat mit ein paar dealern im görlitzer park geredet. wenn man das liest, kann man danach besser differenzieren. differenzieren ist gut. /daniel bröckerhoff
ich finde michael seemanns argumente zum allergrössten teil sehr stimmig und überzeugend. ich mag ihm allerdings noch nicht in allen schlussfolgerungen folgen. ich halte seine gedanken aber für extrem wertvolle basis um über privatshäre und unseren gesellschaftlichen wandel weiter nachzudenken.
die beifahrerin über unser erstes jahr im wedding. (find ich auch deshalb lustig, weil sie ein paar einen meiner abgelegten gags verwurstet.)
solche texte zu lesen ist ein bisschen wie bei einer sehr klaren nacht in den sternenhimmel zu gucken. mich überkommen dann immer angenehme schauer der überforderung — oder genauer: das einzige was ich noch klar erkenne sind die grenzen meiner wahrnehmung und meines verstandes; unvorstellbare und unverständliche grösse und leere.
ich glaube das ist auch der grund warum mir gravity und die erste staffel battlestar galactica so gut gefallen haben: weil man die leere, die grösse und die unwirtlichkeit des alls in diesen filmen so sehr spürt.
heiko werning hat sich den MDR-tatort vom sonntag angesehen und (vorsichtig) verrissen. das ist ein grosses glück, jetzt brauch ich mir das doch nicht anzusehen. lieblingszitat:
Wer sich in den letzten Wochen beklagt hat, dass die Fälle in Münster und München sowohl von der Handlung als auch von der Inszenierung zu komplex, kompliziert, unübersichtlich waren, der kann hier beruhigt aufatmen. Man kann sich zwischendurch auch ganz in Ruhe in der Küche eine Salami-Pizza aufbacken und danach entspannt zum Fernseher zurückkehren, man wird nicht das geringste Problem haben, der Handlung zu folgen.
Aber ich erinnere mich auch noch gut an ein Interview, das ein junger Facebook-Mitarbeiter einmal gegeben hat. Er war ein Überflieger, hat richtig Karriere gemacht, sagte dann aber diesen tollen Satz: »Die besten Köpfe meiner Generation denken nur noch darüber nach, wie man Menschen dazu verleitet, auf Werbung zu klicken. Das ist doch beschissen.« Und ich finde, er hat recht.
martin ballaschk (@gedankenabfall) über einen unfassbar blöden werbefilm des BUND:
Wer sich das Video nicht ansehen will oder kann, dem sei es kurz beschrieben: Babys sind in Reih und Glied auf einem Acker eingegraben, die Sonne scheint, Vögel zwitschern. Dann nähert sich dröhnend ein Flugzeug im Tiefflug, das das Feld mit offenbar todbringenden Chemikalien besprüht. Es folgt der Schriftzug „Pestizide. Hergestellt, um zu töten. Jetzt aktiv werden. Für eine Zukunft ohne Gift.“
er differenziert:
Gründe für Pro-Contra-Abwägung einer Nutzung von Glyphosat sucht man vergebens, wir lernen nur: Glyphosat ist massiv schädigend für Mensch und Umwelt. Vermutlich sind wir alle eigentlich schon längst tot. Außerdem findet sich Verschwörungsdenken: Industrie und Behörden steckten unter einer Decke und das Zulassungsverfahren sei ungenügend. Es würde vertuscht und gemauschelt. Damit zeigt der BUND, dass er auch nicht offen für Diskussionen mit der Industrie oder Behörden ist.
Dabei unterschlägt der Verein zum Beispiel, dass Glyphosat andere, viel schädlichere Herbizide ersetzt hat. Oder dass Herbizide Bewirtschaftungsmethoden wie die Direktsaat möglich macht, bei der die Ackerkrume erhalten bleibt und nicht durch Umpflügen der Erosion durch Wind und Wetter ausgesetzt wird.
solche kampagnen sind genau der grund, warum ich im mai auf der republica meinen vortrag gehalten habe: der versuch menschen zu manipulieren und für dumm zu verkaufen, in panik oder angst oder schrecken zu versetzen um etwas vorgeblich gutes zu erreichen, unterminiert das ziel und diskreditiert den laden der soetwas macht. gutes erreicht man nicht mit den mitteln des bösen.
ich habe den BUND bisher für einen respektablen verein gehalten. aber einen verein der so manipulativ arbeitet und sich dabei auch noch so dumm anstellt, kann und will ich nicht mehr respektieren.
strassenmusiker singt den ollen bronski-beat song smalltown boy und zufällig kommt jimmy somerville mit seinem hund vorbei und singt mit. in berlin passiert.
[nachtrag: scheint abgesprochen gewesen zu sein, das video. als strenggenommen ein fake.]
ich will das auch im fernsehen haben. kluge leute die sich im grundsatz einig sind und von denen man „nicht zwei konträre Positionen, sondern etwas viel Interessanteres kennen[lernt]: zwei konträre Denkstile“.
michalis pantelouris nennt den bild-reporter paul ronzheimer einen „Reporter-Schisser“, der nicht nur schlecht sei, sondern auch noch feige — weil ronzheimer sich nicht traut mit pantelouris zu reden.
glückwunsch. fast alles falsch oder blödsinnig:
wochenenden sind nur 24 stunden lang?
300 euro für eine möblierte wohnung mit drei schlafzimmern?
alle fahren in berlin schwarz?
berliner u-bahnen sind „beautiful“?
wer, ausser vollhonks, benutzt das wort crazy um einen nachtclub zu bezeichnen? OK. joachim fuchsberger vielleicht.
mülltrennung in berlin? ach komm.
stimmt, es gibt museen auf der museumsinsel, aber wenn man schon aus der wikipedia abschreibt, dann richtig: die wikipedia spricht von 175 berliner museen und sammlungen
elektronische musik ist ein argument?
man kann in berlin überall fahrradfahren? ach komm.
alle trinken in berlin in der öffentlichkeit? in meppenheim aber auch.
berliner kindl würde ich nicht als beispiel für „besseres“ bier nehmen.
club-mate ist eine mischung aus redbull und kaffee? falscher kann es nur noch sein, nutella als mischung aus erdnussbutter und ketchup zu bezeichnen.
der flohmarkt am mauerpark bietet alles was man im leben jemals braucht? und was ist mit toastbrot?
ja. berlin ist ein einziger park. es gibt sogar ein park inn.
ja, das ist wahrlich ein grund nach berlin zu kommen, seen in denen man schwimmen kann.
wunderbare tirade von heiko werning über die bigotterie von peter hahne, dessen aussagen er folgendermassen zusammendampft:
Denn du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst - solange er nicht dein Sozialgefüge durcheinander bringt und dir nicht auf der Tasche liegt.
da ich andere leute nicht so gerne beleidige und ich mit beleidigungen besser umgehen kann, als ein christlich angehauchter fernsehfuzzi, beschimpfe ich mich jetzt ersatzweise selbst: ich bin ein bigottes arschloch.
(auf spiegel online traut sich ann-kathrin nezik nicht die sendung zu zerreissen, weil sie wahrscheinlich angst hat, man könne ihr sonst vorwerfen, sie verstünde die popkulturellen anspielungen in böhmermanns witzchen nicht.)
Keine Tierart, so erfahre ich in den Foren des Internets, zäunt Menschenweibchen ein, um sie zu melken. Wo die Empörten recht haben, haben sie recht. Die meisten lassen sich schlecht fangen, und manche klettern auch noch über'n Zaun. Aber bei kleineren Exemplaren klappt das besser. Ameisen haben sogar eine ausgesprochene Freude an der Viehhaltung. Sie umsorgen ganze Herden von Blattläusen, die sie regelmäßig melken; überflüssige Tiere töten sie. Manche Ameisen haben ihr Vieh so umgezüchtet, dass es nicht mehr laufen kann - die Beine der Läuse taugen nur noch dazu, sich auf dem Rücken ihrer Hirten festzuklammern. Die tragen sie von einer Weide zur nächsten.
Sogar der Bau von Ställen für das Vieh ist populär - wie sinnreich konstruierte Baumnester, in denen große Läuseherden auf engstem Raum gehalten werden: ein typischer Fall von Massentierhaltung. Einige errichten sogar Erdpavillons - zur Haltung von Bläulingsraupen. Faltenwespen wiederum halten und melken Buckelzirpen. Gefragt ist in der Tierwelt eine hohe Milchleistung. Spitzenergebnisse in Sachen süßer Läusemilch werden mit der Bunten Stängellaus erzielt - eine echte Hochleistungslaus
matthias dell hat ein interview mit der MDR-redakteurin maike götz geführt und dabei offensichtlich offenbar so viele kritische fragen zum kommenden MDR-tatort gestellt, dass der MDR das interview bis zum redaktionsschluss nicht freigegeben hat. das nimmt matthias dell zum anlass, über die entstehung von tatort sendungen allgemein zu schreiben — was ich ziemlich lesenswert fand. und ich fühle mich jetzt gezwungen den tatort am sonntag anzusehen und später etwas dadrüber zu schreiben.
Martin Vogel kämpft seit vielen Jahren gegen die Praxis der Verwertunggesellschaft VG Wort, pauschal einen erheblichen Teil der Tantiemen, die sie einnimmt, nicht an die Urheber der Werke auszuschütten, sondern an Verlage.
martin vogel in einem gastbeitrag bei stefan niggemeier über „Funktionäre, die unverhohlen gegen die Interessen der Urheber agieren“.
Mir ist aufgefallen, dass auch Leute, die behaupten, alles sei vorausbestimmt und wir könnten nichts ändern, sich umsehen, bevor sie über die Strasse gehen.
Prostitution ist nicht gleich Menschenhandel. Nicht nur deutsche Frauen, sondern auch Migrant_innen sind überwiegend freiwillig und selbstbestimmt in der Sexarbeit tätig. Prostituierte, egal welcher Herkunft, pauschal zu Opfern zu erklären, ist ein Akt der Diskriminierung.
Obwohl Prostitution im Volksmund als das älteste Gewerbe der Welt gilt, ist sie in den wenigsten Ländern als Arbeit anerkannt. Im Gegenteil, Sexarbeiter_innen werden in den meisten Teilen der Erde verfolgt, geächtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Deshalb fordern Sexar-beiter_innen weltweit die Entkriminalisierung der Prostitution und ihre berufliche Anerkennung.
alice schwarzers appell, gegen den sich der verlinkte appell richtet, erinnert mich auf fatale weise an die sprüche des pastor solomon male, der sich nicht um den kontext und umstände von sexualität kümmert, sondern allein um die geschlechtsorgane („You are not using your penis the way you should have used it“). so konzentrieren sich schwarzer und freundinnen_e auch auf den akt, der angeblich erniedrigend und menschenunwürdig sei. /ruhrbarone.de
Wer sich mit der Atomindustrie und ihrer Lobby anlegt, bekommt es mit einer Phalanx von Feinden und Gegnern zu tun. Das musste auch Inge Schmitz-Feuerhake erfahren. Als sie ihre langjährigen und bohrenden Analysen über die Ursachen von Leukämiehäufungen bei Kindern rund um die Atomanlage Krümmel veröffentlichte, zog das eine regelrechte Hexenverfolgung nach sich. Unwissenschaftlichkeit und Voreingenommenheit wurden ihr etwa von der Gegenseite unterstellt. Medien (darunter etwa Spiegel und Hamburger Abendblatt) machten sie als Wissenschaftlerin lächerlich. Sie blieb unbeugsam.
das ist ein ziemlich langer artikel, aber wenn man das so liest, wie die politik und die aufsichtbehörden gefahren verharmlost haben, dann wundert man sich umso mehr über politik allgemein. wie einerseits gefahren aufgebauscht werden und andere verharmlost werden, wenns der politik gerade ins konzept passt. nicht ganz unähnlich dem, was wir gerade in sachen geheimdienste sehen. wenn das so weitergeht, kauf ich mir bald nen aluhut. /matthias mader
Diese Ängste machen viele Menschen blind dafür, dass diese auf Gegenseitigkeit beruhrende "Überfremdung" in der Realität die Rettung ist, die diese Gesellschaft davor schützt, zu Sülze zu werden.
das ist eigentlich nur ein PR-text für ne schallplatte, aber wenn man den liest, muss man wladimir kaminer einfach lieben. ich persönlich liebe ihn jetzt noch nen tacken mehr als vorher.
Merkel ist ein Cyborg. Ihre offiziellen Funktionen sind zumindest teilweise in einen Taschencomputer mit Netzwerkanbindung ausgelagert. Das Mobiltelefon ist als Speicher der Verbindungen der Regierungschefin der zweite Körper der Königin, er ist ein Abbild des stets zu aktualisierenden Machtnetzwerks.
oh, mein keynote-gott ist angepisst. meine erste keynote-präsentation mit der 2013-version hat mir fast einen herzinfarkt beschert, weil der präsentationsmonitor mit meinen notizen verschwunden war. offenbar wurden meine präferenzen nicht ordentlich gespeichert und wollten per extrawurst erneut in den voreinstellungen aktiviert werden. sonst kann ich aber nicht klagen.
sascha lobo mit einer 10er-liste und einem verfassungsschutzwitz:
In seiner jetzigen Form schafft der Verfassungsschutz offenbar kaum mehr, als vor Punkbands zu warnen.
und:
Die digitale Gesellschaft hat mit Edward Snowdens Hilfe ihre vermeintlich turbulente Pubertät beendet und musste über Nacht erwachsen werden. Zum Glück, denn sie steht gewaltigen Aufgaben gegenüber, um längst sicher geglaubte Errungenschaften der Zivilisation zu behalten. Ignorieren, Aufgabe oder Zweckzynismus sind keine Optionen. Man wird sich daran gewöhnen müssen, unermüdlich auf Ziele hinzuarbeiten, die unerreichbar scheinen.
Für die Sache der Frauen und die Diskussion um Frauen in Führungspositionen ist es nicht zuträglich, wenn Frauen wie Gaschke in einem wichtigen politischen Amt scheitern. Noch weniger zuträglich ist es, wenn sie ihr Scheitern auch noch damit begründen, dass sie Frauen sind.
für susanne gaschke sind immer die anderen schuld. in einem ihrer bücher, das ich las, waren es die „Digitalisten“ oder „Internet-Apologeten“ die alles zerstören, jetzt sinds testosterongesteuerte politiker, die sich ihrer interpretation von moral in der politik nicht beugen wollen.
austeilen konnte sie gut, einstecken nicht so gut.
dieter hanisch geht in der zeit milde mit susanne gaschke um:
Gaschke definierte sich über einen anderen Politikstil. Offener, direkter, Gefühle zeigen dürfen – das sollte ihre Handschrift werden. Ihre Rücktrittserklärung klang dann umso bitterer. Von "testosterongesteuerten Politik- und Medientypen" sprach sie. Bereits in den ersten Monaten war ihr Hang zu scharfen Attacken aufgefallen. Über sich selbst urteilte sie einmal in einem Interview, dass sie halt manchmal ein bisschen zu aufbrausend sei.
Mineralwasser ist zumindest in Deutschland, wo die Trinkwasserqualität durchgehend sehr hoch ist, wirtschaftlicher, ökologischer und gesundheitlicher Unsinn: Grenzwerte für Schadstoffe und Krankheitserreger sind für abgefülltes Wasser deutlich lascher als für Leitungswasser, außerdem gibt es für letzteres schon Infrastruktur in fast jeden Haushalt, man muss also nichts abfüllen, transportieren, vertreiben oder zurücknehmen.
ein kasten apollinaris silence kostet ungefähr 14 euro. das macht pro liter 1,55 euro. ein liter leitungswasser kostet in hamburg 0,00376 euro. für 100 liter apollinaris silence zahlt man also 155 euro, für 100 liter leitungswasser 38 cent. selbst bei aldi zahlt man für 100 liter flaschenwasser noch zwischen 13 und 42 euro, also mindestens 12,62 euro mehr als aus der leitung.
Ich mochte es sehr, dass mich der Film nie für blöd erklärte oder mit Effekten und Schnitten verwirren wollte. Alles musste so kommen, wie es kommen muss, und ich habe es trotzdem überhaupt nicht vorausgesehen. Wohl auch, weil ich immer damit beschäftigt war, damit klarzukommen, dass wir im Weltall sind.